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  #11  
Alt 23.02.2017, 15:55
Mutlubey Mutlubey ist offline
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Um vielleicht jemandem, der sich in einer ähnlichen Situation wie ich befindet, weiterhelfen zu können nochmal ein kleines Update zu meiner Geschichte:

Ich habe mich letzen Endes doch dazu entschieden das negative ärtztliche Gutachten bei der Führerscheinstelle abzugeben. Deswegen konnte ich meinen Führerschein erst einmal behalten, mit der Auflage eine positive MPU abzulegen.
Hierfür sammle ich gerade Abstinenznachweise.

Viele Grüße
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  #12  
Alt 23.02.2017, 18:17
Benutzerbild von Alana
Alana Alana ist offline
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Welche Frist hat Dir die FSST denn für die MPU gesetzt?
__________________
Liebe Grüße
Alana
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  #13  
Alt 23.02.2017, 21:10
Mutlubey Mutlubey ist offline
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Das fachärtztliche Gutachten wurde im September abgegeben. Im Oktober kam dann das Schreiben der Führersteinstelle mit Anordnung der MPU bis Juni.
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  #14  
Alt 23.02.2017, 23:19
MrMurphy MrMurphy ist offline
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Hallo

Zitat:
nochmal ein kleines Update zu meiner Geschichte
Danke. Es ist immer hilfreich Informationen aus der aktuellen Praxis zu bekommen.

Zitat:
Ich habe mich letzen Endes doch dazu entschieden das negative ärtztliche Gutachten bei der Führerscheinstelle abzugeben.
Offensichtlich die richtige Entscheidung. Denn

Zitat:
Anordnung der MPU bis Juni
da hat die Führerscheinstelle wohl deine Ehrlichkeit belohnt und ihren Ermessensspielraum massiv zu deinen Gunsten ausgereizt.

Wenn in deinen Abstinenznachweisen keine Lücke ist hast du bei entsprechender Vorbereitung meiner Ansicht nach gute Chancen die MPU im Juni zu bestehen.

Gruss

MrMurphy
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  #15  
Alt 27.04.2017, 15:59
Mutlubey Mutlubey ist offline
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Standard MPU Cannabis/MDMA ohne Fahrauffälligkeit

Hallo liebe Forumgemeinde,
erst ein mal vielen lieben Dank an alle, die hier ihre Geschichten teilen und vorallem die vielen fleißigen Helfer, die durch ihre Erfahrungen und Rückmeldungen weiterhelfen.

Zu meiner Geschichte: Ich habe nach einer Hausdurchsuchung, bei der Drogen bei mir gefunden worden sind, bei einem nachfolgenden fachärtztlichen Gutachten aus Unwissenheit gestanden vor über sieben Jahren einmalig MDMA konsumiert zu haben. Der Thread hierzu findet sich hier: http://www.mpu-idiotentest.com/mpu-f...t=27092&page=2. Daraufhin wurde ich zu einer MPU beordert, die nun in rund einem Monat stattfindet. Für meine Vorbereitung habe ich viel hier im Forum gelesen (vor allem 5* Bögen) und über meinen eigenen Konsum nachgedacht. Auf dieser Basis habe ich einen Fragebogen erstellt, und hoffe, dass jemand von euch mit etwas Erfahrung, seine kostbare Zeit opfert um mir etwas Feedback zu geben.

Vielen Dank schonmal!

Was ist passiert?
Drogensorte Cannabis/MDMA
Konsumform (Dauer und Häufigkeit je Substanz) Cannabis 2009-2015 Wöchentlich(mit Pausen oder auch mal nur monatlicher Konsum), von 2015-2016 1-2 mal im Monat
MDMA einmalig vor 7 Jahren
Datum der Auffälligkeit Januar 2016 - Hausdurchsuchung

Drogenbefund
Blutwerte keine abgenommen
Schnelltest keiner gemacht
Beim Kauf erwischt nein
Nur daneben gestanden nein

Welche Angaben wurden gegenüber den Behörden gemacht?
Konsum zugegeben? Nicht gegenüber Polizei, aber gegenüber Gutachterin beim FÄG
Besitz zugegeben? Ja, gegenüber Polizei und Gutachterin
Wurde BTM gefunden, wie viel? 0,2g MDMA, 80g Cannabis Blätter (2% THC) sowie 4 Gramm Cannabissamen

