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  #1  
Alt 30.06.2018, 13:42
azrael azrael ist offline
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Standard MPU wg. Unfallflucht; Bitte um Hilfe, danke im Voraus für eure Mühen

Was ist passiert?
Fehler begangen, die mein Umfeld und mich in Gefahr gebracht haben(meine Gedanken)

Laut Schreiben der FsSt ergeben sich Bedenken bei folgenden Sachverhalten:

a) 08.12.2015 gegen 18 Uhr, durch „außer acht lassen der im Verkehr erforderlichen Sorgfalt“ Auffahren auf Auto (2500€ Schaden, keine Personenschäden); ich hielt an und gab der Dame falsche Personalien → Strafbefel AG Frankfurt Geldstrafe plus 8 Monate Fahrerlaubnissperre

b)14.01.2017 Fahren ohne Fahrerlaubnis (wurde bei einer Kontrolle rausgewunken) → Strafbefehl Geldstrafe und Fahrerlaubnissperre von 10 Monaten


Wie ist der Stand des Verfahrens?
Führerschein Hab ich abgegeben
Hab ich neu beantragt, wann? 14.03.2018

Akteneinsicht bei der Führerscheinstelle?
Ja hab alle seiten mit dem handy abfotografiert.

Hilfe
ich habe mich bisher etwa zwei wochen in diesem forum eingelesen, heute dann registriert.

MPU
Datum der MPU ist der 09.07.2018
Welche Stelle: TÜV Hessen in Frankfurt am Main
Schon bezahlt? Ja schon bezahlt.

Negative MPU?
Nein. Habe auch angekreuzt das das Gutachten ausschließlich an mich gesendet wird ( ohne dieses forum hätte ich es nicht gewusst, danke!)

Rückfalltäter?
Noch keine MPU, allerdings Aufbauseminar 16.08.2010
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  #2  
Alt 30.06.2018, 14:04
azrael azrael ist offline
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Standard großer Fragebogen folgt

wie ich es verstanden habe werdet Ihr die Antworten die ich posten werde bewertet, richtig? Falls ich was falsch verstanden habe, bitte ich um Korrektur. Danke.
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  #3  
Alt 30.06.2018, 15:20
azrael azrael ist offline
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Warum sind Sie hier?
Wie viele weitere Verstöße hatten sie?
Laut Akteneinsicht
-rotlicht missachtet in tateinheit mit fahren in falscher richtung(einbahnstrasse) (24.01.2010)
-Geschwindigkeit überschritten außerhalb Ortschaften; erlaubt 60, gefahren 80kmH (26.06.2013)


Was waren das für Verstöße?
Siehe kleiner Fragebogen.

Was hätte passieren können bei den jeweiligen Delikten?

Bei Unfallflucht stehe ich den finanziellen Schäden Anderer gleichgültig gegenüber, neben diesem Aspekt ist auch die Gefahr von Folgeschäden des Unfallopfers nicht unerheblich, wer kommt dann für Ihr leiden auf, wenn ich nicht meine richtigen Personalien angebe? Ist es denn auf Anhieb erkennbar dass es dem Unfallopfer auch gut geht, auch nach dessen eigenem Bekunden.

Bei Fahren ohne Fahrerlaubnis hätte ich wiederum jemanden Schaden können, der fehlende Versicherungsschutz kommt hinzu. Eine zusätzliche Belastung des Opfers wegen fehlender Versicherung und folgenden langjährigen Verfahren.

Was ist ihrer Meinung nach im Straßenverkehr besonders wichtig?

Der Strassenverkehr ist ein öffentlicher Raum, der unbedingt auf regelkonformes Auftreten aller Verkehrsteilnehmer angewiesen ist. Schon das Wort Verkehrsteilnehmer sagt aus, dass ich an etwas teilnehme, und wie fast alles im Leben, so ist auch der Straßenverkehr auf Regeln, Normen und auch ein Stück weit Ethik aufgebaut. Denn sittlich verhält sich der, der auf sein Verhalten achtet, insbesondere in Aspekten und Momenten, die die andere Verkehrsteilnehmer berühren.
Konkret muss ich mich immer vor einer Fahrt fragen, ob ich sicher am Verkehr teilnehmen kann, wissend, dass ich, wie auch andere darauf angewiesen sind, dass entsprechende Verkehrsteilnehmer die Sicherheit der anderen achtet. Dafür sind Regeln da.


