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  #1  
Alt 14.09.2017, 20:10
mentos mentos ist offline
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Standard Alkoholkrankheit - Nachweise über ein Jahr hinaus

Meine lieben Freunde,

zunächst einmal bin ich wirklich froh, dass es so ein Forum gibt. Bevor ich auf meine konkrete Frage eingehe, hole ich mir erst einmal die Moral Keule ab, weil ich natürlich Ehrlich sein will und muss.
Am Freitag wurde ich mit über 3 Promille angehalten und erwischt, ich war nicht mehr Herr meiner Sinne und bin zutiefst traurig über mein Verhalten. Aber nicht wegen dem Führerschein, sondern darüber dass ich andere Menschen und mich in großer Gefahr gebracht habe. Gott sei Dank ist dabei niemand und keiner zu Schaden gekommen.
Ich hatte schon mal eine TF 2006 (BAK müsste ich prüfen, weiß ich leider nicht mehr), die auch ziemlich hoch war). Ich hatte nach der Sperrzeit einen EU-FS gemacht, welcher 2012 auch in einen D umgeschrieben wurde.

Warum habe ich den EU-FS gemacht? Ich dachte zu diesem Zeitpunkt eine MPU ist gegen mich und die Behörden auch, habe es aber leider nicht als Chance gesehen mal in mich zu gehen und vor allem den Fehler einzusehen. Nein ich konnte dadurch weitertrinken bis es jetzt eben letzten Freitag wieder passieren musste. Und ja klar, das macht die MPU nochmal schwieriger, das ist klar, ich sehe es auch ein dass ich mir nicht bewusst habe dass ich ein Problem habe...

Da ich mit meiner Familie (bin 30) darüber sprechen konnte und die hinter mir stehen (Gott sei Dank) möchte ich dieses Verhalten komplett ändern. Ich habe eingesehen dass ich ein massives Alkohol Problem habe und da ich selbst über diesen Wert geschockt bin weiß ich auch dass das schon kein Missbrauch mehr alleine war, sondern eine Sucht.

Warum schlage ich jetzt hier auf?
Ich möchte mich natürlich vorbereiten, aber nicht nur wegen dem Führerschein. Ein Abstinentes Leben, Gesundheit und alles was dazu gehört will ich mir jetzt erarbeiten und klar es wird nicht einfach. Ich habe schon einiges gelesen und ich weiß dass man jetzt schwarz auf weiß nur Chancen hat, wenn man eine Stationäre Therapie macht. So jetzt komm ich:

- Ich habe seit dem Tag (ja sind jetzt 6 Tage aber trotzdem) keinen Tropfen mehr angerührt und auch kein Bedürfnis. Ich möchte zeitnah direkt mit einem Abstinenzprogramm anfangen. Dieses möchte ich bevor ich überhaupt eine MPU wage 18 Monate laufen lassen. Ohne wenn und aber
- Ich möchte eine SHG aufsuchen. Ich wohne eigl in Bayern bin aber projektbedingt unter der Woche immer in Berlin für ein Jahr noch, heißt ich werde mir wohl hier in Berlin was suchen müssen. Ist ja kein Problem, oder?
- Ein stationärer Aufenthalt geht einfach jobbedingt nicht, selbst wenn man Krankgeschrieben wird. Hat man denn mit 18 Monaten (oder zwei Jahre von mir aus AB) überhaupt keine Chance? Ich weiß dass man ein Leben Lang Akoholkrank ist, aber zwei Jahre plus SHG (auch darüber hinaus) soll doch was heißen?

Ich sage nicht dass es einfach wird, aber ich weiß dass ich es schaffe. Deswegen fange ich auch gleich an mit den Nachweisen. Wie sieht ihr das, hab hier in Forum von Menschen mit ähnlichen BAK gelesen, die auch mit längeren Nachweisen ein positives Gutachten bekommen haben.

