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  #1  
Alt 28.01.2018, 23:49
Carolus Carolus ist offline
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Standard TF 2,13‰ BAK + Unfall

Hallo und guten Abend,
hier ist mein ausgefüllter Fragebogen.
Ich würde mich freuen, wenn ihr mal drüberschaut und mir eure Meinung/Kritik/Verbesserungsvorschläge mitteilen würdet

Zur Person
Geschlecht: Männlich
Größe: 176cm
Gewicht: 64kg
Alter: 20

eventl. Bundesland
(bitte angeben, da sich zw. den BL einige Änderungen ergeben haben): NRW

Was ist passiert?
Datum der Auffälligkeit: 18.09.2016
BAK: 2,13 ‰
Trinkbeginn: 21:00 Uhr
Trinkende: 4:45 Uhr
Uhrzeit der Blutabnahme: 7:00 Uhr

Stand des Ermittlungsverfahrens
Gerade erst passiert: -
Strafbefehl schon bekommen: Ja
Dauer der Sperrfrist: 05.01.2017 bis 05.01.2018

Führerschein
Hab ich noch: Nein
Hab ich abgegeben: Nein
Hab ich neu beantragt: Ja
Wurde mir entzogen? Ja
Noch in der Probezeit?: Ja
Habe noch nie einen besessen: -

Führerscheinstelle
Hab schon in meine Akte geschaut Ja/Nein: Nein, wäre das zu empfehlen?
Sonstige Verstöße oder Straftaten?: Nein
Fragestellung der Fsst (falls bekannt): "Ist zu erwarten, dass Herr **** auch künftig ein Kraftfahrzeug der Gruppe 1 unter Alkoholeinfluss führen wird und/oder liegen psychofunktionale oder andere alkoholassoziierte Beeinträchtigungen vor, die das sichere Führen eines Kraftfahrzeugs der Gruppe 1 in Frage stellen?"

Konsum
Ich trinke noch Alkohol, wenn ja wie oft wieviel: -
Ich lebe abstinent seit: 19.09.16

Abstinenznachweis
Haaranalyse ja, wie viele bisher und seit wann: Ja, 4 Stück. (1. am 29.03.17, 4. am 13.12.17)
Nein ich befinden mich im Urinscreeningprogram seit: Nein


Leberwerte ja/nein, seit wann............ Nein
in welchen Abständen................... Nein
Anmerkung: LW sind besonders bei kontrolliertem Trinken (fast immer) von Wichtigkeit:

Aufarbeitung
Suchtberatungsstelle aufgesucht?: Nein
Selbsthilfegruppe (SHG): Nein
Psychologe/Verkehrspsychologe: Nein
Kurs für verkehrsauffällige Autofahrer: NaFa besonderes Aufbauseminar aufgrund Probezeit (?)

Ambulante/stationäre Therapie
(bitte Zeitraum von Beginn bis Ende angeben): Nein


werden derzeit Medikamente eingenommen?Antidepressiva etc: Nein

MPU
Datum: Noch ausstehend
Welche Stelle (MPI): Mir wurde abgeraten, diese kurz vorher zu nennen
Schon bezahlt?: -Ja

Schon eine MPU gehabt? Nein
Wer hat das Gutachten gesehen?: -

Was steht auf der letzten Seite (Beantwortung der Fragestellung)?: -

Welche Empfehlung (Auflagen) wurden ausgesprochen: -

Altlasten
Bereits durch Alkohol auffällig geworden Punkte oder sonstige Straftaten: Nein


FB Alkohol
Zur Person
Geschlecht: Männlich
Größe: 176cm
Gewicht: 64kg
Alter: 20

eventl. Bundesland: NRW

Was ist passiert?
Datum der Auffälligkeit: 18.09.2016
BAK: 2,13 ‰
Trinkbeginn: 21:00 Uhr
Trinkende: 5:00 Uhr
Uhrzeit der Blutabnahme: 7:00 Uhr


Tathergang

1. Beschreiben Sie den Tag Ihrer Trunkenheitsfahrt aus eigener Sicht mit Datum und Uhrzeiten.
(wann, wo und mit wem getrunken / wann und wie aufgefallen / Promille)

