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  #1  
Alt 07.09.2010, 18:13
Dido Dido ist offline
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Standard Mpu Punkte und mein Umdenken

Hallo zusammen...
als erstes möchte ich Euch, für diesen hervorragenden Fragebogen Danken.
Er hat viel Zeit in Anspruch genommen und mich dazu gebracht, über mich nachzudenken. Ich habe durch den Fragebogen erkannt, wo mein Problem liegt. Ich hoffe nun nach meiner ersten negativen MPU, dass es hiermit besser klappt. Mache noch die Gruppentherapie und dann wage ich einen neuen Versuch....
Da ich nicht so der PC Freak bin, hoffe ich, dass ich den Fragebogen hier in zwei teilen Einstellen kann.
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  #2  
Alt 07.09.2010, 18:16
Dido Dido ist offline
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Standard MPU Punkte und mein Umdenken Teil 1

Was ist passiert?
Ich habe eine Vielzahl von schweren Verkehrsverstößen begangen.

Warum sind Sie hier?
Weil ich mein Verhalten geändert habe und Ihnen meine Veränderung darstellen möchte.

Wie viele Verstöße hatten sie? (Alle, nicht nur die amtlichen)
Verstöße pro Fahrt x Fahrten pro Jahr x Führerscheinjahre = xxxxxxx
Führerschein seit 1981 = 365 T x 29 J. = 10440 Verstöße

Was waren das für Verstöße?
(möglichst Datum und zu welcher Tageszeit-je genauer, desto besser)
4.6.2000 um 3:48 Uhr fahrlässige Trunkenheitsfahrt 1,68 Promille (7 P.)

12.1.2006 Überschreiten der zulässigen Höchstgeschwindigkeit von 80km/h um 48km/h(3P.)

13.7.2006 unerlaubtes Benutzen eines Mobiltelefons im Straßenverkehr (1 P.)

30.11.2006 Führen eines Kraftfahrzeugs mit verkehrsunsicherer Bereifung
(3 P.)

10-24.4.2007 Besonderes Aufbauseminar für Alkoholauffällige Fahrer gemäß § 43 FeV ( Leider kein Abzug)

4.9.2007 Überschreiten der zulässigen Höchstgeschwindigkeit von 30km/h um 27km/h(3P.)

4-18.10.2007 Teilnahme an einer verkehrspsychologischen Beratung gemäß § 4 STVG ( 2P. Abzug )

19.11.2009 vorsätzliche Gefährdung des Straßenverkehrs ( 4 P.)

Was hätte passieren können bei den jeweiligen Delikten?
4.6.2000 um 3:48 Uhr fahrlässige Trunkenheitsfahrt 1,68 Promille

Durch diese Trunkenheitsfahrt, habe ich andere erheblich gefährdet.
Ich hätte Menschen Verletzen oder sogar Töten können.
Ich hätte die Existenz und Zukunft unschuldiger und meiner Familie zerstören können.

12.1.2006 Überschreiten der zulässigen Höchstgeschwindigkeit von 80km/h um 48km/h

Durch die stark überhöhte Geschwindigkeit, wäre mein Bremsweg um ein vielfaches länger gewesen und ich hätte nicht mehr angemessen reagieren können. Die Wahrscheinlichkeit, dadurch einen Unfall zu verursachen und dabei das Leben anderer zu gefährden, ist um ein vielfaches höher, als bei dem vorgeschriebenen Tempo.

13.7.2006 unerlaubtes Benutzen eines Mobiltelefons im Straßenverkehr

Die Gefahr, dass ich Menschen oder Sachen übersehe, da ich meine Aufmerksamkeit nicht mehr voll auf den Straßenverkehr richte, ist sehr hoch und ich habe dadurch andere und mich selbst gefährdet.

30.11.2006 Führen eines Kraftfahrzeugs mit verkehrsunsicherer Bereifung

Der Reifen, hätte platzen oder bei Nässe den Fahrbahnkontakt verlieren können und ich hätte dadurch die Kontrolle über mein Fahrzeug verloren. Das Fahrzeug, wäre zur Gefahr für andere und mich geworden.


4.9.2007 Überschreiten der zulässigen Höchstgeschwindigkeit von 30km/h um 27km/h

Auf Grund der stark überhöhten Geschwindigkeit, wäre mein Bremsweg fast doppelt so lang geworden. Wenn ein Kind oder Fußgänger, zwischen den dicht geparkten Autos plötzlich auf die Strasse getreten wäre, hätte ich nicht mehr schell genug Reagieren können und Menschen verletzen oder sogar Töten können.

