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  #1  
Alt 13.09.2012, 12:08
Keckofant Keckofant ist offline
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Standard TF mit 2,2 Promille Ende 2004

Hallo,
habe mein führerschein vor 8 jahren verloren durch trunkenheit am steuer (2,2 Promille). War schon ein mal bei der MPU (Anfang 2009) habe ein negatives Gutachten bekommen, möchte jetzt das 2. Mal machen. Ich bin der Meinung, dass ich mich grundsätzlich verändert habe und daher gar keine besondere Vorbereitung bedarf, sondern einfach so sein sollte wie ich wirklich bin. Anders als vielleicht bei der 1. MPU.

Vielen Dank für die Hilfe im Voraus!

Zur Person
Geschlecht: männlich
Größe: 1,80cm
Gewicht: 90kg
Alter: 28

Bundesland: Berlin

Was ist passiert?
Datum der Auffälligkeit: Ende November 2004
BAK: 2,2%o
Trinkbeginn: ca. 20.30 Uhr
Trinkende: ca. 24.00 Uhr
Uhrzeit der Blutabnahme: ca. 2.00 Uhr

Stand des Ermittlungsverfahrens
Gerade erst passiert: nein, Jahre her
Strafbefehl schon bekommen: ja
Dauer der Sperrfrist: abgelaufen

Führerschein
Hab ich noch: nein
Hab ich abgegeben: ja
Hab ich neu beantragt: ja
Wurde mir entzogen? ja
Noch in der Probezeit?: nein

Führerscheinstelle
Hab schon in meine Akte geschaut Ja/Nein: ja
Sonstige Verstöße oder Straftaten?: nein
Fragestellung der Fsst (falls bekannt):

Konsum
Ich trinke noch Alkohol, wenn ja wie oft wieviel: ja, siehe Fragebogen
Ich lebe abstinent seit: nein

Abstinenznachweis
Haaranalyse ja/nein: nein
Leberwerte ja/nein seit wann, wieviele: nein
ETG-Programm ja/nein: nein
Keinen Plan?: ja

Aufarbeitung
Suchtberatungsstelle aufgesucht?: nein
Selbsthilfegruppe (SHG): nein
Psychologe/Verkehrspsychologe: 4-5 Sitzungen Ende 2010
Kurs für verkehrsauffällige Autofahrer: nein
Ambulante/stationäre Therapie: nein
Keine Ahnung:werden derzeit Medikamente eingenommen?Antidepressiva etc: nein

MPU

Datum: offen
Welche Stelle (MPI): überlege ich mir noch
Schon bezahlt?: nein

Schon eine MPU gehabt?
Wer hat das Gutachten gesehen?: nur ich, meine Freundin und der Gutachter (DEKRA)
Was steht auf der letzten Seite (Beantwortung der Fragestellung)?: man kann davon ausgehen, dass ich weiterhin alkoholisiert fahren würde.
Welche Empfehlung (Auflagen) wurden ausgesprochen:

Altlasten
Bereits durch Alkohol auffällig geworden Punkte oder sonstige Straftaten: keine
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  #2  
Alt 13.09.2012, 12:11
Keckofant Keckofant ist offline
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Tathergang

1. Beschreiben Sie den Tag Ihrer Trunkenheitsfahrt aus eigener Sicht mit Datum und Uhrzeiten.

Kein besonderer Anlass. So sah zu der Zeit eigentlich ein „normaler“ Freitagabend aus. Wir (guter Freundeskreis) haben uns zu o.g. Uhrzeit bei einem Freund getroffen und haben uns auf den Disco-Gang „vorbereitet“, d.h. wir haben uns getroffen, um uns besoffen zu machen, damit man danach mehr Spaß beim Feiern in der Disco hat.

2. Was und wie viel haben Sie am Tattag insgesamt getrunken?
(Genaue Angaben in Sorte, Menge, Trinkzeit)

Dadurch, dass es bereits fast 10 Jahre her ist, kann ich das natürlich nicht mehr so genau sagen. Da es aber wie gesagt, kein außergewöhnlicher Tag/Abend war, würde ich sagen, dass es ungefähr so ablief, wie sonst auch. Demnach werde ich mit drei vielleicht 4 Bieren á 0,3l angefangen haben. Danach haben wir Wodka pur getrunken. Heute nennt man das wohl „Shots“. Jeder einzelne für sich hat dann bestimmt einen halben Liter Wodka getrunken. Trinkzeit wird in etwa 3 - 3 ½ Stunden betragen haben.

