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  #31  
Alt 12.01.2017, 09:54
Kato1993 Kato1993 ist offline
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Tathergang

1. Beschreiben Sie den Tag Ihrer Trunkenheitsfahrt aus eigener Sicht mit Datum und Uhrzeiten.
(wann, wo und mit wem getrunken / wann und wie aufgefallen / Promille)

Ich bin vormittags aufgewacht und aufgestanden. Zu der damaligen Zeit hatte ich mein Studium abgebrochen und war damit beschäftigt, mich für eine Ausbildung zu bewerben. Hatte also keinen geregelten Tagesablauf. Nachmittags bin ich zu einem Kumpel gefahren, bei dem abends sein Geburtstag anstand. Ich half beim Aufbau und wir spielten ein paar Runden Fifa. Ab 20 Uhr kamen dann die Gäste. Viele kannte ich natürlich und man begann ein Fass zu öffnen. Wir haben mit Bier angestoßen und Musik angemacht. Bis etwa 24 Uhr trank ich 2 Bier pro Stunde und unterhielt mich mit Freunden. Ab 24 Uhr stieg ich auf Longdrinks um (Cuba Libre) und trank auch Shots (Dos Mas). Das ging dann bis etwa 3:30 Uhr und ich habe 5 Longdrinks und 3 Dos Mas getrunken. Danach bin ich wie geplant bei meinem Kumpel schlafen gegangen. Der Rest ist noch durch das Dorf geschlendert. Um etwa 4:30 Uhr bin ich aufgewacht und konnte nichtmehr einschlafen, da direkt vor dem Haus Schafe grasten. Ich entschied mich die 5 km heimzufahren. Nach etwa 1,2 km verlor ich die Kontrolle über das Auto und fuhr in den Straßengraben. Ein Passant hielt und rief die Polizei und Krankenwagen. Den Führerschein nahmen sie mir direkt ab, danach wurde ich ins Krankenhaus gefahren und meine geplatzte Lippe würde genäht.

2. Was und wie viel haben Sie am Tattag insgesamt getrunken?
(Genaue Angaben in Sorte, Menge, Trinkzeit)
20 - 24 Uhr: 6 Bier (0,5l)
0 - 3:30 Uhr: 2 Bier, 3 Cuba Libre, 3 Dos Mas (Zimtlikör 20

3. Wie viel Kilometer fuhren Sie, bis Sie aufgefallen sind und wie viel Kilometer wollten Sie insgesamt fahren?
1,2 km (Unfall) 5 km geplant

4. Hatten Sie das Gefühl, noch sicher fahren zu können?
(Ja/Nein + Begründung)
Nein, ich war betrunken und übermüdet. Ohne mir Gedanken zu machen stieg ich ins Auto und fuhr los.

5. Wie haben Sie die Trunkenheitsfahrt vermeiden wollen (wenn überhaupt)?
Ich wollte bei meinem Kumpel schlafen und erst am nächsten Tag heimfahren.

6. Haben Sie bereits früher im Straßenverkehr unter Alkoholeinfluss gestanden und sind aufgefallen?
Nein

7. Wie oft haben Sie alkoholisiert am Straßenverkehr teilgenommen ohne aufzufallen und was folgern Sie daraus?
Am gleichen Abend/Nacht des Konsums war es mein zweites Mal. Mit Restalkohol geschätzt 100 Mal, wenn ich zu Treffpunkten musste.
Daraus folgere ich, dass ich etwa 100 Mal verdammt viel Glück hatte.

Exploration

8. Wann hatten Sie den ersten Kontakt mit Alkohol und wann haben Sie das erste Mal Alkohol zu sich genommen?
(Allererste Erinnerung und erster Konsum)
Erster Kontakt: Wenn Eltern Besuch hatten und es hieß das sind Erwachsenengetränke. Grob geschätzt im Alter von 8 Jahren.
Das erste Mal trank ich Alkopops mit meinen damaligen Freunden im Alter von 15 Jahren. Freunde waren alle schon 16. Es war eine Grill- und Gartenfeier. Habe an dem Abend dann etwa 3 Mixgetränke probiert.

9. Haben Sie regelmäßig Alkohol getrunken, und wie hat sich ihr Trinkverhalten in den letzten Jahren entwickelt?
In der Zeitspanne seit ich 18 wurde und bis zu meiner TF hatte ich an Wochenenden getrunken. Unter der Woche nicht. Es wurde aber an den Wochenende immer mehr. Über viele Monate gewöhnte ich mich auch an immer größere Mengen Alkohol. Höhepunkt war die Zeit vor der TF.