19.11.2009 vorsätzliche Gefährdung des Straßenverkehrs

Da ich rechts überholt und die Verkehrslage nicht kontrolliert habe und mich selber überschätzt habe, habe ich das Leben und den Besitz anderer erheblich gefährdet und mein eigenes dazu.

Was ist ihrer Meinung nach im Straßenverkehr besonders wichtig?
Vorausschauend und rücksichtsvoll zu fahren.
Sich an Regeln zuhalten, sowie meine eigenen Interessen nicht vor das Wohl der Allgemeinheit zu stellen. Ruhig und konzentriert zu fahren. Das Leben und die Gesundheit anderer, müssen im Vordergrund stehen.
Nur wenn sich jeder danach richtet, kann ein ungefährdetes Miteinander funktionieren.

Warum ist es passiert?
Wie konnten so viele Verstöße zusammenkommen?
Ich hatte eine falsche Einstellung zu diesem System. Ich habe mich über die Straßenverkehrsregeln hinweggesetzt und auch nie richtig darüber nachgedacht,
welchen Sinn und Nutzen diese Regeln haben. Ich war immer der Ansicht, dass ich die Situation beherrsche. Privaten, sowie beruflichen Stress und Zeitdruck, habe ich unterschätzt, wodurch ich meine Interessen über das Wohl anderer stellte.

Warum haben sie sich (immer wieder) so verhalten?
Ich redete mir immer ein, dass nicht derjenige war, der zu schnell fuhr oder Fehler machte, sondern die anderen waren zu langsam und machten die Fehler. Ich habe meine Interessen in den Vordergrund gestellt und die Verwarnungen innerlich bagatellisiert. Ich habe mein Fahrzeug zum Stressabbau genutzt. Wenn ich unter Zeitdruck stand, wollte ich die verlorene Zeit wieder einholen und setzte mich so immer wieder unter Stress.

Wie war Ihre Gefühlslage bei diesen Delikten, (bitte jedes Delikt einzeln bewerten)
Alkohol
In dieser Nacht habe ich mich selber überschätz und war im Glauben, noch sicher fahren zu können. Ich fühlte mich auch nicht betrunken. Nachdem ich 25 Km gefahren war und von der Straße abgekommen bin, merkte ich, wie betrunken ich war. Die Polizei kam und nahm mich mit zur Wache, dabei wurde mir so langsam klar, dass ich Mistgebaut habe.
Erst einen Tag nach meiner Trunkenheitsfahrt, habe ich wirklich realisiert, was ich da gemacht habe. Welche Gefahr ich für andere Menschen, aufgrund meines Alkoholexzesses war. In mir war eine völlige Leere und ich fühlte mich absolut hilflos.

48km/h zu schnell Autobahn
Ich stand unter Zeitdruck und wollte die verlorene Zeit wegen einem Folgetermin heraus Fahren. Eine dreispurige Autobahn, mit einer Reduzierung von 120, 100 auf 80km/h… und kaum befahren, da sah ich den Sinn für diese Reduzierung nicht. Vor der Einfahrt zum Tunnel blitzte es. Ich bekam ein schlechtes Gefühl, wurde ärgerlich und fluchte innerlich über diese Aktion von mir, aber ich vergaß sie auch wieder.
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  #3  
Alt 07.09.2010, 18:19
Dido Dido ist offline
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Standard MPU Punkte und mein Umdenken Teil 2

Handy
Ich habe mich über meinen Geiz geärgert, da ich mir kein Headset geleistet habe und sie mich dabei erwischet hatten. Fand es aber auch übertrieben, wegen so einer Kleinigkeit verwarnt zu werden. Am nächsten Tag, habe ich mir sofort ein Headset gekauft, um nicht noch einmal in eine solche Situation zu kommen.

Bereifung
Ich empfand diese Strafe sehr ungerecht, da 2 cm der Lauffläche nur abgefahren waren
und die Verkehrskontrolle noch nicht einmal im Vordergrund stand, sondern eine Drogenrazzia an der Grenze. Ich wurde von dem Zöllner noch nicht einmal durchsucht,
er holte einen Polizisten dazu, um mein Motorrad zu inspizieren und der wurde fündig.
Ich war darüber sehr ärgerlich, sah es als reine Schikane an. Als der Bußgeldbescheid mit drei Punkte und 99,-€ kam, wurde ich wütend, stellte hier wieder die Abzocke und Schikane in den Vordergrund.

