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Alt 22.04.2017, 15:01
mortmel mortmel ist offline
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Beiträge: 3
Standard Fs nach 15 Jahren...

Hallo Leute,
ich hätte da ein paar Fragen. Mir wurde 2000 der Fs entzogen. Es folgten ein paar Straftaten und eine Negative MPU.
Erstmal die Details:
Im MPU Gutachten:
19.07.2000: Unerlaubtes entfernen vom Unfallort.(Gegenverkehr mit Spiegel berührt und weitergefahren)
29.08.2000: Versuchter Diebstahl
12.10.2000: Urkundenfälschung (Nummerschilder vom Auto vertauscht)
17.07.2000: Entziehung der Fahrerlaubnis
18.09.2001: Fahrlässiges Fahren ohne Fahrerlaubnis
01.07.2002: Vorsätzliches Fahren ohne Fahrerlaubnis
04.03.2005: Vorsätzliches Fahren ohne Fahrerlaubnis
12.07.2009: Widerstand gegen Vollstreckungsbeamte mit Beleidigung
11.02.2011: Anordnung der Beibringung eines Gutachtens einer Begutachtungsstelle für Fahreignung
Das Negative Gutachten habe ich bei der FSst nicht abgegeben. Als Empfehlung wurde eine Einzelberatung bei einem Verkehrspsychologen angegeben.

Wollte es jetzt nochmal mit der MPU versuchen. Hab mir den Auszug aus Flensburg geholt:
Punkte 0; 9 Entscheidungen;
1: 19.07.2000 Unerlaubtes entfernen vom Unfallort; Tilgungsfrist: 25.01.2006
2: 23.07.2002 Nach §460 gebildete Gesamtstrafe; Tilgungsfrist: 02.01.2006
3: 17.07.2001 Entziehung der Fahrerlaubnis;Anordnung Nachschulung; Tilgungsfrist: 17.07.2016
4: 18.09.2001 Fahrlässiges Fahren ohne Fahrerlaubnis; Tilgungsfrist: 17.07.2016
5: 01.07.2002 Vorsätzliches Fahren ohne Fahrerlaubnis; Tilgungsfrist: 08.10.2017
6: 28.04.2006 Bewährungszeit verlängert bis 24.10.2006;
7: 02.04.2007 Strafe erlassen mit Wirkung vom 27.03.2007
8: 04.03.2005 Vorsätzliches Fahren ohne Fahrerlaubnis; Tilgungsfrist: 20.10.2020
9: 18.01.2011 Strafe erlassen mit Wirkung vom 05.01.2011
Fahrerlaubnissperre bis 19.04.2007

Da ich die MPU noch einmal angreifen wollte, bin ich mit diesen Informationen zu einen MPU Psychologen gegangen.Für eine Vorbereitung. Tja, der meinte, ich müsse mit 2000€-2500€ rechnen. Allein für die Vorbereitung! Ausserdem muss ich ein Alkoholscreening machen. Das ganze, Vorbereitung und Screening würde ca 6 Monate dauern.
Diese Aussage hat mich total zurückgeschreckt und ich hab den Plan die MPU anzugehen wieder verworfen. Ich bin mittlerweile über 10 Jahre älter als der Mist den ich damals gebaut habe. Eine ganz anderer Mensch. Und mit Alkohol bin ich nur einmal mit 1,5 Promille auffällig geworden.(War die Sache aus 2009 mit dem Widerstand...) Sonst trink ich so gut wie gar nichts.
Jetzt zu meinen Fragen.
1: Man bekommt doch nach 10 Jahren + einer Frist den Fs ohne MPU wieder, oder? Wann wäre das bei mir und was würde da auf mich zukommen?
2: Da ich das Gutachten nicht bei der Fsst abgegeben habe, taucht es nirgends auf das ich schon eine MPU hinter mir hab? Weder die fsst noch eine MPU Stelle?
3: Die Nachschulung die ich bei der ersten MPU machen musste, gilt die als erledigt oder taucht die wieder auf? Abgegeben habe ich sie bei der Fsst.
4: Da ich den. FS 2011 beantragt habe und den Antrag zurückgezogen hab, beginnt die Frist da neu?
Hoffe es ist etwas überschaubar und ihr könnt mir helfen, wie ich am besten an den Fs komme. Sauber bin ich seit 2009 gebliebenem Straßenverkehr seit 2005.

Geändert von mortmel (22.04.2017 um 15:23 Uhr)
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  #2  
Alt 22.04.2017, 16:39
Westfalenradler Westfalenradler ist offline
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Registriert seit: 17.07.2014
Beiträge: 3.103
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Moin,

die nicht abgegebene MPU und der zurückgezogene Antrag haben keine fristverlängernde Wirkung.

