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  #1  
Alt 23.08.2010, 14:51
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Standard MPU am 26.08.2010

Ein Hallo an alle.

Lese nun fast ein Jahr hier im Forum mit. Nun ist auch für mich die Zeit der MPU gekommen und ich möchte im Folgenden meinen Fragebogen mal hier einstellen. Vielleicht kann ja mal einer der Profis hier drüberlesen und mir ein paar Tipps geben. Vielen Dank im Voraus.

Theo
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  #2  
Alt 23.08.2010, 14:53
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Standard Zur Person

Zur Person
Geschlecht: m
Größe: 170cm
Gewicht:90kg
Alter: 44

Was ist passiert?
Datum der Auffälligkeit: 09.05.2009
BAK: 2,05
Trinkbeginn: ca. 18 Uhr am 08.05.2009
Trinkende: ca. 2 Uhr
Uhrzeit der Blutabnahme: 2.45 Uhr

Stand des Ermittlungsverfahrens
Gerade erst passiert: nein
Strafbefehl schon bekommen: ja
Dauer der Sperrfrist: 12 Monat

Führerschein
Hab ich noch: nein
Hab ich abgegeben: ja
Hab ich neu beantragt: ja

Führerscheinstelle
Hab schon in meine Akte geschaut Ja/Nein: ja
Sonstige Verstöße oder Straftaten?: ja, 1mal Alkohol, 1mal überhöhte Geschwindigkeit

Konsum
Ich trinke noch Alkohol, wenn ja wie oft wieviel: nein
Ich lebe abstinent seit: ja, seit 21.09.2009

Abstinenznachweis
Haaranalyse ja/nein: nein
Leberwerte ja/nein seit wann, wieviele: nein
ETG-Programm ja/nein: ja, 6 Monate, am 29.07.2010 abgeschlossen
Keinen Plan?:

Aufarbeitung
Suchtberatungsstelle aufgesucht?: ja
Selbsthilfegruppe (SHG): ja
Psychologe/Verkehrspsychologe: ja
Kurs für verkehrsauffällige Autofahrer: nein
Ambulante/stationäre Therapie: nein
Keine Ahnung:

MPU
Datum: 26.08.2010
Welche Stelle (MPI): Dekra Bautzen
Schon bezahlt?: nein

Schon eine MPU gehabt? nein
Wer hat das Gutachten gesehen?:
Was steht auf der letzten Seite (Beantwortung der Fragestellung)?:

Altlasten
Bereits durch Alkohol auffällig geworden Punkte oder sonstige Straftaten: ja

- 05.10.2008 Trunkenheit BAK 1,75
- 04.03.2009 18 km/h zu schnell
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  #3  
Alt 23.08.2010, 14:54
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Tathergang

1. Beschreiben Sie den Tag Ihrer Trunkenheitsfahrt aus eigener Sicht mit Datum und Uhrzeiten.
(wann, wo und mit wem getrunken / wann und wie aufgefallen / Promille)

Es war am Freitag, den 08.05.2009. Mein Chef hatte mich gebeten, an der nächstmögliche Stelle anzuhalten und auf weitere Anweisungen zu warten. So hielt ich ca. 15 Uhr kurz vor Genthin an einer Tankstelle an. Habe dort zwei oder drei Kaffee getrunken, mich mit ein paar jungen Leuten an der Tankstelle unterhalten. Nach zwei Stunden bekam ich die Nachricht, dort stehen zu beleiben und Sonntag früh zur Ladestelle zu fahren. Ich erkundigte mich beim Tankstellenbesitzer, ob ich stehen bleiben könnte und er wies mir einen Parkplatz zu. Danach trank ich mit einem hinzugekommenen LKW-Fahrer 2 oder 3 Bier 0,5l. Auf die Nachfrage ob es hier eine Kneipe gäbe, fuhr ich mit einem der Jugendlichen in die Stadt. In der Kneipe trank ich dann ca. 2 bis 3 Wodka (10cl!). Er wollte jedoch wieder zurück, so fuhr ich mit. Zurück an der Tankstelle habe ich etwas gegessen. Es waren noch ein paar Leute an der Tankstelle. Habe dann wohl noch ein oder zwei Wodka (Flachmann) gekauft und getrunken. Zu später Stunde hat sich die Tankstelle geleert. Habe dann irgendwann abgesattelt und bin mit der Zugmaschine zur Kneipe gefahren. Habe dort noch einmal ca. 4 Wodka (10cl) getrunken und wollte mich dann auf den Rückweg machen, kam jedoch keine 500m. Da hat mich die Polizei angehalten.

