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  #1  
Alt 26.09.2018, 17:08
Radler19 Radler19 ist offline
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Standard Fragebogen zu TF auf dem Fahrrad

Hier mein Fragebogen, ist relativ lang geworden, da ich mir viel Mühe gegeben hab, alles Gedanken usw. reinzupacken und rüberzubringen. Wäre euch sehr dankbar für eure Kommentare. Termin für die MPU steht noch nicht, aber ich wollte die Gedanken dafür schonmal schriftlich fixieren und fragen, ob ir Ideen habt, in welchem Bereich ich mir nochmal Gedanken machen sollte.

Bitte wiederholt diese Angaben nochmal, da diese zum Überprüfen eurer Trinkmengen benötigt werden:
Zur Person
Geschlecht: männlich
Größe: 183
Gewicht:74
Alter:27

eventl. Bundesland:

Was ist passiert?
Datum der Auffälligkeit: Ende Mai 2018
BAK: 1,91
Trinkbeginn:14:30
Trinkende:21:15
Uhrzeit der Blutabnahme: 21:52


Tathergang

1. Beschreiben Sie den Tag Ihrer Trunkenheitsfahrt aus eigener Sicht mit Datum und Uhrzeiten.
(wann, wo und mit wem getrunken / wann und wie aufgefallen / Promille)

Nachdem ich 2 Tage vorher zum Praktikum in die neue Stadt gezogen war, wollte ich mit zwei Freunden, die schon länger dort studieren, zum Pokalfinale im Fußball, in dem der Vereins unserer Heimatstadt gegen die neue Stadt spielte und das Spiel anschauen. Wir trafen uns um 14 Uhr an der Wohnung meiner Freunde. Da ich die Entfernungen in der Stadt noch nicht greifen konnte, fuhr ich mit dem Rad, um flexibel zu sein. Zusammen gingen wir dann ins Stadion. Es herrschte eine gute Stimmung, wobei die Gesamtsituation neu für mich war, da ich von einem Fußballspiel, das ich mit ca. 9-10 Jahren besucht hatte, dass erste Mal im Stadion zu einem Spiel war. Vor Spielbeginn kauften wir uns das erste Bier und begannen das Spiel zu schauen. Die Stimmung im Gästeblock war sehr ausgelassen, auch weil im Spielverlauf unsere Mannschaft die Führung übernahm. Im weiteren Verlauf kauften wir uns noch 3 Bier und ein Radler, die wir verteilt über den Zeitraum bis zum Verlassen des Stadions nach der Siegesfeier um ca. 17:15 tranken. Anschließend schlug einer meiner Freunde vor, dass wir noch auf den Sieg anstoßen könnten und in die Schänke einer Bäckerei, die viermal im Jahr einen kleinen Biergarten auf der Straße eröffnet, gehen könnten. Wir gingen zu Fuß dorthin und trafen dort noch weitere Bekannte meiner Freunde. Im weiteren Verlauf des Abends trank ich dort noch 5 Bier bis ca. 21:15. Nachdem ich merkte, dass ich deutlich betrunken und müde war, beschloss ich gemeinsam mit einem Freund, nach Hause zu gehen.
Die besagte Bäckerei war, wie ich feststellte, ca. 400 Meter von meiner neuen WG entfernt, wobei ca. 350 Meter durch eine Fußgängerzone führen. Die ersten ca. 200 Meter ging ich noch mit meinem Freund, der ebenfalls nach Hause ging, zu Fuß, bevor sich die Heimwege teilten. Anschließend stieg ich auf mein Rad und fuhr weiter nach Hause. Als ich aus der Fußgängerzone herausfuhr, wechselte ich auf den Gehsteig und wollte nun noch einmal die Straße queren zu meinem Haus. Davor wurde ich jedoch von der Polizei angehalten.
Bei der anschließenden AAK erreichte ich einen Wert von 0,99g. Anschließend fuhren wir in das Krankenhaus, wo eine Blutentnahme (1,91 Promille) gemacht wurde. Während der Fahrt wurden mir die Konsequenzen meiner TF bewusst. Obwohl mich die Polizisten beruhigten und erklärten, dass ich lediglich eine Geldstrafe bekäme, war ich einerseits über den hohen Wert schockiert, zum anderen hatte ich große Sorge, dass durch die Strafe meine Approbation als Arzt im nächsten Jahr nicht genehmigt werden würde, was mich innerlich sehr intensiv beschäftigte. Danach boten mir die Polizisten an, mich nach Hause zu fahren, was ich gerne annahm.
In meiner WG angekommen telefonierte ich mit meinem Bruder, da ich innerlich sehr aufgewühlt war und mit einer mir vertrauten Person sprechen wollte. Mein Bruder versuchte mich zu beruhigen, indem er versuchte die TF objektiv einzuordnen. Nach dem Telefonat, was ca. 1h ging, habe ich dann versucht schlafen zu gehen, wobei ich relativ unruhig war.