3. Wie viel Kilometer fuhren Sie, bis Sie aufgefallen sind und wie viel Kilometer wollten Sie insgesamt fahren?

Da ich kaum noch Erinnerung an die Fahrt selber habe, kann ich das gar nicht genau sagen, wieviel Kilometer ich gefahren bin, bis ich auffällig wurde. Insgesamt bin ich eine Strecke von ca. 20 Kilometer gefahren. Ich kann mich allerdings lediglich ab dem Moment erinnern, an dem die Polizei hinter mir fuhr. Von da an bin ich eventuell noch 2-3 Kilometer gefahren bin.

4. Hatten Sie das Gefühl, noch sicher fahren zu können?
(Ja/Nein + Begründung)

Ich kann mich wie gesagt nicht an meine Gefühle erinnern.

5. Wie haben Sie die Trunkenheitsfahrt vermeiden wollen (wenn überhaupt)?

Wir hatten das Problem, wie wir zur Disco kommen. Ich stellte mein Auto zur Verfügung, wollte aber selber nicht mehr fahren, weil ich wusste, dass ich nicht mehr fahren kann/darf. Also fuhr ein Freund mit uns zur Disco. Ob dieser auch alkoholisiert war, kann ich nicht mehr sagen, ehrlich gesagt, weiß ich auch nicht mehr, wer das Auto fuhr.

6. Haben Sie bereits früher im Straßenverkehr unter Alkoholeinfluss gestanden und sind aufgefallen?

Ich bin zuvor noch nie, ich betone, wirklich noch nie vorher mit dem Auto gefahren, wenn ich Alkohol getrunken hatte. Wenn ich mit dem Auto unterwegs war, habe ich keinen Alkohol getrunken.

7. Wie oft haben Sie alkoholisiert am Straßenverkehr teilgenommen ohne aufzufallen und was folgern Sie daraus?

Siehe 6. Was ich daraus folgern kann, weiß ich ehrlich gesagt nicht. Außer, dass ich grundsätzlich immer Alkohol und Verkehr trennen wollte. An diesem Abend führten verschiedene Gründe dazu, dass ich mich gegen meine Grundsätze entschieden habe. Dies werde ich nun auch im Folgenden versuchen zu erklären.
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  #3  
Alt 13.09.2012, 12:14
Keckofant Keckofant ist offline
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Exploration

8. Wann hatten Sie den ersten Kontakt mit Alkohol und wann haben Sie das erste Mal Alkohol zu sich genommen?
(Allererste Erinnerung und erster Konsum)

Das allererste Mal habe ich mit 15 Jahren ein Bier getrunken, es hat jedoch nicht geschmeckt, sodass ich es vermutlich nicht mal ausgetrunken habe. Mit 16 Jahren war ich das erste Mal betrunken. Ich war auf einer Fußball-Fahrt in Holland. Was mir vor Antritt der Reise gar nicht so bewusst war, war, dass diese Reise eigentlich für alle eine Spaßfahrt war, bei der es eigentlich darum ging, abends zusammen zu feiern und nebenbei ein Fußballturnier zu spielen. Für mich stand damals eigentlich das Fußballturnier im Vordergrund. Am ersten Abend wurde ich dann quasi eines bessren belehrt. Wir waren mit zwei Mannschaften unterwegs. Ich war damals als B-Jugendlicher einer der Jüngeren. Die A-Jugendlichen merkten recht schnell, dass ich in Bezug auf Alkohol noch recht jungfräulich zu sein schien. Also nahm man sich meiner an und füllte mich ab.

9. Haben Sie regelmäßig Alkohol getrunken, und wie hat sich ihr Trinkverhalten in den letzten Jahren entwickelt?

Ja, nach der besagten Fahrt habe ich Gefallen daran gefunden. Genau kann ich es nicht mehr sagen, aber kurz darauf (nach der Fahrt) wollte ich nichts mehr mit Alkohol zu tun haben, weil es mir an dem Abend sehr sehr schlecht ging. Ich denke aber so 1-2 Monate später fing es an regelmäßig zu werden. Man hat sich dann 1 Mal der Woche mit seinen Freunden getroffen und getrunken. Dies passierte vornehmlich am Freitag, da Samstag frei war und man zudem auch kein Spiel hatte. Genaue Erinnerungen habe ich an diese Zeit auch nicht mehr. Aber zunächst beschränkte man sich auf Bier, Wein und Liköre, da man nichts anderes kaufen im Supermarkt durfte. Mit 18 Jahren änderte sich das dann. Die harten Alkohlika waren nun frei zugänglich und so bediente man sich dieser auch. Ich würde sagen, dass man sich von 52 Wochenenden bestimmt an 22-26 Wochenenden getroffen hat, um zusammen zu trinken und anschließend feiern zu gehen. Bis ich 23 Jahre war, hat sich daran auch nichts geändert. Im Jahr 2007 habe ich meine Freundin kennengelernt. Das Trinkverhalten war zunächst das Gleiche, jedoch nahm die Häufigkeit deutlich ab. Jedoch war es weiterhin so, dass wenn man sich dann am Wochenende traf, schon „besoffen“ hat.

