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  #1  
Alt 17.11.2011, 23:25
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Scenic2004Fahrer Scenic2004Fahrer ist offline
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Daumen hoch Meine MPU bei der AVUS in Nürnberg am 03.11.2011 wegen Fahrrad TF 1,75‰ - Positiv

Moin ,
ich möchte hier gerne meinen Erfahrungsbericht über meine MPU am 3.11.2011 bei der AVUS in Nürnberg posten.

Zur Vorgeschichte: Ich (zu dem Zeitpunkt 19 Jahre alt) fuhr am 16.04.2011 alkoholisiert ein Fahrrad(bin vorher noch nicht auffällig gewesen), bin knappe 30-40m damit gekommen, und wurde dann von der Polizei angehalten.

Atemalkoholtest: 0,85mg/l
Blutalkoholwert: 1,75 Promille.

Ich hatte 2,5l Bier und 2 Long Island Iced Tea’s innerhalb von ca. 5 Stunden getrunken.

Ich hab am nächsten Tag gleich im Internet geschaut, was auf mich zukommen wird, und hab auch erkannt, dass es so mit dem Alkoholkonsum nicht weitergehen kann. Ich habe mich sofort danach mich um die Vorbereitung zur MPU gekümmert, und siehe da: nicht mal 4 Wochen später kam auch tatsächlich der Brief von der FSST bis zum 19.07.2011 eine MPU zu machen. Da aber 3 Monate Verhaltensänderung nicht ausreichten, habe ich den Führerschein freiwillig abgegeben, um die MPU nach 6-7 Monaten zu machen. Ende August habe ich den Antrag auf Neuerteilung der Fahrerlaubnis gestellt.

Gerichtsverhandlungsergebnis: Verfahren wurde eingestellt, mit der Auflage 800€ an eine soziale Einrichtung zu zahlen. Ich bekam keine Punkte.

Zu meinen MPU-Vorbereitungen:
- 4 Besuche bei der Suchtberatungsstelle
- 1 MPU Infoabend bei der AVUS in Nürnberg
- 6 Leberwerte (alle top)
- Buch: "Zurück zum Führerschein – Erfolgreich durch die MPU von Bernhard Krüger" gelesen
- Und natürlich dieses Forum mit dem bekannten Fragebogen (ich war aber nur stiller Mitleser aber das hat mir schon total viel geholfen )

Zu meiner MPU:
Ich habe meine MPU am 3.11.2011 (ca. 6,5 Monate nach der Trunkenheitsfahrt) bei der AVUS in Nürnberg gemacht.
Eine wirklich sehr zu empfehlende Begutachtungsstelle.

Um 13Uhr hatte ich den Termin. Ich war aber schon um 12.45Uhr da. Zuerst musste ich meine Unterlagen (Bescheinigung der Suchtberatung und den MPU-Fragebogen, der zu mir nach Haus geschickt wurde) abgeben. Dann musste ich am Wiener Testgerät den Reaktionstest machen, der wirklich easy zu absolvieren ist. Klar, man kloppt am Ende auf dem Teil rum wie ein Irrer, aber das ist ja bekannt ;-). Danach gings zurück ins Wartezimmer. Nach ca. 10 Minuten kam dann die Ärztin(sehr nett) und holte mich zur medizinischen Untersuchung. Es wurden die Trinkmengen vor, bei und nach der Trunkenheitsfahrt abgefragt (Ich mache Kontrolliertes Trinken), Blut abgenommen und die Tests: auf einem Bein stehen, Finger zur Nase, auf einer Linie laufen etc. durchgeführt.
Dann gings wieder zurück ins Wartezimmer. Nach ca. 20min kam dann der Gutachter und holte mich zum psychologischen Gespräch rein. Ich kannte Ihn noch vom Infoabend (ca. 45 Jahre alt, und sehr freundlich). Er erklärte mir in Ruhe wie das Gespräch abläuft, und wenn ich eine Frage nicht ganz verstehe, soll ich ruhig nachfragen.
Ich war ziemlich nervös, und er musste mir mehrmals sagen: „Sprechen Sie langsamer, ich muss ja schließlich alles irgendwie mittippen und wir wollen doch eine vernünftige Begutachtung hier durchführen!“ Ja und dann wurde ich ruhiger. Er wollte zu seinen Fragen überhaupt keine extrem tiefgehenden und elendig langen Antworten von mir, bis auf die Trinkmotive. Diese mussten natürlich ordentlich und gut begründet erzählt werden.

