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  #1  
Alt 25.01.2018, 10:28
ARTUS ARTUS ist offline
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Standard TF + Unfall = 1,7 Promille - was nun?

Hallo,
Ich möchte mich kurz vorstellen:
Bin ARTUS 55 Jahre alt und habe Migrationshintergrund, obwohl ich lebe seit 30 Jahren in Deutschland mein deutsch ist nicht so gut wie euren. Deswegen ich will mich entschuldigen für etwaige Rechtsschreibfehler, Grammatik und etwas eingeschränkter Wortschatz.
Zur Sache:
Am 3.12.2017 gegen Mitternacht habe auf der BAB ein Unfall verursacht.
Ich war auf dem nachhause Weg nach einem Weihnachtsfeier.
Die Autobahn, schnurgerade, um diese Uhrzeit war nahezu leer, nur wenige Fahrzeuge waren unterwegs. Ich befuhr die linke Spur, weil auf der rechter waren 2 Autos die ich überholen wollte. Als ich, auf der Höhe des zweiten Fahrzeug sich befand, der setzte zum überholen des vorausfahrendes Autos.... Beide Fahrzeuge haben sich berührt ... haben wir auf dem Standstreifen angehalten.
Einer der Insassen kam auf mich zu (vermutlich der Fahrer) und fing an sich zu entschuldigen, "tote Winkel", hat mich übersehen, sind aus einer Feier unterwegs bla, bla, bla. hat gefragt ob ich OK bin, nichts passiert (Gott sei dank), dann kam noch eine Frau dazu (es war ein VW Bus mit insgesamt 7 Personen), Hat uns zugehört, und auf einmal sagte Sie zu dem Kerl - "Hier auf sich zu rechtfertigen! Der hat doch Fahne! Ruf die Bullen an!"
Dann hat sie noch weitere Insassen informiert... kamen 2 "Bären" 1,90 gross die haben mich aus dem Wagen rausgezerrt, vor die Leitplanke gedrückt und festgehalten, ich dürfte nicht mal den Schaden ansehen. So musste ich stehen bis erstmal Rettungswagen kam (ich habe nicht angerufen) und dann die Polizei. Es hat ca. 45min (laut Protokoll) gedauert. Beim pusten 1,37 ...
Der Beamte sagte, dass ich muss auf die Wache. Das Auto bleibt hier (es wird ADAC oder andere Möglichkeit gesucht) und ich komme nach Hause mit dem Taxi. Ich selbst konnte niemandem anrufen, weil ich kein Handy dabei gehabt habe.
Um 02.10 Blutentnahme (laut Protokoll) 1,7
Vorgeschichte :
Wie jedes Jahr, vor dem 1-en Advent, habe ich und meine Frau, auf Einladung, unserer Freunde besuchen wollten. Weihnachtsfeier halt seit min. 15 Jahren, wie immer vor dem 1-en Advent...
An dem Tag, bei uns Zuhause war ein anderen Freund (Handwerker) um mit meiner Frau zu besprechen, wie das Badezimmer und Gästetoilette neu gestallten werden kann. Anschließend wollten die beiden im Baumarkt sich umsehen.
Ich wollte(sollte) alleine hinfahren, weil noch vor dem Feiern sollte ich sein alten Flipper wieder "gangbar" machen. Wir haben uns so abgesprochen, ich fahre allein, und der Kumpel (Handwerker, er wohnt auch da in der Nähe) bringt meine Frau vorbei. Nach dem Feier fährt meine Frau mit mir zurück.
So war der Plan (in der Vergangenheit schon paar mal vorgekommen). Es war kein Problem.
Nach dem der Flipper wieder lief, haben wir paar Runden gespielt und 2 Bier dabei getrunken. Weiter ging in ein anderes Haus, wo wir Feiern wollten.
Jetzt kommt - die Mutter meines Freundes ist pflegebedürftig und seine Lebensgefährtin wollte sich mit meiner Frau unterhalten über Vorgehensweise, Rat holen (meine Frau hat viele Jahre in der Krankenpflege gearbeitet) und ist geblieben. Der Schlüssel von meinem Wagen habe ich da gelassen, wenn die beide fertig sind, sollten sie später dazu stoßen.
Wir (Männer) haben schon angefangen zu essen, es gab eine "Monster" Gans, Klösse, etwa 1m20 lange Tunfisch und viel mehr...
