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  #1  
Alt 13.02.2018, 17:50
Bastiz Bastiz ist offline
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Standard Alkohol MPU mit KT BAK 2,17

Hallo Leute,

ich habe mich soweit schon sehr detailliert mit der MPU und den Zusammenhängen auseinander gesetzt. Ich wäre euch sehr dankbar, wenn jemand Zeit findet sich meinen Fragebogen evtl. einmal durchzulesen und zu kommentieren.

Mit freundlichen Grüßen

FRAGEBOGEN:
Bitte wiederholt diese Angaben nochmal, da diese zum Überprüfen eurer Trinkmengen benötigt werde:
Zur Person
Geschlecht: männlich
Größe:176 cm
Gewicht: 80
Alter:21 (bei der TF 18)

eventl. Bundesland: NRW

Was ist passiert?
Datum der Auffälligkeit: 14.06.2015
BAK: 2,17
Trinkbeginn: 18:30
Trinkende: 4:00
Uhrzeit der Blutabnahme: 5:17
Stand des Ermittlungsverfahrens
Gerade erst passiert: Ermittlung abgeschlossen
Strafbefehl schon bekommen: Strafe bekommen und abgeleistet (40 Sozialstunden)
Dauer der Sperrfrist: 1 Jahr

Führerschein
Hab ich noch: Nein
Hab ich abgegeben: 16.08.2015
Hab ich neu beantragt: Ja
Wurde mir entzogen? Habe ich abgegeben aufgrund des Briefes
Noch in der Probezeit?: ja
Habe noch nie einen besessen:

Führerscheinstelle
Hab schon in meine Akte geschaut Ja/Nein: Ja
Sonstige Verstöße oder Straftaten?: Einmalig Vorfahrt genommen mit Unfall
Fragestellung der Fsst (falls bekannt): Fragestellung im Bezug auf meinen Aljohol

Konsum
Ich trinke noch Alkohol, wenn ja wie oft wieviel: KT Trinken mit 3 TE zu maximal 10 Anlässen im Jahr
Ich lebe abstinent seit:

Abstinenznachweis

Leberwerte ja/nein, seit wann............ Ein Blutbild von Januar 2017 und eins von Januar 2018, bei beidem sehr gute Leberwerte
in welchen Abständen................... 1 Jahr
Anmerkung: LW sind besonders bei kontrolliertem Trinken (fast immer) von Wichtigkeit:

Aufarbeitung
Suchtberatungsstelle aufgesucht?: Alkoholberatung durchgeführt
Selbsthilfegruppe (SHG):Nein
Psychologe/Verkehrspsychologe: Ja, Therapie mit 10 Sitzungen
Kurs für verkehrsauffällige Autofahrer: Nein

Ambulante/stationäre Therapie
(bitte Zeitraum von Beginn bis Ende angeben):Nein


Tathergang

1. Beschreiben Sie den Tag Ihrer Trunkenheitsfahrt aus eigener Sicht mit Datum und Uhrzeiten.
(wann, wo und mit wem getrunken / wann und wie aufgefallen / Promille)
Verlauf des Tages am 14.06.2015:
- 18:00: Mit dem Auto und einem Freund in die Nähe des Treffpunktes gefahren und dort geparkt
- 18:30: Mit den Leuten aus meiner Clique und von der Schule im Park vor der Schule getroffen (Citynah)
- 18:30 – 20:30: In dem Park „vorgetrunken“ mit Hartem Alkohol und Mischzeug ( halbe Flasche)
- 20:30 - 00:00: Auf das „Hoeker Fest“ in die Innenstadt gegangen, dort von Stand zu Stand geschlendert, ca. 4 bis 5 Gläser Wein getrunken
- 00:00 - 3:30: Ein Wirt hat uns noch in seinen Laden eingeladen und Flaschen spendiert. Dort ca. 1 Flasche getrunken
- 3:30 – 4:30: Mit Freunden rumgeschlendert durch die Stadt, noch Schlücke von einer Weinflache konsumiert, danach mit einem Freund Richtung Auto gegangen.
- 4:40: Polizei hat mich aufgrund meines Fahrstils angehalten
- 5:17: Blutalkoholkonzentration bei 2,17 Promille
Zusammengefasste Trinkmenge:
- Halbe Flasche Schnaps, 4 bis 5 Gläser Wein (0,2l) , 0,7l Wein (Flasche)

2. Was und wie viel haben Sie am Tattag insgesamt getrunken?
(Genaue Angaben in Sorte, Menge, Trinkzeit)

Halbe Flasche Schnaps: 18:30 bis 20:30
4 bis 5 Gläser Wein (0,2l): 20:30 bis 00:00
0,7l Wein (Flasche): 00:30 bis 3:30

3. Wie viel Kilometer fuhren Sie, bis Sie aufgefallen sind und wie viel Kilometer wollten Sie insgesamt fahren?
Ich bin ca. 1-2 KM gefahren und wollte insgesamt ca. 4-5 KM fahren

4. Hatten Sie das Gefühl, noch sicher fahren zu können?
(Ja/Nein + Begründung)
Ich selber habe mich in dem Moment sicher gefühlt, dass ich alles unter Kontrolle hätte und war von mir selbst überzeugt.
Im Nachhinein betrachtet war dies nicht der Fall, da mich die Polizei auch aufgrund meiner Fahrweise angehalten hat.

