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  #1  
Alt 15.08.2018, 15:17
rasputyn rasputyn ist offline
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Standard bald MPU wegen Cannabis

Hallo, ich stelle mich mal vor:

Was ist passiert?
Drogensorte: Cannabis
Konsumform (Dauer und Häufigkeit je Substanz): täglich über 1g
Datum der Auffälligkeit: Juni 2017

Drogenbefund
Blutwerte: TCH ca. 39µg/L, OH-THC 15µg/L, THC-COOH ca. 255µg/L
Schnelltest: Amphetamine, THC
Beim Kauf erwischt: nein
Nur daneben gestanden: nein

Welche Angaben wurden gegenüber den Behörden gemacht?
Konsum zugegeben? Ja, "vor einer Woche"
Besitz zugegeben? nein
Wurde BTM gefunden, wie viel? nein

Stand des Ermittlungsverfahrens
Gerade erst passiert: nein
Polizei hat sich mit den Blutwerten gemeldet: ja
Verfahren gegen Bußgeld eingestellt: nein
Verurteilt: nein
Strafe abgebüßt: nein

Führerschein
Hab ich noch: nein
Hab ich abgegeben: ja, im Oktober 2017
Hab ich neu beantragt: ja

Führerscheinstelle
Hab schon in meine Akte geschaut: ja
Sonstige Verstöße oder Straftaten? nein

Konsum
Ich konsumiere noch: nein
letzter Konsum: Juni 2017

Abstinenznachweis
Haaranalyse: ja, Mitte September sind 12 Monate um
Urinscreen: nein

Aufarbeitung
Drogenberatung: nein
Selbsthilfegruppe (SHG): nein
Psychologe: nein
Ambulante/stationäre Therapie: nein
Keine Ahnung: nein
Psychiater: ja
Verkehrstherapeut: ja

MPU
Datum: September 2018
Welche Stelle (MPI): Dekra Leverkusen
Schon bezahlt? nein
Schon gehabt? nein

Altlasten
Sind wir etwa Rückfalltäter? nein
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  #2  
Alt 15.08.2018, 17:06
SagJa SagJa ist offline
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Hallo und herzlich Willkommen!

Gehe ich richtig in der Annahme, dass du bisher keine Haaranalyse gemacht hast und gleich 12 Monate am Stück machen willst? Was ist mit Amphetamin? Gibt's dazu keine Werte?

Gruß, SagJa
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  #3  
Alt 15.08.2018, 20:02
rasputyn rasputyn ist offline
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Was ist passiert?

Vorgeschichte:
Wann haben Sie das allererste Mal von illegalen Drogen gehört?
Kann ich nicht genau sagen, wahrscheinlich in der Schule (ca. 1995-2000)

Wann haben Sie das erste Mal konsumiert? (Datum)
Auf einer Klassenfahrt in der 12. Klasse. (ca. 2002-2003)

Wie sah der Konsum aus? (Konsumbiografie-Wie lange habt Ihr was in welcher Menge genommen?)
Ab und zu bei einem Joint mitgeraucht, wenn jemand etwas dabei hatte.

Haben Sie Drogen zusammen mit Alkohol konsumiert?
Ja, manchmal haben wir eine Flasche Bier dazu getrunken.

Wie ist der Umgang mit Alkohol gewesen?
Starken Alkohol mal probiert, davon gebrochen. Seitdem nur ab und zu Bier getrunken.

Sonstige Suchtmitteleinnahme?
Ja, am Anfang habe ich Zigaretten von Freunden bekommen. Irgendwann angefangen, sie selber zu kaufen. Keine anderen Drogen probiert.

Haben Sie bei sich negative Folgen fetsgestellt?
Nein, am Anfang nicht, weil erfolgreich Abitur, Führerschein und Ausbildung absolviert. 5-10 Jahre später, als der Konsum zugenommen hat, wollte ich aufhören, weil ich die Abhängigkeit danach bemerkt habe. Leider erfolglos, weil die Abhängigkeit stärker als mein Wille war.