Das waren die Fragen während des Gesprächs:

- Ich sehe, Sie haben Fachliche Hilfe in Anspruch genommen. Warum?
- Was haben Sie dort gelernt?
- Beschreiben Sie den Abend der Trunkenheitsfahrt.
- War das Trinken geplant? Hatten Sie sich eine Grenze für die Trinkmenge gesetzt?
- War es geplant, dass Sie das Fahrrad mitnehmen?
- Beschreiben Sie Ihren Zustand bei der Trunkenheitsfahrt.
- Was haben Sie bei der Trunkenheitsfahrt getrunken?
- Wie viel Gramm Alkohol war in den Long Island Iced Teas? (zum Glück vorher ausgerechnet)
- Sehen Sie Ihren Alkoholkonsum an dem Abend als Kontrollverlust an?
- Wie viel haben Sie als Höchstmenge konsumiert?
- Haben Sie schon mal mehr konsumiert als geplant war?
- Hatten Sie schon mal einen Filmriss?
- Haben Sie schon mal ein Kraftfahrzeug unter Alkoholeinfluss geführt?
- Gab es kritische Äußerungen anderer Menschen auf den früheren Alkoholkonsum?
- Haben Sie schon mal auf Grund Ihres Alkoholkonsums Ihr Umfeld vernachlässigt?
- Haben Sie den Alkoholkonsum in Prüfungsphasen runtergeschraubt?
- Haben Sie vor der Trunkenheitsfahrt versucht Ihren Alkoholkonsum zu reduzieren?
- Ist schon mal eine Beziehung auf Grund Ihres Alkoholkonsums kaputt gegangen?
- Wie haben sich die Trinkmengen bei Ihnen vor der Trunkenheitsfahrt entwickelt?
- Warum haben Sie so viel Alkohol getrunken? Wozu diente er?
- Trinken Sie heute noch? Wenn ja, wie?
- Was bedeutet Kontrolliertes Trinken für Sie?
- Können Sie sich vorstellen in Zukunft auch mehr als die geplanten Trinkmengen zu konsumieren? (Natürlich kann ich mir das nicht vorstellen, weil KT )
- Wie wollen Sie in Zukunft trinken? (Natürlich weiterhin Kontrolliert)
- Warum haben Sie das Trinkverhalten geändert?
- Wie oft haben Sie seit der Trunkenheitsfahrt getrunken?
- Was waren das für Anlässe?
- Was war in der Zeit die Höchstmenge, und welcher Anlass war das?
- Wie viel Alkohol baut der Menschliche Körper im Durchschnitt pro Stunde ab?
- Denken Sie, Sie sind was Alkohol angeht mehr gefährdet als andere Menschen?
- Was ist, wenn etwas Unvorhergesehenes passiert? (Jemand als Fahrer nicht da…etc.)
- Warum nicht mehr als 3 Trinkeinheiten (à z.B. 0,2 Bier) an einem Trinkanlass?
- Wie nehmen Sie die Trinkeinheiten an einem Anlass zu sich? (Antwort: Verteilt über den Abend, zwischendurch Cola, Wasser, Sprite, Fanta)
- Was für positive Auswirkungen hat das Kontrollierte Trinken auf Sie?
- Was für negative Erfahrungen haben Sie durch das Kontrollierte Trinken gemacht, war die Umstellung schwer?
- Wie würden Sie Ihren früheren Alkoholkonsum einschätzen (normal, durchschnittlich, überdurchschnittlich, problematisch oder Missbrauch)?
- Wann möchten Sie das nächste Mal wieder Trinken?
- Woher stammt die Idee mit dem Trinkkalender?
- Wie gehen Sie in Zukunft mit Ihren damaligen problematischen Trinkmotiven um?
- Was tun Sie wenn sich ein Rückfall anbahnt, bzw. ein Rückfall passiert ist?