5. Wie haben Sie die Trunkenheitsfahrt vermeiden wollen (wenn überhaupt)?
Ich hatte vor mit einem Taxi nach Hause zu fahren, wie es normalerweise üblich nach einer Party war. Allerdings habe ich mich betrunken vor meinen Freunden profilieren wollen und bin deshalb (und weil ich dachte es geht schneller und ist billiger) mit einem Freund zusammen ins Auto gestiegen

6. Haben Sie bereits früher im Straßenverkehr unter Alkoholeinfluss gestanden und sind aufgefallen?
Nein

7. Wie oft haben Sie alkoholisiert am Straßenverkehr teilgenommen ohne aufzufallen und was folgern Sie daraus? (Tip Anmerkung von Jody lesen (danke Jody) KLICK)
Da ich zu der Zeit meinen Führerschein erst ein dreiviertel Jahr besaß hatte ich ca. 2 bis 3 Trunkenheitsfahrten vorher. Bei diesen Trunkenheitsfahren hatte ich auch schon einen höheren Promillepegel, allerdings nicht über 2 Promille, da diese Trunkenheitsfahrten auf dem Rückweg nach Treffen mit Freunden waren und nicht beispielsweise nach einer Party. Ich denke, dass ich zwischen 1 und 1,6 Promille bei den Trunkenheitsfahrten war.

Exploration

8. Wann hatten Sie den ersten Kontakt mit Alkohol und wann haben Sie das erste Mal Alkohol zu sich genommen?
(Allererste Erinnerung und erster Konsum)
Das erste mal Kontakt zu Alkohol hatte ich mit einem Schluck Bier mit 12 von Opa. Damals hat mir das Bier gar nicht geschmeckt. Mein erster richtiger Konsum war dann mit 15 auf einem Geburtstag und dort habe ich ca. 3 bis 4 Bier getrunken

9. Haben Sie regelmäßig Alkohol getrunken, und wie hat sich ihr Trinkverhalten in den letzten Jahren entwickelt?
Ab 15 bis 16 Jahren habe ich so gut wie jedes Wochenende regelmäßig Alkohol konsumiert und mei Toleranzverhalten hatte sich auch immer weiter gesteigert, so dass ich schließlich mit 18 in meiner Abiphase an meinem Höchstpunkt gelangt war

10. Wie viel und wie oft haben Sie getrunken?
(Genaue Angaben in Sorte, Menge, Häufigkeit)
Wenn man von dem letzten Jahr vor meiner TF ausgeht, habe ich dort ca. 2x die Woche am Wochenende getrunken und bis zu einer dreiviertel Flasche Schnaps und ein, zwei Bier

11. Wo und mit wem haben Sie überwiegend getrunken?
Ich hatte einen festen Freundeskreis in der Schule mit dem ich mich öfters getroffen habe und mit dem ich auch getrunken habe.

12. Warum haben Sie getrunken?
(Innere + äußere Motive; Anmerkung: o.g. Link "psychologisches Gespräch" lesen)




Hemmungsbefreiend: Leichtere Kommunikation (damit auch gut um „Freundschaften“ zu knüpfen und Kontakte kennenzulernen); Diskussionsfreudiger (in dem Moment starkes „Selbstbewusstsein“); Kontakt mit anderem Geschlecht viel einfacher -> zu Hause keinen männlichen Kontakt gehabt, der einen hätte beraten können
- Gruppenzwang: Durch Alkohol habe ich im Prinzip falsche Stärke bewiesen und habe dazu gehört; -> Durch Umzug und relativ einsames Wohnen wenig Kontakte gehabt und keiner „Clique“ dazu gehört, hatte sich durch Alkohol geändert
- Verantwortungspflicht: Ziellosigkeit für Tätigkeit nach dem Abitur; während Schulzeit verlor ich Hobbys wie z.B. Quad fahren; Vorbildfunktion war zu Hause nur durch meine Mutter gegeben -> die nicht meine Interessen vertrat und keine passende Ansprech- und Vorbildfunktion für mich damals hatte. (z.B. Beratung über Berufliche Zukunft etc.); Bruder war zu der Zeit selbst in einer schwierigen Phase (Verlor seinen FS durch Trunkenheitsfahrt-> deshalb ggf. Relativierung von Trunkenheitsfahrten)
- Entspannung/ Ablenkung: Durch den Alkohol konnte ich die vorher genannten Faktoren/Probleme/Sorgen/Emotionen für einen gewissen Zeitraum vergessen und abschalten


Fazit:
Durch den Alkohol habe ich mich Sorgenfrei gefühlt. Er hat mir geholfen, alltägliche Probleme und Sorgen zu verdrängen und mich Hemmungsfrei zu machen. Dadurch konnte ich für kurzfristige Zeit viele neue „Freundschaften“ schließen und war beliebt. Ich war als Selbstbewusst und stark anerkannt, gerade auch weil ich so viel Alkohol trinken konnte und mit dem Alkohol sehr Diskussionsfreudig und stark rüber kam. Mit dem Führerschein und den Trunkenheitsfahrten, hat sich dieses ansehen z.T. verstärkt und ich konnte meine Position stärken. Ich habe dadurch weitreichende Konsequenzen in Kauf genommen. Nur damit ich mich beweisen konnte und anerkannt wurde. Dieser Tatsache bin ich mir nun bewusst. Ich habe die vorangenannten Aspekte (oberflächliche Freundschaften, Beweisen falscher Stärke, Gruppenzugehörigkeit und Ziellosigkeit, Unterdrückung der Emotionen) grundlegend verändert durch (Studium, Umzug, neue Menschen, Arbeit, Unternehmensgründung, Kind).