Haben Sie trotz negativer Folgen weiter konsumiert?
Ja, mehrere Male versucht, aufzuhören. Funktioniert hat es leider höchstens für ein Paar Wochen.

Auffälligkeit:
Was für Werte wurden bei Ihrer Auffälligkeit festgestellt?
TCH ca. 39µg/L, OH-THC 15µg/L, THC-COOH ca. 255µg/L

Wann und wieviel haben Sie in der Woche vor der Auffälligkeit konsumiert?
Täglich mehr als 1g Cannabis geraucht

Wieviel und was haben Sie am Tag der Auffälligkeit Konsumiert?
3 Cannabis Joints - einen morgens früh + einen in der Mittagspause auf der Arbeit + einen nach Feierabend vor der Fahrt

Gab es einen besonderen Grund für diesen Konsum?
Nein, gewohnheitsmäßig Konsum wie jeden Tag

Wie sind Sie auffällig geworden?
Allgemeine Verkehrskontrolle vor der Summer Jam in Köln

Nur für die, die im Straßenverkehr ermittelt wurden(auch Parkplatz):
Was war der Zweck der Fahrt?
Summer Jam 2017 in Köln

Wie weit wollten/sind Sie (ge)fahren?
geplant ca. 25km von der Arbeit zur Summer Jam, 20km davon gefahren bis zur Kontrolle

Wie oft waren sie bereits unter Drogeneinfluß im Straßenverkehr unterwegs?
Praktisch jeden Tag mehrmals. Grobgeschätzt 2x/Tag x 365Tage x 10 Jahre = 7300 Mal

Wie haben Sie den Konflikt zwischen dem Drogenkonsum und dem Führen eines Kraftfahrzeuges gelöst?
Gar nicht, der Konflikt war mir nicht bewußt, weil ich das Joint rauchen wie das Zigarettenrauchen gewöhnt war.

Wieso ist es verboten unter Drogeneinfluß ein KFZ zu führen?
Weil es die Reaktion und Konzentration verschlechtert, Raum- und Zeitgefühl beeinflußt und man somit eine Gefahr für sich und die Allgemeinheit darstellt

Wie lange stehen Sie nach dem Konsum von Drogen unter deren Einfluß?
Unterschiedlich je nach eingenommener Menge. Grob geschätzt mehrere Tage bis zu einer Woche

Sind sie sich darüber im Klaren, welche Folgen es bei einem täglichen Konsum gibt?
Ja, es ist die psychische oder auch physische Abhängigkeit danach. Interessensverlust an normalen Aktivitäten des Lebens. Beschaffung und Konsum der Drogen steht im Mittelpunkt der Tagesplanung.

Warum ist es passiert?
Welche persönlichen Hintergründe gab es für den Cannabis- Drogenkonsum?
Mehrmaliger Umzug in eine WG, in der Cannabis Konsum an der Tagesordnung war

Wie hat sich Ihr Umfeld über Ihren Drogenkonsum geäußert?
Einige Freunde haben mich dafür kritisiert, dass ich Cannabis wie Zigaretten mehrmals am Tag rauche. Meine Freundin hat es ebenfalls sehr gestört.

Gab es Ereignisse in Ihrem Leben, die zu verstärktem Konsum geführt haben?
Nein, der Konsum war auch ohne diese Ereignisse sehr stark

Haben Sie vor der Auffälligkeit jemand um Hilfe gebeten, um den Drogenkonsum zu beenden?
Nein, weil ich es nicht als Problem gesehen habe, obwohl ich wußte, dass ich davon abhängig war

Gibt es in Ihrer Familie aktenkundige Verstöße gegen das Betäubungsmittelgesetz oder Suchtkrankheiten?
Nein, nicht dass ich wüßte.

