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  #1  
Alt 13.01.2018, 13:33
fostex fostex ist offline
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Registriert seit: 13.01.2018
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Standard Sturz vom Rad mit 2,51 promille

Hallo Forum,

Meine Trunkenheitsfahrt ist schon etwas her, und zwar Ende war es Juni 2017. Ich bin damals spät nachts, ziemlich betrunken vom Rad gefallen, direkt vor eine Polizeistreife. Eine Stunde später hat man eine BAK von 2,51 promille gemessen.

Etwas genauer was an dem Tag passiert ist:
Es fing an bei eine Familienfeier mit gemütlicher kleine Grillparty im Garten. Dazu gabs ein Bier und ich hab meinem Vater eine Flasche Williams geschenkt von der wir jeder 2 Stamperl im verlauf des nachmittags/frühabends getrunken haben. Bevor ich dann weiterfuhr trank ich noch ein Radler. Ich fuhr draufhin mit dem Rad zu der Feier eines Bekannten aus Schweden. Der hatte mir schon seit Wochen von den legendären schwedischen Midsommerfeiern erzählt bei denen man soviel Vodka trinkt bis man auf den Tischen tanzt. Eigentlich hatte ich da garnicht so lust drauf, da ich den Alkohol von der Familienfeier schon in den Knochen spürte, es hatten sich aber auch andere Freunde angemeldet, die ich lange nicht gesehen habe.

Dort wurde auch gegrillt und es gab Bier und Vodka in rauen Mengen. Von den Bieren habe ich im verlauf des Abends einige getrunken. Viel verhängnissvoller waren aber die Runden 'Vodka' die immer wieder ausgeschenkt wurden und die ich blöderweise nicht ausgeschlagen habe. Es waren auch viele Leute da die ich nicht kannte und ich trank dann jedesmal mit, bzw lies mich schnell überreden. Als der Abend sich zu Ende neigt verschwimmen meine Erinnerungen sehr, irgendwann waren alle ziemlich besoffen und ich hab irgendwann das letzte schnappsglas getrunken und dann direkt zu meinem Fahrrad. Ungefähr 200m hinter der Ausfahrt vom Tor lag ich dann auf der Nase und neben mir die Polizei. Ab dem Zeitpunkt weiss ich fast nichts mehr, bin schliesslich auch in der Ausnüchterungszelle aufgewacht. Verletzungen hatte ich zum Glück keine, aber 3 Tage lang den schlimmsten Kater meines Lebens.


Strafbefehl kam dann 2 Monate später über 2000 Euro. Habe darauf Einspruch eingelegt, aber im Laufe des Verfahrens diesen wieder zurückgezogen, womit der Strafbefehl rechtskräftig wurde.

Seit dem habe ich keinen Alkohol mehr getrunken. Die ersten Wochen weil es mich schlicht einfach gegraust hat, danach weil es auch so ganz gut ging und ich mir dann vornahm ein halbes Jahr auf Alkohol zu verzichten. (Allerdings habe ich Sylvester am Käsefondu mitgegessen, weiss nicht ob dass jetzt eine evtl analyse doch positiv ausfallen lässt?) So, kurz vor Ablauf des halben Jahres flatterte dann doch Post ins Haus.

Die Fahrerlaubnisbehörde: ich möge bis mitte März ein Medizinisch psychologisches Gutachten vorlegen. Hier steht das Gutachten hat folgende Fragestellung zu klären:
"Ist zu erwarten, dass der Untersuchte zukünfig auch Kraftfahrzeuge unter Alkoholeinfluss führen wird? Liegen Beeinsträchtigungen als Folge eines unkontrollierten Alkoholkonsums vor, die das sichere Führen von Fahrzeugen in der o.g. Klassen in Frage stellen? Kann der Untersuchte trotz Hinweise auf Alkoholmissbrauch den Konsum von Alkohol und das führen von Kraftfahrzeugen zuverlässig trennen? Handelt es sich bei der festgestellten Teilnahme am Straßenverkehr unter ALkoholeinfluss mit einem Fahrrad um eine bewusste Strategie zur Vermeidung des Führens von Kraftfahrzeugen unter Alkoholeinfluss?"