2. Was und wie viel haben Sie am Tattag insgesamt getrunken?
(Genaue Angaben in Sorte, Menge, Trinkzeit)

5 Bier 14:30-17:15
4-5 Bier 17:45-21:15 (Die Trinkmenge habe ich anschließend durch andere Personen aus der Runde bestätigen lassen, da ich mir selber nicht absolut sicher war, was die Anzahl der konsumierten Biere angeht, Fimriss.)

3. Wie viel Kilometer fuhren Sie, bis Sie aufgefallen sind und wie viel Kilometer wollten Sie insgesamt fahren?
ca 200 Meter, auch nach 200 Metern aufgefallen.

4. Hatten Sie das Gefühl, noch sicher fahren zu können?
(Ja/Nein + Begründung)
In der Fußgängerzone ging es 170 Meter geradeaus, hierbei war mir bewusst, dass ich betrunken war. Jedoch dachte ich subjektiv, dass ich mein Fahrrad die Straße bis zur Haustür noch ausrollen lassen könne. Beim Wechsel auf den Gehsteig musste ich die erste Kurve fahren, hierbei machte ich einen deutlichen „Schlenker“, der mir selber auffiel. Hier (vor meiner Haustür) wurde mir mein Betrunkenheitsgrad bewusst, jedoch hielt in diesem Moment auch die Polizei neben mir an zur Kontrolle, da sie den Schlenker beobachtet hatten.

5. Wie haben Sie die Trunkenheitsfahrt vermeiden wollen (wenn überhaupt)?
Normalerweise gehe ich, wenn ich Alkohol trinke, zu Fuß bzw. schiebe auf dem Heimweg, wenn ich mit dem Fahrrad unterwegs bin, was ich auch in dieser Situation vorgehabt habe. Eine klare Grenze, ab wie viel ich schiebe, hatte ich bisher nicht. Ich glaube, dass ich mich durch die kurze gerade Strecke durch die Fußgängerzone und gedanklich bereits die Haustür vor Augen, habe hinreißen lassen, auf das Fahrrad zu steigen.

6. Haben Sie bereits früher im Straßenverkehr unter Alkoholeinfluss gestanden und sind aufgefallen?
Im Auto nie, da ich die Gefahr schon immer sehr hoch eingeschätzt habe, hier habe ich zu meinem 18 Geburtstag eine 0,0 Promille Regel (Probezeit und darüber hinaus) für mich aufgestellt, die ich konsequent einhalte. Mit dem Rad bin ich öfter unterwegs gewesen im Alter zwischen 16-18 Jahren mit Konsum von 2-5 Bier, bei größerem Konsum habe ich geschoben, die Entscheidung zwischen Fahren und Schieben habe ich allerdings immer im Einzelfall subjektiv entschieden. Im Studium habe ich dieses Verhalten beibehalten, wobei ich hier sehr selten abends mit dem Fahrrad unterwegs war, aufgrund der Fußläufigkeit der Stadt.
Auffällig wurde ich hierbei nie.

