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  #31  
Alt 09.06.2019, 19:31
kapomick kapomick ist gerade online
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Zitat:
Zitat von Steffen11 Beitrag anzeigen
12. Warum haben Sie getrunken?
(Innere + äußere Motive; Anmerkung: o.g. Link "psychologisches Gespräch" lesen)

Wieder angefangen zu trinken habe ich im Januar 2016, ich wusste vor Schmerzen und Jucken nicht mehr ein und aus. (Gürtelrose im fortgeschrittenen Zustand) Kratzen war nicht gut und Schmerzmittel haben kaum geholfen. An Schlafen war auch nicht zu denken. Zum Arzt zu gehen um die Symptome zu lindern, war ich zu Stolz wollte ja nicht als Schwächling dastehen.
Und was ist mit der Zeit davor? Dein Alkoholproblem hat sich viel früher aufgebaut, du hast es ja nur wieder aufgegriffen! Da musst du viel tiefer gehen. Du wusstest da schon, dass es ein vermeintliches Lösungsmittel ist, aber wie du zu der Erkenntnis gekommen ist, das will der GA wissen.

Zitat:
Nach jahrelanger Montage (In und Europäisches Ausland) hatte ich die Möglichkeit ab April 2016 eine Stelle anzunehmen wo ich jeden Tag zu Hause sein konnte. Umso näher dieser Termin kam umso größer wurde meine Angst, ob das denn auch gut geht jeden Abend zu Hause zu sein.
Meine Frau und ich haben uns die letzten Jahre ja nur aller 2-3 Wochen am WE gesehen.

Durch den Alkohol wurden die Schmerzen und die Ängste erträglich, das dieses keine Lösung ist wurde mir erst später klar.
Warum hattest du so Angst davor, dass du mit deiner Frau jeden Abend zusammentriffst? Für andere wäre das eine Freude. Das solltest du den GA nicht erraten lassen. Du wusstest wohl, dass du süchtig bist und dass sie damit nicht klar kommt. Aber das artikulierst du mit keinem Wort. Und du bleibst dennoch auch völlig auf der Oberfläche. Warum warst du zu stolz für den Arzt, aber nicht zu stolz für den Getränkemarkt? Das ist ja nur wenig nachvollziehbar. Du wusstest, was du dir selbst für Probleme bereitest und warst neuerlich dafür bereit. Da musst du schon tiefer in dich gehen, warum dir der Alkohol dennoch wichtiger war als ein "normales" Leben. Mit Frau, ohne Bier.

Zitat:
14. Gab es kritische Hinweise Anderer auf Ihren Alkoholkonsum und wie haben Sie darauf reagiert?

Ja meine Frau und meine Mutter haben mich öfter darauf angesprochen. Warum ich den wieder zu saufen anfange, was ich damit abgetan habe es ist ja nur das WE in der Woche trinke ich ja nicht.
Und was ist mit den Kindern, von denen du weiter unten redest? Wie sind die damit klar gekommen? Die Aussage führst du übrigens mit der Realität ad absurdum: der 9.4.18 war ein Montag... Solche Lapsi kommen nicht wirklich gut.

Zitat:
15. Welche Auswirkungen und Folgen hatte Ihr Alkoholkonsum auf Ihr Leben und Ihr Umfeld?

Ich habe mich immer mehr isoliert, von meiner Familie und Freunden.
Irgendwie war es mir selber peinlich, aber ich konnte es mir auch nicht eingestehen.
Auch das ist alkoholiker-typisch.

Zitat:
Auf Arbeit habe ich immer mehr Sachen angenommen und auch erledigt nur um nicht aufzufallen.
Da ich Einzelkämpfer war (Aufzugsmonteur) viel ich dadurch auch nicht auf. Meine Arbeit erledigte ich pünktlich und um die Nebensachen (Material bestellen holen und organisieren) kümmerte ich mich ja auch.
Da kann ich mich nur wiederholen. Das sind so klassische Kriterien. Nicht auffallen wollen, mit Mehrarbeit kaschieren, meinen, man macht es ja gut. Das Umfeld sagt lang nix. Bis der Aufzug abstürzt...

Zitat:
16. Gab es in Ihrem bisherigen Leben frühere Zeiten, in denen sie weit mehr Alkohol als heute getrunken haben?
Wenn ja, nennen sie bitte die Lebensabschnitte und mögliche Ursachen und Umstände dafür.