Ich bin an diesem Samstag recht spät aufgestanden und habe um 15:00 Uhr etwas gegessen. Nachmittags gegen 16:00 Uhr habe ich Rasen gemäht und anschließend das Auto sauber gemacht. Danach habe ich drinnen noch ein bisschen am PC gespielt, bis ich mich abends gegen 19:30 Uhr geduscht und für den Geburtstag fertig gemacht habe. Ein paar Tage davor wurde bereits mit dem Geburtstagskind ausgemacht, dass ich bei ihr schlafen kann,. Ich wohnte am weitesten von allen weg und wollte nicht alleine das Taxi nach hause bezahlen, Sonntags fährt auch kein Bus bis in mein Dorf. Deshalb entschied ich mich mit dem Auto hinzufahren und am nächsten Tag wieder zurück. Mir war also bewusst, dass ich diesen Abend Alkohol trinken werde.
Ich habe mir noch zwei Brötchen geschmiert, als mir einfiel, dass ich ja noch gar kein Geschenk habe. Es war ein 19. Geburtstag, große Geschenke sind für solche sowieso nicht geplant, aber eine Kleinigkeit könnte schon sein, so dachte ich mir. Ich bin also um 20:15 Uhr ins Auto gestiegen, nachdem ich mich verabschiedet und Schlafsachen eingepackt habe und bin in einen Getränkemarkt gefahren. "Kauf ihr einfach ne Flasche Rotwein als Geschenk, den trinkst du doch auch so gerne" dachte ich mir und kaufte eine Flasche billigen Rotwein.
So machte ich es und machte mich auf den Weg nach W. (kleinere Stadt), wo das Geburtstagskind wohnte und die Feier stattfinden sollte. Um kurz vor 21:00 Uhr parkte ich das Auto und betrat den Ort der Feierlichkeit, eine kleine Ferienwohnung am Rand des Hauses.
Nach Begrüßung und Beglückwunschung, sowie Überreichen des Geschenkes, wurde mir ein Bier (0,33l) gereicht, mit dem ich an dem Abend das erste Mal anstieß.
Es herrschte bereits eine gemütliche und fröhliche Atmosphäre, die sich mit Voranschreiten des Abends weiter auflockerte. Ich merkte wie ich lockerer wurde und unterhielt mich mit den Gästen (alles Freunde gewesen). Es waren insgesamt circa 7 Mädchen und 8 Jungs dort. Ein weiterer damaliger Freund (nennen wir ihn Hans) hatte Spätschicht und wollte noch nachkommen, hatte aber kein Auto. Wir telefonierten ein paar mal und ich versicherte Hans, ihn am nächsten Tag mit zurückzunehmen, er solle sich für den Hinweg ein Taxi bestellen. Er kam dann schließlich gegen 23:30 Uhr und begann auch mit uns zu trinken. Zu dem Zeitpunkt hatte ich bereits XXXX getrunken und gute Laune.
In der Nähe gab es eine Disko, die wir geplant hatten noch zu besuchen und dies gegen 1:00 Uhr taten. Dort merkte ich schon, dass ich ziemlich angetrunken war, da Effekte wie Schwanken beim Laufen oder Lallen einsetzten. Von der Disko habe ich nur noch sehr wenige Erinnerungen, aber die Musik und Stimmung schien gut gewesen zu sein, da wir noch etwas tranken und erst um 5:00 Uhr die Disko verließen. Wir machten uns auf den Weg zurück zum Haus, wo sich alle schlafen legten außer mir und zwei weiteren Jungs. Hans, den ich mit zurück nehmen wollte und (nennen wir ihn) Dieter. Wir diskutierten noch eine kurze Zeit, da wir noch Hunger hatten, bis ich mich scheinbar einfach ins Auto setzte und den Motor startete. Dieter hatte sich, ohne dass ich es bemerkte, bereits hinten ins Auto gesetzt (Dreitürer). Hans hörte, dass ich den Motor startete und im Leerlauf Gas gab (so erzählte er es mir). Er stieg auf dem Beifahrersitz ein und wir fuhren los Richtung McDonalds. Ich fuhr aus der Straße raus und bog in eine weitere ein. An den Straßenrändern standen überall Häuser, Geschwindigkeitsbegrenzung lag bei 30km/h (was ich aber den Abend nicht realisiert habe). Die Straße begann sich links zu krümmen, jedoch packte ich die Kurve nicht und prallte um 5:30 Uhr gegen einen Baum, der am rechten Straßenrand stand. Ebenso befand sich direkt davor eine Eistenstange, die umknickte, sowie ein Stein, der durch den Aufprall auf die Straße befördert wurde. Es ist keinem etwas passiert, das Auto wurde jedoch später verschrottet, da die Achse gebrochen ist.
Gegenüber der Unfallstelle war eine Bäckerei, dessen Mitarbeiter schon dort war und die quietschenden Reifen hörte. Er rief sofort die Polizei und sie kam auch schon, ehe ich realisierte, was überhaupt passiert war. Ich wurde mit auf die Wache genommen und anschließend ins Krankenhaus zur Kontrolle gebracht. Dort wurde mir auch Blut abgenommen und 2,13 Promille festgestellt. Hans und Dieter ist nichts passiert und mussten auch keine Papiere vorweisen.

2. Was und wie viel haben Sie am Tattag insgesamt getrunken?
(Genaue Angaben in Sorte, Menge, Trinkzeit)
Da ich weiß, dass ich 3 Bier (0,33l á 4,8 und 2 Gläser Wein (0,25l á 12,5 getrunken habe, habe ich zusätzliche 14 bzw. 18 Schnäpse (0,02l á 38 errechnet. (Anmerkung: die Schnäpse wurden mit Fanta als Mischgetränk getrunken)
Ich habe gehört, dass der TÜV mit 0,1‰ Abbau pro Stunde rechnet, deshalb hab ich die Rechnung einmal mit 0,1‰ Abbau/h (14TE Schnaps) und mit 0,15‰/h (18TE Schnaps) durchgeführt.



3. Wie viel Kilometer fuhren Sie, bis Sie aufgefallen sind und wie viel Kilometer wollten Sie insgesamt fahren? Aufgefallen nach: 350m / Insgesamt fahren wollte ich: 2km

4. Hatten Sie das Gefühl, noch sicher fahren zu können?
(Ja/Nein + Begründung)
Keine Ahnung, aber in dem Moment war es mir scheinbar einfach egal.

5. Wie haben Sie die Trunkenheitsfahrt vermeiden wollen (wenn überhaupt)? Ich hatte nicht geplant zu fahren. Ich wollte erst am nächsten Tag nach Hause fahren. Über Restalkohol habe ich mir keine Gedanken gemacht, ich dachte mir, soviel kann das schon nicht sein. Durch das Übertreten meiner individuellen Alkoholschwelle habe ich meine Schaltzentrale lahmgelegt und bin in das Auto gestiegen.

6. Haben Sie bereits früher im Straßenverkehr unter Alkoholeinfluss gestanden und sind aufgefallen? Nein

7. Wie oft haben Sie alkoholisiert am Straßenverkehr teilgenommen ohne aufzufallen und was folgern Sie daraus? Wenn ich an einem Abend feiern war und Alkohol getrunken habe, bin ich kein Auto mehr gefahren. Mit Restalkohol hingegen bin ich ca. 25mal gefahren ohne dabei aufzufallen. Die Hemmschwelle sank immer weiter, sodass ich mir immer weniger bis gar keine Gedanken mehr gemacht habe, wenn ich einen Tag nach einer Feier mit Alkohol ins Auto gestiegen bin. Des Weiteren lässt sich erkennen, dass es so möglich war, mit einer derart hohen Menge an Alkohol in das Auto zu steigen und es zu bewegen (auch wenn nicht weit). Wenn ich mir jetzt überlege, wie verantwortungslos ich mich damals verhalten habe, kann ich nur mit dem Kopf schütteln. Denn ich war eine Gefahr für mich und andere Verkehrsteilnehmer, da schon geringe Mengen Alkohol Auswirkungen wie das Herabsetzen der Reaktionsfähigkeit und Einschränkung des Sichtfeldes und der Wahrnehmung herbeiführen.
Im Endeffekt kann ich verdammt froh sein, dass ich diesen Baum getroffen habe und keinen Menschen.
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  #2  
Alt 28.01.2018, 23:51
Carolus Carolus ist offline
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8. Wann hatten Sie den ersten Kontakt mit Alkohol und wann haben Sie das erste Mal Alkohol zu sich genommen?
(Allererste Erinnerung und erster Konsum) Den ersten Kontakt hatte ich mit 9, als wir bei Opa auf dem Geburtstag waren und die Männer Bier getrunken haben. Sie haben viel gelacht und schienen gut drauf zu sein. Ich habe an einer Flasche gerochen, fand es aber ekelig.
Als ich 13 war, fand in unserem Ort das jährliche Schützenfest statt. Es war warm und ich saß mit gleichaltrigen und etwas Älteren draußen auf einer Bank. Die Älteren haben drinnen an der Theke Bier geholt. Ich trank auch ein Bier (0,2l), obwohl es mir nicht geschmeckt hat. Da aber jeder eins getrunken hat, wollte ich mich nicht ausgrenzen lassen und habe es auch getan.