Ich habe wirklich fürstlich gegessen. Wir waren 3 Mann und der 4-te war noch unterwegs. 2 weitere Mädels haben uns bewirtet. Zum trinken gab es englisches Bier - 2 Party Fässer - ich denke a`5 Liter (habe nur aus der Ferne, durch die Küchentür gesehen) Als nach ca. 2 Stunden, meine Frau immer noch nicht da war, habe mich sorgen gemacht - anrufen konnte ich nicht, weil kein Handy dabei. Der Freund hat mich beruhigt und sagte dass die beide bestimmt quatschen noch über die Pflegeprobleme bei der Mutter.
Nach einer Weile kam seine Lebensgefährtin zurück und hat mir mitgeteilt, dass meine Frau, im Baumarkt, hat ein Anruf gekriegt (aus der Klinik, wo sie arbeitet) und die Stationsschwester sagte, dass eine andere hat sich krank gemeldet und meine Frau muss einspringen (Nachtschicht). Ich war telefonisch nicht erreichbar...
Außerdem hat sie noch gesagt, dass der Hund hat Durchfall, die Heizung ist wieder ausgefallen und um 7 uhr 30 morgen liefert die Schwiegertochter die kleine ab, weil sie mit meinem Sohn verreisen (das war abgesprochen). Seh zu, dass du sofort nach Hause kommst! Sie war natürlich stinksauer, dass sie nicht dabei sein dürfte. Dass Essen, der Karaoke Abend
So - jetzt zu mir - mit dem Horrorbilder vor Augen - die Wohnung voll geschissen, ausgekühlt, die Schwiegertochter, um halb acht, schellt wie Irre vor der Tür, meine Frau, nach der Nachtschicht vielleicht gerade eingeschlafen... beschloss ich nach Hause zu fahren.
Ich muss zugeben, dass zu diesem Zeitpunkt, habe Alkoholwirkung nicht, bzw. nicht wirklich gespurt... dann, wie schon beschrieben - Unfall.
Das Alkohol hat erst gewirkt, als ich da vor der Leitplanke 3/4 Stunde gestanden habe. Und erst recht als ich im Polizeiauto gesessen habe. Es war unheimlich heiß im Auto. Ich rang nach Luft, leider die Scheibe konnte man nicht runterlassen. Mir war schlagartig schwindlig, was auf der Wache passiert ist, weiss ich leider nicht mehr.....
Als ich wieder zu sich gekommen bin, lag ich auf dem Sofa im Gästezimmer. Vor dem Sofa erbrochenes ....Im Kopf 1000 Hämmerchen.... Am Unterarm grosser Bluterguss (nach Blutentnahme). Hab meine Gedanken zusammengefast - ab dem Zeitpunkt als ich ins Polizeiauto eingestiegen bin, weis nichts mehr....keine Ahnung, wie ich nach Hause gekommen bin, keine Ahnung, wer mein Auto vor`s Haus gestellt hat...
Gegen Mittag habe beim Freund angerufen, was war Gestern los. Abgenommen hat seine Lebensgefährtin und sagte dass der Jörg schläft noch als ich weggefahren bin sassen sie noch ca 1 Stunde und der Jörg ist aufgestanden von Tisch und ist umgefallen auf`s Bett.
3-4 Stunden später habe nochmal angerufen, er war wieder wach... im ging ähnlich schlecht wie mir. sagte dass das Bier war englische Sorte Strong Beer mit 8 oder 9%
Natürlich, hat auch meine Frau dort angerufen, die Freundschaft wurde beinahe gekundigt... aber die Dagmar hat geschworen, als sie zurückkam, dass wir alle hatten keine Anzeichen, Ausfallerscheinungen o.ä. Sonst hätte sie mich nicht raus gelassen! Mittlerweile ist alles wieder gut zwischen dem beiden...
Am Montag bin zum Hausarzt gegangen, es ging mir immer noch nicht ganz gut. Ich habe ihm erzählt, was vorgefallen ist und er meint, dass durch das viel und fett essen ist die Alkoholabsorbtion stark gehemmt in der Anfangsphase. Möglicherweise, als ich losgefahren bin war ich unter 1 Promille, aber, als das Alkohol sich "durchgefressen" hat, kam die schlagkräftige Wirkung, so zu sagen auf ein Schlag.
So, das war`s in kurze. Was kommt auf mich zu? Bin Alkoholiker? Muss SHG besuchen? Für sachliche Hinweise bin dankbar.
P.S.
Sorry für meine Schreibfehler - Falls was unverständlich, bitte fragen.
Artus
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  #2  
Alt 25.01.2018, 12:52
Kai R. Kai R. ist offline
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Hallo und willkommen hier,