13. Welche Wirkung haben Sie in der Vergangenheit nach Alkoholgenuss bei sich beobachtet?
(bei wenig und bei viel Alkohol)
Bei wenig Alkohol: habe ich die Wirkung festgestellt meistens mehr trinken zu wollen um eine Wirkung zu erzielen und damit auch die oben genannten Punkte wie z.B. Diskussionsfreudigkeit, Kontakte knüpfen usw. zu erzielen.
Viel Alkohol: Hat bei mir starke auflockernd Wirkung gehabt und mich als sehr offenen Menschen präsentiert, der sehr kontaktfreudig ist. Allerdings wurde diese Wirkung auch schnell in eine zu extreme Art gelenkt, so dass mir mein Verhalten am nächsten Tag peinlich war, weil man beispielsweise rumgeschrien hat oder sich anderweitig daneben benommen hat.

14. Gab es kritische Hinweise Anderer auf Ihren Alkoholkonsum und wie haben Sie darauf reagiert?
Meine Mutter hatte mich ein zwei mal auf meinen Alkoholkonsum angesprochen. Ansonsten gab es in meinem Freundeskreis nur Anerkennung für viel trinken. Manche aus der Schule haben sich über so ein Verhalten aufgeregt und das kritisiert, dies wurde aber von keinem ernst genommen

15. Welche Auswirkungen und Folgen hatte Ihr Alkoholkonsum auf Ihr Leben und Ihr Umfeld?
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  #2  
Alt 13.02.2018, 17:50
Bastiz Bastiz ist offline
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Standard

15. Welche Auswirkungen und Folgen hatte Ihr Alkoholkonsum auf Ihr Leben und Ihr Umfeld?
Ich habe dadurch manchmal die Schule etwas vernachlässigt und hätte mich in gewissen Punkten besser vorbereiten können. Ansonsten hatte der Alkohol vor allem die Wirkung, dass das betrinken mit seiner „Clique“ am Wochenende zur Regelmäßigkeit wurde.

16. Gab es in Ihrem bisherigen Leben frühere Zeiten, in denen sie weit mehr Alkohol als heute getrunken haben?
Wenn ja, nennen sie bitte die Lebensabschnitte und mögliche Ursachen und Umstände dafür.
In der Zeit von 15 bis 18 habe ich sehr viel Alkohol konsumiert. Nach der TF und der Gerichtsverhandlung habe ich dann das KT erlernt und angewendet.
Es war meine Schulzeit und mein Jugendabschnitt in dem ich besonders viel konsumiert habe. Ich habe dadurch viele Kontakte geknüpft und wurde Anerkannt. Des weiteren gab es zu der Abizeit sehr viele Partys und Reisen auf denen es hauptsächlich um Alkohol ging.

17. Haben sie jemals die Kontrolle über ihre Trinkmenge verloren und bis zur Volltrunkenheit Alkohol konsumiert?
Ich habe mehrmals sehr viel konsumiert, dass ich eine deutlich intensive Wirkung verspürt habe. Allerdings nie soweit, dass ich komplett keine Kontrolle mehr hatte und beispielsweise ins Krankenhaus musste.

18. Haben Sie früher schon einmal oder öfter über einen längeren Zeitraum bewusst und mit Absicht völlig auf den Genuss von Alkohol verzichtet?
Ich habe eigentlich nur während einer Kur für meinen Kraftsport für zwei Monate im Alter von 16 Jahren auf Alkohol verzichtet. Ansonsten habe ich in den 3 Jahren am Wochenende die meisten Partys mitgenommen

19. In welcher Kategorie von Trinker haben sie sich früher gesehen und wie stufen Sie sich heute rückblickend ein?
(mit Begründung)
Früher habe ich mich als normalen Gelegenheitstrinker gesehen. Jemanden der nur am Wochenende was trinkt und das wars. Mittlerweile war dies Rückblickend betrachtet absoluter Alkoholmissbrauch den ich betrieben habe. Ich habe versucht Sorgen und Emotionen mit Alkohol zu unterdrücken und bewusst eine Wirkung zu erzielen.

Heute und in Zukunft

20. Trinken Sie heute Alkohol? Wenn ja, was, wie viel und wie oft?
(Genaue Angaben in Sorte, Menge, Häufigkeit)
Ich habe Kontrolliertes Trinken erlernt. Das heißt, dass ich maximal 3 TE an einem Abend zu mir nehme. Hierbei handelt es sich meist um ein, zwei Bier oder Wein oder Bier und ein Sekt zu Silvester beispielsweise. Solche besonderen Anlässe finden ca. 7 bis 10 im Jahr statt. Nach der TF war es etwas weniger und dann im letzten Jahr, als ich das KT richtig erlernt hatte etwas mehr. Allerdings nie über 10 Anlässe in einem Jahr.

21. Wann haben Sie zuletzt Alkohol getrunken?
Ich habe am 03.02.2018 das letzte mal Alkohol getrunken

22. Trinken sie gelegentlich alkoholfreies Bier?
Nein

23. Warum trinken Sie heute Alkohol/keinen Alkohol?
Ich habe durch eine rückblickende Reflexion gemerkt, dass mir Alkohol eher geschadet hat anstatt zu helfen. Ich habe dadurch Gefühle und Emotionen unterdrückt, damit es mir kurzfristig besser geht. Auf lange Sicht hat dies aber keinen Erfolg. Durch meinen Umzug für das Studium in eine fremde neue Stadt konnte ich das alte Trinkverhalten hinter mir lassen. Mittlerweile merke ich, dass ich ohne exzessiven Alkoholkonsum viel mehr in meinem Leben erreiche und schaffe (bsp: Stufenbester in meinem Studiengang, Gründung eines Start Up Unternehmens, Vorbildfunktion für zukünftiges Kind). Ich bin mir nicht sicher, ob ich das auch geschafft hätte, hätte ich mein Trinkverhalten nicht geändert.

