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  #21  
Alt 21.02.2018, 18:28
Brady Brady ist offline
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21. Wann haben Sie zuletzt Alkohol getrunken?
16.02.2017
22. Trinken sie gelegentlich alkoholfreies Bier?
Nein.
23. Warum trinken Sie heute Alkohol/keinen Alkohol?
Als Genussmittel und zu besonderen Anlässen trinke ich heute noch Alkohol. Der Anlass hierfür ist, dass mir der Geschmack eines guten Bieres oder Radler sehr zusagt und ich hiermit ein sehr gutes Essen (so wie ich es selbst nie hinbekommen würde), welches es meist nur zu besonderen Anlässen gibt, mit dem Bier oder Radler abrunden will. Das Bier / Radler dient sozusagen als Kirsche auf dem Eis. Da ich nur noch zu besonderen Anlässen trinke, weiß ich dies nun viel mehr zu schätzen und kann den Konsum auch wirklich genießen. Im Vergleich zu früher, trinke ich deswegen auch nur noch Alkohol, der mir wirklich gut, wenn nicht sogar überragend, schmeckt, wie zum Beispiel ein gutes Bier, Radler oder Sekt an Silvester.

24. Warum haben Sie das Trinken reduziert bzw. aufgegeben und warum nicht schon eher?
Gründe für Reduzierung:
• Gesundheit
• habe wieder mit Fitness angefangen (einmal trinken macht sehr viel Arbeit kaputt)
• Wirkung des Alkohols (Torkeln, Lallen, Offenheit: Redseligkeit über private Dinge oder auch bei Witzen über die Schmerzgrenze anderer hinaus zu schießen)
• Verlorene Zeit (ich muss länger bleiben weil ich nicht selber fahren kann und hat am nächsten Tag einen Kater)
• keine Unabhängigkeit beim Weggehen (Wann gehe ich wohin?)
• gewünschte Effekte des Alkohols (Entspannung, Abschaltung) bleiben aus - Alkohol sorgt eher für das Gegenteil in den folgenden Tagen

Ich habe Alkohol für mich früher nie als Problem ausgemacht und immer gedacht, das gehört dazu und ist ja auch ganz normal für mein Alter. Dass eigentlich alle Jugendlichen / Jungerwachsenen, die sich so verhalten, ein Problem haben, war mir nicht bewusst. Für mich waren die großen Mengen und die Anlässe dafür starke Gewohnheit, welche ich nie hinterfragt habe. Zudem habe ich mir nicht bewusst gemacht, welche Auswirkungen auch zulässige Mengen Alkohol beim Fahren haben (Restalkoholproblematik) oder welche Schädigungen der Körper im Allgemeinen durch Alkohol trägt.

25. Wie haben Sie die Änderung Ihres Trinkverhaltens erreicht und dabei die Umstellungsphase erlebt?
Noch während der Nacht der TF habe ich mir Vorwürfe gemacht, wie ich so leichtsinnig mich und andere in Gefahr bringen konnte. Ich habe direkt feststellen müssen, dass ich mich und mein Trinkverhalten hinterfragen muss. Da mir hierdurch die Probleme aufgefallen sind, die ich vorher nicht erkannt habe, war es insgesamt dann doch ein leichtes für mich, mich direkt auf KT umzustellen. Da ich die ersten eineinhalb Monate, das Wort Alkohol nicht einmal Hören, geschweige denn zu mir nehmen Wollte, habe ich den Anfang der Umstellungsphase als sehr leicht empfunden (wurde aber schwerer, siehe unten). So konnte ich mich auch darauf einstellen, Alkohol nur noch als Genussmittel zu mir zu nehmen und nur Dinge zu trinken die mir richtig gut schmecken.
Mit der Zeit wurde die Umstellung dann allerdings doch schwerer als ich zu Anfang dachte: Ich Angst, beim Ausgehen/Feiern, keinen Spaß ohne Alkohol zu haben, oder eventuell nicht mehr Teil der Gruppe zu sein. Allerdings hat sich schnell herausgestellt, dass dem nicht so ist, und ich durch meine offene und nüchterne Art viel besser bei anderen ankomme. Mir ist im Laufe der 6 Monate dabei auch aufgefallen, dass in unserer Gruppe eigentlich keine „positiven Auswirkungen“ durch Alkohol zu beobachten wären. Egal ob keiner von uns etwas getrunken hat oder nur ich, nach einer gewissen Zeit, die wir zusammensitzen, werden die Abende immer locker, entspannt und sehr witzig. Negative Erfahrungen habe ich nur gemacht, wenn Freunde von mir zu viel getrunken haben. Allerdings probiere ich ihnen in ihrer Situation zu helfen und als mahnendes Beispiel zu dienen und ihnen zudem zu zeigen, dass Alkohol überflüssig ist.
Bei der Umstellung hat mir die Unterstützung vor allem von meiner Freundin aber auch von meinen Freunden geholfen. Da mich die Trunkenheitsfahrt sehr beschäftigt hat, habe ich häufig das Gespräch zu engen Vertrauten gesucht. Das habe ich früher so eigentlich nie gemacht, sondern eher die Probleme hin mich hineingefressen. Ohne es anfangs bewusst wahrzunehmen, habe ich meine Problembewältigung, anstatt der Verdrängung durch Alkohol, mit konstruktiven Gesprächen erreicht. Insgesamt hat sich einiges in meinem Verhalten positiv verändert. Mache ich mir heute zu viele Gedanken über meine Arbeit oder denke ich, ich wäre nicht gut genug, sage ich mir selbst auf, was ich schon alles in meinen jungen Jahren erreicht habe. Ich mache mir klar, wie gut es mir eigentlich geht und das mir alle Möglichkeiten für die Zukunft offen stehen. Sollte ich hiermit keinen Erfolg haben, suche ich heute im Gegensatz zu früher die Gespräche zu meinen engsten Vertrauten, die mir in stressigen Situationen zur Seite stehen. Insgesamt wirke ich nun ausgeglichener als früher und versuche ganz klar und detailliert meine „Probleme“ einzuschätzen und diese nicht über zu bewerten. Ich habe nämlich erkannt, dass ich oft unnötigerweise mir viel zu viele Gedanken gemacht habe. Zurückblickend haben sich die meisten Dinge mit der Zeit einfach von selbst geklärt und gelöst – diese Sichtweise gibt mir heute die Möglichkeit alles entspannter anzugehen. Durch diese Einstellung nutze ich nicht nur den Alkohol nicht mehr als Entspannungsdroge, sondern bin wirklich entspannter und erziele gefühlt sogar bessere Ergebnisse und Resultate in meinem Leben.

26. Wie wirkt sich Ihr geändertes Verhalten auf Sie, Ihr Leben und Ihr Umfeld aus?
An den Abenden an denen ich etwas unternehme, was früher vermutlich ein Trinkanlass war, kann ich heute konstruktive und erwachsene Gespräche mit der Gruppe führen. Ich bin beim Weggehen der Herr über die Lage und kann kommen und gehen wann ich will. Die freie Zeit am Wochenende zu haben gefällt mir besonders, da ich diese gezielt Nutzen kann um mich bei einem Film zu entspannen oder bei Fitness oder Treffen mit Freunden oder meiner Freundin abzuschalten. Mein enger Freundeskreis ist gleich geblieben. Durch meine Situation haben meine zwei besten Freunde ebenfalls ihr Trinkverhalten hinterfragt. Sie halten sich zwar nicht an KT, gehen dafür aber deutlich seltener zum geplanten Feiern und Trinken und kommen da auch nüchterner nach Hause. Entgegen der früheren Gewohnheit, bei Langeweile zu trinken, unternehmen wir heute mehrere abwechslungsreiche Sachen als früher: Wir machen FIFA-Turniere, gemeinsam Sport, Go-Kart fahren, Laser-Tag, gehen Essen oder ins Kino etc.
Da ich erkannt habe, dass ich nicht nur zum Spaß, sondern auch zur Entspannung und zum Stressabbau trinke, habe ich hinterfragt, ob mir das jemals etwas gebracht hat. Die Antwort war, wie schon weiter oben beschrieben, ein klares Nein. Da ich nun weiß, dass ich mir den Stress oft selbst bereitet habe, da ich über Dinge nachgedacht habe, die sich mit der Zeit von alleine gelöst hätten, gehe ich mein Leben wesentlich entspannter an. Da meine freie Zeit nun auch wirklich meine Zeit zum Entspannen ist und nicht mehr zum Nachdenken, erhole ich mich besser und bin während der Arbeit deutlich produktiver und engagierter.