7. Wie oft haben Sie alkoholisiert am Straßenverkehr teilgenommen ohne aufzufallen und was folgern Sie daraus? (Tip Anmerkung von Jody lesen (danke Jody) KLICK)
Die Anzahl der Fahrradfahrten unter Konsum von bis zu maximal 4 Bier im Studium dürfte bei ca. 25 Stück liegen. Die Anzahl bis zum Beginn des Studiums ist sicherlich höher, jedoch kann ich diese nur schätzen ca 80.

Exploration

8. Wann hatten Sie den ersten Kontakt mit Alkohol und wann haben Sie das erste Mal Alkohol zu sich genommen?
(Allererste Erinnerung und erster Konsum)
Kontakt das erste Mal, als die Eltern abends ein Glas Wein oder ein Bier getrunken haben, Alter ist nicht erinnerlich. Selber habe ich das erste Mal in den Sommerferien zwischen dem 15 und 16 Lebensjahr mit meinem Vater ein Bier getrunken, da meine Eltern wollten, dass ich das erste Mal Alkohol trinke, wenn sie dabei sind.

9. Haben Sie regelmäßig Alkohol getrunken, und wie hat sich ihr Trinkverhalten in den letzten Jahren entwickelt?
In der Schulzeit ab 15/16 am Wochenende wenn man sich bei einem Freund oder in einer Kneipe getroffen hat. Während des Studiums habe ich im Durchschnitt 1x pro Woche Alkohol getrunken, meistens am Wochenende auf Feiern3- 5 Bier, oder unter der Woche 2 Bier in einer Kneipe. Ein-bis zweimal pro Jahr höherer Konsum. Dieses Konsumverhalten habe ich bis zu meinem Examen beibehalten. Im letzten halben Jahr habe ich ein Freisemester gemacht, um meine Doktorarbeit fertig zu stellen, was mit einem Umzug verbunden war. In dieser Zeit hat sich mein Konsum reflektorisch deutlich gesteigert. Da ich mir meine Arbeitszeit frei einteilen und unter der Woche, wenn ich es wollte, frei machen oder später aufstehen konnte, war ich abends öfters weg und habe auch dann 4- 6 Bier an einem Abend konsumiert oder mit einer Mitbewohnerin bspw. bei einem Serienabend zu zweit zwei Flaschen Wein.

10. Wie viel und wie oft haben Sie getrunken?
(Genaue Angaben in Sorte, Menge, Häufigkeit)
Im letzten halben Jahr im Durschnitt 2x Woche (entweder 3-6 Bier oder 3-4 Gläser Wein), in manchen Wochen 3x, andere Wochen gar nicht.
Hochprozentiges (Schnaps oder Longdrinks) nur nach einem üppigen Essen zu Hause oder selten als Cocktail abends bei einem Freund (2-3xJahr)

11. Wo und mit wem haben Sie überwiegend getrunken?
Mit Freunden in Bars/Kneipen oder mit Mitbewohnern beim Kochen, Filmeabend usw. in der WG, „Zuhause“ mit der Familie am Abend beim Unterhalten 2-3 Bier, wenn ich mit meinem Bruder sehr lange saß auch mal vier Bier

12. Warum haben Sie getrunken?
(Innere + äußere Motive; Anmerkung: o.g. Link "psychologisches Gespräch" lesen)

Ich habe in Gesellschaft getrunken, meistens mit Freunden in einer Kneipe oder wenn man sich bei jmd. zu Hause getroffen hat bzw. auf Feiern, da gehörte es in der Gemeinschaft dazu. Manchmal auch mit meiner Familie zum Essen (Bier zum Grillen, Wein bei einem guten Essen, Federweißer zum Zwiebelkuchen) und ein Glas danach beim Unterhalten. Alleine habe ich nie getrunken, lediglich nach einer längeren Einheit Ausdauersport ein alkoholfreies Bier. Die Fälle von höherem Konsum im Studium waren an Abenden der letzte Prüfung im Semester oder einmal während der Ersti Woche.

