Zurück   MPU Forum > MPU Diskussion > Alkohol MPU

Antwort
 
Themen-Optionen Ansicht
  #1  
Alt 10.08.2018, 22:33
BAK2,12 BAK2,12 ist offline
Mitglied
 
Registriert seit: 10.08.2018
Beiträge: 75
Beitrag Alkoholfahrt 2,12 BAK

Zur Person
Geschlecht:M
Größe: 191
Gewicht:95 kg
Alter:25

eventl. Bundesland
(bitte angeben, da sich zw. den BL einige Änderungen ergeben haben): Sachsen-Anhalt

Was ist passiert?
Datum der Auffälligkeit:17.06.2018
BAK:2,12
Trinkbeginn:16.06.2018, 17 Uhr
Trinkende:0:30 Uhr
Uhrzeit der Blutabnahme:2 Uhr

Stand des Ermittlungsverfahrens
Gerade erst passiert:
Strafbefehl schon bekommen: ja
Dauer der Sperrfrist:10 Monate (ab Richterspruch: 19.07.2018)

Führerschein
Hab ich noch:nein
Hab ich abgegeben:ja, in der Tatnacht
Hab ich neu beantragt: nein
Wurde mir entzogen? ja
Noch in der Probezeit?:nein
Habe noch nie einen besessen:

Führerscheinstelle
Hab schon in meine Akte geschaut Ja/Nein:ja, keine Eintragungen
Sonstige Verstöße oder Straftaten?:nein
Fragestellung der Fsst (falls bekannt):

Konsum
Ich trinke noch Alkohol, wenn ja wie oft wieviel:ja, am Wochenende kleine Mengen
Ich lebe abstinent seit:

Abstinenznachweis
Haaranalyse ja, wie viele bisher und seit wann:
Nein ich befinden mich im Urinscreeningprogram seit:

Leberwerte ja/nein, seit wann............ nein
in welchen Abständen...................
Anmerkung: LW sind besonders bei kontrolliertem Trinken (fast immer) von Wichtigkeit:

Aufarbeitung
Suchtberatungsstelle aufgesucht?:nein
Selbsthilfegruppe (SHG):nein
Psychologe/Verkehrspsychologe: Erstberatung nächste Woche
Kurs für verkehrsauffällige Autofahrer:nein

Ambulante/stationäre Therapie
(bitte Zeitraum von Beginn bis Ende angeben):


werden derzeit Medikamente eingenommen?Antidepressiva etc: nein

MPU
Datum:
Welche Stelle (MPI):
Schon bezahlt?:

Schon eine MPU gehabt? nein
Wer hat das Gutachten gesehen?:

Was steht auf der letzten Seite (Beantwortung der Fragestellung)?:

Welche Empfehlung (Auflagen) wurden ausgesprochen:

Altlasten
Bereits durch Alkohol auffällig geworden Punkte oder sonstige Straftaten: nein


Es handelte sich an dem Tag um meine erste Verkehrs- und strafrechtliche Auffälligkeit.
Meine Sperrfrist läuft am 19.05.2019 ab. Die MPU würde ich im Januar/Februar absolvieren wollen.

Mir ist bewusst, dass ich mich bei diesem BAK mit meinem bisherigen Alkoholkonsum klar auseinander setzen muss. Damit habe ich bereits begonnen. Ich bin nicht alkoholabhängig, trinke in der Regel nur am Wochende Alkohol. Dabei kommt es etwa 3-4 mal im Jahr, bei Feiern oder ähnlichem, zu einem deutlich erhöhten Alkoholkonsum wie in der Tatnacht.

Meine Frage an das Forum und die hier anwesenden Experten ist, ob ich damit rechnen muss eine Abstinenz über 12 Monate nachweisen zu müssen? Diese würde meine führerscheinlose Zeit über die Sperrfrist hinaus verlängern.

Geplant habe ich eine 6 monatige Abstinenz zu beginnen und mit Urinscreening nachzuweisen.

Sollte damit und mit einer klaren Auseinandersetzung der Tat ein positives MPU Gutachten möglich sein?

Für weitere Tipps wäre ich Ihnen sehr dankbar.


Vielen Dank für die Hilfe.

