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  #31  
Alt 28.06.2017, 10:11
kapomick kapomick ist offline
MPU Profi
 
Registriert seit: 18.04.2013
Beiträge: 4.827
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Natürlich sind Erfahrungsberichte immer gern gesehen, zumal du ja offensichtlich eine ganz interessante MPU hattest.

Zitat:
Ihre Antwort: ''Es wird nicht negativ''. Geil dachte ich. Also positiv? Sie hatte mich dann auf den Kurs nach §70 FeV. Hingewiesen und sagte sie ist der Meinung, dass mir dieser Kurs nach Ihrem ersten Eindruck helfen würde.
Sie müsse jedoch erst nochmal alles durchlesen und darüber nachdenken. Also entweder ist es positiv oder der Kurs wird mir aufgebrummt, wovon ich fest ausgehe. Nach diesem Kurs bekomme ich den Lappen wieder ohne nochmal ne MPU machen zu dürfen.
Ist das was Gutes? Darf ich feiern?
Feiern würd ich erst, wenn man das Ganze schwarz auf weiß hat. Aber wenn sie schon auf den §70-Kurs hinweist, dann ist das natürlich ein Indiz, dass es in diese Richtung laufen könnte. Kostet halt wieder paar hundert Taler, aber nur pünktliche und nüchterne Anwesenheit ist erforderlich. Und dann kannst du feiern
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  #32  
Alt 28.06.2017, 10:34
nordfuchs nordfuchs ist offline
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Registriert seit: 12.04.2016
Beiträge: 26
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Hi,

alles klar werde mal zeitnah einen Bericht schreiben.

Aber allein die Aussage, dass das Gutachten nicht negativ wird, hat mir schon ein wenig das Herz aufgehen lassen .
Was sind schon ein paar hundert Taler mehr... Ein Tropfen auf dem heißen Stein bei den ganzen Ausgaben ....
Nüchtern anwesend sein kann ich sehr gut, bin ja Beamter

Möchte unbedingt noch sagen, dass ich mich ausschließlich über dieses Forum hier vorbereitet habe. Ohne die 5 Sterne Fragebogen, ohne die nützlichen Informationen und Antworten die hier gegeben werden, wäre ich hundertprozentig durchgefallen.
Dafür möchte ich mich bei allen Leuten hier ganz herzlich bedanken.
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  #33  
Alt 28.06.2017, 14:48
nordfuchs nordfuchs ist offline
Mitglied
 
Registriert seit: 12.04.2016
Beiträge: 26
Standard Erfahrungsbericht DEKRA Essen

Hallo Leute,

ich schreibe mal meinen Erfahrungsbericht zur MPU bei der DEKRA in Essen.
Termin war der 27.06.2017 um 9:00 Uhr.

Nachdem ich mich also bereits über den Ablauf und Vorgehensweise bei der MPU erkundigt hatte, habe ich meinen Fragebogen hier gepostet und auswendig gelernt. Lang lang ist‘s her…. Ich habe mich auf eventuelle Gegenfragen vorbereitet und fühlte mich sicher.
Am Abend vor der Prüfung war ich trotzdem so nervös wie selten zuvor in meinem Leben. Den ausgedruckten Fragebogen las ich immer wieder durch. Ich kannte ihn zwar auswendig, jedoch wollte ich einen Blackout unbedingt vermeiden.
Am nächsten Morgen war es also soweit. Ordentlich gekleidet ging ich ins Hause DEKRA und begrüßte erst mal die Mitarbeiterinnen, die ich schon etliche Male durch die Abstinenznachweise gesehen hatte. Immer schön lächeln und sympathisch rüber kommen. Nun gut ich bekam einen Fragebogen, den ich im Wartebereich ausfüllen sollte. Gesagt, getan. Um den Fragebogen auszufüllen muss man nicht studiert haben, denn viele Fragen ähneln den Fragen aus dem Fragebogen hier im Forum, nur etwas kompakter. Bogen vorne abgegeben und 565€ ärmer ging ich erst mal eine rauchen.

Gleich war es soweit. Ich konnte es kaum abwarten. Nochmal schnell den Fragebogen durchgehen… Okay passt. Ich ging also hinauf und sollte noch Platz nehmen. Erst mal nen Kaffee gönnen. Wie lange dauert es denn noch? Ok Noch einen Kaffee. Dann wurde ich aufgerufen. Entgegen meiner Erwartung durfte ich direkt zur Psychologin. Dachte zuerst kommt der medizinische Teil aber falsch gedacht.

