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  #71  
Alt 14.04.2018, 09:40
falo999 falo999 ist offline
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Die FSST braucht zwischen 3 Wochen und 5 Monate, bei den MPI's geht es in aller Regel deutlich schneller bis zum MPU Termin gehe mal von 4 Wochen aus.
Aber bei MPU Termin hast du auch mehr einfluß sprich wenn du denn sagst du willst frühetens in 8 Wochen einen Termin haben ist das kein Problem.

Wegen der langen Bearbeitungszeit wurde im letzten(?) Jahr auch geändert das man bereits 6 Monaten vor dem Ende der Sperrfrist den Neuerteilungsantrag stellen (davor waren es nur 3 Monate).

Also ich würde 4-6 Monaten vor den gewünschten MPU Termin den Antrag stellen.
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  #72  
Alt 14.05.2018, 12:32
Mine Mine ist offline
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Hallo zusammen,

Ich habe am Freitag die MPU Anordnung von der FSST erhalten.

Ich würde gerne meine MPU bei der TÜV SÜD Life Service machen, jetzt hat mir jemand erzählt, die würden selten einen D3 Fall akzeptieren. Ich glaube das ist absoluter Humbug. Wie seht ihr das ?

Ist es sinnvoll die MPU dort zu machen wo man auch die UK's gemacht hat?

Vielen Dank für eure Antworten.

Liebe Grüße
Mine

Geändert von Mine (14.05.2018 um 12:47 Uhr)
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  #73  
Alt 14.05.2018, 13:03
Jules91 Jules91 ist offline
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Ich finde es grundsätzlich sinnvoll, die MPU am MPI abzulegen, in dem du bereits die UK gemacht hast.

Erstens kennst du schon den ein oder anderen Mitarbeiter und zweitens sind dir die Räumlichkeiten nicht fremd. Also nimmst du dir damit selbst ein wenig die Nervosität.

Die Einstufung bekommst du einerseits anhand der FS-Akte (was steht alles drin, welche Aussagen wurden getätigt) und während des Gesprächs mit dem GA. Er entscheidet, wie er dich einstuft, und beruft sich dabei auf das von Dir Erzählte. Ist der der Meinung, dass du Missbrauch betrieben hast, will er ein Jahr AB. Denke nicht, dass das was mit dem gewählten MPI zu tun hat

Grüße
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  #74  
Alt 14.05.2018, 13:14
Jules91 Jules91 ist offline
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Du kannst dich jetzt auch mal langsam an die Fragebögen setzen, dann schauen wir, wie weit du bist

Hab mir grad den Thread nochmal angeschaut:

1) Deine Werte sind 6 Monate AN (bei guter Aufarbeitung)

2) Keine weiteren Delikte (?)

3) Wie erklärst du dem GA, wenn du nochmals Besuch aus Holland bekommst, dass du nicht mitziehst?

Aber füll mal die Bögen aus, normalerweise erkennst du an anderen Fragebögen, auf welche Fragen mehr Wert gelegt wird. Vermeidungsstrategie, Lebenswandel, Zukunftspläne sind so einige Schlagwörter.

Grüße
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  #75  
Alt 14.05.2018, 14:36
Mine Mine ist offline
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Hallo Jules,

Ja, ich bin bereits am Schreiben, dauert nur noch ein wenig.

Liebe Grüße
Mine
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  #76  
Alt 16.05.2018, 21:04
Mine Mine ist offline
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So meine Lieben, ich wäre soweit.

Vielen Dank schon mal jetzt für´s Lesen:

Was ist passiert?

Vorgeschichte:

Wann haben Sie das allererste Mal von illegalen Drogen gehört?
In der 6. Klasse bei einer Projektarbeit im Religionsunterricht

Wann haben Sie das erste Mal konsumiert? (Datum)
Im Mai 2009 beim Oberstufenausflug nach Amsterdam, am Joint zweimal gezogen --> Keine Wirkung

Wie sah der Konsum aus? (Konsumbiografie-Wie lange habt Ihr was in welcher Menge genommen?)
Seit 2015 1-2 mal im Monat am Wochenende 1 bis 2 Joints zu dritt, später 1 -2 mal im Monat 3- 4 Joints am Wochenende, ebenfalls zu dritt.