Nach ca. 60 Minuten war das Gespräch beendet und er teilte mir mit, dass das Gutachten positiv ausfallen wird. Da war ich erstmal erleichtert. Und konnte die Begutachtungsstelle um 15.40Uhr wieder verlassen.

Wie ihr seht, kann man sich mit diesem Forum und dem Fragebogen wirklich sehr gut auf die MPU vorbereiten. Ich habe den Fragebogen sehr ausführlich ausgearbeitet und hab somit viel zu erzählen gehabt. Man darf sich natürlich nicht in Wiedersprüche verfangen und man muss das, was man dem Gutachter erzählt auch wirklich so leben und glaubhaft rüberbringen. Das wird ein Gutachter schnell erkennen und so ist auch für jeden die MPU beim ersten Mal zu schaffen.

Ich fand die MPU bei der AVUS in Nürnberg wirklich super. Ich kann jedem diese Begutachtungsstelle nur weiterempfehlen.



Gestern am 16.11.2011, genau 7 Monate nach der TF, kam dann das Gutachten, welches auch positiv war. Und heute Morgen (17.11.2011) bin ich dann gleich zur Führerscheinstelle und habe meinen Führerschein abgeholt.

Ich habe wirklich was aus der Sache gelernt, und bin froh dass ich meinen Alkoholkonsum nun komplett geändert habe. So ist alles besser.

Kosten die durch die Trunkenheitsfahrt entstanden sind: fast 2000€
Zeit ohne Führerschein: 4 Monate

Ich bedanke mich auch vielmals bei euch. Wirklich tolles Forum hier. Echt klasse was ihr hier macht. Daumen hoch


Viele Grüße und macht weiter so. Allen die ihre MPU noch vor sich haben: Viel Glück

Scenic2004Fahrer
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  #2  
Alt 18.11.2011, 00:16
Benutzerbild von Dexter722
Dexter722 Dexter722 ist offline
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Hallo Scenic,

erstmal vielen Dank für den sehr ausführlichen und aufschlußreichen Bericht, super geschrieben!

Ja, und...Herzlichen Glückwunsch!
__________________
Grüße aus Bayern
Dexter


Informationen zu unserem Gutachtenarchiv: Info



"Niemand ist nutzlos in dieser Welt, der einem anderen die Bürde leichter macht"
Charles Dickens (1812-1870), britischer Schriftsteller
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  #3  
Alt 18.11.2011, 00:51
Benutzerbild von Wurzelpeter
Wurzelpeter Wurzelpeter ist offline
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das freut mich für dich.....bleib sauber. LG Wurzelpeter
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  #4  
Alt 18.11.2011, 10:29
Benutzerbild von Scenic2004Fahrer
Scenic2004Fahrer Scenic2004Fahrer ist offline
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Vielen Dank

Ich habe auch vor sauber zu bleiben.

Ich bin der Meinung, dass es richtig war, jetzt einen "Schlag zwischen die Hörner" zu bekommen.

Wer weiß, vielleicht wär später irgendwas schlimmeres auf Grund des
hohen Alkoholkonsums passiert...

Viele Grüße
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  #5  
Alt 25.11.2011, 11:47
jippiii jippiii ist offline
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Hallo,
ich hätte eine Frage: wo warst du denn bei der Suchtberatung?
Bei der Caritas?
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  #6  
Alt 25.11.2011, 22:05
Benutzerbild von Scenic2004Fahrer
Scenic2004Fahrer Scenic2004Fahrer ist offline
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Hey :-)

ich war bei der Suchtberatung der Stadt. (Ich komme aus ER).

Gruß
Scenic
__________________
MPU Positiv am 03.11.2011 bei der AVUS in Nürnberg
Seit dem 17.11.2011 wieder im Besitz des Führerscheins

Erfahrungsbericht
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  #7  
Alt 21.05.2012, 19:07
Charlotte2 Charlotte2 ist offline
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Registriert seit: 21.05.2012
Beiträge: 1
Böse Nie wieder AVUS Nürnberg!

