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  #1  
Alt 24.04.2017, 16:14
perweisen perweisen ist offline
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Standard Fragen zum Vorgehen - AVUS Urinkontrolle

Hallo zuasmmen

Ich bin neu hier und hätte ein paar Fragen zu Avus. Würde mich freuen, wenn einige hier ihre Erfahrungen wiedergeben möchten.

Ich lebe seit Jahren in der Schweiz (deutscher Staatsbürger) und habe deshalb auch eine schweizer Fahrerlaubnis. Letzten Sommer wurde ich auf einem deutschen Festival (Bayern ;-)) mit 2g Gras erwischt. Ertappt wurde ich nicht beim aktivem Konsum, diesen habe ich auch nicht per Aussage zugegeben. Ich wurde kontrolliert und ich hatte einen fertig gedrehten Joint in der Zigarettenschachtel.

Mit der Einstellung des Verfahrens durch die Staatsanwaltschaft ging ich davon aus, dass ich mit einem blauen Auge davongekommen bin. Leider hatte ich die Führerscheinstelle nicht auf dem Radar. Diese schickten mir einen Brief zur Aufforderung zu einer MPU.

Im Anschluss habe ich einen auf MPU spezialisiertem Anwalt kontaktiert um meine rechtlichen Möglichkeiten prüfen zu lassen. Laut meiner Rechtsanwältin liegt für dieses Vorgehen (Schweizer Nicht EU-Führerschein und deutscher Führerscheinbehörde) bisher keinerlei Präzedenzfälle oder Erfahrungen.

Also haben wir bei der Führerscheinstelle die Rechtsgrundlagen eingefordert, die sie nicht beibringen konnten, da ja nicht vorhanden ;-). Leider ziehe ich jetzt trotzdem den Kürzeren, da es ein reiner Verwaltungsakt ist und laut meiner Anwältin somit keinerlei Rechtsmittel (Widerspruch o.ä.) anwendbar sind.

Kurioserweise hat die Führerscheinbehörde auch noch das falsche angekreuzt, es geht gar nicht um eine MPU sondern um einen normalen Urintest (wie oft und in welchem Zeitraum bringt meine Anwältin erst noch in Erfahrung, bisher habe ich noch kein neues offizielles Schreiben erhalten).
Es sieht aber so aus, dass ich in den nächsten 2-4 Wochen bei AVUS antanzen muss.

Ich muss gestehen, dass ich meinen Konsum zwar reduziert, aber nicht komplett eingestellt habe und nun etwas Angst vor dem Test bzw. dem Ergebnis habe. Am Anfang hat sich die Anwältin auch noch recht zuverlässig geäussert das Ganze komplett abblocken zu können.

1. Meine Frage ist wie läuft der Drogen-Urintest bei der AVUS (Anmeldung für Buchloe) in der Regel ab?

2. Das ich beim Wasserlassen beobachtet werde ist mir klar, aber muss ich mich komplett entkleiden? (bspw. Boxershorts bis auf die Knie runter ziehen?)

3. Was wird sonst noch gemacht? Ich nehme an das ist ziemlich individuell und liegt im Ermessungsspielraum der Führerscheinbehörde?
Ich bin noch nie am Steuer mit irgendwelchen Substanzen erwischt worden, habe aber von einem Freund gehört, dass er sogar so eine Art psychologisches Gespräch hatte und sogar seine Hirnströme gemessen wurden

Vielen Dank für eure Rückmeldungen
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  #2  
Alt 24.04.2017, 17:15
Benutzerbild von Alana
Alana Alana ist offline
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Beiträge: 9.735
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Herzlich Willkommen hier!
Zitat:
Zitat von perweisen Beitrag anzeigen
Leider hatte ich die Führerscheinstelle nicht auf dem Radar. Diese schickten mir einen Brief zur Aufforderung zu einer MPU.
Wohl eher nicht. Da Du nicht beim Fahren kontrolliert wurdest und keine Werte vorliegen, hat die wohl eher ein fachärztliches Gutachten fäG angefordert, um deinen aktuellen Konsum zu überprüfen. Alles rechtens, passiert in dieser Konstellation auch dem Inhaber einer deutschen FE.