10. Wie viel und wie oft haben Sie getrunken?
(Genaue Angaben in Sorte, Menge, Häufigkeit)
3-5x pro Monat.
Bier und Longdrinks, selten Schnäpse.
Menge ist abhängig von der Abendplanung gewesen.
Disko oder Private Feiern: 6 Bier und 5 Longdrinks
Bartour: 6-8 Bier
Trinkkurve wird heute daheim noch ausarbeitet.

11. Wo und mit wem haben Sie überwiegend getrunken?
Bars oder Discotheken mit meinem damaligen Freundeskreis. Alleine hatte ich nie das Verlangen nach einem Bier oder sonstigen alkoholischen Getränken.

12. Warum haben Sie getrunken?
(Innere + äußere Motive; Anmerkung: o.g. Link "psychologisches Gespräch" lesen)
Während meiner Zeit als Student, war es am Wochenende üblich zusammen feiern zu gehen. Nach unserer Ansicht damals war es normal dazu Alkohol zu trinken. Ich wurde lockerer, kontaktfreudiger und dachte auch ich würde interessanter werden, wenn ich etwas trank. Nüchtern habe ich persönliche Probleme, wie Probleme im Studium, nur sehr selten und mit sehr wenigen besprochen. Das Thema wurde von mir immer gemieden, da ich es als unangenehm betrachtet habe über mein Versagen zu reden. Auch noch während des Studiums als es absehbar wurde, dass ich es abbrechen werde. Auf meinem ganzen Bildungsweg wurde ich immer mit meiner älteren Schwester und vor allem meinen Zwillingsbruder verglichen. Während er „nur“ auf der Realschule war und ich relativ locker durch das Gymnasium kam, wendete sich während des Studiums das Blatt. Er ging über die FOS an eine FH und zog aus. Ich fing an der Uni an. Während das Studieren mir überhaupt nicht zusagte, machte er ohne Probleme seinen Bachelor und meine Schwester ihr Lehramtstudium. Ich war einer neuen Situation ausgesetzt: Den Vergleich mit meinen Geschwistern verloren zu haben. Sonst wurde es bei mir immer als selbstverständlich angesehen, dass die Noten alle passen und meine Eltern nahmen nur negative Ausrutscher wahr.

13. Welche Wirkung haben Sie in der Vergangenheit nach Alkoholgenuss bei sich beobachtet?
(bei wenig und bei viel Alkohol)
Bei wenig Alkohol: Redseliger, offener, unterhaltsamer
Bei viel Alkohol: Die Hemmungen fallen lassen, sehr kontaktfreudig

14. Gab es kritische Hinweise Anderer auf Ihren Alkoholkonsum und wie haben Sie darauf reagiert?
Im Freundeskreis nicht. Nur meine Mutter hatte mich auf die Mengen die ich trank angesprochen. Aber dumm wie ich war, nahm ich solche Aussagen auf die leichte Schulter…
15. Welche Auswirkungen und Folgen hatte Ihr Alkoholkonsum auf Ihr Leben und Ihr Umfeld?
Ich war an Wochenende oft nicht ausgeschlafen oder war ohne Motivation. Beim manchen Spielen konnte ich deshalb nicht meine Bestleistung abrufen, womit ich meiner Mannschaft geschadet habe. Daheim hatte ich mich gelegentlich gestritten, weil ich verkatert nicht im Haushalt mitgeholfen habe.

16. Gab es in Ihrem bisherigen Leben frühere Zeiten, in denen sie weit mehr Alkohol als heute getrunken haben?
Wenn ja, nennen sie bitte die Lebensabschnitte und mögliche Ursachen und Umstände dafür.
Die Zeit vor der TF. Ich hatte keinen geregelten Tagesablauf und das Gefühl, als Student versagt zu haben. Meine Eltern waren enttäuscht. Dadurch sammelte sich Frust bei mir an, welchen ich am Wochenende vergessen wollte.

17. Haben sie jemals die Kontrolle über ihre Trinkmenge verloren und bis zur Volltrunkenheit Alkohol konsumiert?
Ja, an dem Geburtstag von einem ehemaligen Freund im Sportheim trank ich offensichtlich zu viel. Das war im Mai 2015. Ich hatte am nächsten Tag einige Gedächtnislücken den Abend betreffend und mir ging es richtig dreckig.