27km/h zu schnell Zone 30
Als es blitzte, war ich total verwundert und schaute sofort auf meinen Tacho.
57km/h laut Tacho in der Stadt, dass war doch ok! Immer noch verwundert über den Blitz, sah ich denn am Ende der Straße, die Aufhebung der Zone 30 und war total enttäuscht von mir, weil ich so unachtsam gewesen bin. Wut kam in mir hoch, da ich mir doch vorgenommen hatte, keine Punkte mehr einfahren zu wollen.

Gefährdung des Straßenverkehrs
Da ich hier, in meinen Augen einen notorischen Linksfahrer vor mir hatte und dieser mich über 5km 4mal ausbremste und ich dabei immer ziemlich dicht auf dieses Fahrzeug auffuhr, habe ich ihn rechts überholt, da ich total wütend über sein Verhalten geworden bin.
Zuerst hatte ich das Gefühl der Genugtuung, doch danach stellte sich bei mir ein ganz schlechtes Bauchgefühl ein. Mit dieser Aktion, habe ich selber meinen Führerschein in die Mülltonne geworfen. Ich versuchte die ganze Geschichte runter zu spielen, indem ich mir immer wieder einredete- da kommt schon nichts. Mit der Zeit gelang mir, dass auch.
Als am nächsten Tag die Polizei bei mir war und mir Unfallflucht vorwarf, ging es mir nur noch schlecht und suchte nach Argumenten, um meine Unschuld zu belegen.

Was haben Sie als Ursache für die Verstöße herausgefunden, hatten Sie dabei Hilfe?
Ich habe mich unter Druck gesetzt, wollte immer alles alleine erledigen und machte zu viele Termine, wodurch ich mich selber stresste. Setzte mich über Gesetze und Regeln hinweg, weil ich egoistisch war - nur auf meine Bedürfnisse geachtet habe und die Rechte anderer komplett außer Acht gelassen habe. Die Warnungen durch Bußgeldbescheide oder kurzfristigen Führerscheinentzug runter gespielt und als Abzocke betrachtet habe. Wenn ich mit Freunden darüber gesprochen habe, bekam ich meist noch Zuspruch und fühlte mich bestärkt in meinem Fehlverhalten. Die, die mir zu verstehen gaben, dass ich mich nicht richtig verhalten habe, hatten doch keine Ahnung. Ich redete mir auch immer ein, dass war eine Ausnahme – du fährst jetzt vorsichtiger. Ich war der Meinung, dass ich immer Pech gehabt habe und die Regeln reine Schikane sind. Die Polizei oder anderen Verkehrsteilnehmer mich ärgern wollten. Ich habe nie darüber nachgedacht, dass diese Regeln und Gesetze dafür sind, um andere und auch mich, vor solchen Amokläufern, wie ich es einer war, zu schützen. Nur, wenn jeder sich daran hält, ist ein ungefährdetes Miteinander möglich ist.
Ich habe das Glück, dass meine Lebensgefährtin sich wirklich für mich interessiert und ihre Sicht der Dinge, mich zum nachdenken brachte. Weitere Hilfe fand ich in einem Forum, wo ich mich mit gleichgesinnten Austauschen konnte und so eine ganz andere Sichtweise zu Vorschriften, Gesetzen und dem Miteinander im Straßenverkehr bekam. Ich suchte zusätzliche Hilfe in zwei Einzelgesprächen mit einem Verkehrspsychologen und nahm an einer Verkehrspsychologischen Gruppentherapie teil, um unter anderem einen Weg aufgezeigt zu bekommen, meine über Jahre festgefahrene und falsche Einstellung zu erkennen und dauerhaft ändern zu können.

Wie schätzen Sie sich für die damalige Zeit als Fahrer ein?
Selbstherrlich, egoistisch, rücksichtslos, aggressiv- eine Gefahr für andere und mich selbst.

Wie haben sie auf das Verhalten der Polizei reagiert nachdem sie gestoppt oder gelasert wurden?
Kleinlaut – nur nicht weiter Auffallen – immer schön freundlich bleiben. Vielleicht habe ich ja Glück und der Polizist wertet mein Vergehen genauso wie ich- als einmaligen Ausrutscher oder Bagatelle.