10. Wie viel und wie oft haben Sie getrunken?
(Genaue Angaben in Sorte, Menge, Häufigkeit)

Im Allgemeinen kann man sagen, dass sich der Konsum in etwa immer ähnlich abspielte, wie auch an dem Abend der Trunkenheitsfahrt. Man trank zuerst immer 2,3 oder 4 Bier á 0,3l um in den Abend „zu starten“. Anschließend wurde dann auf hochprozentigen Alkohol „umgestiegen“. Welcher das war, war quasi periodenabhängig. Es gab Zeiten, da trank man Wodka, pur oder auch als Longdrink in Form von Wodka-Energy oder anderen alkoholfreien Getränken. Es gab aber genauso gut Phasen in denen man Whiskey-Cola oder Weinbrand-Cola getrunken hat. Ich kann mich auch an Zeiten erinnern, da wurde Wodka pur mit Brausepulver getrunken.

11. Wo und mit wem haben Sie überwiegend getrunken?

Man trank meistens bei Freunden zu Hause, bevor man dann abends weggegangen ist. Der Freundeskreis war immer der gleiche. Man kannte sich vom Fußball.

12. Warum haben Sie getrunken?
(Innere + äußere Motive; Anmerkung: o.g. Link "psychologisches Gespräch" lesen)

Es war definitiv so, dass ich am Anfang also nach der besagten Fußball-Fahrt mit 16 Jahren von dem Rauschgefühl fasziniert war. Ich hatte mich im Verhältnis zu anderen, die ich vom Fußball kannte, lange gar nicht mit Alkohol beschäftigt. Ich war in diesem Bezug (immer im Vergleich zu dem Freundeskreis) eigentlich ein Spätstarter. Andere hatten ihre ersten Erfahrungen schon mit 13 oder 14 Jahren. Nach und nach entwickelte sich diese Faszination vom berauschten zu einer Gewohnheit. Irgendwie gehörte es zu unserem Freundeskreis dazu. Ich für mich habe mich ja nun wirklich eine Ewigkeit damit beschäftigt, warum es dazu kam, dass ich so einen problematischen Umgang mit Alkohol hatte. Eventuell fehlte mir in der Erziehung doch der Vater (meine Mutter und mein leiblicher Vater hatten sich getrennt, als ich 3 oder 4 Jahre alt war). Zu meinem Steifvater hatte ich kein gutes Verhältnis. Vielleicht war ich deswegen auch froh dann am Wochenende nicht zu Hause zu sein. Ein weiterer möglicher Grund ist, dass ich lange daran glaubte erfolgreich im Fußball zu werden, das Talent dafür hatte ich, denke ich zumindest, nur nicht den Willen. Ich hatte mich ja wie gesagt im Vergleich zu anderen in meinem Freundeskreis auch lange gegen den Alkohol gewehrt, und als ich dann merkte, dass es mit Profifußball nichts wird habe ich mir im Innern vielleicht gesagt, „na wenn es da sowieso nichts wird, dann genieße dein Leben halt“. Möglich ist auch, dass meine Persönlichkeit zu dem Zeitpunkt Konflikten aus dem Weg gehen wollte und ich daher beispielsweise nicht nein sagen konnte. Das war damals nicht nur in Bezug auf Alkohol ein Problem, sondern zog sich teilweise auch durch andere Bereiche. Ich hatte beispielsweise einen Studentenjob in dem es immer wieder zu Situationen kam, in denen ich mich Nachhinein geärgert habe, dass ich nicht „ nein“ gesagt habe. Und was ich glaube, was ein sehr gewichtiger Grund war, war die Tatsache, dass ich irgendwann in dieser Schublade steckte, der dicke lustige betrunkene zu sein. In dieser Rolle fühlte ich mich dann wahrscheinlich ganz wohl. Bevor ich gar keine Identität hatte, hatte ich zumindest diese Rolle inne. Welcher Grund es nun wirklich war, kann ich abschließend jedoch nicht genau sagen. Vielleicht war es von jedem etwas