Stand des Ermittlungsverfahrens
Verfahren gegen Bußgeld eingestellt

Führerschein
Hab ich noch

Führerscheinstelle
Hab schon in meine Akte geschaut Ja
Sonstige Verstöße oder Straftaten? Nein

Konsum
letzter Konsum Januar 2016

Abstinenznachweis
Haaranalyse gemacht Anfang Sebtember 2016 mit 4 cm -> negativ
Urinscreen gemacht Anfang Sebtember 2016 -> negativ
Haaranalyse gemacht Anfang Februar2017 mit 6 cm -> negativ
Weitere Haaranalyse Anfang Mai steht noch aus

Aufarbeitung
Drogenberatung,Selbsthilfegruppe (SHG),Psychologe,Ambulante/stationäre Therapie: Lesen und posten in einem Cannabis Selbsthilfe Forum

MPU
Termin: Ende Mai bei AVUS
Fragestellung: Kann Mutlubey trotz der aktenkundigen Einnahme von MDMA ein KfZ der Gruppe 1 sicher führen? Ist im Besonderen nicht zu erwarten, dass Mutlubey auch zukünftig Betäubungsmittel im Sinne des BtMG einnimmt?

Altlasten
Sind wir etwa Rückfalltäter? Nein

Geändert von Mutlubey (27.04.2017 um 16:10 Uhr)
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  #16  
Alt 27.04.2017, 16:03
Mutlubey Mutlubey ist offline
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Fragebogen:

Was ist passiert?

Vorgeschichte:

Wann haben Sie das allererste Mal von illegalen Drogen gehört?
Das allererste Mal gehört von Drogen habe ich bereits in der Grundschule, also mit ca. 8-9 Jahren. Die Eltern meines damals besten Freundes haben sich getrennt. Auf die Frage warum, antwortete mein Freund, dass sein Vater Drogen genommen habe. Was genau Drogen sind, wusste ich damals noch nicht.

Wann haben Sie das erste Mal konsumiert? (Datum)
Konsumiert habe ich Drogen das erste Mal im Sommer 2009. Meine engsten zwei Schulfreunde haben in diesem Sommer mein Gymnasium verlassen um ihre Ausbildung an einer Fachhochschule fortzusetzen. Ich fühlte mich die ersten Tage im neuen Schuljahr verlassen und einsam und suchte Anschluss an einen neuen Freundeskreis. Nach einigen Tagen habe ich in der Schule viel Zeit mit einer neuen Gruppe von den „coolen“ Jungs verbracht. Als diese mich einluden sich am Abend zu treffen um ein Open-Air-Kino zu besuchen, sagte ich sofort zu. Vor dem Kino rauchten die anderen Jungs dann in einem Park einen Joint und boten mir an mitzurauchen. Weil ich dazugehören wollte und um nicht als Außenseiter dazustehen, habe ich eingewilligt. Ich weiß noch wie ich mich danach sehr benebelt fühlte und vom anschließenden Film kaum noch etwas mitbekam.