9. Haben Sie regelmäßig Alkohol getrunken, und wie hat sich ihr Trinkverhalten in den letzten Jahren entwickelt?

Mit der Trinktabelle von Dexter habe ich mir mal meine Trinkkurve zusammengestellt. Ich habe immer den Maximalwert genommen, da es z.B.: in 2016 auch Wochenenden gab, an denen ich wenig oder nicht getrunken habe, aber nicht pauschal sagen kann, wieviel:
Jahr TE Bier (0,2l) TE Schnaps (0,02l)
2010 0 0
2011 1 0
2012 7 1
2013 40 0
2014 165 0
2015 462 160
2016 1188 810
2017 0 0
2018 0 0
Nach meinem ersten Konsum mit 13 Jahren habe ich erstmal gar nichts getrunken, weil es mir nicht geschmeckt hat. Ich habe damals nur getrunken, weil ich dazu gehören wollte, ich wollte nicht als Außenseiter dar stehen. Danach habe ich ein Jahr nichts getrunken, bis zum Geburtstag meiner Tante. Dort habe ich mit meiner Cousine 2 Radler getrunken. Es war ein besonderes Gefühl, da es nicht nur geschmeckt hat, sondern sich auch meine Stimmung veränderte. Mir wurde warm, ich war lustig und ausgelassen. Danach folgte das Schützenfest. Anfangs habe ich auch wieder Radler getrunken, als die Älteren aber meinten „Nur Mädchen trinken Radler“, wollte ich das nicht auf mir sitzen lassen und habe auch Bier getrunken. Ebenso trank ich dort meinen ersten Schnaps. Anfangs war ich überrascht, es schmeckte sehr süß und angenehm, das hat mir gefallen. Jedoch wandelte sich die anfangs entfachte Euphorie in ein ungutes Gefühl um. Mir wurde schlecht und ich musste mich übergeben, mir gings überhaupt nicht mehr gut. Ab dort trank ich auch erstmal keinen Schnaps mehr. Ab 15 Jahren stieg mein Konsum stetig an. Anfangs trank ich nur ab und zu am Wochenende, einige meiner Freunde waren schon 16 und konnten Bier und Mixgetränke kaufen. Nach dem Wechsel auf einen anderen Standort des Gymnasiums lernte ich neue Leute kennen, die auch Alkohol tranken. Auf Parties feierte ich immer mehr mit ihnen und so stieg mein Alkoholkonsum stetig an. Ich griff auch wieder zu Schnaps, da es erstens schließlich alle taten und zweitens der hochprozentige Alkohol mir half, die gewünschte Wirkung schneller zu erzielen. Mit 18 fing ich an, Mischungen (Fanta-Korn, Vodka-Energy, Captain-Morgan-Cola) zu trinken. Dort schmeckte ich den Schnaps und Alkohol nicht so stark, spürte aber seine Wirkung. In dem letzten Jahr trank ich so gut wie jedes Wochenende auf Parties, Diskos, usw. Ausnahmen gab es 2, als ich Fahrer war und andere mitgenommen habe.


10. Wie viel und wie oft haben Sie getrunken?
(Genaue Angaben in Sorte, Menge, Häufigkeit)

13 Jahre: 1 Krombacher Pilsbier (0,2l) auf Schützenfest
14 Jahre: Geburtstag meiner Tante: 2 Radler (0,33l); 3 Cola-Bier (0,2l), 2 Bier (0,2l) und einen Grashüpfer-Schnaps (0,02l) auf dem Schützenfest
15 Jahre: Gelegentlich mit Freunden, 2-4 Krombacher Pilsbier/Radler (0,33l), ca. 10 mal
16 Jahre: Auf Parties: 11-12 Mal, 5-6 Krombacher Pilsbier (0,33l); Gelegentlich mit Freunden, 2-4 Krombacher Pilsbier (0,33l), ca. 15 mal
17 Jahre: Auf Parties: 40 Mal, 7 Krombacher Pilsbier (0,33l) und 4 Korn (0,02l, 38
Besonderheit: Schützenfest, bei dem ich (?) Bier und eine halbe Falsche Schnaps trank -> Volltrunkenheit
18 Jahre: Auf Parties: fast jedes Wochenende, 7-8 Krombacher Pilsbier (0,33l) und 8-9 Korn (0,02l, 38, (ab und zu auch Wein (0,25l), dann aber weniger Bier)


11. Wo und mit wem haben Sie überwiegend getrunken?
Anfangs mit Freunden aus dem Dorf, nach dem Schulwechsel überwiegend mit den neuen Leuten
am Wochenende auf Parties/in Diskotheken.

12. Warum haben Sie getrunken?
(Innere + äußere Motive; Anmerkung: o.g. Link "psychologisches Gespräch" lesen)


Ich habe lange über diese Frage nachgedacht. Heute sehe ich einerseits mein damals mangelndes Selbstvertrauen auf Grund negativer Erfahrungen, als auch den Gruppenzwang und Wunsch, dazuzugehören und anerkannt zu werden als Grund für meinen Alkoholkonsum, wobei beides miteinander zusammenhängt.


