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  #1  
Alt 24.10.2014, 19:41
raoulduke raoulduke ist offline
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Beitrag Mein neg. MPU-Gutachen, THC, reg. Konsum

Hallo liebe Leidensgenossen,

schon seit längerem lese ich hier still im Forum mit und freute mich stets über die vielen informativen Beiträge der User hier. Danke!

Eigentlich hatte ich vor meiner MPU gehofft, hier auch meinen Beitrag leisten zu können und mein positives Gutachen hier einzustellen. Doch leider ist es negativ geworden.

Ich habe den Fehler begangen vor meiner MPU nicht den Fragebogen auszufüllen und mir von euch Hilfe geben zu lassen, da ich mir sicher war dass ich "bestehen" würde.

Hier habe ich nun mein negatives Gutachen für euch "abgetippt" und hoffe dass ihr mir helfen könnt herauszufinden was ich besser hätte machen können. Bzw. was ich bei meinem 2. Versuch in ca. 4 Wochen besser machen kann.

Das war übrigens meine 2. MPU, die Erste war im Oktober 2008 wegen Punkten (positiv). Jetzt bin ich extra zu einem anderen Institut, in einer anderen Stadt gegangen. Trotzdem war es die selbe Psychologin!
Hat mir bestimmt nicht bei der jetzigen MPU geholfen, dass jemand den sie 6 Jahre vorher als "Verantwortungsbewusst" eingestuft hat weiter Mist gebaut hat.

Ein kleiner Tipp von mir falls andere auch mal ihr Gutachen hier einstellen wollen: Man kann mittlerweile Dokumente einscannen und den Text darin per OCR-Software (bei mir im Scanner/Drucker) erfassen lassen. So kann man sein Gutachten per Copy/paste hier einstellen. Vorher aber am besten in Word einfügen und die Absätze korrigieren. (Ich hoffe dass die gleich übernommen werden wenn ich mein Gutachten hier einstelle)


Hier das negative Gutachten:



Auf Veranlassung der obengenannten Verkehrsbehörde unterzog sich
Herr ****** am 02.09.2014 einer medizinisch-psychologischen
Fahreignungsuntersuchung. Der letzte Befund ging am 11.09.2014
ein.
Herr ****** hat die Neuerteilung der Fahrerlaubnis der Klassen
AM, B, L beantragt. Behördlicherseits bestehen jedoch erhebliche
Bedenken bezüglich der Eignung des Untersuchten zum Führen
von Kraftfahrzeugen. Diese Bedenken beziehen sich auf folgende
Sachlage: Am 13.07.2005 führte Herr ****** ein Kfz unter
Cannabiseinfluss gegen 00:45 Uhr. Laut toxikologischem Gutachten
waren in der der Blutprobe (Uhrzeit war der Akte nicht zu entnehmen)
folgende Substanzen nachweisbar: THC 11,1 ng/ml, 11-0HTHC
4,5 ng/ml, THC-COOH 59 ng/ml. Neben einer stärkergradigen
Cannabisbeeinflussung konnte ein geringer/unbedeutender Amphetaminkonsum
nicht ausgeschlossen werden. In einer am 16.10.2007
entnommenen Haaranalyse (10 cm) waren keine Drogen nachweisbar.
Am 07.02.2012 führte Herr ****** erneut ein Kfz unter Drogeneinfluss gegen 01:40 Uhr. Laut toxikologischem Gutachten waren in der der Blutprobe (Uhrzeit war der Akte nicht zu entnehmen) folgende Substanzen nachweisbar: THC 11,8 ng/ml, 11-0H-THC 7,4 ng/ml, THC-COOH 101 ng/ml. Diese Befunde sprechen für einen vermutlich regelmäßigen Cannabiskonsum. Am 09.05.2012 wurde die Fahrerlaubnis entzogen.





Fragestellung der Behörde
Ist davon auszugehen, dass der Untersuchte den Konsum von Cannabis/Marihuana und das Führen von Kraftfahrzeugen ausreichend
und sicher trennen kann?

Das vorliegende Gutachten wurde auf der Grundlage der Festlegungen
in der geltenden Fahrerlaubnis-Verordnung (FeV) zur Begut-·
achtung der Eignung zum Führen von Kraftfahrzeugen erstellt.

Bei der Erhebung und Interpretation der Befunde wurden insbesondere folgende wissenschaftliche Grundlagen einbezogen:
- Urteilsbildung in der Fahreignungsbegutachtung - Beurteilungskriterien,'3. Auflage 2013, Hrsg.: DGVP/DGVM, Schubert, w. Dittmann, V. Brenner-Hartmann, J., Kirschbaum Verlag Bonn
- Begutachtungsleitlinien zur Kraftfahreignung (Bearbeitet von
Gräcmann, N., Albrecht, M., Bundesanstalt für Straßenwesen)
Verkehrsblatt Dokument Nr. B 4022, Januar 2014
- Begutachtungs-Leitlinien zur Kraftfahrereignung - Kommentar
(Schubert, W., Schneider, W., Eisenmenger, W. & Stephan, E.
(Hrsg.) (2005). Erweiterte und überarbeitete 2. Auflage,
Kirschbaum Verlag Bonn)

Entsprechend der Fahrerlaubnis-Verordnung sind Fahreignungsuntersuchungen anlassbezogen durchzuführen. Es war demzufolge nicht auf die Gesamtheit der Persönlichkeit des Untersuchten einzugehen, sondern es waren nur solche Eigenschaften, Fähigkeiten und Verhaltensweisen zu betrachten, die für die Kraftfahreignung von Bedeutung sind (vgl. Anlage 4a Punkt 1b der FeV).

Herr ****** wurde zu Beginn der heutigen Untersuchung über den Gegenstand und den Zweck der Untersuchung und über den Untersuchungsablauf informiert. Darüber hinaus wurde ihm die Verfahrensweise bis zur Versendung des Gutachtens mitgeteilt.

Zu Vorgeschichte und Prognose
Herr ****** ist laut Aktenlage mit Betäubungsmitteln auffällig
geworden. Ein in Zukunft missbräuchlicher Umgang mit Betäubungsmitteln mit der Gefahr einer Kopplung von Drogenkonsum und Verkehrsteilnahme ist deshalb nicht unwahrscheinlich.


Wer Betäubungsmittel im Sinne des BtMG nimmt oder davon abhängig
ist, ist in der Regel nicht in der Lage, den gestellten Anforderungen zum sicheren Führen von Kraftfahrzeugen gerecht zu werden (vgl. Begutachtungs-Leitlinien zur Kraftfahrereignung des Gemeinsamen Beirates für Verkehrsmedizin) . Der Gebrauch von Betäubungsmitteln setzt die körperlich-psychische Leistungsfähigkeit eines Kraftfahrers unter das erforderliche Maß herab. Der besondere Wirkungsablauf kann jederzeit zu unvorhergesehenen Beeinträchtigungen der fahreignungsrelevanten Leistungsfähigkeit führen und/oder die Fähigkeit zu verantwortlichen Entscheidungen erheblich beeinträchtigen und eine erhöhte Gefährdung insbesondere für andere Verkehrsteilnehmer nach sich ziehen.