Wie sah der Konsum aus? (Konsumbiografie-Wie lange habt Ihr was in welcher Menge genommen?)
Ab dem Sommer 2009 habe ich mit meinem neuen Freundeskreis zu Beginn etwa einmal im Monat Cannabis geraucht. In den kommenden Monaten traf ich mich immer öfter mit meinen neuen Freunden und meistens rauchten wir gemeinsam, bis wir am Ende so gut wie jedes Wochenende gekifft haben. Im Winter 2009, ich war gerade 18 geworden, besuchten wir rund 1 Mal im Monat einen Techno-Club, wo ich einmal von einem meiner Freunde MDMA angeboten und ausprobiert habe.
Das ging so weiter, bis ich dann im Herbst 2011 für mein Bachelor-Studium in eine andere Stadt zog. Der Kontakt zu meinen damaligen Freunden endete abrupt und ich merkte erst dann, dass der einzige gemeinsame Nenner unserer Freundschaft, der gemeinsame Konsum gewesen ist. Meine neuen Freunde die ich über die Universität in meinem Studiengang fand, hatten mit Drogen nichts am Hut. Während dieser Zeit konsumierte ich aus Gewohnheit gelegentlich abends, vorwiegend am Wochenende, wenn ich nichts mit meiner Zeit anzufangen wusste und meine Freunde keine Zeit hatten etwas zu unternehmen. Wenn ich an der Uni viel mit Projekten zu tun hatte, kam es auch öfter vor, dass ich 2 Monate Pausen einlegte. Auch während meinen 5 Reisen, die meist einen ganzen Monat dauerten konsumierte ich nicht. In den Semesterferien hingegen gab es Wochen in denen ich auch 3 Mal konsumierte.
Diese Phase erstreckte sich bis zum Sommer 2015, als ich meinen Bachelor erfolgreich abschloss und für mein Master-Studium an einer renommierten Universität wieder zu meinen Eltern zog. Mein Arbeitspensum hatte sich durch die neue Universität deutlich gesteigert, so dass kaum Situationen wie in meinem bachelor-Studium aufkamen, in denen ich aus Langeweile zum Joint griff. Außerdem wussten meine Eltern nicht über meinen Konsum bescheid, was das Rauchen weiterhin erschwerte. In dieser Zeit rauchte ich während dem Semester nicht öfter als alle vier Wochen mal an einem Donnerstagabend, wenn ich wusste, dass ich das kommende Wochenende keinerlei Arbeit zu erledigen hatte. Während den Semesterferien konsumierte ich wieder nahezu wöchentlich aus Langeweile. Das ging so weiter bis zu der Hausdurchsuchung Anfang 2017. Meinen letzten Joint rauchte ich 2 Wochen davor und seitdem bin ich absolut clean.

Haben Sie Drogen zusammen mit Alkohol konsumiert?
Drogen und Alkohol habe ich nie gemeinsam konsumiert, da ich als ich begann Cannabis mit meinen Freunden zu rauchen einmal mitbekommen hatte, wie schlecht es einem meiner Freunde ging, als er betrunken zu unserer Gruppe stoß und danach noch am Joint gezogen hatte. Ihm wurde schlecht und musste sich sogar übergeben. So eine Situation wollte ich keinesfalls erleben, sodass ich Rauchen und Trinken immer strikt getrennt habe.

Wie ist der Umgang mit Alkohol gewesen?
Mein erstes Bier trank ich damals mit 16. Ab Beginn meines Studiums traf ich mich gelegentlich mit Freunden um gemeinsam bis zu 2 Bier oder zusammen eine Flasche Wein zu trinken. Mittlerweile trinke ich Alkohol nur noch zu besonderen Anlässen. Das letzte Mal trank ich ein Glas Wein zum Geburtstag meines Vaters im Februar, davor ein Glas Sekt zum Anstoßen an Silvester.
(Anmerkung: Ich habe in meinem fachärztlichen Gutachten im Oktober 2016 zu meinem Alkohol angegeben „ich tränke gelegentlich ein Glas Wein oder Weißbier, wenn ich mit Freunden zusammensitze, das wären circa 2 Gläser in der Woche.“ Könnte mir hierdurch ein Problem entstehen? Für Alkohol habe ich bis jetzt keine Haaranalysen.)

Sonstige Suchtmitteleinnahme?
Ich nehme und nahm ansonsten keine illegalen Suchtmittel. Morgens oder an der Uni trinke ich oft einen schwarzen Tee (Teein).

Haben Sie bei sich negative Folgen festgestellt?
Bei meinem einmaligen MDMA-Konsum stellte ich sehr negative Konsequenzen fest. Ich fühlte mich seltsam fremd in meinem Körper und hatte meinen Kaureflex nicht mehr unter Kontrolle. Das schlimmste war jedoch, dass ich nach dem Clubbesuch zwar komplett fertig war, im Bett jedoch kein Auge zubrachte, sodass ich die ganze Nacht und den nächsten Tag im Bett lag und verzweifelt versuchte einzuschlafen, was mir allerdings nicht gelang. Diese Erfahrung hat mir gereicht um ab diesem Tag nie wieder MDMA zu nehmen.
Die negativen Konsequenzen des Cannabiskonsumes wurden mir leider erst bewusst als es schon zu spät war. Während all den Jahren in denen ich mal mehr, mal weniger oder auch gar nicht konsumierte, habe ich nie hinterfragt was ich da eigentlich tue. Erst nach der Hausdurchsuchung habe ich ernsthaft reflektiert und mir ist bewusst geworden wie viel kostbare Zeit meines Lebens ich mit Kiffen verbracht habe, die ich für so viel Sinnvolleres hätte nutzen können. Das waren für mich die mit Abstand negativsten Folgen.