27. Wie stellen Sie sicher, dass Ihr neues Verhalten dauerhaft stabil bleibt?
Durch das Bewusstwerden über die Auswirkungen und Folgen von Alkohol in jeglicher Hinsicht, will ich heute keinen Alkohol mehr auf Grund seiner Wirkung trinken. Damit das so bleibt, versuche ich mein Leben abwechslungsreich, aufregend und zielgerichtet zu gestalten. So gehe ich sicher, dass ich nicht mehr wie früher aus Langeweile oder früheren Gewohnheiten, mich beim Feiern betrinke. Stelle ich fest, dass ich mit irgendetwas unzufrieden oder eben gestresst bin, weshalb ich früher vermutlich getrunken hätte, versuche ich heute das Problem zu analysieren oder mit Vertrauten darüber zu reden. Diese sind vertraut mit meinem Plan, Alkohol nur noch kontrolliert zu trinken. Sollte bei jemandem in meinem Umfeld der Verdacht entstehen ich könnte von meinem Kurs abweichen, so werde ich direkt darauf hingewiesen.
Bei meinem Vorhaben unterstützt mich zusätzlich auch noch das KT. Durch das Planen des Wann, was, wieviel und warum habe ich immer einen genauen Überblick über meinen Konsum. Hierdurch ist es mir möglich, erste Anzeichen in der Änderung meines Verhaltensmusters zu erkennen und daran zu arbeiten.

28. Können Sie sich vorstellen, jemals wieder in Ihre alten Gewohnheiten zurückzufallen?
Da ich ein Mensch bin, der den Drang hat immer etwas zu erleben und zu unternehmen, kann ich mir schon vorstellen, dass bei Unachtsamkeit der Rückfall in alte Gewohnheiten und in das Gewohnheitstrinken möglich sind. Da ich mich nun aber sehr tief mit dem Thema Alkohol befasst und auseinandergesetzt habe, weiß ich die Anzeichen zu erkennen, dass ich in alte Gewohnheiten zurückfalle. Das erste davon wäre, dass ich nicht aus Genuss sondern aus anderen Gründen Alkohol konsumiere. Zudem unterstützt mich vor allem meine Freundin aber auch mein Freundeskreis, die von meiner Problematik wissen und mich bei Tendenzen zu Rückfällen direkt darauf hinweisen. Außerdem weiß ich mittlerweile, dass der Alkohol es mir nicht ermöglicht irgendwelche tollen Dinge zu erleben, sondern eher verhindert, dass ich viele tolle Momente des Lebens nüchtern und klar wahrnehme.

29. Wie wollen sie in Zukunft das Trinken vom Fahren trennen?
Da ich weiterhin KT betreiben will, werde ich immer in der Lage sein, klare Gedanken zu fassen und nur noch komplett nüchtern in ein Auto zu steigen oder mich auf ein Fahrrad zu setzen. Das heißt, ich werde so wie ich es jetzt lebe, vorher wissen ob ich was trinke und somit auch die Möglichkeit haben den Hin- und Heimweg zu planen.
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  #22  
Alt 21.02.2018, 18:29
Brady Brady ist offline
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30. Haben Sie zum Abschluss noch etwas hinzuzufügen?
Nachdem ich nun so viel über das Thema Alkohol und Alkoholkonsum gelernt habe und meinen eigenen Konsum hinterfragt habe, bin ich im Prinzip dankbar dafür, dass ich die MPU machen muss und sehe es als Möglichkeit mich zu verändern und hoffentlich ein ausgeglichener und besserer Mensch zu werden – aktuell denke ich, dass ich da auf einem sehr guten Weg bin. Mittlerweile ist es mir auch peinlich wie ich früher so viel trinken konnte und auch so naiv sein konnte an diesem Abend noch Fahrrad zu fahren. Ich bin unendlich froh, dass dabei niemand zu Schaden gekommen ist.

Eine Frage hätte ich noch, mir wurde von der MPU-Stelle meiner Wahl gesagt, es werden nur die Leberwerte am Tag der MPU untersucht. Sollten diese nicht in Ordnung sein würde eine Haaranalyse durchgeführt werden. Ich dachte immer nach dem Tag der MPU würden keinerlei Untersuchungen stattfinden? Oder werden die Haare provisorisch abgenommen am Tag der MPU und nur verwendet falls die Leberwerte nicht i. O. sind?

So ich habe das ganze Inhaltlich mal überarbeitet, ich hoffe ich habe sprachlich nicht zu unverständlich geschrieben. Habe für die Übersicht mal noch ein bisschen Formatierung mit eingebaut.

Viele Grüße und Danke euch
Brady

Geändert von Brady (21.02.2018 um 18:42 Uhr)
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  #23  
Alt 25.02.2018, 10:08
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darksoul darksoul ist offline
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Zitat:
1. Beschreiben Sie den Tag Ihrer Trunkenheitsfahrt aus eigener Sicht mit Datum und Uhrzeiten.
(wann, wo und mit wem getrunken / wann und wie aufgefallen / Promille)
Am diesem Donnerstagabend (05.10.2017) habe ich mich mit einem sehr guten Studienkollegen zum Feiern getroffen (20:00). Anlass war, dass ich ab dem darauffolgenden Tag seit langem den ersten Urlaub hatte und auch bereits an dem folgenden Montag für zwei Wochen in den Urlaub fliegen konnte. [...]
Wie gesagt, hier kann noch kurz kommen, was Du den Rest des Tages so gemacht hast (auch wenn es erst einmal nichts mit der TF zu tun hat).

Zitat:
2. Was und wie viel haben Sie am Tattag insgesamt getrunken?
(Genaue Angaben in Sorte, Menge, Trinkzeit)
20:00-21:00: 2 Bier (1l)
21:00-22:00: 1 Bier (0,5l) und ein Glas Jacky-Cola (0,08l Schnaps)
22:00-23:00: 1 Bier (0,5l)
23:00-24:00: 1 Bier (0,33l) und 2 Kurze (Schnaps 0,02l)
00:00-03:00: 1 Bier (0,33l) 9 Kurze (Schnaps 0,02l)
03:00-04:00: 2 Bier (0,33l)
Widmark-Formel
BAK 1,74 Promille
Reduktionsfaktor 0,7
Körpergewicht 78kg
Stunden 9h
theoretische Gesamtpromillle 3,09
aufgenommene Alkoholmenge 210,8925g
TE insgesamt 26,3615625
Bier (5 Prozent) 3,32l
Bier (5 Prozent) 132,8 g
Jack Daniels (40 Prozent) 0,08l
Jack Daniels (40Prozent) 25,6g
Tequilla (38 Prozent) 0,22l
Tequilla (38 Prozent) 66,88g
getrunkene Alkoholmenge 225,28g
Ist für mich was die Menge betriffst stimmig. So läufst Du auf keinen Fall Gefahrt, etwas zu verharmlosen!

Zitat:
9. Haben Sie regelmäßig Alkohol getrunken, und wie hat sich ihr Trinkverhalten in den letzten Jahren entwickelt?
Zusammengefasst mit Frage 10.
10. Wie viel und wie oft haben Sie getrunken?
(Genaue Angaben in Sorte, Menge, Häufigkeit)
Ab 16 wurde das Trinkverhalten regelmäßig und hat sich bis ich 18 war mengentechnisch gesteigert. Seit 18 habe ich meine Freundin, zudem studiert und aus Zeitgründen seltener getrunken/gefeiert. Die Trinkmenge hat sich dabei bis ich 21 war konstant gehalten und seitdem geringfügig verringert.
Egel zu welchem Alter, nur an freien Tagen. Das heißt Wochenende bzw. Feiertage oder Urlaub.
15-16: Angefangen Bier zu Trinken. Meistens zwei bis drei Becks Green Lemon oder Veltins Energy. Im Schnitt ca. alle 3 Wochen am Wochenende getrunken, dabei ist das genannte nur die Maximalmenge, nicht die regelmäßige.
16-17: Bierkonsum hat sich gesteigert. Bis zu Fünf 0,5l Bier. Ab und zu auch Pushkin / Jack Daniels / Jägermeister / Wodka als Mixgetränke. Davon gemischt maximal 0,5l (also max. 0,2l Schnaps). Im Schnitt ca. alle 2 Wochen, dabei ist das genannte nur die Maximalmenge, nicht die regelmäßige.
17-18: Bierkonsum hat sich weiter gesteigert: bis zu neun 0,5l Bier oder bis zu 0,5l Schnaps (Jack Daniels, Wodka, Jägermeister, Pushkin, Club-Cocktails, Shots / Kurze) über den Abend/Nacht verteilt. Oft auch Bier und Schnaps abwechselnd an einem Abend, aber dann jeweils weniger Bier und weniger Schnaps(in Summe aber mehr Gramm Alkohol). Im Schnitt ca. drei Mal pro Monat, dabei ist das genannte nur die Maximalmenge, nicht die regelmäßige.
-21: Trinkmenge beibehalten
-23 (bis zur Trunkenheitsfahrt): bis zu acht 0,5l Bier oder bis zu 0,4l Schnaps (Jack Daniels, Wodka, Club-Cocktails, Shots / Kurze) über den Abend/Nacht verteilt. Oft auch Bier und Schnaps abwechselnd an einem Abend, aber dann jeweils weniger Bier und weniger Schnaps (in Summe aber mehr Gramm Alkohol). Im Schnitt ca. alle 3 Wochen, dabei ist das genannte nur die Maximalmenge, nicht die regelmäßige.
Die jeweiligen Maximalmengen zwischen 18 und 23 habe ich auf ein Jahr gesehen zwei bis drei Mal erreicht. Da ich in den Jahren davor meine Alkoholtoleranz gesteigert habe, denke ich, dass ich zu diesem Zeitpunkt die genannten Maximalmengen der jeweiligen Abschnitte öfter erreicht habe.
Was ergänzend hier noch gut beim GA ankommen kann ist eine Grafik / Trinktabelle. Dort könntest Du die durchschnittlichen TE (z.B. pro Jahr) als Balkendiagramm aufzeigen.