Ich habe mich gefragt: „Warum hatte ich so wenig Selbstvertrauen?“
Da war einmal das Äußerliche: Ich war schon immer der kleinste bei uns in der Gruppe, beim Fußball, in der Schule und galt als schwach. Ebenso hatte ich Segelohren, die mir nicht gefielen. Mit zunehmenden Alter, als auch die Frauen interessant wurden, fiel es mir nicht leicht, diese anzusprechen. Sie schenkten auch eher ihre Aufmerksamkeit den großen, starken Jungs. Ich hatte zwar mit 13 eine Freundin, dies wurde jedoch eher als Kindergartenbeziehung abgestempelt, da wir uns nicht einmal geküsst haben. Mit zunehmenden Interesse sehnte ich mich natürlich nach ersten sexuellen Erfahrungen mit Frauen und einer Beziehung. Auf Grund meines selbstzweifelnden Auftretens sah ich da nüchtern aber keine Chance.
Ebenso habe ich früher wenig Lob bekommen. Beim Fußball, mein Vater war Trainer, war ich zwar immer der Beste, aber er hat jedes Mal etwas gefunden, was er kritisieren konnte. Ich konnte mit dieser Kritik nicht umgehen, obwohl er es nur positiv meinte und mich versuchte zu verbessern. Wenn man jedoch so gut wie nie Lob bekommt, fragt man sich, wofür man das ganze überhaupt macht, vor allem als Kind/Jugendlicher.
Das zeigte sich auch in der Schule: Bis zur 6ten Klasse war ich noch richtig gut, doch dann verschlechterten sich meine Noten. Einerseits wird der Unterrichtsinhalt immer schwerer, klar. Aber in dem Alter kommt aus der Klasse ein blöd fragendes „Hää??“, wenn jemand (ich oder andere) etwas Falsches sagt. Dadurch entstand die Angst, nicht das Richtige zu sagen und Kritik zu ernten. Ebenso entwickelte ich mich auch immer mehr zum Klassenclown. Ich machte Witze und Blödsinn und alle lachten darüber. Das habe ich als eine Art Anerkennung wahrgenommen, da es auch ein gutes Gefühl war, andere zum Lachen zu bringen. Das wirkte sich natürlich nicht gut auf meine Noten aus. Vor Allem in der Oberstufe wurde das am Ende bestraft. Zwischendurch habe ich mal aufgezeigt und auch das Richtige gesagt, als jedoch am Ende meine Note trotzdem nicht so gut war, war ich enttäuscht. (Klar, wenn ich sonst nur störe kann das nichts geben mit der guten Note, das habe ich aber nicht realisiert). Für meine „Leistung“ erhielt ich am Ende nichts zurück.
Dazu kommt noch der Gruppenzwang: Jeder kennt es wahrscheinlich aus der Jugend, dass es immer welche gab, die ausgegrenzt wurden. Ich selber (wie jeder andere) wollte das nicht erleben.
Auch hier wollte ich es allen Recht und immer alles richtig machen. Ich habe mich nicht getraut, jemandem klar zu sagen, was ich denke und dass ich nicht seiner Meinung bin. Als die Gruppe, mit der ich zu tun hatte, anfing, Alkohol zu trinken, wollte ich mich nicht ausgrenzen lassen und habe mitgetrunken. Das machte sich deutlich bemerkbar, als ich auf Grund des Schulwechsels neue Leute kennenlernte und ich den schiefen Blicken und dummen Sprüchen entgehen wollte, die ich bekam, wenn ich mit etwas anderem als einem alkoholhaltigen Getränk dastand.




13. Welche Wirkung haben Sie in der Vergangenheit nach Alkoholgenuss bei sich beobachtet?
(bei wenig und bei viel Alkohol)
Wenn ich wenig Alkohol trank, vergaß ich meine Schwächen, konnte auf andere Menschen (vor Allem Frauen) zugehen. Ich verspürte Selbstbewusstsein und hatte keine Angst, etwas falsch zu machen, hinterher konnte ich schließlich immer sagen: „Ich war ja betrunken“. Ebenso wurde ich in der Gruppe anerkannt und ich merkte, dass ich Anerkennung erhielt, wenn ich mittrinken konnte.

Bei viel Alkohol wurde ich übermütig, wollte verrückte und bescheuerte Dinge machen. Mein Sichtfeld schränkte sich ein, ich sprach undeutlich und meine Motorik ließ auch zu wünschen übrig.
Am Tag danach hatte ich Kopfschmerzen, mir ging es nicht gut und ich musste mich auch öfter übergeben.

14. Gab es kritische Hinweise Anderer auf Ihren Alkoholkonsum und wie haben Sie darauf reagiert?
Meine Mutter hat die letzte Zeit vor der TF öfter gesagt, ich solle nicht mehr so viel trinken. Manchmal hat sie mitbekommen, als ich spät in der Nacht/morgens nach Hause gekommen bin und mir meinen betrunkenen Zustand angesehen. Am nächsten Tag hat sie mich dann darauf hingewiesen. Ich sah das allerdings nicht so eng, da ich erstens verkatert war und zweitens dachte "Ach so schlimm ist das doch nicht, die anderen trinken immerhin auch so viel."
Rückblickend gebe ich meiner Mutter Recht und hätte lieber auf sie gehört (aber jeder von euch wird es kennen, als Jugendlicher meint man immer, man weiß alles besser und hört weniger auf die Ratschläge der Eltern).
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  #3  
Alt 28.01.2018, 23:52
Carolus Carolus ist offline
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15. Welche Auswirkungen und Folgen hatte Ihr Alkoholkonsum auf Ihr Leben und Ihr Umfeld?
Der Alkohol hat dazu beigetragen, dass mir die Wochenenden und das Feiern sehr wichtig waren. Wenn ich am Wochenende ein Fußballspiel hatte, habe ich mich am Anfang noch den Tag davor zurückgenommen und wenig bis gar nichts getrunken. Ich spielte in der Jugend mit Mitspielern, denen es an Ehrgeiz und Talent nur so fehlte. Da ich nach einiger Zeit merkte, dass ich trotz Alkoholkonsum am vorherigen Tag noch der Beste war, stieg der Konsum am Tag davor jedoch auch. Als ich mich dann an der Leiste verletzte und länger ausfiel, habe ich mich gar nicht mehr zurückgenommen.
Mein Umfeld hat sich nach dem Wechsel auf den neuen Standort des Gymnasiums verändert (Bei dem ersten Standort wurde nur bis zur 9ten Klasse unterrichtet). Ich lernte neue Leute kennen, die auch viel feierten und Alkohol tranken. Von Zeit zu Zeit war ich immer öfter mit denen Feiern. Bei den neuen Leuten erhielt ich Anerkennung beim Trinken und fühlte mich zugehörig. Auf den Parties hatte ich außerdem die Möglichkeit, Frauen kennen zu lernen.