24. Warum haben Sie das Trinken reduziert bzw. aufgegeben und warum nicht schon eher?
Ich brauchte die TF um einen Anstoß zu kriegen. Vorher ist mir mein Missbrauch nicht aufgefallen und ich habe mich nicht mit den Motiven und Gründen dafür auseinandergesetzt. Erst die TF hat mich dazu gebracht mich mit mir selbst zu beschäftigen und die Motive zu hinterfragen.

25. Wie haben Sie die Änderung Ihres Trinkverhaltens erreicht und dabei die Umstellungsphase erlebt?
Ich habe mich sehr viel in Foren und im Internet schlau gelesen. Dann habe ich mich entschieden das KT trinken anzuwenden, da es mir für mein Alter und vor allem für eine längerfristig erfolgreiche Lösung das beste erschien. Dabei habe ich vor allem den Umzug in eine neue Stadt als Chance genutzt mein Leben und mein Trinkverhalten umzustellen. Ich bin ein eine eigene Wohnung gezogen, habe neue Freunde kennengelernt (denen habe ich offen von Anfang an von meiner TF erzählt) und mir quasi ein selbstständiges Leben das erste mal aufgebaut.
Die Umstellungsphase war am Anfang noch sehr schwer, vor allem wenn man sieht wie andere viel trinken. Allerdings wurde dieses Gefühl mit der Zeit weniger, als ich gesehen habe, was es mir gebracht hat weniger Alkohol zu trinken. Ich habe gemerkt, dass ich selbständiger wurde, gut im Studium war und allgemein sehr effizient gelebt habe. Dies hat mich motiviert meine Einstellung beizubehalten und zu verfestigen.

26. Wie wirkt sich Ihr geändertes Verhalten auf Sie, Ihr Leben und Ihr Umfeld aus?
Durch das geänderte Verhalten, habe ich mehr Zeit für andere Aktivitäten außer Alkohol trinken, beispielsweise Städtereisen, Fahrrad fahren, Sport, Unternehmungen mit Freunden (Paintball etc.). Zusätzlich liegt meine volle Konzentration auf mein Studium, mein Start Up Unternehmen und die Schwangerschaft meiner Freundin. Ohne die Veränderung wäre es wahrscheinlich nie soweit gekommen.

27. Wie stellen Sie sicher, dass Ihr neues Verhalten dauerhaft stabil bleibt?
Ich habe fest definierte Ziele, die ich verschriftlicht habe und über meinem Schreibtisch gehängt habe. Diese gucke ich mir öfters an, damit ich weiß was ich erreichen möchte. Zusätzlich habe ich diverse Strategien erlernt. Z.B. unterdrücke ich Sorgen und Emotionen nicht mehr durch Alkohol, sondern versuche mit Freunden und Familie darüber zu reden. Zum Anderen hilft mir mein Trinkkalender nur zu geplanten Anlässen eine fest definierte Menge zu mir zu nehmen. Außerdem habe ich noch diverse Präventivmaßnahmen gelernt wie:

- Nur zu besonderen und gegebenen (geplanten) Anlässen Alkohol konsumieren (geplante Menge) und diese Anlässe dokumentieren:
- Wenn dann darf mit Alkohol kein Durst gelöscht werden
- Niemals mit Auto zur Party fahren
- Das Glas immer weiter weg stellen, da man so nicht in Versuchung kommt schnell viel zu trinken
- Offen umgehen mit seiner Situation, mit Bekannte auch bescheid wissen und nicht versuchen einen anzustiften viel Alkohol zu trinken
- Am Anfang des Abends sich vornehmen was und wie viel man trinkt, damit nicht ungeplante Alkoholmengen entstehen
- Erst nach dem Essen Alkohol konsumieren
- Grundsätzliche keine harten Getränke wie Schnaps
- Keine verlängerten Getränke wie (Cola-Rum), da dies die tatsächliche Menge nicht richtig wahrnehmen lässt
- Im Lokal immer die kleinstmögliche Menge des alkoholhaltigen Getränkes bestellen
- Nicht nachschenken lassen und keine Hast beim trinken
- nicht beim „harten Kern“ einer Party aufhalten
- keine Trinkspiele oder sportlichen Runden mitmachen
- Selbstbewusst nein sagen und erklären warum man nicht trinken möchte!

28. Können Sie sich vorstellen, jemals wieder in Ihre alten Gewohnheiten zurückzufallen?
(Ja/Nein + Begründung,) ->Hintergrund der Frage ist, welche Umstände können dazu führen, dass Sie wieder in alte Gewohnheiten zurückfallen würden, wie merken sie das und was tun sie dagegen?<-
Ein möglicher Fall wären starke Probleme die ich versuchen wollen würde mit Alkohol zu unterdrücken. Allerdings habe ich für solche Fälle, eine Liste mit Strategien die ich anwende. Beispielsweise meine Ziele noch einmal verfestigen. Mit Freunden und Familie darüber reden und gemeinsam Probleme lösen. Im letzten Fall, eine Therapie aufsuchen die mir helfen würde.

29. Wie wollen sie in Zukunft das Trinken vom Fahren trennen?
Beispielsweise niemals mit Auto zu einer Party oder Trinkangelegenheit fahren.
Vorher Abklären wie man nach Hause kommt, wenn man etwas konsumieren möchte.
Bei Problemen oder sonstigen Stressfaktoren auf keinen Fall Alkohol trinken.