Haben Sie Drogen zusammen mit Alkohol konsumiert?
Nein, nie!

Wie ist der Umgang mit Alkohol gewesen?
Kontrolliertes Trinken, d.h. nicht mehr als 1 Wein oder 2 Sekt zu besonderen Anlässen (wie z.b. Geburtstag, feines Essen, Hochzeit, Silvester)

Sonstige Suchtmitteleinnahme?
Zigaretten, ca. 5 am Tag und unter der Woche.
Kaffee unter der Woche., falls er dazu gehört

Haben Sie bei sich negative Folgen festgestellt?
Während des High-Seins war ich träge .

Haben Sie trotz negativer Folgen weiter konsumiert?

Ja.

Auffälligkeit:

Was für Werte wurden bei Ihrer Auffälligkeit festgestellt?

5,6 ng/ml THC 24 ng/ml Carbonsäure

Wann und wieviel haben Sie in der Woche vor der Auffälligkeit konsumiert?

Nichts, 13 Tage davor, samstags, 3-4 Joints zu dritt

Wie viel und was haben Sie am Tag der Auffälligkeit Konsumiert?
Ungefähr 4 Stunden vor der Auffälligkeit zu dritt 3 Joints

Gab es einen besonderen Grund für diesen Konsum?
Meine Freundin war zu Besuch und ich habe 1 Woche später Klausuren geschrieben.

Wie sind Sie auffällig geworden?
Bei einer allgemeinen Verkehrskontrolle nachts um 0 Uhr

Was war der Zweck der Fahrt?
Wie weit wollten/sind Sie (ge)fahren?

Ich wollte nachhause fahren, da es mir nicht gut ging (Kopfschmerzen).
Ich wollte 5 km fahren und wurde nach 1,5 km angehalten


Wie oft waren sie bereits unter Drogeneinfluß im Straßenverkehr unterwegs?
Wenn man berücksichtigt, dass man bis zu 72 Stunden unter Drogeneinfluss stehen kann dann ca. 100 - 120 Fahrten

Wie haben Sie den Konflikt zwischen dem Drogenkonsum und dem Führen eines Kraftfahrzeuges gelöst?
Ich habe immer darauf geachtet, erst am nächsten Tag nach dem Schlaf wieder zu fahren. Es war mir nicht bewusst, dass ich noch unter Drogeneinfluss stand. Ich bin froh, dass es in dieser Zeit zu keinem Unfall kam und niemand zu Schaden gekommen ist.

Wieso ist es verboten unter Drogeneinfluß ein KFZ zu führen?
Unter Einfluss von Cannabis ist es nicht möglich mit vollen körperlichen und geistigen Fähigkeiten ein KFZ zu führen.
Motorische Funktionen wie die Reaktionszeit sind eingeschränkt.
Der Rausch wirkt sich negativ auf die Wahrnehmungs- und Erkennungsprozesse aus.

Wie lange stehen Sie nach dem Konsum von Drogen unter deren Einfluß?
bis zu 72 Stunden

Sind sie sich darüber im Klaren, welche Folgen es bei einem täglichen Konsum gibt?
Schlechtere Lern- und Gedächtnisleistungen, man kann sich grundsätzlich schwer motivieren, der Konsum kann zu Psychosen führen und Schizophrenie auslösen, Atemwegserkrankungen können eine Folge sein, die psychische Abhängigkeit stellt sich ein.

Warum ist es passiert?