Die aus der vorgenannten Situation resultierenden Bedenken an
der Kraftfahreignung können nur dann zurückgestellt werden, wenn
die im Folgenden geschilderten Voraussetzungen vorliegen.

• Zunächst müssen die in der Untersuchung erhobenen Befunde -
insbesondere das gewonnene Gesamtbild - zur Beantwortung
der behördlichen Fragestellung im Sinne einer günstigen
Verkehrsverhaltensprognose verwertbar sein. Dazu gehört
u.a. eine widerspruchsfreie Befundlage und eine hinreichende
Kooperationsbereitschaft vonseiten des Untersuchten.

• Bei Vorliegen einer Drogenabhängigkeit muss durch eine angemessene Problembewältigung eine stabile Drogenabstinenz
nachgewiesen sein. Bei Abhängigkeit ist in der Regel eine
erfolgreiche Entwöhnungsbehandlung zu fordern, die stationär
oder im Rahmen anderer Einrichtungen für Sucht kranke
erfolgte. Nach der Entgiftungs- und Entwöhnungszeit ist im
Allgemeinen eine einjährige Abstinenz durch ärztliche Untersuchungen nachzuweisen, auf der Basis von mindestens
sechs unvorhersehbar anberaumten Drogenscreenings im Urin
innerhalb dieser Jahresfrist oder durch eine Haaranalyse,
die einen entsprechend langen Zeitraum abdeckt. Diese Drogenanalysen sollten den Kriterien CTU der Beurteilungskriterien
genügen. Bei BTM-Abhängigkeit ist zudem eine auf Dauer abgestellte Abstinenzmotivation zu fordern, was wiederum psychische Stabilität und ein problembewusstes, verhaltenswirksames Selbstverständnis als sucht kranker Mensch voraussetzt.

• Bei bekannter BTM-Abhängigkeit kann darüber hinaus nicht
davon ausgegangen werden, dass ein kontrollierter Umgang
mit Alkohol möglich ist. Deshalb muss im Allgemeinen, auch
wenn Alkoholkrankheit nicht vorliegt, ein genereller Verzicht
auf Alkohol (Abstinenz) gefordert werden, der durch ein entsprechendes Problembewusstsein unterlegt und bereits hinreichend stabilisiert ist.

• Liegt eine fortgeschrittene Drogenproblematik vor, die sich
im missbräuchlichen Konsum von Suchtstoffen, in einem polyvalenten
Konsummuster oder auch im Konsum hoch suchtpotenter
Drogen zeigte, so muss diese problemangemessen aufgearbeitet
sein, wobei auch hier die Drogenabstinenz ausreichend
lange und stabil nachzuweisen ist.

• Bei Bestehen einer Drogengefährdung ohne Anzeichen einer
fortgeschrittenen Drogenproblematik, muss ein ausreichend
nachvollziehbarer Einsichtsprozess einem dauerhaften Drogenverzicht
geführt haben.

• Ausschließlich bei gelegentlichem Cannabiskonsum ist zu
prüfen, ob bei fortbestehendem Konsum eine Verkehrsteilnahme
unter Drogeneinfluss zuverlässig vermieden werden kann.

• Sollten Defizite festgestellt werden, so ist zu prüfen, ob
diese durch einen Kurs zur Wiederherstellung der Fahreignung
nach § 70 FeV für drogenauffällige Kraftfahrer genügend
beeinflussbar sind. Voraussetzung hierfür ist u.a.,
dass keine Drogenabhängigkeit vorliegt.
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  #2  
Alt 24.10.2014, 19:44
raoulduke raoulduke ist offline
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Beiträge: 8
Standard 2. Teil

• Ferner dürfen im Zusammenhang mit früherem Drogenkonsum
keine organischen, psychiatrischen und/oder Anpassungsstörungen
vorliegen, die die Fahreignung ausschließen.

• Es bestehen keine verkehrsrelevanten Beeinträchtigungen der
geistigen oder psychisch-funktionalen Voraussetzungen.

Eine im Gesamtergebnis positive Verkehrsverhaltensprognose kann
nur dann gestellt werden, wenn alle für den Einzelfall relevanten
Merkmale des Veränderungsprozesses (Hypothesen wie oben dargestellt)
bestätigt werden können, also alle an den Untersuchten
zu stellende Anforderungen erfüllt sind. Die behördlichen Eignungszweifel
können nicht ausgeräumt werden, wenn mindestens eine
der für die Fragestellung zu stellenden Anforderungen nicht
erfüllt ist. Dies gilt auch dann, wenn der medizinische bzw. der
psychofunktionale Untersuchungsteil für sich genommen zu einer
günstigen Beurteilung kommen. Eine einzelne Hypothese trägt also
in solchen Fällen das Gesamtergebnis. Die Datenerhebung in der
psychologischen Exploration erfolgt bis zur Entscheidungsreife.


Gemäß Anlage 4a, Punkt 2b, der Fahrerlaubnis-Verordnung richtet
sich der Umfang des Gutachtens nach der Befundlage. Bei eindeutiger
Befundlage wird das Gutachten knapper, bei komplizierter
Befundlage ausführlicher erstattet.

Medizinischer Teil - Gutachter: Dr. med. ******** ****
In Vorbereitung auf die verkehrsmedizinische Untersuchung bearbeitete
Herr Offermanns schriftlich in einern Fragebogen "Fragen
zur verkehrsmedizinischen Untersuchung" mit persönlichen Angaben
zu seiner Gesundheitsvorgeschichte sowie einen Fragebogen "Verkehrsmedizinische Untersuchung - Zusatzbogen BTM".


Anamnesedaten

Es werden nur die Erkrankungen bewertet, die in unmittelbarem
Zusammenhang mit der behördlichen Fragestellung stehen (Anlassbezogenheit
nach Anlage 4a FeV).
Es werden demnach nur die Erkrankungen oder Sachverhalte benannt,
die entweder direkt mit der Fragestellung im Zusammenhang
stehen (können) oder die zur Entlastung des Untersuchten differenzialdiagnostisch in die Bewertung von Auffälligkeiten einbezogen
werden müssen.

Die Erhebung der gesundheitlichen Vorgeschichte ergab keine Hinweise
auf für die Fragestellung der Behörde relevante Erkrankungen.

Es besteht keine Dauermedikation, die zu einer Minderung der
psychophysischen Leistungsfähigkeit führen kann.

Eine frühere ärztliche Behandlung im Zusammenhang mit dem Konsum
von Betäubungsmitteln beziehungsweise einem Missbrauch von Alkohol
und Medikamenten wurde ausdrücklich verneint.