Mein Schwiegersohn hat nun schon die zweite MPU bei AVUS Nürnberg durchgeführt. Zweimal mit negativem Ergebnis. Obwohl die Verkehrspsychologen von Basis98 , ein Verein der Schulungen durchführt, ihm bestätigt haben, dass er für den Führerschein wieder uneingeschränkt alle Voraussetzungen besitzt (nach 2 Trunkenheitsfahrten mit jeweils 0,8 Promille vor 8 Jahren) , seine Leberwerte in Ordnung waren und er den Reaktionstest gut bestand, unterstellten ihm die Verkehrspsychologen von AVUS eine Alkoholabhängigkeit! Ich kenne meinen Schwiegersohn nun schon seit 5 Jahren und seit einem Jahr wohnt er mit meiner Tochter neben uns: In diesen 5 Jahren habe ich ihn nie betrunken gesehen, auch bei Familienfeiern nicht! Wie können zwei Verkehrspsychologen so irren ? Die AVUS ist für mich ein reiner Geldschneiderverein! Man kann nur davor warnen, dort sein Geld hinzutragen! Wir wollen jetzt vor Gericht gegen AVUS klagen.
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  #8  
Alt 21.05.2012, 19:12
Benutzerbild von samuel
samuel samuel ist offline
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Registriert seit: 20.11.2004
Beiträge: 16.705
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Klagen bringt gar nichts und die sogenannten Vorbereiter sind ein Haufen Blender. Sag ihm, er soll sich hier schlau machen und dann klappt es das nächste Mal.
__________________
Wer mich sucht, der findet mich als mpu-samuel bei eBay
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  #9  
Alt 22.05.2012, 11:41
heinerle heinerle ist offline
Stammpersonal
 
Registriert seit: 25.04.2012
Beiträge: 364
Standard

Zitat:
Zitat von Charlotte2 Beitrag anzeigen
Mein Schwiegersohn hat nun schon die zweite MPU bei AVUS Nürnberg durchgeführt. Zweimal mit negativem Ergebnis.
Hallo Charlotte,

deinen Frust kann ich verstehen, wird aber weder dir noch deinem
Schwiegersohn helfen.
Du kannst ja mal oben im " Alkoholbereich " einen Thread erstellen,
wo wir uns ein Bild über die Vorfälle machen können.
Über eine anschliessende Hilfe können wir uns dann dort unterhalten.
__________________
Viele Grüße

heinerle
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  #10  
Alt 05.10.2012, 06:45
ohne worte ohne worte ist offline
Newbie
 
Registriert seit: 15.09.2012
Beiträge: 2
Standard warum professionelle Hilfe

Zitat:
Zitat von Scenic2004Fahrer Beitrag anzeigen
Moin ,
ich möchte hier gerne meinen Erfahrungsbericht über meine MPU am 3.11.2011 bei der AVUS in Nürnberg posten.

Zur Vorgeschichte: Ich (zu dem Zeitpunkt 19 Jahre alt) fuhr am 16.04.2011 alkoholisiert ein Fahrrad(bin vorher noch nicht auffällig gewesen), bin knappe 30-40m damit gekommen, und wurde dann von der Polizei angehalten.

Atemalkoholtest: 0,85mg/l
Blutalkoholwert: 1,75 Promille.

Ich hatte 2,5l Bier und 2 Long Island Iced Tea’s innerhalb von ca. 5 Stunden getrunken.

Ich hab am nächsten Tag gleich im Internet geschaut, was auf mich zukommen wird, und hab auch erkannt, dass es so mit dem Alkoholkonsum nicht weitergehen kann. Ich habe mich sofort danach mich um die Vorbereitung zur MPU gekümmert, und siehe da: nicht mal 4 Wochen später kam auch tatsächlich der Brief von der FSST bis zum 19.07.2011 eine MPU zu machen. Da aber 3 Monate Verhaltensänderung nicht ausreichten, habe ich den Führerschein freiwillig abgegeben, um die MPU nach 6-7 Monaten zu machen. Ende August habe ich den Antrag auf Neuerteilung der Fahrerlaubnis gestellt.

Gerichtsverhandlungsergebnis: Verfahren wurde eingestellt, mit der Auflage 800€ an eine soziale Einrichtung zu zahlen. Ich bekam keine Punkte.