Hatten sie Konsumpausen/spitzen? Warum? Wann?
Pausen ja, als ich selber versucht habe, damit aufzuhören, allerdings von nicht sehr langer Dauer. Konsumspitzen gab es nicht, weil ich bereits so viele Joints wie andere Zigaretten geraucht habe.

Was hat Sie daran gehindert, ohne Droge abzuschalten?
Die Angst, auf die Droge zu verzichten. Das Leben schien uninteressant, wenn ich nicht geraucht habe. Wegen guter Verfügbarkeit der Droge kam es selten bis gar nicht dazu, dass ich darauf verzichten musste.

Waren Sie gefährdet in eine Drogenabhängigkeit zu geraten?
Ja ich bin bereits dahin geraten und konnte mich aus eigenem Willen nicht selbst davon befreien.

Waren sie Drogenabhängig?
Ja auf jeden Fall, siehe meine vorigen Antworten.

Wieso passiert das nicht wieder?
Hätten sie, rückblickend, eine Drogenkarriere verhindern können?
Nein wohl eher nicht, früher oder später würde ich damit in Kontakt kommen und diese Erfahrung der Abhängigkeit erstmal machen müssen.

Wieso haben Sie sich für eine Abstinenz entschieden?
Weil es der einzige Weg ist, mich von der Abhängigkeit zu lösen und nicht wieder da hineinzugeraten.

Beschreiben Sie den Punkt, an dem Sie sich für ein abstinentes Leben entschieden haben (Knackpunkt)
Am nächsten Tag nach der Verkehrskontrolle. Mir wurde bewußt, dass ich meinen Führerschein verlieren würde. Das hat mir den richtigen Tritt in den Hintern von außen verpasst, der mir bei meinen selbstständigen Versuchen aufzuhören gefehlt hatte.

Wieso kommt für Sie nur Abstinenz und nicht für gelegentlicher Konsum in betracht?
Weil ich, wie die Erfahrung zeigt, leicht in die Abhängigkeit abrutsche und es einfach nicht bei gelegentlichem Konsum belassen kann.

Wie haben Sie die Umstellung zur Abstinenz erlebt?
Unerwarteterweise leichter als gedacht. In den ersten Tagen gab es Schwierigkeiten beim Einschlafen, aber nach ein Paar Wochen waren alles wieder in Ordnung und ich habe sogar wieder angefangen zu träumen.

Wer hat Ihnen dabei wie geholfen?
Meine Familie und Freunde waren immer für ein Gespräch bereit, wenn ich das Verlangen danach hatte.

Wie reagiert Ihr Umfeld auf diese Umstellung?
Meine Freunde haben mich darin gestärkt und auch meine Freundin war begeistert, dass ich es endlich geschafft habe.

Haben Sie nach der Auffälligkeit weiterhin Kontakt zu Ihren Drogenbekannten gehabt?
Ja, allerdings hatten wir wohl nicht viele Gemeinsamkeiten außer Cannabis, so dass sich die Wege zwar manchmal kreuzen, aber nicht parallel verlaufen.

Haben Sie nach Ihrer Auffälligkeit miterlebt, wie Ihre Bekannten Drogen konsumiert haben?
Ja, ein Paar wenige Kontakte habe ich noch, die konsumieren. Ich versuche, den Kontakt mit solchen Menschen zu meiden oder auf das nötigste zu beschränken.

Wie haben Sie in Zukunft vor mit Cannabis/dem Konsum umzugehen?
Ich werde vorsichtshalber vollständig darauf verzichten, weil die Gefahr zu groß ist, auch nach einem Mal wieder davon abhängig zu werden. Da ich mittlerweile mehr als 1 Jahr abstinent bin, habe ich mich an das Leben mit klarem Kopf und Verstand gewöhnt und auch schätzen gelernt. Meine Hobbys und Sport sind nicht mit einem Rauschzustand vereinbar.

Haben Sie zu Hause Cannabis?
Nein.