Zitat:
Laut meiner Rechtsanwältin liegt für dieses Vorgehen (Schweizer Nicht EU-Führerschein und deutscher Führerscheinbehörde) bisher keinerlei Präzedenzfälle oder Erfahrungen.
Mag ja neu für deine RA sein, aber es gibt genug Fälle, manchmal schlägt sogar ein Eidgenosse hier im Forum auf. Die Vorgehensweise in solchen Fällen ist geklärt.

Zitat:
Also haben wir bei der Führerscheinstelle die Rechtsgrundlagen eingefordert, die sie nicht beibringen konnten, da ja nicht vorhanden ;-)
Falsch. Für Dich gilt für das Fahren in Deutschland, wie für jeden Anderen auch, die FeV. Nach der ( das ist das Besondere in deinem Fall) ist Dir das Fahren in Deutschland zu untersagen, wenn Du Drogen konsumierst.

Zitat:
Leider ziehe ich jetzt trotzdem den Kürzeren, da es ein reiner Verwaltungsakt ist und laut meiner Anwältin somit keinerlei Rechtsmittel (Widerspruch o.ä.) anwendbar sind.
Auch das ist bei jedem so: die Anordnung eines fäG oder einer MPU ist kein selbstständiger Rechtsakt, beklagen kannst Du erst ein daraus möglicherweise folgendes Fahrverbot in Deutschland.

Zitat:
Kurioserweise hat die Führerscheinbehörde auch noch das falsche angekreuzt, es geht gar nicht um eine MPU sondern um einen normalen Urintest
Gar nicht kurios. Kreuz an der richtigen Stelle, bei Dir geht es um ein fäG. Kennt aber jeder mit Verkehrsrecht befaßte RA.

Zitat:
(wie oft und in welchem Zeitraum bringt meine Anwältin erst noch in Erfahrung, bisher habe ich noch kein neues offizielles Schreiben erhalten).
Es sieht aber so aus, dass ich in den nächsten 2-4 Wochen bei AVUS antanzen muss.
In aller Regel zwei Urinproben in kurzem Abstand und ein Gespräch mit Arzt. Das Ganze wird zeitnah angeordnet.

Solltest Du dabei den Arzt nicht von Drogenabstinenz überzeugen können, wird eine MPU fällig undin deinem Fall in die Schweizer Fahrerlaubnis ein Verwendungsverbot für Deutschland eingetragen. Wovon natürlich auch die Schweizer Verkehrsbehörde informiert wird. Ob die dann auch noch tätig wird, entzieht sich meiner Kenntnis.
__________________
Liebe Grüße
Alana
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  #3  
Alt 24.04.2017, 23:07
kapomick kapomick ist gerade online
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Beiträge: 4.893
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Ist das nicht kurios, dass deine Anwältin gutes Geld bekommt, während du die wirklich wichtigen und richtigen Tipps von @alana für lau bekommst? Die Idee, eine MPU oder in dem Fall ein FäG abwenden zu können, haben überraschend viele Anwälte. Aber sie werden ja nicht nur im Erfolgsfall bezahlt und sind leider oft erschreckend ahnungsunbehaftet.
Du solltest für das FäG aber auf jeden Fall erst mal die Finger vom Stoff lassen! Ein positiver Nachweis ist auf jeden Fall die Eintrittskarte zur MPU. Und generell ist es sinnvoll, dass du in Richtung Einmalkonsum gehst. Bei dem Festival wolltest du halt mal probieren, sonst noch nie. Das musst du glaubhaft vermitteln.
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  #4  
Alt 24.04.2017, 23:29
minilee minilee ist gerade online
MPU Profi
 
Registriert seit: 05.06.2014
Beiträge: 3.201
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Zitat:
Die Idee, eine MPU oder in dem Fall ein FäG abwenden zu können, haben überraschend viele Anwälte. Aber sie werden ja nicht nur im Erfolgsfall bezahlt und sind leider oft erschreckend ahnungsunbehaftet.
da gebe ich dir nun mal völlig Recht... aber die sind ja auch nicht in einem solchen Forum... aber ein FA für Verkehrsrecht sollte das eigentlich können... wenn nicht...
__________________
Das Leben wird vorwärts gelebt, aber nur rückwärts verstanden...
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ablauf, avus, urintest

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