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  #1  
Alt 29.07.2010, 11:54
Lego Lego ist offline
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Ausrufezeichen Alkohol MPU - Wiederholungsdelikt

Hallo,

am 10.September 2010 habe ich meine 2. MPU. Hier meine Vorgeschichte:

Am 3.11.2006 kam es zum 1. FSE nach einem Kneipenbesuch mit Arbeitskollegen. Damals 1,72 Promille BAK, 10 Monate Sperrfrist. MPU Vorbereitung mit Verkehrspsychologen (12 Sitzungen), positive MPU und Wiedererlangung des FS am 3.09.2007. Die damalige Strategie war KT.
Bis einschließlich August 2008 habe ich KT gut eingehalten, dann kam es zu drei Anlässen im September 2008, bei denen ich sehr viel getrunken habe (Grillparty mit Familie zur Einschulung meiner Tochter, Messe in USA über 1 Woche und Kundenevent in Kroatien über 3 Tage). Alkoholmengen bewegten sich bis ca. 140g/Tag.
Von dem Kundenevent in Kroatien kam ich am 30.09.2008 zurück und hatte am 01.10.2008 mehrere interne Termine im Büro u.a. ein Meeting mit unserem norwegischen Vertreter, der mir traditionell immer eine 0,5l Flasche Linie (Aquavit, 43% Vol.) mitbrachte, so auch an diesem Tag. Nach diesem Termin hatte ich eine Gespräch mit unserem Betriebsrat bzgl. anstehender Kurzarbeit in unserem Unternehmen. Zu allem Überfluss meldete sich ein Kollege an diesem Tag krank und bat mich für ihn einen Außentermin wahrzunehmen (ca. 350 km entfernt).
Gegen 17.00 Uhr bin ich dann losgefahren und befand mich während der Fahrt in einer extrem negativen Grundstimmung. Ich habe ca. 100 km vor meinem Ziel an einem Parkplatz angehalten und ca. 1/3 der sich im Kofferraum befindlichen Flasche Linie getrunken. Dies habe ich im weiteren Verlauf der Fahrt noch 2 Mal wiederholt, wobei ich das letzte Drittel der Flasche ca. 10 km vor meinem Ziel, einem Hotel (Kundentermin war für darauffolgenden Morgen terminiert), getrunken habe.
Vom weiteren Verlauf der Fahrt weiß ich nicht mehr all zu viel. Ich bin anscheinend nach eine nur einseitig befahrbaren Brücke auf die linke Fahrbahn geraten und mit einem PKW kollidiert. Zeitpunkt: 21.25 Uhr Die Folge: Sachschaden mit Körperverletzung. BAK um 22.57: 2,04 Promille.
Urteil: Sperrfrist 24 Monate, 6 Monate Gefängnis zu 3 Jahren auf Bewährung ausgesetzt.
Ich habe daraufhin vom 11.11.-12.12.08 eine stationäre Alkoholtherapie absolviert (keine Entgiftung, da Blutwerte i.O.) und im Anschluss vom 20.02.-18.08.2009 eine ambulante Entwöhnungsbehandlung. Ich habe danach ein 12 monatiges ETG Screening mittels Harranalyse alle 3 Monate absolviert, wobei die ersten 3 Ergebnisse negativ bzgl. ETG Nachweis waren und der vierte Test erst am 16. August stattfindet, der aber auch negativ ausfallen wird, da ich seit dem 1.10.2008 abstinent lebe.
Durch die wiederholte Alkoholfahrt und dem resultierenden FSE war meine Position als leitender Angestellter sehr geschwächt und ich war stigmatisiert, was letztendlich zu einer Auflösung meines Vertrages im Oktober 2009 führte. Seit dem bin ich selbstständig als Handelsvertreter, was ich allerdings nur temporär machen möchte. Ich bin verheiratet, 42 Jahre alt und habe 1 Tochter, sowie Eigentum, was noch nicht abbezahlt ist.
Rückblickend denke ich, dass ich mich nach dem 1. FSE überschätzt habe und die Thematik meines Alkoholproblems unterschätzt habe. Ich habe mich damals zwar eingehend mit der Thematik Alkohol beschäftigt, jedoch nicht in dem Maße, wie es hätte sein müssen. Vor allem war ich der Meinung, dass ich KT lernen kann, was offensichtlich nicht der Fall ist, jedenfalls nicht nachhaltig. Nach meinem wiederholten FSE bin ich meine Situation mit professioneller Hilfe angegangen und habe meine Einstellung zu Alkohol und vor allem mein Leben grundlegend geändert. Wenn ich nicht alkoholabhängig war, so doch kurz davor, jedenfalls betrachte ich meinen früheren Umgang mit Alkohol mehr als nur problematisch. Die Frage ob alkoholabhängig oder nicht ist für mich auch nur zweitrangig, da ich mich für eine dauerhafte Abstinenz entschieden habe. Ich war auch 3 mal bei Treffen der AA und werde den Kontakt auch weiterhin halten.
Nun hat es sich glücklicherweise ergeben, dass ich im Oktober eine Festanstellung in einem Unternehmen aus meiner Branche ca. 80km von meinem Wohnort entfernt, gefunden habe. Die Stelle beinhaltet einen Firmenwagen und verlangt zu ca. 20% Außendiensttätigkeiten.
Nun meine Fragen an die Experten:
1. Wie schätzen Sie meine Chancen auf ein positives GA ein?
2. Was sollte ich unbedingt beachten? (Ich kenne den Ablauf des Gesprächs und fühle mich eigentlich gut vorbereitet)
3. Soll ich den GA darauf hinweisen, dass ich beruflich diese Stelle gefunden habe mit dem Hinweis, dass ich hierzu unbedingt einen FS benötige, sprich ein positives GA? Ich bin mir bzgl. dieses Punktes absolut unsicher, insbesondere wie ich dieses Thema im Gespräch angehen soll.