Wenn ich mir Deinen FAER-Auszug anschaue, dann gilt folgendes:

All diese Eintragungen sind vor dem 01.05.2014 erfolgt, deswegen gilt bis zum 30.04.2019 das alte Recht fort. Das bedeutet, dass die Eintragung Nr. 8 (Vorsätzliches Fahren ohne Fahrerlaubnis; Tilgungsfrist: 20.10.2020) die Tilgung aller anderen Eintragungen hemmt, und zwar bis zum 30.04.2019. Das heißt ab dem 30.04.2019 ist nur noch das vorsätzliche Fahren ohne Fahrerlaubnis relevant. Das ist für sich genommen aber auch geeignet, eine MPU-Anordnung zu rechtfertigen. Du hast demnach folgende Optionen:

1. Du stellst jetzt einen Antrag auf Neuerteilung der Fahrerlaubnis und gehst zeitnah zur MPU. Die Fragestellung wird verkehrsrechtlicher Natur sein, aber Alkohol wird wegen des Widerstandes eine gewisse Rolle spielen. Dafür brauchst Du nicht unbedingt ein Screening, aber jedenfalls ein klares Konzept für einen risikofreien Umgang mit Alkohol ("Kontrolliertes Trinken"; was das ist, findest Du im Alk-Info-Teil des Forums).

2. Du wartest bis Mai 2019 und gehst dann (wahrscheinlich) "nur" wegen einmaligen vorsätzlichen Fahrens ohne Fahrerlaubnis zur MPU. Das ist aber nur bedingt ein Vorteil - dass Du nur das eine Mal ohne Fahrerlaubnis unterwegs warst, wird Dir niemand glauben. Aber Du erscheinst nicht ganz so "unbelehrbar", wie die Liste vermuten lässt, außerdem bist Du etwas "freier" in der Gestaltung Deiner Biographie, will sagen, Du kannst die Wahrheit an manchen Stellen beschönigen. Über Alkohol brauchst Du Dir dann keine Gedanken zu machen.

3. Du wartest bis zum 21. Oktober 2020, beantragst dann eine neue Fahrerlaubnis und bekommst diese ohne MPU.

Wegen des langen Zeitraums ohne Fahrerlaubnis wird man vermutlich in allen drei Fällen neue praktische und theoretische Fahrprüfungen verlangen.

Ich persönlich würde entweder die erste oder dritte Möglichkeit wählen. Bei Nr. 2 ist der Gewinn durch die dann getilgten Delikte nicht so groß, dass es sich lohnen würde, dafür noch zwei Jahre zu warten. Dein letztes Delikt liegt nun schon fast acht Jahre zurück, da hattest Du genug Zeit, Dein Leben zu überdenken und Dich zu bewähren. Außerdem, wenn Du jetzt noch zwei Jahre wartest, dann kannst Du auch danach noch anderthalb Jahre warten und die dritte Variante wählen.

Einen Psychologen zur Vorbereitung brauchst Du nicht unbedingt. Hier im Forum haben es schon so einige ohne geschafft. Auf Anhieb fällt mir da z.B. @Corleone1984 ein. Klick Dich mal ein bischen durch den "sonstige Anlässe"-Bereich, da findest Du noch massig weitere Kandidaten.

Trotzdem ist Hilfe von außen bei der MPU immer wichtig. Das muss aber nicht unbedingt ein Psychologe sein, in Betracht kommen auch eine liebende Ehefrau, ein oder mehrere gute Freunde, Selbsthilfegruppen (aber eher im Bereich Alkohol und Drogen), Anti-Aggressions-Kurse, ein Priester oder sonstwer, der Dir dabei geholfen hat, vom verkehrsregelignorierenden Draufgänger zum ordentlichen Staatsbürger zu werden.