Warum ist es passiert?

Wie konnten so viele Verstöße zusammenkommen?
Ich beziehe mich nun auf die Verstöße laut Schreiben der Führerscheinstelle:

Zur damaligen Zeit hatte ich ein turbulentes Privatleben, Pleite einer Selbständigkeit, langjährige Beziehung zerbrochen, Straußkopf-in-den-Sand-stecke-Syndrom, keine Briefe mehr aufgemacht, alles schleifen lassen. Ich fuhr in meinem Leben auf Sicht, stellte die Sorgen und Rechte anderer hinten an, weil mir vermeintlich alles genommen worden war. Dadurch fehlende Einsicht selbst zu den Basics des menschlichen Zusammenlebens.

Warum haben sie sich (immer wieder) so verhalten?
Ich hatte damals eine Art Dauerhaltung, nämlich die Resignation. Im Nachhinein betrachtet für mich heute beschämend, aber die Gründe waren klar. Zum einen die fehlende Angst vor Folgen meiner Taten, denn es hätte zu der Zeit vermeintlich nicht schlimmer kommen können. Zum anderen das Gefühl, dass wenn überhaupt die Taten folgen haben könnten (ja ich war so hochmütig), dann erst in nächster Zukunft, ich konnte also schädliches Verhalten in die Zukunft delegieren und muss mich jetzt nicht damit rumschlagen.
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  #4  
Alt 30.06.2018, 15:21
azrael azrael ist offline
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Wie war Ihre Gefühlslage bei diesen Delikten, (während des Deliktes, bevor Ihr ermittelt wurdet)
Eiskalt. Ich dachte bei der Unfallflucht, dass ich kein Versicherungsschutz mehr habe (anscheinend hatte ich doch Versicherungsschutz, briefproblematik); meine Motivation war dieser Situation „schlau“ zu entkommen und gab der Frau meine falschen Personenangaben. Geholfen hat mir die Unbeholfenheit der Unfallgegnerin, die mein Kennzeichen nicht notiert hat. Ich war ruhig und gefasst, wollte alles hinter mir bringen und nach Hause.

Bei der Verkehrskontrolle hatte ich die Möglichkeit abzuwenden, zu Parken oder sonstiges um nicht an der Kontrolle vorbeizufahren. Ich war auf dem Weg zur Arbeit und wollte einfach nicht einen Umweg fahren und verließ mich auf mein Glück. Wie töricht, ich log den Polizisten an was meine Fahrsperre betrifft, ich hätte davon ja nichts mitbekommen. Alles gelogen. Ich war wieder sehr gefasst und ruhig. Ich fühlte keine Angst vor Konsequenzen und fühlte mich wie in einer Warteschlange, dran kommen und weiter geht’s.

Was haben Sie als Ursache für die Verstöße herausgefunden, hatten Sie dabei Hilfe?

Gleichgültigkeit der Folgen für mein Leben waren in dieser Zeit ein Hauptmotiv. Die fehlende Perspektivlosigkeit hat mich damals nicht zu der Einsicht gebracht, die jeder andere Vernünftige gehabt hätte, nämlich dass ich mein leben versaue. Ich konnte keine Verbindung zwischen den Taten und Folgen für mich in der Zukunft herstellen, mein Zeithorizont lag in Wochen, ich lebte in den Tag hinein. Auch hatte ich keine Verantwortung mehr, keiner Partnerin oder Familie, der ich Rechenschaft schuldig wäre, mir war mein FS egal, wie fast alles andere auch. Einzige Instanz zur beurteilung meiner Taten war ich selbst, was der Sache nicht dienlich war.

Wie schätzen Sie sich für die damalige Zeit als Fahrer ein?
Ich habe mich immer als besonnen Fahrer gesehen, fuhr vorausschauend und fluchte selten auf andere Verkehrsteilnehmer, hasste Ampeln und den Stadtverkehr. Im Nachhinein erkenne ich erhebliche Mängel was die „Rahmenbedingungen“ angeht, sprich Versicherungen auf den letzten Drücker bezahlt, Briefe nicht beachtet etc.