13. Welche Wirkung haben Sie in der Vergangenheit nach Alkoholgenuss bei sich beobachtet?
(bei wenig und bei viel Alkohol)
2-3 Bier, Gespräche werden lockerer, Stimmung ist gelöst
4-5 Bier, gelöste Stimmung, kontaktfreudiger
Bei höherer Alkoholmenge, enthemmter
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  #2  
Alt 26.09.2018, 17:09
Radler19 Radler19 ist offline
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14. Gab es kritische Hinweise anderer auf Ihren Alkoholkonsum und wie haben Sie darauf reagiert?
Nein. Ich denke, dass ich bis auf das letzte halbe Jahr auch keinen Anlass zu Kritik an meinem Alkoholkonsum gegeben habe. Die Entwicklung im letzten halben Jahr wäre zu kritisieren gewesen, allerdings konnte ich, wenn ich viel Alkohol getrunken hatte, am nächsten Tag stets ausschlafen und hatte keine Verpflichtungen, sodass ich viel Ruhezeit hatte und ausnüchtern konnte.

15. Welche Auswirkungen und Folgen hatte Ihr Alkoholkonsum auf Ihr Leben und Ihr Umfeld?
Bis vor einem halben Jahr keine Auswirkung im Groben. Natürlich merkte, ich wenn ich auf einer Feier 5-6 Bier getrunken hatte, dass ich am nächsten Vormittag nicht fit war bzw. bei 3-4 Bier merkte ich, dass ich beim Sport am nächsten Tag nicht 100% meiner körperlichen Leistung abrufen konnte.
Im letzten halben Jahr wirkte sich der Alkoholkonsum bis auf das längere Ausschlafen und spätere Anfangen zu „arbeiten“ nicht auf mein Leben aus.

16. Gab es in Ihrem bisherigen Leben frühere Zeiten, in denen sie weit mehr Alkohol als heute getrunken haben?
Wenn ja, nennen sie bitte die Lebensabschnitte und mögliche Ursachen und Umstände dafür.
Letztes halbe Jahr. Ursache häufigere Gelegenheit zum Weggehen oder auch häufiges gemeinsames Kochen in der WG. In der neuen WG gingen meine Mitbewohner deutlich öfter feiern oder abends in Kneipen als in den WGs, in denen ich bis dahin gelebt hatte. Nachdem ich die Zeit hatte, schloss ich mich hier häufig an.

17. Haben sie jemals die Kontrolle über ihre Trinkmenge verloren und bis zur Volltrunkenheit Alkohol konsumiert?
Einmal in der Schulzeit mit 17/18 Jahren auf einer Hausfeier (erstes Mal größere Menge hochprozentiger Alkohol)
Dreimal während des Studiums („Ersti- Woche“ drittes Semester, früher Trinkbeginn, konstantes Trinken von Bier, nach der letzten Klausur im Semester, Glühwein-Feier im Dezember letzten Jahres)

18. Haben Sie früher schon einmal oder öfter über einen längeren Zeitraum bewusst und mit Absicht völlig auf den Genuss von Alkohol verzichtet?

Fast jedes Semester, während der Klausurenphase habe ich ca. 3-5 Wochen und im Endspurt vor den Examina ca. 3 Wochen keinen Alkohol getrunken. Vormittag -Lerntyp, daher frühes Aufstehen, nach dem Lernen Sport als Ausgleich und frühes Schlafen gehen.