30. Haben Sie zum Abschluss noch etwas hinzuzufügen?

Ich habe durch eine komplette Umstellung meines Lebens mit Umzug, neuer Wohnort, Freundin, Studium und Gründung eines Unternehmens neues Selbstbewusstsein und fest definierte Ziele erlangt. Ich weiß nun, auf welche Kontakte ich wert lege und mit welcher Einstellung ich an Sachen herangehe. Es ist nicht mehr nötig durch Alkoholkonsum Probleme zu verdrängen und Sorgen bzw. Gefühle zu verdrängen. Durch diese Umstellung und der öffentlichen Kundgabe meiner Tat habe ich mir einen Freundeskreis aufgebaut der meine Situation kennt und versteht. Ich habe neue Aktivitäten für mich entdeckt, die nicht darauf beruhen Alkohol zu trinken. Dadurch habe ich gemerkt, dass es einen auf längere Zeit gesehen viel mehr bringt tiefgründige Freundschaften aufzubauen und Erlebnisse zu sammeln die für das Leben sind. In stressigen Momentan oder Tagen finde ich Ablenkung durch Sport, Aktivitäten oder einem entspannten Tag auf dem Sofa mit meiner Freundin. Die zusätzliche Schwangerschaft meiner Freundin erlaubt es mir in Zukunft auch nicht mehr mich gehen zu lassen, da ich als Vorbildfunktion agieren muss. Deshalb ist es umso wichtiger, dass ich genau weiß wer ich bin, wer meine Freund sind und welche Ziele ich im Leben habe. Denn nur so, kann ich die richtigen Einstellungen und Werte auch an meinen zukünftigen Sohn vermitteln. Ich habe Verantwortung für meine Tat übernommen und die Gründe dafür reflektiert. Danach habe ich das Studium als Chance wahrgenommen um grundlegende Aspekte in meinem Leben zu verändern. Für die Zukunft habe ich mir soweit auch Präventivmaßnahmen vorgenommen.
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  #3  
Alt 15.02.2018, 07:00
Amira Amira ist offline
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Daumen hoch Gute Struktur

Hi, hi,

Ich bin leider (noch) kein Profi, versuche dir aber trotzdem zu helfen.

Deine strukturelle Auflistung ist super.

Was bestimmt gut kommt, sind konkrete Beispiele der Veränderung in deinem Alltag.

Super ist natürlich die Verantwortung fürs Baby, die du vor hast zu übernehmen. Aber das ist halt noch Zukunft und faellt unter gute Vorsaetze.

Also suche nach gelebten Veränderungen und fuehre weitere Beispiele auf.
Liste ist immer gut.....

Dann wirst du das bestimmt schaffen, mit deinem Alter
__________________
Gruss Amira
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  #4  
Alt 15.02.2018, 10:46
teletarzan teletarzan ist offline
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Hallo Bastiz,

Du hast angegeben du hast 10 Therapiesitzungen absolviert. Um welche Art von Therapie hat es sich hierbei gehandelt?
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  #5  
Alt 15.02.2018, 12:27
Amira Amira ist offline
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Standard Therapie ??????

Oh, wichtiger Aspekt!!!!

Wenn sie mit Alkoholkonsum in Verbindung steht, solltest du die besser verschweigen, sonst wird eventuell noch eine gelebte Zeit gefordert.
Das wäre schade ums Geld (ca 2 Kinderwagen?) und noch zusätzliche Zeit. Mit Kleinkind ohne Auto ist auch nicht der Hit.

Du schreibst von neuen Aktivitäten. Die kannst du sicherlich beim Namen nennen.

Falls du deine Partnerin zur Geburtsvorbereitung begleitest, wäre das bestimmt gut, davon zu erzaehlen. Wie spannend diese Zeit ist , mit anderen Vätern unterhalten etc. Das kannst du dann ganz stolz preisgeben......

Absoluter Alkohol Missbrauch !!!! Das bitte nicht sagen. Gefährlicher Umgang, war das doch, oder?????

Euch alles Gute
__________________
Gruss Amira
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  #6  
Alt 15.02.2018, 12:52
Amira Amira ist offline
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Standard Statement von "Verunsichert"

Mir war das alles eine große Lehre und bin letztendlich sogar ganz froh, dass mir das in meinem recht jungen Alter passiert ist. Dadurch konnte ich jetzt meine Weichen für mein zukünftiges Leben stellen und mein Verhalten von Grund auf ändern. Dementsprechend hat das alles auch etwas Gutes!


Das klingt sehr einsichtig und "reif".

Würde ich mit einbauen, machst du Punkte.

" Jugendlicher Leichtsinn" wird der GA bestimmt auch berücksichtigen.

Du schaffst das !!!!!!
__________________
Gruss Amira

Geändert von Amira (15.02.2018 um 13:09 Uhr)
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  #7  
Alt 15.02.2018, 13:12
kapomick kapomick ist offline
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Mal gemach gemach bei dem hier genannten Wort "Therapie". 10 Sitzungen sind keine Therapie in dem Sinn, wie das ein GA versteht. Ich gehe mal von aus, dass @Bastiz 10h Bei einem VP war. Von daher droht keine Gefahr.