Wie haben sie auf das Verhalten der Polizei reagiert nachdem sie gestoppt oder gelasert wurden?
Ruhig und gefasst. Ich hatte keine Angst oder der Gleichen, ich war gleichgültig in der ganzen Situation.

Wie haben sie auf die ersten Verwarn- bzw. Bußgelder reagiert?
Hab die Briefe nicht geöffnet bzw hatte nach der Trennung fast ein Jahr keine Meldeadresse, wusste aber dennoch von Strafen und Bescheiden, mir wurde z.B ein Schreiben von der Polizei auf meiner Arbeit mir übergeben

Was hatten sie sich vorgenommen, um keine Vekehrssünden zu begehen?
Ich habe mir damals nichts vorgenommen. Die Taten waren für mich Nachrangig in dieser Zeit, ich stellte mich immer an erster Stelle. Fest vorgenommen habe ich ausschließlich, dass ich kein Auto mehr fahren werde ohne Fahrerlaubnis, das habe ich einhalten können bis heute.
Warum konnten sie ihre guten Vorsätze nicht einhalten?
Siehe oben
Gibt es einen Zusammenhang zwischen dem Punktesammeln und bestimmten Ereignissen in ihrem Leben?

Ich denke eher dass ich allgemein ein Problem mit Sanktionen hatte, dergestalt, dass mir einfach egal war was auf mich zukommt. Ich kann keine Korrelation (zeitlich) erkennen, restliche Gründe siehe Oben.

Wie hat Ihr Umfeld auf Ihr Verhalten reagiert?

Ich hatte diese Sache konsequent verschwiegen, zu der Zeit hatte ich eh wenig Sozialkontakte, abgesehen von der Arbeit. Ich hab es niemandem Erzählt.
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  #5  
Alt 30.06.2018, 15:21
azrael azrael ist offline
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Wieso passiert es nicht wieder?
(3. Teil - Hier kommt alles rein, was als Änderung gegenüber vorher durchgehen kann. Dieser Teil sollte so lang sein wie 1. + 2. zusammen)

Was war der konkrete Anlaß für Ihr Umdenken?
Eine neue wunderbare Frau in meinem Leben, die mich mit meinen Fehlern angenommen hat und mir die Perspektive gab, diesen Riesenbrocken anzugehen(Strafbefehl, Papierkram, alles extrem belastend für mich damals). Der steigende Antrieb mich dieser Taten zu stellen und darüber zu reflektieren. Die Privatinsolvenz die ich in Angriff genommen habe, all die kleinen Sorgen, die sich im laufe der Zeit in luft aufgelöst haben, gaben mir den Raum mich aus der Ferne zu betrachten und mir selbst ein Ausweg aufzuzeigen.

Was haben Sie an Änderungen unternommen?
Die Privatinsolvenz war ein wichtiger Schritt, damit fiel die Last der Schulden von mir, ich kümmerte mich wieder um meine Briefe, beschaffte mir eine Wohnung und eine Ausbildungstelle. Ich bezahlte meine Strafbefehle und sortierte meine finanziellen Angelegenheiten wieder. Das war wichtig für mich, waren diese Probleme doch eine großes Hindernis auf dem Weg der Selbsterkenntnis meines vergangenen Verhaltens.