Welche persönlichen Hintergründe gab es für den Cannabis- Drogenkonsum?
Ich habe Ende 2014 zusätzlich ein Fernstudium zu meinem Vollzeitjob begonnen.
Jeden Tag 9 Stunden arbeiten und abends, und in Klausurphasen auch am Wochenende, lernen, das ist eine Doppelbelastung, ich war mir nicht sicher ob ich das die nächsten 5 Jahre durchhalten kann und ob ich es überhaupt schaffen kann. Ich stand unter Stress und Druck.
Anfang 2015 ist dann eine Freundin weg gezogen. Sie ist dort nach einer Zeit (ca. Mitte 2015)in einen konsumierenden Freundeskreis geraten und hat Cannabis mit zu uns gebracht.
So fing es an, dass ich immer wenn wir uns getroffen haben (ca. 1- 2 mal im Monat) Joints geraucht habe. Ich habe mir eingebildet dadurch zu entspannen und den Moment zu genießen, die nächste Klausur ist weit in die Ferne gerückt.

Wie hat sich Ihr Umfeld über Ihren Drogenkonsum geäußert?
Meine Freundinnen haben mit geraucht, mein Partner hat es nicht wirklich ernst genommen

Gab es Ereignisse in Ihrem Leben, die zu verstärktem Konsum geführt haben?
Nein.

Haben Sie vor der Auffälligkeit jemand um Hilfe gebeten, um den Drogenkonsum zu beenden?
(Warum, wann, wer, mit welchem Erfolg?)

Nein

Gibt es in Ihrer Familie aktenkundige Verstöße gegen das Betäubungsmittelgesetz oder Suchtkrankheiten?
Nein, es ist mir kein Vorfall bekannt

Hatten sie Konsumpausen/spitzen?
Warum? Wann?

Ich habe ausschließlich an Wochenenden geraucht, 1 - 2 mal im Monat, es war immer das gleiche Level, 3 - 4 Joints zwischen spätem Nachmittag und Abend.

Was hat Sie daran gehindert, ohne Droge abzuschalten?
Ich habe den Fehler gemacht Cannabis zu verharmlosen, ich dachte mir, in manchen Ländern ist es legal und es ist nur eine Pflanze also kann der Konsum bzw. die Wirkung doch nicht so schlimm sein. Deshalb habe ich zu der Zeit den Weg zum Abschalten als gut empfunden.

Waren Sie gefährdet in eine Drogenabhängigkeit zu geraten?
Ich gehe davon aus, dass bei allen eine Gefährdung besteht? FUNFRAGE ?

Waren sie Drogenabhängig?
Nein, definitiv nicht, ich hatte ein Drogenproblem aber von Abhängigkeit kann man nicht sprechen.
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  #77  
Alt 16.05.2018, 21:04
Mine Mine ist offline
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Wieso passiert das nicht wieder?

Hätten sie, rückblickend, eine Drogenkarriere verhindern können?

Ja, auf jeden Fall. Es gibt 1000 andere Möglichkeiten seinen Stress abzubauen.
In der Zeit der Vorbereitung auf die MPU habe ich mich selbst besser kennen gelernt. Ich habe mich immer und immer gefragt wieso ich geraucht habe und wieso ich mir nicht vorher Gedanken gemacht wie ich entspannen kann und den Alltagsstress hinter mir lassen kann. Bevor ich hin und wieder Cannabis konsumiert hatte, war das ja auch möglich. Auch hier bin ich der Meinung, dass ich den Konsum verharmlost habe und mir die Konsequenzen nicht bewusst waren.

Wieso haben Sie sich für eine Abstinenz entschieden?

Ich habe mich für die Abstinenz entschieden, weil mir klar wurde, dass ich eine illegale Droge nicht in meinem Leben haben will, es ist für mich der einzige Weg damit umzugehen. Ich mache mein Studium um weiter zukommen, eventuell mal Führungsverantwortung zu übernehmen und ein Vorbild zu sein, da haben illegale Sachen einfach nichts zu suchen.