danke für Deine ausführliche Schilderung. Für die Beurteilung des Strafmaßes wird die sich ziemlich verkürzen. Fest steht, dass Du mit 1,7%o fahrlässig alkoholisiert Auto gefahren bist. Vermutlich wird man Dir zusätzlich vorwerfen, für den Unfall verantwortlich zu sein, was das Strafmaß aber nur gering erhöht.

Rechne mit 12-15 Monaten ohne Fahrerlaubnis und einer Geldstrafe von 1,5 Monatsgehältern. Vor Neuerteilung wirst Du eine MPU ablegen müssen.

Einstweilen musst Du nur auf den Strafbefehl warten. Du solltest aber auch zeitnah mit der MPU-Vorbereitung anfangen und Deinen Alkoholkonsum hinterfragen. Niemand stempelt Dich zum Alkoholiker, aber gut im Training musst Du schon gewesen sein. Das gilt es zu ändern.

Zivilrechtlich wird Deine Versicherung für den Schaden eintreten, wenn man Dir eine Haftung für den Unfall nachweist. Sie ist aber auch für die Abwehr unberechtigter Forderungen zuständig, d.h. wenn der Andere bei seiner Darstellung des unvorsichtigen Fahrspurwechsels bleibt, kann das gut für Dich ausgehen. Wenn Deine Versicherung zahlt, wird sie Dich mit max. 5.000.- € in Regress nehmen. Eine evtl. Vollkaskoversicherung wäre leistungsfrei.
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  #3  
Alt 26.01.2018, 13:14
MrsBird MrsBird ist offline
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Hallo,

für die Blutalkoholkonzentration ist es unerheblich, ob, was und wieviel Du gegessen hast.

Allenfalls bei leerem Magen spürt man den Alkohol umso schneller, was aber bei Dir nicht der Fall war und auch, wie gesagt, keinen Einfluss auf die BAK hat.

Es kommt darauf an, wann Du mit dem Trinken begonnen hast, wie schnell Du getrunken hast und wann Du aufgehört hast.

Sicherlich ist eine gewisse Alkoholtoleranz bei Dir vorhanden, die massiven Ausfallerscheinungen und das Übergeben sprechen aber nicht für eine besonders hohe - Was in dem Fall für Dich positiv ist.

Ich hatte 1,62 (und bin ne Frau und damals 20 Jahre jünger als Du) aber ich war noch relativ "normal", kein Unfall, kein Übergeben, "nur" auffällig durch ein paar Schlangenlinien. Habe mich zwar betrunken fühlt aber nicht völlig fahruntüchtig.

Am Besten, Du schaust Dich hier ein bisschen um, liest Dich ein, sicherlich wird Dir auch jemand noch den Link für die Fragebögen posten ;-)

Über die Fragen nachzudenken, macht bereits einiges klarer.

Ruhe bewahren, das wird schon.