Viele Grüße
Mit Zitat antworten
  #2  
Alt 10.08.2018, 22:49
Benutzerbild von darksoul
darksoul darksoul ist offline
Stammpersonal
 
Registriert seit: 11.02.2016
Beiträge: 464
Standard

Hallo BAK2,12 und willkommen im Forum,

Zitat:
Meine Frage an das Forum und die hier anwesenden Experten ist, ob ich damit rechnen muss eine Abstinenz über 12 Monate nachweisen zu müssen? Diese würde meine führerscheinlose Zeit über die Sperrfrist hinaus verlängern.
Das kommt auf einige Faktoren an, ob Dir der Gutachter noch "kontrolliertes Trinken" (s. Link bzgl. Abstinenz bzw. kontrolliertes Trinken (KT). Die BAK ist eine Sache. Über 2 Promille ist auf jeden Fall schon recht viel, aber macht es nicht unmöglich.

Die Trinkhistorie sowie das Alter sind beispielsweise ebenfalls Faktoren, die die Einschätzung des Gutachters beeinflussen. Du gibst an

Zitat:
Mir ist bewusst, dass ich mich bei diesem BAK mit meinem bisherigen Alkoholkonsum klar auseinander setzen muss. Damit habe ich bereits begonnen. Ich bin nicht alkoholabhängig, trinke in der Regel nur am Wochende Alkohol. Dabei kommt es etwa 3-4 mal im Jahr, bei Feiern oder ähnlichem, zu einem deutlich erhöhten Alkoholkonsum wie in der Tatnacht.
Die eingenommenen Mengen sind z.B. auch wichtig. Aber das zeigt sich noch nach der Beantwortung der ersten zwölf Fragen des großen Fragebogens.

Du musst Dich entscheiden, wie Du in Zukunft weiter mit Alkohol umgehen willst. Also komplett darauf verzichten oder wie gesagt KT.

Zitat:
Konsum
Ich trinke noch Alkohol, wenn ja wie oft wieviel:ja, am Wochenende kleine Mengen
Ich lebe abstinent seit:
...geht z.B. bei KT nicht, da es hier besondere Anlässe sein sollten (s. erster Link).

Zitat:
Geplant habe ich eine 6 monatige Abstinenz zu beginnen und mit Urinscreening nachzuweisen.
Was versuchst Du damit zu bezwecken? Möglich wären die 6 Monate AB zur Unterstreichung einer Trinkpause, sofern Du dann auf KT wechseln willst.

Natürlich kannst Du auch mit Abstinenz (AB) in die MPU gehen und die ersten 6 Monate nachweisen. Das schaffst Du aber nur, wenn Dir der Gutachter theoretisch noch KT zutrauen würde.

Du hast ja noch ziemlich viel Zeit. Lies Dich am besten erstmal hier ein (am besten viele 5-Sterne-Threads.

Im nächsten Schritt solltest Du an den großen Fragebogen gehen.
__________________
Liebe Grüße, darksoul
Mit Zitat antworten
  #3  
Alt 10.08.2018, 23:02
BAK2,12 BAK2,12 ist offline
Mitglied
 
Registriert seit: 10.08.2018
Beiträge: 75
Standard

Zitat:
Konsum
Ich trinke noch Alkohol, wenn ja wie oft wieviel:ja, am Wochenende kleine Mengen
Ich lebe abstinent seit:
...geht z.B. bei KT nicht, da es hier besondere Anlässe sein sollten (s. erster Link).


Das heißt aus Sicht des Psychologen gibt es in diesem Land keine zweite Chance?

Das man nach so einer Aktion seinen Alkoholkonsum einschränken und vor allem überdenken muss, ist für mich absolut nachvollziehbar.

Aber KT in der Form, dass man nur noch zu besonderen Anlässen (3-4 mal im Jahr oder was bedeutet "besonderer Anlass"?) geht doch an der Lebensrealität eines jungen Menschen, der in seiner Freizeit on Vereinen und Feiern unterwegs ist, weit vorbei.

Oder liegen meine Beobachtungen der Lebenswirklichkeit weit entfernt von dem wie es wirklich ist?
Mit Zitat antworten
  #4  
Alt 10.08.2018, 23:20
Benutzerbild von darksoul
darksoul darksoul ist offline
Stammpersonal
 
Registriert seit: 11.02.2016
Beiträge: 464
Standard

Zitat:
Das heißt aus Sicht des Psychologen gibt es in diesem Land keine zweite Chance?
Korrekt, es gibt bei einer Alkohol-MPU die v.g. beiden Möglichkeiten. Mehr nicht!

Zitat:
Aber KT in der Form, dass man nur noch zu besonderen Anlässen (3-4 mal im Jahr oder was bedeutet "besonderer Anlass"?) geht doch an der Lebensrealität eines jungen Menschen, der in seiner Freizeit on Vereinen und Feiern unterwegs ist, weit vorbei.
Ein paar mehr Anlässe (bezogen auf die Anzahl) sind schon drin. Wir raten hier im Forum nicht deutlich über 12 Anlässe pro Jahr zu gehen.