Angaben zum Alkoholkonsum:
Seit etwa 3-4 Monaten mit der Freundin bei Gelegenheit 2-3 Mal
im Monat meist Bier, 2-4 Gläser, 0,2-0,3 1, und einen Cocktail.
Zu Hause nie. Zuvor eigentlich noch seltener Alkohol getrunken.
Zum Betäubungsmittelkonsum wurde Folgendes angegeben:
Seit 03.2013 keinen Konsum mehr. Zuvor ohne Belastung drei bis
vier Tagen dann zwei bis drei Joints in der Wochen Cannabis geraucht,
bei Belastung, wie Trennung, auch mal jeden Tag.
Bei Konsumverzicht einige Tage leicht reizbar.


Ein Passivkonsum von Betäubungsmitteln, ein Konsum von Hanf- oder
Mohnprodukten und eine Einnahme von psychoaktiv wirkenden
Medikamenten in der letzten Zeit wurden verneint.

Es findet sich in der Anamnese kein Hinweis auf psychopathologische
Erkrankungen.

Untersuchungsbefunde

30-jähriger Mann in gutem Allgemein- und Ernährungszustand.
Gewicht: 71 kg bei einer Körpergröße von 189 cm.
Blutdruck: 140/80 mmHgi Puls: 84 Imin, regelmäßig.
Herz u. Lunge: unauffällig (keine Zeichen einer Herzmuskelschwäche,
keine Störung der Atmung)
Abdomen: Leber nicht vergrößert tastbar.
Haut: Keine bedeutsamen Auffälligkeiten, insbesondere
keine Stichverletzungen, Abszesse, Geschwüre oder
Narben im Verlauf der Gefäße.
Extremitäten: Keine relevanten Funktionseinschränkungen.
Nervensystem: Muskeleigenreflexe seitengleich auslösbar.
Vegetativum: unauffällig
Koordination: Finger-Nase: unauffällig
Finger-Finger: unauffällig
Einbeinstand bei
geschlossenen Augen: unauffällig
Seiltänzergang: unauffällig

Pupillen: mittelweit, Reaktion auf Licht prompt

Die anlassbezogene orientierende Erhebung erbrachte keine psychopathologischen Befunde oder Hinweise auf eine psychische Erkrankung.

Urinabgabe:
Die Gewinnung des Materials für die Untersuchung auf Betäubungsmittel
oder Betäubungsmittelabbauprodukte erfolgte in Anlehnung an die Beurteilungskriterien.


Urinanalyse:
Die Untersuchungen wurden mit Hilfe der Hochdruckflüssigkeitschromatographie/Tandem-Massenspektrometrie (LC-MS-MS) durchgeführt. Die Auswahl der Substanzen und die Cut-off-Werte entsprechen den Beurteilungskriterien (CTU) zur Fahreignungsdiagnostik
(2. Auflage Januar 2009). Das Labor nimmt regelmäßig und mit Erfolg
an Ringversuchen (GTFCh) teil und ist nach DIN ISO 17025
für forensische Zwecke akkredidiert.

In der Spalte Analyseergebnis sind die Negativ-/Positiv- Entscheidungsgrenzwerte (Cut-off-Werte) angegeben. Ein Ergebnis
"negativ" bedeutet, der Messwert ist kleiner als der Cut-off-
Wert.


Substanz Analyseergebnis Cut-off-Wert
Opiate (Morphin, Codein, Di- Negativ 25 ng/ml
hydrocodein)
Cannabinoide (THC-COOH) Negativ 10 ng/ml
Cocain (Benzoylecgonin) Negativ 30 ng/ml
Amphetamine (Amphetamin, Me- Negativ 50 ng/ml
thamphetamin, MDMA, MDA, MDEA)
Benzodiazepine (Nordazepam, Negativ 50 ng/ml
Oxazepan, Hydroxy-Alprazolam,
Bromazepam, 7-Amino-
Flunitrazepam, Lorazepam)
Methadon (EDDP) Negativ 50 ng/ml
Creatinin 78,87 mg/dl > 20 mg/dl


Das Creatinin ist ein Endprodukt des Energiestoffwechsels der
Muskulatur. Es wird mit dem Urin aus dem Körper ausgeschieden.
Ein normaler Creatininwert spricht gegen eine Manipulation der
Urinanalyse durch erhöhte Flüssigkeitsaufnahme. Für die Anerkennung
als Abstinenzkontrolle muss der Creatinin-Wert über 20 mg/dl liegen.

Vorgelegte Befunde
Bescheinigung von Dekra e.V. Dresden, Essen, vom 16.05.2014 über
die Ergebnisse einer Haaranalyse. Am 30.04.2014 wurden 11 cm
Haare der kopfnahen Seite entnommen (untersuchte Haarlänge 11
cm) und auf Cannabinoide, Opiate, Kokain, Amphetamine, Methadon
und Benzodiazepine untersucht. Die Entnahme und polytoxikologische
Analyse erfolgten nach den CTU-Kriterien der Beurteilungskriterien
in der geltenden Fassung. Das Labor ist nach DIN ISO
EN 17025 für forensische Zwecke akkreditiert.
Analysemethode: LC-MS-MS
Rückstellprobe: liegt vor

Diese Verfahren beinhalten für die untersuchten Substanzen diefolgenden Cut-off-Werte (analytischer Begriff für die Substanzmenge,
ab der ein Befund als positiv zu bewerten ist) :
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  #3  
Alt 24.10.2014, 19:45
raoulduke raoulduke ist offline
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Substanz: Grenzwert (Cut-off-Wert)
Opiate (u.A. 6-Monoacethylmorphin) 0,1 ng/mg
andere Opioide (u. A. Methadon) 0,1 ng/mg
Kokain 0,1 ng/mg
Amphetamin und Designer-Amphetamin 0,1 ng/mg
Cannabinoide 0,02 ng/mg
Benzodiazepine 0,05 ng/mg


Die Analyse erbrachte keinen Nachweis von Drogenrückständen.

Bei einem mittleren Wachstum der Haare von ca. 1 cm pro Monat
entspricht dies einem nachgewiesenen Abstinenzzeitraum von insgesamt
11 Monaten (von Mai 2013 bis April 2014).

Die vorgelegten Befunde entsprechen den Anforderungen der geltenden
CTU-Kriterien. Sie sind fachkundig erstellt worden, aussagekräftig
und forensisch verwertbar.