2. Was und wie viel haben Sie am Tattag insgesamt getrunken?
(Genaue Angaben in Sorte, Menge, Trinkzeit)

Zwischen 17 Uhr abends bis 2 Uhr früh 3 Bier 0,5l, 7 Wodka (10cl), 2 Wodka (Flachmann)

3. Wie viel Kilometer fuhren Sie, bis Sie aufgefallen sind und wie viel Kilometer wollten Sie insgesamt fahren?

Gefahren bin ich, soweit ich weiß keine 500m, fahren „wollte“ ich ca. 4km

4. Hatten Sie das Gefühl, noch sicher fahren zu können?
(Ja/Nein + Begründung)

Keine Ahnung, aber offenbar war ich infolge völliger Selbstüberschätzung und Enthemmung der Meinung, noch fahren zu können.

5. Wie haben Sie die Trunkenheitsfahrt vermeiden wollen (wenn überhaupt)?

Sehr interessante Frage. Auch wenn das jetzt vielleicht unglaubwürdig erscheint. Auf Grund vorangegangener ähnlicher Alkoholexzesse kannte ich mich. Ich hatte mir eigentlich vorgenommen, die Tankstelle nicht zu verlassen. Leider ist dieser Vorsatz mit zunehmender Wirkung des Alkohols offensichtlich verloren gegangen.

6. Haben Sie bereits früher im Straßenverkehr unter Alkoholeinfluss gestanden und sind aufgefallen?

Ja, ca. ein halbes Jahr vorher, am 05.10.2008. Rückblickend muss ich sagen, damals war der oft zitierte „Schuss vor den Bug“ zu klein. Es wurde als Bagatellfall eingestuft. Ich wurde von der Polizei schlafend vorgefunden. Der BAK ergab damals 1,75. Lt. einer Zeugenaussage war ich auf einem Parkplatz ca. 1m rückwärts gefahren. Es gab einen Strafbefehl von 1200€ sowie 3 Monate Fahrverbot. Ich legte Widerspruch ein, erhielt am 29.12.2008 meinen Führerschein zurück. Es gab dann am 23.03.2009 ein Urteil, 990 € Geldstrafe. Ich erhielt dann im Juli eine Aufforderung zur MPU, aber da war ja dann das Kind endgültig richtig in den Brunnen gefallen.

7. Wie oft haben Sie alkoholisiert am Straßenverkehr teilgenommen ohne aufzufallen und was folgern Sie daraus?

Das ist schwer zu sagen, ich schätze mal die letzten 10 Jahre so einmal im Monat, also ca. 120 Mal.

Exploration

8. Wann hatten Sie den ersten Kontakt mit Alkohol und wann haben Sie das erste Mal Alkohol zu sich genommen?
(Allererste Erinnerung und erster Konsum)

Keine leichte Frage. Ich bin ziemlich spät ins sog. Diskoalter gekommen, ich glaube so mit 17. Da habe ich ein paar Bier getrunken. Noch genau kann ich mich an meinen ersten richtig „deftigen“ Kontakt mit Alkohol erinnern. Wir haben einen Schulkumpel zu Armee verabschiedet, das war im April 1984, ich war 18. Mir ging es danach 3 Tage sehr schlecht.

9. Haben Sie regelmäßig Alkohol getrunken, und wie hat sich ihr Trinkverhalten in den letzten Jahren entwickelt?

Ich habe früher Alkohol nur zu besonderen Anlässen, wie Geburtstagen und anderen Feierlichkeiten getrunken. Das hat sich zum ersten Mal zu meiner ersten Scheidung geändert, die liegt jetzt 15 Jahre zurück. Danach folgte wieder eine Zeit, wo ich mal mehr mal weniger getrunken habe. Nach einer weiteren Trennung habe ich meinen Lebenswandel eine längere Zeit komplett umgestellt und gar nicht getrunken. Die letzten ca. 5 Jahre hat es dann bis zur letzten TF stetig zugenommen, die Regelmäßigkeit, aber noch viel mehr die Intensität.