19. In welcher Kategorie von Trinker haben sie sich früher gesehen und wie stufen Sie sich heute rückblickend ein?
(mit Begründung)
Früher habe ich mich als Person mit normalem Trinkverhalten eingestuft, im Vergleich zu manchen Kommilitonen auch eher als Person, die eher weniger Alkohol trinkt. Im letzten Halbjahr habe ich häufiger eine Gelegenheit gehabt, allerdings sie auch öfters aktiv ergriffen und beispielsweise den Vorschlag gemacht, zum Serienabend einen Wein zu trinken.
Heute würde ich mich bis auf das letzte Halbjahr immer noch als Gelegenheitstrinker einstufen, im letzten Halbjahr vor dem Vorfall als Gelegenheits/Gewohnheitstrinker, da ich auch zuhause in der WG bei Kochabenden bzw. Filmeabenden der Wein bzw. das Bier dazu gehörte.
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  #3  
Alt 26.09.2018, 17:09
Radler19 Radler19 ist offline
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Heute und in Zukunft

20. Trinken Sie heute Alkohol? Wenn ja, was, wie viel und wie oft?
(Genaue Angaben in Sorte, Menge, Häufigkeit)
Ja, Bier oder Wein. Zum Essen oder gelegentlich beim Weggehen mit Freunden am Abend, was ich aber gezielt plane.
Häufigkeit ca. 1x alle 2 Wochen. Normalerweise 2 Radler, Bier oder Wein. Des Weiteren habe ich für mich parallel zur Autoregel eine Fahrradregel aufgestellt, dass ich, wenn ich mit dem Fahrrad unterwegs bin, max. 2 Radler trinke. Hierbei gehe ich von einer maximalen Alkoholkonzentration bei hohem Bieranteil von 0,35 Promille aus. Dies ist für mich eine Alkoholkonzentration, die ich praktikabel umsetzen kann, aber auch eine Menge darstellt, mit der ich kontrolliert Fahrrad fahren kann. Allerdings kommt dies aufgrund der Fußläufigkeit der Stadt, in die ich jetzt umgezogen bin nicht vor, da ich zu den Anlässen laufe.

21. Wann haben Sie zuletzt Alkohol getrunken?
14.09. 1 Radler nach dem Essen mit Kollegen, zum Essen Milchshake
24.09. Ein Wein während eines Spieleabend


22. Trinken sie gelegentlich alkoholfreies Bier?
Ja, nach langer Trainingseinheit Ausdauersport (12-16km Laufen) ein „alkoholfreies“ Hefe <0,5%