Bescheinigung von Dekra e.V. Dresden, Essen, vom 23.06.2014 über
die Ergebnisse einer Haaranalyse. Am 05.06.2014 wurden 5 cm Haare
der kopfnahen Seite entnommen (untersuchte Haarlänge 5 cm)
und auf Cannabinoide, Opiate, Kokain, Amphetamine, Methadon und
Benzodiazepine untersucht. Die Entnahme und poly toxikologische
Analyse erfolgten nach den CTU-Kriterien der Beurteilungskriterien
in der geltenden Fassung. Das Labor ist nach DIN ISO EN
17025 für forensische Zwecke akkreditiert.
Analysemethode: LC-MS-MS
Rückstellprobe: liegt vor

Diese Verfahren beinhalten für die untersuchten Substanzen die
folgenden Cut-off-Werte (analytischer Begriff für die Substanzmenge,
ab der ein Befund als positiv zu bewerten ist) :


Substanz: Grenzwert (Cut-off-Wert)

Opiate (u.A. 6-Monoacethylmorphin) 0,1 ng/mg
andere Opioide (u. A. Methadon) 0,1 ng/mg
Kokain 0,1 ng/mg
Amphetamin und Designer-Amphetamin 0,1 ng/mg
Cannabinoide 0,02 ng/mg
Benzodiazepine 0,05 ng/mg


Die Analyse erbrachte keinen Nachweis von Drogenrückständen.
Bei einem mittleren Wachstum der Haare von ca. 1 cm pro Monat
entspricht dies einem nachgewiesenen Abstinenzzeitraum von insgesamt
5 Monaten (von Januar 2014 bis Juni 2014).

Die vorgelegten Befunde entsprechen den Anforderungen der geltenden
CTU-Kriterien. Sie sind fachkundig erstellt worden, aussagekräftig
und forensisch verwertbar.

Psychologischer Teil
Gutachter: Dipl.-Psych. **** *******
Allgemeine Angaben


Mit Unterstützung durch eine anlassbezogene schriftliche Befragung
wurden persönliche Daten erfragt, die die allgemeine und
die berufsbezogene Lebenssituation des Untersuchten betreffen
sowie ein Fragebogen zum Drogenkonsum. Die entsprechende Information
diente dazu, mögliche Rahmenbedingungen kennenzulernen,
die gemäß fachwissenschaftlicher Erfahrungen für die Beantwortung
der behördlichen Fragestellung von Bedeutung sein können.
Wie vorn unter Bezug auf die Fahrerlaubnisverordnung bereits angegeben,
werden nachstehend persönliche Daten zur Lebenssituation
im Gutachten nur dann wiedergegeben, wenn sie für die Beantwortung
der Fragestellung von Bedeutung sind. Folgende Fragebögen
wurden von Herrn Offermanns bearbeitet: "Fragen zur Person",
"Fragen zum Drogenkonsum".


Verkehrserfahrung

Hinsich'tlich seiner Verkehrs erfahrungen teilte Herr Offermanns
mit, dass er seit 2002 im Besitz einer Fahrerlaubnis der Klasse
B war. Insgesamt habe er etwa 400.000 km aktiv am Straßenverkehr
teilgenommen und in den letzten 12 Monaten des Fahrerlaubnisbesitzes
etwa 30.000 km zurückgelegt.

Exploration


Zur Erfassung der persönlichkeitsspezifischen Faktoren der individuellen
Rückfallwahrscheinlichkeit wurde anlassbezogen eine
eingehende psychologische Exploration durchgeführt. Dabei handelt
es sich um ein diagnostisches Gespräch mit dem Untersuchten
zur Vorgeschichte und den jetzt vorherrschenden Einstellungen
und Verhaltensbereitschaften, das sowohl zur Ergänzung der übrigen
Untersuchungsbefunde dient als auch zur Erhebung eigenständig
interpretierbarer Befunde. Dem Untersuchungsanlass entsprechend
wurde die Deliktvorgeschichte besprochen.
Um festzustellen, inwieweit das in der Vergangenheit gezeigte
Fehlverhalten auch für die Zukunft bedeutsam sein wird, wurden
die grundsätzlichen Einstellungen zum Drogenkonsum und zur Deliktvorgeschichte
sowie zur Einhaltung gesetzlicher Bestimmungen
allgemein analysiert.
Im Rahmen der anlassbezogenen Exploration werden nur solche Bereiche
berührt, die gemäß den heute vorliegenden Forschungsergebnissen
für die Prognose von Bedeutung sind. Der Ablauf des
Untersuchungsgesprächs muss sich nach den individuellen Besonderheiten
des jeweiligen Falls richten, sodass sowohl die Zeitdauer
als auch die Art der Fragen notwendigerweise variabel
sind.
Die Angaben wurden schriftlich und zum Teil wörtlich protokolliert.
Gegebenenfalls werden nachfolgend auch Daten aus der
schriftlichen Befragung mit dargestellt.
Das Untersuchungsgespräch dauerte von 12:40 Uhr bis 13:30 Uhr.

Zur Person:

Herr ******, am Untersuchungstag 30 Jahre alt, lebe seit August
2013 in einer festen Beziehung und habe keine Kinder. Er
habe die Hauptschule mit der mittleren Reife abgeschlossen und
eine Ausbildung zum Kaufmann für Spedition und Logistikdienstleistung
begonnen. Wegen mangelnder Pünktlichkeit habe er diese Ausbildung jedoch nicht beenden können. Seit 2010 sei er als ****** in der Firma seines Vaters beschäftigt, seit Juli 2013 sei er zudem selber selbstständig im Bereich ****** u. Ä. Bei seinem Vater habe er immer noch Arbeit, wenn er selber keine eigenen Aufträge habe. In seiner Freizeit treibe Herr ****** gerne Sport, er mache Fitness und Kampfkunst. Außerdem verbringe er gerne Zeit mit seiner Freundin.

Im Oktober 2008 habe es beim TÜV in Düsseldorf ein Vorgutachten
wegen Verkehr gegeben. Das sei positiv geworden, weil er sein
Verhalten im Straßenverkehr geändert habe.


Zu den Delikten:

13.07.2005:
Er sei mit Freunden und seiner Freundin bei sich gewesen. Sein
Freund habe den letzten Bus verpasst und habe ihn gefragt, ob er
ihn fahren könne. Er habe ca. 2 Stunden vorher einen Joint mit
0,2 oder 0,3 g Marihuana konsumiert. Er sei dann in eine allgemeine
Kontrolle gekommen.

(Laut toxikologischem Gutachten sei ein geringfügiger Amphetaminkonsum
nicht ausgeschlossen gewesen.)
Er habe das mal ausprobiert. Er habe gemerkt, dass es nichts für
ihn gewesen sei. Er denke, er habe an dem Tag mittags was probiert.
Es sei nicht so gut gewesen und es habe ihm auch nicht
wirklich was gebracht.

(Ob er sich berauscht gefühlt habe?
Nicht aktuell, aber er habe sich nicht ganz fit gefühlt.