13. Welche Wirkung haben Sie in der Vergangenheit nach Alkoholgenuss bei sich beobachtet?
(bei wenig und bei viel Alkohol)

In den Hoch-Zeiten hatte nach den Abenden keinerlei Auswirkung gehabt, wenn man das jetzt auf die Leistungsfähigkeit am nächsten Morgen bezieht. Das Wort „Kater“ war eigentlich ein Fremdwort, soetwas kannte ich gar nicht. Heute ist es so, dass wenn ich am Abend drei Bier getrunken habe, morgens wirklich schwer in die Gänge komme. Weiterhin habe ich damals innerhalb kürzester bestimmt 20 Kilo zugenommen. Da war sicherlich nicht nur der Alkohol ein Grund, aber hat diese Gewichtszunahme mit Sicherheit unterstüzt.

14. Gab es kritische Hinweise Anderer auf Ihren Alkoholkonsum und wie haben Sie darauf reagiert?

Im Freundeskreis gab es das logischerweise nicht, da alle im Prinzip das gleiche Problem hatten. Von Seiten meiner Mutter gab es da natürlich immer wieder Hinweise, dass der Alkoholkonsum problematisch sei. Aber das volle Ausmaß hatte Sie glaube ich auch gar nicht mitbekommen, da ich am Wochenende ja kaum zu Hause war und in der Woche, gar keinen Alkohol trank. Außerdem, so merke ich das zumindest heute, in diesen Punkten entgegenzuwirken. Meine Schwester konsumiert Cannabis, wieviel und wie oft kann ich nicht sagen, aber in Gesprächen mit meiner Mutter merke ich, dass Sie vollkommen hilflos ist und meine Schwester daher sich selbst überlässt. Von daher denke ich, dass meine Mutter mir gegenüber damals genauso war.

15. Welche Auswirkungen und Folgen hatte Ihr Alkoholkonsum auf Ihr Leben und Ihr Umfeld?
Wie gesagt, leistungstechnisch war ich fußballerisch weit von dem entfernt, was ich zu leisten im Stande war. Auch wenn ich schon vor dem problematischen Umgang mit Alkohol merkte, dass der Profi-Fußball ein nicht erreichbares Ziel bleibt, so hätte es zumindest dafür gereicht, das Studium damit zu finanzieren. Schulisch machte ich auch nicht mehr als nötig, eine gewisse Trägheit in diesem Bereich war auch zu erkennen. Und auch die Aufnahme des Studiums erwies sich nicht unbedingt als förderlich. Zu schaffen war es mit der Lebenseinstellung sowieso nicht und so habe ich das auch abgebrochen.


16. Gab es in Ihrem bisherigen Leben frühere Zeiten, in denen sie weit mehr Alkohol als heute getrunken haben?
Wenn ja, nennen sie bitte die Lebensabschnitte und mögliche Ursachen und Umstände dafür.

Ja, wie bereits beschrieben, steigerte sich das Alles beginnend im Alter von 16 Jahren bis etwa 23 Jahren. Gründe und Umstände habe, denke ich zumindest, bereits ausführlich geschildert

17. Haben sie jemals die Kontrolle über ihre Trinkmenge verloren und bis zur Volltrunkenheit Alkohol konsumiert?

Ja, das kam immer wieder vor.

18. Haben Sie früher schon einmal oder öfter über einen längeren Zeitraum bewusst und mit Absicht völlig auf den Genuss von Alkohol verzichtet?

Ich weiß nicht, was ein längerer Zeitraum ist. Aber es gab dann immer mal Zeiten, in denen ich mich bewusst aus dem Freundeskreis gezogen habe, um den Alkoholkonsum zu vermeiden. Richtig erinnern kann ich mich beispielsweise zu der WM 2006 in Deutschland. Trotzdem ich immer gerne mit meinen Freunden zusammen saß und getrunken habe, konnte ich eines überhaupt nicht leiden und das war Fußball gucken und Alkohol trinken. Das passte für mich nicht zusammen, weil ich das Spiel immer nicht nur einfach gucken will, sondern auch ständig für mich das Spiel analysiere. (das hört sich wahrscheinlich ein wenig bekloppt an, aber so ist es). Und das kann ich nicht, wenn meine Sinne benebelt sind. Deswegen habe ich mich damals bewusst 4-6 Wochen aus der Gruppe rausgehalten.
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  #4  
Alt 13.09.2012, 12:17
Keckofant Keckofant ist offline
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19. In welcher Kategorie von Trinker haben sie sich früher gesehen und wie stufen Sie sich heute rückblickend ein?
(mit Begründung)

