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  #11  
Alt 13.04.2018, 20:41
Aikon Aikon ist offline
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19. In welcher Kategorie von Trinker haben sie sich früher gesehen und wie stufen Sie sich heute rückblickend ein?
Früher habe ich mich als Partytrinker gesehen, der nicht übermäßig viel trinkt, weil andere einen ähnlichen Konsum hatten.
Rückblickend schätze ich meinen Konsum eher als kritisch ein, weil die Menge und Art der Getränke deutlich zu hoch war.

Heute und in Zukunft

20. Trinken Sie heute Alkohol? Wenn ja, was, wie viel und wie oft?
Ja, 1-2 Bier 0,33l ca. 10 mal pro Jahr zu besonderen Anlässen wie Geburtstage der Eltern oder Geschwister, Silvester, bestandene Abschlussprüfung, der Geburtstag meines besten Freundes, mein eigener Geburtstag

21. Wann haben Sie zuletzt Alkohol getrunken?
Am 28.03.18 1 Bier 0,33l zum Geburtstag meines Vaters

22. Trinken sie gelegentlich alkoholfreies Bier?
Nein

23. Warum trinken Sie heute Alkohol/keinen Alkohol?
Ich trinke heute noch Alkohol zu besonderen Anlässen als Genussmittel zum anstoßen.

24. Warum haben Sie das Trinken reduziert bzw. aufgegeben und warum nicht schon eher?
Zunächst aufgrund der Trunkenheitsfahrt. Später dann habe ich meine Trinkhistorie aufgearbeitet und gemerkt, dass der Alkoholkonsum zu hoch ist und ich grundlegend etwas ändern muss um auch selber zufriedener zu werden. Allerdings waren erst die Kontrolle zur TF und der hohe Alkoholpegel der Denkanstoß.

25. Wie haben Sie die Änderung Ihres Trinkverhaltens erreicht und dabei die Umstellungsphase erlebt?
Nach der Trunkenheitsfahrt habe ich zunächst 1 Monat lang keinen Alkohol getrunken, weil dies ein Schockerlebniss für mich war. Erzählt habe ich zunächst niemandem davon, weil ich mich geschämt habe. Zunächst habe ich im Internet recherchiert und einige Informationen gesammelt. Danach habe ich zunächst meinem Bruder und dann meinen Eltern davon erzählt und wir haben gemeinsam die weiteren Schritte besprochen. Mein Bruder hat mich schon damals ermutigt, als ich die 10. Klasse wiederholen musste. Er ist 2 Jahre älter als ich und hat zu dieser Zeit sein Abitur gemacht. Er meinte, dass ich mehr tun muss um die 10. Klasse zu bestehen, er mich dabei aber gerne unterstützt. Auch ist er nach dem Abitur dann ausgezogen und hat inzwischen eine eigene kleine Familie. Dadurch bekommt er nicht alles „live“ mit und hat eine etwas differenziertere Sicht auf die Dinge. Trotzdem spricht er oft mit meinen Eltern und hat so auch einen Überblick über die Geschehnisse. Bei den Gesprächen mit meinen Eltern kam der eigentliche Grund für die Streitereien heraus. Sie haben recht wenig gemeinsam unternommen, weil mein Vater oft lange gearbeitet hat und meistens keine Lust mehr hatte. Auch gibt es manchmal Differenzen wer welche Aufgabe im Haushalt übernimmt. Meine Mutter ist zum Beispiel immer früh aufgestanden um meiner Schwester Frühstück und Essen für die Brotbüchse zu machen. Meine Mutter hat meistens gesagt sie sei immer die „Böse“ wenn mein Vater gesagt hat was ihm nicht passt. Allerdings hat sie eingesehen das dem nicht so ist und sie gemeinsam eine Lösung finden können. Meine Eltern unternehmen wieder mehr gemeinsam, wie zum Beispiel einen Tanzkurs oder einen Besuch in der Oper. Ebenfalls haben sie gesagt, dass sie aufgrund meiner schlechten schulischen Leistungen zwar besorgt waren, aber nicht wussten wie sie mir helfen sollen. Sie sind aber stolz auf mich, dass ich das Abitur geschafft habe und auch einen beruflichen Weg eingeschlagen habe der mir Spaß macht. Ebenfalls sind sie dankbar, dass ich im Haushalt helfe und meine Schwester zu Terminen fahre wenn beide arbeiten müssen. Nach und nach habe ich dann auch meinen Freunden von meiner Situation berichtet und ihnen alles erklärt. Dabei waren sie verständnisvoll und fanden es gut. Zu Beginn der Änderung fiel es mir schon noch schwer, weil es eine Art Gewohnheit war beim geselligen Beisammensein etwas zu trinken. Ich dachte die ganze Zeit, dass die anderen über mich reden. Allerdings war und ist dem nicht so und ich bin immer besser damit zurechtgekommen und habe die positiven Seiten gesehen. Ich konnte das Wochenende nutzen um mich zu erholen, mich intensiv auf die Berufsschulwoche und anstehende Arbeiten vorzubereiten. Ebenfalls habe ich vermehrt Ausflüge mit meiner Familie oder meinem Vater unternommen. Auch habe ich mit Arbeitskollegen Spiele- oder Filmabende veranstaltet. Zudem war ich nun eher in der Lage ernste Gespräche zu führen ohne einen vermeintlich witzigen Zwischenkommentar abzugeben. Sollte ich merken, dass der Stress auf Arbeit wieder zunimmt, werde ich zum Betriebsrat gehen und dort eine Überlastungsanzeige stellen. Diese wird sehr ernst genommen und der Betriebsrat spricht mit der Geschäftsleitung über eine schnelle Lösung um eine Entlastung vorzunehmen.