Ja von 1986-2010
In der Zeit war ich als Bauleitender Monteur für Großprojekte zuständig, und habe den Alkohol zur Entspannung genutzt.
Das Bedeutete für mich nach der Arbeit abschalten zu können und nicht an den nässten Tag zu Denken und Schlafen zu können ohne sich den Kopf zu zerbrechen.
Und du hast 2,14‰ mit Entspannung bei der letzten MPU erklären können? Das wird dieses Mal definitiv nicht mehr gehen.

Zitat:
17. Haben sie jemals die Kontrolle über ihre Trinkmenge verloren und bis zur Volltrunkenheit Alkohol konsumiert?

Nein mein Ziel war zu Schlafen ohne zu grübeln. Natürlich war ich auch betrunken aber ich habe am nässten Tag immer gewusst was ich gemacht habe.
Die Trinktoleranz war hoch und geübt genug.

Zitat:
19. In welcher Kategorie von Trinker haben sie sich früher gesehen und wie stufen Sie sich heute rückblickend ein?
(mit Begründung)

Früher als Genusstrinker (habe ich mir zumindest eingebildet)
Ich hatte es ja unter Kontrolle und habe ja nur WE getrunken.
Heute rückblickend als Alkoholiker.
Was mich heute so Ärgert ich habe es wirklich geklaubt und nicht für wahr gehalten.
Wie schon angemerkt, deine 2. TF war an einem Montag. Da solltest du vielleicht ein wenig mehr Ehrlichkeit auch dir gegenüber walten lassen.

Zitat:
20. Trinken Sie heute Alkohol? Wenn ja, was, wie viel und wie oft?
(Genaue Angaben in Sorte, Menge, Häufigkeit)
nein seit 09.04.2017 nicht mehr

21. Wann haben Sie zuletzt Alkohol getrunken?
09.04.2017
Nachdem du dich im April 18 angemeldet hast, geh ich mal davon aus, dass auch das wieder nur schlecht aufgearbeitet ist.

Zitat:
23. Warum trinken Sie heute Alkohol/keinen Alkohol?
Ich habe begriffen dass ich nicht mit Alkohol umgehen kann.
Mehr noch: du bist Alkoholiker!
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  #32  
Alt 09.06.2019, 19:32
kapomick kapomick ist gerade online
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Zitat:
24. Warum haben Sie das Trinken reduziert bzw. aufgegeben und warum nicht schon eher?

Ich habe gelernt das es eine Krankheit ist die man nicht heilen kann und es akzeptiert.
Was mir nicht leicht gefallen ist, und mir auch nur mit Hilfe eines Therapolden gelungen ist.
Mein Rückfall 2016 hat mir dabei auch sehr geholfen, bis dahin war ich der Meinung ich habe es geschafft.
Nie hätte ich gedacht wie schnell es geht nach 5 Jahren wieder zu trinken und sich selber einzureden es ist doch alles ok.
Das klingt alles noch so harmlos und distanziert. Du hattest deinen Rückfall AB 2016. Bis 2018 hast du munter weitergebechert. Das war nix einmaliges.

Zitat:
25. Wie haben Sie die Änderung Ihres Trinkverhaltens erreicht und dabei die Umstellungsphase erlebt?

Am Anfang war ich mir nicht sicher, daher habe ich mit meiner Hausärztin gesprochen und Ihr meine Situation erklärt.
Dass ich eine stationäre Therapie für nicht erfolgreich halte da ich unter Kontrolle eh nichts trinken würde, eine ambulante jedoch versuchen will da ich mich da in meinem gewohnten Umfeld befinde.
Und ich genau darin das Problem sehe mit dem ich klarkommen will.
Mit Ihrem Einverständnis habe ich mir eine Stelle gesucht. Wo ich auch sofort anfangen konnte.
(Ambulante Therapie wöchentliches Gruppengespräch 100 min 14tägiches Einzelgespräch 50 min.)
Die ersten Wochen waren nicht einfach, die Gewohnheit am WE zur Flasche zu greifen hat mir eigentlich am meisten zu schaffen gemacht.
Ich habe mir dann Beschäftigungen gesucht. Mit Hilfe meines Sohnes mein altes Hobby wieder aufleben lassen. (an Autos schrauben).
Die Unterstützung durch Gespräche mit meiner Frau sind auch sehr wichtig und Hilfreich.
Bin viel Wandern gegangen mit meinem Hund. Dadurch wurde es immer besser die Gewohnheit ließ nach.
Nach einiger Zeit konnte ich auch wieder gut schlafen. Das Essen fing wieder an zu schmecken, und ich begann auch wieder selber zu Kochen.
Ganz wichtig sind mir auch die wöchentlichen Gruppengespräche und 14tägigen Einzel bei dem Therapeuten geworden welche mir sehr helfen eine zufriedene und stabile Abstinenz aufzubauen.