Wichtig sind außerdem Selbsterkenntnis, Reflektion und funktionierende Rückfallprophylaxe. Bei anderer Gelegenheit habe ich das mal folgendermaßen zusammengefasst:
Zitat:
Zitat von Westfalenradler Beitrag anzeigen
Eine gelungene Aufarbeitung ginge eher in folgende Richtung:
- Es war schlimm und gefährlich für mich und andere
- Es war meine (und nur meine) Schuld
- Ich war auch ansonsten lax im Umgang mit Verkehrs- und anderen Regeln und habe mich (unberechtigt) für besser als andere Fahrer gehalten
- Ich habe erkannt, dass meine Einstellung falsch war und ich eine Gefahr für den Straßenverkehr darstellte
- Ich habe erkannt, woher diese falsche Einstellung kam (zB Umgang mit Regeln in Kindheit/Schule/Studium/Ausbildung/Arbeit - es handelt sich meist um ein erlerntes Verhalten, dass man auch wieder verlernen kann. Wer beispielsweise als Kind erlernt hat, dass er mit Regelverstößen erfolgreich durchkommt, weil keine ernsthaften Konsequenzen drohen, überträgt dies womöglich später auch auf den Straßenverkehr. Wer besonders strenge Eltern hatte, wird womöglich als Gegenreaktion als Jugendlicher mit fortgesetzten Regelverstößen beginnen. Wer die Erfahrung macht, dass alles, was er tut, von Erfolg gekrönt wird, hält sich irgendwann für unantastbar. Die Ursachen können vielfältig sein, das hier sollen keine vorgekauten möglichen Antworten sein, sondern Ansätze zum Nachdenken. Häufig ist auch Stress/Zeitdruck eine Ursache.)
- Ich habe konkrete Änderungen in meinem Leben vorgenommen und halte mich auch in anderen Bereichen an die Regeln; ich habe zB eine stressige Arbeitsstelle gekündigt/mich versetzen lassen/mit meinem Chef gesprochen, dass es zuviel Arbeit war/mich von meiner nervigen Freundin getrennt
- Dabei haben mir meine Freundin/Frau/meine Kumpels/ein Psychologe/ein Pastor/sonstwer geholfen, indem ich mit ihnen darüber geredet habe, was ich verändern könnte und dies auch umgesetzt habe
- Daher halte ich mich heute an alle Regeln und werde das auch im Straßenverkehr umsetzen können
- Meine Fahrerlaubnis ist mir gar nicht mehr so wichtig, ich habe festgestellt, dass man auch ohne ganz gut durchs Leben kommt (die FE ist natürlich die Motivation, zur MPU zu gehen, aber sie darf niemals die Motivation für das geänderte Verhalten sein).
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  #3  
Alt 22.04.2017, 17:44
mortmel mortmel ist offline
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Danke für deine ausführliche Antwort! Die hilft mir schon einiges weiter.
Muss ich mir mal genau durch den Kopf gehen lassen, was ich am besten mache. Eigentlich hatte ich vor, bis 2020 zu warten. Sind ja "nur" noch 3 Jahre.
Aber der Fs juckt halt schon... Mit 2 Kindern und in meinen Alter wär das schon angebracht. Hab nur schiss vor dieser MPU. Mein Leben habe ich komplett geändert nach dem letzten Vorfall mit dem Alkohol. Danach kamen die Kinder,Umzug Freundeskreis gewechselt, komplette Einstellung geändert. Aber das ganze Glaubwürdig an den MPU Sachbearbeiter rüberzubringen.... Naja, ich lass mir die Sache durch den Kopf gehen.
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  #4  
Alt 22.04.2017, 18:58
Westfalenradler Westfalenradler ist offline
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Wenn Du Dich hier im Forum vorbereitest, dann riskierst Du lediglich die Kosten für den Neuantrag (100-200 Euro) und für die MPU (347,48 Euro bei Straftaten- und/oder verkehrsrechtlicher Fragestellung; für eine Alkoholfragestellung sehe ich bei einer einzelnen Widerstandshandlung unter Alkoholeinfluss keinen Raum). Sollte die MPU wider Erwarten schief laufen, ziehst Du einfach den Antrag zurück und probierst es später nochmal oder wartest dann eben bis 2020. Die Chance, dass es funktioniert, ist bei ernsthafter Mitarbeit hier im Forum nicht schlecht. Ich würde mal sagen, in etwa sechs Monaten könntest Du den neuen Führerschein in der Hand halten (großzügig geschätzt, womöglich geht's auch schneller). D.h. im Grunde sind es etwa 600 Euro sowie ein gewisser Zeit- und Nervenaufwand, die Du riskieren müsstest, um die Fahrerlaubnis drei Jahre früher zu bekommen. Ob es Dir das wert ist, musst Du selbst entscheiden.
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  #5  
Alt 22.04.2017, 19:13
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Alana Alana ist offline
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Zitat:
11.02.2011: Anordnung der Beibringung eines Gutachtens einer Begutachtungsstelle für Fahreignung
Wie war denn da die Fragestellung?
__________________
Liebe Grüße
Alana
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  #6  
Alt 23.04.2017, 08:15
mortmel mortmel ist offline
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Also,Fragestellung war:
Ist zu erwarten, dass Herr XY auch zukünftig erheblich oder wiederholt gegen verkehrsrechtliche bestimmungen verstoßen wird?
Empfehlun war:
"Um eine günstige Entwicklung der Eignungsvorraussetzungen vor einer eventuellen späteren Begutachtung zu unterstützen,empfehlen wir Herrn XY, fachliche Hilfe bei der Aufarbeitung der beschriebenen individuellen Problematik in Anspruch zu nehmen.Erfolg versprechend dürfte insbesondere die inanspruchnahme einer induviduellen Einzellberatung bei einem verkehrspsychologisch erfahrenen Diplom-Psychologen mit therapeutischer Zusatzqualifikation oder eine verkehrstherapeutisch orientierte,psychologische Gruppenmaßnahme sein.Hierbei ist in der Regel für eine effektive psychologische Intervention ein laängerfristiger Zeitraum mit kontinuierlich stattfindenden Gesprächen erforderlich."
Darum war ich bei einen Mpu Psychologen. Aber mit so einen Riesen Aufwand hatte ich nicht gerechnet. Preis und Alkohol Screening. Vor allem, da ich mein Leben total umgestellt habe....
Naja. Jetzt les ich mich hier im Forum mal durch. Vielleicht geh ich es doch mit der Hilfe des Forums nochmal an. Der Fs wär mir schon wichtig, nicht um wieder fahren zu dürfen,sondern weil dieser Punkt noch eine Altlast meines alten Lebens ist.
Aber jetzt erstmal ein paar Stunden lesen. Dann mal schauen ob ich mich ran Trau. ☺️ Aber Danke schonmal für eure Antworten!
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