Hier der Fragebogen erstmal, weiter unten schildere ich genauer was an dem Tag passiert ist:

Zur Person
Geschlecht: M
Größe: 1,85
Gewicht: 75kg
Alter: Mitte 30

Bundesland: Bayern

Was ist passiert?
Datum der Auffälligkeit: Ende Juni 2017
BAK: 2,51
Trinkbeginn: 16:00
Trinkende: ca. 1:15
Uhrzeit der Blutabnahme: 2:20

Stand des Ermittlungsverfahrens
Gerade erst passiert: Nein
Strafbefehl schon bekommen: Ja
Dauer der Sperrfrist: Keine

Führerschein
Hab ich noch: Ja
Hab ich abgegeben: Nein
Hab ich neu beantragt: -
Wurde mir entzogen? Nein
Noch in der Probezeit?: Nein
Habe noch nie einen besessen: Nein

Führerscheinstelle
Hab schon in meine Akte geschaut Ja/Nein: Nein
Sonstige Verstöße oder Straftaten?: Nicht bzgl des Strassenverkehrs (s.u.)
Fragestellung der Fsst (falls bekannt):
Hier Habe ich nur die Fragestellung aus dem Schreiben der Fahrerlaubnisbehörde. (s.o.)

Konsum
Ich trinke noch Alkohol, wenn ja wie oft wieviel: Nein
Ich lebe abstinent seit: Seit dem Zwischenfall also Ende Juni 2017

Abstinenznachweis
Haaranalyse ja, wie viele bisher und seit wann: Nein
Nein ich befinden mich im Urinscreeningprogram seit: Nein

Aufarbeitung
Suchtberatungsstelle aufgesucht?: Nein
Selbsthilfegruppe (SHG): Nein
Psychologe/Verkehrspsychologe: Nein
Kurs für verkehrsauffällige Autofahrer: Nein

Ambulante/stationäre Therapie
(bitte Zeitraum von Beginn bis Ende angeben): Nein

werden derzeit Medikamente eingenommen?Antidepressiva etc: Nein

MPU
Datum: Soll bis Mitte März passieren
Welche Stelle (MPI): Noch keine Ausgesucht
Schon bezahlt?: Nein

Schon eine MPU gehabt? Nein

Altlasten
Bereits durch Alkohol auffällig geworden Punkte oder sonstige Straftaten:

Keine Punkte oder Straftaten im Straßenverkehr. Ich wurde allerdings vor 1.5 Jahren für Anbau von Cannabis verurteilt und bin seit dem auf Bewährung. (Bewährung geht 2 Jahre). Damals kam nichts vom FS. Habe seit dem auch keinen Joint geraucht oder anderweitig Cannabis konsumiert.


Mein sonstiges Alkoholkonsumverhalten:
Ich trinke unter der Woche 2-3 Bier am Abend mit meiner Freundin beim Fernsehen oder auch mal Rotwein beim gemeinsamen Dinner mit Freunden. Sonst zu seltenen Anlässen auch mal mehr, allerdings nie das es zu solchen Ausschreitungen bzw Aussetzern kommt wie am erwähnten Tag.

In meinen 20ern hatte ich allerdings einen deutlich höheren Alkoholkonsum, da hab ich sehr oft auch am Wochenende gefeiert, auch immer wieder mal mit einem starken Rausch. Dies ist nun aber schon einige Jahre her.

So vielen Dank fürs Lesen bisher, ich bin für Tipps offen wie ich am besten vorgehen soll um meinen Führerschein zu behalten.

mit besten Grüßen,
Fostex
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  #2  
Alt 13.01.2018, 14:20
Benutzerbild von Alana
Alana Alana ist offline
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Willkommen hier im Forum!