18. Haben Sie früher schon einmal oder öfter über einen längeren Zeitraum bewusst und mit Absicht völlig auf den Genuss von Alkohol verzichtet?
Nein, nie geplant.

19. In welcher Kategorie von Trinker haben sie sich früher gesehen und wie stufen Sie sich heute rückblickend ein?
(mit Begründung)
Früher sah ich mich als Gesellschaftstrinker an, der am Wochenende mit seinen Freunden trank, jedoch nie alleine. Heute sehe ich, dass ich missbräuchlich Alkohol trank und vor allem in zu großen Mengen. Auf einer Skala von 0 bis 10 würde ich mich damals als eine 7,5 einordnen, heute bei einer 1,5.
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  #32  
Alt 12.01.2017, 09:55
Kato1993 Kato1993 ist offline
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Heute und in Zukunft

20. Trinken Sie heute Alkohol? Wenn ja, was, wie viel und wie oft?
(Genaue Angaben in Sorte, Menge, Häufigkeit)
Ja, ich praktiziere kontrolliertes Trinken zu bestimmten Anlässen wie Geburtstagen von den engsten Freunden, zu Silvester und, falls wir es schaffen, zum Aufstieg. Jedoch werden es nicht mehr als 8 Anlässe pro Jahr werden. Dort trinke ich dann 1-2 Bier.

21. Wann haben Sie zuletzt Alkohol getrunken?
31.12.2016

22. Trinken sie gelegentlich alkoholfreies Bier?
Nein



23. Warum trinken Sie heute Alkohol/keinen Alkohol?
Ich werde Alkohol als Genussmittel trinken. Zum Anstoßen auf einem Geburtstag ein oder zwei Bier, was dann 0,3 bzw 0,4 Promille bedeutet, da ich etwas Zeit zwischen den Bieren lassen würde.

24. Warum haben Sie das Trinken reduziert bzw. aufgegeben und warum nicht schon eher?
Nach der TF habe ich erstmal die Schuld bei allen anderen gesucht und dachte, wieso ich so ein Pech haben musste. Meine Eltern waren enttäuscht, die Strafen und Reparaturen waren sehr teuer und langsam realisierte ich, dass es MEIN Fehler war. 2 Monate nach der TF habe ich wieder angefangen überhaupt Alkohol zu trinken. Auch nur in geringen Mengen und immer geplant. Als ich dann angefangen habe mich auf die MPU vorzubereiten, kamen ein Verkehrspsychologe und ich auf den Gedanken, es wäre das Beste 6 Monate komplett auf Alkohol zu verzichten, um die ganzen Vorzüge eines Lebens ohne Alkohol zu sehen.
Ich habe das Trinken stark reduziert und auch zeitlich begrenzt ganz aufgegeben, da ich gesehen habe, was es für negative Folgen mit sich bringt, sei es körperlich, finanziell oder auch psychisch. Zum Beispiel wurde mir schon oft gesagt, ich sei im Alltag viel besser gelaunt und ausgeglichener, seit ich einen Job habe und nichts mehr trinke. Mein Schlaf ist auch fester und ich bin wesentlich ausgelassener.
In meinem damaligen Umfeld wurde es nie als gefährlich eingestuft, weshalb ich all die negativen Auswirkungen nie durchdacht habe.

25. Wie haben Sie die Änderung Ihres Trinkverhaltens erreicht und dabei die Umstellungsphase erlebt?
Ich habe meinen bisherigen Freundeskreis stark ausgedünnt. Leute die ich damals als meine Freunde betrachtet habe, die ich jedoch nur beim Trinken gesehen habe, sehe ich nicht mehr. Die Freunde die blieben, sind auch alle mit ihrem Studium fertig und fangen das Arbeiten an. Auch bei ihnen merkt man, dass das Trinkverhalten zurückgeht. Statt wie früher in eine Disko zu gehen, gehen wir viel häufiger in die Squashhalle oder machen andere alkoholfreie Aktivitäten wie Lasertag usw. Meinen Sportverein habe auch gewechselt, wodurch wieder neue Freunde hinzukamen, die meine Vorgeschichte kennen und akzeptieren.
Wichtig war zu lernen, nüchtern genauso viel Spaß zu haben, wie mit Alkohol. Das früher mangelnde Selbstvertrauen beziehe ich nichtmehr vom Alkoholkonsum sondern durch beruflichen Erfolg. Ich bin jetzt Auszubildender Fachinformatiker. In meiner Firma, welche ziemlich groß ist, fühle ich mich wohl und meine Chefin hält sehr viel von mir. Auch in meiner neuen Mannschaft wird meine Leistung geschätzt, da ich dort zum Leistungsträger avancierte. Die ersten Male in Diskotheken war noch etwas gewöhnungsbedürftig, aber jetzt kann ich auch nüchtern meinen Spaß haben und bin am nächsten Tag trotzdem fit. Körperlich habe ich gemerkt, dass ich definierter bin, seit ich viel seltener trinke und auch bei der Arbeit kann ich mich länger konzentrieren, verglichen zu der Zeit als Student.