Wie wollen Sie es gegebenen Falls in Zukunft verhindern, nochmals unter Drogeneinfluß ein KFZ zu führen?
Am besten gar keine Drogen nehmen. Sollte ich irgendwann merken, dass ich trotzdem aus irgend einem Grund unter Drogeneinfluß stehe, werde ich für mindestens eine Woche kein Auto führen und die öffentlichen Verkehrsmittel benutzen.

Wie wollen Sie einen beginnenden Rückfall erkennen?
Ein Rückfall wäre es bereits nur einmal wieder an einem Joint zu ziehen. Davor würde ich mir vor Augen führen wie viel Zeit und Mittel es mich gekostet hat, davon wegzukommen. Die Kosten sind einfach zu hoch, der Nutzen nahe Null.

Wie ist derzeit der Konsum von Alkohol bei Ihnen?
1-2 mal in der Woche trinke ich abends eine 0,5l Dose oder 0,5l Flasche Cider (Apfelwein).
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  #4  
Alt 15.08.2018, 20:07
rasputyn rasputyn ist offline
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Zitat:
Zitat von SagJa Beitrag anzeigen
Hallo und herzlich Willkommen!

Gehe ich richtig in der Annahme, dass du bisher keine Haaranalyse gemacht hast und gleich 12 Monate am Stück machen willst? Was ist mit Amphetamin? Gibt's dazu keine Werte?

Gruß, SagJa
Hallo und danke schön!

Nein, eine saubere Haaranalyse über 6cm habe ich bereits vom März 2018.
Amphetamine habe ich nicht genommen, der Schnelltest lag wohl falsch, wie auch die Blutuntersuchung der Uniklinik bestätigt.
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  #5  
Alt 16.08.2018, 10:40
Kai R. Kai R. ist offline
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Mit dem Bogen lohnt es sich noch nicht zu beschäftigen. Deine Konsummotive absolut oberflächlich. Da musst Du erst noch einmal ran.
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  #6  
Alt 16.08.2018, 10:56
rasputyn rasputyn ist offline
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Danke für die Kritik! Du meinst also die Kategorie "Warum ist es passiert?" oder ist "Wieso passiert das nicht wieder?" auch zu oberflächlich?
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  #7  
Alt 16.08.2018, 11:12
Kai R. Kai R. ist offline
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In jeder Hinsicht. Wie Du in die Abhängigkeit hineingeraten bist und wie Du es geschafft hast, wieder herauszukommen. Welche (professionelle) Hilfe Du hattest. Du musst einfach mehr Hintergründe liefern als Deine Zweizeiler.
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  #8  
Alt 21.08.2018, 20:23
rasputyn rasputyn ist offline
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Ich bin nochmal in mich gegangen und habe versucht, meine Motive und Hintergründe ausführlicher zu beschreiben. Freue mich auf die nächsten "zerstörende" aber konstruktive Kommentare.
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  #9  
Alt 21.08.2018, 20:24
rasputyn rasputyn ist offline
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Was ist passiert?

Vorgeschichte:
Wann haben Sie das allererste Mal von illegalen Drogen gehört?
Kann ich nicht genau sagen, wahrscheinlich in der mittleren Schule (ca. 1995-2000).

Wann haben Sie das erste Mal konsumiert? (Datum)
Auf einer Klassenfahrt nach Spanien in der 12. Klasse (ca. 2002-2003). Ein Mitschüler hat einen Joint rumgereicht. Da wir dort auch Sangria getrunken haben, ist mir nach dem Joint schlecht geworden und ich musste brechen. Danach wurde ich in meiner Ansicht gefestigt, keine Macht den Drogen.