Wie haben sie auf die ersten Verwarn- bzw. Bußgelder reagiert?
Der Entzug meiner Fahrerlaubnis und die verhängte Geldstrafe, tat wirklich weh. Es war allerdings nicht der Grund dafür, dass ich meine Einstellung zum Alkoholkonsum geändert habe. Ich habe mich zum ersten mal, wirklich mit meinem Vergehen auseinander gesetzt und erkannt, dass ich nicht trinke, sondern saufe. Ich hatte erkannt, dass die Mengen, die ich trank immer größer geworden sind, um einen Rausch zu bekommen. Ich täglich Alkohol konsumiert habe und dieser schon ein Teil meines Lebens war. Ich habe begriffen, dass nicht ich den Alkohol kontrollierte, sondern er mich und ich dadurch eine Gefahr für andere war. Ich hatte Glück und bin froh, dass ich damals niemanden verletzt oder gar getötet habe und ich möchte mir auch gar nicht vorstellen, wie mein Leben verlaufen wäre, wenn ich nicht aufgefallen wäre.
Meinen anderen Vergehen, sind von mir Bagatellisiert worden und ich habe mir immer eingeredet, dass ich Pech gehabt habe und mir das nicht mehr passiert, da ich jetzt vorsichtiger fahre und aufpasse. Ich sah die Verwarnungen nicht als Warnung, sondern als Abzocke.

Was hatten sie sich vorgenommen, um keine Vekehrssünden zu begehen?
Ich meldete mich 2007 zu einer verkehrspsychologischen Beratung an, um zwei Punkte abzubauen und wollte mit dem was ich dort vermittelt bekommen habe, auch die Regeln einhalten und vorsichtiger Fahren. Heute sehe ich meinen Selbstbetrug von damals so, dass für mich nur der Abbau von zwei punkten im Vordergrund stand, um wieder einen größeren Puffer zu bekommen- Sicherheit für mich. Das mir dieses Gespräch mein Fehlverhalten aufzeigen sollte, dass Regeln und Gesetze nicht dafür dar sind, um mich zu schikanieren, sondern alle Menschen gleich behandelt und das nur so ein gefahrloses Miteinander funktioniert, hatte ich einfach ignoriert.

Warum konnten sie ihre guten Vorsätze nicht einhalten?
Obwohl ich an einer Verkehrspsychologischen Beratung teilgenommen habe, hatte ich mich immer noch nicht genügend mit meinem Fehlverhalten und wofür es Regel und Gesetze im Straßenverkehr gibt, auseinander gesetzt. Verwarnungen, habe ich nicht als Hinweis auf mein Fehlverhalten gesehen, sondern als Schikane. Ich setzte immer noch meine eigenen Bedürfnisse, über die der anderen und kompensierte dadurch meinen selbstgemachten Zeitdruck und Stress, weiterhin über mein Auto ab. Ich habe mir keinen Ausgleich zu meiner Arbeit Gesucht, um auch mal zu entspannen und den Stress zu kompensieren.

Gibt es einen Zusammenhang zwischen dem Punktesammeln und bestimmten Ereignissen in ihrem Leben?
Meine Frau und ich, hatten uns nach 20 Jahren Ehe, 2006 getrennt und es gab immer wieder Streitereien. Wir hatten einen sogenannten Rosenkrieg. Ich war unter anderem deswegen oft gestresst und wütend. Da mich die Arbeit von meinen Problemen ablenkte, besuchte ich vier bis fünf Kunden am Tag. Aufgrund der zu engen Terminierung und den anderen Arbeiten die ich erledigen musste, setzte ich mich noch zusätzlich unter Druck, den ich dann im Straßenverkehr abbaute. Anfang 2008 ist unsere Ehe geschieden worden und eine für beide Seiten zufriedenstellende Einigung getroffen worden.
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  #4  
Alt 07.09.2010, 18:20
Dido Dido ist offline
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Standard MPU Punkte und mein Umdenken Teil 3

Wie hat Ihr Umfeld auf Ihr Verhalten reagiert?
in meinem früheren Bekanntenkreis, wurde meine Auffälligkeiten überwiegend toleriert.
Seit ca. drei Jahren, habe ich eine neue Partnerin, die meine Vorgeschichte gar nicht kannte. Als Sie von meinem letzten Verstoß erfuhr, war Sie total schockiert von meinem Verhalten, da Sie mich so rücksichtslos gar nicht kannte. Sie wollte das auch nicht einfach so tolerieren, sondern Sie fragte mich auch nach meinen anderen Verstößen und redete mit mir darüber- ob ich wollte oder nicht. Sie brachte mich dazu, dass ich mich intensive mit meinem Fehlverhalten auseinander setzte, was mir am Anfang nicht leicht fiel, da ich mir ja Fehler Eingestehen und Umdenken musste.