Alles Gute
MrsBird
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  #4  
Alt 26.01.2018, 21:01
ARTUS ARTUS ist offline
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Danke für die erste Antworten.
12-15 Monate, ist das viel? Gibt es so was wie Strafkatalog, wo das geregelt ist?
Habe schon hier gelesen, dass der einer oder andere, mit 8 Monaten Sperre bestraft worden war....
Zu dem Promillewert - kann es sein, dass ich die A*******karte gezogen habe, hätte der Arzt z.B 1 Stunde das Blut früher abgezapft, hätte ich 0,1-0,2 Promille weniger?
Ich muss wirklich zugeben, vor der Fahrt und kurz nach dem Unfall hatte mich noch gut gefüllt, erst nach ca. 3/4 Stunde hat mich das Alkohol nach und nach, übergewältigt.
Der Schaden an dem gegnerischen Fahrzeug darf nicht zu hoch sein, an meinem Auto sind nur ein paar Schrammen (Bagatellschaden ca. 500-600€). Die Schadenhöche, nach 6 Wochen, liegt noch nicht vor. Die Versicherung hat mich, nach über 25 Jahren, ohne Schaden/Unfall, fristlos gefeuert. Habe Akteneinsicht durch RA beantragt.
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  #5  
Alt 26.01.2018, 21:49
Benutzerbild von Alana
Alana Alana ist offline
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Zitat:
Zitat von ARTUS Beitrag anzeigen
12-15 Monate, ist das viel? Gibt es so was wie Strafkatalog, wo das geregelt ist?
Habe schon hier gelesen, dass der einer oder andere, mit 8 Monaten Sperre bestraft worden war....
Ich teile da die Einschätzung von Kai R.
Sich mit Anderen zu vergleichen, bringt nicht viel und ist auch sinnlos. 8 Monate Sperre, das ist eher jemand, der irgendetwas über 1,1‰ hatte, bei höheren Werten wie bei Dir sind 12 Monate schon fast die Regel, und Du hast noch dazu auf der Autobahn einen Unfall gebaut. Die Strafe, wenn sie denn so ausfiele, geht schon in Ordnung.

Zitat:
Zu dem Promillewert - kann es sein, dass ich die A*******karte gezogen habe, hätte der Arzt z.B 1 Stunde das Blut früher abgezapft, hätte ich 0,1-0,2 Promille weniger?
Auch diese Diskussion führt Dich nicht weiter. Die Blutprobe war ungefähr 2 Stunden nach dem Unfall, da hat der Abbau längst begonnen, der Wert wäre früher eher höher gewesen. Daß die Atemprobe geringer war, kommt häufiger vor.

Zitat:
Ich muss wirklich zugeben, vor der Fahrt und kurz nach dem Unfall hatte mich noch gut gefüllt, erst nach ca. 3/4 Stunde hat mich das Alkohol nach und nach, übergewältigt.
Mach Dir nichts vor: all das, was dein Blut an Alkohol enthielt, hast Du auch vorher getrunken, auf alle Fälle viel zu viel um noch fahren zu können oder dürfen. Das war alles schon bei der Abfahrt drin in deinem Körper.
__________________
Liebe Grüße
Alana
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  #6  
Alt 02.02.2018, 01:42
ARTUS ARTUS ist offline
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Standard TF + Unfall = 1,7 Promille - was nun?