Wie sah der Konsum aus? (Konsumbiografie-Wie lange habt Ihr was in welcher Menge genommen?)
Nach dem ersten Konsum auf der Klassenfahrt hatte ich keinen Kontakt mit Cannabis bis zur Ausbildung, die im September 2009 angefangen hat. Dort habe ich mich mit Auszubildenden angefreundet, von denen einer ab und zu nach der Schule einen Joint geraucht hat. Irgendwann habe ich auch davon probiert und da es dann nicht in Kombination mit Alkohol war, habe ich den Rauschzustand langsam mögen gelernt. Mit der Zeit wollte ich immer mehr mitrauchen und war irgendwann gezwungen mir eigenes Cannabis zu besorgen. Am Ende der Ausbildung im Januar 2012 waren es ungefähr 1g/Woche. Mit Abschluss der Ausbildung und der festen Anstellung war ich finanziell in der Lage, mir mehr leisten zu können, und so hat sich mein Konsum immer mehr gesteigert auf fast 2g/Tag oder 50g/Monat in 2017.

Haben Sie Drogen zusammen mit Alkohol konsumiert?
Nur beim ersten Probieren auf der Klassenfahrt. Nachdem ich angefangen habe, jeden Tag Cannabis zu konsumieren, habe ich wegen der bitteren Erfahrung auf der Klassenfahrt komplett auf Alkohol verzichtet.

Wie ist der Umgang mit Alkohol gewesen?
Bis zur Ausbildung habe ich bei besonderen Anlässen oder auf Partys nur Liköre oder Sekt getrunken, weil Bier mir nicht geschmeckt hat. Cannabis hat später den Alkoholkonsum komplett ersetzt.

Sonstige Suchtmitteleinnahme?
Ja, in der Schule habe ich Zigaretten von Freunden bekommen. Irgendwann angefangen, sie selber zu kaufen. Nach der Schule habe ich eine Packung am Tag geraucht bis ich angefangen habe, Cannabis zu rauchen. Danach habe ich nur Drehtabak gekauft.

Haben Sie bei sich negative Folgen festgestellt?
Am Anfang nicht, solange ich nicht viel konsumiert habe. 5 Jahre später als der Konsum zugenommen hat, habe ich gemerkt, dass mein Wohlbefinden und meine Laune am Tag stark davon abhängig sind, ob ich genug Cannabis vorrätig habe. Dazu kommt die Verpeilt- und Vergesslichkeit auf der Arbeit, ein Berg voller Aufgaben zu Hause, keine sozialen Aktivitäten mehr.

Haben Sie trotz negativer Folgen weiter konsumiert?
Als mir die Abhängigkeit bewußt wurde und die beschriebenen negativen Folgen immer mehr zunahmen, habe ich mehrere Versuche gestartet, damit aufzuhören. Funktioniert hat es leider höchstens für ein Paar Wochen. Danach habe ich mir immer wieder irgendwelche Gründen zusammengelegt, wieso ich nochmal was probieren könnte und war wieder im Teufelskreis gefangen.

Auffälligkeit:
Was für Werte wurden bei Ihrer Auffälligkeit festgestellt?
TCH ca. 39µg/L, OH-THC 15µg/L, THC-COOH ca. 255µg/L

Wann und wieviel haben Sie in der Woche vor der Auffälligkeit konsumiert?
Täglich mehr als 1g Cannabis, also ca. 10g die Woche.

Wieviel und was haben Sie am Tag der Auffälligkeit Konsumiert?
3 Cannabis Joints - einen morgens früh + einen in der Mittagspause auf der Arbeit + einen nach Feierabend vor der Fahrt

Gab es einen besonderen Grund für diesen Konsum?
Nein, gewohnheitsmäßiger Konsum wie jeden Tag in 2017.

Wie sind Sie auffällig geworden?
Allgemeine Verkehrskontrolle vor der Summer Jam in Köln

Nur für die, die im Straßenverkehr ermittelt wurden(auch Parkplatz):
Was war der Zweck der Fahrt?
Summer Jam 2017 in Köln

Wie weit wollten/sind Sie (ge)fahren?
geplant ca. 25km von der Arbeit zur Summer Jam, 20km davon gefahren bis zur Kontrolle

Wie oft waren sie bereits unter Drogeneinfluß im Straßenverkehr unterwegs?
Am Anfang ca. 1x/Woche x 52 Wochen x 5 Jahre = 260 Mal. In letzter Zeit praktisch jeden Tag mehrmals. Grobgeschätzt 2x/Tag x 365Tage x 3 Jahre = 2190 Mal.

