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  #1  
Alt 18.06.2019, 10:17
kanerio kanerio ist offline
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Registriert seit: 18.06.2019
Beiträge: 3
Standard Klinikaufenthalte bei MPU bekannt?

Hallo,

in meiner Selbsthilfegruppe erklärte man etwas, das ich nicht recht glauben kann: Es hieß, den Prüfern bei der MPU sei bereits bekannt, wann und in welchen einschlägigen Kliniken (Alkoholabhängigkeit) der zu prüfende bereits gewesen sei.

Auf meine Nachfrage zu Datenschutz und Schweigepflicht meinte man, dass sei in dem Fall eh alles Quatsch. Es gebe ein Netzwerk für diese Dinge und da könnte man alles erfahren über den "Kunden" der MPU. Der Mensch sei heute gläsern.

Ist das in der Tat so? Hat jemand davon Kenntnis?

Danke für eine Antwort, Holger.
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  #2  
Alt 18.06.2019, 10:24
kapomick kapomick ist gerade online
MPU Profi
 
Registriert seit: 18.04.2013
Beiträge: 6.214
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Hallo Holger,

willkommen im Forum.
Nicht alles, was in einer SHG gesagt wird, entspricht unbedingt der Wahrheit. Nach wie vor gibt es das Gebot der Vertraulichkeit, gerade im medizinischen Bereich. Dem GA sind nur die Fakten bekannt, die in der Akte der FSSt stehen. Solltest du da mal unvorsichtigerweise etwas gesagt haben, dann gilt es als bekannt. Deshalb ist Akteneinsicht wichtig. Zusätzliche Informationen von Klinik zum MPI würden massiv gegen den Datenschutz verstoßen. Da wird sich keiner unvorsichtig die Finger verbrennen wollen.
Allerdings: wenn du eine Therapie erfolgreich abgeschlossen haben solltest, dann kannst du auch offen über die Vergangenheit, über die Rückfälle reden. Mit Therapie bist du des GA liebstes Kind, weil sich ein Kollege von ihm schon intensiv mit dir beschäftigt hat.
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  #3  
Alt 18.06.2019, 15:41
kanerio kanerio ist offline
Newbie
 
Registriert seit: 18.06.2019
Beiträge: 3
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Hallo Kapomick,

vielen Dank für Deine rasche Antwort. Dann habe ich doch richtig gelegen. Es hätte mich sonst auch wirklich sehr gewundert.

Ich stimme Dir zu, dass man Therapien ruhig erwähnen sollte. Als ich aber hörte, dass man eh schon davon weiß, wurde ich stutzig.

Genau gesagt kam ich dazu die Frage in der Selbsthilfegruppe zu stellen, da zuvor eine Verkehspsychologin diese Behauptung in einem Kennenlern-Gespräch mit mir äußerte.

Ich war daher der Überzeugung, diese Dame sei unseriös, da sie anscheinend mit falschen Behauptungen Angst beim Prüfling erzeugen will. Dies hatte mich in meiner Vermutung bestärkt, dass es in dieser Branche doch einige "schwarze Schafe" gibt, weil man gerade hier mit Angst viel Geld verdienen kann.

Viele Grüße, Holger.
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  #4  
Alt 18.06.2019, 15:58
kapomick kapomick ist gerade online
MPU Profi
 
Registriert seit: 18.04.2013
Beiträge: 6.214
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Das kann ich natürlich nicht beurteilen, ob sie gut ist oder nicht. Klar gibt es auch in diesem Bereich Menschen, die von der Angst anderer Menschen profitieren. Auch wenn das schade ist...
Aber du musst die jeweiligen Kliniken von der Schweigepflicht entbinden, bevor sie Informationen herausgeben. Das ist gesetzlich so geregelt und auch sinnvoll. Wenn dem GA Sachverhalte von mehreren gescheiterten Klinikbesuchen bekannt sein sollten, dann kann das nur dadurch geschehen sein, dass du das an einer Stelle kundgetan hast. Ansonsten hat er weder das Recht (noch die Zeit), sich über jeden einzelnen Fall im Vorfeld umfassend weitere Informationen zu suchen. Da kannst du also beruhigt sein.
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  #5  
Alt 18.06.2019, 16:18
Benutzerbild von Alana
Alana Alana ist offline
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Registriert seit: 06.08.2011
Beiträge: 12.432
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Alles richtig, was @kapomick schreibt.

Kommt allerdings immer wieder vor, daß Therapien aktenkundig sind, weil jemand sich durch deren Angabe etwas beim Strafmaß versprochen hat. Oder auch, weil es eine Gerichtsauflage war. Dann sind die natürlich in der Akte.
__________________
Liebe Grüße
Alana
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  #6  
Alt 18.06.2019, 22:11
Radian Radian ist offline
Stammpersonal
 
Registriert seit: 10.02.2019
Beiträge: 125
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Kann ich so auch nur aus eigener Erfahrung bestätigen. Erstaunt mich nur, das so ein , sorry, Blödsinn in einer SHG verbreitet wird.

In meiner Klinik mußte ich bei der Aufnahme sogar angeben welchen Personen bei einem eventuellem Anruf gesagt werden darf, das ich überberhaupt in der Einrichtung bin.
Die Kliniken sind auch nur Wirtschaftsunternehmen, entsprechend könnte eine Einrichtung von der so ein Datenschtzverstoß publik würde, direkt dicht machen. Wer ginge da noch freiwillig hin? .

Den Rentenversicherungen geht es darum, die Suchtis so schnell wie möglich als Steuerzahler wieder/weiterhin in den Arbeitsmarkt zu integrieren/zu behalten. Also auch bei denen besteht kein Interesse am Datenmißbrauch.

Ich hatte mir zur MPU noch meinen ausführlichen Therapiebericht kommen lassen, auch den habe ich nur nach einem postalischen Anschreiben mit Unterschrift bekommen. Nun gut, hätte ich mir sparen können, der GA wollte den garnicht haben, nur die "Teilnahmebescheinigung mit erfolgreichem Abschluß".
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  #7  
Alt 18.06.2019, 23:20
kapomick kapomick ist gerade online
MPU Profi
 
Registriert seit: 18.04.2013
Beiträge: 6.214
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Zitat:
Zitat von Radian Beitrag anzeigen
Kann ich so auch nur aus eigener Erfahrung bestätigen. Erstaunt mich nur, das so ein , sorry, Blödsinn in einer SHG verbreitet wird.
Ich denke, da ist einmal mehr @alanas Hinweis treffend, der manchem so gar nicht bewusst ist: Strafreduktion durch Therapie. Dass das einem dann auf die Füße fallen kann, daran denkt man in diesem Moment oft noch nicht. Und grad die Anwälte sind ja darauf bedacht, einem im Strafverfahren gut durchkommen zu lassen. Was das für die MPU bedeutet, ist ihnen weniger im Blick und auch weniger wichtig. Das ist nicht jedem in einer SHG so bewusst.

Aber gut, Holger, jetzt hast du eine dreifache Einschätzung von erfahrenen Leuten bekommen
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  #8  
Alt 19.06.2019, 00:52
kanerio kanerio ist offline
Newbie
 
Registriert seit: 18.06.2019
Beiträge: 3
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Prima, ich bedanke mich noch einmal bei allen!
Meine Frage ist damit mehr als beantwortet.

Viele Grüße, Holger.
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Stichworte
alkoholabhängigkeit, klinikaufenthalt, mpu

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