26. Wie wirkt sich Ihr geändertes Verhalten auf Sie, Ihr Leben und Ihr Umfeld aus?
Ich bin auch nüchtern gesprächiger und offener. Engen Freunden vertraue ich heute auch persönliche oder peinliche Sachen an, was früher undenkbar für mich war, da ich immer das Gefühl hatte, mich damit verletzlich zu machen. Ich gehe noch gelegentlich mit auf Bartours oder in Diskotheken, auch wenn ich dort keinen Alkohol trinke. Sonst wirkt sich meine bessere Stimmung im Alltag oft positiv aus. Das Verhältnis zu meiner Familie ist wesentlich entspannter, auch wenn ich nicht, wie von meinen Eltern erhofft, studiere. Denn auch wenn sie am Anfang skeptisch gegenüber meine Ausbildung waren, sehen sie jetzt wie ich bei meiner Arbeit aufblühe. Hinzu kommt wohl auch, dass ich einfach viel seltener zu Hause rumsitze und nichts mache. Ich bin sogar seit 3 Jahren wieder mit meine Eltern und meiner Schwester in den Urlaub geflogen und hatte dort eine super Zeit. Ich habe das Themengebiet gefunden, was mich fordert und mit auch Spaß bereitet. Ich treffe mich öfters mit Freunden einfach zum Reden, Fifa spielen oder grillen. Früher war bei diesen Treffen oft Alkohol dabei, der heute weg bleibt.

27. Wie stellen Sie sicher, dass Ihr neues Verhalten dauerhaft stabil bleibt?
In den letzten 8 Monaten habe ich gesehen, dass Abende ohne Alkohol den Abenden vorher mit Alkohol in nichts nachstehen. Wenn es mir mal schlechter geht, habe ich Freunde, bei denen ich auch mal Schwäche zeigen kann. Auf der Gegenseite haben sich bei mir Freunde auch öfters geöffnet und die Beziehungen sind jetzt viel intensiver.
An den paar wenigen Abend, an denen ich KT praktizieren werde, plane ich vorne weg den Hin- und Heimweg ohne ein Auto zu benötigen. Sei es mit einem Taxi oder dem Zug. Die durchwegs positiven Bemerkungen von Familie und Freunden helfen mir dabei. Ein paar Kumpel machen jetzt sogar selbst Alkoholpausen, da sie ihre eigene Situation aufgrund meines Fehlers reflektiert haben.

28. Können Sie sich vorstellen, jemals wieder in Ihre alten Gewohnheiten zurückzufallen?
(Ja/Nein + Begründung,)
Die Gefahr geistert immer im Hinterkopf. Wichtig ist mir dann bewusst zu machen, wie viel besser es ist, Probleme ohne Alkohol zu lösen. Ein Plan ist es, meinen 2 wohl engsten Freunden meine Probleme anzuvertrauen, bevor ich die Probleme mich überhaupt runterziehen lasse.