Die einzelnen Ausreißer nach oben ggf. auch. Und die Zeit seit KT auch auf dem Chart anzeigen, das verdeutlicht schön den Kontrast von damals zu heute.

Ist aber wie gesagt kein Muss.

Zitat:
12. Warum haben Sie getrunken?
(Innere + äußere Motive; Anmerkung: o.g. Link "psychologisches Gespräch" lesen)
[...]
Ablenkung/Entspannung/Abschalten/Zukunftssorgen: Während meiner Schulzeit habe ich das Trinken auf Grund der oberen Punkte begonnen. Aber vor allem als ich mit 17 angefangen habe dual zu studieren, habe ich mir selbst einen enorm großen Leistungsdruck aufgebaut, weil ich sowohl theoretisch als auch praktisch mindestens genauso gut wie die anderen, die deutlich älter waren als ich, sein wollte. Obwohl ich immer einer der besten war, hat sich mein Ehrgeiz immer weiter gesteigert. Auf einmal war schon die Note 1,3 nicht mehr gut genug. Dies führte dazu, dass ich mir oft zum Beispiel abends vor dem Einschlafen Gedanken gemacht habe, was ich am nächsten Tag alles machen kann/muss, wie die nächsten Tage und Wochen aussehen um alles unter einen Hut zu bekommen. Ich habe mir oft Sorgen gemacht, ob ich die richtigen Fächer innerhalb meines Studiums gewählt habe und die zu meinen späteren Wunschstellen passen, meine Arbeitsweise meine Betreuer zufrieden stellt und ich gute Bewertungen bekomme oder etwas besser machen kann. Häufig habe ich nach der Arbeit in meiner Firma (Praxisphasen) auch nicht abgeschaltet, da mich die Arbeit insofern privat so stark zum Nachdenken und Grübeln angeregt hat, da die Projekte einen großen Teil des Studiums und somit meiner Zukunft ausgemacht haben. Das war mir bisher nicht bewusst, aber rückblickend würde ich sagen, habe ich das Trinken am Wochenende dazu genutzt um zumindest einmal in der Woche abzuschalten und auch einen Grund zu haben am nächsten Tag nicht zu lernen/arbeiten. Dieselben Punkte gelten auch für mein aktuelles Masterstudium.
Das heißt zusammenfassend habe ich zum Zeitpunkt der TF aus Gruppenzwang / um zur Gruppe zu gehören, aus Gewohnheit, um viel zu erleben und auf Grund zur Ablenkung von Zukunftssorgen / Stress getrunken.
Ich denke auf diesen Aspekt solltest Du das Hauptaugenmerk lenken. Die Geschichte mit Gruppenzwang etc. als Einstieg ist ja in Ordnung. Du solltest noch etwas mehr darauf eingehen, warum es gerade der Alkohol zur Entspannung bei Dir war. Und nicht beispielsweise Sport o.ä.

Zitat:
Umso älter ich wurde, desto selbstbewusster und selbstsicherer wurde ich auch (also ohne Alkohol).
Das würde ich evlt. sogar noch abwandeln bzw. abschwächen. Zum Beispiel: selbstsicherer und selbstbewusster nach außen hin. Aber nach innen immer noch Selbstzweifel (aufgrund was dann kommt!)

Nur ein Gedankengang von mir.

Zitat:
15. Welche Auswirkungen und Folgen hatte Ihr Alkoholkonsum auf Ihr Leben und Ihr Umfeld?
Die Erholung am Wochenende von der Arbeits-/Schul-/Uniwoche war nicht optimal und der Schlaf kam meistens zu kurz. Ich habe somit einen Tag in der Woche verloren, an dem ich meine freie Zeit völlig spontan nach Lust und Laune hätte verwenden können. Ich habe gemerkt wie ich zum Beispiel bei einem Fußball-Spiel, welches fast immer sonntags ist, deutlich weniger Leistung bringe, wenn ich freitags nach dem Training mit Freunden unterwegs war und zu viel getrunken habe. Der gewohnte Alkoholkonsum hat außerdem oft dazu geführt, dass es am Freitagabend nicht darum ging was man denn unternehmen mag, sondern nur wo man zum Trinken und Feiern hingehen kann. Da am Wochenende viele kleinere Tätigkeiten anstehen (wie z.B.: Wäsche waschen, Einkaufen, Haus-/Wohnungsputz) sind diese oft bis Sonntag liegen geblieben, so dass die Arbeit die einzeln gesehen nicht groß ist dennoch große Teile des Sonntags eingenommen hat. Hierdurch hatte ich insgesamt noch weniger Zeit und war am Sonntagabend nur wenig entspannter als zu Beginn des Wochenendes.
Wenn ich, meistens freitags, unterwegs war, war es am nächsten Tag niemals möglich ein gemeinsames Frühstück mit der Freundin und Freunden zu unternehmen. In wenigen Fällen, in denen der Alkoholkonsum deutlich höher als sonst war, war es mir auch nicht möglich am folgenden Abend etwas zu unternehmen, was ich zwar als traurig empfand, aber da es nur selten vorkam ohne weiteres nachdenken hinnahm. Wenn ich heute darüber nachdenke, habe ich viel zu viel Zeit durch das Trinken und seine Folgen verloren, die ich hätte sinnvoll verwenden können.
Zusammenfassend kann ich nun also sagen, dass das Trinken genau das Gegenteil vom gewünschten Effekt erzielt hat: Nämlich statt Entspannung oder Abschalten von der Arbeits-/Schul-/Uniwoche habe ich zum Teil private Arbeit aufgeschoben oder wirklich entspannende Tätigkeiten nicht unternommen.
Habe gehofft diese Einsicht kommt und hast Du auch richtigerweise am Schlusse gebracht. Quasi dieses Paradoxon: Eigentlich genau das Gegenteil von Entspannung / Entlastung. Gut!!

Zitat:
16. Gab es in Ihrem bisherigen Leben frühere Zeiten, in denen sie weit mehr Alkohol als heute getrunken haben?
Wenn ja, nennen sie bitte die Lebensabschnitte und mögliche Ursachen und Umstände dafür.
Ja, da ich nun KT betreibe und somit meinen Alkoholkonsum bezogen auf die Menge, Häufigkeit und die Anlässe eindeutig im Griff habe.
Wenn die Frage (genau so) vom Gutachter kommt, dann natürlich nicht vergessen, die Zeiten des erhöhten Konsums nochmal zu nennen.
__________________
Liebe Grüße, darksoul

Geändert von darksoul (25.02.2018 um 10:21 Uhr)
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  #24  
Alt 25.02.2018, 10:09
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darksoul darksoul ist offline
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Zitat:
17. Haben sie jemals die Kontrolle über ihre Trinkmenge verloren und bis zur Volltrunkenheit Alkohol konsumiert?
Ja mehrfach, d.h. im Jahr bis zu drei Mal. Ich habe zwar fast immer bei einem gewissen Punkt aufgehört, weil ich weiß, dass mir dann schlecht wurde bzw. ich vermutlich umgefallen wäre. Aber zu diesem Zeitpunkt habe ich oft schon so viel getrunken, dass ich sehr betrunken war und der noch nicht vom Körper aufgenommene Alkohol mir dann den Rest gegeben hat.
Hier noch den zeitlichen Rahmen stecken. Ansonsten könnte sich die Frage ergeben "drei Mal pro Jahr, aber von wann bis wann". In Bezug auf Frage 9.) bzw. 10.) auch hier nochmal, diese Trinkspitzen würden sich klasse auf einer Grafik machen.