Sorry für die langen Ausführungen, aber ich denke die wichtigsten Punkte sind wichtig um meinen Fall einigermaßen einschätzen zu können.

Ich wäre über ein fundiertes Feedback äußerst dankbar.

Grüße
Lego
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  #2  
Alt 29.07.2010, 12:19
Maverick1854 Maverick1854 ist offline
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Kurze Info:

Zitat:
3. Soll ich den GA darauf hinweisen, dass ich beruflich diese Stelle gefunden habe mit dem Hinweis, dass ich hierzu unbedingt einen FS benötige, sprich ein positives GA? Ich bin mir bzgl. dieses Punktes absolut unsicher, insbesondere wie ich dieses Thema im Gespräch angehen soll.
Auf gar keinen Fall. Das würde heissen, Du machst Die MPU nur, um den FS zu bekommen. Also ist Dir auch der Rest egal. Hauptsache Du hast de FS. Logisch?

Die Problematik des Alkohols kennst Du ja schon gut, denke ich. Aber was hast Du für eine Erklärung, das Du wiederholt mit Alkohol aufgefallen bist. Die Beweggründe und die daraus resultierende Alkoholfahrt ist noch ein bisschen kurz.
Deine Nachweise über Deine Abstinenz sollten, soweit ich das beurteilen kann, ausreichen.
Gruß Maverick
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  #3  
Alt 29.07.2010, 12:43
Lego Lego ist offline
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Danke für die schnelle Antwort, Maverick. Wie gesagt, nach dem 1. FSE bin ich mein Alkoholproblem nicht tiefgreifend genug angegangen und war der Meinung, dass ich durch KT eine nochmalige TF ausschliessen könne. Rückblickend war das ein Trugschluß, sodass ich mich seit der dem 2. FSE zu Abstinenz entschlossen habe.

Gruß
Lego
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  #4  
Alt 29.07.2010, 12:55
Maverick1854 Maverick1854 ist offline
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Aber es fehlt noch das:
Warum ist es wieder geschehen.
Warum kann Dir das heute nicht mehr passieren.

Eine MPU hattest du schon. Daher habe ich jetzt mit mehr gerechnet.

Hast du Deine Geschichte schon aufgearbeitet?

Wenn ja, dann:

http://mpu-forum.mpu-idiotentest.com...ad.php?t=15226

Gruß Maverick
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  #5  
Alt 29.07.2010, 13:53
Lego Lego ist offline
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Ich bin mir nicht sicher, worauf du hinaus willst. Wie gesagt, habe ich eine stationäre und ambulante Therapie gemacht, in denen ich meine Geschichte vollkommen aufgearbeitet habe.
Nochmals zu den Motiven, warum es wieder geschehen ist. Ich war der Meinung, dass ich KT könne. Offensichtlich ist dies nicht der Fall, da ich ansonsten im September 2008 nicht über das Maß hinaus getrunken hätte. Weiterhin war ich nicht in der Lage dauerhaft mit negativen Gefühlen (Situationen) ausreichend gut umzugehen, sondern setzte am 1.10.2008 Alkohol als Mittel bzw. als Medizin ein. Jetzt habe ich diese Thematik eingehend mittels mehrere Therapien aufgearbeitet und werde dauerhaft abstitent leben. Ich werde auch weiterhin Kontakt zu den AA halten, um somit zu gewährleisten, dass ich in der Thematik drin bleibe, da dies meines erachtens wichtig ist um dauerhaft abstinent leben zu können.