10. Wie viel und wie oft haben Sie getrunken?
(Genaue Angaben in Sorte, Menge, Häufigkeit)

Wie gesagt, früher waren es nur bestimmte Anlässe, vielleicht 1 Mal im Monat und dann 2 oder 3 Bier. Bei meinem ersten „Absturz“ habe ich bis zu zwei Flaschen Weinbrand in der Woche getrunken. Nach meiner selbstverordneten Abstinenzzeit habe ich dann anfangs wieder nur zu Feierlichkeiten zwei oder drei Wodka getrunken. Daraus wurden dann an fast jedem WE ca. 10 Bier und eine Flasche Wodka, zeitweise 2 Flaschen Wodka in der Woche.

11. Wo und mit wem haben Sie überwiegend getrunken?

Das war situationsbedingt. In Genusszeiten habe ich mit Freunden, mit der Familie oder zu bestimmten Veranstaltungen (bin seit 1993 im Schützenverein) mit Bekannten getrunken. In Zeiten des exzessiven Trinkens habe ich dies allein oder in recht zweifelhafter Gesellschaft (möchte darauf nicht weiter eingehen) getan.
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  #4  
Alt 23.08.2010, 14:55
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12. Warum haben Sie getrunken?
(Innere + äußere Motive)
Wie oben schon erwähnt, wurde zu bestimmten Anlässen aus Genuss getrunken, es wurde zu Geburtstagen, Eheschließungen oder Geburten angestoßen. Man wollte einfach dazugehören. Ganz anders war es in den Zeiten des erhöhten Alkoholgebrauches (-missbrauches). Ich habe versucht die bestehenden Probleme einfach zu vergessen, vielleicht auch in der Hoffnung, die Probleme lösen sich einfach auf. Meine ganze Geschichte hier zu erzählen, würde zu weit führen, daher die Kurzform. War seit 1990 (mit der Wende) selbständig. 1993/4 lief die Firma zeitweise sehr schlecht, ich habe nebenbei ein Haus gebaut, daher eine Menge Schulden. Habe ein halbes Jahr in dem Haus gewohnt, dann kamen die erste Scheidung und auch der erste Tiefpunkt. Danach normalisierte sich mein Leben, war in einer Partnerschaft, der Firma ging es wieder besser. Habe mich dann 2002 von meiner Lebenspartnerin getrennt, bin umgezogen und habe mit einer neuen Frau versucht, ein neues Leben zu beginnen. Ab 2005 ging es dann steil bergab. Mein Geschäftspartner hat sich von mir getrennt, habe dann meine eigene Firma aufgemacht. Aus verschiedenen Gründen (auch von mir nicht beeinflussbaren) musste ich meine Firma Ende 2007 schließen. Zuvor hatte man mir mein Auto gestohlen und die Versicherung weigerte sich zu zahlen. So saß ich auf einem riesigen Berg Schulden. Und zu allem Überfluss war die Frau an meiner Seite auch ein Fehlgriff (viele hatten mich vorher gewarnt, erfolglos). 3 Tage vor meiner letzten TF war die Scheidung.

13. Welche Wirkung haben Sie in der Vergangenheit nach Alkoholgenuss bei sich beobachtet?
(bei wenig und bei viel Alkohol)

Bei wenig Alkohol war man lustig und enthemmt, aber noch immer Herr seiner Sinne. Bei mir hieß viel Alkohol, trinken bis zum Blackout oder zumindest bis kurz davor.

14. Gab es kritische Hinweise Anderer auf Ihren Alkoholkonsum und wie haben Sie darauf reagiert?

Bei meinem ersten Tiefpunkt war ich noch selbstkritisch genug, selber die Kurve zu kriegen. Mein Umfeld hat davon relativ wenig mitbekommen, habe ja meistens allein getrunken. Meine Frau hat es nicht mehr interessiert. Bis zu meiner letzten TF gab es eine ganze Reihe kritischer Hinweise von Bekannten und Freunden. Leider habe ich diese ignoriert und immer behauptet, ich habe alles im Griff. Und die „falschen“ Freunde hat es nicht interessiert, die haben ja mitgetrunken.

