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  #1  
Alt 13.10.2017, 10:35
Cil Cil ist offline
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Registriert seit: 13.10.2017
Beiträge: 5
Standard Ersttäterin mit vielen Fragen, hoffe auf Hilfe

Hallo zusammen,
ich bin 39 Jahre alt und mir ist leider im Juni ein Unfall passiert. Ich hatte leider 1,8promille Blutalkohol. Ich war wohl als Radfahrerin unterwegs. Ich habe glücklicherweise nur mich selber verletzt.
Ich habe seit 11 Jahren meinen Führerschein und habe mir noch nie etwas zu schulden kommen lassen, noch nicht mal ein Knöllchen wegen falschparken.

Nun zu meiner Frage. Das Verfahren wurde eingestellt wegen Geringfügigkeit. Zwei Monate später erhielt ich von der Führerscheinstelle nun die Anordnung zur MPU. Ich war geschockt und wusste nicht so recht Dachte ich doch eigentlich es ist alles glimpflich abgelaufen.
Ich soll nun innerhalb von 6 Wochen ein Positives MPU Gutachten vorlegen ansonsten wird mir der Führerschein entzogen.

Ich habe mich direkt mit meiner damaligen Fahrlehrerin besprochen, sie ist MPU Beraterin. Raus komme ich aus dieser Sache wohl nicht, einen Rechtsanspruch habe ich laut Führerscheinstelle auch nicht da es sich um eine Anordnung und keinen Verwaltungsakt handelt.

Ich gelte laut meiner Fahrlehrerin als Alkoholikerin Was totaler Blödsinn ist aber Schublade ist Schublade.

Gibt es Erfahrungen ob man aus der Geschichte noch rauskommen kann? Wie hoch sind die Chancen diese MPU zu bestehen?

Kann die Anordnung zurückgezogen werden? Denn ich bin mir fast sicher das Fahrrad geschoben zu haben. Der Ersthelfer am Unfallort hat dies auch nicht sagen können. Somit kann man mir doch keine MPU aufbrummen... Oder?

Ich würde mich sehr freuen wenn mir jemand helfen könnte.

LG Cil
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  #2  
Alt 13.10.2017, 11:12
Cil Cil ist offline
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Registriert seit: 13.10.2017
Beiträge: 5
Standard Fragebogen übersehen sorry

Geschlecht:weiblich
Größe:168cm
Gewicht:74
Alter:39

eventl. Bundesland: NRW
(bitte angeben, da sich zw. den BL einige Änderungen ergeben haben):

Was ist passiert?
Datum der Auffälligkeit: 23.06.2017
BAK:1,8
Trinkbeginn:17:30 Uhr
Trinkende: 23 Uhr
Uhrzeit der Blutabnahme: ca 0 Uhr

Stand des Ermittlungsverfahrens
Gerade erst passiert: Einstellung des Verfahrens
Strafbefehl schon bekommen: keinen
Dauer der Sperrfrist: keine

Führerschein
Hab ich noch: ja
Hab ich abgegeben:-
Hab ich neu beantragt:-
Wurde mir entzogen?-
Noch in der Probezeit?:nein
Habe noch nie einen besessen:-

Führerscheinstelle
Hab schon in meine Akte geschaut Ja/Nein:nein
Sonstige Verstöße oder Straftaten?:nein
Fragestellung der Fsst (falls bekannt): Beide wurden angekreuzt also zum führen von KFZ Fahrzeugen und zum führen von Fahrzeugen

Konsum
Ich trinke noch Alkohol, wenn ja wie oft wieviel: ja wenn eine Feier ist.
Ich lebe abstinent seit:-

Abstinenznachweis
Haaranalyse ja, wie viele bisher und seit wann:-
Nein ich befinden mich im Urinscreeningprogram seit:-

Keinen Plan? DANN, bitte auch zu den betreffenden Anforderungen an die Abstinenznachweise diesen Beitrag lesen (Klick).
Und natürlich den Infoteil sowie die nachfolgende Links sorgfältig studieren, ihr erspart uns und euch viele Erklärungen!!