Zitat:
19. In welcher Kategorie von Trinker haben sie sich früher gesehen und wie stufen Sie sich heute rückblickend ein?
(mit Begründung)
Da ich stets nur mit Freunden und aus positiven Anlässen getrunken habe, hätte ich mich als Gelegenheitstrinker, der ab und zu mal zu tief ins Glas schaut aber sonst keine weiteren Probleme hat, eingeordnet.
Heute denke ich, dass bei mir eine Alkoholgefährdung vorlag (oder vorliegt), da eine solch hohe Gewöhnung / Giftfestigkeit wie bei mir nicht normal ist und schon gar nicht „cool“. Da ich den Alkohol immer speziell zum Feiern, also zum Entspannen oder abschalten getrunken habe, denke ich, dass eine Gefährdung vorliegt. Mir ist nun klar geworden, dass ich den Alkohol getrunken habe um einen bestimmen Effekt zu erzielen und nicht wie es sein sollte aus Genuss. Wenn ich nicht die Anregung erhalten hätte, mir Gedanken über dieses Verhalten zu machen, hätte sich das Problem womöglich noch weiter verschlimmern können.
Hier würde ich was die Einschätzung anbelangt schon in der Vergangenheit bleiben. Dein KT sollte mittlerweile so gefestigt sein, dass von einer Alkoholgefährdung aktuell keine "Gefahr" ausgehen sollte.

Klingt jetzt ggf. etwas widersprüchlich in Bezug auf den Rückfallgedanken, den Du ja keinesfalls ausschließen solltest (hast Du ja auch im ersten FB schon nicht).

Zitat:
20. Trinken Sie heute Alkohol? Wenn ja, was, wie viel und wie oft?
(Genaue Angaben in Sorte, Menge, Häufigkeit)
[...]
16.02.2017 Nachholen des Valentinstag – ein Radler
Da wir uns unter der Woche nicht sehen konnten, haben meine Freundin und ich den Valentinstag am Wochenende nachgeholt. Hierfür habe ich für meine Freundin gekocht und danach gemeinsam mit ihr ein Radler getrunken, um auf unsere tolle Beziehung anzustoßen und da es nach dem Essen als Abklang perfekt gepasst hat.
Geplante Abende
Ende April / Anfang Mai – Feiern der Beendigung meines Studiums
Ende Mai – Feiern meines Geburstages
Der Anlass 16.02.2017 fehlt weiter oben noch bei Konsum:

Zitat:
Konsum
Ich trinke noch Alkohol, wenn ja wie oft wieviel: Kontrolliertes Trinken
Die ersten Wochen nach TF kein Alkohol getrunken, da ich davon nichts wissen wollte.
02.12.2017 zwei Radler
31.12.2017 ein Bier und 0,1l Sekt
17.01.2017 ein Corona
Ich lebe abstinent seit: /
Nur der Vollständigkeit halber .


Rest bis Frage 30.) liest sich für mich auch erstmal gut, deswegen zitiere ich das jetzt hier nicht alles.

Also insgesamt schon m.E. ein wirklich stimmiger Fragebogen. Denke Du hast sehr viel verinnerlicht und kannst gut berichten, wie es heute im Vergleich zu früher besser in Bezug auf Alkohol und Entspannung ist.


Zitat:
Eine Frage hätte ich noch, mir wurde von der MPU-Stelle meiner Wahl gesagt, es werden nur die Leberwerte am Tag der MPU untersucht. Sollten diese nicht in Ordnung sein würde eine Haaranalyse durchgeführt werden. Ich dachte immer nach dem Tag der MPU würden keinerlei Untersuchungen stattfinden? Oder werden die Haare provisorisch abgenommen am Tag der MPU und nur verwendet falls die Leberwerte nicht i. O. sind?
Nein, am Tag der MPU werden nicht provisorisch Haare abgenommen.
Sollten die Leberwerte auffällig sein und Du z.B. keine Erklärung (z.B. seitens des Hausarztes) liefern können, so würdest Du noch die Möglichkeit haben, in einem Folgetermin nochmal eine Haarprobe abliefern zu können.

Aber davon gehen wir an dieser Stelle erstmal nicht aus. Hast Du schon einen MPU-Termin?
__________________
Liebe Grüße, darksoul
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  #25  
Alt 26.02.2018, 19:58
Brady Brady ist offline
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Hallo Darksoul,

also ich bin gerade dabei, die Änderungen am Fragebogen vorzunehmen. Aber ich werde heute wohl nicht mehr fertig. Ich werde auch mal eine Grafik, wie du es vorschlägst einbauen, da mich selbst mal der Vergleich interessieren würde. Ich mach das mal so wie ich das für richtig halte oder vlt. finde ich Vorlagen, welche mir gefallen und lade es dann hoch.

Termin habe ich leider noch keinen. Aber ich habe bei der TÜV-Stelle damals direkt Bescheid gegeben, dass sie ihn wenn möglich kurz vor Ende der Frist der Fsst setzen sollen wegen der 6 Monate. Sollte die nächsten Tage kommen der Anruf oder Brief mit Terminvorschlag.

Noch eine wichtige Frage: Ich habe überlegt mit einem Verkehrspsychologen darüber zu sprechen. Ich habe auch schon angefragt und mir wurden zunächst 90 Minuten empfohlen. Aktuell bin ich mir nicht sicher, ob mir das noch was bringen würde oder ob die Vorbereitung mit dem Forum genügt. Ich fühle mich eigentlich durch euch und die ganzen Informationen hier schon sehr gut vorbereitet. Hast du eventuell ein Tipp oder meinst du das lohnt sich auf jeden Fall noch? Wenn dann würde es darum gehen, dass ich inhaltlich noch etwas vom VP lerne. Da ich in solchen Gesprächen, wie es in der MPU auf mich zukommt, eigentlich selbstsicher agieren kann, denke ich nicht, dass ich zum Beispiel nur zum VP gehe um die MPU zu simulieren.

Danke für deine Hilfe und viele Grüße
Brady
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  #26  
Alt 27.02.2018, 17:57
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darksoul darksoul ist offline
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Moin,

Zitat:
also ich bin gerade dabei, die Änderungen am Fragebogen vorzunehmen. Aber ich werde heute wohl nicht mehr fertig. Ich werde auch mal eine Grafik, wie du es vorschlägst einbauen, da mich selbst mal der Vergleich interessieren würde. Ich mach das mal so wie ich das für richtig halte oder vlt. finde ich Vorlagen, welche mir gefallen und lade es dann hoch.
Ich habe es wie gesagt damals in einer Tabellenkalkulation gemacht. X-Achse habe ich für mich für eine Quartalsweise Aufteilung entschieden (hatte auch ein paar Jahre Trinkhistorie und da konnte man dann eine ensprechende Entwicklung sehen, welche etwas "genauer" war als wenn man beispielsweise nur 5 Balken für 5 Jahre aufstellt).

Bei der Y-Achse entsprechend die Alkoholmenge in Trinkeinheiten. Zunächst die Kurve mit den durchschnittlichen TE pro Quartal. Und die Ausreißer mit einer anderen Farbe für einzelne Trinkspitzen nochmal extra dazwischen / darüber.

Aber halt nur eine Möglichkeit das anzugehen. Ich denke da gibt es kaum ein richtig und falsch bezogen auf die Darstellung. Es soll dabei ja herauskommen, dass der Gutachter sieht, dass Du Dich damit beschäftigt hast.

Termin habe ich leider noch keinen. Aber ich habe bei der TÜV-Stelle damals
Zitat:
direkt Bescheid gegeben, dass sie ihn wenn möglich kurz vor Ende der Frist der Fsst setzen sollen wegen der 6 Monate. Sollte die nächsten Tage kommen der Anruf oder Brief mit Terminvorschlag.
Vernünftig, das soweit wie möglich herauszuzögern!

Zitat:
Noch eine wichtige Frage: Ich habe überlegt mit einem Verkehrspsychologen darüber zu sprechen. Ich habe auch schon angefragt und mir wurden zunächst 90 Minuten empfohlen. Aktuell bin ich mir nicht sicher, ob mir das noch was bringen würde oder ob die Vorbereitung mit dem Forum genügt. Ich fühle mich eigentlich durch euch und die ganzen Informationen hier schon sehr gut vorbereitet. Hast du eventuell ein Tipp oder meinst du das lohnt sich auf jeden Fall noch? Wenn dann würde es darum gehen, dass ich inhaltlich noch etwas vom VP lerne. Da ich in solchen Gesprächen, wie es in der MPU auf mich zukommt, eigentlich selbstsicher agieren kann, denke ich nicht, dass ich zum Beispiel nur zum VP gehe um die MPU zu simulieren.
Gibt wie für alles im Leben pro und contra.

Also ich für mich habe seinerzeit lediglich mich mit Hilfe des Forums hier
vorbereitet.