Haben Sie trotz negativer Folgen weiter konsumiert?
MDMA habe ich nach der durchweg schlechten einmaligen Erfahrung nie wieder angerührt.
Bei Cannabis kam die Erkenntnis, was die eigentlichen negativen Folgen für mich sind, nämlich die Verschwendung meiner Freizeit, erst nach über 6 Jahren.

Auffälligkeit:

Was für Werte wurden bei Ihrer Auffälligkeit festgestellt?
Es wurden bei der Hausdurchsuchung keine Tests vorgenommen.

Wann und wieviel haben Sie in der Woche vor der Auffälligkeit konsumiert?
Nichts.

Wieviel und was haben Sie am Tag der Auffälligkeit Konsumiert?
Nichts.

Gab es einen besonderen Grund für diesen Konsum?
---

Wie sind Sie auffällig geworden?
Bei einer Hausdurchsuchung wurden bei mir Drogen gefunden.

Wie oft waren sie bereits unter Drogeneinfluß im Straßenverkehr unterwegs?
Während der Zeit vor dem Studium (2009-2011) besaß ich zwar kein eigenes Auto, nutzte aber gelegentlich das meiner Eltern um beispielsweise einzukaufen. Da ich in dieser Zeit mitunter wöchentlich konsumierte und ich schätzungsweise in 75% der Fälle in den kommenden drei Tagen das Auto benutzte komme ich auf rund 100 Fahrten in diesem Zeitraum.
Während meinem Bachelorstudium fuhr ich kein Auto.
Seit meinem Masterstudium bin ich wieder auf ein Auto angewiesen, habe aber glücklicherweise in der Zwischenzeit über die lange Wirkungsdauer von Cannabis gelernt, sodass ich seit ich wieder regelmäßig zur Uni pendle ausschließlich konsumiert habe, wenn ich wusste, dass ich in den kommenden drei Tagen nicht fahren muss (wenn dann donnerstags abends, wenn freitags und das Wochenende frei war).
Ich komme also auf insgesamt rund 100 Fahrten, bei denen ich wohl unter Drogeneinfluss stand. Diese Zahl hat mich sehr schockiert, dachte ich doch damals, dass ich nach einem vollen Tag wieder voll fahrtüchtig sei. Ich bin unendlich dankbar, dass in dieser Zeit niemand durch mein fahrlässiges Handeln zu Schaden gekommen ist, das könnte ich mir nie verzeihen.

Wie haben Sie den Konflikt zwischen dem Drogenkonsum und dem Führen eines Kraftfahrzeuges gelöst?
Rückwirkend habe ich ihn zu Beginn gar nicht gelöst. Ich ging fälschlicherweise davon aus, nach 24 Stunden wieder fahrtüchtig zu sein. Als ich davon erfuhr, wie lange man tatsächlich unter der berauschenden Wirkung von Cannabis steht, war das ein Schock für mich und ich habe streng darauf geachtet nur dann zu konsumieren, wenn ich sicher wusste, dass ich die kommenden Tage nicht selbst hinterm Steuer sitzen muss.

Wieso ist es verboten unter Drogeneinfluß ein KFZ zu führen?
(Beschreibung bitte für die zutreffende Substanz)

Das fahren eines Autos stellt sehr hohe Anforderungen an die Konzentration und Reaktionsfähigkeit des Fahrers. Cannabis und MDMA verzerren meine Wahrnehmung und machen es mir unmöglich in gleicher Weise wie in nüchternem Zustand auf Gefahrensituationen zu reagieren.
Außerdem verlangsamt Cannabis das Reaktionsvermögen und macht mich weniger aufmerksam.
MDMA führt zu Selbstüberschätzung und erhöht die Risikofreudigkeit, wodurch ich Geschwindigkeiten womöglich unterschätze. Durch die Erweiterung der Pupillen werde ich leichter geblendet.
Das alles erhöht die Gefahr eines Unfalls und stellt eine Gefahr für mich und besonders andere Verkehrsteilnehmer dar.