Hier die Angaben zu meiner Person:

Geschlecht: m
Größe: 181cm
Gewicht: 110kg
Alter: 42

Was ist passiert?
Datum der Auffälligkeit: 01.10.2008
BAK: 2,04
Trinkbeginn: 19:00 Uhr
Trinkende: 21:00
Uhrzeit der Blutabnahme: 22:57

Stand des Ermittlungsverfahrens
Gerade erst passiert: nein
Strafbefehl schon bekommen: ja
Dauer der Sperrfrist: bis 29.09.2010

Führerschein
Hab ich noch: nein
Hab ich abgegeben: ja
Hab ich neu beantragt: ja

Führerscheinstelle
Hab schon in meine Akte geschaut Ja/Nein: ja
Sonstige Verstöße oder Straftaten?: nein

Konsum
Ich trinke noch Alkohol, wenn ja wie oft wieviel:
Ich lebe abstinent seit: 01.10.2008

Abstinenznachweis
Haaranalyse ja/nein: ja (bisher 3 alle 3 Monate, 4. am 16.08.)
Leberwerte ja/nein seit wann, wieviele: ja 7, 11.11.08-03.07.09, danach ETG Screening
ETG-Programm ja/nein: ja (Haaranalyse alle 3 Monate über 1 Jahr)
Keinen Plan?:

Aufarbeitung
Suchtberatungsstelle aufgesucht?: ja
Selbsthilfegruppe (SHG): ja
Psychologe/Verkehrspsychologe: nein (ja vor 1. FSE)
Kurs für verkehrsauffällige Autofahrer: nein
Ambulante/stationäre Therapie: ja, amulant und stationär
Keine Ahnung:

MPU
Datum: 10.09.2010
Welche Stelle (MPI): IAS Karlsruhe
Schon bezahlt?: nein

Schon eine MPU gehabt? ja
Wer hat das Gutachten gesehen?: ich
Was steht auf der letzten Seite (Beantwortung der Fragestellung)?: "Es ist nicht zu erwarten, dass Herr x auch zukünftig ein Kraftfahrzeug unter Alkoholeinfluss führen wird. Es liegen als Folge eines unkontrollierten Alkoholkonsums keine Beeiträchtigungen vor, die das sichere Führen eines Kraftfahrzeugs der Gruppe 1/2 (FE-Klasse BC1E) in Frage stellen." (August 2007)

Altlasten
Bereits durch Alkohol auffällig geworden Punkte oder sonstige Straftaten: 03.11.2006 TF BAK 1,72 Promille, 3 x 1 Monat Fahrverbot wg. Geschwindigkeitsüberschreitung (31.3.2005/30.11.2005/Oktober 2006)
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  #6  
Alt 29.07.2010, 19:32
Lego Lego ist offline
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Hallo,

bitte schaut euch doch mal meine Antworten zu den Fragen im Fragebogen an. Über Anregungen oder sonstigen Hilfestellungen bin ich Euch schon jetzt dankbar.

Gruß
Lego

Tathergang (Fakten)