Zitat:
ich bin für Tipps offen wie ich am besten vorgehen soll um meinen Führerschein zu behalten.
Auch diese Frage ist relativ einfach zu beantworten: Du mußt bis März eine normale MPU ablegen, sonst wird dir die Fahrerlaubnis zeitnah entzogen. Da Du bisher keine Abstinenznachweise erbracht hast, wirst Du den Gutachter davon überzeugen müssen, daß Du inzwischen dein Trinken so verläßlich kontrollierst, daß eine weitere betrunkene Teilnahme am Straßenverkehr ausgeschlossen ist.
__________________
Liebe Grüße
Alana
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  #3  
Alt 13.01.2018, 15:30
Hara Hara ist offline
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Hallo,

dürfte ohne Vorbereitung ziehmlich unsicher sein, Deinen Führerschein zu behalten.
Das Problem ist, wie bei mir übrigens ebenso, eine sehr hohe BAK. Das setzt eine ziehmliche Gewöhnung voraus, und dies kann man nicht mit einem Ausrutscher so einfach erklären. Das Erwachen ist bitter, aber unausweichlich.




Gruß

Hara
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  #4  
Alt 14.01.2018, 12:51
fostex fostex ist offline
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Vielen Dank für die Antworten so weit. Die Frage die sich für mich stellt ist, wie realistisch ist es denn, den GA zu überzeugen, dass ich nichtmehr alkoholisiert am Straßenverkehr teilnehme.

Die 2,51promille ist ein ziemlich hoher Wert, der mich selbst arg erschreckt hat. Aber ich kam ungefähr von der feier 200m weit auf die straße und fiel dann dort vom Rad und wurde von der Polizei aufgelesen. Das ist doch was anderes, als ob ich mich mit 2,5 noch mit den Polizisten unterhalten hätte. Soweit ich weiss sprach der Arzt von 'Komatösen Zuständen'.

Welche Dinge kann ich denn vorbringen zu meinen Gunsten vor dem GA? Gibt es noch eine Möglichkeit zur Vorbereitung, oder denkt ihr ich soll das lieber gleich bleiben lassen? Bringt es was, jetzt noch einen Nachweis zu erbringen über 3 Monate AB? Soweit ich weiss wäre das ja möglich durch eine Haaranalyse.

liebe Grüße,
Fostex
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  #5  
Alt 14.01.2018, 15:52
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gipsy gipsy ist offline
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hi,
erstmal wäre es sinnvoll,deinen profilbogen auszufüllen.das braucht seine zeit.
und meiner meinung nach solltest du nichts verharmlosen,wozu auch ich mal neigte. du musst zu der sache stehen. alles andere ist kontraproduktiv.
ich meine damit,du solltest bei 2...promille schon eine gewisse trinkhistorie haben.
lg.
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  #6  
Alt 14.01.2018, 15:56
Benutzerbild von gipsy
gipsy gipsy ist offline
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ps.
mach das mal mit der haaranalyse! aber 3 monate nachweise reichen definitiv nicht. ich rate dir dringend zu 12 monats-nachweise.
lg.
__________________
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  #7  
Alt 14.01.2018, 21:11
minilee minilee ist offline
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Zitat:
aber 3 monate nachweise reichen definitiv nicht.
warum? Wir hatten hier schon ähnliche Werte und die sind mit KT durchgekommen...
__________________
Das Leben wird vorwärts gelebt, aber nur rückwärts verstanden...
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  #8  
Alt 15.01.2018, 08:59
fostex fostex ist offline
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@gipsy, welchen Profilbogen meinst du denn? Fragenkatalog? Ich dachte der wäre zur abschliesenden Überprüfung da. Aber die Fragen sind natürlich sehr relevant.