Wie lange stehen Sie nach dem Konsum von Drogen unter deren Einfluss?
Sowohl Cannabis als auch MDMA wirken bis zu 72 Stunden.
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  #17  
Alt 27.04.2017, 16:04
Mutlubey Mutlubey ist offline
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Sind sie sich darüber im Klaren, welche Folgen es bei einem täglichen Konsum gibt?
Täglicher Konsum von Drogen kann schnell zu einer Abhängigkeit führen. Außerdem können Drogen Psychosen auslösen. Weiterhin werden wichtige Organe geschädigt, das Erinnerungsvermögen wird beeinträchtigt und auch soziale Kompetenzen können unter dem Konsum von Drogen leiden, da man immer mehr in sich gekehrt wird.

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Warum ist es passiert?


Welche persönlichen Hintergründe gab es für den Cannabis- Drogenkonsum?
War es zu Beginn meines Cannabiskonsumes noch der Wunsch in der neuen Gruppe akzeptiert zu werden und damit neue Freunde zu finden, diente mir Cannabis während meinem Studium hauptsächlich dazu freie Zeit zu überbrücken. Ich wuchs in einem kleinen Dorf auf und verbrachte den Großteil meiner Freizeit damit durch den Wald zu laufen und mit meinen Freunden Abenteuer zu erleben. Während meinem Studium fand ich mich plötzlich in einer Großstadt wieder und wusste mich nicht recht zu beschäftigen, wenn meine Freunde mal keine Zeit für mich hatten. Da griff ich dann zur für mich einfachsten Lösung und damit zum Joint. Bekifft konnte ich ohne weiteres stundenlang Serien ansehen, ohne dass mir langweilig wurde.

Wie hat sich Ihr Umfeld über Ihren Drogenkonsum geäußert?
Als ich während meiner Schulzeit noch rauchte um dazuzugehören, half mir der Konsum von den anderen respektiert zu werden. Überraschte Sprüche wie „Hätte nicht gedacht, dass du auch rauchst.“, gaben mir das Gefühl das richtige zu tun und damit ein Teil der Gruppe werden zu können.
Während meiner Studiumszeit verheimlichte ich den Konsum vor meinen Freunden, da sie Drogen eher negativ gegenüberstanden. Auch vor meinen Eltern konnte ich den Konsum bis zu meiner Auffälligkeit verbergen. Meine Freundin, die natürlich von meinem Konsum wusste, gefiel natürlich nicht, dass ich Drogen nahm. Da wir uns aber auf Grund unserer Fernbeziehung nur rund alle zwei Wochenenden sahen und ich nicht konsumierte, wenn wir zusammen waren, konnte sie sich damit arrangieren.

Gab es Ereignisse in Ihrem Leben, die zu verstärktem Konsum geführt haben?
Während den Semesterferien während meinem Bachelorstudium häuften sich die Tage an denen ich gar nichts mit meiner Zeit anzufangen wusste. In diesen freien Zeiten zwischen den Semestern konsumierte ich meistens mehr.

Haben Sie vor der Auffälligkeit jemand um Hilfe gebeten, um den Drogenkonsum zu beenden?
(Warum, wann, wer, mit welchem Erfolg?)

Nein, ich hatte die negativen Auswirkungen, die die Drogen auf mein Leben hatten während meinem Konsum noch nicht realisiert, sodass ich nicht auf die Idee gekommen bin meinen Konsum komplett einzustellen.

Gibt es in Ihrer Familie aktenkundige Verstöße gegen das Betäubungsmittelgesetz oder Suchtkrankheiten?
Nein

Hatten sie Konsumpausen/spitzen?
Warum? Wann?

Konsumpausen hatte ich immer wieder, wenn wichtige Projekte, oder vor allem Prüfungen an der Universität anstanden. Ich bin, was mein Studium angeht, sehr ehrgeizig und wusste, dass ich mein volles Potential nicht unter dem Einfluss von Cannabis abrufen kann. Dann kam es oft vor, dass ich einen oder zwei ganze Monate nicht konsumiert habe.
Konsumspitzen hatte ich, wie bereits geschildert, dann wenn ich zu viel Zeit hatte, die ich nicht zu füllen wusste, also meist in den Semesterferien.