1. Beschreiben Sie den Tag Ihrer Trunkenheitsfahrt aus eigener Sicht mit Datum und Uhrzeiten. (wann, wo und mit wem getrunken / wann und wie aufgefallen / Promille)
AW: Am 01.10.2008 bin ich gegen 16.00 Uhr zu einer Dienstfahrt aufgebrochen. Ich hatte einen stressreichen Arbeitstag (eine Reihe unangenehmer interner Meetings). Von unserem norwegischen Vertreter, mit dem ich an diesem Tag eine Besprechung hatte, bekam ich, wie immer, eine 0,5l Flasche Linie (Aquavit) geschenkt, die ich bei Fahrtantritt im Kofferraum verstaute. Nach ca. 300km Fahrt hielt ich um ca. 19.00 Uhr an einem Parkplatz an und trank ca. 1/3 der 0,5l Flasche Linie, da ich zunehmend über verschiedene Besprechungen am Tag ärgerte und es mir infolgedessen nicht gut ging. Ich erhoffte mir von der Alkoholwirkung Linderung. Nach ca. 50 km trank ich um ca. 19.45 Uhr ein weiteres Drittel und um ca. 21.00 Uhr trank ich nach weiteren 50 km, ca. 10 km vor meinem Ziel den Rest der Flasche aus.
Vom weiteren Verlauf der Fahrt weiß ich nicht mehr all zu viel. Ich bin anscheinend nach einer nur einseitig befahrbaren Brücke auf die linke Fahrbahn geraten und mit einem PKW kollidiert. Zeitpunkt: 21.25 Uhr Die Folge: Sachschaden mit Körperverletzung, BAK 2,04 Promille.

2. Was und wie viel haben Sie am Tattag insgesamt getrunken?
(Genaue Angaben in Sorte, Menge, Trinkzeit)
AW: Insgesamt 0,5l Linie (Aquavit, 42% Vol. Alc.), davon 1/3 um 19.00 Uhr, 1/3 um 19.45 und ein weiteres Drittel um 21.00 Uhr.

3. Wie viel Kilometer fuhren Sie, bis Sie aufgefallen sind und wie viel Kilometer wollten Sie insgesamt fahren?
AW: Nach dem letzten drittel fuhr ich noch ungefähr 3km bis zum Unfall und hatte insgesamt noch ca. 10 km zu fahren.

4. Hatten Sie das Gefühl, noch sicher fahren zu können?
(Ja/Nein + Begründung)
AW: Rückblickend betrachtet hatte ich Ausfallerscheinungen, eine realistische Einschätzung meiner Fahruntüchtigkeit war zu diesem Zeitpunkt schon nicht mehr gegeben. Die Selbstüberschätzung, die Verharmlosung der Situation war voll gegeben.

5. Wie haben Sie die Trunkenheitsfahrt vermeiden wollen (wenn überhaupt)?
AW: nicht wirklich

6. Haben Sie bereits früher im Straßenverkehr unter Alkoholeinfluss gestanden und sind aufgefallen?
AW: Ja, am 03.11.2006 um 22.03 Uhr. 1,72 ‰ => Entzug der FE

7. Wie oft haben Sie alkoholisiert am Straßenverkehr teilgenommen ohne aufzufallen und was folgern Sie daraus?
AW: Vor dem 1. FSE ca. alle 2 Monate, nach dem 2. FSE KT bis zum Sep 2008 und von da an ca. 4 Fahrten bis zum FSE

Exploration (Ursachenforschung)

8. Wann hatten Sie den ersten Kontakt mit Alkohol und wann haben Sie das erste Mal Alkohol zu sich genommen?
(Allererste Erinnerung und erster Konsum)
AW: Den ersten Kontakt mit Alkohol hatte ich mit 15 Jahren während einer Klassengfahrt in die Bretagne. Ich habe damals Rotwein getrunken und musste mich übergeben.

9. Haben Sie regelmäßig Alkohol getrunken, und wie hat sich ihr Trinkverhalten in den letzten Jahren entwickelt?
AW: Wenn regelmäßig bedeutet alle x Tage dann nicht regelmäßig, es ist aber schon so das ich regelmäßig unregelmäßig getrunken habe. Eine Alkoholgewöhnung hat definitiv stattgefunden. Die Entwicklung der Trinkmenge lässt darauf schließen das ich mich vom reinen Genuss- hin, zum Wirkungstrinker entwickelt habe.

10. Wie viel und wie oft haben Sie getrunken?
(Genaue Angaben in Sorte, Menge, Häufigkeit)

- bis 17 Jahre => so gut wie keinen Alkohol
- 17-20 Jahre => ca. 40g Alkohol/Woche (1l Bier)
- 20-35 Jahre => ca. 160g Alkohol/Woche (4l Bier)
- 35-39 Jahre => ca. 250g Alkohol/Woche (4l Bier + 4 x 3 Schnaps à 0,02l)
- mit 39 Jahren => 1. FSE => ½ Jahr abstinent, danach KT (40g Alkohol/Woche, 1l Bier/Woche, Mai 07 – Aug. 08)
- im Sep. 08 mehrere Anlässe, bei denen ich zwischen 100 und 150g Alkohol getrunken habe (Grillparty zur Einschulung unserer Tochter, Messe in USA, Kundenveranstaltung in Kroatien) => 2. FSE am 01.10.2008, seit dem abstinent.


