Zurück   MPU Forum > MPU Infosammlung > Alkohol MPU Infos

Thema geschlossen
 
Themen-Optionen Ansicht
  #1  
Alt 15.02.2006, 19:08
Benutzerbild von samuel
samuel samuel ist offline
Moderator
 
Registriert seit: 20.11.2004
Beiträge: 16.705
Standard Alkoholabstinenz (AB) und Kontrolliertes Trinken (KT)

(Dieser Beitrag wurde von Samuel verfasst und von Hesekiel erweitert)
---------------

So liebe Trunkenheitsfahrer!

Auf dem Weg zurück zum Führerschein führen nur zwei Wege, Abstinenz oder kontrolliertes Trinken. Beides geht nicht.

Abstinenz ist ganz einfach und doch ganz schwer. Es darf bei Abstinenzbedürftigkeit kein Tropfen mehr die Kehle herunter. Trockene Alkoholiker wissen was gemeint ist, für alle Anderen ist das nur sehr schwer zu verstehen. Im Regelfall wird nach der Entgiftung und abgeschlossener stationärer Therapie ein Nachweis der Nachsorge und der Besuch einer Selbsthilfegruppe (SHG) über 12 Monate erwartet. Bei ambulanter therapie sind 6 Monate stabile Abstinenz erforderlich.

Abstinenz kann auch von Nichtalkoholikern, nämlich von Missbräuchern gefordert werden. Das ist dann der Fall, wenn kontrolliertes Trinken in der Praxis nicht funktioniert.
In solchen Fällen können 6 Monate Abstinenznachweis schon ausreichend sein, wobei grundsätzlich gilt: Je länger Abstinent, desto besser.

Kontrolliertes Trinken (KT)

Bei KT geht es darum, seinen Umgang mit Alkohol jederzeit im Griff zu haben. KT geht nur, wenn keine Abstinenzbedürftigkeit vorliegt. Es ist zu unterscheiden von:

"Unterdrücktes Trinken"

Ich trink nur ein oder zwei XXX und dann hör ich auf! Da stellt sich die Frage nach dem warum? Wahrscheinlich, weil der Trinker sich sonst nicht bremsen kann und keine Grenze findet. Ein solcher Personenkreis ist in der Regel Abstinenzbedürftig.

KT sieht also folgendermaßen aus:

Zu gegebenen Anlaß wird aus Genußgründen Alkohol konsumiert, in einem Maße das dem Konsumenten jederzeit die volle Kontrolle über seine Handlungen ermöglicht.
Es muss geplant sein, wo man was und wieviel (eigens gesetztes Limit) in welcher Zeit trinken wird . Hierzu gibt es unterschiedliche sogenannte “Strategien“, die man bei der MPU vortragen muss.

KT ist ein Verhalten, das mindestens 6 Monate praktiziert sein muß, um für die MPU in Frage zu kommen. Ein Erstellen von Trinkprotokollen ist hilfreich zur Eigenkontrolle und auch zur Vorlage beim Psychologengespräch geeignet. Das muß keine Doktorarbeit sein, da reicht ein Zeitungskalender mit Angabe von Trinkmenge und Grund. Wenn Ihr mit den Trinkgründen ein Gedächtnisproblem habt, weil jede Woche drei oder vier anstehen, dann nennt man dieses nicht mehr KT sondern Saufen.

Ein Tip: Unregelmäßige Abstände in der Praxis.

Beispiel:

Weihnachtsfeier. Vor dem Essen gibts ein Bier 0,2l, zum Essen, einen Schoppen Wein 0,25l und weil es so reichhaltig war, gibt es hinterher zum Verdauen noch einen Kräuterschnaps 0,02l. Dazwischen tuts auch ein Wasser oder Saft/Limo/Cola. Das ganze über einen Zeitraum von drei,vier Stunden. Das Gelage war vorher geplant, Ihr wußtet auch schon was Ihr trinken werdet.