07.02.2012:
Er sei bei Freunden gewesen und nach Hause gefahren. Weil er zuhause
nicht habe rauchen können, habe er im Dorf auf dem Parkplatz
gehalten und einen Joint geraucht. Er habe dort noch etwas
stehen wollen, sei dann aber von der Polizei kontrolliert worden.
Da sei nichts gewesen. Da er die Befürchtung gehabt habe,
die Polizei komme nochmal, sei er losgefahren. Die Polizei hätte
aber woanders gestanden und sei ihm dann gefolgt. Er sei dann erneut kontrolliert worden, dabei sei Cannabis gerochen worden.
Da habe er sich auch noch berauscht gefühlt.
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  #4  
Alt 24.10.2014, 19:47
raoulduke raoulduke ist offline
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Beiträge: 8
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(Wie er die Trennung normalerweise gehandhabt habe?)
Er habe versucht, erst nach dem akuten Rausch wieder zu fahren,
ca. 2 Stunden danach. Heute wisse er, dass er ja auch später
noch beeinflusst sei.



Zum Drogenkonsum:
(Wann es zum ersten Kontakt gekommen sei?)
Das sei mit 18 Jahren gewesen, er sei auf der Höheren Handelsschule
und habe dort jemanden kennengelernt, der konsumiert habe.
Das erste Mal sei komisch gewesen, aber er habe viel gelacht.
Er sei dann mit in dessen Freundeskreis und habe regelmäßig
3-4 Mal in der Woche mit denen zusammen konsumiert. Meist
habe er gemeinsam mit denen konsumiert, er habe damals noch bei
seinem Vater gewohnt. Der habe das auch mal mitbekommen und habe
es nicht so gut gefunden, habe aber gemeint, solange er es im
Griff habe, sei es okay. So habe er dann konsumiert bis 2005,
bis zu der ersten Auffälligkeit. Dann habe er eine Freundin gehabt,
die Druck gemacht habe, und er habe nur noch alle 4 Wochen
konsumiert.

(Ob er mal eine Pause gemacht habe?)
6 Monate vor der Haaranalyse, danach habe er nur noch ein paarmal
geraucht. Dann habe er vor der MPU noch einmal 3 Monate Pause
gemacht.

(Ob ihm das leichtgefallen sei?)
Schon. Trotzdem habe er hin und wieder daran gedacht.

(Warum er wieder angefangen habe?)
Nicht lange nach der MPU habe die Beziehung gekriselt. Es habe
mehr Streit gegeben, es sei zum Rausschmiss gekommen. Da habe er
sich mit seihen alten Freunden getroffen und mit denen wieder
konsumiert, erst einmal im Monat etwa bis Ende 2009, dann 3-4
Mal in der Woche. So sei es dann bis zur 2. Auffälligkeit gegangen.
Direkt nach der Trennung habe er auch mal einen Monat fast
täglich konsumiert, da sei es ihm richtig schlecht gegangen. In
2010 habe er dann die Ausbildung verloren, er habe drogenbedingt
verschlafen. Auch da habe er wieder einen Monat fast täglich
konsumiert.

(Wie es mit anderen Drogen gewesen sei?)
Er habe Amphetamin ausprobiert, 3 oder 4 Mal, aber es habe ihm
nicht gefallen, der Rausch, und er habe Leute gesehen, die das
länger gemacht hätten, so habe er nicht werden wollen. Sonst habe
er keine anderen Drogen probiert.

(Wie es mit Alkohol gewesen sei?)
Sehr sporadisch zu Anlässen ca. 6 Mal im Jahr, bis Anfang dieses
Jahres. Dann habe er eine 2-monatige Trinkpause gemacht, aber in
den letzten Monaten habe er mit seiner Freundin und deren Freunden
öfter, 1-3 Mal im Monat, etwas getrunken.

(Wie viel?)
2-4 Bier a 0,2 oder 0,3 1 oder auch mal einen Cocktail. Die Menge
habe er früher auch schon getrunken. Mit Alkohol sei er immer
sehr vorsichtig gewesen, ein Mischkonsum von Drogen und Alkohol
habe nicht stattgefunden, da sei er vor gewarnt worden.

(Ob er mal negative Erfahrungen im Zusammenhang mit dem Drogenkonsum
gemacht habe?)
Körperlich habe er keine Probleme gehabt. Sonst habe er aber öfter
mal verschlafen, Dinge vernachlässigt und sein Kurzzeitgedächtnis
sei schlecht gewesen.

(Wie er darüber gedacht habe?)
Er habe es nicht so gravierend gefunden.

(Ob er mal versucht habe, etwas zu ändern?)
Er habe geschaut, dass es nicht überhandnehme.

(Und nach der ersten Fahrt?)
Es habe ihm zu gut gefallen. Er habe ja auch immer noch Kontakt
zu den Kifferfreunden gehabt. Er sei noch jung gewesen und habe
gedacht, es werde schon.

(Welche Wirkung er habe erzielen wollen?)
Er habe seine Probleme besser verdrängen können, mit der Freundin,
mit den Schulden.

(Warum er damals nicht anders damit umgegangen sei?)
Es sei der einfachste Weg gewesen.

(Trotz der negativen Erfahrungen?)
Das könne er sich selber nur schwer erklären.

(Was ihm damals gefehlt habe?)
Mehr Halt in der Familie. Seine Mutter lebe in den USA. Mit 16
seien seine Großeltern gestorben. Da sei es so auseinandergebrochen.
Seine Mutter sei weggezogen, sein Vater habe eine schreckliche
Frau gehabt.

(Was das verändert habe?)
Er wäre ein glücklicher Mensch gewesen.

(Er möge das erläutern.)
Sein Vater habe das nicht so gekonnt, das gefühlsmäßige um einen
kümmern.

(Was er selber hätte anders machen können?)
Er hätte sich mal auf den Hosenboden setzen sollen, die Probleme
anpacken sollen.

(Warum er das nicht gemacht habe?)
Er habe das als Flucht vor Problemen wahrgenommen, irgendwie unüberwindbar.
Er habe sich gar keine Gedanken gemacht.

(Ob er das aus anderen Lebensbereichen kenne, den einfachsten
Weg zu nehmen?)
Ja, aus der Schule, da habe er möglichst wenig gelernt.

(Wie er sich das erkläre?)
Er sei mit 10 mit seiner Mutter nach München gezogen. Da sei es
schulisch bergab gegangen. Er sei dann aufs Gymnasium, danach
nach Amerika und zurück auf die Realschule. Dann sei er zum Vater
gezogen und auf die Hauptschule gekommen. Es habe ihn nicht
glücklich gemacht, immer wieder ein Leben zurückzulassen, von
der Familie in Neuss und Düsseldorf getrennt zu sein.

(Wo er die Hintergründe sehe?)
Er sei noch nicht so vernünftig gewesen.

(2012 sei er 28 gewesen.)
Vielleicht alt, aber nicht vernünftig.

Überlegungen zur Vermeidung weiterer Auffälligkeiten:

(Wie es nach der Auffälligkeit weitergegangen sei?)
Erstmal habe er noch weitergemacht, er habe seine letzte Ex-
Freundin kennengelernt, er sei verliebt und glücklich gewesen.
Sie habe nicht geraucht und nicht gekifft. Da habe er im März
2013 aufgehört, erstmal. Nach 2,5 Monaten sei er ohne Führerschein
angehalten worden, bis dahin habe er das relativ locker
gesehen, aber das sei ein totaler Schock gewesen. Da sei ihm
klar gewesen, er müsse etwas ändern. Kurz darauf habe seine
Freundin Schluss gemacht und gemeint, er müsse mal vernünftig
werden, auch wegen der Lebensplanung. Da habe er wirklich etwas
verändern wollen.