Hallo Community,
Stand der Dinge:
Der RA ist krank geworden - also, ich weiss es nicht was in der Akte steht. Voraussichtlich nach 2 Wochen ist er wieder da.
Inzwischen habe fast alle relevante Beiträge gelesen, so bis ca. 2015. Leider nichts passendes gefunden zu meiner Situation.
Bin schon ältere Semester ... Die meisten beschreiben irgendwelche Trennungsschmerze welche mit Alkohol wurden betäubt, Freundin fremd gegangen, der Tot, Krankheit eines Familienmitglieds, Job Verlust, Frust, Schuldenberg, Disco hinfahrt, Auto stehen lassen wollten, dann doch gefahren... u.s.w. o.ä.
Ich passe nicht ins Muster, außerdem, die Antworten von Fragebogen wirken irgendwie märchenhaft und ähnlich als ob einer von dem anderen abgeschrieben hat, Hauptsache beeindruckend. Nicht Authentisch halt... Vor allem - die Verarbeitung finde ich fragwürdig:
"ich habe mich von falschen Freunden getrennt" "Ich blicke optimistisch nur nach vorne" "Ich habe meine Probleme ausführlich mit ... besprochen" .... u.s.w. ja, ja Ich hab auch das Licht am Ende des Tunnels gesehen
Meine Situation:
Ich habe keine Probleme (mit und ohne Alkohol) und ich weiss nicht, was ich "verarbeiten" soll. Ich habe an dem Tag, einfach gesoffen und anschließlich Pech gehabt.
Bin über 30 Jahre verheiratet (immer noch die 1-ste Frau). 2 erwachsene Kinder. Mein Leben ist harmonisch ohne Hochen und Tiefen. Bin rund um zufrieden.
Ich habe vorgestern mit MPU Berater gesprochen (100% Erfolgsgarantie) - ich weiss - unseriös, aber hat nichts gekostet. Habe ihm mein Anliegen geschildert, und er meint, dass jemand, der mit 1,7 0/00 das Auto fahren kann muss ein Alkoholproblem haben!!! Kein GA wird, ohne Therapie, mir glauben schenken, da es sich um einmaliges Vorgehen handelt. Gleichzeitig vorgeschlagen 8-10 Sitzungen a 90€ + Haaranalyse + noch was, habe dankend abgelehnt.
Ich habe den Eindruck, dass dahinter steht einen Wirtschaftszweig und jeder will was vom Kuchen ab haben.
Natürlich, vertrage ich mehr als 2 Flaschen Bier, ohne aus dem Hocker zu fallen.
Habe auch gelesen, dass die 1,1 0/00 Grenze gilt für alle ausser Osteuropäer (Russen, Polen, Ukrainern). Natürlich Scherz
Nordamerikanische Indianer und Ostasiaten vertragen auch sehr, sehr wenig, weil die Völkergruppen haben irgendeiner Problem mit Enzymen die das Alkohol neutralisieren.
Meine Trinkhistorie auf das Jahr bezogen (und auf viele Jahre davor), sieht so aus:
Sylvester oder Neujahr Flasche Sekt mit 3 Personen,
dann keine Anlässe (keine Geburstage o.ä) dann Fastenzeit vor Ostern (Alkohol ist Tabu), wir sind gläubige, katholische und praktizierende Familie.
Der erste Anlass ist Gartensaisoneröffnung. Immer am 1 Mai. Ich bin im Festausschuss als Organisator. Trinke innerhalb ca. 10 Stunden 5-6 Biere.
Ich muss der Kopf klar haben, weil ich gewisse Verantwortung trage. Kasse, Ablauf u.v.m.
Nächste Anlass ist mein und meiner Frau Namenstag (wir feiern kein Geburtstag) das erste Wochenende/Samstag im Juli. Ich trinke nur Bier, Mädels trinken Sekt. Es wird reichlich gegessen, gegrillt und getrunken.
Nächste Anlass ist Sommer- bzw. Erntendankfest ende September in meinem Kleingartenverein. Die gleiche Situation, wie am 1 Mai.
Ende November machen wir aus der Firma, Weihnachtsfest. Meistens in gehobenen Restauration. Ich achte immer auf mein Bierdeckel, bzw. auf die Striche, 5-6 ist max. weil die Männer sind schlimmer als Frauen. Am Montag wird immer kommentiert, wie der einer oder andere sich benommen hat. Eitelkeit steht für mich ganz oben und innerhalb fast 30 Jahren, gab es nicht ein Grund, über mich schlecht zu reden.
Der Letzte Anlass ist meine TF - ganz oben beschrieben ....
Danach wieder alkoholfreie Monate bis 1 Mai.
Natürlich, zwischendurch, gibt es das Bier z.B. nach dem Rasen mähen (1 Paulaner), oder 4 x im Jahr besucht mich ein Freund aus dem Ausland. Er bringt 6-Träger, am Samstag Abend spielen wir Flipper, Dart oder basteln wir an E-Geräten. Manchmal trinke ich mit dem Handwerker 1 oder 2 Biere, jedoch kommt das nicht oft vor. So - das wäre alles.
Bin Säufer, alkoholgefährdet, brauche wirklich eine Therapie ?
Bin auch keiner, der um die Häuser zieht, keine Discos, kein Kneipengänger.
Ich hatte einfach Pech!
In der Vergangenheit bin schon mal mit Psychotherapeut konfrontiert worden. Mein Sohn war im Gymnasium oft gehänselt, beklaut und zusammengeschlagen. Er könnte sich nicht durchsetzen, hat gestottert und hat auch wenig Freunde. Dadurch die Leistung hat nachgelassen. Schulpsychologin hat vorgeschlagen ein paar Sitzungen bei Jugendpsychologin. Krankenkasse bezahlt. Nach einigen Wochen haben wir keine positive Veränderung gesehen...Irgendwann, die Psychotante wollte, dass wir (Eltern) auch in der Sitzung teilnehmen...
Grosser Gott !!!Der erste Eindruck zählt - Ding-dong, Tür auf, das steht eine barfuss (Nagelpilz), extrem ungepflegt... dachte erst - Haushaltshilfe, Putzfrau... nein... Diplompsychologin
Wir waren da 4-5 mal, mir hat es gereicht. Ich musste irgendwelche Gefühle in Form von Bilder ausdrucken, (meine Frau auch). Ich sagte - ich kann nicht malen/zeichnen, egal, Striche, zikzak Linie, absolut Schwachsinn. haben wir was gekritzelt, und gesagt - ja das ist die Freude, das ist der Zorn usw. nächste Woche hat sie uns noch mal mit dem Zeug konfrontiert.......
Sie stelle uns Fragen z.B. wie lange habe ich ins Bett uriniert, wann meine Frau die erste Periode bekommen hat. Ob der Junge hat vielleicht uns beim Sex beobachtet/gesehen.... Sie hat wohl selbst eine Therapie dringend gebraucht. Pseudotherapie wurde sofort abgebrochen, der Junge hat 3x die Woche und über 1 Jahr Kampfsport trainiert, Schule gewechselt..... danach keine Probleme mehr. Selbstbewusst, sehr gute Noten und keiner wollte mit ihm kräfte messen.
Also, bin ein wenig vorbelastet, was Psycho****** angeht.
Nicht zu viel auf einmal geschrieben? Nicht das da was untergeht....
Muss ich wirklich mich therapieren lassen ? Hab schon Angst
Habe ein Alkoholproblem ? Das sehe ich nicht so, und Ihr ?
Ich freue mich auf Eure Vorschläge, Hinweise, Fragen und sorry für meine Schreibweise bzw. Formfehler
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  #7  
Alt 02.02.2018, 09:22
Kai R. Kai R. ist offline
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Hast Du ein Alkoholproblem: keine Ahnung. Hast Du ein Problem durch Alkohol: auf jeden Fall. Musst Du etwas verändern: Definitiv.