Beschreiben Sie den Punkt, an dem Sie sich für ein abstinentes Leben entschieden haben (Knackpunkt)
Der Knackpunkt war definitiv, ohne lange zu überlegen, die Polizeikontrolle inklusive die Fahrt im Polizeiauto und das Verbringen im Polizeipräsidium. Ich habe mich geschämt und mich sehr schlecht gefühlt und das tagelang. Ich habe mich geärgert über mich selbst, dass ich es überhaupt so weit hab kommen lassen.

Wieso kommt für Sie nur Abstinenz und nicht für gelegentlicher Konsum in Betracht?

Weil der Konsum egal ob gelegentlich, selten oder ständig schädlich ist und ich einfach drogenfrei sein möchte.

Wie haben Sie die Umstellung zur Abstinenz erlebt?
Gut, es war eigentlich keine wirkliche Umstellung außer, dass es wieder was zu erzählen gibt wenn ich vom Wochenende mit Freunden zurück komme.

Wer hat Ihnen dabei wie geholfen?
Unterstützt hat mich mein ganzen Umfeld aber am meisten habe ich mir geholfen, denn hauptsächlich man selbst kann Veränderung herbeiführen.


Wie reagiert Ihr Umfeld auf diese Umstellung?

Sehr positiv, wir haben lange Gespräche geführt und es hat nicht nur mir etwas gebracht.

Haben Sie nach der Auffälligkeit weiterhin Kontakt zu Ihren Drogenbekannten gehabt?
Zu einer Freundin ja, sie hat direkt mit mir zusammen aufgehört und ist aktuell auch oft mein Chaffeur. Sie ist mittlerweile schwanger und erwartet im Oktober ihr Kind.
Mit der Freundin die nach Mannheim gezogen ist, habe ich den Kontakt einschlafen lassen, sie ist noch nicht soweit. Andere Drogenbekannte habe ich nicht.

Haben Sie nach Ihrer Auffälligkeit miterlebt, wie Ihre Bekannten Drogen konsumiert haben?

Nein.

Wie haben Sie in Zukunft vor mit Cannabis/dem Konsum umzugehen?
Ich werde weiterhin abstinent leben, ich kann es mir nicht mehr vorstellen. Das Kapitel ist abgeschlossen. Wenn ich neue Leute kennen lerne, dann achte ich darauf, dass sie die gleiche Einstellung dazu pflegen, wie ich es tue.

Haben Sie zu Hause Cannabis?

Nein.

Wie wollen Sie es gegebenen Falls in Zukunft verhindern, nochmals unter Drogeneinfluß ein KFZ zu führen?
Da ich nun weiß, dass man bis zu 72 Stunden unter Cannabis stehen kann, bin ich froh dass nie etwas passiert ist. Der Schock sitzt zu tief, um dieses Risiko nochmals eizugehen.

Wie wollen Sie einen beginnenden Rückfall erkennen?

Da ich mir nun der Ursache bewusst bin, kann ich auch selbst erkennen, wann eine Risikosituation entsteht und direkt handeln und mir einen Ausgleich schaffen. Ich gehe mittlerweile einmal in der Woche in die Salzgrotte, es ist super entspannend und man fühlt sich direkt ausgeglichen und gut. Ich kann offen mit meinen Bezugspersonen (Elter, Partner, Freunden) sprechen und sollte all das nichts helfen, kann ich mir professionelle Hilfe holen, zb. bei Caritas oder der Diakonie, beide Einrichtungen sind bei mir in der Nähe.

Wie ist derzeit der Konsum von Alkohol bei Ihnen?

Kontrolliertes Trinken, d.h. nicht mehr als 1 Wein oder 2 Sekt zu besonderen Anlässen (wie z.b. Geburtstag, feines Essen, Hochzeit, Silvester)
Das letzte mal habe ich an meinem Geburtstag ein Glas Wein getrunken, mein Partner hatte mich zu einem tollen Italiener in München eingeladen.