Die Psychologin war recht jung, ca. Mitte 30 und wirkte sehr ruhig und gelassen. Sie erzählte erst mal was dieses Gespräch bezwecken sollte, dass die Behörden Zweifel an der Fahreignung hat, bla bla bla.
Das Gespräch war in 3 Teile gegliedert. Was war passiert, Warum ist es passiert, und warum passiert es nicht wieder. Genau in dieser Reihenfolge. Man könnte meinen die Psychologin hatte sich auf dieses Gespräch mit Hilfe dieses Forums hier vorbereitet. .
Na schön was war denn passiert? Gab es einen bestimmten Grund für diesen Konsum? Wie kam es zu der Fahrt? Alles Fragen hier aus dem Fragebogen. Das war gut, denn ich konnte reden, reden und reden. Ich hab mir fast den Mund fusselig geredet. Ich wollte auch auf die Hintergründe eingehen, damit meine Erzählungen auch nachvollziehbar sind. – Ich durfte nicht. „Wir bleiben beim Thema Herr Nordfuchs“ …. Hmpf na schön.

Dann kam der wesentlich schwierigere Teil: Warum ist es passiert? Tja warum eigentlich? Ich holte sehr weit aus. Pubertät, Trennung der Eltern und so weiter und sofort. Fragebogen halt.
So beim Erzählen gingen ihre Augenbrauen immer höher, bis sie mich schließlich unterbrach. Ab da war das Gespräch gar nicht mehr so entspannt wie vorher.
Warum ich denn trotz der negativen Folgen weiter geraucht hätte? Das war für sie die wichtigste Frage überhaupt. Ich erzähle warum. Folgen ignoriert, Selbstwertgefühl und so. Eben das, was ich im Fragebogen so gelernt hatte. Eben das, was mir schlüssig erschien.
Sie sagte:“ Das müssen sie mir genauer erklären, dass reicht mir nicht“ ufff wie sollte ich das genauer erklären? Ich hatte es doch schon genau erklärt. Okay ich fing an und erklärte es genauer… Ich sagte zwar ungefähr das Gleiche, nur mit anderen Worten. Irgendwas musste ich mir ja aus den Fingern saugen. Dann kamen zum Glück andere Fragen. Alles Fragen aus dem Fragebogen. Ich erzählte wie gut es mir jetzt geht, welche Veränderungen ich durchlebt habe, wiederholte die persönlichen Hintergründe und immer schön langsam reden, das Gespräch soll ja schön lange dauern.
Dann fing sie wieder an. „Sie sind ein Mann des Rechts (Beamter), waren sich über die rechtlichen Folgen bewusst und mussten sie selber spüren und haben trotzdem weiter konsumiert. Warum?“
Meine Güte. Sie war offensichtlich immer noch nicht zufrieden mit meiner Antwort. Ich erzählte, dass ich mir das Zeug ab dem Punkt der Anklage nicht mehr selber gekauft hatte, sondern nur in Holland bei jemandem mitgeraucht habe. Ich wusste das war nicht gut. Es klang sehr verharmlosend und habe nochmal meine vorherigen Antworten wiederholt um das noch zu retten. Sie sagte daraufhin, man würde merken, dass ich mich nicht professionell vorbereitet habe. Wie ich mich vorbereitet habe, habe ich ihr ausführlich erklärt. Auch auf die Frage wann ich denn vor der Ausfälligkeit zuletzt konsumiert habe und ich sagte einen Tag zuvor, sagte sie, dass sie mir das nicht abkaufe. Ich haute etwas Fachwissen raus, wie lange THC doch nachweisbar ist. Dann war sie zufrieden.