26. Wie wirkt sich Ihr geändertes Verhalten auf Sie, Ihr Leben und Ihr Umfeld aus?
Ich bin zufriedener mit mir selber. Ich habe gelernt auch nein sagen zu können und trotzdem ein Teil des Freundeskreises zu sein. Auch bin ich produktiver und kann das Wochenende als wirkliche Erholung genießen. Ich habe angefangen Keyboard zu spielen. Ich habe ca. 5 Jahre lang Akkordeon gespielt und daher schon musikalische Kenntnisse. Meine Schwester spielt Geige und unser Ziel ist es zum 60. Geburtstag meines Vaters ein gemeinsames Lied zu spielen. Daher hat mich der Ehrgeiz gepackt viel zu üben. Ebenfalls gehe ich viel spazieren oder auch laufen. Da ich nur Wasser oder Tee trinke, habe ich Zitronenlimonade als mein „besonderes“ Getränk auf Feierlichkeiten entdeckt. Ebenfalls trinke ich gerne Kräuterlimonade, wenn es denn welche gibt.

27. Wie stellen Sie sicher, dass Ihr neues Verhalten dauerhaft stabil bleibt?
Dadurch, dass ich mich mit meinem früheren Konsum befasst und andere Problemlösungen gefunden habe fällt es mir leichter diese umzusetzen. Besonders habe ich mir die Schilderung einer Biologielehrerin eingeprägt. Sie meinte der Alkohol bewirkt, dass die Hirnzellen platzen wie ein Spiegelei und auch nicht „repariert“ werden können. Wenn ich merke, dass ein Problem entsteht welches ich nicht lösen kann frage ich zunächst meinen Bruder um Rat und vertraue mich dann auch meinen Eltern an. Ebenfalls plane ich im Voraus die Menge und Anlass des Konsums, wodurch ich schnell merke wenn sich mein Verhalten ändert.

28. Können Sie sich vorstellen, jemals wieder in Ihre alten Gewohnheiten zurückzufallen?
(Ja/Nein + Begründung,)
Völlig ausschließen würde ich es nicht, allerdings sehe ich hier meinen Bruder als erste Vertrauensperson, die mit mir gemeinsam dann den richtigen Weg erneut auslotet.

29. Wie wollen sie in Zukunft das Trinken vom Fahren trennen?
Ich werde bereits vor dem Anlass klären wie ich den Hin- und Rückweg gestalte.