16. Gab es in Ihrem bisherigen Leben frühere Zeiten, in denen sie weit mehr Alkohol als heute getrunken haben?
Wenn ja, nennen sie bitte die Lebensabschnitte und mögliche Ursachen und Umstände dafür.
Ich lebe seit dem 19.09.2016 abstinent. Den meisten Alkohol habe ich in der Zeit vor meiner TF getrunken.

17. Haben sie jemals die Kontrolle über ihre Trinkmenge verloren und bis zur Volltrunkenheit Alkohol konsumiert?
Ja.
Auf dem Schützenfest im Jahr 2015 habe ich schon ziemlich schnell das Bier getrunken. Irgendwann holte jemand eine Flasche Schnaps, von der ich ca. die Hälfte trank. Danach saß ich auf der Bank und sah alles doppelt und dreifach. Meine Sinne waren derart eingeschränkt, dass ich nicht mehr geradeaus laufen konnte. Mein Vater hat mich nach Hause gebracht, von dem Heimweg weiß ich aber nichts mehr. Am nächsten Tag ging es mir total schlecht und ich habe mich ein paar Mal übergeben.

18. Haben Sie früher schon einmal oder öfter über einen längeren Zeitraum bewusst und mit Absicht völlig auf den Genuss von Alkohol verzichtet?
Nein.

19. In welcher Kategorie von Trinker haben sie sich früher gesehen und wie stufen Sie sich heute rückblickend ein?
(mit Begründung)
Früher fand ich mein Trinkverhalten normal, „die anderen haben schließlich auch so viel getrunken“. Mit einem Alkoholproblem habe ich mich nicht in Verbindung gebracht.
Heute bin ich der Meinung, dass ich den Alkohol stark missbraucht habe, um die gezielte Wirkung zu erreichen. Als alkoholabhängig stufe ich mich nicht ein, da ich in meiner einjährigen Abstinenzzeit keinerlei psychische oder physische Einschränkungen wahrgenommen habe, ganz im Gegenteil, ich habe viele Vorteile erkannt und meine Lebenswahrnehmung hat sich verbessert.
Ebenso habe ich nie Beschaffungskriminalität betrieben, heimlich oder Zuhause getrunken. Ich habe an Wochenenden mit Freunden und Bekannten auf Parties getrunken.
Heute und in Zukunft

20. Trinken Sie heute Alkohol? Wenn ja, was, wie viel und wie oft?
(Genaue Angaben in Sorte, Menge, Häufigkeit)
Nein.

21. Wann haben Sie zuletzt Alkohol getrunken?
Am 18.09.2016

22. Trinken sie gelegentlich alkoholfreies Bier?
Nein

23. Warum trinken Sie heute Alkohol/keinen Alkohol?
Früher habe ich den Alkohol missbraucht, um mein Selbstbewusstsein zu steigern und Anerkennung zu erhalten, da ich nicht in der Lage war oder mich getraut habe, mich den Ursachen im nüchternen Zustand zu stellen. Der Alkohol war damals eine schnelle Lösung (wie ich leider jetzt erst erfahren musste, eine schlechte). In dem damaligen Freundeskreis, in den ich reingerutscht bin, war es üblich, am Wochenende Alkohol zu trinken.

Mir geht es heute deutlich besser ohne Alkohol. Da ich das alte Umfeld hinter mir gelassen habe und in einem lebe, in dem der Alkohol keine große Rolle mehr spielt, unternehme ich oft mit meinen Freunden etwas. Das macht einfach deutlich mehr Spaß, als sich am Wochenende zu betrinken und den Sonntag mit einem Kater im Bett zu verbringen. Ich erlebe einfach viel mehr. Vor Allem während der Ausbildung ist es wichtig, sich auch mal am Wochenende hinzusetzen und zu lernen, sich neues Wissen anzueignen. Gerade in meinem Beruf (Fachinformatiker) gibt es eine Menge an Input, den man gar nicht vermag wahrzunehmen, wenn man sich nicht dahinter hängt.
Ich könnte mir nicht vorstellen, dass ich alles unter einen Hut bekommen würde, wenn sich mein Verhalten von damals fortgesetzt hätte. Ich bin froh, dass ich das Leben ohne Alkohol viel besser wahrnehme und mich den Sachen widme, die mir Spaß machen. Dazu zählt natürlich der Fußball, Unternehmungen mit Freunden wie Bowlen oder Lasertag, aber auch mein Beruf und alles um die Informationstechnik herum interessiert mich nicht nur, es macht mir sogar Spaß!

24. Warum haben Sie das Trinken reduziert bzw. aufgegeben und warum nicht schon eher? Ich habe meinen Alkoholkonsum früher nie als kritisch angesehen. Ich habe auch nie über die negativen Folgen des immer weiter steigenden Alkoholkonsums gedacht. Ganz im Gegenteil, in meinem damaligen Umfeld war ich für diese „Leistung“ angesehen.