Leberwerte ja/nein, seit wann direkt nach dem Unfall. Werte könnte ich nachhreichen
in welchen Abständen-
Anmerkung: LW sind besonders bei kontrolliertem Trinken (fast immer) von Wichtigkeit:

Aufarbeitung
Suchtberatungsstelle aufgesucht?:
Selbsthilfegruppe (SHG):
Psychologe/Verkehrspsychologe:
Kurs für verkehrsauffällige Autofahrer:

Ambulante/stationäre Therapie
(bitte Zeitraum von Beginn bis Ende angeben):

Keine Ahnung: LESEN (klick)

werden derzeit Medikamente eingenommen?Antidepressiva etc: Ja Escitalophran

MPU
Datum: noch kein Datum
Welche Stelle (MPI): PIMA
Schon bezahlt?: nur die Gebühren der FssT

Schon eine MPU gehabt? nein
Wer hat das Gutachten gesehen?: keiner bisher

Was steht auf der letzten Seite (Beantwortung der Fragestellung)?:

Welche Empfehlung (Auflagen) wurden ausgesprochen:

Altlasten
Bereits durch Alkohol auffällig geworden Punkte oder sonstige Straftaten:nein
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  #3  
Alt 13.10.2017, 11:13
Kai R. Kai R. ist offline
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Registriert seit: 07.02.2008
Beiträge: 2.281
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Hallo,

was steht denn in der Einstellungsmitteilung genau drin? Wenn Du das Fahrrad wirklich nur geschoben hast, ist die MPU-Anordnung nicht rechtmässig. Aber wieso verletzt man sich, wenn man ein Fahrrad schiebt? Dünnes Eis. Du solltest Dich ggf. an einen im Verkehrs- und Verwaltungsrecht (!) erfahrenen Anwalt wenden, der die weiteren Dialoge mit der FSSt für Dich führt.

Tatsächlich ist ein Einspruch gegen die MPU-Anordnung nicht möglich. Man kann aber gegen den Gebührenbescheid vorgehen, was dann auch zu einer Überprüfung der Anordnung führt.

Ansonsten kann man eine Radler-MPU schon bestehen. Aber dann hätten nicht vier Monate verstreichen sollen. In 6 Wochen ist die Vorbereitung kaum zu schaffen. Alkoholikerin bist Du natürlich nicht, aber gut im Training musst Du schon sein, wenn Du mit dem Pegel noch radeln kannst.
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  #4  
Alt 13.10.2017, 11:21
Cil Cil ist offline
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Beiträge: 5
Standard Danke

Hallo Kai, danke für deine schnelle Rückmeldung.

Na ich habe ja nichts verstreichen lassen. Direkt nach dem Unfall kam das Schreiben der Staatsanwaltschaft. Dieses habe ich direkt beantwortet. Und am 02.08.2017 wurde ich über die Einstellung des Verfahrens informiert.

Das dann die MPU nachkommt war mir nicht bekannt.

Es stand nur drin das das Verfahren wegen Trunkenheit im Verkehr gegen mich aufgrund von Paragraph 153 eingestellt wird.
Im Wiederholungsfall kann ich nicht mit einer erneuten Einstellung des Verfahrens rechnen.
Mehr nicht, damit war ich dann echt erleichtert und auch mit dem Thema durch. Am 06.10. dann der Schock. Mit der MPU.

LG Cil
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  #5  
Alt 13.10.2017, 11:29
MrMurphy MrMurphy ist offline
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Hallo

Zitat:
Ich gelte laut meiner Fahrlehrerin als Alkoholikerin
Das nicht. aber ein massives Alkoholproblem, welcher Art auch immer, hast du nachgewiesenermaßen. Sonst hättest du dir keine 1,8 Promille antrinken können und dir hätte auch keine MPU auferlegt werden dürfen. Das hat auch überhaupt nichts mit Schubladendenken zu tun.

Das du noch nie aufgefallen bist ist der Normalfall, also überhaupt keine besondere Leistung. Wobei dir kaum geglaubt werden wird, dass dies deine erste Alkoholfahrt mit dem Fahrrad war.

Zitat:
Denn ich bin mir fast sicher das Fahrrad geschoben zu haben.
Das spielt überhaupt keine Rolle. Bei der MPU geht es weniger um dein Vergehen, sondern um den Alkoholproblem. Zudem ist es extrem unglaubwürdig, wenn du eigentlich nichts mehr weißt, aber dich an Vorkommnisse, die (wenn auch nur vermeintlich) für dich sprechen, dann doch bruchstückhaft erinnerst.

Nach der Vorgeschichte ist die MPU berechtigt, dagegen wirst du nichts machen können.

Eventuell kannst du einen Monat Fristverlängerung herausschlagen. Da du deine Fahrerlaubnis und deinen Führerschein aber noch hast lassen sich viele Führerscheinstellen darauf nicht ein.

Mit 1,8 Promille kannst du die MPU grundsätzlich mit kontrolliertem Trinken (kT) bestehen. Wobei kT im Sinne der MPU fast schon einer Abstinenz (AB) gleichkommt.

Für kT brauchst du keine Nachweise. Positiv werden regelmäßige Leberwerte beurteilt. Es wäre hilfreich gewesen, damit hättest du bereits kurz nach dem Alkoholvorkommnis begonnen.