Wie haben Sie den Konflikt zwischen dem Drogenkonsum und dem Führen eines Kraftfahrzeuges gelöst?
Am Anfang habe ich versucht, das Rauchen nicht unmittelbar vor einer möglichen Fahrt zu machen. Später als ich schon jeden Tag geraucht habe, war ich diesen Zustand gewöhnt. Der Konflikt war mir gar nicht mehr bewußt, weil ich das Joint rauchen wie das Zigarettenrauchen gehandhabt habe.

Wieso ist es verboten unter Drogeneinfluß ein KFZ zu führen?
Weil es die Reaktion und Konzentration verschlechtert, Raum- und Zeitgefühl beeinflußt und man somit eine Gefahr für sich und die Allgemeinheit darstellt.

Wie lange stehen Sie nach dem Konsum von Drogen unter deren Einfluß?
Unterschiedlich je nach eingenommener Menge. Grob geschätzt mehrere Tage bis zu einer Woche

Sind sie sich darüber im Klaren, welche Folgen es bei einem täglichen Konsum gibt?
Ja, es ist die psychische oder auch physische Abhängigkeit danach. Interessensverlust an sozialen Aktivitäten und Probleme im Beruf. Beschaffung und Konsum der Drogen steht im Mittelpunkt der Tagesplanung.
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  #10  
Alt 21.08.2018, 20:25
rasputyn rasputyn ist offline
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Warum ist es passiert?
Welche persönlichen Hintergründe gab es für den Cannabis- Drogenkonsum?
Nachdem ich Cannabis in der Ausbildung ausprobiert habe, habe ich gemerkt, dass es mir hilft, Prüfungs- und Familienstress zu bewältigen. Zu dem Zeitpunkt wurde ich sehr oft von meiner Familie gestresst, weil sie auch nach 15 Jahren in Deutschland kaum deutsch gelernt haben und ich sie zu wichtigen Arztbesuchen und Amtsgängen begleiten bzw. am Telefon als Übersetzer helfen musste. Dazu habe ich praktisch alle Urlaubstage einsetzen müssen und konnte mich kaum von der Arbeit erholen und keinen richtigen Urlaub machen. Cannabis hat mir geholfen abzuschalten und diese Überforderung zu verarbeiten.

Wie hat sich Ihr Umfeld über Ihren Drogenkonsum geäußert?
Meine Familie wusste damals nicht von dem Drogenkonsum. Durch den Stress, ständig als Übersetzer für meine Familie da sein zu müssen, haben wir uns sehr entfremdet und ich hatte Ihre Nähe nicht mehr gesucht. Einige Freunde haben mich später dafür kritisiert, als ich angefangen habe, Cannabis wie Zigaretten mehrmals am Tag zu rauchen. 2014 habe ich meine aktuelle Freundin kennengelernt, sie hat dieser übermäßige Konsum ebenfalls sehr gestört.

Gab es Ereignisse in Ihrem Leben, die zu verstärktem Konsum geführt haben?
Nein, der Konsum wurde mit der Zeit von alleine sehr stark.

Haben Sie vor der Auffälligkeit jemand um Hilfe gebeten, um den Drogenkonsum zu beenden?
Nein.

Gibt es in Ihrer Familie aktenkundige Verstöße gegen das Betäubungsmittelgesetz oder Suchtkrankheiten?
Nein.

Hatten sie Konsumpausen/spitzen? Warum? Wann?
Mein Freundin hat mich darum gebeten, den Konsum zu reduzieren. Da ich es nicht schaffen konnte, weniger zu rauchen, habe ich versucht, ganz aufzuhören. Allerdings wurden aus diesen Versuchen nur Pausen von nicht sehr langer Dauer (meistens 10-14 Tage). Konsumspitzen gab es nicht, weil ich bereits so viele Joints wie andere Zigaretten geraucht habe.