Sieh es so: der Staat gibt jedem mit der Fahrerlaubnis einen Vertrauensvorschuss. Dass man sich an die Regeln hält und zum Beispiel nicht betrunken Auto fährt. Dieses Vertrauen hast Du aber gebrochen. Wenn Du nichts ändern würdest, könnte das was einmal passiert ist, erneut passieren. D.h. wenn Du jetzt wieder fahren willst, möchte der Staat zusätzliche Sicherheiten haben, dass es nicht erneut schief geht.

Außerdem hast Du durch Deine Alkoholgewöhnung Deinen Körper trainiert. Normale Alkoholkonsumenten merken die Alkoholisierung, dann wird es unangenehm und dann hören sie auf zu saufen. Die wären gar nicht in der Lage, mit 1,7%o noch ein Fahrzeug zu steuern. Du hast diese Warnsignale nicht mehr, daher musst Du Alkohol mit dem Verstand kontrollieren. Und das heißt auch, dass Du aufhören musst zu trinken, bevor die alkoholbedingte Enthemmung einsetzt. Kontrolliertes Trinken ist das Stichwort.

Wie Du diese Veränderung bewerkstelligst, ist absolut Deine Sache. Natürlich kannst Du auch weiter trinken, aber dann ohne Fahrerlaubnis. Du musst auch keine tiefenpsychologische Aufarbeitung machen, wenn es Dir gelingt, die Ursachen für Deinen Konsum zu finden und künftig abzustellen. Am Ende wirst Du in der MPU einem Psychologen gegenüberstehen und ihm erklären müssen, was Du verändert hast und warum.