Zurzeit arbeite ich verstärkt daran für mich wieder privat mehr Zeit zu haben, dazu muss ich mich von den ganzen zusätzlichen Verpflichtungen die ich mir auf Arbeit selber auferlegt trennen was mir auch ganz gut gelingt.
Ich musste auch lernen mal nein zu sagen, das gehört für mich zu einer zufrieden Abstinenz dazu.
Da wäre es gut, mehr Emotion reinzubringen. Was hat dir die ambulante Therapie wirklich gebracht? Bislang schaut das nicht unbedingt nach viel aus, muss ich ehrlich sagen. Zumindest bringst du nix rüber. Da hätte ich mehr erwartet, dass dir deine Trinkmotivation bewusster ist, deine Trinkvergangenheit. Aber das ist alles noch viel zu dürftig.

Zitat:
26. Wie wirkt sich Ihr geändertes Verhalten auf Sie, Ihr Leben und Ihr Umfeld aus?

Bei meiner Familie Durchweg positiv.
Ganz wichtig ist das Verhältnis zu meiner Frau, wir reden miteinander kochen zusammen,
unternehmen viel.
Wenn man es so will lerne ich gerade was eine glückliche Ehe ist.
Klingt vielleicht blöd aber nach über 20 Jahren Montage und nur Wochenendbeziehung
Genuese ich das gerade in vollen Zügen.
Die Kinder binden mich wieder öfters mit ein der Zusammenhalt ist ein ganz anderer.
Sie fragen mich wieder um Rat oder bitten um Hilfe wenn es irgendetwas gibt.
Egal ob mit Haus oder Freund usw. Und das macht mich unheimlich stolz.
Das klingt schon mal gut.

Zitat:
Auf Arbeit läuft es noch nicht so gut, da habe ich noch ein Stück Arbeit vor mir. Das Nein sagen zu einigen Sachen die nicht direkt etwas mit meinem Beruf zu tun haben, kommt nicht immer ganz so gut an.
Da ich ja vorher immer hier gebrüllt habe, müssen sich einige daran gewöhnen das ich Ihre Sachen nicht mehr miterledige.
Da ich jetzt aber keine Angst mehr zu haben brauche wegen einer Fahne oder so aufzufallen wird sich auch das bald erledigt haben.
Und nein ich werde mir keinen anderen Job suchen da mir der so wie er ist Spaß macht und ich gerne zur Arbeit gehe.
Das klingt nicht so gut, da solltest du noch ein paar Veränderungen bis zur MPU schaffen.

Zitat:
Manches ist auch schwieriger für meine Familie und meine Kollegen. Ich bin konsequenter und manchmal unbequemer mit meinen Entscheidungen geworden. Aber ich glaube, damit leben sie gerne (Familie) oder Sie gewöhnen sich dran. (Arbeit)
Das ist wiederum gut nachvollziehbar.

Zitat:
27. Wie stellen Sie sicher, dass Ihr neues Verhalten dauerhaft stabil bleibt?

Ich fühle mich sehr wohl, aber durch meinen Rückfall 2016 musste ich begreifen das diese Krankheit nicht Heilbar ist.
Und auch das sich das Suchtgedächtnis sich nicht löschen lässt.
Probleme lassen sich nicht wegtrinken die verschiebt man nur, diese gleich anzugehen und zu lösen sehe ich als wichtig an.
Für mich ist auch wichtig gelernt zu haben das Hilfe zu suche und anzunehmen keine Schande ist, man muss nicht alles alleine mit sich ausmachen.
Wesentliches bringst du ja noch in Frage 28.

Zitat:
28. Können Sie sich vorstellen, jemals wieder in Ihre alten Gewohnheiten zurückzufallen?
(Ja/Nein + Begründung,) ->Hintergrund der Frage ist, welche Umstände können dazu führen, dass Sie wieder
in alte Gewohnheiten zurückfallen würden, wie merken sie das und was tun sie dagegen?<-

Ja kann ich. Das habe ich mir ja selber bewiesen.