23. Warum trinken Sie heute Alkohol/keinen Alkohol?
Passend zum Essen bzw. bei einem Kneipenabend

24. Warum haben Sie das Trinken reduziert bzw. aufgegeben und warum nicht schon eher?
Durch den hohen Promillewert von 1,9 Promille ist mir klar geworden, dass ich zu diesem Zeitpunkt hohe Mengen an Alkohol gewöhnt war, da ich ansonsten nicht in der Lage gewesen wäre, diesen Wert zu erreichen und gleichzeitig noch aufrecht stehen zu können, geschweige denn mich auf dem Fahrrad zu bewegen. Im Studium habe ich theoretisch gelernt und teils auch praktisch gesehen, welche Bedeutung die Alkoholwerte haben und welche Auswirkung sie auf den Körper haben. Dass ich bei Konsum von Alkohol wie im letzten halben Jahr auf längere Zeit sicherlich meine Leber dauerhaft schädigen würde bzw. mein Alkoholkonsum nicht als normal einzuordnen wäre, hat mich wachgerüttelt.
Zusätzlich hatte ich während meiner auf die TF folgenden Arbeit in der Unfallchirurgie (Traumazentrum) einige Schockmomente, in denen mir deutlich wurde, wie gefährlich eine Fahrradfahrt unter Alkohol , auch mit deutlich weniger Promille, als bei meiner Fahrt, ist. Regelmäßig wurden in den Frühbesprechungen Patienten aus dem Dienst übergeben, die mit Fahrrad verunfallt waren und Promille-Werte von 0,8-2,0 hatten. (wirkt vielleicht aufgesetzt bzw. übertrieben, entspricht aber wirklich den Tatsachen – „Ironie des Schicksals“) Die Anzahl dieser Fälle war für mich einerseits überraschend hoch, da ich es nicht derart eingeschätzt hätte und auf der anderen Seite wurde mir klar, dass ich bei meiner Fahrt Glück gehabt hatte. Besonders betroffen hat mich hierbei ein Patient Ende 20, der mit 1,2 Promille auf ein stehendes Auto gefahren war und sich beim Unfall eine Verletzung der Wirbelsäule mit inkompletten Querschnitt zugezogen hatte. Ich möchte nicht aufgrund einer TF meine Gesundheit bzw. mein Leben derart aufs Spiel setzen, weshalb ich seitdem auch im Alltag mit Helm fahre, bis dahin nur bei sportlichen Aktivitäten mit Helm.
Des Weiteren möchte ich nächstes Jahr meine Approbation als Arzt beantragen. Gerade jetzt während dem Arbeiten stelle ich fest, dass dies wirklich der Beruf ist, den ich ausüben möchte, da es sich für mich richtig anfühlt und ich mit viel Begeisterung dabei bin und auf meinen bisherigen Stationen auch viel Bestätigung für meine Arbeit bekomme (in jeder Abteilung bis jetzt ein Stellenangebot bekommen). Falls ich nochmals eine TF machen würde bzw. den Führerschein entzogen bekomme, müsste ich mit einer Nicht -Erteilung bzw. dem Entzug der Approbation rechnen, da eine nicht ausreichende Verlässlichkeit für den Arztberuf anzunehmen wäre. Nachdem ich zwei Monate lang Angst hatte, dass ich aufgrund dieser TF wahrscheinlich keine Approbation bekomme und nicht als Arzt arbeiten darf und in einem alternativen Arbeitsumfeld für Mediziner arbeiten müsste und es mir in dieser Phase psychisch sehr schlecht ging, da ich diese Sache nicht rational betrachten konnte, möchte ich die Psychische Gefühlslage nicht nochmal durchmachen und auf keinen Fall meine Approbation aufs Spiel setzen.
Zusätzlich stellt der Führerschein für mich ein hohes Maß an Mobilität dar. Gerade jetzt, wo ich weiter weg von Zuhause arbeite, merke ich, wie sehr ich die Möglichkeit schätze, spontan und schnell zu meiner Familie zu kommen, zu der ich ein sehr gutes Verhältnis habe und die mich während meinem psychischen „Durchhänger“ aufgefangen hat. Des Weiteren müsste ich ohne Führerschein auf viele Freizeitaktivitäten, für die ich auf ein Auto angewiesen bin (Bergsport, Skitouren gehen, MTB,) verzichten. Deshalb ist es für mich undenkbar, mich nochmals unter hohem Alkoholeinfluss (mehr als zwei Radler) aufs Rad zu setzen.

25. Wie haben Sie die Änderung Ihres Trinkverhaltens erreicht und dabei die Umstellungsphase erlebt?

Da ich einerseits über meine Alkoholtoleranz sehr erschrocken war und mir zum anderen die Konsequenzen einer wiederholten TF (Nichterteilung der Approbation, Verlust der Mobilität, was eine Änderung meines kompletten Lebens/Lebensplanung bedeuten würde) klar sind, fiel mir die Änderung des Trinkverhaltens nicht schwer und die Entscheidung sehr klar aus. Die Umstellungsphase fiel mir leicht, da ich die ersten Monate noch schockiert war und jetzt den Alkoholkonsum insgesamt auf meinen während des Studiums üblichen Alkoholkonsum wieder reduziert habe bzw. weiter reduziert habe, da ich es mit der Arbeit nicht vereinbaren kann und zum anderen meine Fahrradregel aufgestellt habe, die den Konsum in Zukunft regelt.

26. Wie wirkt sich Ihr geändertes Verhalten auf Sie, Ihr Leben und Ihr Umfeld aus?

Ich fühle mich mit meinem jetzigen Alkoholkonsum gut und nutze Alkohol bewusst, als Genussmittel. Dass ich mich an den mir gesetzten Regeln stören würde, kommt nicht vor, da ich normalerweise die Grenzen nicht erreiche.