Schaden kann es allerdings nicht und ist wieder ein ggf. auch kleiner Pluspunkt für den GA. Wobei ich mir nicht vorstellen kann, dass es der ausschlaggebende Punkt sein wird die 90 Minuten.

Ich denke Du bist bereits sehr gut vorbereitet. Würde ich evtl. von dem Kostenpunkt abhängig machen. Wäre der Termin den kurzfristig? Was ich nicht machen würde wäre sehr kurzfristig vor der MPU und sich dadurch dann nochmal verrückt machen.
__________________
Liebe Grüße, darksoul
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  #27  
Alt 27.02.2018, 19:25
Brady Brady ist offline
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Alles klar. Ich habe mir mal den Thread der "erfolgreichen MPU'ler" angeschaut. Ich denke dabei ist eine große Quote, die auch ohne VP bestanden hat. Ich müsste den Termin noch telefonisch vereinbaren, denke aber das würde kurzfristig gehen. Kostenpunkt wären 140€/h.
Grundsätzlich fühle ich mich eigentlich gut vorbereitet. Ich denke auch, dass mein Alter und mein selbstbewusstes Auftreten mir in der MPU es eventuell leichter machen, den Gutachter davon zu überzeugen, dass ich mich verändert habe und auch weiterhin so leben will.
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  #28  
Alt 05.03.2018, 19:23
Brady Brady ist offline
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Zur Person
Geschlecht: Männlich
Größe:180
Gewicht:78
Alter:23
Bundesland: Bayern

Was ist passiert?
Datum der Auffälligkeit:05.10.2017
Fahrrad
BAK:1,75
Trinkbeginn:20:00
Trinkende:04:00
Uhrzeit der Blutabnahme:5:45


Stand des Ermittlungsverfahrens
Gerade erst passiert: /
Strafbefehl schon bekommen: Gegen gemeinnützige Spende im Dezember eingestellt
Dauer der Sperrfrist: /

Führerschein
Hab ich noch: Ja
Hab ich abgegeben: Nein
Hab ich neu beantragt: /
Wurde mir entzogen? Nein
Noch in der Probezeit? Nein
Habe noch nie einen besessen: /
Führerscheinstelle
Hab schon in meine Akte geschaut Ja/Nein: Ja
Sonstige Verstöße oder Straftaten?: Nein
Fragestellung der Fsst (falls bekannt):
- Liegen körperliche und/oder geistige Beeinträchtigungen vor, die mit einem unkontrollierten Konsum von Alkohol in Zusammenhang gebracht werden können?
- Ist insbesondere nicht zu erwarten, dass das Führen von fahrerlaubnisfreien Fahrzeugen und ein die Fahrsicherheit beeinträchtigender Alkoholkonsum nicht hinreichend sicher getrennt werden kann?
- Ist insbesondere nicht zu erwarten, dass das Führen von fahrerlaubnispflichtigen Fahrzeugen und ein die Fahrsicherheit beeinträchtigender Alkoholkonsum nicht hinreichend sicher getrennt werden kann?

MPU-Gutachten muss bis 12.04.2018 vorliegen. (Sollte die MPU davor gemacht sein und die Auswertung sich verzögern, ist das kein Problem laut Führerscheinstelle, solang ich bescheid gebe). Somit schaffe ich nur knapp unter 6 Monaten KT.

Konsum
Ich trinke noch Alkohol, wenn ja wie oft wieviel: Kontrolliertes Trinken zu bestimmen Anlässen
02.12.2017 zwei Radler
31.12.2017 ein Bier und 0,1l Sekt
17.01.2018 ein Corona
16.02.2018 ein Radler
04.03.2018 ein Bier

Abstinenznachweis
Haaranalyse ja, wie viele bisher und seit wann: Nein
Nein ich befinden mich im Urinscreeningprogram seit: Nein

Leberwerte: Nein, ausgewälte MPU-Stelle erwartet keine LW. Falls Leberwerte am Tag der MPU nicht in Ordnung, wird eine Haaranalyse durchgeführt. (Werde die Leberwerte vorher zur Kontrolle aber noch checken lassen)

Aufarbeitung
Suchtberatungsstelle aufgesucht?: Einmal – Laut Suchtberatung ausreichend
Selbsthilfegruppe (SHG): Nein
Psychologe/Verkehrspsychologe: 90 min geplant um den „Feinschliff“ zu geben bzw. mit sicherem Gefühl in die MPU zu gehen
Kurs für verkehrsauffällige Autofahrer: /

Ambulante/stationäre Therapie
(bitte Zeitraum von Beginn bis Ende angeben): /

werden derzeit Medikamente eingenommen? Sensibilisierungstabletten / Asthmaspray

MPU
Datum: Gutachten muss bis 12.04.18 vorliegen, Termin habe ich noch nicht.
Welche Stelle (MPI): TÜV
Schon bezahlt?: Nein

Altlasten
Bereits durch Alkohol auffällig geworden Punkte oder sonstige Straftaten: Nein
Tathergang

1. Beschreiben Sie den Tag Ihrer Trunkenheitsfahrt aus eigener Sicht mit Datum und Uhrzeiten.
(wann, wo und mit wem getrunken / wann und wie aufgefallen / Promille)
Den Tag (Donnerstag 5.10.2017) der Trunkenheitsfahrt habe ich zuvor an dem Lehrstuhl verbracht, an welchem ich meine Masterarbeit schreibe. Dort habe ich die letzten Sachen gemacht, welche vor meinem anstehenden Urlaub erledigt werden mussten und so einen runden Schnitt zur Urlaubspause geschaffen. Da es nicht mehr sinnvoll war mit etwas neuem anzufangen, hatte ich deswegen auch den nächsten schon Tag frei (Freitag). Gegen 18 Uhr bin ich nach Hause gekommen, habe etwas Kleines gegessen (Dose Linsen) und mich anschließend fertig gemacht um mit dem Fahrrad zu meinem Studienkollegen zu fahren. Wir hatten schon früh morgens und prinzipiell auch eine Woche vorher ausgemacht, dass wir am Abend meinen bevorstehenden Urlaub einläuten wollen. Es war mein erster Urlaub bzw. die ersten freien Tage seit mehr als einem Jahr, am darauffolgenden Montag bin ich auch für zwei Wochen ins Ausland verreist.

Wir haben bei ihm zuhause mit dem Trinken angefangen(20:00), sind anschließend mit dem Fahrrad in eine Bar (22:00) und von dort aus mit dem Fahrrad in den Club (24:00). Da wir noch einen neuen Freund an diesem Abend kennen gelernt haben, habe ich diesen auf dem Gepäckträger auf dem nach Hauseweg mitgenommen (4:45), um diesen zu seinem Fahrrad zu bringen. Hierbei bin ich durch Schlangenlinien aufgefallen und wurde von der Polizei angehalten. Diese hat dann starken Alkoholgeruch wahrgenommen. Ich war sichtlich alkoholisiert, konnte nicht mehr gerade stehen und nuschelte (Polizeibericht). Der Atemalkoholtest ergab 0,88mg/l um 4:45. Auf Grund diesen Wertes musste ich mit auf die Wache und dort erfolgte die Ermittlung der BAK mit dem Ergebnis 1,74 um 5:45 und einige Koordinationstests durch den Arzt. Mein Studienkollege und der neugewonnene Freund sind bis dahin bereits ebenfalls auf der Wache gewesen um mir beizustehen. Wir sind anschließend gemeinsam mit dem Taxi nach Hause gefahren. Dort habe ich zunächst meine Freundin angerufen und ihr von der Nacht erzählt. Anschließend habe ich probiert mein Rausch auszuschlafen. Als ich wach wurde, habe ich die Zeit damit verbracht, mich mit der letzten Nacht, den möglichen Konsequenzen und einem Besuch bei der Polizei (für Nachfragen) zu beschäftigen.

Anmerkung der Polizei im Bericht: Ich war ruhig, kooperativ, zeigte mich einsichtig und erkannte mein Fehlverhalten.
Anmerkung des Arztes im Bericht: Abgesehen von dem „Geh-Test“ waren alle Prüfungen/Merkmale unauffällig (Pupillen, Sprache, Finger-Übung, Stimmung, etc.)