Für mich war das damals alles nicht problematisch. Ich war aus der Sicht damals ja kein Alkoholiker, der es physisch und psychisch braucht Alkohol zu konsumieren. Zudem haben es ja auch alle in meinem Umkreis gemacht. Ich kannte es also nicht anders und es war somit normal. Diejenigen, die nicht in unserem Freundeskreis waren und die dann vielleicht nichts getrunken hatten, das waren diejenigen, die nicht normal waren. Als ich bereits 2-3 Jahre im Männerbereich Fußball gespielt habe, kamen jüngere in den Männerbereich, die tranken überhaupt keinen Alkohol, die waren mit 19-20 Jahren noch so wie ich es mit 15 oder 16 Jahren war. Denen war bewusst, dass Alkohol sowohl sporttechnisch als auch in allen anderen Bereichen schadet. Für uns waren die damals sehr seltsam. So nenne ich es mal. Heute sehe ich das natürlich anders. Ich weiß, das der Alkohol mir vieles kaputt gemacht hat und vor Allem meine negativen Eigenschaften wie Bequemlichkeit und fehlendes Durchsetzungsvermögen noch gefördert hat. Ich hatte definitiv ein Alkoholproblem, nicht in Form einer Abhängigkeit, sondern in Form einer Nicht-Kontrolle.

Heute und in Zukunft

20. Trinken Sie heute Alkohol? Wenn ja, was, wie viel und wie oft?
(Genaue Angaben in Sorte, Menge, Häufigkeit)

Ja, ich trinke gelegentlich Alkohol. Ich führe auch seit Mitte 2010 einen Trinkkalender.

21. Wann haben Sie zuletzt Alkohol getrunken?

Zuletzt habe ich laut meinem Buch am 31.08.2012 Alkohol getrunken. Sehen Sie herizu auch meine Aufzeichnungen.

22. Trinken sie gelegentlich alkoholfreies Bier?

Ja, allerdings nur in Form von Radler.

23. Warum trinken Sie heute Alkohol/keinen Alkohol?

Ich trinke heute keinen Alkohol mehr, weil es Alkohol ist, sondern weil Alkohol beispielweise in einem Bier enthalten ist und ich gerne Bier trinke. Genauso verhält es sich bei Osborne-Cola. Ein alkohofreies Bier, welches mir schmeckt habe ich bisher nicht gefunden. Im Übrigen auch eine Veränderung die ich erlebt habe. Früher hat für mich jedes Bier gleich geschmeckt. Heute erkenne ich deutliche Unterschiede. Alle anderen Getränke in denen Alkohol enthalten ist, trinke ich alleine aus dem Grund nicht, weil Sie mir nicht schmecken und ich auch kein Bedürfnis nach Rauschgefühl verspüre. Genauso stecke ich nicht mehr in dieser Schublade, die mich in die Rolle des auf Partys ständig betrunkenen drängte. Vielmehr genieße ich es auf Partys verwunderte Bemerkungen von Personen zu bekommen, die man lange nicht gesehen hat (beispielsweise aus der Schulzeit), dass ich morgens um 5 Uhr am Ende einer Party gar nicht betrunken bin. Eine Ausnahme mache ich bei den Getränken, die mir nicht schmecken und das ist das obligatorische Anstoßen mit Sekt, Prosecco oder Champagner zu besonderen anlässen.

24. Warum haben Sie das Trinken reduziert bzw. aufgegeben und warum nicht schon eher?

Knackpunkt war dann letztendlich das Kennenlernen meiner Freundin. Wie bereits geschrieben, nahm die Häufigkeit des Trinkens recht schnell ab, jedoch hatte ich zunächst weiterhin keine Kontrolle, wenn ich auf Feiern getrunken hatte. Ich konnte nicht in einen Abend gehen und sagen naja ich trinke heute mal 2 Bier und dann wars das auch. Die Mengen blieben zunächst die gleichen. Die Änderung der Häufigkeit, hätte ich zunächst ohne das Kennenlernen der Freundin vermutlich nicht geschafft und weiß auch nicht, wann ein Umdenken stattgefunden hätte. Aber nicht nur die Häufigkeit war Ihr ein Dorn im Auge, sondern auch die Trinkmengen. Was bei der Häufigkeit eigentlich automatisch geschah, ohne irgendwelche Umstellungsprobleme, war es bei der Trinkmenge dann doch etwas komplizierter. Die Eigenschaften des fehlenden Durchsetzungsvermögen und der Bereitschaft auch mal nein zu sagen, ließen es immer wieder scheitern auf Dauer die Trinkmenge unter Kontrolle zu halten. Dadurch war dann auch die Beziehung immer wieder in Gefahr. Weiterhin machte mir auch über meine beruflichen Perspektiven Gedanken. Das Studium hatte ich bereits Mitte 2008 abgebrochen und mich dafür entschieden eine Ausbildung zu beginnen. Dort waren die Leistungen zunächst ganz gut, was aber vor Allen Dingen daran lag, dass ich ein, wenn auch sehr begrenztes, Vorwissen aus dem Studium hatte. Nach und nach wurden die Leistungen aber auch hier schlechter. Und ich machte mir Gedanken, woran es denn noch liegen konnte. Mittlerweile war es dann so, dass wenn ich Freitags in den Mengen getrunken habe, wie ich es nunmal machte, das ganze Wochenende „im Arsch“ war und am Lernen Wochenende dann flach fiel. Hier musste also auch eine Änderung her.