15. Welche Auswirkungen und Folgen hatte Ihr Alkoholkonsum auf Ihr Leben und Ihr Umfeld?

Mit heutiger Sicht haben sich die Probleme nicht gelöst, sie sind sogar noch größer geworden. Letzter Akt in diesem Drama war, ich habe nach meiner letzten TF meinen Job verloren. Ich war fast nur noch von Freunden umgeben, deren Leben eigentlich nur aus Alkohol besteht.

16. Gab es in Ihrem bisherigen Leben frühere Zeiten, in denen sie weit mehr Alkohol als heute getrunken haben?
Wenn ja, nennen sie bitte die Lebensabschnitte und mögliche Ursachen und Umstände dafür.

Nein

17. Haben sie jemals die Kontrolle über ihre Trinkmenge verloren und bis zur Volltrunkenheit Alkohol konsumiert?

Ja, in Zeiten, in denen ich das Gefühl hatte, die Probleme wachsen mir über den Kopf, habe ich wenn ich getrunken habe, oft bis zum Blackout getrunken.

18. Haben Sie früher schon einmal oder öfter über einen längeren Zeitraum bewusst und mit Absicht völlig auf den Genuss von Alkohol verzichtet?

Ja, nachdem ich mich von meiner Lebenspartnerin getrennt und versucht habe ein neues Leben zu beginnen, habe ich abstinent gelebt.

19. In welcher Kategorie von Trinker haben sie sich früher gesehen und wie stufen Sie sich heute rückblickend ein?
(mit Begründung)

Früher war ich immer der Meinung, ich habe alles im Griff. Und das obwohl meine Freundin mich immer daraufhin gewiesen hat, dass ich ein Alkoholproblem habe. Sie hat in Ihrem Leben so gut wie keinen Alkohol getrunken (mal ein Glas Sekt zu Silvester). Und das aus gutem Grund, ihr Vater und ihr Exmann waren beide Alkoholiker.
Anfang dieses Jahres habe ich mir dann professionelle Hilfe gesucht. Zu dieser Zeit habe ich schon über 3 Monate abstinent gelebt. In einem mehrstündigen Gespräch mit einem Psychologen haben wir herausgearbeitet, dass es sich bei mir um Alkoholmissbrauch gehandelt hat. Ich war mir ehrlich gesagt damals nicht ganz sicher, zumal der Übergang von Missbrauch zu Abhängigkeit ja bekannter Weise sehr fließend ist.

Heute und in Zukunft

20. Trinken Sie heute Alkohol? Wenn ja, was, wie viel und wie oft?
(Genaue Angaben in Sorte, Menge, Häufigkeit)

Nein

21. Wann haben Sie zuletzt Alkohol getrunken?

Am 20.09.2009

22. Trinken sie gelegentlich alkoholfreies Bier?

Nein

23. Warum trinken Sie heute Alkohol/keinen Alkohol?

Dafür gibt es mehrer Gründe. Vom jetzigen Standpunkt betrachtet, lassen sich Probleme mit Alkohol nicht lösen, es kommen nur neue dazu. So konnte es nicht weiter gehen.
Ein weiterer Grund ist für mich auch das erkennen von gesundheitlichen Schäden. Ich habe keine Lust in fünf Jahren so auszusehen, wie einige meiner früheren Freunde oder ein Gehirn zu haben, wie ein Alzheimerkranker.
Einen Grund, den ich bei der MPU allerdings nicht in den Vordergrund rücken werde, ist für mich, ich möchte endlich wieder aktiv am Berufsleben teilnehmen und dafür ist der Führerschein für mich unabdingbar. Mit HarzIV kann man sein Leben nicht gestalten.

24. Warum haben Sie das Trinken reduziert bzw. aufgegeben und warum nicht schon eher?

Eigentlich sollte man ja denken man wird mit den Jahren weiser. Schließlich ist es mir ja vor zehn Jahren auch gelungen, einfach aufzuhören. Ich bin der Meinung, ich bin dieses Mal schon ziemlich tief in den Strudel geraten und ich habe die mahnenden Worte der verbliebenen echten Freunde einfach ignoriert, weil ich der Meinung war, ich stehe über den Dingen. Inzwischen habe ich das Problem jedoch verinnerlicht. Ein aktiv gestaltetes Leben ist mir wichtiger, als ein Alkoholrausch.
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  #5  
Alt 23.08.2010, 14:56
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25. Wie haben Sie die Änderung Ihres Trinkverhaltens erreicht und dabei die Umstellungsphase erlebt?