So ganz nachvollziehen kann ich die 5* allerdings nicht. Der Bogen ist nicht schlecht, aber da gibt es schon noch ein paar Sachen aufzuarbeiten. Es sind Tendenzen drin, die schon einen klaren Missbrauch anzeigen, der KT nicht mehr wirklich möglich macht. Mal schauen, vielleicht komm ich heut abend dazu.
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  #8  
Alt 15.02.2018, 13:27
teletarzan teletarzan ist offline
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Zitat:
Zitat von kapomick Beitrag anzeigen
Mal gemach gemach bei dem hier genannten Wort "Therapie". 10 Sitzungen sind keine Therapie in dem Sinn, wie das ein GA versteht. Ich gehe mal von aus, dass @Bastiz 10h Bei einem VP war. Von daher droht keine Gefahr.

.
Davon gehe ich auch aus, da er aber selbst „Therapie“ geschrieben hat, wollte ich diesbezüglich nachhaken und auf entsprechende Folgen hinweisen.
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  #9  
Alt 15.02.2018, 16:01
kapomick kapomick ist offline
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Denn schauen wir mal:

Zitat:
Zitat von Bastiz Beitrag anzeigen
1. Beschreiben Sie den Tag Ihrer Trunkenheitsfahrt aus eigener Sicht mit Datum und Uhrzeiten.
(wann, wo und mit wem getrunken / wann und wie aufgefallen / Promille)
Verlauf des Tages am 14.06.2015:
- 18:00: Mit dem Auto und einem Freund in die Nähe des Treffpunktes gefahren und dort geparkt
- 18:30: Mit den Leuten aus meiner Clique und von der Schule im Park vor der Schule getroffen (Citynah)
- 18:30 – 20:30: In dem Park „vorgetrunken“ mit Hartem Alkohol und Mischzeug ( halbe Flasche)
- 20:30 - 00:00: Auf das „Hoeker Fest“ in die Innenstadt gegangen, dort von Stand zu Stand geschlendert, ca. 4 bis 5 Gläser Wein getrunken
- 00:00 - 3:30: Ein Wirt hat uns noch in seinen Laden eingeladen und Flaschen spendiert. Dort ca. 1 Flasche getrunken
- 3:30 – 4:30: Mit Freunden rumgeschlendert durch die Stadt, noch Schlücke von einer Weinflache konsumiert, danach mit einem Freund Richtung Auto gegangen.
- 4:40: Polizei hat mich aufgrund meines Fahrstils angehalten
- 5:17: Blutalkoholkonzentration bei 2,17 Promille
Zusammengefasste Trinkmenge:
- Halbe Flasche Schnaps, 4 bis 5 Gläser Wein (0,2l) , 0,7l Wein (Flasche)
Üblicherweise ist das eine Frage, die du sehr ausführlich schildern darfst. Da kommt so ein Stenostil nicht gut. Es wird übrigens nach dem ganzen Tag gefragt, wie du dich gefühlt hast, wie die Stimmung war. Vorglühen mit ner halben Pulle kommt natürlich nicht wirklich gut.

Zitat:
2. Was und wie viel haben Sie am Tattag insgesamt getrunken?
(Genaue Angaben in Sorte, Menge, Trinkzeit)

Halbe Flasche Schnaps: 18:30 bis 20:30
4 bis 5 Gläser Wein (0,2l): 20:30 bis 00:00
0,7l Wein (Flasche): 00:30 bis 3:30
Kannst du das berechnen? Das wird von einem KT´ler erwartet.

Zitat:
3. Wie viel Kilometer fuhren Sie, bis Sie aufgefallen sind und wie viel Kilometer wollten Sie insgesamt fahren?
Ich bin ca. 1-2 KM gefahren und wollte insgesamt ca. 4-5 KM fahren
Was heißt, du wolltest 4-5km fahren? Du wirst doch wissen, wie weit es vom Ausgangs- bis zum Endpunkt ist. Wenn nicht: mach dich schlau. Präzise Angaben sind immer gut.

Zitat:
4. Hatten Sie das Gefühl, noch sicher fahren zu können?
(Ja/Nein + Begründung)
Ich selber habe mich in dem Moment sicher gefühlt, dass ich alles unter Kontrolle hätte und war von mir selbst überzeugt.
Im Nachhinein betrachtet war dies nicht der Fall, da mich die Polizei auch aufgrund meiner Fahrweise angehalten hat.
Wenn du dich sicher fühltest, bringst du damit zum Ausdruck, dass du auch höhere Mengen vertragen hast.

Zitat:
5. Wie haben Sie die Trunkenheitsfahrt vermeiden wollen (wenn überhaupt)?
Ich hatte vor mit einem Taxi nach Hause zu fahren, wie es normalerweise üblich nach einer Party war. Allerdings habe ich mich betrunken vor meinen Freunden profilieren wollen und bin deshalb (und weil ich dachte es geht schneller und ist billiger) mit einem Freund zusammen ins Auto gestiegen
Und überhaupt keine Gedanken ob der hohen Trinkmenge gehabt? Auf das "profilieren" kommen wir noch.

Zitat:
7. Wie oft haben Sie alkoholisiert am Straßenverkehr teilgenommen ohne aufzufallen und was folgern Sie daraus? (Tip Anmerkung von Jody lesen (danke Jody) KLICK)
Da ich zu der Zeit meinen Führerschein erst ein dreiviertel Jahr besaß hatte ich ca. 2 bis 3 Trunkenheitsfahrten vorher. Bei diesen Trunkenheitsfahren hatte ich auch schon einen höheren Promillepegel, allerdings nicht über 2 Promille, da diese Trunkenheitsfahrten auf dem Rückweg nach Treffen mit Freunden waren und nicht beispielsweise nach einer Party. Ich denke, dass ich zwischen 1 und 1,6 Promille bei den Trunkenheitsfahrten war.
Glaub ich dir nicht. Wie hätte denn das Auto zurückkommen wollen, wenn du mit dem Taxi gefahren wärst? Am nächsten Tag abholen? Und was hast du da? Restalkohol? Schon mal daran gedacht oder auch an Fahrten mit dem Fahrrad? Du bist kein Kind von Traurigkeit, du fährst bedenkenlos mit 2,17‰, das macht man nicht ohne genug Erfolgserlebnisse, dass schon nix passieren wird.