25. Wie haben Sie die Änderung Ihres Trinkverhaltens erreicht und dabei die Umstellungsphase erlebt?

Wie gesagt die Häufigkeit war kein Problem. Ich hatte also auch keine Entzugserscheinungen oder dergleichen. Die Trinkmengen waren das Problem.

26. Wie wirkt sich Ihr geändertes Verhalten auf Sie, Ihr Leben und Ihr Umfeld aus?

Ich bin definitv leistungsfähiger. Ich kann lange im Büro arbeiten (Vollzeit) und trotzdem nebenbei noch studieren. Vor 2-3 Jahren war das noch undenkbar. Da habe ich es nicht mal geschafft nur zu studieren. Ein weiterer netter Nebeneffekt ist, dass ich auch viel lieber Sport mache und dadurch auch wieder 10-15 Kilo abgenommen habe.

27. Wie stellen Sie sicher, dass Ihr neues Verhalten dauerhaft stabil bleibt?

Kontrolliertes Trinken siehe Kalender.

28. Können Sie sich vorstellen, jemals wieder in Ihre alten Gewohnheiten zurückzufallen?
(Ja/Nein + Begründung)

Ich habe keine Glaskugel in der ich die Zukunft sehe und es kann immer Dinge geben, die einen aus der Bahn werfen. Allerdings hatte ich eigentlich ja nie das Problem, dass ich aus emotionalen Gründen getrunken habe, daher würde ich einen Schicksalsschlag als Grund auch 99,9% ausschließen. Bleiben 0,1%. Alles andere kann ich ausschließen, weil es mir auch absolut nicht fehlt.

29. Wie wollen sie in Zukunft das Trinken vom Fahren trennen?

Wie bereits geschrieben, hatte ich das früher bereits getrennt. Lediglich das nicht unter Kontrolle haben des Alkohols führte an dem Tatabend dazu, dass ich in das Auto gestiegen bin. Ich würde auch heute noch mein Auto zu Hause stehen lassen, wenn ich weiß, dass ich auch nur ein Bier trinken würde und anschließend noch Auto fahren muss bzw. würde kein Bier trinken, wenn ich weiß das ich mit Auto unterwegs bin und es auch noch am selben Abend bewegen müsste.

30. Haben Sie zum Abschluss noch etwas hinzuzufügen?

Ich denke, dass ich nichts mehr anfügen möchte



So das war es. Das erste Gutachten, werde ich bei Gelegenheit mal anhängen!

Nochmals Danke!
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  #5  
Alt 13.09.2012, 13:24
Smily Smily ist offline
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Hallo Keckofant
Ich kann verstehen, dass du damals dazu gehören wolltest. Ich kenne das von meinem Sohn. Der Unterschied ist nur, dass er nach einem halben Jahr erkannt hat, wie sinnlos und unschön diese „Ich bin mit meinen Kumpel zusammen um zu saufen“ ist. Er hat sich dann schnell andere Freunde gesucht.
Du hast das aber anscheinend über Jahre durchgezogen. Das solltest Du noch ein wenig aufarbeitet, warum das so war. Du hast ja sicher auch noch anderen Menschen gekannt, die nicht an jedem Wochenende getrunken haben. Was hast Du denn von denen gehalten? Ist dir damals nie in den Sinn gekommen zu viel zu trinken?
Du gibst äußere Beweggründe an, warum du nicht mehr so viel trinkst. Auch das du noch Sekt u.ä. gegen deinen Geschmack trinkst, empfinde ich als problematisch. Das zeigt mir, dass du dir der Gefahr noch nicht bewusst bist, das du evtl. auch mehr trinken würdest, wenn man dieses von dir erwartet.