Was hat Sie daran gehindert, ohne Droge abzuschalten?
Gehindert hat mich nichts daran ohne Drogen abzuschalten. Das habe ich immer auch so hinbekommen, beispielsweise während meiner Konsumpausen. Allerdings war der Konsum von Cannabis für mich immer der Weg des geringsten Wiederstandes. Ohne großen Aufwand konnte ich damit stundenlang belanglose Serien von der Couch aus ansehen und damit die Zeit totschlagen.

Waren Sie gefährdet in eine Drogenabhängigkeit zu geraten?
Als Konsument, war ich wie jeder andere Konsument von illegalen Drogen gefährdet abhängig zu werden. Meiner Meinung nach ist man nie vor Schicksalsschlägen gefeit, die einen auch wenn man noch so gefestigt und standhaft ist in eine Abhängigkeit rutschen lassen können.

Waren sie Drogenabhängig?
Nein, abhängig war ich nicht. Ich hatte nie Probleme damit auch mal längere Zeit nicht zu konsumieren. Meine Ausbildung stand für mich immer an erster Stelle und ich habe diese auch nicht durch meinen Konsum vernachlässigt.
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  #18  
Alt 27.04.2017, 16:05
Mutlubey Mutlubey ist offline
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Wieso passiert das nicht wieder?

Hätten sie, rückblickend, eine Drogenkarriere verhindern können?
Ich wurde nie gezwungen Drogen zu mir zu nehmen. Jeder einzelne Konsum geschah aus freiem Willen und ich hätte es jedes einzelne Mal sein lassen können. Also hätte die Drogenkariere auf jeden Fall verhindert werden können. Dafür wäre jedoch eine frühere Einsicht meinerseits nötig gewesen. Ich hätte die negativen Folgen meines Konsums früher erkennen müssen und meine Freunde sorgfältiger und nach anderen Kriterien auswählen müssen.
Heute weiß ich, dass ich mit meinen Eltern und Freunden über alles reden und auf ihre Hilfe zählen kann. Hätte ich dieses Wissen schon damals gehabt und mich ihnen eher geöffnet, hätten sie mir sicher von diesem Weg abgeraten und mich unterstützt.

Wieso haben Sie sich für eine Abstinenz entschieden?
Ich habe mich für ein abstinentes Leben entschieden, weil ich gemerkt habe, wie gut es mir ohne Drogen geht. In den letzten eineinhalb Jahren habe ich gelernt die langweiligen Situationen und Tage, in denen ich früher Cannabis konsumiert habe effektiv zur Bereicherung meines Lebens zu nutzen. Ich habe neue Sportarten für mich entdeckt, ich fahre jetzt viel Fahrrad und radle im Sommer an verschiedene Badeweiher im Landkreis um zu Schwimmen. Ich habe viel gelesen und mich dadurch weitergebildet. Ich habe Seiten im Internet entdeckt auf denen ich kostenlos Kurse belegen kann um neue Fähigkeiten zu erlangen. Letztens habe ich dadurch zum Beispiel gelernt kleine Apps für mein Smartphone zu programmieren. All diese neuen Möglichkeiten meine freie Zeit zu nutzen, erfüllen mich nach der ersten Überwindung, die nötig ist um zu Beginnen und die ich damals immer gescheut habe, mit so viel Freude und dem überwältigenden Gefühl etwas Nachhaltiges für mein Leben getan zu haben. Es macht mich traurig darüber Nachzudenken, wie viele Stunden meines Lebens ich damit verschwendet habe bekifft auf der Couch zu sitzen und mich von Serien und Filmen berieseln zu lassen, an deren Inhalt ich mich bereits Tage später nicht mehr erinnerte. Ich möchte die verbleibende Zeit in meinem Leben fortan sinnvoll nutzen, weswegen für Drogen keine Zeit und kein Platz ist.

