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  #11  
Alt 14.10.2017, 17:08
Westfalenradler Westfalenradler ist offline
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Zitat:
Zitat von Cil Beitrag anzeigen
Denn ich bin mir fast sicher das Fahrrad geschoben zu haben. Der Ersthelfer am Unfallort hat dies auch nicht sagen können. Somit kann man mir doch keine MPU aufbrummen... Oder?
Das ist dem Grunde nach richtig. Die Einstellung nach § 153 StPO spricht allerdings dafür, dass die Staatsanwaltschaft Dir Deine Einlassung, Du habest geschoben, nicht geglaubt und sie als Schutzbehauptung gewertet hat. Andernfalls hätte es eine Einstellung mangels Tatverdachts gem. § 170 Abs. 2 StPO geben müssen. Dieser Einschätzung hat sich die Fahrerlaubnisbehörde angeschlossen und deswegen hast Du jetzt die MPU-Anordnung erhalten.

Du solltest daher zunächst mal klären, was in der Akte steht. Ruf am Montag bei der Fahrerlaubnisbehörde (Straßenverkehrsamt) an und mach einen Termin dafür aus. Sobald Du die Aktenlage kennst, kannst Du weitere Schritte überlegen. Erfahrungsgemäß dürfte es schwierig sein, die Behörde davon zu überzeugen, dass Du nicht gefahren bist, auch, wenn die §-153-Einstellung diese Frage letztlich offenlässt.

Gegen die MPU-Anordnung gibt es kein Rechtsmittel, erst gegen die Entziehung der Fahrerlaubnis könntest Du mit der Begründung klagen, dass die MPU-Anordnung rechtswidrig war. Ob das erfolgversprechend ist, lässt sich ohne Kenntnis der Aktenlage nicht sagen. Grundsätzlich ist die Fahrerlaubnisbehörde - anders als die Staatsanwaltschaft - nicht an die Unschuldsvermutung gebunden, vielmehr reichen "Tatsachen, die die Annahme von Alkoholmissbrauch begründen" aus, um eine MPU-Anordnung zu rechtfertigen ("Alkoholmissbrauch" im Sinne der Fahrerlaubnisverordnung bedeutet, übermäßigen Alkoholkonsum und Teilnahme am Straßenverkehr nicht sicher trennen zu können). Die hohe BAK alleine allerdings reicht nicht aus, wenn Du nicht gefahren bist (da hat @MrMurphy mal wieder Unsinn geschrieben, wie es so seine Art ist). Allerdings kann ein Unfall mit einem Fahrrad ausreichen, weil er eben eine Tatsache ist, die die Annahme begründet, dass Du das Fahrrad alkoholisiert geführt und demnach Alkoholmissbrauch betrieben hast.


Zitat:
Na es ist tatsächlich das erste mal das ich mit dem Fahrrad unterwegs war.
Das ist zwar unwahrscheinlich, aber nicht unmöglich, insbesondere, da Du offenbar so voll warst, dass Du definitiv nicht mehr fahren konntest (daher vermutlich der Unfall und wäre der nicht gewesen, wäre es vermutlich unentdeckt geblieben). Wenn es so war, dann kannst Du diese Linie auch halten und brauchst nicht 500 Fahrten dazuzuerfinden. Allerdings solltest Du schon mal in Dich gehen und überlegen, ob nicht doch alkoholisierte Fahrradfahrten - auch mit deutlich weniger Alkohol im Blut - in der Vergangenheit vorkamen.
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  #12  
Alt 14.10.2017, 21:13
AO100 AO100 ist offline
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"in dubio pro reo".....
@westfalenradler: Paragraph hin oder her, wenn der Staatsanwalt es nicht beweisen kann, dass sie das Rad gefahren hat
(zumal der Zeuge es ja auch nicht einmal untermauern kann),
wieso wird dann nicht seitens der Staatsanwaltschaft "im Zweifel für den Angeklagten" entschieden?