Nach meiner letzten TF habe ich vielleicht 3 Wochen nichts getrunken, was ich auf den Schockzustand zurückführe. Danach war ich der Meinung, wenn ich in Zukunft keinen hochprozentigen Alkohol mehr trinke, dürfte es für mich kein Problem geben. Ich habe dann 2 oder 3-mal die Woche ein paar Bier getrunken. Interessanter Weise war der Anstoß, überhaupt keinen Alkohol mehr zu trinken ein Telefonat mit einem Freund, der selber ein akutes Alkoholproblem hatte (und wie ich jetzt feststellen muss, auch noch hat). Er meinte, versuche doch einfach mal 4 Wochen lang überhaupt nichts Alkoholisches zu trinken. Das habe ich dann auch getan. Und erst dann hat bei mir wohl auch die Phase des Nachdenkens eingesetzt. Ich habe mich im Internet, unter anderem in diesem Forum in das Problem der Alkoholabhängigkeit bzw. des –mißbrauches eingelesen und habe mir Literatur besorgt. Je mehr ich mich informiert habe, umso klarer wurde mir, wie mein Leben in den letzten Jahren abgelaufen ist. Ich fing nun an, mich intensiv an die Aufarbeitung zu machen. Ich suchte mir professionelle Hilfe und plante, wie es weiter gehen sollte. Ich konnte wieder ruhig schlafen, und das ohne vorher fast bis zur Besinnungslosigkeit Alkohol getrunken zu haben.

26. Wie wirkt sich Ihr geändertes Verhalten auf Sie, Ihr Leben und Ihr Umfeld aus?

Meine Freundin kann es noch immer nicht glauben (sie hat bis heute zu mir gehalten!). Mein Freundeskreis hat sich stark verändert. Einige der „alten“ Freunde sind erstaunt und von manchem ernte ich Lob, sie hätten mir diese Umstellung nicht zugetraut. Früher war der Sonntag meistens „gestorben“, wenn ich mich Sonnabend wieder einmal dem Wodka „gewidmet“ hatte. Heute fahre ich mit zu Fußballspielen des Sohnes meiner Freundin. Er ist froh, einen väterlichen Freund zu haben, der sich für seinen Sport interessiert. Inzwischen bin ich ein Mensch geworden, der andere Menschen in seinem Umfeld auf ihr Problem mit dem Alkohol aufmerksam macht bzw. versucht anderen Leuten klar zu machen, das sie das Auto lieber stehen lassen sollten.

27. Wie stellen Sie sicher, dass Ihr neues Verhalten dauerhaft stabil bleibt?

In Zukunft gehe ich die Lösung von Problemen offensiv an. Meine Scheidung habe ich inzwischen überwunden. Ich habe eine Freundin, die mit beiden Beinen im Leben steht. Meinen Schuldenberg habe ich zwar noch immer. Jedoch habe ich die Zeit bis heute genutzt, um alles aufzuarbeiten. Somit stehe ich jetzt kurz vor der Eröffnung der Privatinsolvenz. Ich habe jetzt das Gefühl, mein Leben wieder im Griff zu haben, ohne Alkohol. Ich möchte das Heft der Handlung nicht mehr aus der Hand geben oder dem Alkohol überlassen. Leider sind meine Versuche, eine Arbeit zu finden bisher gescheitert. Früher hätte ich wohl einfach versucht mit Hilfe des Alkohols abzuschalten. Heute versuche ich es einfach weiter, bis meine Versuche von Erfolg gekrönt sind. Mit meinem heutigen Wissen über die für mich verheerende Wirkung der Alkoholexzesse, fällt es mir leichter, auch mal eine Niederlage einzustrecken. Umso glücklicher fühle ich mich, wenn ich ein Problem mit Erfolg gelöst habe.