Der Unfall war dann das Schlüsselereignis. Ich konnte es nicht fassen. Ich hatte meinen Führerschein doch gerade mal 9 Monate. Der Schock war so groß, dass ich sofort aufhörte zu Trinken. Ich hatte keine Lust mehr zu trinken, als ich realisierte, was ich angerichtet hatte. Vor allem auf der Arbeit war es mir ziemlich peinlich, als mein Ausbilder mir sagte: „Dann kannst du gleich mal bitte die Post holen“ – „Ehm… ich habe kein Auto hier“ – „Aber den Führerschein?“ – „den auch nicht“ – „Aber du hast doch einen, oder?“ – „…hatte“. Ich habe mich in Grund und Boden geschämt. Ich informierte mich und wusste, dass ich wahrscheinlich sowieso keinen Alkohol mehr trinken darf. Deshalb habe ich es zu Beginn aufgegeben. Mit der Zeit nahm ich die positiven Veränderungen wahr und fühlte mich wohl.
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  #4  
Alt 28.01.2018, 23:52
Carolus Carolus ist offline
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25. Wie haben Sie die Änderung Ihres Trinkverhaltens erreicht und dabei die Umstellungsphase erlebt?
Als mir die Folgen meiner TF bewusst geworden sind, habe ich angefangen, mich im Internet über Alkohol und seine Bedeutung für mich zu informieren. Ich entschied mich dazu, erstmal keinen Alkohol zu trinken. Ich begann, mir Gedanken über die Fragen zu machen und herauszufinden, was meine Beweggründe für den Alkoholkonsum waren (Frage 12). Ich bin zu dem Entschluss gekommen, dass es Sachen gibt, die ich einfach nicht ändern kann. (Segelohren, Größe). Und das ist auch gut so, sie machen mich zu dem, was ich bin: individuell. Ich habe gelernt, das zu akzeptieren. Es gibt aber auch Dinge, die ich ändern kann und das auch (bewusst und unbewusst) getan habe: Während meiner Abstinenz bin ich immer noch feiern gegangen, ich habe mich nicht zuhause verkrochen, nur weil ich keinen Alkohol trinken konnte. Ich bemerkte jedoch eine starke Veränderung: Mein damaliger Freundeskreis wurde unerträglicher. Mit steigendem Alkoholkonsum redeten sie immer mehr wirres Zeug und ich wurde immer mehr ignoriert, da ich ja keinen Alkohol mehr trank und für sie uninteressant wirkte. Sie fragten mich auch nicht mehr, wenn sie irgendwo hin feiern gingen. Erst da wurde mir bewusst, dass die Zugehörigkeit nur aus Alkohol bestand. Das veranlasste mich dazu, die Interesse zu verlieren und mich abzuwenden. Ich unternahm wieder mehr mit meinem alten Freundeskreis vor dem Schulwechsel. Auch sie gingen ab und zu feiern, der Unterschied war jedoch, dass Alkohol nicht so eine große Rolle spielte und sie mich fragten, ob ich auch mitkomme. Zu Beginn war es ungewohnt, ich hatte auch nicht so viel Spaß und bin früher nach Hause gegangen. Doch mit der Zeit entwickelte und präsentierte ich mich selbstsicherer, mir war egal, was andere von mir denken. Ich hatte Spaß beim Feiern, auch ohne Alkohol. Ich tanzte, lachte, redete mit anderen Menschen. Ich fing an, das zu machen, was ich vorher nur mit Alkohol konnte, ohne Effekte wie Wahrnehmungsstörungen und Übelkeit am nächsten Tag.
Ich unternahm mit meinem Freundeskreis aber auch immer öfter am Wochenende etwas Anderes als Feiern, zum Beispiel Lasertag spielen, Bowlen gehen oder was Essen fahren.
Ebenso half mir die Arbeit sehr: Früher hatte ich Angst zu telefonieren, da waren ja fremde Menschen am Apparat. Aber da es zu meinem Beruf gehört und ich nicht drum rum kam, musste ich es machen. Am Anfang war ich noch ziemlich nervös, hatte Angst etwas falsches zu sagen. Von Zeit zu Zeit fiel es mir aber immer einfacher, auch selbstständig fremde Menschen anzurufen, mit denen ich vorher noch nie gesprochen habe. Ich lernte, dass es nicht schlimm ist Fehler zu machen, ich muss sie mir aber eingestehen können und sie nicht runterspielen. Dier Erfahrung zeigte mir, dass mein Gegenüber es meistens gar nicht für so schlimm befindet, wie ich selbst. Da wir auch jeden 2. Donnerstag eine Abteilungsrunde machen, sage ich dort auch meine Meinung, wie ich bestimmte Sachverhalte sehe, die gerade besprochen werden. Vorallem gefällt es mir auf der Arbeit aber, dass ich Anderen helfen kann, wenn es IT-mäßig Probleme gibt. Mir wird warm ums Herz, wenn ich mich angestrengt und geholfen habe und anschließend ein einfaches „Danke“ zurückbekomme.
Ich habe wieder angefangen, Fußball zu spielen. Ich trainierte wieder mit der ersten Mannschaft und arbeitete mich zum Stammspieler hoch. Seit diesem Winter bin ich sogar neuer Kapitän der Mannschaft. Ich bekomme Lob für meine Leistung auf dem Platz, und bestätige mich vor Allem selber durch mein Auftreten auf dem Platz. Es gibt auch Tage, an denen es nicht so läuft, aber da sage ich mir: „Hey, daran kann ich arbeiten“. Des Weiteren mache ich auch für mich selber ein wenig Kraftsport. Ich spüre zunehmend, wie positiv sich das auf meine Gesundheit auswirkt und mich mit neuer Stärke erfüllt.
Ebenso habe ich meine Freundin kennen gelernt. Trotz dass wir weiter wegwohnen und die Busverbindung hier zu wünschen übrig lässt, schaffen wir es immer, uns zu treffen und sie unterstützt mich bei Allem sehr.
Die Umstellungsphase habe ich insgesamt sehr positiv erlebt, da mir die Vorteile des Lebens und die Nachteile des Alkohols bewusst geworden sind, auch wenn der Anfang nicht einfach war.



26. Wie wirkt sich Ihr geändertes Verhalten auf Sie, Ihr Leben und Ihr Umfeld aus?
Von meinem alten Umfeld habe ich mich abgewandt, da es für sie nur den „betrunkene Carolus“ gab. Zu mehr als Alkohol und Feiern ist diese Gruppe nicht verbunden. Ich habe mich wieder mehr auf meinen alten Freundeskreis konzentriert, bei dem der Alkohol nicht so eine große Rolle spielt. Dort wird eher auf freizeitliche Aktivitäten gesetzt, bei denen wir eine Menge Spaß haben. Nichtsdestotrotz gehen wir auch ab und zu feiern, jedoch besteht keine Regelmäßigkeit.
Mein Leben hat sich ehr positiv verändert. Ich mache mich nichtmehr durch den Alkohol körperlich kaputt, im Gegenteil, durch den Sport, den ich treibe, fühle ich mich körperlich immer wohler.
Ich lernte ein Mädchen näher kennen, das ich jetzt voller Stolz meine Freundin nennen kann. Ihr schien mein Auftreten zu gefallen, ihr schien zu gefallen, dass ich „ich“ bin. Früher hätte ich niemals gedacht, dass ich das ohne Alkohol schaffe. Was ein Trugschluss, wenn ich bedenke, dass ich mit meinem besoffenen Zustand nie im Leben eine abbekommen hätte.
Ich habe mich in meiner Ausbildungszeit als Fachinformatiker in die Firma eingearbeitet und bin interessiert, immer mehr zu lernen. An einem katerfreien Wochenende setze ich mich auch mal hin und eigne mir eigenes Wissen an, da das Themengebiet IT ein unbeschreiblich weites Spektrum umfasst. Trotzdem vernachlässige ich nicht meine anderen Aktivitäten wie Sport, meine Freunde , meine Freundin und meine Familie. Ich erstelle mir immer einen Terminplan, das hilft mir, Aufgaben termingerecht zu erfüllen und vorzuarbeiten, damit ich auch Freizeit habe. Das hält mich aber auch nicht davon ab, spontan zu sein, ich kriege alles bis jetzt immer unter einen Hut.