Für einen Menschen, der noch nie gewohnheitsmäßigen Alkoholmißbrauch getrieben hat, ist kontrolliertes Trinken nicht schwierig. Von seinem Körper wird Alkohol nur bis etwa 0,7 o/oo BAK als Genußmittel akzeptiert. So lange dies der Fall ist, spielt die Drogenwirkung des Alkohols bei ihm keine so große Rolle, so daß sie seine Entscheidung darüber, ob er noch fahren will oder nicht, entscheidend beeinträchtigt.
Bei höheren Promill-Werten erlebt sein Körper den Alkohol als Gift. Diese Giftwirkung wird als immer stärker wachsendes Unbehagen wahrgenommen, so daß er zu trinken aufhört.

Er trinkt nur dann trotzdem weiter,wenn besondere starke andere Gefühlsregungen (z.B. entscheidende positive oder negative Erlebnisse) diese körperliche Unbehagen überdecken. In solchen Ausnahmesituationen ist er auch der Drogenwirkung des Alkohols ausgeliefert und neigt dazu, sich ganz anders zu verhalten (z.B. Blödsinn reden) als im nüchteren Zustand.

Falls er aber dadurch auf die "Schnappsidee" kommt, noch ins Auto steigen zu wollen, sind die körperlichen Beeinträchtigungen so stark, daß sie für ihn und seine Umgebung unübersehbar sind.
Er ist nicht in der Lage, sich und anderen vorzumachen, er sei noch fahrtüchtig. Hoch trainierte Alkoholiker bilden sich das oft noch bei über 1,6 o/oo BAK ein und machen auch auf andere Menschen diesen Eindruck. Bei einer solchen Promillmenge ist der s.g. Normaltrinker kaum mehr fähig, bis zur seinem Auto zu kommen und es in Bewegung zu setzen.

Zusammenfassend kann man sagen, daß der Normaltriker den Alkoholkonsum durch seine körperlichen Reaktionen auf die Giftwirkung des Alkohols "automatisch" kontrolliert und dafür seinen "Kopf" gar nicht besonders anzustrengen braucht.

Ganz anders ist es beim hochtrainierten Trinker. Die körperlichen Kontrollen des Normaltrinkers sind bei ihm ausgeschaltet. Kontrollversuche mit dem "Kopf" funktionieren aber durch die Drogenwirkung des Alkohols auch nicht mehr (z.B. Selbstüberschätzung, Scheiß-Egal-Gefühl).

Wer sich einmal auf die 1,6 o/oo BAK oder noch weiter hochtrainiert hat, bei dem ist die Fähigkeit des Körpers, auf solche Alkoholmengen wie auf schweres Gift zu reagieren, meist für immer (lenbenslang!) zerstört. Er wird zwar nach längerer Abstinenz schon nach 2 Glas Bier eine deutliche Alkoholwirkung verspüren, aber in kurzer Zeit wird er wieder die gleiche Alkoholverträglichkeit wie eh und je besitzen.

Deshalb muß sich jeder hochtrainierte Trinker im klaren sein, daß er nie wieder in seinem Leben so "naiv" trinken darf wie ein "normaler" Mensch.
Er muß sich einen - ganz auf sein früheres persönliches Alkoholproblem zugeschnittenen - Trink-Kontrollplan machen und dafür sorgen, daß er diesen nicht irgendwann als "zu lästig" wieder weglegt. Da jeder Plan genau an die individuelle Situation des Betreffenden angepaßt werden muß,läßt sich hier wenig Allgemeingültiges darüber sagen.