Zu meinen MPU-Vorbereitungen:
- 4 Besuche bei der Suchtberatungsstelle
- 1 MPU Infoabend bei der AVUS in Nürnberg
- 6 Leberwerte (alle top)
- Buch: "Zurück zum Führerschein – Erfolgreich durch die MPU von Bernhard Krüger" gelesen
- Und natürlich dieses Forum mit dem bekannten Fragebogen (ich war aber nur stiller Mitleser aber das hat mir schon total viel geholfen )

Zu meiner MPU:
Ich habe meine MPU am 3.11.2011 (ca. 6,5 Monate nach der Trunkenheitsfahrt) bei der AVUS in Nürnberg gemacht.
Eine wirklich sehr zu empfehlende Begutachtungsstelle.

Um 13Uhr hatte ich den Termin. Ich war aber schon um 12.45Uhr da. Zuerst musste ich meine Unterlagen (Bescheinigung der Suchtberatung und den MPU-Fragebogen, der zu mir nach Haus geschickt wurde) abgeben. Dann musste ich am Wiener Testgerät den Reaktionstest machen, der wirklich easy zu absolvieren ist. Klar, man kloppt am Ende auf dem Teil rum wie ein Irrer, aber das ist ja bekannt ;-). Danach gings zurück ins Wartezimmer. Nach ca. 10 Minuten kam dann die Ärztin(sehr nett) und holte mich zur medizinischen Untersuchung. Es wurden die Trinkmengen vor, bei und nach der Trunkenheitsfahrt abgefragt (Ich mache Kontrolliertes Trinken), Blut abgenommen und die Tests: auf einem Bein stehen, Finger zur Nase, auf einer Linie laufen etc. durchgeführt.
Dann gings wieder zurück ins Wartezimmer. Nach ca. 20min kam dann der Gutachter und holte mich zum psychologischen Gespräch rein. Ich kannte Ihn noch vom Infoabend (ca. 45 Jahre alt, und sehr freundlich). Er erklärte mir in Ruhe wie das Gespräch abläuft, und wenn ich eine Frage nicht ganz verstehe, soll ich ruhig nachfragen.
Ich war ziemlich nervös, und er musste mir mehrmals sagen: „Sprechen Sie langsamer, ich muss ja schließlich alles irgendwie mittippen und wir wollen doch eine vernünftige Begutachtung hier durchführen!“ Ja und dann wurde ich ruhiger. Er wollte zu seinen Fragen überhaupt keine extrem tiefgehenden und elendig langen Antworten von mir, bis auf die Trinkmotive. Diese mussten natürlich ordentlich und gut begründet erzählt werden.

Das waren die Fragen während des Gesprächs:

- Ich sehe, Sie haben Fachliche Hilfe in Anspruch genommen. Warum?
- Was haben Sie dort gelernt?
- Beschreiben Sie den Abend der Trunkenheitsfahrt.
- War das Trinken geplant? Hatten Sie sich eine Grenze für die Trinkmenge gesetzt?
- War es geplant, dass Sie das Fahrrad mitnehmen?
- Beschreiben Sie Ihren Zustand bei der Trunkenheitsfahrt.
- Was haben Sie bei der Trunkenheitsfahrt getrunken?
- Wie viel Gramm Alkohol war in den Long Island Iced Teas? (zum Glück vorher ausgerechnet)
- Sehen Sie Ihren Alkoholkonsum an dem Abend als Kontrollverlust an?
- Wie viel haben Sie als Höchstmenge konsumiert?
- Haben Sie schon mal mehr konsumiert als geplant war?
- Hatten Sie schon mal einen Filmriss?
- Haben Sie schon mal ein Kraftfahrzeug unter Alkoholeinfluss geführt?
- Gab es kritische Äußerungen anderer Menschen auf den früheren Alkoholkonsum?
- Haben Sie schon mal auf Grund Ihres Alkoholkonsums Ihr Umfeld vernachlässigt?
- Haben Sie den Alkoholkonsum in Prüfungsphasen runtergeschraubt?
- Haben Sie vor der Trunkenheitsfahrt versucht Ihren Alkoholkonsum zu reduzieren?
- Ist schon mal eine Beziehung auf Grund Ihres Alkoholkonsums kaputt gegangen?
- Wie haben sich die Trinkmengen bei Ihnen vor der Trunkenheitsfahrt entwickelt?
- Warum haben Sie so viel Alkohol getrunken? Wozu diente er?
- Trinken Sie heute noch? Wenn ja, wie?
- Was bedeutet Kontrolliertes Trinken für Sie?
- Können Sie sich vorstellen in Zukunft auch mehr als die geplanten Trinkmengen zu konsumieren? (Natürlich kann ich mir das nicht vorstellen, weil KT )
- Wie wollen Sie in Zukunft trinken? (Natürlich weiterhin Kontrolliert)
- Warum haben Sie das Trinkverhalten geändert?
- Wie oft haben Sie seit der Trunkenheitsfahrt getrunken?
- Was waren das für Anlässe?
- Was war in der Zeit die Höchstmenge, und welcher Anlass war das?
- Wie viel Alkohol baut der Menschliche Körper im Durchschnitt pro Stunde ab?
- Denken Sie, Sie sind was Alkohol angeht mehr gefährdet als andere Menschen?
- Was ist, wenn etwas Unvorhergesehenes passiert? (Jemand als Fahrer nicht da…etc.)
- Warum nicht mehr als 3 Trinkeinheiten (à z.B. 0,2 Bier) an einem Trinkanlass?
- Wie nehmen Sie die Trinkeinheiten an einem Anlass zu sich? (Antwort: Verteilt über den Abend, zwischendurch Cola, Wasser, Sprite, Fanta)
- Was für positive Auswirkungen hat das Kontrollierte Trinken auf Sie?
- Was für negative Erfahrungen haben Sie durch das Kontrollierte Trinken gemacht, war die Umstellung schwer?
- Wie würden Sie Ihren früheren Alkoholkonsum einschätzen (normal, durchschnittlich, überdurchschnittlich, problematisch oder Missbrauch)?
- Wann möchten Sie das nächste Mal wieder Trinken?
- Woher stammt die Idee mit dem Trinkkalender?
- Wie gehen Sie in Zukunft mit Ihren damaligen problematischen Trinkmotiven um?
- Was tun Sie wenn sich ein Rückfall anbahnt, bzw. ein Rückfall passiert ist?


Nach ca. 60 Minuten war das Gespräch beendet und er teilte mir mit, dass das Gutachten positiv ausfallen wird. Da war ich erstmal erleichtert. Und konnte die Begutachtungsstelle um 15.40Uhr wieder verlassen.

Wie ihr seht, kann man sich mit diesem Forum und dem Fragebogen wirklich sehr gut auf die MPU vorbereiten. Ich habe den Fragebogen sehr ausführlich ausgearbeitet und hab somit viel zu erzählen gehabt. Man darf sich natürlich nicht in Wiedersprüche verfangen und man muss das, was man dem Gutachter erzählt auch wirklich so leben und glaubhaft rüberbringen. Das wird ein Gutachter schnell erkennen und so ist auch für jeden die MPU beim ersten Mal zu schaffen.

Ich fand die MPU bei der AVUS in Nürnberg wirklich super. Ich kann jedem diese Begutachtungsstelle nur weiterempfehlen.



Gestern am 16.11.2011, genau 7 Monate nach der TF, kam dann das Gutachten, welches auch positiv war. Und heute Morgen (17.11.2011) bin ich dann gleich zur Führerscheinstelle und habe meinen Führerschein abgeholt.

Ich habe wirklich was aus der Sache gelernt, und bin froh dass ich meinen Alkoholkonsum nun komplett geändert habe. So ist alles besser.

Kosten die durch die Trunkenheitsfahrt entstanden sind: fast 2000€
Zeit ohne Führerschein: 4 Monate

Ich bedanke mich auch vielmals bei euch. Wirklich tolles Forum hier. Echt klasse was ihr hier macht. Daumen hoch


Viele Grüße und macht weiter so. Allen die ihre MPU noch vor sich haben: Viel Glück

Scenic2004Fahrer
Hallo und guten Morgen, mich würde sehr interessieren, was Du auf die Frage, ich sehe, sie haben fachliche Hilfe in Anspruh genommen, warum? und auf die Frage was haben sie dort gelernt? geantwortet hast, muß in 3 Wochen auch dorthin, würde mich über eine Antwort sehr freuen, liebe Grüße
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avus, fahrrad, mpu, nürnberg, positiv

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