2. Was und wie viel haben Sie am Tattag insgesamt getrunken?
(Genaue Angaben in Sorte, Menge, Trinkzeit)

20:00-21:00: 2 Bier (1l)
21:00-22:00: 1 Bier (0,5l) und ein Glas Jacky-Cola (0,08l Schnaps)
22:00-23:00: 1 Bier (0,5l)
23:00-24:00: 1 Bier (0,33l) und 2 Kurze (Schnaps 0,02l)
00:00-03:00: 1 Bier (0,33l) 9 Kurze (Schnaps 0,02l)
03:00-04:00: 2 Bier (0,33l)
Widmark-Formel
BAK 1,74 Promille
Reduktionsfaktor 0,7
Körpergewicht 78 kg
Stunden 9 h
theoretische Gesamtpromille 3,09
aufgenommene Alkoholmenge 210,8925 g
TE insgesamt 26,3615625
Bier (5%) 3,32 l
Bier (5%) 132,8 g
Jack Daniels (40%) 0,08 l
Jack Daniels (40%) 25,6 g
Tequilla (38%) 0,22 l
Tequilla (38%) 66,88 g
getrunkene Alkoholmenge 225,28 g

3. Wie viel Kilometer fuhren Sie, bis Sie aufgefallen sind und wie viel Kilometer wollten Sie insgesamt fahren?
500m bis zur Auffälligkeit. 1500m insgesamt.
4. Hatten Sie das Gefühl, noch sicher fahren zu können?
(Ja/Nein + Begründung)

Ja, da ich nicht genauer nachgedacht habe, es sich um eine kurze Strecke gehandelt hat und ich mich nicht so betrunken gefühlt habe, wie ich es letztendlich war. Allerdings zeigen die Schlangenlinien, die ich gefahren bin, dass ich nicht mehr in der Lage dazu war.
5. Wie haben Sie die Trunkenheitsfahrt vermeiden wollen (wenn überhaupt)?
Bewusst das Fahrrad genommen. Dabei war mir zum einen nicht klar, dass es dort Grenzen gibt bzw. ich diese dann nicht einhalte. Außerdem habe ich mir zu diesem Zeitpunkt nicht klar gemacht, dass ich auch mit dem Fahrrad eine Gefahr für mich und die anderen Verkehrsteilnehmer bin.
6. Haben Sie bereits früher im Straßenverkehr unter Alkoholeinfluss gestanden und sind aufgefallen?
Nein
7. Wie oft haben Sie alkoholisiert am Straßenverkehr teilgenommen ohne aufzufallen und was folgern Sie daraus? (Tip Anmerkung von Jody lesen (danke Jody) KLICK)
Hochgerechnet auf die letzten 5 Jahre: 30 – 50 mal
a) mindestens die Hälfte davon geht auf Anlässe zurück, bei welchen ich ein bis vier Radler oder zwei Bier getrunken habe (Training, Spiel oder Abendessen)
b) die andere Hälfte ist auf Restalkohol zurückzuführen. Da der Führerschein nicht allzu lange her ist, habe ich aber grundsätzlich PI-mal Daumen meinen Abbau berechnet um nicht über die 0,5 Promille-Grenze zu kommen. Dabei habe ich allerdings nicht beachtet, dass die Abbaurate von vielen Variablen abhängt und ich zudem niemals genau wissen kann, wieviel Promille ich denn genau am Vorabend hatte. Aus meiner heutigen Sicht und Einstellung ist das also nicht zu vertreten.
Ich weiß das wirkt verharmlosend. Allerdings macht das Fahrradfahren in meiner Heimatstadt soweit kein Sinn, da ich immer Zug oder Taxi fahre. Ich will damit nicht Fahrrad fahren gegenüber dem Autofahren verharmlosen. Mit dem Auto kamen außer Fall a) und b) keine Fahrten unter höherer BAK hinzu, da ich schon immer darauf achte wie ich hin und heimkomme und da die meisten Feierlichkeiten von meiner Heimatstadt eben doch weiter weg sind und ich zudem von den Bestimmungen beim Auto mit der Promillegrenze im Gegensatz zu den Bestimmungen beim Fahrrad wusste und ich mir hierbei auch niemals die Gefahr bewusst gemacht habe, die vom betrunkenen Fahrradfahren ausgeht. In meiner Studentenstadt bin ich nur unter der Woche. Da ich hier viel arbeite um am Wochenende Zeit zu haben, bin ich hier nur selten weg. Da ich sehr zentral wohne, laufe ich eigentlich grundsätzlich. Das einzige Mal, als ich bei demselben Studentenkumpel war, habe ich mein Auto stehen lassen und wir sind zu mehrt Bus gefahren, da dieser nachts umsonst ist. Da ich in der Nacht der TF nicht wieder mein Auto stehen lassen wollte, bin ich also bewusst mit dem Fahrrad gefahren. Ab und zu kamen auch Freunde aus meiner Heimatstadt in meiner Studentenstadt vorbei, die alle mit dem Zug anreisten. Wenn wir dann Feiern gingen, sind wir alle gelaufen, da Auto fahren in dieser Stadt recht unsinnig ist, wenn man so wohnt wie ich.
Bei Fall a) habe ich früher gedacht ich wäre sicher unter 0,5 Promille, wobei ich nun allerdings weiß, dass ich hierdurch auch darüber liegen kann.
Beides würde ich heute so nicht mehr machen, da ich nun weiß, dass auch geringe Mengen Alkohol die Fahrtüchtigkeit schon deutlich verschlechtern.
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  #29  
Alt 05.03.2018, 19:24
Brady Brady ist offline
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Exploration

8. Wann hatten Sie den ersten Kontakt mit Alkohol und wann haben Sie das erste Mal Alkohol zu sich genommen?
(Allererste Erinnerung und erster Konsum)

Die erste Erinnerung an Alkohol habe ich daran, dass mein Vater früher zum Grillen oder bei Treffen mit seinen Feuerwehrkollegen Bier getrunken hat.
Der erste Konsum beinhaltete drei oder vier Klopfer mit 13 oder 14 mit den Feuerwehrkameraden meines Vaters. Ich durfte laut meines Vaters einen Klopfer trinken, falls ich jemand von den Feuerwehrkameraden finde, der mit mir einen trinkt. Habe dann aber bei zwei oder drei Kameraden so getan, als wäre das der erste Klopfer und somit auch zwei oder drei getrunken.

9. Haben Sie regelmäßig Alkohol getrunken, und wie hat sich ihr Trinkverhalten in den letzten Jahren entwickelt?
Zusammengefasst mit Frage 10.
10. Wie viel und wie oft haben Sie getrunken?
(Genaue Angaben in Sorte, Menge, Häufigkeit)
Ab 16 wurde das Trinkverhalten regelmäßig und hat sich bis ich 18 zwar mengentechnisch gesteigert. Seit 18 habe ich meine Freundin, zudem studiert und aus Zeitgründen seltener getrunken/gefeiert. Die Trinkmenge hat sich dabei bis ich 21 war konstant gehalten und seitdem geringfügig verringert.
Egel zu welchem Alter, nur an freien Tagen. Das heißt Wochenende bzw. Feiertage oder Urlaub.
15-16:
Regelmäßig: 2-4 Becks Green Lemon oder Veltins Energy (0,33l) (1-2 Mal pro Monat)
Unregelmäßig bzw. damals Trinkspitzen: Sixpack Becks Green Lemon oder Veltins Energy (2-3 mal in dem Alter)
16-17:
Regelmäßig (nach dem Sport, zum Fußballschauen oder am See): ein Bier (0,5l) oder Radler (0,5l) (2-3 Mal pro Monat)
Unregelmäßig (Silvester, Geburtstage, Disco mit Aufsicht): bis zu 5 Bier (0,5l), seltenen einen Schnaps dazu (1-2 Mal pro Quartal)
17-21:
Regelmäßig (nach dem Sport, zum Fußballschauen oder am See): ein Bier (0,5l) oder Radler (0,5l) (2-3 Mal pro Monat)
Unregelmäßig (Silvester, Geburstage, Fasching, Disco): 4-6 Bier (0,5l) oder 0,3l Schnaps, meistens aber eine Mischung aus beidem (2-3 mal pro Quartal)
21-TF:
Regelmäßig (nach dem Sport, zum Fußballschauen oder am See): ein Bier (0,5l) oder Radler (0,5l) (1-2 Mal pro Monat)
Unregelmäßig (Silvester, Geburstage, Fasching, Disco): 4-5 Bier (0,5l) oder 0,25l Schnaps, meistens aber eine Mischung aus beidem (1-2 mal pro Quartal)
Trinkspitzen:
Ende 2010 (einer der ersten Discobesuche mit Aufsicht): ~4 Bier (0,5l) + 4 Kurze (~14 TE)
Sommer 2011 (Freie Zeit nach dem Abi): 1-2 mal ca. 8 Bier (0,5l) und wenige Kurze oder ca. vier Bier (0,5l) und 0,2l Schnaps (~20-25 TE)
Faschingsball Fußballverein 2012: 3-4 Bier (0,5l) und 0,4l Schnaps (~27 TE)
Sommer 2012 (mein 18. Geburtstag): 5 Bier (0,5l) zum Aufbau ab 17/18 Uhr, später dann 0,25l Schnaps (vor und nach 0:00) und ab 12 Uhr mehrere Kurze (bis zu 10); (32,5 TE)
Faschingsball Fußballverein 2013: 5-6 Bier (0,5l) und 0,35l Schnaps (~30 TE)
Weihnachten 2014-2016: 6-7 Bier und 0,4l Schnaps (33,5 TE)
21. Geburtstag (in der Hütte einer meiner Freunde gefeiert): ca. 10 Bier (25 TE)
Sommer 2017 Stadtfest: 6-7 Maß Bier (32,5 TE)
Oktober 2017 TF: 3,3l Bier + 0,3l Schnaps (28 TE)