Bei innerer Unruhe hilft es mir z.B. mit dem Hund rauszugehen. Auf jeden Fall etwas tun,
einfach abwarten und Denken es passiert nichts, wäre mein größter Fehler.
Bei den geringsten Anzeichen suche ich sofort Hilfe bei meiner Frau meinen Kindern oder meinem Besten Freund (kennen uns seit über 40 Jahren) um mit Ihnen zu reden.
Eine dieser Personen ist immer erreichbar.
Weiterhin habe ich eine Liste mit Telefonnummern immer bei mir welche ich auch jeder Zeit anrufen kann.
Was sind das für Menschen, die du jederzeit anrufen kannst? Sind da qualifizierte dabei?

Also, das ist noch arg mager. Von falschen Daten über unklare Trinkmengenangaben bis zu einer katastrophal aufgearbeiteten Trinkmotivation. Damit kommst du noch nicht voran. Du bist WHT´ler, du outest dich als Alkoholiker. Da muss viel mehr Festigkeit rein, Klarheit, Struktur.
Bei @solaris ist das in seinem Thread so zusammengefasst:
Genau an diesem Punkt setzt die neue MPU an:

- Was ist geschehen, das die Abstinenz/KT scheitern ließ?
- Warum hat da dein Wille zur Abstinenz/KT nicht ausgereicht?
- Warum haben all deine Rückfallvorsorgen versagt?

- Was hast Du aus diesem Rückfall gelernt, was Du nach der 1. TF nicht schon wußtest?
- Welche Konsequenzen hast Du jetzt gezogen?
- Wie sehen jetzt deine Vorsorgemaßnahmen aus?

Da hast du noch ganz viel Arbeit vor dir.
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  #33  
Alt 09.06.2019, 22:23
Steffen11 Steffen11 ist offline
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Danke für die Ehrlichen Antworten das Hilft mir wirklich sehr.

Steffen
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  #34  
Alt 10.06.2019, 02:11
kapomick kapomick ist gerade online
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Also Steffen,

nachdem du offenkundig ein Freund ehrlicher Worte bist, sage ich dir mal mein Empfinden, das ich aus deinen mageren Zeilen gewonnen habe, auf den Kopf zu: dir ist längst bewusst gewesen, dass der Alkohol über dich überhand gewonnen hat, sprich, dass du alkoholkrank bist. Die Aussagen, dass dir das Essen jetzt wieder schmeckt und du wieder gern kochst, bestätigen das nur zu gut über das hinaus, was ich im FB ja schon angemerkt habe.
Wann das war, kann ich jetzt nicht einschätzen, ob schon in der Zeit rund um die 1. TF oder erst später, das wirst du selbst besser wissen. Aber du hattest den Alkohol am Schluss nicht mehr im Griff. Ob du nun wirklich unter der Woche gar nichts getrunken hast oder vielleicht doch ein paar Bier, das kannst nur du selbst einschätzen. Aber wenn du eh nur alle 2-3 Wochenenden heimkommst und dann dich zuschüttest, dann gleicht das einer Kapitulation, zumal du die mahnenden Worte von deiner Frau und deiner Mutter nicht ernst nehmen konntest/wolltest. Wer sich nicht mal an solchen gelegentlichen Wochenenden "beherrschen" kann, der hat ein massives Problem, bei dem der GA nachvollziehbarerweise von ausgeht, dass er es nicht selbst lösen kann. Ich kenn mich bei ambulanten Therapien jetzt nicht so aus, wie lang war die? Wann wurde die beendet? Ein wöchentliches Gruppengespräch von 100 Minuten und alle 14 Tage Einzelgespräch erscheint mir als sehr abgespeckte Form. Wurde die von einer Krankenkasse/Rentenkasse übernommen?