Zitat:
8. Wann hatten Sie den ersten Kontakt mit Alkohol und wann haben Sie das erste Mal Alkohol zu sich genommen?
(Allererste Erinnerung und erster Konsum)
Das erste mal Kontakt zu Alkohol hatte ich mit einem Schluck Bier mit 12 von Opa. Damals hat mir das Bier gar nicht geschmeckt. Mein erster richtiger Konsum war dann mit 15 auf einem Geburtstag und dort habe ich ca. 3 bis 4 Bier getrunken
Erster Kontakt heißt: wann hast du zum 1. Mal wahrgenommen, dass es Alkohol gibt? Und bei deinem 1. richtigen Konsum gleich 3-4 Bier? Hat´s da schon geschmeckt?

Zitat:
9. Haben Sie regelmäßig Alkohol getrunken, und wie hat sich ihr Trinkverhalten in den letzten Jahren entwickelt?
Ab 15 bis 16 Jahren habe ich so gut wie jedes Wochenende regelmäßig Alkohol konsumiert und mei Toleranzverhalten hatte sich auch immer weiter gesteigert, so dass ich schließlich mit 18 in meiner Abiphase an meinem Höchstpunkt gelangt war
REGELMÄSSIG ist nie gut bei KT. An den Höchstpunkt bist du da aber wohl gelangt, weil die TF war. Meinst du nicht, es wäre sonst munter weiter gegangen? Dass sich in deinem Alter das Toleranzverhalten steigert, ist normal, aber du bist ja schon auf einem ganz anderen Level gewesen als manch Jahrgangskollege.

Zitat:
10. Wie viel und wie oft haben Sie getrunken?
(Genaue Angaben in Sorte, Menge, Häufigkeit)
Wenn man von dem letzten Jahr vor meiner TF ausgeht, habe ich dort ca. 2x die Woche am Wochenende getrunken und bis zu einer dreiviertel Flasche Schnaps und ein, zwei Bier
1. Das hat mit GENAUEN Angaben 0,0 zu tun.
2. Bei deiner TF hast du ne halbe Flasche Schnaps und 1,5l Wein (wo wird der hier in der Frage grad noch mal von dir erwähnt?) im Angebot, das ist DEUTLICH mehr!
Eine Trinkkurve/-tabelle könnte hilfreich sein, dass du dir deiner Trinkmengen wirklich genauer bewusst wirst.
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  #10  
Alt 15.02.2018, 16:02
kapomick kapomick ist offline
MPU Profi
 
Registriert seit: 18.04.2013
Beiträge: 5.443
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Zitat:
12. Warum haben Sie getrunken?
(Innere + äußere Motive; Anmerkung: o.g. Link "psychologisches Gespräch" lesen)

Hemmungsbefreiend: Leichtere Kommunikation (damit auch gut um „Freundschaften“ zu knüpfen und Kontakte kennenzulernen); Diskussionsfreudiger (in dem Moment starkes „Selbstbewusstsein“); Kontakt mit anderem Geschlecht viel einfacher -> zu Hause keinen männlichen Kontakt gehabt, der einen hätte beraten können
Deine Eltern sind geschieden oder gibt es deinen Vater nicht mehr? Dennoch finde ich die letzte Aussage eher schuldabweisend. Wenn man das umdreht, sagst du ja: "hätte ich einen Vater gehabt, der mir gesagt hätte, wie man die Bräute aufreißt, dann hätte ich nicht trinken müssen." Komischerweise trinken aber auch ganz viele andere, um bei Frauen zu imponieren, obwohl sie einen Vater haben. Und mal ganz ehrlich: war bei 2,17‰ der Kontakt zum anderen Geschlecht wirklich so viel einfacher, oder lügst du dir nur entspannt in die Tasche? Du bist sternhagelvoll, ballerst durch die Gegend, da meinst du doch nicht ernsthaft, dass du ein Frauenmagnet in diesem Moment warst. Es mag deine subjektive Empfindung gewesen sein, aber du hattest ja jetzt schon ein paar Jahre, wo du neue Erkenntnisse gewinnen konntest.

Zitat:
- Gruppenzwang: Durch Alkohol habe ich im Prinzip falsche Stärke bewiesen und habe dazu gehört; -> Durch Umzug und relativ einsames Wohnen wenig Kontakte gehabt und keiner „Clique“ dazu gehört, hatte sich durch Alkohol geändert
Da steckt ja was dahinter: fehlendes Selbstbewusstsein!