Ich möchte auch garnichts verharmlosen. Die hohe Promillezahl erschreckt mich selbst sehr, hätte ich nicht gedacht. Wie gesagt, war ich jenseits von Gut und Böse, und weiss von den letzten Stunden bzw der TF und dem Sturz fast nichts mehr.

Ich war mir auch nicht bewußt, dass es bei einer TF auf dem Rad zu solchen Strafen kommen kann. Natürlich war das bei meinem Alkoholpegel mehr als daneben noch aufs Rad zu steigen, aber es ist eben passiert. Ich würde aber niemals auf die idee kommen nach Alkoholkonsum in ein Auto zu steigen. Das sind doch zwei völlig getrennte Sachen.

Zu meiner Trinkhistorie:
Wie gesagt, in meinen Zwanzigern hatte ich oft und viele Feiern, bei denen ich auch öfter mal über die Stränge geschlagen habe. Und seit der Zeit vertrag ich evtl auch etwas mehr als andere. Jedenfalls kann ich mir meinen hohen BAK nur so erklären. In den letzten Jahren hab ich unter der Woche selten mehr als 2-3 Bier getrunken und am Wocheende evtl auch noch mal 2-3. Ich war allerdings fast nie richtig 'betrunken'. Es gab allerdings auch in den letzten Jahren immer wieder mal ausrutscher, wo ich dann doch deutlich zuviel hatte. Dies beschränkt sich aber tatsächlich auf 1-2 im Jahr. Und bei diesen anlässen machte ich mir auch vorher klar, auf welchem Sofa ich schlafen konnte. Das waren klassischerweise Geburtstage von alten Freunden aus der Schulzeit.

Ich bin bestimmt kein Unschuldsengel was den Alkoholkonsum angeht, aber ich kann doch unterscheiden ob ich betrunken in ein Auto steige oder nicht. Und das habe ich bisher nicht, und werde ich auch nicht. Hier gilt für mich strikt 0,0 promille. Das war aber für mich auch schon immer so. Es war mir allerdings nicht bewusst, dass eine TF auf dem Rad auch solche Strafen nach sich ziehen kann. Sonst hätte ich auch an diesem Abend gleich von Anfang an so geplant das ich dann direkt bei meinem Bekannten auf dem Sofa geschlafen hätte.
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  #9  
Alt 15.01.2018, 10:14
Kai R. Kai R. ist offline
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Zitat:
Zitat von fostex Beitrag anzeigen
@gipsy, welchen Profilbogen meinst du denn? [url="http://mpu-forum.mpu-idiotentest.com/showthread.php?t=7864"]Ich bin bestimmt kein Unschuldsengel was den Alkoholkonsum angeht, aber ich kann doch unterscheiden ob ich betrunken in ein Auto steige oder nicht.
meinst Du, dass Du das auch mit 2,51%o noch gekonnt hast? Du wärest nicht der Erste, der im Stadium fortgeschrittener Unzurechnungsfähigkeit sich noch ans Steuer setzt und hinterher nicht mehr weiß, was eigentlich passiert ist.
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  #10  
Alt 15.01.2018, 14:01
Hara Hara ist offline
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Beiträge: 40
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Zitat:
Zitat von fostex Beitrag anzeigen
In den letzten Jahren hab ich unter der Woche selten mehr als 2-3 Bier getrunken und am Wocheende evtl auch noch mal 2-3. Ich war allerdings fast nie richtig 'betrunken'. Es gab allerdings auch in den letzten Jahren immer wieder mal ausrutscher, wo ich dann doch deutlich zuviel hatte. Dies beschränkt sich aber tatsächlich auf 1-2 im Jahr.
Hallo,

ich glaube, dieses Trinkmuster nimmt man Dir nicht ab, bei dieser hohen BAK. So eine hohe Toleranz setzt starke Gewöhnung voraus. Dein Trinkmuster entspricht dem eines moderaten Konsumenten.
Gehe in Dich.

Gruß

Hara
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