27. Wie stellen Sie sicher, dass Ihr neues Verhalten dauerhaft stabil bleibt?
Hohe Motivation, gesetzte Regeln

28. Können Sie sich vorstellen, jemals wieder in Ihre alten Gewohnheiten zurückzufallen?
(Ja/Nein + Begründung,) ->Hintergrund der Frage ist, welche Umstände können dazu führen, dass Sie wieder
in alte Gewohnheiten zurückfallen würden, wie merken sie das und was tun sie dagegen?<-

Nein, da ich die Gründe für den bewussten Konsum mir klar überlegt habe und diese für mich eindeutig klar sind. Des Weiteren arbeite ich mittlerweile, sodass ich die Zeit für mehr Alkoholkonsum und eine dadurch bedingte gesteigerte Toleranz höherer Promillewerte gar nicht habe. Das halbe Jahr höheren Alkoholkonsums während des Freisemestesr habe ich als Zeit der Entspannung und als Abschluss meiner Studienzeit eingestuft, da das PJ für mich bereits der Beginn meiner Berufstätigkeit ist. Einen nicht maßvollen Alkoholkonsum wie im Freisemester kann ich für die Zukunft klar ausschließen, da es mit der zunehmenden Verantwortung (Arzt, später Familie usw.) nicht vereinbar ist.

29. Wie wollen Sie in Zukunft das Trinken vom Fahren trennen?
gesetzte Regeln

30. Haben Sie zum Abschluss noch etwas hinzuzufügen?
Nein, ich habe fertig!!!
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  #4  
Alt 26.09.2018, 17:44
Radler19 Radler19 ist offline
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Standard Ergänzung zu 20.

Ganz vergessen zu 20. Nach der TF, habe ich eine Trinkpause von 16 Wochen eingelegt, einerseits als Schockreaktion, andererseits, da ich die Pause als "Break" nach dem halben Jahr höheren Konsums nahm.
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  #5  
Alt 26.09.2018, 19:14
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Und noch eine formale Frage: In den Leitlinien zur Begutachtung steht ja, dass die Verhaltensänderung mindestens 6 Monate betragen muss. Wie strikt ist das denn zu sehen? Da der Termin bis zu dem ich der FSST das Gutachten vorlegen soll nur 5,5 Monate nach meiner TF ist, haut das ja auf keinen Fall hin, sondern wir reden, wenn ich die MPU möglichst spät lege, trotzdem nur auf ca 5 Monate komme?

Will den FS ungern abgeben nur weil ich aufgrund der Fristsetzung die MPU erst später machen sollte, als die Frist ist?
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  #6  
Alt 26.09.2018, 20:09
MrMurphy MrMurphy ist gerade online
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Hallo

Das wird schwierig werden.

Wir hatten hier schon mal den Fall das jemand mit 5,5 Monaten die MPU bestanden hat. Damals hat meiner Erinnerung nach die Führerscheinstelle eine zusätzliche Erklärung vom Gutachter gefordert und auch bekommen. Der Gutachter war damals wohl sehr überzeugt.

Das war aber eine absolute Ausnahme, mit der die anerkannten Vorgaben eigentlich nicht eingehalten wurden.

Deinem Fragebogen nach sehe ich aktuell aber wenig Aussichten, die MPU überhaupt zu bestehen.

Zu der sogenannten "Königsfrage" 12 hat du wenig und dann auch noch am Thema vorbei geschrieben.

Bei den meisten anderen Antworten zeigst du eine starke Verharmlosungstendenz. Du stellst dich so dar als ob du eigentlich überhaupt kein Alkoholproblem hast und die Trinkmenge bei der Kontrolle eine Ausnahme noch oben war. Einige Angaben widersprechen sich zudem oder erscheinen unglaubwürdig.