Beschreiben Sie den Punkt, an dem Sie sich für ein abstinentes Leben entschieden haben (Knackpunkt)
Der entscheidende Punkt, an dem ich erkannt habe, dass ich etwas an meinem Leben ändern muss, war als ich nach meiner Auffälligkeit meinen Konsum reflektiert hatte. Dies tat ich unter anderem mit Hilfe eines Selbsthilfeforums für Aussteiger von Cannabis. Dort bekam ich nachdem ich viel gelesen und meine Geschichte und Konsumverhalten gepostet hatte von einem erfahrenen User den Tipp, der mir die Augen öffnete. Er wusste, dass ich durch mein Studium einen betriebswirtschaftlichen Hintergrund habe und gab mir folgenden Hinweis mit auf den Weg: „Du musst deine Lebenszeit als eine Art Ressource sehen, die du investieren kannst. Es gibt kurzfristige und langfristige Investitionen. Die kurzfristigen sorgen zwar für einen schnellen Return, werden aber nie an das Potential einer langfristigen Investition heranreichen. Diese langfristigen Investitionen liefern ihr Ergebnis vielleicht nicht unmittelbar ab, schütten jedoch ein Leben lang Dividende aus.“
Anhand dieser Weisheit erkannte ich, dass mein Drogenkonsum immer eine kurzfristige Investition gewesen ist. Er hat mich kurz befriedigt, aber schon am nächsten Tag konnte ich in keiner Weise mehr davon profitieren. Für ein erfolgreiches und glückliches Leben musste ich mehr auf langfristige Investitionen setzten. Wenn ich heute ein gutes Buch lese, mir eine neue Fähigkeit aneigne, oder eine interessante Person kennenlerne, kann ich mein Leben lang von diesen Erfahrungen profitieren, auch wenn es anfangs nicht ganz so leicht ist, wie sich einfach nur vor den Fernseher zu setzen. Die Ergebnisse dieser Umstellung bekomme ich bereits heute so sehr zu spüren und bestätigen mir jeden Tag aufs Neue, dass ich so mein zukünftiges Leben ohne Drogen verbringen werde.

Wieso kommt für Sie nur Abstinenz und nicht gelegentlicher Konsum in Betracht?
Da ich heute weiß, dass man auch bei gelegentlichem Konsum immer Gefahr läuft durch Schicksalsschläge oder sonstige nicht selbstverschuldete Umstände in eine Abhängigkeit zu rutschen, die dann zu schweren körperlichen und psychischen Schäden führen kann kommt für mich nur eine Abstinenz in Frage. Außerdem habe ich mich bewusst für ein abstinentes Leben entschieden, da ich in meiner Zukunft ein Leben mit einer aktiven Freizeitgestaltung führen möchte. Da ist kein Platz für Drogen.

Wie haben Sie die Umstellung zur Abstinenz erlebt?
Durchweg positiv. Ich hatte keinerlei Probleme die Finger von Cannabis zu lassen und habe nachdem ich Aktivitäten gefunden habe, die mir Spaß machen und mich erfüllen schnell gemerkt, dass ich den Drogen nicht wirklich nachtrauere.

Wer hat Ihnen dabei wie geholfen?
Sehr geholfen haben mir meine Eltern, indem sie mich nach meiner Auffälligkeit trotz ihrer Enttäuschung nicht noch weiter fertiggemacht haben, sondern mir mit ihrer Unterstützung und ihrem offenen Ohr das Gefühl gegeben haben offen mit meinen Problemen umgehen zu können. Auch meine Freundin hat mir viel dabei geholfen mich zu motivieren und Sportarten auszuprobieren und Sachen zu unternehmen um die anfänglich vorhandenen Lücken in meiner Freizeit zu füllen. Außerdem noch die große Hilfe durch meinen Mentor im Selbsthilfeforum, der mir unter anderem mit seiner passenden Analogie die Augen geöffnet hat.

Wie reagiert Ihr Umfeld auf diese Umstellung?
Da ich bis auf einen Freund vor meiner Umstellung niemanden mehr kannte, der noch Drogen konsumiert hat habe ich durch meine Umstellung keinerlei negative Resonanz bekommen. Im Gegenteil, meine Eltern sind stolz auf mich, dass ich so gut ohne die Drogen auskomme, sie hatten befürchtet, dass es mir schwerer fallen würde. Meine Freundin freut sich dass ich so aktiv bin und viel mit ihr unternehme.