Die Fähigkeit des Menschen, für sich selbst die richtige Entscheidung zu treffen, ist bei jedem dadurch beeinträchtigt, daß starke Wünsche und Bedürfnisse den Blick auf die Wirklichkeit trüben.
Der Wunsch "wie die anderen zu sein", die das Genußmittel Alkohol ohne große Sorge dazu einsetzen können, ihre Lebensqualität zu bereichern, ist ebenso verständlich wie der Wunsch eines Diabetikers, wieder nach Lust und Laune alles essen zu können. Der Diabetiker hat es aber einfacher den Verzicht zu akzeptieren. Seine körperliche Krakheit setzt ihm Grenzen und nicht "nur" das Nachdenken über die in der individuellen Persönlichkeit verankerten Hintergründe der Gafahr, Alkohol als Droge zu mißbrauchen. Deshalb brauchen Diabetiker in der Regel keine psychologische Unterstützung, Menschen mit Alkoholproblemen sehr häufig.

Autor: samuel / Kleinlaut


Die 10 Gebote des kontrollierten Trinkens:
==========================================

1. Du sollst tagsüber nur alkoholfrei Getränke trinken

2. Du sollst den Durst zuerst immer mit alkoholfreie Getränken
löschen

3. Du sollst erst nach dem Essen mit alkoholischen Getränken
beginnen

4. Du sollst an einem langen Abend vorher festlegen, wieviel
Du trinken möchtest

5. Du sollst grundsätzlich keine scharfen Getränke (z.B.
Schnaps, Likör) und nie mehr als ein Glas Aperitiv (z.B.
Sherry trinken

6. Du sollst verlängerte Getränke (Wein-Schorle, Vorsicht bei
Cola-Rum, usw.)trinken, aber verlängerte harte Getränke nur
dann, wenn Du genau weißt, wieviel Rum, Cognac etc. im Glas
ist

7. Du sollst kleine Schlucke machen und längere Intervalle
zwischen den Schlucken lassen, also insgesamt langsam trinken

8. Du sollst das Glas nicht in der Hand behalten, nach Möglich-
keit etwas weiter weg stellen

9. Du sollst erst austrinken und nur bei leerem Glas nachschenken
lassen (bessere Kontrolle der Alkoholmenge)

10. Du sollst im Lokal immer nur die kleinstmögliche Menge des je-
weiligen Getränkes bestellen

Autor: Kleinlaut
__________________
Wer mich sucht, der findet mich als mpu-samuel bei eBay
  #2  
Alt 18.03.2006, 22:56
Benutzerbild von blossom
blossom blossom ist offline
Moderator
 
Registriert seit: 19.11.2004
Beiträge: 7.611
Standard

Die Beschreibung des Trinkkalenders :

Man nehme einfach einen Zeitungskalender A4 (das läßt sich leicht kopieren, da freut sich der Gutachter) und trage in unregelmäßigen Abständen!!!!!!!!!!!!!!!!!! so alle 4 - 6 Wochen maximal 3 alkoholische Getränke ein. Dazu einen außergewöhnlichen Grund.
Also ein Geburtstag, Taufe, Silvester oder wenn der SV Meppen Pokalsieger wird, irgend so etwas.
Dazu tragt Ihr noch ein paar andere Sachen ein, damit der Kalender etwas benutzt aussieht, also sowas wie Friseur, Anwaltstermine, Rückgabefristen der Bibo, Geburtstage usw.

Achtet darauf, daß keine Tinkmuster entstehen, also nicht jeden 3. Mittwoch im Monat drei Bier am Stammtisch. Sollten in einem Monat mal zwei oder mehr Anlässe sein, dann macht halt den kompletten nächsten Monat Pause.

Da es zu KT dazu gehört, zu wissen, wann Mann/Frau etwas trinkt, wird der nächste Trinkgrund schon mit eingetragen.

Die Trinkkurve:

Das ist eigentlich ein XY Diagramm.
Also ein Pfeil nach oben, da werden die Trinkeinheiten eingegeben und ein Pfeil nach rechts, dort wird der Zeitrahmen eingetragen.