30. Haben Sie zum Abschluss noch etwas hinzuzufügen?
Nein
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  #12  
Alt 16.04.2018, 15:11
Aikon Aikon ist offline
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Hallo,

also ich hatte heute meine Untersuchung. Der Arzt meinte von ihm bekomme ich ein positiv. Die Psychologin meinte allerdings, dass es eher ein negativ wird, weil ich keine Nachweise habe über das kT und auch keine professionelle Vorbereitung angenommen habe. Zudem war ich bei den Tests zu schnell und dadurch zu viele Fehler.
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  #13  
Alt 16.04.2018, 15:29
kapomick kapomick ist offline
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Zitat:
Zitat von Aikon Beitrag anzeigen
Die Psychologin meinte allerdings, dass es eher ein negativ wird, weil ich keine Nachweise habe über das kT und auch keine professionelle Vorbereitung angenommen habe.
Das ist schade, wenn sie so denkt. LW sind halt nicht mehr vorgeschrieben, wir empfehlen sie immer, aber du bist halt auch erst kurz vor Schluss ins Forum gekommen.

Zitat:
Zudem war ich bei den Tests zu schnell und dadurch zu viele Fehler.
Das wäre mit einer Fahrverhaltensbeobachtung zu widerlegen.

Fakt ist: wegen einer fehlenden professionellen Vorbereitung darf sie dich nicht durchfallen lassen. Wo du lernst, was du änderst, ist deine Sache. Und ich fand deinen FB nicht schlecht. KT ist heut auch keine Pflicht mehr, aber anscheinend hast du zu viele Unsicherheiten geliefert. Ansonsten kann ich mir diese Entscheidung nicht erklären. Jetzt musst du halt warten. Ich hätt dir anderes gewünscht. Hier waren schon welche mit schlechteren FB´s und besseren Ergebnissen...
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  #14  
Alt 16.04.2018, 15:47
Aikon Aikon ist offline
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Ich glaube der entscheidende Punkt war, dass ich meine Schüchternheit als entscheidenden Grund für den hohen Konsum genannt habe und nicht die Hilflosigkeit bezüglich der Streitereien meiner Eltern. Aber vielleicht ist das ja wirklich das tiefere Motiv, welches ich ausräumen muss. Ist es denn realistisch zu bestehen wenn ich in 3 Monaten erneut eine MPU ablege? Eine bessere Aufarbeitung vorausgesetzt.
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  #15  
Alt 17.04.2018, 06:07
kapomick kapomick ist offline
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Zitat:
Zitat von Aikon Beitrag anzeigen
Ich glaube der entscheidende Punkt war, dass ich meine Schüchternheit als entscheidenden Grund für den hohen Konsum genannt habe und nicht die Hilflosigkeit bezüglich der Streitereien meiner Eltern. Aber vielleicht ist das ja wirklich das tiefere Motiv, welches ich ausräumen muss. Ist es denn realistisch zu bestehen wenn ich in 3 Monaten erneut eine MPU ablege? Eine bessere Aufarbeitung vorausgesetzt.
Klar ist das in 3 Monaten möglich. Und ich denk mal, du wählst schon den richtigen Ansatz: die Schüchternheit ist nur ein Auslöser, aber was steckt dahinter, warum bist du so? Die Schüchternheit und dass du sie nicht überwunden hast, braucht eine Ursache.
Und wichtig ist es natürlich, nicht zu schüchtern bei einer MPU anzutreten, wenn man sagt, dass man selbige überwunden hat
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  #16  
Alt 25.04.2018, 17:59
Aikon Aikon ist offline
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Hallo,

ich hatte heute mein positives Gutachten im Briefkasten.
Vielen Dank an das Forum und besonders an kapomick. Ihr habt mir sehr geholfen bei meiner Aufarbeitung.

Eine Frage hab ich noch: Bei der Aktenübersicht steht: " 26.10.2018 : Mitteilung KBA Flensburg über 2 Punkte im FAER"
Ist das nur ein Schreibfehler oder was ist damit gemeint?
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  #17  
Alt 25.04.2018, 20:42
kapomick kapomick ist offline
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Dann herzlichen Glückwunsch. Ist es doch noch gut ausgegangen.

Also entweder ist bei deinem FAER einer Hellseher oder es ist schlicht und einfach ein Tippfehler. Kommt vor.
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