Was hat Sie daran gehindert, ohne Droge abzuschalten?
Die Angst, auf die Mittel zur Entspannung zu verzichten. Das Leben schien sehr stressig, wenn ich nicht geraucht habe. Wegen guter Verfügbarkeit der Droge kam es selten bis gar nicht dazu, dass ich darauf verzichten musste.

Waren Sie gefährdet in eine Drogenabhängigkeit zu geraten?
Ja ich bin bereits dahin geraten und konnte mich aus eigenem Willen nicht selbst davon befreien.

Waren sie Drogenabhängig?
Ja.

Wieso passiert das nicht wieder?
Hätten sie, rückblickend, eine Drogenkarriere verhindern können?
Ja, indem ich das Problem der Überforderung durch meine Familie hätte angehen müssen, anstatt davor zu flüchten und mich mehr zu betäuben. Ich hätte direkt das Gespräch mit Ihnen suchen müssen und mir von ärztlichen oder sozialen Einrichtungen dabei helfen zu lassen.

Wieso haben Sie sich für eine Abstinenz entschieden?
Weil es der einzige sichere Weg ist, mich von der Abhängigkeit vollständig zu lösen und nicht wieder da hineinzugeraten. Ich wollte meine gefühlt Tausend Baustellen endlich mit einem klaren und nüchternen Kopf angehen.

Beschreiben Sie den Punkt, an dem Sie sich für ein abstinentes Leben entschieden haben (Knackpunkt)
Am nächsten Tag nach der Verkehrskontrolle, nachdem ich über mein Konsumverhalten Gedanken gemacht habe. Mir wurde bewußt, dass ich meinen Führerschein verlieren würde und dass es so nicht weitergehen kann. Ich habe erkannt, dass ich in letzter Zeit eigentlich Glück gehabt habe, dass ich keinen Verkehrsunfall oder ähnliches ausgelöst habe und somit auch andere in Gefahr gebracht habe. Der Gedanke daran hat mich veranlasst, mich sogar zu freuen, dass ich kontrolliert wurde. Dies hat mir den richtigen Tritt in den Hintern von außen verpasst, der mir bei meinen selbstständigen Versuchen aufzuhören gefehlt hatte.

Wieso kommt für Sie nur Abstinenz und nicht nur gelegentlicher Konsum in Betracht?
Weil ich, wie die Erfahrung zeigt, leicht in die Abhängigkeit abrutsche und es einfach nicht bei gelegentlichem Konsum belassen kann. Der Nutzen eines kurzen Rauschs steht in keinem Verhältnis zu den Kosten, die dieser Rausch nach sich ziehen kann. Ich habe bereits genug Zeit in meinem Leben damit vergeudet, mich zu berauschen und die anstehenden Aufgaben und Unternehmungen auf die lange Bank zu schieben. Ich möchte die mir zur Verfügung stehende Zeit optimal nutzen, das schaffe ich nur mit einem nüchternen und klaren Kopf.

Wie haben Sie die Umstellung zur Abstinenz erlebt?
Unerwarteterweise leichter als gedacht. In den ersten Tagen gab es Schwierigkeiten beim Einschlafen, aber nach ein Paar Wochen war alles wieder in Ordnung und ich habe sogar wieder angefangen zu träumen. Ich habe endlich das angefangen, was ich während der Konsumzeit immer hinausgeschoben habe. Haushalt machen, Papierkram erledigen, mich um meine Gesundheit kümmern. Ich habe alte Hobbys (Gitarre spielen, Sport machen) wiederaufgenommen und neue Hobbys gefunden (Drohne fliegen/basteln, Schach spielen). Alles in einem ist mein Leben bunter und interessanter geworden, ich habe viel mehr Lust und Spaß daran, etwas sinnvolles zu unternehmen.