28. Können Sie sich vorstellen, jemals wieder in Ihre alten Gewohnheiten zurückzufallen?
(Ja/Nein + Begründung)

Nein. Ich habe noch immer die Verbindung zu meiner SHG und dessen Chef. Dort könnte ich mir jederzeit wieder Hilfe holen.
Ich denke, durch die Aufarbeitung habe ich meinen Blick für das Entstehen neuer Probleme geschärft und werde dessen Lösung offensiv angehen. Früher habe ich mich in mein stilles Kämmerlein zurückgezogen und die Probleme in mich hineingefressen. Jetzt werde ich sie versuchen selbst zu lösen, und wenn das nicht funktioniert, mir notfalls Hilfe von außen holen. Nicht zu vergessen ist natürlich auch, ich habe eine Freundin, die mir zur Seite steht.

29. Wie wollen sie in Zukunft das Trinken vom Fahren trennen?

Ganz einfach, ich lebe abstinent.

30. Haben Sie zum Abschluss noch etwas hinzuzufügen?

Man liest fast täglich in den Zeitungen oder hört im Fernsehen von Unfällen die unter Einfluss von Alkohol passieren. Ich war zwar damals stinksauer auf die Polizei, die mich angehalten hat. Aus heutiger Sicht kann ich nur froh sein, dass nichts Schlimmeres passiert ist. Ich wage mir gar nicht vorzustellen, was meine 8t Eisen und Stahl hätten verursachen können, ich war mit einer LKW-Zugmaschine unterwegs.
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  #6  
Alt 23.08.2010, 17:04
Kai R. Kai R. ist offline
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Hallo,

schöner Bogen, schöne Aufarbeitung.

Ich habe eine kleine Sorge dass 6 Monate AB-Nachweis zu wenig sein könnten. Aber das kann man riskieren. Von der Aufarbeitung her dürfte nix schief gehen.

Viele Grüße

Kai
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  #7  
Alt 23.08.2010, 17:09
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Danke Kai R.

das mit den nur 6 Monaten Nachweis ist auch meine größte Unsicherheit. Leider habe ich recht spät von den ETG-Screenings gehört (war im Sept. 2009 beim Arzt wg. Leberwerten, er gab mir auf nachzufragen, welche Werte notwendig sind). Leider konnte ich von der DEKRA keine Infos erhalten. Erst das Gespräch Anfang Januar mit einem Psychologen brachte Licht ins Dunkel. Aber ich hoffe, ich habe die Richtlinien richtig gelesen, und da steht was von 6 Monaten.

Theo
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  #8  
Alt 23.08.2010, 17:26
Kai R. Kai R. ist offline
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Zitat:
Zitat von theo Beitrag anzeigen
Aber ich hoffe, ich habe die Richtlinien richtig gelesen, und da steht was von 6 Monaten.
reicht ja auch bei freiwilliger AB. Dann müssen halt die Antworten so sein, dass Du nicht in die Pflicht-AB Ecke abgleitest. Also vermeide Aussagen die in Richtung Alkoholkrankheit oder Abhängigkeit gehen - heftiger Mißbrauch reicht ja auch schon.

Hast Du noch ein paar Leberwerte aus der Zeit Ende letzten Jahres? Die würde ich mitbringen.

Grüße

Kai
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  #9  
Alt 23.08.2010, 17:34
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Da hast Du natürlich Recht, wird eine ganz schöne Gratwanderung. Ich war mir ja am Anfang der Aufarbeitung selber nicht ganz sicher, ist es Abhängigkeit oder Missbrauch. Daher hatte ich mir auch professionellen Rat geholt.
Werde also versuchen, Deinen Rat beim GA zu beherzigen.

Danke nochmal Kai R.

Theo
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  #10  
Alt 23.08.2010, 21:54
Maverick1854 Maverick1854 ist offline
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Hallo erstmal...