11. Wo und mit wem haben Sie überwiegend getrunken?
AW: Zuerst mit Fußballkollegen in der Vereinskneipe, später mit Arbeitskollegen nach der Arbeit oder auf Kundenveranstaltungen, Weihnachtsfeiern o.ä.

12. Warum haben Sie getrunken?
(Innere + äußere Motive)
AW: Während meiner Studienzeit, in der ich aktiv 5x in der Woche Fußball spielte, waren die Motive gruppendynamischer Natur, sowie Verstärkung positiver Gefühle (z.B. nach Siegen). Später im Beruf war das Hauptmotiv Distanzierung von Geschäftsproblemen. In beiden Fällen habe ich mit dem Alkohol eine bestimmte Wirkung erzielen wollen. Nach dem 1. FSE dachte ich, ich hätte meine Alkoholproblematik hinreichend aufgearbeitet und könne nun nachhaltig KT. Im September viel ich jedoch in alte Verhaltensmuster zurück und begann Alkohol wieder mit der Absicht eine positive Wirkung zu erzielen, einzusetzen. Es gab größere berufliche Probleme und ich fühlte mich unter immensen Druck gesetzt. Die Folge war der 2. FSE.

13. Welche Wirkung haben Sie in der Vergangenheit nach Alkoholgenuss bei sich beobachtet?
(bei wenig und bei viel Alkohol)
AW: Bei wenig Alkohol ist bei mir eine erhöhte Kontaktfreudigkeit, erhöhte Geschwätzigkeit, bei viel Alkohol habe ich schon mechanische Ausfallerscheinungen wie Artikulierungsschwierigkeiten, Schwierigkeiten beim Gehen, Lichtempfindlichkeit sowie Ausfall des gesunden Menschenverstandes, fehlerhafte Entfernungseinschätzungen Reaktionsverringerungen und Blendempfindlichkeit beim Autofahren festgestellt.

14. Gab es kritische Hinweise Anderer auf Ihren Alkoholkonsum und wie haben Sie darauf reagiert?
AW: Meine Frau hat mich im September nach der Grillparty auf meinen erhöhten Alkoholkonsum aufmerksam gemacht und gefragt, ob ich das im Griff hätte. Ich habe das mit „ja, ja“ beantwortet.

15. Welche Auswirkungen und Folgen hatte Ihr Alkoholkonsum auf Ihr Leben und Ihr Umfeld?
AW: Vor dem 1. FSE habe ich durch den Alkoholkonsum oft an Lebensqualität eingebüßt, wie z.B. heftige Kater am nächsten Tag. Ich hatte des öfteren Streit mit meiner Frau, wenn ich alkoholisiert nach Hause kam. Der 1. FSE war die damalige Krönung der negativen Auswirkungen. Seitdem ging es mir, bedingt durch Abstinenz bzw. reduzierten Alkoholkonsum wesentlich besser. Im September 2008 merkte ich dann, dass mein Alkoholkonsum wieder stieg, meine Krisenstrategien haben jedoch versagt.
Die Auswirkungen waren eine wiederholte TF mit Personenschaden, FSE mit 24 Monate Sperrfrist, 6 Monate Gefängnis zu 3 Jahre auf Bewährung, schleichender Verlust des Arbeitsplatzes.

16. Gab es in Ihrem bisherigen Leben frühere Zeiten, in denen sie weit mehr Alkohol als heute getrunken haben?
Da ich seit ca. 2 Jahren keinen Alkohol mehr trinke kann ich hier keinen Vergleich ziehen.

17. Haben sie jemals die Kontrolle über ihre Trinkmenge verloren und bis zur Volltrunkenheit Alkohol konsumiert?
AW: Ja die Kontrolle über die Trinkmengen habe ich schon verloren, jüngstes Beispiel ist meine 2. Trunkenheitsfahrt vom 01.10.2008. Auch habe ich schon einen Filmriss erlebt, so das mich nicht oder nur schwer an einzelne Gegebenheiten des Abends erinnern konnte.

18. Haben Sie früher schon einmal oder öfter über einen längeren Zeitraum bewusst und mit Absicht völlig auf den Genuss von Alkohol verzichtet?
AW: Nicht bewusst, da ich mir ja eines missbräuchlichen Verhaltens bzgl. Alkohol nicht bewusst war. Es gab Trinkpausen, diese waren aber nicht geplant, sondern ergaben sich mehr oder weniger aus dem Bauch heraus.