Wer hat Ihnen dabei wie geholfen?
Ganz klar meine Lebenspartnerin und Ihr Vater, die mir Mut zugesprochen und mir einen anderen Weg gezeigt haben mich meinen Problemen zu stellen.
Wie empfinden sie diese Änderungen?
Als sehr befreiend, ja ich bin fast schon euphorisch. Ich sehe in Herausforderungen keine Gefahr mehr, ich stelle mich Ihnen und fühle mich Stark. Was ich damit meine? Ich habe meine Selbstwirksamkeit wiedererlangt.
Wie reagiert Ihr Umfeld auf diese Änderungen?
Sehr positiv und ermunternd, ich wünsche mir ein besseres Leben mit den Menschen, die mich wieder aufgebaut haben.
Gibt es negative Rückmeldungen zu Ihrem jetzigen Leben?
Nein.
Welche Einstellung zur Verkehrssicherheit haben sie heute und was ist daran neu?
Ich habe mein rücksichtsloses Verhalten erkannt und bin zu der Überzeugung gelangt, dass ich als Verkehrsteilnehmer genauso für die Sicherheit anderer Verantwortlich bin wie für meine eigene, und jeder hat den Selbsterhaltungstrieb. Letzteres aber schränke ich nur noch auf meiner bzw anderer Unversehrtheit im Straßenverkehr ein, nicht mehr dazu mich meiner Verantwortung bei begangenen Taten zu entziehen.
Was wollen sie konkret tun, damit sie ihre Vorsätze diesmal einhalten können?
Ich sollte meine sozialen Bindungen stärken und erhalten, damit ich neben meinen eigenen Bemühungen zur Aufrechterhaltung auch die Dimension der sozialen Anerkennung stützen kann. Damit meine ich die Mentalität, die auch ein Familienvater mitbringt: Verantwortungsbewusstsein und Rücksicht auf meine nächsten, auch der Fahrer vor, hinter und neben mir zähle ich dazu.
Was könnte ihre guten Vorsätze wieder zum scheitern bringen?
Eine völlige Entstellung meines jetzigen Lebens vielleicht, ich denke aber, dass dies ausgeschlossen ist, auch ich werde älter und erkenne die Sinnlosigkeit und Rücksichtlosigkeit vergangenen Verhaltens. Ich will einfach ein Teil dieser Gesellschaft sein, ein gewinnbringender und Rücksichtsvoller Teilnehmer im Meer der Autos. Ich nehme für mich in Anspruch, ein funktionierender, das heißt regelkonformer Teil des Systems Straßenverkehr zu sein. Nicht weniger.
Wie wollen Sie einen beginnenden Rückfall erkennen?
Da ich mich zu den Tatzeiten selbst in einer Depression sah (mittelschwere Depression wurde damals diagnostiziert), denke ich dass Anzeichen selbiger vielleicht einen Rückfall indizieren könnte.
Was wollen Sie unternehmen, wenn Sie einen Rückfall bemerken?
Mir professionelle Hilfe holen, sprich Psychologische Hilfe in Anspruch nehmen.
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  #6  
Alt 30.06.2018, 15:33
azrael azrael ist offline
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noch wichtige Ergänzungen:
bei der Verkehrskontrolle wurde ich durchsucht und es wurde ein Cannabis-Zerkleinerer und etwa 0,3 gr Cannabis gefunden. Das steht auch so in der Akte, allerdings wurde ich nie berauscht erwischt, ich vermied bekifft zu fahren. auch in der Kontrolle hatte ich nichts intus. Nun meine Frage: Wird das in der MPU angesprochen? Wenn ja, wie soll ich reagieren? offen sein und den Konsum außerhalb des Straßenverkehrs angeben und cannabis mit in die Problemanalyse einbeziehen oder ganz weglassen. Ich hatte bis vor paar monaten echt eine Problem mit cannabis und ein teil meiner probleme sind darauf zurückzuführen. Was soll ich tun?
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  #7  
Alt 30.06.2018, 18:23
azrael azrael ist offline
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sorry ich finde die editieren funktion nicht. Hier die Fragestellung der FS explizit ohne Drogenbezug: " Ist zu erwarten, dass der Betroffene auch zukünftig erheblich oder/und wiederholt gegen verkehrsrechtlichen Bestimmungen (bzw. Straftaten im Straßenverkehr begehen) wird?

Im übrigen bin ich nach wiederholtem Lesen mit meiner Passage "wie schätzen sie sich als fahrer ein" unzufrieden, hätte es ausführlicher schreiben können, gerne reiche ich besseres nach.
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  #8  
Alt 30.06.2018, 20:14
Kai R. Kai R. ist offline
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Der Gutachter ist an die Fragestellung gebunden. Nach Drogen sollte er nicht fragen und wenn reicht die Antwort, die Du hier gegeben hast.
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