Zitat:
28. Können Sie sich vorstellen, jemals wieder in Ihre alten Gewohnheiten zurückzufallen?
(Ja/Nein + Begründung)

Nein. Ich habe noch immer die Verbindung zu meiner SHG und dessen Chef. Dort könnte ich mir jederzeit wieder Hilfe holen.
Ich denke, durch die Aufarbeitung habe ich meinen Blick für das Entstehen neuer Probleme geschärft und werde dessen Lösung offensiv angehen. Früher habe ich mich in mein stilles Kämmerlein zurückgezogen und die Probleme in mich hineingefressen. Jetzt werde ich sie versuchen selbst zu lösen, und wenn das nicht funktioniert, mir notfalls Hilfe von außen holen. Nicht zu vergessen ist natürlich auch, ich habe eine Freundin, die mir zur Seite steht.
Anstelle des Nein, muß ein Ja stehen und das Wort "Natürlich" lass lieber weg. Natürlich ist eine Verharmlosung. Versuche das Wort zu vermeiden. Besser wäre : Nein, aber Ich habe noch...

Ausserdem:

Zitat:
Nach meiner letzten TF habe ich vielleicht 3 Wochen nichts getrunken
das ist zu vage. Das hast Du öfters geschieben. Du musst das noch ein bisschen genauer schreiben, nicht ungefähr, sondern reine Fakten...

Zitat:
Meinen Schuldenberg habe ich zwar noch immer.
Gehe da auch ein bisschen genauer drauf ein. Was, wieviel und warum. Wie ist es heute...Das kommt immer gut. Du musst beweisen, das Du nicht wieder in so eine Situation kommen kannst. Entweder lässt Du die Schulden raus, oder du baust sie geschickt mit ein, dann aber richtig und genauer. Denke daran, Du sitzt vor einem Psychologen. Beziehe das auch auf die Schulden. Wenn Du sie mit reinbringst, dann musst Du auch dort dich nackich machen. Wenn Du einen Plan hast, und dieser sicher ist, was deine Schulden angeht, dann ist das Gut, wenn Du das aber nciht hast, dann lass es lieber weg...

Dann noch eins:

Zitat:
Einige der „alten“ Freunde sind erstaunt und von manchem ernte ich Lob, sie hätten mir diese Umstellung nicht zugetraut.
Lass die alten Freunde weg und ersetzte es mit:

Alle, die früher meine Situation kritisiert haben, stehen hinter mir und bewundern mich für meinen Lebenswandel. Damit ziegst Du, das Du "alte"
Freunde nicht mehr hast. Somit auch weniger in den "Alten" Kreis zurückfallen kannst.

So, ich weiß nichts mehr, ausser...

Zitat:
Es war am Freitag, den 08.05.2009. Mein Chef hatte mich gebeten, an der nächstmögliche Stelle anzuhalten und auf weitere Anweisungen zu warten. So hielt ich ca. 15 Uhr kurz vor Genthin an einer Tankstelle an. Habe dort zwei oder drei Kaffee getrunken, mich mit ein paar jungen Leuten an der Tankstelle unterhalten. Nach zwei Stunden bekam ich die Nachricht, dort stehen zu beleiben und Sonntag früh zur Ladestelle zu fahren. Ich erkundigte mich beim Tankstellenbesitzer, ob ich stehen bleiben könnte und er wies mir einen Parkplatz zu. Danach trank ich mit einem hinzugekommenen LKW-Fahrer 2 oder 3 Bier 0,5l. Auf die Nachfrage ob es hier eine Kneipe gäbe, fuhr ich mit einem der Jugendlichen in die Stadt. In der Kneipe trank ich dann ca. 2 bis 3 Wodka (10cl!). Er wollte jedoch wieder zurück, so fuhr ich mit. Zurück an der Tankstelle habe ich etwas gegessen. Es waren noch ein paar Leute an der Tankstelle. Habe dann wohl noch ein oder zwei Wodka (Flachmann) gekauft und getrunken. Zu später Stunde hat sich die Tankstelle geleert. Habe dann irgendwann abgesattelt und bin mit der Zugmaschine zur Kneipe gefahren. Habe dort noch einmal ca. 4 Wodka (10cl) getrunken und wollte mich dann auf den Rückweg machen, kam jedoch keine 500m. Da hat mich die Polizei angehalten.
Genauer... Waren es 2 oder 3? Wie sieht es aus, mit der Berechnung zum Pegel... Passt das? Widmark'sche Formel oder gib mal Promille - Rechner in die Suchmaschine ein...

Verstehst?
Gruß Maverick1854
__________________
Bestanden am 16.08.2010 um 13.00 Uhr
beim Ersten Anlauf
Vorbereitung: Hier
Vielen Dank Samuel und SAY
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