Wieso passiert es nicht wieder?
Weil ich mich nach meinem letzten Vergehen, intensive mit meinem Leben Auseinandergesetzt habe und dabei erkannt habe, dass ich der Fehler im System bin und nicht andere. Durch mein Fehlverhalten, sind andere Menschen in erheblicher Weise gefährdet worden. Deswegen, habe ich mein Leben und meine Gewohnheiten grundlegend verändert, denn ich möchte niemanden gefährden, verletzen oder sogar töten. Nach meiner Trunkenheitsfahrt vor 10 Jahren, habe ich aufgehört Alkohol zu trinken und mit der Zeit habe ich festgestellt, dass ich aktiver, aufgeschlossener und selbstsicherer ohne Alkohol wurde. Heute trinke ich vielleicht 5- bis 6-mal im Jahr zwei Gläser Wein oder Bier und Fahre denn auch kein Auto mehr. Mein Leben ist besser geworden und mir geht es sehr gut dabei. Ich habe mich auch von dem Druck befreit, alles selber machen zu wollen und vor sieben Monaten eine Bürokraft eingestellt, die mir sehr viele Vorgänge abnimmt, wodurch ich viel mehr Zeit für mich habe. Diese Zeit nutze ich für meine Hobbys. Dadurch bin ich ausgeglichener und fühle mich topfit- was sich sehr gut anfühlt. Ich nehme mittlerweile viele meiner Termine im Büro wahr, wodurch ich keinen Zeitdruck mehr habe und ich viel entspannter bin. Die Anzahl meiner Termine, habe ich reduziert und setze sie in größere Zeitfenster- damit bin ich Stressfrei.
Ich war ein Pünktlichkeitsfanatiker- ein 12 Uhr Termin, kann nicht um 5 nach 12 stattfinden, der Kunde muss sich doch auf mein Wort Verlassen können und mir Vertrauen, so habe ich immer gedacht. Sollte ich heute einen Termin nicht rechtzeitig Einhalten können, dann rufe ich den Kunden an. Die Kunden zeigen Verständnis dafür, warten oder wir machen einen neuen Termin. Durch meine neue Einstellung, habe ich nur positives Erfahren und das tut mir gut.

Was war der konkrete Anlaß für Ihr Umdenken?
Meine Lebensgefährtin und mein letztes Vergehen.
Meine Lebensgefährtin, hat mir eine andere Sichtweise vermitteln können. Ich habe Ihre Aussagen nicht bagatellisiert, sonder ernst genommen. Ich habe angefangen, über mein Verhalten und mein Leben nachzudenken und nach Lösungsansätzen gesucht. Des Weiteren, ist mir durch mein letztes Vergehen bewusst geworden, wie gefährlich ich für andere Menschen bin.

Was haben Sie an Änderungen unternommen?
sieben Jahre auf Alkohol ganz verzichtet. Ich habe mein Denken und Handeln umgestellt, indem ich meine Bedürfnisse nicht mehr über das Wohl anderer stellen werde, sondern nehme Rücksicht darauf und halte mich lieber zurück, als andere und mich zu gefährden. Ich habe mich organisiert, mache nicht mehr alles allein, sondern lasse Hilfe zu. Ich habe eine Mitarbeiterin Eingestellt, um mich zu Entlasten. Ich habe mir meinen Zeitdruck genommen und somit auch meinen Stress, indem ich mehr Zeit für den einzelnen Termin Einplane und die Kunden ins Büro kommen lasse. Ich nutze die gewonnene Zeit für meine Hobbys, wodurch ich ausgeglichener und lebensfroher bin. Wenn ich nicht pünktlich bei einem Kunden sein kann, dann rufe ich dort an. Ich habe begriffen, dass ich mir keine Blöße damit gebe.

Wer hat Ihnen dabei wie geholfen?
Meine Lebensgefährtin, die zu mir gehalten hat und mir eine andere Sichtweise aufgezeigt hat. Ich habe im Internet ein MPU-Forum Aufgesucht und einen Fragebogen, aus diesem Forum Heruntergeladen und Ausgearbeitet. Des Weiteren, nahm ich die Hilfe einer Verkehrspsychologischen Gruppentherapie in Anspruch, um Wege aufgezeigt zu bekommen, meine Vorsätze und Einstellungen Umsetzen zu können.

Wie empfinden sie diese Änderungen?
Seitdem ich hart an mir Arbeite und dieses auch umsetze, geht es mir hervorragend.
Ich bin aufmerksamer, aktiver, lebensfroher, kontaktfreudiger und ausgeglichener.
Ich fühle mich gesünder, erholter und nicht mehr abgespannt, unausgeschlafen, antriebslos oder gereizt. Ich habe mehr Zeit für die angenehmen Dinge im Leben und lasse die Arbeit im Büro.