29. Wie wollen sie in Zukunft das Trinken vom Fahren trennen?
Zu geplanten Anlässen direkt mit dem Zug oder Taxi fahren.

30. Haben Sie zum Abschluss noch etwas hinzuzufügen?
Nein

Ich hoffe es ist eine positive Tendenz zu erkennen
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  #33  
Alt 12.01.2017, 23:01
kapomick kapomick ist offline
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Hallo Kato,

du hast nun ganz artig all meine Denkansätze eingebaut. Kommt selten vor, dass wirklich fast alles drin zu finden ist Und dennoch: du hast noch net so ganz ergriffen, um was es als ganzes geht.
Du sollst dem GA in einem stringenten Faden sagen, was du getrunken hast, warum du getrunken hast und wie und warum du das heut nicht mehr tust. Und da sollte so richtig schön ne Linie durch dein Leben laufen. Das ist alles noch ein wenig steif und statisch, auch bedingt dadurch, dass du bisweilen sehr knapp gesprächig bist und manche Info vermissen lässt. Außerdem hast du keine weiteren FB´s durchgelesen, die dir ein Gefühl dafür vermittelt hätten. Sonst wärst du net so schnell gewesen.
Ich mach´s mal nur an 2 Dingen fest:

Zitat:
10. Wie viel und wie oft haben Sie getrunken?
(Genaue Angaben in Sorte, Menge, Häufigkeit)
3-5x pro Monat.
Bier und Longdrinks, selten Schnäpse.
Menge ist abhängig von der Abendplanung gewesen.
Disko oder Private Feiern: 6 Bier und 5 Longdrinks
Bartour: 6-8 Bier
Trinkkurve wird heute daheim noch ausarbeitet.
Die Trinkkurve bringt dann hoffentlich die große neue Erkenntnis. Aber das ist viel zu ungenau bislang. Du wirst doch nicht sofort ab 18 3-5x im Monat getrunken haben, oder? Alles entwickelt sich, warum dann nicht bei dir?

Zitat:
12. Warum haben Sie getrunken?
(Innere + äußere Motive; Anmerkung: o.g. Link "psychologisches Gespräch" lesen)
Während meiner Zeit als Student, war es am Wochenende üblich zusammen feiern zu gehen.
Warst du mit 18 Student? Wenn nein: du hast damals getrunken! Warum denn dann?

Zitat:
Nach unserer Ansicht damals war es normal dazu Alkohol zu trinken. Ich wurde lockerer, kontaktfreudiger und dachte auch ich würde interessanter werden, wenn ich etwas trank. Nüchtern habe ich persönliche Probleme, wie Probleme im Studium, nur sehr selten und mit sehr wenigen besprochen.
Alkohol zu trinken, um kontaktfreudiger zu werden, das ist ein Klassiker beim Alkoholeinstieg. Aber überleg selbst: warst du bei 2‰ ernsthaft kontaktfreudiger oder gar attraktiver fürs andere Geschlecht?
Nun zu der Problematik: hast du wirklich bei solchen Feiern gewöhnlich über so ein Thema geredet? Worauf ich hinaus will: du redest die ganze Zeit nur über den Auslöser, aber nicht das eigentliche innere Motiv von dir.

Zitat:
Das Thema wurde von mir immer gemieden, da ich es als unangenehm betrachtet habe über mein Versagen zu reden. Auch noch während des Studiums als es absehbar wurde, dass ich es abbrechen werde. Auf meinem ganzen Bildungsweg wurde ich immer mit meiner älteren Schwester und vor allem meinen Zwillingsbruder verglichen.
Von wem wurdest du verglichen? Ganz konkret!