Geändert von AO100 (14.10.2017 um 21:26 Uhr)
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  #13  
Alt 14.10.2017, 22:04
minilee minilee ist offline
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Zitat:
Zitat von AO100 Beitrag anzeigen
"in dubio pro reo".....
@westfalenradler: Paragraph hin oder her, wenn der Staatsanwalt es nicht beweisen kann, dass sie das Rad gefahren hat
(zumal der Zeuge es ja auch nicht einmal untermauern kann),
wieso wird dann nicht seitens der Staatsanwaltschaft "im Zweifel für den Angeklagten" entschieden?
es wurde nicht im Zweifel für den Angeklagten entschieden, es wurde von der Verfolgung abgesehen... § 153 StPO
__________________
Das Leben wird vorwärts gelebt, aber nur rückwärts verstanden...
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  #14  
Alt 16.10.2017, 09:47
Cil Cil ist offline
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Ich musste ja die Einverständniserklärung an die Führerscheinstelle schicken, und das binnen einer Woche. Deshalb gehe ich mal davon aus das meine Unterlagen schon bei der PIMA sind und ich bei der Führerscheinstelle keine Auskünfte bezüglich meiner Akte bekomme.

Ich ärgere mich im Grunde über mich selber. Seit dem Unfall denke ich fast an nichts anderes, und frage mich immer wieder Warum. Tatsächlich ist es so das ich grundsätzlich nie ein Fahrzeug egal welcher Art auch immer führe wenn Alkohol im Spiel war. Leider bringt mir das nun nichts mehr, denn das eine mal reicht halt einfach aus und nun hänge ich im Netz und kann nur hoffen das ich da einigermaßen glimpflich rauskomme. Die ganze Sache ist einfach zum kotzen.
Ich war so erleichtert als Anfang August das schreiben kam das mein Verfahren eingestellt ist und ich dachte ich hätte es nochmal mit einem blauen Auge geschafft. Von MPU oder ähnlichem habe ich nichts gewusst. Deshalb hat mich das schreiben am 06.10. auch ziemlich geschockt. :-( Alles in allem ist es absolut meine Schuld! Das sehe ich auch ein! Und ob gefahren oder nicht, ich denke das bringt jetzt einfach nichts mehr... Ich danke euch für eure Hilfe und Ratschläge. LG Cil
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  #15  
Alt 16.10.2017, 12:15
Benutzerbild von darksoul
darksoul darksoul ist offline
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Zitat:
Ich musste ja die Einverständniserklärung an die Führerscheinstelle schicken, und das binnen einer Woche. Deshalb gehe ich mal davon aus das meine Unterlagen schon bei der PIMA sind und ich bei der Führerscheinstelle keine Auskünfte bezüglich meiner Akte bekomme.
Musstest Du bei der Einverständniserklärung nicht auch ein MPI auswählen? Wann hast Du das Schreiben an die FSST geschickt?

Kannst ja trotzdem nochmal anrufen und nachfragen, wo Deine Akte derzeit ist. Im Zweifel schon raus, aber wäre ja nur ein Anruf.

Zitat:
Ich ärgere mich im Grunde über mich selber. Seit dem Unfall denke ich fast an nichts anderes, und frage mich immer wieder Warum. Tatsächlich ist es so das ich grundsätzlich nie ein Fahrzeug egal welcher Art auch immer führe wenn Alkohol im Spiel war.
Ja die Gedanken kreisen oft und viel um das Thema "Warum". Geht / ging sicherlich vielen von uns so (mir auch seinerzeit; ebenfalls eine TF mit dem Fahrrad).

Du musst da nicht allzu verbissen drangehen und nicht in (Selbst)Zweifel versinken. Schau nach vorne und sieh es als Schlüsselerlebnis an.

Hätte alles noch schlimmer kommen können, sieh es mal so. Es ist keiner verletzt worden oder noch schlimmer!
__________________
Liebe Grüße, darksoul
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  #16  
Alt 16.10.2017, 12:21
wrtlprmpft wrtlprmpft ist offline
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Zitat:
Zitat von Cil Beitrag anzeigen
Deshalb gehe ich mal davon aus das meine Unterlagen schon bei der PIMA sind
Wenn die TF im Juni war, kannst du bis zur MPU doch keine 6 Monate Verhaltensänderung nachweisen. Damit wir die MPU üblicherweise negativ.Besser, du gibst den Führerschein rechtzeitig freiwillig ab, sparst Geld für die MPU und die Entziehung. Dann könntest du im Januar (falls KT möglich ist) die MPU mit realistischen Chancen in Angriff nehmen.
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