Deine innere Überzeugung so zu trinken, wie du jetzt trinkst, sollte noch verdeutlicht werden.
_______
Nur diese eine TF spricht gegen die Statistik
_________
Zitat:
Zitat von Keckofant Beitrag anzeigen
Ich würde auch heute noch mein Auto zu Hause stehen lassen, wenn ich weiß, dass ich auch nur ein Bier trinken würde und anschließend noch Auto fahren muss bzw. würde kein Bier trinken, wenn ich weiß das ich mit Auto unterwegs bin und es auch noch am selben Abend bewegen müsste.
Würde, könnte, nur vielleicht sind Wörter die man in Zusammenhang mit der MPU vermeiden sollte.

Ich finde der obige Satz hört sich so besser an:
„Ich lasse heute mein Auto zu Hause stehen, wenn ich ein Bier trinken will und wenn ich mit dem Auto unterwegs bin, trinke ich kein Bier.

Smily
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  #6  
Alt 13.09.2012, 13:56
Keckofant Keckofant ist offline
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Zitat:
Zitat von Smily Beitrag anzeigen
Du gibst äußere Beweggründe an, warum du nicht mehr so viel trinkst. Auch das du noch Sekt u.ä. gegen deinen Geschmack trinkst, empfinde ich als problematisch. Das zeigt mir, dass du dir der Gefahr noch nicht bewusst bist, das du evtl. auch mehr trinken würdest, wenn man dieses von dir erwartet.Smily
Das mag gut sein, dass das in Augen eines Gutachters darauf schließen lässt. Ich sehe es aber ehrlich gesagt nicht ein, warum das so sein soll. Sicher habe ich eine Vorgeschichte. Aber es gibt so viele Menschen, die, obwohl Sie eigentlich gar keinen Alkohol trinken, Sekt u.ä. zum Anstoßen trinken. Zu feierlichen Anlässen wie Hochzeit, Silvester, runde Geburtstage o.ä. ist das meiner Meinung nach legitim. Und ich finde es einfach eine feierliche Zeremonie und werde mir das auch nicht nehmen lassen. Ob ich dieses Detail dann in der MPU dann sagen sollte, ist die andere Sache. Allerdings finde ich es fast noch verwerflicher, dass die Gesellschaft es erfordert in solchen Situationen zu lügen. Aber wenn es das erfordert, dann ist das halt so.

Zitat:
Zitat von Smily Beitrag anzeigen
Nur diese eine TF spricht gegen die Statistik
auch das ist mir bewusst, aber soll ich jetzt in der MPU erzählen, dass ich schon 100 mal betrunken gefahren bin, auch wenn es nicht stimmt. Das ist doch Blödsinn oder?

Zitat:
Zitat von Smily Beitrag anzeigen
Würde, könnte, nur vielleicht sind Wörter die man in Zusammenhang mit der MPU vermeiden sollte.

Ich finde der obige Satz hört sich so besser an:
„Ich lasse heute mein Auto zu Hause stehen, wenn ich ein Bier trinken will und wenn ich mit dem Auto unterwegs bin, trinke ich kein Bier.
Diesen Tipp nehme ich gerne an.

Vielen Dank für Dein Feedback!
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  #7  
Alt 13.09.2012, 19:44
Smily Smily ist offline
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Zitat:
Zitat von Keckofant Beitrag anzeigen
Und ich finde es einfach eine feierliche Zeremonie und werde mir das auch nicht nehmen lassen.
Die feierliche Zerenomie bleibt mit Orangensaft genauso feierlich.

Smily
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  #8  
Alt 13.09.2012, 20:01
Peter1962 Peter1962 ist offline
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Zitat:
Ob ich dieses Detail dann in der MPU dann sagen sollte, ist die andere Sache. Allerdings finde ich es fast noch verwerflicher, dass die Gesellschaft es erfordert in solchen Situationen zu lügen. Aber wenn es das erfordert, dann ist das halt so.
Die Gesellschaft verlangt überhaupt nichts von Dir, schon gar nicht lügen.
Ohne FE gibt es auch ein Leben und das bleibt Dir immer offen.

Es gibt Leute, die haben überhaupt keine Hemmungen zu lügen, sie geben in der Steuererklärung zum Beispiel an, jeden Tag mit dem Auto zur Arbeit zu fahren, obwohl sie Fahrgemeinschaften bilden, oder sagen dem Knöllchenverteiler, dass sie ja gar nicht lange parkten, sondern nur mal kurz..., viele schummeln schon in der Schule und erzählen dem Lehrer, dass sie die abgeschrieben Hausaufgaben allein gemacht haben etc..