Es empfiehlt sich eventuell mehrere Trinkurven anzufertigen.
Eine für das bisherige Leben und eine für den alkoholrelevanten Mißbrauchszeitraum.
Spitzen kann man dabei als Säulen eintragen.
Wenn es also eine Party im Jahr gab, die weit über den täglichen Kasten Bier ging, dann malt Ihr mit einer anderen Farbe einen Zacken in die Kurve.

Empfehlenswert ist es in der Trinkkurve gelegentlich mal eine Trinkpause zu haben.
Bei Mädels während der Schwangerschaft und auch vor wichtigen Ereignissen, wie Prüfungen, vielleicht im Urlaub oder anderweitigen Ausflügen aus eurem sonstigen Umfeld.
__________________
#blossom#
  #3  
Alt 13.04.2006, 11:07
Benutzerbild von strandy
strandy strandy ist offline
MPU Profi
 
Registriert seit: 06.06.2005
Beiträge: 3.489
Standard

Hilfreiche Methoden zum Erlernen und Praktizieren von Kontrolliertem Trinken (KT)

- Alkoholgenuss als Genuss nur zu besonderen Anlässen

- Maximalgrenzen setzen in Bezug auf die Menge und Häufigkeit des Alkoholkonsums

- Durst mit alkoholfreien Getränken löschen; auch zwischendurch alkoholfreie Getränke trinken

- seine persönlichen Trinkdosen verkleinern; kleinere Flaschen und Gläser kaufen, bestellen oder umfüllen

- Auf die Trinkzeit bzw. Trinkgeschwindigkeit achten;
keine Hast, kleine Schlücke mit längeren Intervallen, Getränk aus der Hand stellen – möglichst weiter weg

- nicht nachschenken (lassen), bevor das Glas leer ist, um die Kontrolle über die Trinkmenge zu behalten

- die Art des alkoholischen Getränkes kontrollieren;
keine "harten Sachen" mehr und nicht durcheinander trinken; Achtung bei Mixgetränken!

- alkoholische Getränke wie Bier oder Wein auch mal verlängert trinken; Alster, Weinschorle...

- nicht auf nüchternen Magen trinken, sondern nur zu oder nach Mahlzeiten

- nicht beim „harten Kern“ auf einer Party aufhalten

- keine "sportlichen" Trinkrunden mitmachen

- selbstbewusst NEIN sagen ohne Ausreden oder Agression; realistisch erklären, warum man jetzt nichts trinken möchte

- innerlich lt. STOP rufen, wenn man vermeintlichen Durst auf mehr verspürt

- keinen Alkohol-Vorrat zuhause lagern, sondern geplante Mengen beschaffen

- bei Krisen und Problemen absolutes Alkohol-TABU! Hier auf funktionierende Alternativen zurückgreifen!


Hier noch ein Link, den alisha61 zur Verfügung gestellt hat:
Ambulantes Gruppenprogramm zum kontrollierten Trinken (AkT)
www.gk-quest.de
  #4  
Alt 07.03.2007, 19:19
Benutzerbild von regentropfen
regentropfen regentropfen ist offline
Stammpersonal
 
Registriert seit: 04.07.2006
Beiträge: 540
Standard Übers Kontrolliertes Trinken, was MPI darunter verstehen!!!

Was die PIMA unter Kontrolliertes Trinken versteht!

Anders wie hier im Forum beschrieben, versteht die PIMA unter Kontrolliertem Trinken etwas ganz anders.
Das wie hier im Forum beschrieben KT, wird von der PIMA als "unterdrücktes Trinken" gesehen.
Man plant maximal 12 feste Anlässe ein Jahr voraus und hat maximal drei TE´s! Das ist laut PIMA falsch!