Allerdings wird von dir zum Bestehen der MPU mindestens ein halbes Jahr Verhaltensänderung erwartet. Die MPU kannst du damit frühestens Ende Dezember, wegen der Feiertage damit erst Anfang / Mitte Januar bestehen.

Gruss

MrMurphy
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  #6  
Alt 13.10.2017, 12:23
Cil Cil ist offline
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Standard Hmmm

Na es ist tatsächlich das erste mal das ich mit dem Fahrrad unterwegs war.

Ich bin gespannt, denke ich werde die MPU machen müssen, damit ich meinen Führerschein behalten kann. Meine Beraterin fährt nächste Woche zur Führerscheinstelle wegen der Fristverlängerung.

Na ich hätte sicherlich die Leberwerte direkt nehmen lassen, wenn ich gewusst hätte das ich eine MPU angedroht bekomme. So habe ich nur die Leberwerte direkt nach dem Unfall aus dem Krankenhaus.

LG und auch dir herzlichen Dank für deine ausführliche Antwort.
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  #7  
Alt 13.10.2017, 13:22
Benutzerbild von darksoul
darksoul darksoul ist offline
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Zitat:
Na es ist tatsächlich das erste mal das ich mit dem Fahrrad unterwegs war.
Mit der Aussage beim Gutachter wirst Du voraussichtlich Schwierigkeiten bekommen. Die Statistik sagt nämlich aus, dass auf jeden Trunkenheitsfahrt ca. 600 unentdeckte Trunkenheitsfahrten kommen.

Der Gutachter könnte dies als Schutzbehauptung auffassen.


Zitat:
Na ich hätte sicherlich die Leberwerte direkt nehmen lassen, wenn ich gewusst hätte das ich eine MPU angedroht bekomme. So habe ich nur die Leberwerte direkt nach dem Unfall aus dem Krankenhaus.
Das ist jetzt sogesehen nicht weiter tragisch. Auf jeden Fall sollte jeder kurz vor der MPU die Leberwerte nochmal ziehen lassen, sodass auszuschließen ist, dass diese durch andere Tatsachen erhöht sind.

Kannst ja einfach jetzt in regelmäßigen Abständen die LW ziehen, sofern Du KT praktizieren willst und nicht AB.

Zur MPU Fragestellung (etwas offtopic),

Zitat:
Beide wurden angekreuzt also zum führen von KFZ Fahrzeugen und zum führen von Fahrzeugen
Du bist im kurzem Abstand schon der zweite Fall hier im Forum mit einer Fragestellung auch auf Fzg. (also Fahrräder) begzogen (in NRW).
__________________
Liebe Grüße, darksoul
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  #8  
Alt 13.10.2017, 13:56
Kai R. Kai R. ist offline
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das ist bei Fahrradfahrten normal. Es wird gefragt, ob erneute Fahrten mit fahrerlaubnisfreien Fahrzeugen und ob Fahrten mit fahrerlaubnispflichtigen Fahrzeugen zu erwarten sind.

Die Frage nach den fahrerlaubnispflichtigen FZ bekommt man aber weg, wenn man sagt, dass die Fahrradfahrt bewusst war weil man eben keine Fahrzeuge unter Alkohol bewegen will. Dass es auch für das Fahrrad Grenzwerte gibt und man sie erreicht hat, war nicht bekannt.
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  #9  
Alt 13.10.2017, 20:05
minilee minilee ist offline
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Zitat:
Zitat von Kai R. Beitrag anzeigen
das ist bei Fahrradfahrten normal. Es wird gefragt, ob erneute Fahrten mit fahrerlaubnisfreien Fahrzeugen und ob Fahrten mit fahrerlaubnispflichtigen Fahrzeugen zu erwarten sind.

Die Frage nach den fahrerlaubnispflichtigen FZ bekommt man aber weg, wenn man sagt, dass die Fahrradfahrt bewusst war weil man eben keine Fahrzeuge unter Alkohol bewegen will. Dass es auch für das Fahrrad Grenzwerte gibt und man sie erreicht hat, war nicht bekannt.
Quatsch, diese Fragestellung ist eher aus dem Süden unserer Republik bekannt und bedeutet im Falle einer neg. MPU auch das Verbot, fahrerlaubnisfreie Fahrzeuge (Fahrrad) zu führen...
__________________
Das Leben wird vorwärts gelebt, aber nur rückwärts verstanden...
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  #10  
Alt 14.10.2017, 16:49
Kai R. Kai R. ist offline
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Lies meinen Beitrag noch einmal. Dann verstehe ihn. Und dann sage mir, wo er Deiner Aussage widerspricht?
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