Schnapssorten:
15-18: Wodka, Jägermeister, Pushkin, Tequila, Cocktails in Bars/Clubs (Long Island Ice Tea, Cuba Libre meistens)
18-TF: Jack Daniels, Tequila, Coktails in Bars/Clubs (Long Island Ice Tea, Cuba Libre meistens)


11. Wo und mit wem haben Sie überwiegend getrunken?
Zu Beginn mit Schulkollegen, dann mit Vereins- und Studienkollegen – also Freunden. Zuhause/bei Freunden (nur vor dem Feiern in Clubs), auf Geburtstagen oder ins Bars. Ansonsten gab es gelegentlich zu gutem Essen oder zu Familienfesten auch mal ein Bier oder Glas Sekt.

12. Warum haben Sie getrunken?
(Innere + äußere Motive; Anmerkung: o.g. Link "psychologisches Gespräch" lesen)

Gruppenzwang/Integrierung/Mut: Da ich die vierte Klasse übersprungen habe und im Mai Geburtstag habe (gerade noch so mit 6 eingeschult statt mit 7) war ich im Gymnasium mit Abstand der Jüngste in der Klasse. Vor allem von den Klassenkameraden, die aus derselben Stadt kommen wie ich, wurde ich ausgeschlossen und auch gemobbt. Das lag daran, dass diese mich bereits zuvor kannten und ich während der 3.Klasse oft an ihrem Unterricht der 4. Klasse teilgenommen habe. Das heißt von morgens im Bus hin zur Schule bis nachmittags mit dem Bus heim von der Schule, war ich dem Ganzen ausgesetzt und immer ein Einzelgänger.
Da ich in meiner Heimatstadt damals auch mit dem Fußball angefangen habe, hatte ich viel Kontakt zu anderen aus meiner Stadt, die im Freundeskreis meiner Klassenkameraden integriert waren. Hierüber hatte ich dann die Möglichkeit die ersten Male bereits mit 15 Becks Green Lemon oder Veltins Energy nach der Schule oder an Wochenenden mitzutrinken. Hierdurch habe ich es endlich geschafft, mehr in der Gruppe akzeptiert zu werden und auch zu anderen Treffen eingeladen zu werden. Zudem wurde ich lockerer und hatte auch mehr Mut, mich dem Mobbing oder dummen Sprüchen entgegenzusetzen. Diese Wirkung habe ich dann auch gezielt auf Partys hervorrufen wollen, um Frauen ansprechen zu können. Dieser Mut kam wiederum auch vor den Klassenkameraden gut an.
Im Laufe der Zeit wurde ich wesentlich selbstsicherer in Bezug auf den Umgang mit meinen Klassenkameraden und später auch Arbeits- oder Studienkollegen. Ich war eigentlich immer ein angesehenes Mitglied der Gruppe. Allerdings dachte ich damals auch noch, mit meiner großen Alkoholtoleranz und meinem Verhalten beim Feiern (Aufreißer, witzig, locker drauf) meinen Freunden imponieren zu müssen.
Selbstzweifel/Ablenkung/Entspannung/Abschalten/Zukunftssorgen:
Wie bereits erwähnt, wurde ich sicherer im Umgang mit meinem Mitmenschen. Allerdings wuchsen in mir selbst die Selbstzweifel und die Unzufriedenheit mit mir selbst. Seit der Feststellung meiner Hochbegabung wurden enorm große Ansprüche von meinen Eltern an mein Leistung gestellt, die ich während dem Abitur aus Trotzverhalten und um nicht noch mehr in die Schusslinie anderer zu geraten nicht erfüllen wollte. Obwohl mein Vater mir immer das Gefühl gegeben hat, technisch und praktisch in Taugenichts zu sein, habe ich ein duales Studium inklusive einer Industriemechanikerausbildung begonnen. Nach Beendigung der Ausbildung war die einzige „Wertschätzung“ meines Vaters: „Hätte ich dir niemals zugetraut und kann ich mir nicht erklären, wie du das geschafft hast. Also sehr abwertend. Durch solche Dinge wurde die Basis für meine späteren Selbstzweifel geschaffen. Das schwierige Verhältnis zu meinem Vater, der oft überreagiert hat (ist mittlerweile besser geworden), hat dazu geführt, dass ich mich zuhause abgekapselt habe und nie von meinen Sorgen erzählt habe.
Während des Studiums habe ich mich stets mit den anderen, immer noch wesentlich älteren, Kommilitonen verglichen. Dabei habe ich mich stets schlechter eingeordnet, weil diese praktisch bereits viel mehr konnten und auch zu Hause schon viel gelernt haben (außer: „Geh weg“ oder „lass lieber mich das machen, weil du es eh nicht kannst“, habe ich zu Hause eigentlich nichts auf diesen Weg meiner Ausbildung mitbekommen). Um dies zumindest auf einem Weg auszugleichen, habe ich probiert in den theoretischen Arbeiten (den Klausuren) der Beste zu sein (mir war oft eine 1,3 schon nicht mehr gut genug). Dies hat auch notentechnisch gut geklappt. Allerdings hat es dazu geführt, dass ich mir immer Gedanken gemacht habe, wie ich noch besser werden kann. Ich habe mir Arbeitspläne erstellt, mir oft abends noch über mein weiteres Vorgehen den Kopf zerbrochen und mir selbst enorm viel Druck gemacht. Dies wurde besonders schlimm, als es an die Studienarbeiten heranging, die Theorie mit Praxis verbinden, und bei denen strategisches Arbeiten enorm wichtig für ein gutes Ergebnis war. Obwohl der Großteil dieser Arbeiten im Büro meiner Arbeitsstelle stattfinden sollte, habe ich mir privat sehr viel Gedanken gemacht, da dies sehr großen Einfluss auf meine Zukunft hat. Hier stelle ich mir nicht nur Fragen wie ich die Fragestellung löse, sondern auch ob ich in den Augen meiner Betreuer überhaupt gute Arbeit leiste. Zudem habe ich mir oft noch die Sorgen gemacht, ob ich auch die richtigen Fächer oder Themen für die Abschlussarbeit gewählt habe, um später in meinen Wunschberuf einsteigen zu können.
Rückblickend würde ich sagen, dass ich das Feiern und Trinken nach dem Abitur bis zur Trunkenheitsfahrt meist benutzt habe, um wieder in meine sorgenlose und lockere Persönlichkeit für zumindest eine kurze Zeit entfliehen zu können. Wenn ich Feiern oder Trinken war, habe ich sehr oft Komplimente bekommen für meine Persönlichkeit oder auch für das was ich bereits erreicht hatte, das hat mir zudem gut getan und mich wohl immer wieder dazu gebracht zu trinken und zu feiern. Das Feiern am Wochenende war sozusagen mein Zufluchtsort, um von dem ganzen Druck und Stress, den ich mir unter der Woche gemacht, habe zu entfliehen. Hierbei erhielt ich all das, was ich unter der Woche vermisste oder worüber ich mir sorgen machte: Ich wurde angesehen, respektiert und zum anderen auch für meine Art und meinen Werdegang bewundert. Dieses Verhalten erklärt für mich auch heute, warum ich die meisten meiner Trinkspitzen direkt nach sehr stressigen Phasen erlebt habe. Ich habe endlich die ganze Arbeit erledigt und wollte schnellstmöglich den ganzen Stress hinter mir lassen und hierfür in meine Rolle des leichtlebigen, jungen und feierwütigen Studenten schlüpfen. Ich wusste ja auch, dass jedes Ende einer stressigen Phase nur heißt, dass irgendwann in Kürze wieder eine solche Phase beginnt und wollte somit die mir zur Verfügung stehende Zeit nutzen und genießen.
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  #30  
Alt 05.03.2018, 19:24
Brady Brady ist offline
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Frühe Prägung: In Geschichten der Älteren war meistens Alkohol der Inhalt und als Grund dafür genannt, dass die Abende so „super“ waren. Auch in Filmen oder Serien, wird Alkohol immer Klasse und als Grundlage für einen tollen Abend dargestellt – das hat sich dann bei mir so eingeprägt. Diese Prägung war immer Teil der Motive um zu trinken bzw. auch vermutlich, um dem Stress unter der Woche zu entfliehen. Ich wollte erreichen, dass auch ich irgendwann tolle Geschichten erzählen kann. Mein Gedankengang lässt sich wohl so beschreiben, dass ich die begrenzte Zeit meiner Jungen Jahre unbedingt nutzen wollte, um ebenfalls „legendäre“ Abende zu erleben. Dass die witzigen Geschichten, die ich erlebt habe, eigentlich von trauriger Natur sind, weil jemand gekotzt hat oder dumme Sachen angestellt hat (betrunken eingeschlafen, auf der Bierkiste die Treppe runter (ein Kumpel), Klingelstreiche, Wenn-Ich-Du-Wäre Spielchen etc…), habe ich mir nie bewusst gemacht.