Wer hat Ihnen dabei wie geholfen?
Freunde haben mich von Anfang an in dem Vorhaben unterstützt und waren immer für ein Gespräch bereit, wenn ich Hilfe gebraucht habe. Meiner Familie habe ich von meinem Konsum gebeichtet und mit Ihnen endlich ein ernsthaftes Gespräch darüber geführt, wie sehr mich die Situation mit ihnen in letzter Zeit gestresst hat. Das hat unsere Beziehung wieder gestärkt, ich muss nicht mehr bei jedem Termin dabei sein und ich kann mich wieder freuen, sie manchmal zu besuchen. Ein halbes Jahr später nachdem Aufhören habe ich eine mittlere Depression bekommen, weswegen ich zum Psychiater gegangen bin. Dieser hat mir mit einem Medikament aus Johanniskraut geholfen, die Depression erfolgreich zu überwinden.

Wie reagiert Ihr Umfeld auf diese Umstellung?
Meine Freundin war begeistert, dass ich es endlich geschafft habe. Meine Freunde laden mich nun öfter zu Unternehmungen ein, auf die ich früher keine Lust gehabt habe. Bekannte haben mir schon öfter gesagt, ich sehe irgendwie anders, viel frischer aus. Bei der Arbeit bin ich nun noch leistungsfähiger und effektiver, das haben auch meine Kollegen schon gemerkt und mir mitgeteilt.

Haben Sie nach der Auffälligkeit weiterhin Kontakt zu Ihren Drogenbekannten gehabt?
Ja, allerdings hatten wir wohl nicht viele Gemeinsamkeiten außer Cannabis, so dass sich die Wege zwar manchmal kreuzen, aber nicht parallel verlaufen.

Haben Sie nach Ihrer Auffälligkeit miterlebt, wie Ihre Bekannten Drogen konsumiert haben?
Ja, ein Paar wenige Bekannte habe ich noch, die konsumieren. Ich versuche, den Kontakt mit diesen Menschen zu meiden oder auf das nötigste zu beschränken.

Wie haben Sie in Zukunft vor mit Cannabis/dem Konsum umzugehen?
Ich werde vollständig darauf verzichten, weil die Gefahr zu groß ist, auch nach einem Mal wieder davon abhängig zu werden. Da ich mittlerweile mehr als 1 Jahr abstinent bin, habe ich mich an das Leben mit klarem Kopf und Verstand gewöhnt und dieses auch schätzen gelernt. Meine Hobbys und Sport sind nicht mit einem Rauschzustand vereinbar.

Haben Sie zu Hause Cannabis?
Nein.

Wie wollen Sie es gegebenen Falls in Zukunft verhindern, nochmals unter Drogeneinfluß ein KFZ zu führen?
Am besten gar keine Drogen nehmen. Mir ist aber auch bewußt, dass ich es nie für die Zukunft zu 100% ausschließen kann. Sollte ich irgendwann merken, dass ich aus irgend einem Grund unter Drogeneinfluß stehe, werde ich für mindestens eine Woche kein Auto führen und die öffentlichen Verkehrsmittel benutzen.

Wie wollen Sie einen beginnenden Rückfall erkennen?
Ein Rückfall wäre es bereits nur einmal wieder an einem Joint zu ziehen. Davor würde ich mir vor Augen führen wie viel Zeit und Mittel es mich gekostet hat, davon wegzukommen. Die Kosten sind einfach zu hoch, der Nutzen nahe Null. Sollte ich wider erwarten schwach werden und doch anfangen zu konsumieren, würde ich mir schnellstens professionelle Hilfe von Ärzten bzw. sozialen Einrichtungen holen.

Wie ist derzeit der Konsum von Alkohol bei Ihnen?
1-2 mal in der Woche trinke ich abends eine 0,5l Dose oder 0,5l Flasche Cider (Apfelwein).
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