Puuuh, jetzt habt ihr es geschafft und ich bin sehr gespannt auf eure Meinung.


Liebe Grüße
Mine
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  #78  
Alt 16.05.2018, 21:52
Jules91 Jules91 ist offline
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Ich finde deine Aufarbeitung bisher ganz in Ordnung. Allerdings doch noch etwas dürftig.

Zitat:
Waren Sie gefährdet in eine Drogenabhängigkeit zu geraten?
Ich gehe davon aus, dass bei allen eine Gefährdung besteht? FUNFRAGE ?
*Fangfrage

Also, "Jeder der Drogen nimmt, ist gefährdet, abhängig davon zu werden" hört sich besser an


Zitat:
Wie haben Sie in Zukunft vor mit Cannabis/dem Konsum umzugehen?
Ich werde weiterhin abstinent leben, ich kann es mir nicht mehr vorstellen. Das Kapitel ist abgeschlossen. Wenn ich neue Leute kennen lerne, dann achte ich darauf, dass sie die gleiche Einstellung dazu pflegen, wie ich es tue.
Da sollte noch ein wenig mehr kommen (Hobbies als Ausgleich, Freunde etc.)
Die Frage wird sein, wieso du abstinent leben wirst, was tust du stattdessen, wieso fällst du nicht in alte Gewohnheiten zurück?

Und bezüglich deiner "Doppelbelastung" und "Führungsposition":
- Was passiert, wenn du später noch mehr Druck hast
- Was hält dich davor ab, wieder zur Droge zu greifen und zu "entspannen", was könntest du stattdessen tun?

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  #79  
Alt 24.05.2018, 21:12
Mine Mine ist offline
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Zitat:
Zitat von Jules91 Beitrag anzeigen
Ich finde deine Aufarbeitung bisher ganz in Ordnung. Allerdings doch noch etwas dürftig.



*Fangfrage

Also, "Jeder der Drogen nimmt, ist gefährdet, abhängig davon zu werden" hört sich besser an




Da sollte noch ein wenig mehr kommen (Hobbies als Ausgleich, Freunde etc.)
Die Frage wird sein, wieso du abstinent leben wirst, was tust du stattdessen, wieso fällst du nicht in alte Gewohnheiten zurück?

Und bezüglich deiner "Doppelbelastung" und "Führungsposition":
- Was passiert, wenn du später noch mehr Druck hast
- Was hält dich davor ab, wieder zur Droge zu greifen und zu "entspannen", was könntest du stattdessen tun?

Hallo Jules,

Vielen Dank für die Anmerkungen.

Natürlich Fangfrage das war sehr dumm

Ich setze mich nächste Woche dran und überarbeite ihn nochmal.

Heute habe ich das Geld für die MPU überwiesen. Somit sollte also bald der Termin feststehen.

Liebe Grüße
Mine
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  #80  
Alt 07.06.2018, 12:40
Mine Mine ist offline
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Hallo ihr lieben,

ich habe jetzt nochmal etwas verfasst, bitte nochmal prüfen ob das so passt:

Warum sind Sie heute hier? Was möchten Sie mir beweisen? Können Sie sich die Zweifel der FS erklären?

Ich bin heute hier auf Anordnung der FSST, diese hat berechtigte Zweifel an meiner Eignung zum Führen eines KFZ. Hintergrund ist eine Drogenfahrt am 09.09.2017 mit 5,6 aktivem und 24 passiv THC Wert.
Laut Statistik von ADAC und der BAST haben Personen mit solchen Delikten ein hohes Rückfall - bzw. Wiederholungsrisiko. Die Statistik spricht also eindeutig gegen mich allerdings gilt das nur dann, wenn ich nichts an meiner Situation verändere. Ich bin heute hier, um zu zeigen, dass ich aus meinem Fehler gelernt habe und um die Zweifel der FSST auszuräumen.
Ich habe mich dazu mit mir bzw. den Ursachen auseinandergesetzt und meine Lebenssituation verändert und auch eine andere Einstellung zu Regeln/Gesetzen und Drogen gewonnen.