Dass du im Zwiespalt der Gefühle standest, als du wieder eine feste Arbeitsstelle vor Ort bekommen konntest, über dessen Hintergrund bist du dir wohl selbst bewusst: dir war klar, dass dein ganzes Lügen-Konstrukt über früher oder später auffliegt. Da brauchen wir uns nichts vorzumachen, du hast es ja spätestens mit der 2. TF bewiesen. Du solltest auf jeden Fall jetzt absolut ehrlich zu dir und deiner Aufarbeitung sein. Mit etwas anderem als "Alkoholiker" brauchst du nicht anzutreten, das nimmt dir kein GA ab. Insofern MUSST du unbedingt deine Trinkvergangenheit noch viel deutlicher und klarer aufarbeiten. Du brauchst zwingend Unterstützung für die Aufarbeitung deiner Trinkmotive, denn das, was du bislang geschrieben hast, das sind reine Äußerlichkeiten. Ich nehme dir sofort ab, dass dir die Schmerzlinderung mittels Betäubung via Alkohol gut getan hat, aber dann frage ich im Gegenzug: warum hast du das nur am Wochenende gebraucht? Hat dich deine Krankheit unter der Woche nicht "gekratzt"? Das sind fadenscheinige Argumente, die du lieferst. Die Problematik liegt tiefer und du suchst ein Konstrukt, um noch einigermaßen gut dazustehen. Das ist verständlich, aber für eine MPU nicht zielführend.

Und auch bei deinen Vermeidungsstrategien bist du noch völlig oberflächlich und uninspiriert. KEIN Wort kommt mehr von irgendwelchen Schmerzen, als ob die Gürtelrose sich in Luft aufgelöst hätte. Damit lieferst du ja neuerlich einen Gedankengang, ob diese Erkrankung vielleicht doch nicht so maßgeblich war. Du musst da auf ein komplett neues Leben schauen können, du musst da noch viel mehr umgekrempelt, erneuert, Lebenssinn gefunden haben. Das geht aber nur, wenn dir deine eigentlichen Trinkmotive, also die legendäre Frage 12, bewusst sind. Und da scheitert es noch total. Und deshalb die Frage: was habt ihr in dieser "ambulanten Thera" erarbeitet? Mit so einem platten Argument kann sich doch kein Fachmann zufrieden geben.

Schau dir deine Worte mal ehrlich an: du wirst einmal auffällig mit 2,14‰. Dass das stramm ist, kann ich aus eigener Erfahrung bestätigen. Ich hätte wahrscheinlich nicht mal mehr gemerkt, wenn ich jemanden über den Haufen gefahren hätte. Aber du hast noch eine TF im Angebot, ok, etwas niedriger, aber immer noch 1,81‰. Du warst kaum noch Herr deiner Sinne und jetzt soll genügen, dass du mit deinem Sohn Autos schraubst und mit dem Hund spazieren gehst? Das sind alles gute Anfänge, das gehört zum Ausgleich, aber ich denke mal, wenn du dir das ehrlich vor Augen führst, wirst du selbst merken: da fehlt noch viel Fleisch. Und genau darum geht es hier. Dir muss bewusst werden, dass du nicht nur ein bisschen was neues machst oder altes wieder aufleben lässt, sondern wirklich dein Leben im inneren Denken umkrempelst. Du warst in Frage 28 so ehrlich und hast gesagt: ja, das kann passieren. SO ist es. Und da musst du als WHT´ler, der 2x Werte geliefert hat, die für sich allein eine MPU begründen und deine Suchtproblematik unverkennbar ist, mehr liefern als das, was da steht. Da müssen v.a. Emotionen kommen, das Spüren, dass dein Leben sich geändert hat, das Gefühl, dass man bei dir erkennt: für den Steffen lohnt sich das Leben wieder. Wenn du ehrlich bist: am Schluss wurdest du doch weitgehend vom Alkohol gelebt, du warst froh, als du endlich die Flasche öffnen konntest. Was öffnet sich jetzt für dich, das dir dein Herz erfreut? DAS will der GA wissen. Und das muss dir bewusst sein, dass du da für dich einen Anker hinsetzen kannst, der dich künftig trägt und hält. Du willst dein Lebensschiff doch mal in ruhigere Gewässer führen.

Mach was. Für dich. Für deine Familie. Es lohnt sich.
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  #35  
Alt 10.06.2019, 21:45
Steffen11 Steffen11 ist offline
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Hallo kapomick,

Das war erst mal harter Tabak, aber nochmal Danke.

Ich sehe das nicht so das Du den Bösen machst, es bringt ja rein gar nicht wenn mir jemand Honig ums Maul schmiert.
Da ist mir das so schon lieber. In der Therapie hat sich mehr getan als aus dem FB hervorgeht.
Beim lesen Deiner Kommentare ist mir Aufgefallen das es mir doch schwer fällt, das was ich meine auch auszudrücken und es dadurch einen Außenstehenden (was der GA ja ist) schwer fällt mich bzw. was ich meine zu verstehen.
Deswegen bin ich auch froh dass Du dir die Zeit genommen hast.