Kontrolliertes Trinken wurde mir wie folgt erklärt:

Man plant keine Anlässe im voraus, sondern geht auf eine Feierlichkeit, Essen oder so Abends weg mit dem Vorsatz Alkohol zu konsumieren.
In einer Stunde sind ist maximal 1 TE erlaubt! Wenn ich in der Zeit von 20 Uhr bis 1.00 Uhr, z. B. auf einem Geburtstag bin, sollte ich den Konsum so unter Kontrolle haben, das ich mit klarem Verstand so circa 0,5 bis 0,6 die Feier verlasse.
Ebenfalls trägt man in einem Kalender ein, in wieviel Minuten man die Trinkeinheit konsumiert hat.
Gerät der Konsum ausser Kontrolle, so ist man nicht in der Lage das Kontrollierte Trinken zu praktizieren.
Ebenfalls ist man nicht in der Lage das Kontrollierte Trinken zu erlernen, wenn in der Vergangenheit ein Alkoholmissbrauch mit überwiegendem Kontrollverlust vorliegt.

Das Alkohol- Trinkprotokoll sieht wie folgt aus:

- Datum
- Anlaß
- Zeitpunkt/Dauer (Trinkzeit insgesamt)
- Menge ( was? TE?)
- Kontrolltechnik (in wieviel Minuten die TE getrunken?)
- Stimmung in der Situation
- Soziale Aktivitäten (Verein, Kegelgruppe etc.)

Ebenfalls werden keine maximalen Anlässe vorgegeben. Man kann in einem Monat von einem bis zu sechs oder mehr Anlässen haben.Solange der Alkoholkonsum kontrolliert bleibt und nicht ausser Kontrolle gerät!!! Sprich, wenn man will kann man jeden Tag trinken!

Noch etwas interssantes über Alkoholabhängikeit:

-Personen die Alkoholabhänig sind sollten eine 1jährige therapeutische Hilfe (ambulant´/ in schwerwiegenden Fällen statinär) in Anspruch nehmen. In diesem therapeutischen Jahr ist der Betroffene Abstinezpflichtig!
Nach diesem Jahr, kann der Betroffene jedoch noch keine Mpu machen. Er muss ein weiteres Jahr seine Abstinez nachweisen, bevor er die Mpu machen kann.

Dieses war ja vor einiger Zeit Thema hier!


lg rainy

************
Dazu bitte lesen: Kontrolliertes Trinken
__________________
Der höchste Lohn für unsere Bemühungen ist nicht das, was wir dafür bekommen, sondern das, was wir dadurch werden!
  #5  
Alt 26.06.2007, 17:28
Benutzerbild von regentropfen
regentropfen regentropfen ist offline
Stammpersonal
 
Registriert seit: 04.07.2006
Beiträge: 540
Standard Was ist "unterdrücktes trinken"???

Immer wieder hört man etwas vom unterdrückten trinken bezüglich auf das kontrollierte trinken....
aber was ist das überhaupt???
Damit dies mal geklärt wird, erkläre ich das heute mal für alle Betroffenen

Ihr habt vor Kontrolliertes Trinken zu praktizieren, dies könnt ihr tun wenn Ihr Alkoholmissbrauch betrieben habt ohne Abstinenzforderung.

Eine Abstinenz wird gefordert, wenn ihr in der Vergangenheit unkontrolliert getrunken habt. Man geht davon aus, dass an dann auch in Zukunft nicht kontrolliert mit Alkohol umgehen kann.

Nun führt ihr eurer Trinkprotokoll und tragt eine Trinkeinheit in den Kalender ein.
Ihr stellt nach dem Glas Bier/Sekt/Wein etc. aber fest das Ihr gerne "mehr" trinken möchtet. Das kann auch nach einem zweiten Glas sein.
Ihr unterdrückt dieses Verlangen, weil Ihr Angst/Respekt vor dem Alkohol habt eventuell zu viel trinken.
Das kann bei einem Trinkanlass sein oder auch beim zweiten oder dritten.

Das nennt man Unterdrücktes Trinken.