Das war jetzt off Topic aber es war mir spontan danach, meine Freude auszudrücken, so grundehrliche Menschen wie Dich kennenzulernen. Ich denke mit dieser Einstellung wirst Du auch die MPU packen.
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  #9  
Alt 13.09.2012, 21:20
Keckofant Keckofant ist offline
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Zitat:
Zitat von Smily Beitrag anzeigen
Die feierliche Zerenomie bleibt mit Orangensaft genauso feierlich.

Smily
Gut, das kann man natürlich so sehen. Für mich gehört es dazu und ich werde das auch nicht ändern. Mein Trinkverhalten der letzte 2 Jahre zeigt, dass ich durch die 2–3 Gläser Sekt oder ähnliches im Jahr nicht in alte Muster zurückfalle.
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  #10  
Alt 13.09.2012, 22:37
Smily Smily ist offline
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Hallo Keckofant,
Es tut mir leid, aber aus deinem Thread geht nicht so richtig hervor, warum Du nur noch wenig Alk trinkst. Auch wenn dein Trinkkalender jetzt nicht dabei liegt, gehe ich davon aus, das dein Alk-konsum nicht sehr hoch ist.
Zitat:
Zitat von Keckofant Beitrag anzeigen
23. Warum trinken Sie heute Alkohol/keinen Alkohol?

Ich trinke heute keinen Alkohol mehr,
falsch – Du trinkt noch Alkohol
Zitat:
weil es Alkohol ist, sondern weil Alkohol beispielweise in einem Bier enthalten ist
ist auch in vielen Cocktails enthalten
Zitat:
und ich gerne Bier trinke.
Hast schon mal Cocktails probiert, schmecken sehr gut – auch die alkoholfreien
Zitat:
Ein alkoholfreies Bier, welches mir schmeckt habe ich bisher nicht gefunden.
Würdest Du sonst alkoholfreies Bier trinken? Wenn es Dir nur um den Geschmack geht, es gibt viele alkoholfreie Getränke, die schmecken. Oder geht es dir beim Bier doch eher um den Alkohol.
Zitat:
Früher hat für mich jedes Bier gleich geschmeckt. Heute erkenne ich deutliche Unterschiede.
Hast schon alle durchprobiert?
Zitat:
Alle anderen Getränke in denen Alkohol enthalten ist, trinke ich alleine aus dem Grund nicht, weil Sie mir nicht schmecken
Findest bestimmt noch andere alkoholische Getränke, die dir schmecken und dann kannst Du richtig wieder loslegen.
Zitat:
ich auch kein Bedürfnis nach Rauschgefühl verspüre
Warum hat du dieses Bedürfnis nicht mehr? Früher warst du doch
Zitat:
von dem Rauschgefühl fasziniert
Zitat:
Genauso stecke ich nicht mehr in dieser Schublade, die mich in die Rolle des auf Partys ständig betrunkenen drängte.
In welcher Schublade steckst Du denn jetzt?
Zitat:
Vielmehr genieße ich es auf Partys verwunderte Bemerkungen von Personen zu bekommen, die man lange nicht gesehen hat (beispielsweise aus der Schulzeit), dass ich morgens um 5 Uhr am Ende einer Party gar nicht betrunken bin.
Sind diese dann betrunken?

Ich habe bewusst provozierend geantwortet. Denn hier sollten mehr deine inneren Motive stehen, warum Du es nicht mehr gut findest, berauscht zu sein, sondern es besser findest, mit klarem Kopf deine Umwelt zu genießen.

Das gleiche gilt für Punkt 24.
Hier solltest Du die Reduzierung der Trinkmenge auch nicht nur an äußeren Umständen festmachen, sondern deine eigene Einsicht darstellen, warum es keinesfalls bei der alten Trinkmenge bleiben durfte. Denn Du hast in jungen Jahren echt zu viel getrunken.

Vermeide auch jede Verharmlosung:
Zitat:
Wie gesagt die Häufigkeit war kein Problem. Ich hatte also auch keine Entzugserscheinungen oder dergleichen. Die Trinkmengen waren das Problem.
Ich will dir nicht zu nahe treten. Aber die Aufarbeitung ist hier schon sehr wichtig. Du musst den Gutachter überzeugen, dass du dich positiv geändert hast. Wie du in vielen Beispielen hier im Forum lesen kannst ist es nicht damit getan, einfach nur weniger zu trinken.

Ich wünsche dir für die Zukunft alles Gute
Smily
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