Herzliche Grüße
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  #2  
Alt 14.09.2017, 20:32
Benutzerbild von gipsy
gipsy gipsy ist offline
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Hi,
das,was du vorhast,hört sich schon mal sehr gut an:
abstinenzprogramm (ob urin oder ha) und shg.
auf jeden fall gleich damit anfangen
ich möchte dich nur darauf hinweisen, ohne dir deine guten absichten mies machen zu wollen: am anfang sieht alles so toll aus: jetzt wird alles anders, durch diesen vorfall besinnt man sich erstmal auf sich und stellt sich fragen, wie es dazu kommen konnte, und es wird nie wieder passieren....
lass dir zeit, füll mal den fragebogen aus, und ich wünsche dir alles gute.
__________________
Don`t worry,be happy
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  #3  
Alt 14.09.2017, 20:48
mentos mentos ist offline
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Hallo Gipsy,

danke dir für die Info. Nein klar, vermiesen tust du mir damit gar nichts. Ich denke aktuell gar nicht an den Führerschein und bin Gott sei dank auch nicht darauf angewiesen.
Im Moment geben mir meine Verwandten und Freundin sehr viel Kraft und ich fühle mich komischweise gar nicht so schlecht, sondern "frei" - auch wenn es auf eine unverantwortliche weise passiert ist. Dessen bin ich mir bewusst.

Ich gehe jetzt in mir, melde mich nebenbei für das Screening an und natürlich werde ich eine passende SHG Gruppe suchen um stabil zu werden und zu bleiben.

Danke dir!
Schönen Abend. Ich werde in kürze sobald auch Strafbefehl und alles da ist genaure Infos posten!

Herzliche Grüße
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  #4  
Alt 14.09.2017, 21:01
kapomick kapomick ist gerade online
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Hallo mentos,

willkommen auch von mir.
Die moralische Keule wird hier keiner schwingen, das steht uns nicht zu und bringt auch nicht weiter. Dir ist ja selbst bewusst, dass dein Handeln nicht unbedingt vernunftgeprägt war.

@minilee wird dir was sagen können, denn der hat, so ich das richtig im Kopf hab, beim 2. Mal auch die 3 vornedran gehabt und ohne Therapie bestanden. Deutlich mehr als 12 Monate AB sind da allerdings wirklich Grundvoraussetzung. Ich denk mal, ganz ohne professionelle Unterstützung geht es nicht. Ich empfehle gern die Suchtberatung. Die gibts an jedem größeren Ort, also in Berlin wohl auch und die können dir vielleicht konkreter helfen. Dass du aktuell kein Problem ohne Alkohol hast, ist normal, aber @gipsy wies schon zurecht drauf hin, das kann sich noch gut ändern. Aber dass du ein Umfeld hast, mit dem du reden kannst, ist schon mal gut.

Wie ist das, wenn du in Berlin bist? Bist du dann allein? Also ich würde dir nachdrücklich zu einer SHG auch in Berlin raten, denn grad wenn das vertraute Umfeld fehlt, ist die Gefahr eines Loches, in das man fallen kann, natürlich größer und da ist es wichtig, gute Unterstützung zu haben.

Ich wünsche dir auf jeden Fall erst mal alles Gute, dass du die erste Zeit gut überstehst und wirklich die richtigen Schlüsse ziehst.
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  #5  
Alt 14.09.2017, 21:04
minilee minilee ist offline
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Zitat:
Hat man denn mit 18 Monaten (oder zwei Jahre von mir aus AB) überhaupt keine Chance? Ich weiß dass man ein Leben Lang Akoholkrank ist, aber zwei Jahre plus SHG (auch darüber hinaus) soll doch was heißen?
hat man durchaus, kannst du in meinem Thread nachlesen... http://www.mpu-idiotentest.com/mpu-f...ad.php?t=24971
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  #6  
Alt 14.09.2017, 21:15
mentos mentos ist offline
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Also zunächst einmal ist es wirklich sehr ermutigend, dass man hier so warm empfangen wird! Dafür schon mal vorab reinen riesen Dank.

Ja richtig, in Berlin bin ich alleine im Hotel. Ich kann mir gut vorstellen dass das Gefühl des Loches noch kommt, sonst wäre es ja zu einfach. Ich habe auch vor hier eine SHG bzw. wenn es der Job zulässt Therapiesitzungen mache. Ich bemühe mich da auf jeden Fall.
Aktuell mache ich es so, dass ich via Skype jeden Abend sehr viel mit zu Hause verbunden bin. Es ist auch insgesamt die erste Woche komplett ohne Alkohol und ich merke auf der anderen Seite, dass meine Motivation zu meinen Gaming Blog wieder kommt. Was ich damit sagen möchte, ich schaue dass ich mich ablenke und vor allem viel mit meiner Familie und Freunden skype (hab mit Freunden auch Projekte am Start, was mir sehr hilft). Natürlich wird es nicht leicht, aber ich bin und bleibe positiv gestärkt! Ich möchte nicht aufgeben, das lohnt sich nicht und macht hinten raus die Situation auch nicht besser.

Danke für den Link, ich werde mich nachher da gleich einlesen.