Es kann also passieren, das ihr euch für KT entscheidet, aber es so erlebt wie beschrieben. Dann solltet ihr euch Gedanken machen, ob es nicht besser ist auf Alkohol zu verzichten und abstinent zu leben.
__________________
Der höchste Lohn für unsere Bemühungen ist nicht das, was wir dafür bekommen, sondern das, was wir dadurch werden!
  #6  
Alt 13.08.2009, 01:39
Benutzerbild von Say
Say Say ist offline
MPU Profi
 
Registriert seit: 01.08.2006
Beiträge: 18.470
Standard Verschiedene Formen des KT

Die unterschiedlichen Formen von KT( Kontrolliertes Trinken) :

Warum wird einmal angegeben, das Anlässe geplant werden sollen und nicht mehr als 3 Trinkeinheiten konsumiert werden sollen, das andere mal aber das die Anlässe nicht geplant werden müssen, aber eine gewisse Promille nicht überschritten werden soll.

Die Lösung dazu ist relativ einfach, je niedriger die Promille bei der Trunkenheitsfahrt war, bzw. bei Wiederholungstätern im niedrigen Promillebereich(gerade da), wird davon ausgegangen das Trinken und Fahren nicht getrennt werden konnte. Somit wird das KT nicht so streng angesetzt und die Anzahl der Trinkanlässe relativ flexibel gehandhabt. Übertreiben sollte natürlich niemand. Auch wird hier einfach davon ausgegangen, dass eine gewisse Promille nicht überschritten werden sollte um klare Entscheidungen zu treffen, so das die Nutzung eines Fahrzeuges ausgeschlossen werden kann.

Je näher nun aber die magische Grenze von 2 Promille(relative Abstinenzgrenze) kommt, desto strenger wird es. Liegt also jemand knapp unter dieser Grenze, dann wird davon ausgegangen das diese Anlässe geplant werden müssen um zu gewährleisten das es der Person immer bewusst ist und bleibt, das geringe Trinkmengen bei ihnen keinerlei Auswirkungen mehr haben, die für sie spürbar sind. In diesem Fall sind auch max. 3 TE(Trinkeinheiten) gestattet.

Dabei gibt es keine Unterschiede, für Mann oder Frau.

Gruß Say
__________________
*** Say ***

Freiheit heißt nicht, alles tun zu dürfen was wir wollen,
sondern für das was wir tun die Verantwortung zu übernehmen.


Geändert von Say (13.08.2009 um 01:50 Uhr)
  #7  
Alt 10.11.2009, 16:46
Benutzerbild von samuel
samuel samuel ist offline
Moderator
 
Registriert seit: 20.11.2004
Beiträge: 16.705
Standard

Hier eine sehr informative Seite zum Thema EtG und Abstinenznachweise

http://www.sicher-am-steuer.de/deuts...z-alkohol.html
__________________
Wer mich sucht, der findet mich als mpu-samuel bei eBay
  #8  
Alt 13.10.2013, 17:12
Benutzerbild von Maja458
Maja458 Maja458 ist offline
Moderator
 
Registriert seit: 04.08.2006
Beiträge: 8.789
Standard

Anmerkung zum Thema: "Was die PIMA unter Kontrolliertes Trinken versteht!"

Aufgrund der immer wieder auftretenden Diskussionen zu diesem Thema möchte ich darauf aufmerksam machen, dass bei den Ausführungen der Pima zu KT nicht berücksichtigt und benannt wird, für wenn diese Form von KT dann noch geeignet ist. Ein wichtiger Punkt, nämlich dass sich die Anforderungen (durch bilden einer Hypothese) aus der gesamten Deliktlage und dem Gespräch mit Arzt und Psychologen ergeben, bleibt unberücksichtigt.