Diese und nässte Woche habe ich ein paar Tage frei (Überstunden) genau wie an dem 09.04.18 was aus dem FB nicht hervorgeht, dann werde ich mich nochmal über den FB hermachen.

MfG

Steffen
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  #36  
Alt 11.06.2019, 00:16
kapomick kapomick ist gerade online
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Hallo Steffen,

freut mich, dass du klare Worte annehmen kannst. Natürlich meine ich sie nicht böse, sie sind halt nur deutlich. Das anzunehmen ist nicht leicht, gerade im gesetzteren Alter. Aber ich bin nur etwas jünger wie du, insofern seh ich die Problematik halt recht kritisch.

Ja, es wäre gut, wenn du dir wirklich viel Zeit nimmst, einen neuen FB zu erstellen. Es ist ja nicht so, dass alles schlecht wäre, aber bisher ist er bestenfalls ein Gerippe. Das musst du mit viel Fleisch füllen, denn der GA wird sich für dich bei deiner Konstellation sehr viel Zeit nehmen. Und besser ist es, du gehst danach raus und sagst dir: ich hab gar nicht alles sagen müssen, was ich sagen wollte, als wenn du rausgehst und dir überlegst: was hätte er noch wissen wollen? Gerade der Passus für WHT´ler ist noch absolut ausbaufähig und das wird dran kommen. Dessen sei dir bewusst. Aber bleib dran, du hast gute Grundlagen, 2 Therapien, da sollte was hängen geblieben sein.
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  #37  
Alt 11.06.2019, 05:03
Radian Radian ist gerade online
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Zitat:
Zitat von Steffen11 Beitrag anzeigen
In der Therapie hat sich mehr getan als aus dem FB hervorgeht..
Und genau das will der GA wissen. So war es z.B. auch bei mir. Er fragte explizit nach, was ich aus der Therapie für mich mitgenommen habe.
Die Trinkursachen sollten dir durch die Therapie klar geworden sein. Du schreibst, du hast Alk als Einschlafmittel genutzt, um nicht nachgrübeln zu müssen. Über was? Die Geschichte mit der Gürtelrose ist nun wahrlich eine Alkitypisch vorgeschobene Begründung.
Wenn du die Ursachen, deine Stressoren, etc. kennst, kannst du gegensteuern. Wie machst du das? Autos schrauben ist eine Rahmenbedingung, Nein sagen können ein Ansatz. Das ist aber noch zu wenig. Was ist mit z.B. mit Achtsamkeit, Gelassenheit? Sowas wird der GA genau wissen wollen...
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  #38  
Alt 22.06.2019, 10:46
Steffen11 Steffen11 ist offline
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Zitat von kapomick Beitrag anzeigen
Hallo Steffen,

freut mich, dass du klare Worte annehmen kannst. Natürlich meine ich sie nicht böse, sie sind halt nur deutlich. Das anzunehmen ist nicht leicht, gerade im gesetzteren Alter. Aber ich bin nur etwas jünger wie du, insofern seh ich die Problematik halt recht kritisch.

Ja, es wäre gut, wenn du dir wirklich viel Zeit nimmst, einen neuen FB zu erstellen. Es ist ja nicht so, dass alles schlecht wäre, aber bisher ist er bestenfalls ein Gerippe. Das musst du mit viel Fleisch füllen, denn der GA wird sich für dich bei deiner Konstellation sehr viel Zeit nehmen. Und besser ist es, du gehst danach raus und sagst dir: ich hab gar nicht alles sagen müssen, was ich sagen wollte, als wenn du rausgehst und dir überlegst: was hätte er noch wissen wollen? Gerade der Passus für WHT´ler ist noch absolut ausbaufähig und das wird dran kommen. Dessen sei dir bewusst. Aber bleib dran, du hast gute Grundlagen, 2 Therapien, da sollte was hängen geblieben sein.
Hallo,

ich habe mich nochmal intensiv mit dem FB beschäftigt. Nach wie vor bin ich für Ratschläge und Tipps Dankbar.

MfG

Steffen
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  #39  
Alt 22.06.2019, 20:00
Steffen11 Steffen11 ist offline
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Standard Fragebogen überarbeitet

Hallo,

hier noch der Link zum FB

http://www.mpu-idiotentest.com/mpu-f...91&postcount=6

MfG

Steffen
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