19. In welcher Kategorie von Trinker haben sie sich früher gesehen und wie stufen Sie sich heute rückblickend ein?
(mit Begründung)
AW: Rückblickend habe ich schweren Alkoholmissbrauch betrieben. Aus dem ursprünglich Genussmittel Alkohol, hat sich bei mir ein problematisches (Wirkungstrinken) Verhältnis zu Alkohol ergeben. Heute betrachte ich mich als abstinent, weiß jedoch, dass ich das Thema Alkohol weiterhin „aktuell“ halten muss.

(Fortsetzung folgt)
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  #7  
Alt 29.07.2010, 19:33
Lego Lego ist offline
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Standard Fortsetzung MPU Fragebogen

Fortsetzung

Heute und in Zukunft

20. Trinken Sie heute Alkohol? Wenn ja, was, wie viel und wie oft?
(Genaue Angaben in Sorte, Menge, Häufigkeit)
AW: Nein, ich lebe seit der 2. TF seit nunmehr ca. 2 Jahren abstinent und möchte dies auch für die Zukunft so beibehalten.

21. Wann haben Sie zuletzt Alkohol getrunken?
AW: Am 01.10.2008

22. Trinken sie gelegentlich alkoholfreies Bier?
AW: Nein

23. Warum trinken Sie heute Alkohol/keinen Alkohol?
AW: Da ich für mich eine klare, unumstößliche, nicht interpretierbare Regel benötige. Die Vergangenheit hat gezeigt, dass ich mit Alkohol nicht kontrolliert umgehen kann . Es war lediglich einem glücklichen Umstand geschuldet, dass bei der TF nicht noch schlimmeres entstanden ist. Darüber hinaus ist mir sehr bewusst geworden, dass Alkohol eben keine Problemlösungen bringt, sondern im Gegenteil Probleme schafft.

24. Warum haben Sie das Trinken reduziert bzw. aufgegeben und warum nicht schon eher?
AW: Ich habe es mit der 2. TF aufgegeben. Ich denke vorher habe ich es nicht aufgegeben da ich mir meiner Alkoholmissbrauchsthematik nicht vollends bewusst war und dachte kontrolliert trinken zu können. Das ist jetzt anders. Ich habe insbesondere in den Therapien gelernt, dass ein Leben ganz ohne Alkohol durchaus lebenswert ist.

25. Wie haben Sie die Änderung Ihres Trinkverhaltens erreicht und dabei die Umstellungsphase erlebt?
AW: Ich habe nach der 2. TF am 01.10.2008 mit dem Trinken aufgehört. Ich habe danach eine 5-wöchige stationäre Alkoholtherapie, sowie im Anschluss eine 6-monatige ambulante Alkoholentwöhnungstherapie gemacht. Während dieser Therapien habe ich meine Alkoholgeschichte aufgearbeitet und ein tiefes Bewusstsein für das Thema Alkohol entwickelt. Seit dem FSE habe ich Silvester, Geburtstagsfeiern, Firmenfeste, Messen, Jubiläen durchlebt, bei denen ich durchweg mit Alkohol konfrontiert wurde. Ich habe mit der Zeit eine Distanz zum Alkohol entwickelt. Gehörte früher Alkohol auf Festen, Feiern oder Veranstaltungen automatisch für mich dazu, so empfinde ich dies heute überhaupt nicht mehr.

26. Wie wirkt sich Ihr geändertes Verhalten auf Sie, Ihr Leben und Ihr Umfeld aus?
AW: Mein Leben als solches hat sich drastisch verändert, ich habe die Firma gewechselt, hin zur (temporären) Selbständigkeit. Dadurch bin ich wesentlich häufiger mit meiner Familie zusammen. In den Therapien hat sich mein Bewusstsein für andere Dinge geöffnet. Drehten sich früher meine Gedanken nahezu ausschließlich um den Beruf, so genieße ich es heute mit meiner Familie zusammen zu sein, spazieren zu gehen, die Natur bewusst zu erleben oder auch über meine Gefühle zu sprechen (was mir früher ganz und gar nicht möglich war).