Diese Form von KT die hier angesprochen wird, ähnelt mehr dem KT, welches von Prof.Dr. Joachim Körkel entwickelt wurde. Zusammengefasst ist hier eine zieloffene Herangehensweise an Alkoholprobleme ethisch geboten, die dem Erreichen bislang unerreichter Adressaten dienlich und hilfreiche sind oder gar notwendige Bedingung zum Herstellen eines psychotherapeutischen Arbeitsbündnisses sind. Näheres dazu hier: kontrolliertes Trinken

!!Grundsätzlich bei einer MPU-Forderung über 1,6 %o nicht zu empfehlen!! Die Hintergründe sind in nachfolgendem Zitat gut dargelegt.

Zitat:
Kontrolliertes Trinken

Das ist ein künstlicher MPU-Begriff, der in der Alltagssprache nicht vorkommt. Dahinter steckt die Tatsache, dass Sie ja fahren und trinken nicht getrennt haben und deshalb jetzt zur MPU antreten müssen. Der Alkoholkonsum alleine hätte niemanden interessiert, wenn Sie nicht ausgerechnet auf die Idee gekommen wären dann noch zu fahren. Niemand hat Sie dazu gezwungen. Es war Ihre Entscheidung ganz allein! Statistisch ist belegt, dass viele Verkehrsteilnehmer, die einmal damit auffällig geworden sind, auch in Zukunft dieses Verhalten weiter zeigen. Der Gutachter darf Ihnen deshalb nur dann ein positives Gutachten geben, wenn Sie jetzt mindestens eine »deutliche Bremse« eingebaut haben. Diese Bremse ist das so genannte kontrollierte Trinken:

- Sie trinken nur so viel, dass noch keine alkoholtypische Auswirkung zu befürchten ist, die Sie »auf dumme Gedanken« kommen lassen könnte. Gemeint sind hier nicht mehr als ungefähr 0,3 ‰ Blutalkohol-Konzentration.
- Sie trinken nicht spontan, sondern nur zu Anlässen, die Sie schon vorher kennen und geplant haben. Ihr Umgang mit Alkohol soll jetzt immer eine durch und durch überlegte Angelegenheit sein.
- Es gibt nicht wesentlich mehr als ungefähr 10-12 solche Anlässe für Sie pro Jahr. Dahinter steckt, dass es nicht unbemerkt wieder allmählich zu einer Gewöhnung kommen darf.

In den Beurteilungskriterien für die MPU wird näher darauf eingegangen. Wenn man das nachliest, stellt man fest, dass von den so oft zitierten 10-12 Trinkanlässen pro Jahr dort gar keine Rede ist, und auch die maximal zulässige dort genannte Trinkmenge liegt höher. Weil aber auch gleich weitere Kriterien genannt sind, die dabei eine Rolle spielen, aber recht schwammig daher kommen, wird klar, dass es ein ganzes Stück weit der Einschätzung des psychologischen Gutachters überlassen bleibt, in welcher Höhe und Häufigkeit er Kontrolliertes Trinken noch akzeptiert. Deshalb ist dringend dazu zu raten den theoretisch vorhandenen Spielraum nach oben nicht auszuschöpfen.

Sie sehen schon, dass dieses kontrollierte Trinken wahrscheinlich für alle Alkohol-MPU-Kandidaten sehr nah an dem dran ist, was für sie auch gleich Abstinenz bedeutet. Es macht keinen Sinn da drüber jetzt zu diskutieren, denn Sie können diese Vorgabe eh nicht ändern. So unrealistisch nieder und verbissen Ihnen die Vorgaben für kontrolliertes Trinken auch erscheinen mögen: Es ist nun mal die kostengünstigste und am wenigsten radikal limitierte Weise, um die Alkohol-MPU zu schaffen - und oft auch der Strohhalm, nach dem alle die greifen, die sich viel zu spät um die Vorbereitung gekümmert haben und jetzt nicht mehr genug Zeit für einen Abstinenznachweis haben.