Wie reagiert Ihr Umfeld auf diese Änderungen?
Meine Bekannte und meine Kollegen reagieren sehr positiv auf meine Veränderung und da ich das Radfahren für mich entdeckt habe, sind Kollegen zu Freunden geworden.
Dadurch, dass ich mir mehr Zeit bei meinen Terminen nehme und nicht das Geschäft in den Vordergrund stelle, sondern den Menschen und dessen Bedürfnisse, habe ich eine ganz andere Beziehung zu meinen Kunden aufgebaut, die sich durch Offenheit und Vertrauen wieder spiegelt.

Gibt es negative Rückmeldungen zu Ihrem jetzigen Leben?
Nein

Welche Einstellung zur Verkehrssicherheit haben sie heute und was ist daran neu?
Regeln und Gesetze bestehen nicht umsonst- sie schützen und bestrafen uns alle gleichermaßen. Sie sind dafür verantwortlich, dass unser miteinander gefahrlos und fließend verläuft- wenn man sich danach richtet. Wer sich im Straßenverkehr bewegt, ob als Fußgänger oder Fahrzeugführer, darf sich nicht von Zeit und Stress beherrschen lassen, sondern von Ruhe und Gelassenheit. Es ist wichtig, dass man im Straßenverkehr vorausschauend, rücksichtvoll und konzentriert fährt und Fehler anderer toleriert. Das habe ich jetzt für mich Verinnerlicht und Akzeptiert. Meine Bedürfnisse, werde ich nicht mehr über das Recht und die Gesundheit anderer Menschen stellen und sie so gefährden.

Was wollen sie konkret tun, damit sie ihre Vorsätze diesmal einhalten können?
Ich habe etwas getan! Ich habe meine frühere Denkensweise und Einstellung aufgearbeitet, negative Ursachen analisiert und Lösungen entwickelt, mein Fehlverhalten abzuschaffen.
Mir professionelle Hilfe geholt, um meine neu gewonnenen Erkenntnisse und Vorsätze in die Tat umzusetzen und einhalten zu können. Mein Leben ist dadurch wesentlich angenehmer geworden und weshalb sollte ich das Aufgeben?

Was könnte ihre guten Vorsätze wieder zum scheitern bringen?
Das wird nicht passieren, denn meine neue Einstellung bringt nur Vorteile mit sich.

Was wollen Sie unternehmen, wenn Sie einen Rückfall bemerken?
Ich werde nach dem Auslöser dafür suchen und versuchen einen Weg finden, wie ich das Abändern kann. Sollte ich damit überfordert sein, werde ich sofort Hilfe bei einem Verkehrspsychologen suchen.
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  #5  
Alt 07.09.2010, 18:35
Benutzerbild von Bordeaux
Bordeaux Bordeaux ist offline
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Zitat:
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Warum haben sie sich (immer wieder) so verhalten?
Ich redete mir immer ein, dass nicht derjenige war, der zu schnell fuhr oder Fehler machte, sondern die anderen waren zu langsam und machten die Fehler.
dido

und genau das ist ja der Knackpunkt worauf es ankommt, aber ich kann dir eins sagen ,das ist für den GA keine nachvollziehbare Erklärung,

ganz ehrlich wenn,ich GA wäre(und ich bin echt ein lockerer Typ) und so eine Antwort von dir bekäme ,ich würde dich fragen ob du mich verarschen willst,bzw. ob dies dein ernst sei...

nicht falsch verstehn aber das geht mal gar net.... und grad bei so einer hammerwichtigen frage!!! klar magst du evtl.so gedacht haben,erklärt es aber in keinster weisse dein Verhalten...
__________________
Grüße Bordeaux-
Wer spart, "hungert" für die Erben
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  #6  
Alt 07.09.2010, 20:19
eyeman eyeman ist offline
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Zitat:
Zitat von Dido Beitrag anzeigen
Ich redete mir immer ein, dass nicht derjenige war, der zu schnell fuhr oder Fehler machte, sondern die anderen waren zu langsam und machten die Fehler.
So darfst du das aber wirklich nicht formulieren! Es war ja wohl eher so, dass du dein Verhalten nicht als Fehler empfunden hast und dich die anderen, die sich an die Regeln gehalten haben, halt ganz einfach genervt haben, oder?
__________________
mpu-alarm warnt dich vor den Stolperfallen im Gutachter-Gespräch
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  #7  
Alt 08.09.2010, 00:35
Benutzerbild von samuel
samuel samuel ist offline
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Wie viele Verstöße hatten sie? (Alle, nicht nur die amtlichen)
Verstöße pro Fahrt x Fahrten pro Jahr x Führerscheinjahre = xxxxxxx
Führerschein seit 1981 = 365 T x 29 J. = 10440 Verstöße



Jeden Tag eine Gute Tat?