27. Wie stellen Sie sicher, dass Ihr neues Verhalten dauerhaft stabil bleibt?
AW: Einen Jobwechsel habe ich vollzogen. Dieser war im Rahmen der Gesamtsituation sicherlich das Zünglein an der Waage. Mein Leben hat sich insgesamt also entspannt, ich habe wieder Ressourcen, treibe Sport und verbringe viel Zeit mit meiner Familie. In Situationen in denen ich konkret mit Alkohol konfrontiert worden bin, habe ich dankend abgelehnt und nach Orangensaft oder anderen nichtalkoholischen Getränken gefragt. Weiterhin halte ich Kontakt zu einer Einrichtung der AA.

28. Können Sie sich vorstellen, jemals wieder in Ihre alten Gewohnheiten zurückzufallen?
(Ja/Nein + Begründung)
AW: Nein, aber natürlich wird es so sein, dass das Leben für mich auch weiterhin solche Stresssituationen bereithält, ich bin aber sicher, das ich aufgrund der entwickelten Sensibilität für das Thema Alkohol, sowie der wiedergewonnenen mentalen und körperlichen Stärke, die Lösung für die Bewältigung dieser Situationen nicht im Alkohol suchen werde. Allein die Tatsache das ich über die Zeit meiner Abstinenz das Reden/das Gespräch suchen musste, hat mich in die Lage versetzt überhaupt über meine Gefühle zu sprechen. Diesen Zugewinn werde ich auch in Zukunft nutzen.

29. Wie wollen sie in Zukunft das Trinken vom Fahren trennen?
AW: Ich will dies gar nicht trennen, es gibt nur noch eine Entscheidung und diese heißt „Keinen Alkohol“ mehr für mich.

30. Haben Sie zum Abschluss noch etwas hinzuzufügen?
AW: Ich kann nur sagen, ich fühle mich heute ausgeglichen und fit. Dies möchte ich nicht mehr missen. Meiner Verantwortung für andere, meiner Familie und mir will ich von nun an vollauf gerecht werden und nicht durch den Konsum von Alkohol im schlimmsten Fall das Leben anderer, meiner Familie und letztlich auch mir, gefährden.
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  #8  
Alt 29.07.2010, 22:43
Maverick1854 Maverick1854 ist offline
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Beiträge: 205
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So, ich finde es gut.... Aber...

Vielleicht kann da noch ein Profi drüber schauen. Warte noch ein bisschen, wenn jemand von den Profis Zeit hat, werden Sie sich Deiner annehmen.

@Samuel:

Was hälst Du davon?

Gruß Maverick
__________________
Bestanden am 16.08.2010 um 13.00 Uhr
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Vielen Dank Samuel und SAY
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  #9  
Alt 29.07.2010, 22:57
Benutzerbild von Say
Say Say ist offline
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Samuel ist nur bei Drogen und sonstiges aktiv.

Mir fehlt hier ganz massiv was. Erstens sind keine Vermeidungsstrategien zu erkennen obwohl du ansatzweise erwähnst weiterhin Kontakt zu den AA hast. Das solltest du ausbauen. Auch fehlen mir die ganzen Rückmeldungen aus deinem sozialen Umfeld. dazu kommt das du mit den Fragen mindestens 60 Minuten füllen musst. Schau mal auf die Uhr und lies dir das mal durch, ich denke du bist in 5 Minuten fertig damit.
__________________
*** Say ***

Freiheit heißt nicht, alles tun zu dürfen was wir wollen,
sondern für das was wir tun die Verantwortung zu übernehmen.

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  #10  
Alt 29.07.2010, 23:10
Alkbaer Alkbaer ist offline
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Hi,

auch 28 ist nicht wirklich schlüssig.

(das hatte Say mal geschrieben und das fand ich ziemlich gut)

Du stehst auf nen Hochhaus und bist Dir nicht darüber bewusst was passiert wenn Du springst.

Du musst Dir immer wieder Vorstellen können in die alten Gewohnheiten verfallen zu können denn nur nur so kannst Du diese Erkennen und Rechtzeitig gegenrudern.

Ein Jobwechsel ist auch nicht wirklich die Krönung an Vermeidungsstrategien denn nächsten Monat könntest Du Arbeitslos sein oder oder oder.

Gruss
A.B.
__________________
MPU am 26.4.2010 dank des Forums Negativ mit Kursauflage nach § 70 FeV bestanden .

Besonderer Dank geht an Say,Nancy,Hexenkessel,Blossom und natürlich auch Ü2 Promille (wenn auch nicht mehr anwesend)
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