(Ob er nie wieder konsumieren wolle?)
Nein.

(Was gegen einen gelegentlichen Konsum spreche?)
Es sei da das Risiko, in alte Verhaltensmuster' zurückzufallen.
Es bremse ihn. Für die Familie sei es wichtig, klar zu sein. Er
wolle auch eine Familie haben, und da passe das nicht zu.

(Was sich geändert habe?)
Er habe sich selbstständig gemacht, wenn er keine Aufträge habe,
dann arbeite er in der Firma seines Vaters. Dort bekomme er auch
verantwortungsvollere Aufgaben. Er mache viel Sport und habe
durch seine Freundin einen neuen Freundeskreis. Er sei das erste
Mal richtig glücklich. Das solle auch so bleiben.
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  #5  
Alt 24.10.2014, 19:49
raoulduke raoulduke ist offline
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Standard

(Wie er mit Problemen umgehe?)
Er stelle sich denen sofort. Z. B. zahle er Rechnungen sofort.

(Warum er das heute könne?)
Er habe gelernt, das ohne Drogen so zu machen, dass es mehr
bringe als davonzulaufen.

(Was sich in ihm geändert habe?)
Er habe sich, nachdem seine Ex Schluss gemacht habe, vorgenommen,
sein Leben in allen Bereichen korrekt zu machen. Er habe
gesehen, dass das schaffbar sei.

(Was kritische Situationen im Sinne einer Rückfallgefahr sein
könnten?)
Er könne sich nicht vorstellen, dass es etwas gäbe, wodurch er
rückfällig werde. Er habe ja gesehen, dass es nichts bringe.

(Ob er sich keine Situation vorstellen könne?)
Er sei so felsenfest davon überzeugt, dass ihn nichts rückfällig
werden lasse, er habe es 18 Monate lang geschafft, selbst wenn
sich seine Freundin trenne, würde er nicht kiffen, aber das werde
wahrscheinlich nicht passieren.

(Ob er noch etwas ergänzen wolle?)
Nein.

Nach eigenen Angaben waren zum Zeitpunkt der Untersuchung weder
in Hinblick auf Bußgelder, in strafrechtlicher oder anderer Hinsicht
Verfahren anhängig.

Vorgelegte Befunde

Es wurden auch auf Nachfrage keine Befunde vorgelegt.


Psychophysische Funktionsprüfung:

Da zur Beantwortung der behördlichen Fragestellung auch die
Leistungsvoraussetzungen für das Führen von Kraftfahrzeugen zu
prüfen waren, wurden im Rahmen der verkehrspsychologischen Eignungsuntersuchung
die nachstehend aufgeführten Testverfahren des
Testsystems Corporal am Computer als Testbatterie durchgeführt.
Das Testmaterial besteht allgemein aus einem "Corporalswinkel"
(einer Figur aus drei ineinander gesetzten Winkeln) und einem
Kreuz aus ineinander gesetzten Winkeln. Das Kreuz kann am Bildschirm
oben, links, rechts oder unten erscheinen. Der Winkel
kann ebenfalls am Bildschirm oben, links, rechts oder unten erscheinen
und außerdem nach oben, links, rechts oder unten zeigen.
Zu reagieren ist immer auf die Lokation (Lage der Figur)
oder/und die Orientierung (Richtung, in die der Winkel zeigt).
Auf einem Antwortgerät mit 4 Tasten ist die jeweils richtige
Taste für oben, links, rechts oder unten zu drücken.
Als Leistungsmaß ("Roh1.rJert") wird eine Kombination aus Sorgfalts-
und Schnelligkeitswert, der Leistungskennwert, verwendet.
Dieser errechnet sich aus der Anzahl richtiger Reaktionen pro
Sekunde, multipliziert mit dem Anteil richtiger Reaktionen. Damit
wird die Kombination beider Variablen durch die Sinnhaftigkeit
der Reaktionen gewichtet.
Das normierte Testergebnis wird - in Abweichung von den "Begutachtungs-
Leitlinien zur Kraftfahrereignung" - hier als T-Wert
angegeben. Im Unterschied zum dort bevorzugten Prozentrangwert
ist die T-Skala eine metrische Skala der transformierten Messwerte
und bietet hinsichtlich der Testfairness den Vorteil, dass
die bei jedem Messverfahren angebbare Messtoleranz auch hier berechenbar
ist. Diese sollte nicht der Testperson angelastet werden.
Deshalb wird das speziell erreichte Testergebnis zusammen
mit der Messtoleranz CL(T) als T±CL(T) angegeben.
Ein T-Wert von T=20 steht für die geringste, T=80 für die bestmögliche
Leistung. Der so genannte "Normalbereich" ist als Mittelwert
plus/minus Standardabweichung (T=50±10) eindeutig definiert.
T-Werte zwischen 40 und 60 stehen somit für eine durchschnittliche
Leistung.

Die erreichte Testleistung gilt als hinreichend, wenn beim Leistungskennwert T+Cl(T)=40 erreicht bzw. überschritten wird.


Bei zu hoher Fehlerzahl (TpR (pR=Anteil richtiger Reaktionen)
~35+Cl(T)) wird der Leistungskennwert (L) nicht berechnet, und
der jeweilige Test gilt dann als nicht bestanden.

Es wurden durchgeführt:

Corpora 1 InterOr - Test zur Erfassung der selektiven Aufmerksamkeit
Diagnostizierbare Bereiche: Visuelle selektive Aufmerksamkeit,
Konzentrationsfähigkeit.
Aufgabenbeschreibung: Der Winkel erscheint am Bildschirm oben,
links, rechts oder unten (Lokation) und zeigt unabhängig davon
nach oben, links, rechts oder unten (Orientierung). Zu reagieren
ist auf die Orientierung der Figuren. Der Test enthält 128 Aufgaben.

Corporal DualC - Test zur Erfassung der verteilten Aufmerksamkeit

Diagnostizierbare Bereiche: Visuelle verteilte Aufmerksamkeit,
Orientierungsfähigkeit.
Aufgabenbeschreibung: Der Winkel erscheint am Bildschirm oben,
links, rechts oder unten (Lokation) und kann unabhängig davon
nach oben, links, rechts oder unten zeigen (Orientierung). Eine
zweite Figur, das Kreuz, befindet sich auf der gegenüber liegenden
Seite. Zu reagieren ist zuerst auf die Orientierung des Winkels,
dann auf die Lokation des Kreuzes. Der Test enthält 64
Aufgaben.