Besonderer Anlass kann für jeden etwas anderes sein. Wobei Anlässe wie Oktoberfest beispielsweise nicht förderlich wären.

Wichtig in jedem Fall die dann zu konsumierende Alkoholmenge.

Ein Auszug aus dem bereits geposteten Link (zu AB / KT):

Zitat:
KT sieht also folgendermaßen aus:

Zu gegebenen Anlaß wird aus Genußgründen Alkohol konsumiert, in einem Maße das dem Konsumenten jederzeit die volle Kontrolle über seine Handlungen ermöglicht.
Es muss geplant sein, wo man was und wieviel (eigens gesetztes Limit) in welcher Zeit trinken wird . Hierzu gibt es unterschiedliche sogenannte “Strategien“, die man bei der MPU vortragen muss.

KT ist ein Verhalten, das mindestens 6 Monate praktiziert sein muß, um für die MPU in Frage zu kommen. Ein Erstellen von Trinkprotokollen ist hilfreich zur Eigenkontrolle und auch zur Vorlage beim Psychologengespräch geeignet. Das muß keine Doktorarbeit sein, da reicht ein Zeitungskalender mit Angabe von Trinkmenge und Grund. Wenn Ihr mit den Trinkgründen ein Gedächtnisproblem habt, weil jede Woche drei oder vier anstehen, dann nennt man dieses nicht mehr KT sondern Saufen.

Ein Tip: Unregelmäßige Abstände in der Praxis.
Zitat:
Oder liegen meine Beobachtungen der Lebenswirklichkeit weit entfernt von dem wie es wirklich ist?
Kommt am Anfang erstmal seltsam rüber. Kann mich auch noch dran erinnern. Aber so ist es. Es soll halt ein (sofern es sich um KT handelt) absolut sichergestellt sein, dass die Mengen und Anzahl an Trinkanlässen begrenzt sind und man (bzw. Du) jederzeit Herr der Lage ist.
__________________
Liebe Grüße, darksoul
Mit Zitat antworten
  #5  
Alt 11.08.2018, 00:00
BAK2,12 BAK2,12 ist offline
Mitglied
 
Registriert seit: 10.08.2018
Beiträge: 75
Standard

Vielen Dank für ausführlichen Antworten!

Wenn ich bei der MPU mit KT punkten möchte, ist es dann sinnvoller
a) dieses KT "einzuüben" und ein Trinkprotokoll zu führen
oder b) das KT mit einem 6 monatigen Abstinenznachweis zu untermauern?
Mit Zitat antworten
  #6  
Alt 11.08.2018, 12:38
Benutzerbild von darksoul
darksoul darksoul ist offline
Stammpersonal
 
Registriert seit: 11.02.2016
Beiträge: 464
Standard

Logischerweise ist Variante a) sinnvoller.

Wenn Du dem Gutachter glaubhaft machen kannst, dass Du entsprechend die vergangenen Monate KT gelebt hast ist das natürlich nachvollziehbarer, als wenn Du zunächst eine 6-monatige Trinkpause gemacht hast um dann zu sagen "jetzt will ich KT leben".

Ich meine es wäre plausibel anzugeben, dass Du nach der Trunkenheitsfahrt erstmal Abstand vom Alkohol genommen hast (können ja ein paar Wochen gewesen sein...) und Dich entsprechend informiert hast, und dann für Dich KT entdeckt hast und es ausprobiert hast.

Unabhängig davon wissen wir hier natürlich (noch) nicht, ob es irgend einen Hinderungsgrund ggü. KT gibt. Nach Deinen bisherigen Angaben spricht m.E. nichts dagegen. Die hohe BAK ist wie bereits gesagt nicht förderlich, aber es ist auch nicht unmöglich. Ich habe beispielsweise ebenfalls mit 2,08 Promille bei der MPU mit KT bestanden.
__________________
Liebe Grüße, darksoul
Mit Zitat antworten
  #7  
Alt 11.08.2018, 14:32
kapomick kapomick ist gerade online
MPU Profi
 