Zitat:
Während er „nur“ auf der Realschule war und ich relativ locker durch das Gymnasium kam, wendete sich während des Studiums das Blatt. Er ging über die FOS an eine FH und zog aus. Ich fing an der Uni an. Während das Studieren mir überhaupt nicht zusagte, machte er ohne Probleme seinen Bachelor und meine Schwester ihr Lehramtstudium. Ich war einer neuen Situation ausgesetzt: Den Vergleich mit meinen Geschwistern verloren zu haben. Sonst wurde es bei mir immer als selbstverständlich angesehen, dass die Noten alle passen und meine Eltern nahmen nur negative Ausrutscher wahr.
DU musst tiefer eintauchen. Du fühltest dich anscheinend vom Leistungsdruck durch deine Eltern überfordert. Ich hab dir bei der letzten Antwort ein paar Fragen diesbezüglich gestellt, deren Antwort du schuldig geblieben ist. Schade, denn sie wäre nicht ganz unwichtig.
Was wichtig zu wissen wäre: auf welchem sozialen Level stehen deine Eltern? Sind das erfolgreiche (Geschäfts-)Leute, die selbst viel erreicht haben und jetzt diesen Ehrgeiz von ihrem Nachwuchs erwarten oder projizieren sie ihre nie erreichten Erwartungen auf dich? Was im Umkehrschluss für dich ja in 2 Richtungen laufen würde: wenn der Papa top-erfolgreich ist, dann hattest du zeitlebens eine Messlatte vor dir, die zu überspringen dir nahezu unmöglich war. Die hat sich vor dir wie eine Wand aufgebaut, vor der das Pferd den Reiter abwirft und du hast dir im Alkohol Trost gesucht, weil du dich durch den Leistungsvergleich klein gestellt, nicht wertgeschätzt und nicht wahrgenommen fühltest. Du wolltest wer sein, einfach anerkannt, du hast dir im Alkohol eine Phantasiewelt aufgebaut, in der alles gut ist. Das wäre in Kurzform eine Richtung.
Die andere wäre die, wenn deine Eltern ihre nicht erreichten Ziele auf euch übertragen haben, dass du einen Ausbruch aus diesem engen Leben gesucht hast, einmal nicht funktionieren, nach eines anderen Pfeife tanzen müssen, Objekt einer nicht erfüllten Begierde zu sein, selbst zu erkennen, dass du in die gleiche Richtung gehst: große Pläne, kein Erfolg. Die Wiederholung der Ereignisse hat dich frustriert.
Da könnte man also locker ne spannende Story machen, aber da wären Fakten halt auch mal net schlecht. Aber das sagte ich dir schon. Wenn du deinen Mund nicht aufkriegst, ist dir nicht zu helfen!
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  #34  
Alt 13.01.2017, 09:02
Kato1993 Kato1993 ist offline
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Vater ist promovierter Naturwissenschaftler in einer Top Management Position und Aufsichtsrat -> also Ersteres.

Wenn ich überlege wieso ich getrunken habe, ist es ehrlich gesagt das Problem, dass ich auch oft getrunken habe, einfach ohne zu überlegen im glauben, dass der Abend dadurch lustiger wird. Beim feiern selbst habe ich natürlich kaum sensible Themen angesprochen, sondern eher auf dem Heimweg dann.

Mit 18 war ich schon Student. Wurde vorzeitig eingeschult und 1. G8 Jahrgang. Also mit 17 Abitur in der Tasche. Mit dem Ende der Schulzeit und dem Anfang des Studiums habe ich dann neue Freunde bekommen, mit welchen ich eben ab meinem 18. Lebensjahr 3-4x im Monat feiern war zusätzlich eben alle 2 Monate etwa ein Mannschaftsabend. Daher 3-5x.
Zum Trinkverhalten, es hat sich die Anzahl der Anlässe wirklich kaum verändert, lediglich die Menge ging durch die erhöhte Gewöhnung hoch. Mit 16-18 war Alkohol eher selten der Fall, geschätzt 1x im Monat in einer Bar, wo ich 2-3 Bier getrunken habe.

Der einzige Grund der mir seit gestern eingefallen ist wieso ich über den punkt "Mut antrinken" gekommen bin, ist wohl, dass ich eher der Mitläufertyp bin. Ich habe mich dadurch profiliert, dass ich viel vertragen habe, is tnatürlich kindisch im nachhinein.

Verglichen wurde ich von meinem Vater, meine Mutter ist der Gutmensch in Person, die keinem Menschen etwas Schlechtes kann und von mir selbst. Ich hatte den Anspruch an mich selbst, besser als mein Bruder sein zu wollen.

Wenn sonst noch Fragen zu meiner Person sind fragt ruhig. Sehe das hier echt als hilfreich an und weiß dadurch, an welchen Stellen ich mir selbst Fragen stellen muss. Hilft enorm bei der Aufarbeitung. Andere FB habe ich mir gestern 2 durchgelesen, finde es aber schwer diese auf mich zu übertragen...
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  #35  
Alt 13.01.2017, 14:36
Kato1993 Kato1993 ist offline
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Man könnte denke ich noch einbringen, dass ich seit 1 Jahr Jugendtrainer im Handball bin. Dort wachse ich an der Verantwortung und Vorbildfunktion. Zudem muss ich dafür fit sein. Auch am Wochenende bringt es Struktur rein und nimmt Zeit in Anspruch.
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  #36  
Alt 06.02.2017, 17:14
Kato1993 Kato1993 ist offline
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Hatte heute vormittag meine MPU und das GA wird positiv ausfallen!!!
Wollte mich bei dem Forum noch bedanken. Gespräch lief super, war aber wohl eine recht lockere Psychologin.
Also werde ich wohl bald wieder mobil sein
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