Dabei werden in einer MPU realistische Angaben gefordert. In eigentlicher jeder MPU wird schriftlich so oder ähnlich festgehalten:

Zitat:
Der Kandidat wurde zu Gesprächsbeginn über die Notwendigkeit von Offenheit sowie den Sinn, die Zielsetzung und die wesentlichen inhaltlichen Aspekte des Untersuchungsgesprächs (Einstellungs- und Verhaltensänderungen sowie deren Stabilität) informiert; außerdem wurde der Kandidat auf die Bedeutung unrealistischer, widersprüchlicher Angaben für das Ergebnis der Begutachtung hingewiesen.
(Hervorhebung durch mich)

Dass du eigentlich ohne konkreten Anlaß deutlich mehr als üblich trinkst und mit dieser Promillehöhe noch Fahrrad fahren kannst ist so eine unrealistische Angabe.

Zudem hast du dich mit dem kontrollierten Trinken im Sinn der MPU noch nicht beschäftigt. Deine aktuellen Trinkmengen und -anlässe haben damit jedenfalls nichts zu tun. Dadurch ist bei dir die Rückfallgefahr zu hoch um eine MPU bestehen zu können.

Weiterhin werden auch ohne speziellen Hinweis immer konkrete Alkoholmengen erwartet. 5 Biere sagen zum Beispiel gar nichts aus.

Gruss

MrMurphy
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  #7  
Alt 27.09.2018, 19:14
Radler19 Radler19 ist offline
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Hallo,

erstmal vielen Dank für's durchlesen und die Anmerkungen.

zu Frage 12 stimmt, das ist etwas mau, da werde ich mir nochmal genauer Gedanken machen und dann niederschreiben. Zum KT werde ich mir auch noch Gedanken machen, da hast du aber sicherlich Recht, das ist den letzten 3 Wochen dann nach den Richtlininen einmal zu viel, die zweimal waren nach der Trinkpause, die einzigen Male, dass ich Alkohol getrunken hab. Ich weiß, dass ich im FB 2 Bier,Wein Radler geschrieben habe, ich dachte die Angabe ist für den Gutachter eher realitätsnah, als die KT leitlinie...
Das Essen gehen mit Kollegen von der neuen Stelle ist denke ich als besonderer Anlass okay gewesen. Da werde ich mir überlegen, wie ich das in Zukunft MPU unabhängig handhaben will.

Zum Rest, vllt. ist manches nicht so rübergekommen, verharmlosen möchte ich da sicherlich nichts, dass ich die 1,91 nicht aus heiterem Himmel vertragen habe, ist mir klar...für mich war das an dem Abend allerdngs schon eine spezielle Situation: neue Stadt, das erste mal dort unterwegs und wieder seit langem alte Freunde treffen, erstes Fußballspiel live anschauen und nach dem Sieg im Fußball noch den Umzg in die neue Stadt/SiegEinstieg in das Arbeiten im Praktikum feiern... alltäglich war das sicher nicht.

Das ich die Menge vertragen hab, ist allerdings bei dem Konsum im letzten halben Jahr schon nachvollziehbar, das muss ich wohl noch genauer aufführen, dass die 5-6 Bier eher die Regel waren als die 3 Bier. Das ich dann 3-4 Bier mehr vertrage, als das gewohnte, ist glaube ich schon realistisch... Dass ich damit noch Fahrrad fahren konnte (selbst in der geraden) hat mich ehrlich selbst gewundert, da es seit Studienbeginn, also seit 5,5 Jahren defintiv das erste mal war, dass ich mit mehr als 4 Bier auf dem Rad saß und 4 Bier ist mir da nur einmal eingefallen, die restlichen Fahrten waren mit 2 oder 3 Bier... Dass ich nicht gestürzt bin, ist denke ich eine Kombination aus Gewöhnung an höere Alkoholmengen gewesen und auf der anderen Seite, dass ich in meiner Freizeit sehr viel MTB fahre bzw. Sport mache, wo Geschicklichkeit, Körpergefühl, Glechgewicht eine Rolle spielt (Klettern, slackline)... ist allerdings nur eine Überlegung meinerseits und soll keine Begründung oder Erklärung sein... wahrscheinlich hatte ich einfach mehr Glück als Verstand...

Danke für den Tipp zu den Trinkmengen, da werde ich dran denken!
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