Auch wollte sie mich in eine Falle locken. Auf die Antwort, dass ich Wochenendkonsum betrieben habe, sagte Sie, dass die Werte nicht stimmen könnten bei angegebenem Konsum. Ich hätte ja nur gelegentlich konsumiert und dass nach 24 Stunden dann noch etwas gefunden wird, könne nicht stimmen. Ich sagte ich habe nicht gelegentlich konsumiert, sondern regelmäßig, denn jedes Wochenende an mehreren Tagen hintereinander (Freitag, SA, SO) sei nun mal regelmäßig.
Sie wollte also testen, ob ich meinen Konsum richtig einschätzen kann, oder ihn runterspiele. Mit der Antwort war sie dann zufrieden.
Tja das war dann so ziemlich. Ich hatte das Gefühl, dass das Gespräch nicht gut verlaufen ist. Zu viele kritische Rückfragen wurden gestellt. Ihre Augenbrauen waren zu oft oben, als das ich ein gutes Gefühl haben konnte.
Sie fragte ob ich noch etwas sagen möchte? Nein wollte ich nicht.

Ich fragte nach einem Feedback:
Sie sagte zunächst was ich alles schlecht beantwortet hatte. Ich war mir sicher am Ende wird sie sagen: „deswegen kann ich Sie nicht bestehen lassen“. Aber nein sie sagte:“ ich sehe positive Veränderungen und kann Sie beruhigen. Es wird nicht negativ“. Ich war schon voller Vorfreude, bis sie aufführte, dass es für solche Fälle wir mich einen Kurs gibt. §70 FeV. Sobald ich diesen Kurs gemacht habe, bekomme ich den Führerschein wieder. Also halb bestanden.
Gut es kostet wieder Zeit und Geld... Aber dafür muss ich den Kurs nur absitzen und anwesend sein.

Schweißgebadet durfte ich wieder ins Wartezimmer kriechen.
Na der darauf folgende medizinische Teil ist nicht der Rede wert. Knöpfchen drücken kann jeder und auf einem Bein stehen auch. Nachdem ich mir auch erfolgreich an die Nase gepackt hatte, ich ordnungsgemäß gewogen und vermessen wurde, durfte ich noch einmal in ein Becherchen pinkeln und endlich nach Hause gehen.

So das waren meine Erfahrungen. Obwohl es ist etwas viel geworden ist, hoffe ich, dass man alles trotzdem angenehm lesen konnte. Sorry wegen den ganzen Rechtschreibfehlern.

Meine Vorbereitung war ausschließlich dieses Forum hier und dafür möchte ich allen Leuten die sich hier engagieren von ganzem Herzen danken. Ich werde zukünftig auch selber versuchen zu helfen.
In diesem Sinne:

Fahrt vorsichtig und bleibt clean! 
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  #34  
Alt 29.06.2017, 20:20
Benutzerbild von samuel
samuel samuel ist offline
Moderator
 
Registriert seit: 20.11.2004
Beiträge: 16.436
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Das ist schon der Zweite mit Kursempfehlung von der Dekra, die bekommen scheinbar gerade ihre Kurse nicht voll. Sollte sich wahrlich jeder überlegen ob es unbedingt TÜV oder Dekra sein muss. Lieber ein paar Kilometer in die nächste Großstadt gefahren, kommt im Endeffekt oft günstiger.
__________________
Wer mich sucht, der findet mich als mpu-samuel bei eBay
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  #35  
Alt 06.07.2017, 14:21
nordfuchs nordfuchs ist offline
Mitglied
 
Registriert seit: 12.04.2016
Beiträge: 26
Standard

Hallo!

ich habe heute mein Gutachten erhalten und es ist wie zu erwarten war negativ mit Kursempfehlung.

Ich zitiere mal:

Beantwortung der Fragestellung:

Es ist zu erwarten, dass der Untersuchte zukünftig ein KFZ unter Einfluss berauschender Mittel führen wird. Es liegen als Folge unkontrollierten Konsums berauschender Mittel keine Beeinträchtigungen vor, die das sichere Führen eines KFZ in Frage stellen.

Empfehlung:

Wir empfehlen die Teilnahme an einem Kurs zur Wiederherstellung der Kraftfahreignung gemäß §70 FeV (Rehabilitation für Kraftfahrer mit Zuwiderhandlung unter Drogeneinfluss) zur Aufarbeitung der zum Untersuchungszeitpunkt vorliegenden Mängel.

Naja Montag gebe ich das Ding bei der Behörde ab und hole mir dann die Erlaubnis den tollen Kurs machen zu dürfen ... Ich bin der Meinung besser hätte man die MPU kaum machen können und finde es schade, dass ich zu dem Kurs verdonnert wurde. Kann die DEKRA daher nicht weiterempfehlen.
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Stichworte
abstinenz, akteneinsicht, fragen psychologe

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