Registriert seit: 18.04.2013
Beiträge: 5.766
Standard

Du könntest natürlich auch eine 3-monatige Trinkpause einlegen, dokumentierbar z.B. mit einer Haaranalyse und dann auf KT gehen. Das ist auch möglich. Dann hast du beides.
Was dein Lamentieren bezüglich der 2. Chance betrifft: DU hast den Grund des Ärgernisses gegeben. Hättest du jemanden über den Haufen gefahren in diesem Zustand, dann hätte der keine 2. Chance gehabt. Du bekommst deine 2. Chance durch die MPU, aber du stehst natürlich jetzt im besonderen Fokus. Alkoholauffällig solltest du nicht mehr so schnell werden.
Mit Zitat antworten
  #8  
Alt 11.08.2018, 15:26
BAK2,12 BAK2,12 ist offline
Mitglied
 
Registriert seit: 10.08.2018
Beiträge: 75
Standard

Du könntest natürlich auch eine 3-monatige Trinkpause einlegen, dokumentierbar z.B. mit einer Haaranalyse und dann auf KT gehen. Das ist auch möglich. Dann hast du beides.
Was dein Lamentieren bezüglich der 2. Chance betrifft: DU hast den Grund des Ärgernisses gegeben. Hättest du jemanden über den Haufen gefahren in diesem Zustand, dann hätte der keine 2. Chance gehabt. Du bekommst deine 2. Chance durch die MPU, aber du stehst natürlich jetzt im besonderen Fokus. Alkoholauffällig solltest du nicht mehr so schnell werden.


Da haben Sie vollkommen Recht.


Danke an beide Vorredner für die hilfreichen Tipps.

Ich werde demnächst den großen Fragebogen ausfüllen und hier posten. Anschließend würde ich mich über weitere Ratschläge von Ihnen sehr freuen.

Vielen Dank erstmal für die bisherige Hilfe.

Jetzt warte ich erstmal das nächste Woche anstehende Gespräch mit dem Verkehrspsycholgen ab.
Mit Zitat antworten
  #9  
Alt 11.08.2018, 16:31
Mickey103 Mickey103 ist offline
Mitglied
 
Registriert seit: 03.08.2018
Beiträge: 32
Standard

Zitat:
Ich habe beispielsweise ebenfalls mit 2,08 Promille bei der MPU mit KT bestanden.
Hast du auch 6 Monate KT "trainiert"?

Ich habe nämlich ein zeitliches Problem.

Hier ist der Link zu meinem Thread, bei Bedarf:
http://www.mpu-idiotentest.com/mpu-f...ad.php?t=29358

Ich habe nun schon 3 Monate Abstinenz als Nachweis hier zu liegen und lebe weiterhin abstinent, da ich die 6 Monate voll machen wollte. Nun ist es aber so, dass ein MPU Termin im November sehr wahrscheinlich ist. Meine zweite Haaranalyse wäre am 05.10.2018. Ich hätte also maximal 1-2 Monate, um das KT zu trinken.
Mein vekehrspsychologe findet das auch etwas wenig und meinte lieber 3 Monate Trinkpause und dann KT bis zur MPU. Er meint aber auch 6 Monate Trinkpause und 1-2 Monate KT ist besser als gar kein KT und auch zu schaffen. Was meinst du dazu darksoul?

Grüße
Mit Zitat antworten
  #10  
Alt 11.08.2018, 18:19
ricompu ricompu ist offline
Stammpersonal
 
Registriert seit: 09.03.2018
Beiträge: 122
Standard

Wenn du angeben würden, dass du 6 Monate Trinkpause gemacht hast und jetzt seit 3 Monaten Kontrolliertes Trinken oder sogar weniger wie dein Psychologe sagt, kommt das bei manchen MPU-Stellen nicht gut an, denn Kontrolliertes Trinken gilt erst nach 6 Monaten ausreichend stabil eingeübt - also Vorsicht! Die angegebene Trinkpause könnte sich in diesem Fall sogar nachteilig auswirken (Ermessensfrage). Zu bedenken ist auch, dass die Kombination Abstinenz und dann Kontrolliertes Trinken meistens skeptisch hinterfragt wird ("aha, bei dem hat die Abstinenz wohl nicht geklappt!").

Mfg
Mit Zitat antworten
Antwort

Lesezeichen

Themen-Optionen
Ansicht

Forumregeln
Es ist Ihnen nicht erlaubt, neue Themen zu verfassen.
Es ist Ihnen nicht erlaubt, auf Beiträge zu antworten.
Es ist Ihnen nicht erlaubt, Anhänge hochzuladen.
Es ist Ihnen nicht erlaubt, Ihre Beiträge zu bearbeiten.

BB-Code ist an.
Smileys sind an.
[IMG] Code ist an.
HTML-Code ist aus.

Gehe zu


Alle Zeitangaben in WEZ +2. Es ist jetzt 23:35 Uhr.