Haben Sie nach der Auffälligkeit weiterhin Kontakt zu Ihren Drogenbekannten gehabt?
Ja, allerdings hat mein Freund, mit dem ich vor meiner Auffälligkeit noch gelegentlich gemeinsam konsumiert habe relativ zeitgleich mit mir auch aufgehört Drogen zu nehmen. Wir sehen uns mittlerweile nichtmehr so oft wie früher (ca. alle 2-3 Monate), haben aber wegen unserer ähnlichen Situation genug Gesprächsstoff und können uns mit unseren gemachten Erfahrungen gegenseitig helfen, was ich sehr zu schätzen weiß.

Haben Sie nach Ihrer Auffälligkeit miterlebt, wie Ihre Bekannten Drogen konsumiert haben?
Nein. Ich habe zwar bei zwei privaten Feiern mitbekommen wie mir nicht bekannte Personen Cannabis geraucht haben, dann aber einfach den Raum verlassen. Ich möchte in Zukunft keinen Kontakt mehr zu Personen haben die Drogen konsumieren, da ich gelernt habe, dass sobald Drogen mit im Spiel sind eine Freundschaft nur noch sehr oberflächlich abläuft.

Wie haben Sie in Zukunft vor mit Cannabis/dem Konsum umzugehen?
Da ich für mich selbst entschlossen habe keine Drogen mehr konsumieren zu wollen und die Erfahrung gemacht habe, wie viel besser es mit ohne Drogen geht, möchte ich in der Zukunft mein Leben nichtmehr durch Drogen beeinflussen lassen. Ich bin froh jetzt ein Umfeld, vor allem meine Eltern, zu haben, die über meine Vorgeschichte Bescheid wissen, sodass ich keine Scham mehr haben muss über meine Gefühle zu reden, sollte jemals wieder das Gefühl aufkommen Drogen konsumieren zu wollen.

Haben Sie zu Hause Cannabis?
Nein.

Wie wollen Sie es gegebenen Falls in Zukunft verhindern, nochmals unter Drogeneinfluß ein KFZ zu führen?
Ich bin mir über die Gefahren bewusst, die das Fahren eines KFZ unter dem Einfluss von Drogen haben kann. Ich möchte weder mich noch irgendjemanden anderes durch mein Handeln beeinflussen. Ich bin unendlich froh, dass es durch meine damaligen Fahrten unter Drogeneinfluss nie zu irgendwelchen Schäden gekommen ist und werde es auch in Zukunft durch meine abstinente Lebensweise verhindern.

Wie wollen Sie einen beginnenden Rückfall erkennen?
Einen Rückfall würde ich daran erkennen, dass ich auf einmal meine Freizeit nichtmehr mit Aktivitäten verbringen möchte von denen ich in meinem Zukünftigen leben profitieren kann. Dann habe ich glücklicherweise meine Freundin, meine Freunde und Eltern mit denen ich sprechen und die mich motivieren können.

Wie ist derzeit der Konsum von Alkohol bei Ihnen?
Derzeit trinke ich Alkohol nur an ganz besonderen Anlässen, wie ein Glas Wein am Geburtstag meiner Eltern oder an Silvester zum Anstoßen.
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  #19  
Alt 04.05.2017, 12:23
Mutlubey Mutlubey ist offline
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Hallo zusammen,

ich würde mich riesig freuen, wenn sich jemand die Zeit nehmen würde, mir Feedback zu meinem FB zu geben. Ich weiß er ist lang, und die vielen Helfer hier machen das alle freiwillig in ihrer kostbaren Freizeit, dennoch würde es mir sehr helfen zu wissen, an was ich noch arbeiten kann, oder ob ich mit meiner Geschichte komplett auf dem Holzweg bin.

Beste Grüße.
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  #20  
Alt 09.05.2017, 15:18
Mutlubey Mutlubey ist offline
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Registriert seit: 05.10.2016
Beiträge: 18
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Hallo zusammen,

mein Begutachtungstermin rückt immer näher (2 Wochen noch) und ich wäre wirklich jedem dankbar, der mir noch ein bisschen Feedback zu meinem Fragebogen geben kann. Ich bin mir sicher, dass es da noch einiges zu verbessern gibt. Vielen Dank schonmal.

Beste Grüße!
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cannabis, fäg, mdma, mpu

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