Testresultate (Leistungskennwert) T-Wert ± Cl(T)
(Gesamtnorm)
68 ±3
63 ±2
InterOr
DualC
Zusammenfassende Befundwürdigung
Im Rahmen der verkehrsmedizinischen Begutachtung ergaben sich
keine Hinweise auf für die Kraftfahreignung bedeutsame Erkrankungen
oder Funktionseinschränkungen sowie keine Hinweise auf
Drogenkonsumfolgeschäden.
Am Tag der Begutachtung lagen die Laborwerte im Normbereich.
Die vorgelegte Labordiagnostik belegt eine Abstinenz für einen
Zeitraum von insgesamt 12 Monaten.

Die Abklärung der psychophysischen Leistungsvoraussetzungen hinsichtlich
möglicher Leistungsmängel in den verkehrsrelevanten
Leistungsdispositionen selektive und verteilte Aufmerksamkeit
ließ bei Herrn ****** ein normgerechtes Leistungsbild erkennen.
Im Einklang mit unseren sonstigen Befunden ist davon auszugehen,
dass fragestellungsrelevante Leistungsbeeinträchtigungen
bei Herrn ****** nicht vorliegen.

Zu den prognostisch relevanten Aspekten ist aus verkehrspsychologischer
Sicht Folgendes festzuhalten:

Die hier von Herrn ****** gemachten Angaben waren in den wesentlichen
Punkten frei von inhaltlichen Widersprüchen. Er zeigte
eine ausreichende geistige Flexibilität und reagierte angemessen
auf die gestellten Fragen. Wir sehen darüber hinaus keine Veranlassung,
die Glaubwürdigkeit von Herrn ****** generell in Zweifel zu ziehen; denn im diagnostischen Gespräch dominierten Merkmale, die für die Echtheit des Kommunikationsverhaltens sprechen. Er verhielt sich im Gespräch offen und zugewandt.

Aufgrund der vorliegenden Informationen zum Konsumverhalten ist
davon auszugehen, dass sich bei Herrn ****** eine fortgeschrittene
Drogenproblematik entwickelt hat, die eine stabile Drogenabstinenz
notwendig macht. Die Drogenauffälligkeit im Straßenverkehr
muss als Begleiterscheinung dieses Problems gesehen werden.
Hinweise auf eine solche Problematik ergeben sich aus folgenden
Sachverhalten:
- Bei den Konsummotiven spielt die Entlastung oder das Erzielen
einer wohltuenden Wirkung eine wesentliche Rolle.
- Trotz besorgter oder vorwurfsvoll kritischer Reaktionen auf
seine Konsumgewohnheiten aus dem Umfeld wurde der Drogenkonsum
beibehalten.
- Herr ****** führte ein Kfz, obwohl er für sich erkennbar
noch unter Rauscheinwirkung stand.
- Wirklich ernsthafte Versuche, Abstinenz einzuhalten, sind gescheitert.

Herr ****** gab an, letztmalig vor im März 2013 Drogen konsumiert zu haben. Er sieht ein, dass für ihn ein konsequenter Verzicht
auf Drogenkonsum notwendig ist. Er hat daher den Vorsatz gefasst,
auch zukünftig dauerhaft und konsequent auf den Konsum von Drogen zu verzichten.
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  #6  
Alt 24.10.2014, 19:50
raoulduke raoulduke ist offline
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Registriert seit: 24.10.2014
Beiträge: 8
Standard

Herr ****** hat zur Überwindung seiner Problematik kein fachliche
Hilfestellung in Anspruch genommen. Gutachterlich war darüber
hinaus zu prüfen, inwiefern die der Drogenproblematik zu Grunde liegenden Bedingungen erkannt, bearbeitet und überwunden werden konnten.

Im vorliegenden Fall ist noch nicht davon auszugehen, dass sich
Herr ****** mit den persönlichen bzw. lebensgeschichtlichen
Hintergründen seiner Drogenproblematik in ausreichendem Maße auseinandergesetzt hat.

Es ist Herrn ****** noch nicht gelungen, die in der Person
liegenden Ursachen und Hintergründe seiner Problematik zu erkennen
und aufzuarbeiten. So führt Herr ****** biographische Ereignisse,
wie Umzüge, aber auch mangelnde Unterstützung als Erklärung
seines Drogenkonsums an. Offen bleibt dabei jedoch, welche in der
Person liegenden Bedingungen die Drogenproblematik dabei begünstigt
haben. Seine Erkenntnisse verbleiben daher insgesamt noch zu
sehr an der Oberfläche.

Er habe seine Probleme besser verdrängen können, mit der Freundin,
mit den Schulden. (Warum er damals nicht anders damit umgegangen
sei?) Es sei der einfachste Weg gewesen. (Trotz der negativen Erfahrungen?)
Das könne er sich selber nur scbwer erklären. (Was ihm damals gefehlt habe?) Mehr Halt in der Familie ...Sein Vater habe das nicht so gekonnt, das gefühlsmäßige um einen kümmern. (Was er selber hätte anders machen können?) Er hätte sich mal auf den Hosenboden setzen sollen, die Probleme anpacken sollen. (Warum er das nicht gemacht habe?) Er habe das als Flucht vor Problemen wahrgenommen, irgendwie
unüberwindbar. Er habe sich gar keine Gedanken gemacht ... Es
habe ihn nicht glücklich gemacht, immer wieder ein Leben zurückzulassen,
von der Familie in Neuss und Düsseldorf getrennt zu sein.


Günstig zu bewerten ist, dass Herr ****** inzwischen zumindest
in ersten Ansätzen neue Einstellungen und Verhaltensweisen erarbeitet
hat, um mit Problemen oder emotionalen Belastungen angemessen
umgehen zu können.

Er habe sich selbstständig gemacht, wenn er keine Aufträge habe,
dann arbeite er in der Firma seines Vaters. Dort bekomme er auch
verantwortungsvollere Aufgaben. Er mache viel Sport und habe durch
seine Freundin einen neuen Freundeskreis. Er sei das erste Mal richtig
glücklich. Das solle auch so bleiben. (Wie er mit Problemen umgehe?)
Er stelle sich denen sofort. Z. B. zahle er Rechnungen sofort.
(Warum er das heute könne?) Er habe gelernt, das ohne Drogen so zu machen, dass es mehr bringe als davonzulaufen.



Dennoch muss aus heutiger Sicht offen bleiben, ob der Drogenverzicht
auch längerfristig beibehalten werden kann, da sich Herr ****** noch nicht mit der Gefahr eines Rückfalls auseinander gesetzt hat. Kritische Situationen sowie Strategien zum Umgang mit diesen hat er daher noch nicht erarbeitet.

(Was kritische Situationen im Sinne einer Rückfallgefahr sein könnten?)
Er könne sich nicht vorstellen, dass es etwas gäbe, wodurch er
rückfällig werde. Er habe ja gesehen, dass es nichts bringe. (Ob er
sich keine Situation vorstellen kdnne?) Er sei so felsenfest davon
überzeugt, dass ihn nichts rückfällig werden lasse, er habe es 18
Monate lang geschafft, selbst wenn sich seine Freundin trenne, würde
er nicht kiffen, aber das werde wahrscheinlich nicht passieren.