365x 29 ergibt bei mir 10585, aber hin und zurück sind 2 Fahrten und wenn Du zu schnell warst, auf abgefahrenen Reifen und dabei telefoniert hast, dann sind das 3 Delikte, da würde ich an Deiner Stelle noch ein bischen nachbessern.

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Warum ist es passiert?
Wie konnten so viele Verstöße zusammenkommen?
Ich hatte eine falsche Einstellung zu diesem System. Ich habe mich über die Straßenverkehrsregeln hinweggesetzt und auch nie richtig darüber nachgedacht,
welchen Sinn und Nutzen diese Regeln haben. Ich war immer der Ansicht, dass ich die Situation beherrsche. Privaten, sowie beruflichen Stress und Zeitdruck, habe ich unterschätzt, wodurch ich meine Interessen über das Wohl anderer stellte.

Was passiert ist, ist aktenkundig, die Frage lautet Warum
Da bleibst Du leider die Antwort schuldig.

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Alkohol
In dieser Nacht habe ich mich selber überschätz und war im Glauben, noch sicher fahren zu können. Ich fühlte mich auch nicht betrunken.


Da brauchst Du sicher 2,5 % um richtig voll zu sein.
Willkommen im Club der Alkoholiker!

ganz schmales Brett, auf das Du Dich da wagst

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Was haben Sie als Ursache für die Verstöße herausgefunden, hatten Sie dabei Hilfe?
Ich habe mich unter Druck gesetzt, wollte immer alles alleine erledigen und machte zu viele Termine, wodurch ich mich selber stresste. Setzte mich über Gesetze und Regeln hinweg, weil ich egoistisch war - nur auf meine Bedürfnisse geachtet habe und die Rechte anderer komplett außer Acht gelassen habe. Die Warnungen durch Bußgeldbescheide oder kurzfristigen Führerscheinentzug runter gespielt und als Abzocke betrachtet habe.


Auch hier nur Was, aber kein Warum?
Fang mit der Kindheit an, warum waren Regeln für Dich egal?

Ich suchte zusätzliche Hilfe in zwei Einzelgesprächen mit einem Verkehrspsychologen und nahm an einer Verkehrspsychologischen Gruppentherapie teil, um unter anderem einen Weg aufgezeigt zu bekommen, meine über Jahre festgefahrene und falsche Einstellung zu erkennen und dauerhaft ändern zu können.

Habt Ihr da außer langweilen auch was aufgearbeitet?
-------------------------


Was haben Sie an Änderungen unternommen?
sieben Jahre auf Alkohol ganz verzichtet.



19.11.2009 vorsätzliche Gefährdung des Straßenverkehrs

Abgesehen davon ist die ganze Erklärung nur auf äußere Gründe angelegt.
In dem Bogen sind keinerlei Emotionen erkennbar.

Die Änderungen sind theoretisch richtig, haben aber keinerlei Substanz.

Wie empfinden sie diese Änderungen?
Seitdem ich hart an mir Arbeite und dieses auch umsetze, geht es mir hervorragend.
Ich bin aufmerksamer, aktiver, lebensfroher, kontaktfreudiger und ausgeglichener.
Ich fühle mich gesünder, erholter und nicht mehr abgespannt, unausgeschlafen, antriebslos oder gereizt. Ich habe mehr Zeit für die angenehmen Dinge im Leben und lasse die Arbeit im Büro.


Nicht mehr abgespannt zu sein, ist für Dich harte Arbeit, wo bleibt da der Wohlfühleffekt?
__________________
Wer mich sucht, der findet mich als mpu-samuel bei eBay
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  #8  
Alt 08.09.2010, 07:32
Maverick1854 Maverick1854 ist offline
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Tagchen.

Du hast die Fragestellung noch nicht verstanden.

Die Frage 1 lautet:

Was ist passiert?

OK. Da kommt schon einigtes, das lassen wir mal so stehen.

Frage 2:
Warum ist es passiert?