Mein Fehler war, dass ich meinen Konsum nie kritisch betrachtet habe. Ich habe die Droge verharmlost und mir eingeredet, dass es schon nicht so schlimm sei. In anderen Ländern ist es teilweise erlaubt und es wir auch in der Medizin verwendet. Heute weiß ich, dass von Cannabis weit mehr Gefahren ausgehen. Cannabis kann sogar zu Psychosen und Schizophrenie führen.
Ich habe mich nie gefragt wie lange Cannabis wirklich wirkt. Heute ist mir klar, man kann nicht wie beim Alkohol ausrechnen, wie lange man unter Drogeneinfluss steht aber es können bis zu 72 Stunden sein. Ich habe mich subjektiv fit gefühlt aber stand objektiv unter Drogeneinfluss. Auch die Strecke habe ich bagatellisiert, sie war ja nicht weit und ich kenne die Strecke ja sehr gut.

Erzählen Sie mal vom Tag der Auffälligkeit


Es war ein Freitag ich habe relativ früh Feierabend gemacht und mich mit den Freundinnen getroffen. Wir haben Serie geschaut Pizza bestellt und konsumiert. Mir ging es nicht so gut und ich war müde von der anstrengenden Arbeitswoche und hatte Kopfschmerzen, ich bin ca. gegen 8 Uhr eingeschlafen und um ca. 0 Uhr aufgewacht. Ich hatte das Bedürfnis nachhause zu fahren. Ich hatte eine Strecke von 5 km vor mir und nach 1 1/2 Kilometern wurde ich durch eine allgemeine Verkehrskontrolle angehalten. Der Polizist hat mir in die Augen geleuchtet und ich habe am ganzen Körper gezittert. Er meinte dann, dass wir auf die Polizeidienstelle fahren. Dann folgte, ein Urintest und eine Blutabnahme.

Wie haben Sie sich gefühlt als Sie gefahren sind?

Schlapp und ausgelaugt, ich habe es aber nicht mit dem Drogenkonsum in Verbindung gebracht.

Wie ist ihr Konsum gewesen?

Ab Mitte 2016 1 bis 2 mal im Monat 1-2 Joints
Ab März 2017 ( da ist dann auch mein Partner nach München gezogen und das Studium ging richtig los) dann 3-4 im Monat 1-2 Joints

Wie ging es dann weiter?


Ich habe den Konsum direkt eingestellt und meinen Partner und meine Eltern darüber informiert. Ich konnte in den ersten Tagen nicht richtig essen und schlafen. Ich war entsetzt und erschrocken über die Situation und habe mir vorgenommen an dieser etwas zu ändern.

Ich bin ein Einzelkind und komme aus einer Familie wo beide Elternteile Vollzeit berufstätig waren bzw. sind. Meine Mutter hatte einen Vollzeitjob, einen Haushalt und ein Kind zu managen und mein Vater war zeitweise beruflich in der Welt unterwegs. Sie war abends natürlich auch müde und erschöpft und klar hat man miteinander gesprochen aber man will seinen Eltern ja nicht zur Last fallen mit vermeintlich unwichtigen Problemen. Meinen Eltern war immer wichtig, dass ich einen vernünftigen Weg einschlage. Ihr Motto war ohne Fleiß kein Preis. Zudem hat meine Mutter mir ans Herz gelegt, immer zu schauen, dass ich auf eigenen Beinen stehen kann und mich nicht emotional oder finanziell von einem anderen Menschen abhängig mache.

Ich habe dann nach meiner Ausbildung das Bedürfnis verspürt ein Studium noch dranzuhängen. Allerdings wollte ich auch auf das Geld nicht verzichten. Deshalb habe ich mich dazu entschlossen ein berufsbegleitendes Studium anzufangen.