Nochmal - ich schätze es sehr, vielen Dank euch!
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  #7  
Alt 14.09.2017, 21:19
minilee minilee ist offline
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  #8  
Alt 14.09.2017, 21:52
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Alana Alana ist offline
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Moin, nun heißt Dich der nächste Trockene Alkoholiker hier im Forum herzlich willkommen!

Zu den Abstinenzforderungen hast Du hier ja schon Hilfe bekommen. Hier kannst Du die Regeln dafür nachlesen.

Aber das ist zur Zeit sicherlich Dein kleinstes Problem. Vor den Nachweisen steht erst einmal eine stabile Abstinenz. Jetzt mag es Dir noch leicht (?) fallen, aber ich kann Dir aus eigener Erfahrung sagen, da kommen noch schwere Tage mit Saufdruck und Katzenjammer. Gerade, wo Du die Woche über allein in B bist, solltest Du sicherstellen, daß Du immer irgendwo hinkannst, daß Du immer jemanden erreichst.

Schau Dich um, wo es in deiner Nähe eine SHG gibt. Nicht nur die AA, auch andere Selbsthilfeorganisationen sind in vielen Städten vertreten, so daß Du möglicherweise zu Hause und am Arbeitsort eine gemeinsame Ansprechstelle findest.

Aber ich kann Dir nur ans Herz legen, möglichst bald auch zu einer Suchtberatung zu gehen! Diakonie oder Caritas sind da stets gute Adressen. Auch wenn Du dich bereits gegen eine Therapie entschieden hast, solltest Du über die Hilfsangebote, die für Dich in Frage kommen, dringend mit einem Profi reden. Es gibt inzwischen da eine Vielzahl von Therapieformen, auch welche, die sich mit einem Job vereinbaren lassen. Und bei den Suchtberatungen sind auch meist Vorbereitungs- und Stabilisierungsgruppen angeschlossen, die gegenüber den SHGen den Vorteil einer Anleitung durch einen Therapeuten haben.

Du solltest jede Hilfe annehmen, die Du bekommen kannst! Es wird noch schwer genug. Aber es ist zu schaffen.
__________________
Liebe Grüße
Alana
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  #9  
Alt 14.09.2017, 22:53
mentos mentos ist offline
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ich werde mich die nächste tage hier mal an ein paar anlaufpunkte wenden.

habe eben den link von minilee angesehen. Was ist denn wenn ich jetzt 18 monate nachweisen kann oder sogar zwei jahre? weil anscheinend ist das mit der Therapie ja pflicht. Wenn ich das schaffe ohne klinik (lasst uns bitte mal davon ausgehen) dann hat man unter umständen keine chance mehr und nach 18 monate oder 24 monate AB macht man doch keine therapie mehr

lg
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  #10  
Alt 14.09.2017, 23:17
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Alana Alana ist offline
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Zitat:
Zitat von mentos Beitrag anzeigen
weil anscheinend ist das mit der Therapie ja pflicht.
Nein, dann hast Du da etwas falsch verstanden, minilee ist je gerade jemand, der die MPU trotz Alkoholabhängigkeit auch ohne Therapie geschafft hat.

Es gibt Regel für die MPU, die in den Beurteilungskriterien festgeschrieben sind, so etwas wie die Bibel für Gutachter. Da wird davon ausgegangen, daß eine Alkoholabhängigkeit in aller Regel nur mit therapeutischer Hilfe überwunden werden kann und die Abstinenz erst einmal durch eine mindestens einjährige Erprobung gefestigt sein muß, damit die Fahrerlaubnis wiedererteilt werden kann.

Aber die BK geben auch der Möglichkeit Raum, daß es jemand ohne Therapie schafft. Dann sind allerdings die Rahmenbedingungen strenger. Dann muß die Abstinenz deutlich länger als 1 Jahr gefestigt und nachgewiesen sein. Mit deinen angedachten 18 Monaten bis 2 Jahre liegst Du dann schon ganz richtig. Auch die Aufarbeitung darf dann keine Zweifel mehr offen lassen. Und die selbsterarbeitete Veränderung muß nachvollziehbar und glaubhaft geschildert werden. Da spielt dann auch die Annahme von Hilfe durch Andere (SHG, SB) eine Rolle, weil so ganz allein glaubt ein GA nur widerwillig.

Du siehst, es geht auch ohne Therapie. Der leichteste Weg ist das aber nicht. Aber leicht gibt es in unserer Lage sowieso nicht, nur richtig.
__________________
Liebe Grüße
Alana
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