27. Wie stellen Sie sicher, dass Ihr neues Verhalten dauerhaft stabil bleibt?
Ich habe einen selbstbewussteren Charakter entwickelt und versuche Aufgaben und Probleme selbst anzugehen, mich ihnen zu stellen. Ich scheue mich aber auch nicht davor Hilfe von anderen zu holen, sei es Freundin, Familie oder mein Freundeskreis, die mich alle in der letzten Zeit so unglaublich unterstützt haben. Ebenso habe ich gelernt, sollte etwas mal nicht klappen, muss ich mich nicht sofort kritisieren. Ich kann mich den Unannehmlichkeiten stellen. Ebenso bin ich nicht drauf angewiesen, was andere Leute von mir denken, sondern ich mache das, worauf ich Lust habe und habe auch keine Angst davor, meine Meinung auszusprechen.



28. Können Sie sich vorstellen, jemals wieder in Ihre alten Gewohnheiten zurückzufallen?
(Ja/Nein + Begründung,) ->Hintergrund der Frage ist, welche Umstände können dazu führen, dass Sie wieder
in alte Gewohnheiten zurückfallen würden, wie merken sie das und was tun sie dagegen?<-
Garantieren kann das niemand. Wenn ich aber mein Verhalten beibehalte, wird das nicht passieren. Ich weiß, dass falsche Freunde mir den falschen Weg aufweisen können. Meine Aufgabe ist es, diese Art von „Freunden“, die den Alkohol hochloben und nur durch diesen mit mir verbunden sind, zu meiden und einen anderen Weg als diese einzuschlagen. Ebenso ist es auch nicht schlimm, wenn ich bei Problemen andere zur Hilfe hole und mit ihnen darüber spreche. Auch hat mir die Umstellungsphase und das, was ich ohne Alkohol erreicht habe, gezeigt, dass ich nicht auf diese Droge angewiesen bin, um etwas zu erreichen. Ich weiß über die negativen Folgen des Alkohols Bescheid und weiß auch, dass definitiv die negativen Faktoren die positiven überwiegen.

29. Wie wollen sie in Zukunft das Trinken vom Fahren trennen?
Hierzu möchte ich zuerst eine Frage stellen:
Ich habe zwar jetzt ein Jahr AB gemacht und fühle mich auch gut ohne Alkohol, aber ich bin gerade mal 20 Jahre alt, wird es dann nicht schwer für mich, wenn ich dem GA sage, dass ich nie mehr Alkohol trinken werde?
Oder wäre es besser, wenn ich dem GA sage, dass ich erstmal vorhabe, weiterhin nichts zu trinken, aber nicht weiß was die Zukunft bringt? Und dass, sollte ich wieder was trinken, es nach den Richtlinien des KT tue? (Ich erkläre ihm dann natürlich, was KT für mich bedeutet und wie ich es umsetzen möchte)
Ich würde euch bitten, mir in diesem Punkt einen Rat zu geben.

30. Haben Sie zum Abschluss noch etwas hinzuzufügen?
Nein
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  #5  
Alt 29.01.2018, 18:00
Carolus Carolus ist offline
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+++UPDATE+++
Nachdem ich eben auf Grund eines Fehlers seitens der MPI mit der netten Frau telefoniert habe, hat sie mir gesagt, dass meine MPU auf den 15.02.2018 terminiert ist, jedoch am falschen Standort. An dem Standort, an dem ich die MPU machen möchte ist der 14.02.2018 schon voll, der nächste Termin wäre der 07.03.2018. Am 13.12.2017 habe ich die letzte Haaranalyse gemacht. Das dürfte dann mit den 3 Monaten ja kein Problem geben. Die Frau fragte, ob sie sich nochmal melden soll, wenn am 14.02.2017 etwas frei werden würde. Was meint ihr dazu?
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  #6  
Alt 31.01.2018, 14:37
Kai R. Kai R. ist offline
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Hallo,

eine gute Aufarbeitung. Du hast das Motiv gut herausgearbeitet. Besonders stark ist, wie Du die Veränderung schilderst, was Du gemacht und erreicht hast und was schwierig und was leicht war. Ich kann keine offensichtlichen Fehler finden. Mit der Aufarbeitung wirst Du eine positive Begutachtung bekommen.

Zitat:
Zitat von Carolus Beitrag anzeigen
2. Was und wie viel haben Sie am Tattag insgesamt getrunken?
(Genaue Angaben in Sorte, Menge, Trinkzeit)
Da ich weiß, dass ich 3 Bier (0,33l á 4,8 und 2 Gläser Wein (0,25l á 12,5 getrunken habe, habe ich zusätzliche 14 bzw. 18 Schnäpse (0,02l á 38 errechnet. (Anmerkung: die Schnäpse wurden mit Fanta als Mischgetränk getrunken)
Ich habe gehört, dass der TÜV mit 0,1‰ Abbau pro Stunde rechnet, deshalb hab ich die Rechnung einmal mit 0,1‰ Abbau/h (14TE Schnaps) und mit 0,15‰/h (18TE Schnaps) durchgeführt.
ich würde es auch so sagen, dass Du es nicht mehr genau weißt, dass es aber zwischen 14 und 18 Schnäpse gewesen sein müssen. Wobei ich sagen würde, dass die Schnäpse Mischgetränke waren und vermutlich war in einer Mische ja auch mehr als ein Schnaps drin.

Zu Deiner Frage:
Zitat:
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Ich habe zwar jetzt ein Jahr AB gemacht und fühle mich auch gut ohne Alkohol, aber ich bin gerade mal 20 Jahre alt, wird es dann nicht schwer für mich, wenn ich dem GA sage, dass ich nie mehr Alkohol trinken werde?
Oder wäre es besser, wenn ich dem GA sage, dass ich erstmal vorhabe, weiterhin nichts zu trinken, aber nicht weiß was die Zukunft bringt? Und dass, sollte ich wieder was trinken, es nach den Richtlinien des KT tue? (Ich erkläre ihm dann natürlich, was KT für mich bedeutet und wie ich es umsetzen möchte)
Ich würde euch bitten, mir in diesem Punkt einen Rat zu geben.
beide Strategien sind möglich, ich würde mich nur für eine entscheiden. Du erlebst die AB positiv, warum solltest Du sie nicht beibehalten und warum sollte der GA Dir nicht glauben? Aber später auf kT umschwenken ist genauso möglich.
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  #7  
Alt 10.02.2018, 16:05
Carolus Carolus ist offline
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Hallo,
zuerst einmal ein kleines 'Tschuldigung, ich war die letzten 2 Wochen sehr beschäftigt und oft unterwegs, weshalb ich erst jetzt antworten kann.