Nur oberflächliche Antworten.
Du schreibst:

Zitat:
Ich hatte eine falsche Einstellung zu diesem System.
Das hast Du in Frage 1 schon beantwortet.

Zitat:
wodurch ich meine Interessen über das Wohl anderer stellte
Sonst wärst Du nicht bei einer MPU.

Weiter schreibst Du:

Zitat:
Ich habe angefangen, über mein Verhalten und mein Leben nachzudenken und nach Lösungsansätzen gesucht
Und was hast Du herausgefunden?

Das, was Du bist jetzt geschrieben hast, ist nur eine oberflächliche Erklärung. Solche Erklärungen bekommst Du auch, wenn jemand mit Dir redet, den Du nicht kennst.
Bei der MPU geht es um das innerliche "Warum?", nicht das, was Du auch Deinem Saufkumpel erzählst. Hier geht es um Dein wahres Ich.

Und dann die letzte Frage:

Warum kommt es nicht wieder vor?

Aber soweit bist Du noch nicht. Fang mal an, dich innerlich zufragen, wo Dein Problem liegt. Bis jetzt steht dor nur ein Satz: Ich habe Mist gebaut und das das tut mir Leid. Mehr nicht. Du hast ausserdem eine doppelte Fragestellung, Alkohol und Punkte. Was ist mit Alkohol? Was hast Du getrunken, wieviel hast Du getrunken, was war an dem Tag? Und wie Samuel schon geschrieben hat: Willkommen im Club der Alkoholiker. Bei 1,68 Prom. noch nicht voll?

Dann noch eine Frage:

Zitat:
Gefährdung des Straßenverkehrs
Da ich hier, in meinen Augen einen notorischen Linksfahrer vor mir hatte und dieser mich über 5km 4mal ausbremste und ich dabei immer ziemlich dicht auf dieses Fahrzeug auffuhr, habe ich ihn rechts überholt, da ich total wütend über sein Verhalten geworden bin.
Zuerst hatte ich das Gefühl der Genugtuung, doch danach stellte sich bei mir ein ganz schlechtes Bauchgefühl ein. Mit dieser Aktion, habe ich selber meinen Führerschein in die Mülltonne geworfen. Ich versuchte die ganze Geschichte runter zu spielen, indem ich mir immer wieder einredete- da kommt schon nichts. Mit der Zeit gelang mir, dass auch.
Als am nächsten Tag die Polizei bei mir war und mir Unfallflucht vorwarf, ging es mir nur noch schlecht und suchte nach Argumenten, um meine Unschuld zu belegen.
Ich lese nirgends was von Unfallflucht.... Nur hier.

Versuche mal die 5*-Bögen zu lesen, mit der Kritik. Komplett lesen und ganz wichtig: Verstehen, was gemeint ist.

Also, LESEN, LESEN, LESEN,

Gruß Maverick1854
__________________
Bestanden am 16.08.2010 um 13.00 Uhr
beim Ersten Anlauf
Vorbereitung: Hier
Vielen Dank Samuel und SAY
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  #9  
Alt 08.09.2010, 20:46
Dido Dido ist offline
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Registriert seit: 24.08.2010
Beiträge: 11
Standard Warum haben sie sich (immer wieder) so verhalten?

Hallo Bordeaux,

ich sehe dieses Forum als Chance und bin für jede Kritik dankbar, damit ich meine Sichtweise ändern kann.

Ich werde mir über das, was Du geschrieben hast, ernsthafte Gedanken machen und ich muss gestehen, dass das garnicht so einfach ist.

Vielen Dank
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  #10  
Alt 08.09.2010, 21:12
Dido Dido ist offline
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Beiträge: 11
Standard Warum haben sie sich (immer wieder) so verhalten?

Hallo eyeman,

ich sollte es vieleicht so Formulieren:

da ich mir Beruflich zuviel zugemutet habe, stand ich immer unter Stress und
war Überzeugt, dass nicht ich derjenige war, der zu schnell fuhr oder Fehler machte, sondern die anderen waren zu langsam oder verhielten sich falsch. Ich habe meine Interessen, über die der anderen Verkehrsteilnehmer gestellt. Die Verwarnungen, die ich wegen meines fehlerhaften Verhaltens bekam, habe ich innerlich bagatellisiert. Ich habe meinen Stress, mit dem Fahrzeug im Strassenverkehr abgebaut. Wenn ich unter Zeitdruck stand, wollte ich die verlorene Zeit wieder einholen und setzte mich so immer wieder unter Stress.

über Kritik und Zuspruch würde ich mich freuen, da es mir nur weiterhelfen kann.
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