Dein Beitrag oben liest sich so, als sei das alles ein großer Spaß gewesen. Mag ja in Teilen zutreffen, aber sicher nicht nur, denk an Rauschzustände, Kater, etc. Vermutlich wirst Du eine Ursache finden, warum Du Dir das gegeben hast. Du stellst Dich als Opfer dar. Bist Du aber nicht, Du bist ein Täter. Und es hätte mächtig schief gehen können. Es liegt an Dir, dafür zu sorgen, dass eine solche Rauschfahrt nicht mehr vorkommen kann.

Aber Du stehst ja auch noch ganz am Anfang. Ich würde Dir raten, erst einmal nichts mehr zu trinken und dann mal zu schauen, was sich verändert.
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  #8  
Alt 04.02.2018, 08:10
Amira Amira ist offline
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Unglücklich Zitat: Ich hatte einfach Pech

Guten Morgen,

Du solltest an deiner Einstellung dringend arbeiten.

Pech hatten hier 80% der Leute.
Das liegt daran, dass sie vorher Glueck hatten und nicht erwischt wurden.
Damit kommst du keinen Millimeter weiter.

Du hast keine Probleme mit Alkohol, prima.
Dann hast du sicherlich auch keine Probleme ohne Alkohol, oder?

Meine Empfehlung:

1. Tinkpause mind. 1/2 Jahr
2. Sofort anfangen mit Abstinenznachweisen
3. Sofort in eine SHG und erst nach dem 3.Mal eine Meinung bilden


Du bist schuld, niemand anders!!!!!!!
Es war eine Straftat, zu der du bedingungslos stehen solltest.


PS: Haushaltshilfen und Putzfrauen vorverurteilen ist ueberheblich.
Das sind ehrenwert Berufe. Haben vielleicht im Leben Pech gehabt.....machen aber den Dreck von anderen weg......Respekt!!!!
__________________
Gruss Amira

Geändert von Amira (04.02.2018 um 08:35 Uhr)
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  #9  
Alt 04.02.2018, 19:49
ARTUS ARTUS ist offline
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Standard TF + Unfall = 1,7 Promille - was nun?

@AMIRA
Sorry, ich hatte nicht die Absicht jemandem zu beleidigen, auch, wenn das so rüberkommt... trotzdem, die Psychotante war nicht ganz normal. Was hat mein Sohn mit meinem Sexualleben und pinkeln ins Bett zu tun? Egal - bitte vergessen.
Deine Empfehlungen verstehe nicht richtig, wahrscheinlich, hast du meine Beiträge nicht richtig gelesen/verstanden.
Trinkpause habe seit Jahren bis 1 Mai. Keine Anlässe, selten Ausnahmen.
Abstinenznachweise - wozu? Ich habe nicht vor abstinent zu leben.
SHG - was soll ich da? Da sitzen wohl Leute, die süchtig sind, und Gott weiss was die für Probleme haben, so stelle mich das vor aber ich habe keine Probleme.... na ja...
Wie der @Kai R. schon angedeutet hat - mit Alkohol nicht aber durch Alk.
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  #10  
Alt 04.02.2018, 20:52
Traurig2017 Traurig2017 ist offline
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Beiträge: 486
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Hallo Artus,

Ich habe am Anfang genauso gedacht wie du...
Wer mit 1,7 Autofahren kann - der hat einen problematischen Umgang mit Alkohol!
Ein untrainierter Mensch kann ab 0,8 kaum gerade aus laufen - geschweige denn Autofahren- das sind wissentlich belegte Tatsachen...
Wenn du sonst nur 1 Flasche Sekt mit 3 Leuten trinkst dann wärst du mit 1,7 bewusstlos und kotzend umgefallen...
Die Giftfestigkeit ist irgendwann in deinem Leben entstanden...
Das heißt nicht gleich das du alkoholiker bist...
Ich bin medizinisch gesehen auch keiner - hatte auch keinen körperlichen Entzug ...
Aber der Umgang war schädlich und das habe ich 1 mit diesem Forum erkannt und 2 durch Gespräche mit Psychologen und durch viel lesen im Internet...
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