Auch wenn sich eine günstige Entwicklung abzeichnet, kann in der
Gesamtschau noch keine positive Prognose erfolgen: Bei Herrn ******
kann also insgesamt noch nicht auf eine dauerhaft tragfähige
Abstinenzmotivation - weil abgeleitet aus einer wirklich tiefer
gehenden Aufarbeitung der eigenen Drogenproblematik - geschlossen
werden.

Es ist aus psychologischer Sicht noch nicht auszuschließen, dass
er nur eine längere Konsumpause durchläuft, nach deren Ende es
erneut zu einem Drogenkonsum kommen wird.

Wir sehen keine Möglichkeit, die Voraussetzungen für eine angepasste
Teilnahme am motorisierten Straßenverkehr durch einen Kursus zur Wiederherstellung der Kraftfahreignung nach § 70 FeV zu verbessern; die dargestellten Eignungsmängel ergeben sich aus verschiedenen Problembereichen, so dass sie von den Kursen, die sich auf den Verhaltensbereich "Drogenkonsum und Fahren" beschränken,
nicht vollständig erfasst werden.


Abschließende Stellungnahme:

Im Rahmen der verkehrsmedizinischen Begutachtung fanden sich
keine Auffälligkeiten im Sinne der behördlichen Fragestellung.

Anzeichen für fahreignungsrelevante psychophysische Leistungsbeeinträchtigungen lagen ebenfalls nicht vor.

Nach den hier erhobenen Befunden aus Vorgeschichtsanalyse und
Exploration kann noch nicht davon ausgegangen werden, dass sich
Herr ****** hinreichend offen und kritisch mit seiner Drogenproblematik
auseinander gesetzt hat. Eine stabile Bewältigung der früher akuten Drogenproblematik konnte noch nicht erreicht werden.

Beantwortung der Fragestellung:

Es ist nicht davon auszugehen, dass der Untersuchte den Konsum
von Cannabis/Marihuana und das Führen von Kraftfahrzeugen ausreichend
und sicher trennen kann.


Empfehlung

Die folgende Empfehlung richtet sich an Herr ****** persönlich
und sollte daher nicht Gegenstand einer behördlichen Auflage
sein. Sie erhöht seine Chance, die jetzt noch bestehenden
Bedenken bei einer späteren Begutachtung auszuräumen.

Wir empfehlen Herrn ****** fachtherapeutische Hilfe in Anspruch
zu nehmen, um in den genannten Problembereichen ein wirklich
tiefgreifende Aufarbeitung zu erreichen.

Zum Nachweis der Drogenabstinenz empfehlen wir Herrn ******
weiterhin, chemisch-poly toxikologische Urinuntersuchungen auf
Drogen über das gesamte Drogenspektrum innerhalb eines festgelegten
Zeitraumes durchführen zu lassen. Zu den Urinuntersuchungen
sollte Herr ****** in unregelmäßigen Abständen, kurzfristig
und unvorhersehbar einbestellt werden. Der Urin ist unter
Sichtkontrolle zu asservieren.
Alternativ sind Haaranalysen von jeweils höchstens 6 cm denkbar.

Die Analysen sind in einem Labor durchzuführen, das nach DIN ISO
EN 17025 für forensische Zwecke akkreditiert ist und den Ansprüchen
moderner Qualitätssicherung genügt.

Nur wenn die genannten Bedingungen vom jeweiligen Untersucher
bestätigt werden können, werden die Befunde anerkannt.

Der Erfolg ist durch eine erneute Untersuchung in einer Begutachtungsstelle für Fahreignung (BfF) nachzuweisen.


ENDE
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  #7  
Alt 24.10.2014, 20:32
Holzwurm09 Holzwurm09 ist offline
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(Was kritische Situationen im Sinne einer Rückfallgefahr sein könnten?) Er könne sich nicht vorstellen, dass es etwas gäbe, wodurch er rückfällig werde. Er habe ja gesehen, dass es nichts bringe. (Ob er sich keine Situation vorstellen kdnne?) Er sei so felsenfest davon überzeugt, dass ihn nichts rückfällig werden lasse, er habe es 18 Monate lang geschafft, selbst wenn sich seine Freundin trenne, würde er nicht kiffen, aber das werde wahrscheinlich nicht passieren.

Das kommt garnicht.
Vorstellen können solltest es dir. Schön das deine Freundin dich so liebt und du sie bestimmt auch.
Was wenn sie stirbt bist da nicht total am Ende,verzweifelt?
Musst ein Plan B haben wo du Hilfe suchen kannst.iwas was dich trotz sowas aufbaut u.d stabil hält.egal ob Freundin oder sonst was.
Und sorry wegen dem Sterben
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  #8  
Alt 24.10.2014, 20:51
Holzwurm09 Holzwurm09 ist offline
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Dennoch muss aus heutiger Sicht offen bleiben, ob der Drogenverzicht auch längerfristig beibehalten werden kann, da sich Herr ****** noch nicht mit der Gefahr eines Rückfalls auseinander gesetzt hat. Kritische Situationen sowie Strategien zum Umgang mit diesen hat er daher noch nicht erarbeitet

Da steht in ihren Worten nochmal was ich geschrieben hab.
Daran musst arbeiten.
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  #9  
Alt 24.10.2014, 20:54
raoulduke raoulduke ist offline
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Beiträge: 8
Standard

Hallo Holzwurm,

erstmal vielen Dank für deine Antwort!

Heute würde ich auf diese Frage auch anders antworten. Ich würde sagen dass kritische Situationen sein könnten, wenn ich große Probleme habe. Wenn ich Lust hätte zu kiffen würde ich mit Freunden und Familie darüber sprechen. Wenn es trotzdem so weit kommen sollte dass ich kiffe, würde ich zu einer Drogenberatung gehen und versuchen meine Abstinenz einfach weiter zu betreiben.

Am Ende des psychologischen Gesprächs sagte mir die Psychologin schon: "Ich war sehr zufrieden mit unserem Gespräch, Sie waren sehr offen, bla bla bla, aber da sie mir keine Strategie zur Erkennung und Vermeidung eines Rückfalls nennen konnten, wird das Gutachten negativ werden." So der ungefähre Wortlaut.

Aber in der schriftlichen Begründung des negativen Gutachtens wirkt es auf mich so als wäre das nicht das Einzige was ihr nicht gefallen hat.

Achso und brauchst dich nicht entschuldigen! Weiß ja wie du das meinst! Macht dich aber sehr symphatisch, dass du es tust!
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  #10  
Alt 24.10.2014, 20:55
raoulduke raoulduke ist offline
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Beiträge: 8
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Findest du meine jetzige Antwort auf diese Frage ausreichend, oder muss die umfangreicher werden?
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