Ich habe letzte Woche auch Post von der MPI bekommen, meine MPU soll am 14.03.2018 stattfinden!

Zitat:
Zitat von Kai R. Beitrag anzeigen
Hallo,

eine gute Aufarbeitung. Du hast das Motiv gut herausgearbeitet. Besonders stark ist, wie Du die Veränderung schilderst, was Du gemacht und erreicht hast und was schwierig und was leicht war. Ich kann keine offensichtlichen Fehler finden. Mit der Aufarbeitung wirst Du eine positive Begutachtung bekommen.
Vielen Dank für diese erste Einschätzung. Gibt es noch andere, die ihren Senf dazu geben möchten?

Zitat:
Zu Deiner Frage:

beide Strategien sind möglich, ich würde mich nur für eine entscheiden. Du erlebst die AB positiv, warum solltest Du sie nicht beibehalten und warum sollte der GA Dir nicht glauben? Aber später auf kT umschwenken ist genauso möglich.
Ich denke, der Gutachter wird mir nicht abkaufen, dass ich den Rest meines Lebens keinen Alkohol mehr trinken werde (das sind ja immerhin noch (hoffentlich ) 60 Jahre), da ich in einer ländlichen Umgebung lebe, in der üblicherweise mehr getrunken wird, was auch der Gutachter weiß. Ich habe vermutet, dass ich besser dran bin, wenn ich ihm sage, dass ich erstmal weiterhin so leben möchte, weil es mir gut tut, ich mir aber auch vorstellen kann, dass ich irgendwann wieder was trinken möchte. Sollte dies der Fall sein, möchte ich die Regeln des kT anwenden.


Mir ist noch was aufgefallen:
- Im Fragebogen schrieb ich bei 1.: "Zu dem Zeitpunkt hatte ich bereits XXXX getrunken und gute Laune". Ich wollte scheinbar noch eine Zahl reinschreiben, nachdem ich mir die Trinkmenge ausgerechnet habe. Ich würde es aber lieber weglassen.
- Ich schrieb, dass ich gegen 05:30 Uhr gegen den Baum prallte. Ich habe nochmal den Polizeibericht gelesen und dort steht "[...]fuhr um 5:15 gegen[...]". Ich war mir sicher, dass es 05:30 war, da die Uhr im Auto auf 05:30 stehen geblieben ist. Soll ich bei meiner Variante bleiben oder lieber die 5:15 aus dem Bericht nehmen?
- Des Weiteren noch eine Änderung: Ich wollte 2km zu McDonalds und anschließend auch wieder diese 2km zurück fahren, also wollte ich insgesamt km fahren.

Gruß,
Carolus
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  #8  
Alt 10.02.2018, 18:24
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Alana Alana ist offline
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Klar gehen beide Strategien. Gerade auch wegen deines Lebensalters. Aber für ein späteres KT
Zitat:
da ich in einer ländlichen Umgebung lebe, in der üblicherweise mehr getrunken wird,
wäre ein Schuß direkt ins Knie! Die Anderen hier trinken viel (unkontrolliert), da will ich doch irgendwann wieder dazu gehören! - ganz schlechte Argumentation. In deiner ländlichen Umgebung fährt man auch üblicherweise schonmal eher angetrunken nach Hause - Du merkst, wo der Haken ist?

Du bist mit hoher BAK mit dem Auto unterwegs gewesen. Daraus mußt Du für dich persönlich Konsequenzen ziehen, um Wiederholung zu verhindern. Mag sein, daß das auch klappt, wenn Du irgendwann wieder kontrolliert und in Maßen trinkst. Kann sein, daß der GA dir das abenimmt. Aber sicher nicht, wenn Du als Grund dafür angibst, daß Du wieder bei den Anderen mitsaufen willst.
__________________
Liebe Grüße
Alana
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  #9  
Alt 13.02.2018, 20:16
Carolus Carolus ist offline
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Hallo Alana,

da gebe ich dir Recht, das sieht wirklich ziemlich doof aus und wäre ein Eigentor.
Ich hatte auch nicht vor, das dem Gutachter so zu sagen. Es sollte euch nur zur Information dienen, dass der Gutachter wahrscheinlich weiß, in welcher Umgebung ich lebe und mein Gedanke war, dass es da je nach Strategie zu Fallen kommen könnte.

Aber wenn ich über deine Worte nachdenke, erkenne ich den Strick, den ich mir selber binden würde.

Zitat:
Ich schrieb, dass ich gegen 05:30 Uhr gegen den Baum prallte. Ich habe nochmal den Polizeibericht gelesen und dort steht "[...]fuhr um 5:15 gegen[...]". Ich war mir sicher, dass es 05:30 war, da die Uhr im Auto auf 05:30 stehen geblieben ist. Soll ich bei meiner Variante bleiben oder lieber die 5:15 aus dem Bericht nehmen?
Könntet ihr mir hierfür noch einen Rat geben?

Gruß,
Carolus
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  #10  
Alt 13.02.2018, 22:49
teletarzan teletarzan ist offline
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Hallo Carolus,

ich finde es stark wie akribisch du deine Vergangenheit aufgearbeitet hast und an deiner Zukunft feilst -Hut ab!

Auf deine Nachfrage bzgl der Unfallzeit kann ich nur aus meiner eigenen MPU-Erfahrung erzählen. Der Gutachter hat zwar genau nachgehakt, aber nicht auf die Minute genau. Es soll einfach ein rundes, widerspruchsfreies und nachvollziehbares Bild entstehen.

An dieser Stelle würde ich mich reinen Gewissens an an die Aktenlage halten und somit bei Nachfrage 5:15 Uhr nennen.
Einfach weil du stark betrunken warst und die anwesenden Polizisten in dem Fall mehr Glauben geschenkt wird.

LG vom Tom
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