Warum Alkohol zur Entspannung?
Ich habe mir auch Gedanken gemacht, warum ich Alkohol zur Entspannung und nicht etwas anderes verwendet habe. Ich denke zunächst liegt das daran, dass ich die ersten Erfahrungen mit Alkohol damit verbinde, in einer Art „andere Persönlichkeit“ zu schlüpfen. Somit war das wohl das nächste und einfachste, um von allem abzuschalten. Allerdings bin ich auch beim Sport immer extrem ehrgeizig gewesen:
→ ich habe unter Druck und Stress trainiert und extrem auf meine Ernährung geachtet
→ habe ich ein Training ausfallen lassen oder mein Ernährungsplan nicht eingehalten, habe ich mich schlecht gefühlt und mich runtergezogen
→ ich habe auf lange Frist durch Verletzungen und die Arbeit keinen zufriedenstellenden Erfolg erlangt -> ich war sogar noch unzufriedener mit mir
→ die Erholung blieb also aus
→ Das Feiern war, wenn ich viel trainiert habe, eine Art Cheatday/Belohnung und somit ein Entspannungsersatz (der aber, wie sich jetzt rausstellt, nicht zur Entspannung diente und auch für den Sport sehr kontraproduktiv war)
Ich habe zwar auch andere Dinge unternommen (Kino, Essen gehen, Couchabende mit Freundin oder Kumpels), aber irgendwie ist mir nie bewusst geworden, dass ich damit wesentlich besser entspanne. Was ich damals auch falsch gemacht habe, war beim Austausch über Gefühle oder Probleme, meist nur Zuhörer zu sein und mir nicht selbst mal die Probleme und den Stress von der Seele geredet habe. Ich bin mir sicher, ich hätte von meinen engen Vertrauten nur positives gehört und dass sie stolz sind, wie ich mein Leben eigentlich auf die Reihe bekomme… so ist es zumindest jetzt und das hilft mir in einer aktuell sehr anspruchsvollen und stressigen Lebensphase. Nach außen hin hat eigentlich nie jemand festgestellt, dass ich immer sehr angespannt und gestresst war und mit den Gedanken meist bei der Arbeit / Uni war. Ich habe mir früher auch einfach zu selten Zeit genommen für Dinge, die mich wirklich entspannt haben, um überhaupt feststellen zu können, dass mir das gut tut.

13. Welche Wirkung haben Sie in der Vergangenheit nach Alkoholgenuss bei sich beobachtet?
(bei wenig und bei viel Alkohol)

Wenig: lockerer und mutiger, überdimensioniertes Selbstbewusstsein (evtl. sogar Arroganz), mehr Rededrang, viel (auch unbegründetes) Lachen, Müdigkeit (wenn nicht weiter getrunken wird)
Viel Alkohol: Lallen, geschwächte Koordination, schwerfällig, sentimental, Versuch im Mittelpunkt stehen zu wollen, überdimensioniertes Selbstbewusstsein, Rededrang, Übelkeit

14. Gab es kritische Hinweise Anderer auf Ihren Alkoholkonsum und wie haben Sie darauf reagiert?
Von den „Trinkkollegen“ nach den Trinkspitzen, wo der Alkohol stärker gewirkt oder ich zusätzlich auch noch deutlich mehr getrunken habe, wurden am nächsten Tag Witze darüber gemacht, wie man so viel trinken kann, dass man so torkelt oder lallt. Damals habe ich das ebenfalls als witzig angesehen und gedacht: Da hast aber ein geilen Abend erlebt. Heute schäme ich mich dafür, dass mich die Leute an den besagten Abenden gesehen haben und deutlich bemerkbar war, dass ich viel zu viel getrunken habe.
Von meinen Eltern, wenn ich den ganzen Samstag oder Sonntag im Bett lag, warum ich die Zeit nicht sinnvoll nutze bzw. die Aussage: „Tja, das hat man davon, wenn man es am Tag zu vor übertreibt.“ Darauf habe ich nicht viel Wert gelegt, da ich zum einen unter der Woche viel gelernt oder Sport betrieben habe und meine Zeit effizient genutzt habe und zum anderen das Verhältnis zu meiner Familie nicht sehr eng war. Ich dachte die kaputten Vor- und Nachmittage am Wochenende, die ich verkatert im Bett verbracht habe, sind der Preis dafür, wahnsinnig tolle und legendäre Abende haben zu können.

15. Welche Auswirkungen und Folgen hatte Ihr Alkoholkonsum auf Ihr Leben und Ihr Umfeld?
Die Erholung am Wochenende von der Arbeits-/Schul-/Uniwoche war nicht optimal und der Schlaf kam meistens zu kurz. Ich habe somit einen Tag in der Woche verloren, an dem ich meine freie Zeit völlig spontan nach Lust und Laune hätte verwenden können. Ich habe gemerkt wie ich zum Beispiel bei einem Fußball-Spiel, welches fast immer sonntags ist, deutlich weniger Leistung bringe, wenn ich freitags nach dem Training mit Freunden unterwegs war und zu viel getrunken habe. Der gewohnte Alkoholkonsum hat außerdem oft dazu geführt, dass es am Freitagabend nicht darum ging was man denn unternehmen mag, sondern nur wo man zum Trinken und Feiern hingehen kann. Da am Wochenende viele kleinere Tätigkeiten anstehen (wie z.B.: Wäsche waschen, Einkaufen, Haus-/Wohnungsputz) sind diese oft bis Sonntag liegen geblieben, so dass die Arbeit, die einzeln gesehen nicht groß ist, dennoch große Teile des Sonntags eingenommen hat. Hierdurch hatte ich insgesamt noch weniger Zeit und war am Sonntagabend nur wenig entspannter als zu Beginn des Wochenendes.
Wenn ich, meistens freitags, unterwegs war, war es am nächsten Tag niemals möglich ein gemeinsames Frühstück mit der Freundin und Freunden zu unternehmen. In wenigen Fällen, in denen der Alkoholkonsum deutlich höher als sonst war, war es mir auch nicht möglich am folgenden Abend etwas zu unternehmen, was ich zwar als traurig empfand, aber da es nur selten vorkam ohne weiteres nachdenken hinnahm. Wenn ich heute darüber nachdenke, habe ich viel zu viel Zeit durch das Trinken und seine Folgen verloren, die ich hätte sinnvoll verwenden können.
Zusammenfassend kann ich nun also sagen, dass das Trinken genau das Gegenteil vom gewünschten Effekt erzielt hat: Nämlich statt Entspannung oder Abschalten von der Arbeits-/Schul-/Uniwoche habe ich zum Teil private Arbeit aufgeschoben oder wirklich entspannende Tätigkeiten nicht unternommen.

16. Gab es in Ihrem bisherigen Leben frühere Zeiten, in denen sie weit mehr Alkohol als heute getrunken haben?
Wenn ja, nennen sie bitte die Lebensabschnitte und mögliche Ursachen und Umstände dafür.

Ja, da ich nun KT betreibe und somit meinen Alkoholkonsum bezogen auf die Menge, Häufigkeit und die Anlässe eindeutig im Griff habe. Ansonsten ist das denke ich aus den vorherigen Antworten ganz gut ersichtlich.

17. Haben sie jemals die Kontrolle über ihre Trinkmenge verloren und bis zur Volltrunkenheit Alkohol konsumiert?
Ja mehrfach, d.h. im Jahr bis zu zwei bis drei Mal. Ich habe zwar fast immer bei einem gewissen Punkt aufgehört, weil ich weiß, dass mir dann schlecht wurde bzw. ich wusste, dass ich dann wirklich komplett voll bis oben hin bin. Aber zu diesem Zeitpunkt habe ich oft schon so viel getrunken, dass ich sehr betrunken war und der noch nicht vom Körper aufgenommene Alkohol mir dann den Rest gegeben hat.

18. Haben Sie früher schon einmal oder öfter über einen längeren Zeitraum bewusst und mit Absicht völlig auf den Genuss von Alkohol verzichtet?
Nein.
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