Mein Partner hat dann ein super Jobangebot bekommen allerdings musste er dafür von K*** nach München ziehen. Wir hatten also ab dem Zeitpunkt eine Fernbeziehung von MO-DO. Es war für ihn anfangs sehr belastend. Da er noch so jung ist wurde er nur schwer als neuer Chef akzeptiert. Er ist dann donnerstags fix und fertig nachhause gekommen und hat mir von seinen Problemen erzählt. Diese Probleme standen natürlich in keinem Verhältnis zu meinen "kleinen" Problemen.

Ich erkannte während meine Aufarbeitung gleiche Denkmuster und Verhaltensweisen, nämlich, dass ich mich bzw. meine Probleme klein geredet habe und mit mir vereinbart habe, um niemandem zur Last zu fallen.
Also habe ich mit meinem Partner darüber gesprochen, ich habe ihm gesagt das ich im Moment einfach zu hohen Druck verspüre und ich nicht gedacht habe, dass das berufsbegleitende Studieren so schwierig ist. Ich dachte am Anfang, dass ich ja abends nach der Arbeit noch lernen kann, in Wirklichkeit geht es oft aber einfach nicht mehr. Ich bin einfach zu gerädert von der Arbeit und nicht mehr aufnahmefähig. Auch habe ich mit ihm darüber gesprochen, dass ich mich nicht gerne Abhängig mache und dass es mir schwer fällt mich auf andere zu verlassen.

Wir haben also uns lange unterhalten, er hat mir versichert, dass es kein Problem wäre, wenn ich meine Stunden reduziere. Er arbeitet nicht umsonst so viel und er verdient auch genug sodass wir uns das definitiv leisten können. Er meinte auch, dass er die Situation nicht ausnutzen würde, sondern mich mit allem unterstützen wird.
Ja, danach hatte ich ein Gespräch mit meinem Chef und seitdem habe ich mittwochs frei und kann den ganzen Tag ungestört lernen.

Auch mit meinen Eltern habe ich gesprochen, meine Mama hat mir erzählt, dass es oft ziemlich schwierig für sie war, sie hatte nie Unterstützung von ihren Eltern oder Schwiegereltern bekommen aber es trotzdem gemeistert. Sie hat sich einen strikten Haushaltsplan gemacht, sodass alle Aufgaben irgendwie mit wenig Aufwand erledigt wurden. Sie hatte mit Ihrem Chef gesprochen, dann konnte Sie mich auch mal mit auf die Arbeit nehmen, wenn ich krank war.

Sie meinte dann auch, dass sie sich immer gewünscht hat das es mir gut geht und das geht es mir ja auch. Sie hat damit aber nicht gemeint, dass ich noch ein Studium zum Vollzeitjob anfangen soll.

Zum konsumierenden Umfeld habe ich Abstand genommen.

Ich habe durch den Konsum die Probleme nur kurzfristig ausgeschaltet aber langfristig nicht gelöst im Gegenteil, der Druck und die Angst werden mit der Zeit doch nur größer.

Ich habe nun gemerkt, dass das Reden mir die schlechten Gefühle und den Leistungsdruck genommen hat und dass es okay ist, sich auf seinen Partner zu stützen und Hilfe von ihm anzunehmen. Ich habe auch gemerkt, dass ich mit einer 30 Stunden Woche mich immer noch gut alleine finanzieren kann.
Wenn ich nochmal in so eine Situation komme, werde ich mit meinen Bezugspersonen darüber sprechen und wenn das nicht möglich ist, habe ich auch noch das Problemlösemanagment kennen gelernt (kurze Erläuterung) und wenn das immer noch nicht hilft dann kann ich mir auch professionelle Hilfe holen (zb.Caritas).

Das soll ergänzend zu meinem Fragebogen sein.

Wie findet ihr das?

Ich habe nächste Woche die MPU.

Ich danke euch schon jetzt und hoffe, dass ich jetzt endlich auf dem richtigen Weg bin.

Liebe Grüße
Mine
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