Auch den Verkehrspsychologen ist klar, dass ihr kontrolliertes Trinken keine alltägliche Verhaltensweise ist. Es ist ein Konstrukt, das typisch verhaltenspsychologischem Denken entspringt: (Selbst-)Kontrolle überall. Deshalb gehen sie auch ganz richtig davon aus, dass man diese Verhaltensweise erst lernen oder antrainieren muss, damit es stabil bleibt. Auch hier werden deshalb mindestens 6 Monate Erfahrung damit vorausgesetzt. Einen Nachweis gibt es dafür aber nicht, sondern der Gutachter muss es Ihnen einfach glauben. Es ist deshalb Ihre Aufgabe, das »so rüber zu bringen«, dass Sie ihm keinen Anlass zum Zweifel geben.
quelle MPU Alarm
KT und Leberwerte:
Bei kontrolliertem Alkoholkonsum ist es wichtig vor der MPU Leberwerte und/oder CDT alle ein bis zwei Monate kontrollieren zu lassen, weil damit Angaben zu mäßigen Trinkmengen glaubhaft unterstützt werden. Solche Laborkontrollen können Sie von Ihrem Hausarzt durchführen lassen. Achtung, bitte immer mit Stempel und Unterschrift versehen lassen. Sonst sind die Laborkontrolle NICHT gültig!!!
Bei der MPU wegen Alkohol werden die Leberwerte immer bestimmt. Wenn Sie also wegen Alkohol eine MPU brauchen, dann lassen Sie Ihre Werte bereits vorher durch den Hausarzt bestimmen und klären Sie ab, ob die Werte im Normbereich liegen. Wenn das nicht so ist, kann Ihr Arzt abklären, woran es liegt. Wenn es nicht am Alkohol liegt, dann ist es wichtig, dass Sie den Befund bei der Begutachtung mitbringen, damit der Grund für erhöhte Leberwerte geklärt ist und entsprechend Alkohol als Ursache ausgeschlossen werden kann.
Auszug aus der überarbeiten I-Net Seite 2012: BAST
(Danke an Alana)


Folgende Laboralkoholmarker sind zu berücksichtigen:

Leberparameter
Gamma-GT
GOT
GPT

Diese Leberwerte erlauben eine erste Einschätzung, ob ein regelmäßiger Alkoholkonsum vorliegen könnte. Unauffällige Leberwerte schließen einen Alkoholmissbrauch jedoch nicht aus.
Nicht durch Alkohol bedingte Erhöhungen der Leberwerte können durch das CDT labordiagnostisch abgeklärt werden.
Über eine Blutuntersuchung werden diese Werte festgestellt.

CDT (Carbohydrate-Defficient-Transferrin)
Ein durch Alkoholeinfluss verändertes Transferrin mit reduziertem Kohlenhydratanteil.
Die CDT-Untersuchung übertrifft die Sensivität und Spezifität der Leberwerte in hohem Maße.
Erhöhte CDT-Werte sind bei täglichem Konsum von mehr als 50-80 g Alkohol zu erwarten.
Einmaliger Alkoholkonsum erhöht aber nicht das CDT.
Alkoholabstinenz von 2-4 Wochen normalisiert das CDT wieder.
Untersuchung des Blutes
__________________
Liebes Grüßle Maja


**********
wer möchte, kann was Gutes tun
<klick>


Thema geschlossen

Lesezeichen

Themen-Optionen
Ansicht

Forumregeln
Es ist Ihnen nicht erlaubt, neue Themen zu verfassen.
Es ist Ihnen nicht erlaubt, auf Beiträge zu antworten.
Es ist Ihnen nicht erlaubt, Anhänge hochzuladen.
Es ist Ihnen nicht erlaubt, Ihre Beiträge zu bearbeiten.

BB-Code ist an.
Smileys sind an.
[IMG] Code ist an.
HTML-Code ist aus.

Gehe zu


Alle Zeitangaben in WEZ +2. Es ist jetzt 12:31 Uhr.