Zitat:
- Verantwortungspflicht: Ziellosigkeit für Tätigkeit nach dem Abitur; während Schulzeit verlor ich Hobbys wie z.B. Quad fahren; Vorbildfunktion war zu Hause nur durch meine Mutter gegeben -> die nicht meine Interessen vertrat und keine passende Ansprech- und Vorbildfunktion für mich damals hatte. (z.B. Beratung über Berufliche Zukunft etc.); Bruder war zu der Zeit selbst in einer schwierigen Phase (Verlor seinen FS durch Trunkenheitsfahrt-> deshalb ggf. Relativierung von Trunkenheitsfahrten)
Das Wort "Verantwortungspflicht" ist wohl nicht grad praktisch, hast du doch eher verantwortungslos gehandelt. Aber es ist schwierig, zu beurteilen, wenn du im Stakkato schreibst. Warum hast du z.B. das Hobby Quad fahren verloren, wenn du Abi hast, bist du ja wohl nicht ganz blöd, warum hast du dich nicht selbst auf die Hinterbeine gestellt und geschaut, was könnte für mich Zukunft sein? Inwiefern vertrat die Mutter nicht deine Interessen? Ist Beratung für die Zukunft Aufgabe deiner Mutter allein? Gibts da nicht noch andere Leute? War dein Freundeskreis, der ja demnach auch Abi hat, genauso ziellos?
Und warum meintest du, dass die TF deines Bruders "relativierend" ist? Ist nicht genau das Gegenteil der Fall, dass man sieht, was das für einen Ärger, Kosten und Umstände einbringt? Und nach wie vor bewegen wir uns auf der Oberfläche.

- Entspannung/ Ablenkung: Durch den Alkohol konnte ich die vorher genannten Faktoren/Probleme/Sorgen/Emotionen für einen gewissen Zeitraum vergessen und abschalten

Von echten Emotionen hab ich noch nix gesehen. Ich weiß jetzt nicht, ob du der großer Rumorer warst, der daheim der Mutter das Leben zur Hölle gemacht hat, weil sie nicht tat, was du wolltest, ob du vor dich hin vegetiert bist, um dann am Wochenende mal so richtig die Katze aus dem Sack zu lassen - du lässt das offen.

Zitat:
Fazit:
Durch den Alkohol habe ich mich Sorgenfrei gefühlt. Er hat mir geholfen, alltägliche Probleme und Sorgen zu verdrängen und mich Hemmungsfrei zu machen. Dadurch konnte ich für kurzfristige Zeit viele neue „Freundschaften“ schließen und war beliebt. Ich war als Selbstbewusst und stark anerkannt, gerade auch weil ich so viel Alkohol trinken konnte und mit dem Alkohol sehr Diskussionsfreudig und stark rüber kam. Mit dem Führerschein und den Trunkenheitsfahrten, hat sich dieses ansehen z.T. verstärkt und ich konnte meine Position stärken. Ich habe dadurch weitreichende Konsequenzen in Kauf genommen. Nur damit ich mich beweisen konnte und anerkannt wurde. Dieser Tatsache bin ich mir nun bewusst. Ich habe die vorangenannten Aspekte (oberflächliche Freundschaften, Beweisen falscher Stärke, Gruppenzugehörigkeit und Ziellosigkeit, Unterdrückung der Emotionen) grundlegend verändert durch (Studium, Umzug, neue Menschen, Arbeit, Unternehmensgründung, Kind).
Wieso sprichst du von Trunkenheitsfahrten? Waren´s doch mehr?

Also: du kratzt noch sehr stark an der Oberfläche. Für mich zeichnest du das Bild eines sehr unsicheren jungen Menschen, der zwar viel ermöglicht bekommen hat (Abitur), dem aber wesentliches fehlte: liebende und weiterführende Annahme seitens des Elternhauses, vermutlich auch echte Anerkennung. Diese hast du dir dann in deinem Freundeskreis auf absolut infantile Art geholt. Du wolltest dich "profilieren", ohne zu merken, dass du dich dabei eigentlich selbst zum Depp machst, du wolltest der Coolste sein, ohne auch nur ein bisschen darauf zu schauen, was in dir vielleicht sonst noch steckt, was dich für andere interessant macht. Dir hat absolut ein Horizont gefehlt, der dich hat weiter schauen lassen, weder beruflich, noch bei den Folgen deines Trinkens und Fahrens. Gefallen um jeden Preis. Wenn du eine derarte Trinktoleranz hast, dann müsste deine Position doch schon derart stark sein, dass du das gar nicht mehr nötig hattest.
Was hat dir wirklich gefehlt in deiner Kindheit? Was hättest du gebraucht, dass du ein "Profil" hast, in dessen Bahn du anders hättest agieren können? Frag dich das mal - ohne Vorwürfe an andere zu stellen.

Zitat:
13. Welche Wirkung haben Sie in der Vergangenheit nach Alkoholgenuss bei sich beobachtet?
(bei wenig und bei viel Alkohol)
Bei wenig Alkohol: habe ich die Wirkung festgestellt meistens mehr trinken zu wollen um eine Wirkung zu erzielen und damit auch die oben genannten Punkte wie z.B. Diskussionsfreudigkeit, Kontakte knüpfen usw. zu erzielen.
Viel Alkohol: Hat bei mir starke auflockernd Wirkung gehabt und mich als sehr offenen Menschen präsentiert, der sehr kontaktfreudig ist. Allerdings wurde diese Wirkung auch schnell in eine zu extreme Art gelenkt, so dass mir mein Verhalten am nächsten Tag peinlich war, weil man beispielsweise rumgeschrien hat oder sich anderweitig daneben benommen hat.
Aber diese negative Wirkung war nicht ausreichend, dass du deinen Alkoholkonsum schon früher kritisch betrachtet hast. Und das häufiger. Das mach dir bewusst, kommt natürlich nicht gut, ist aber zumindest ehrlich.

Zitat:
14. Gab es kritische Hinweise Anderer auf Ihren Alkoholkonsum und wie haben Sie darauf reagiert?
Meine Mutter hatte mich ein zwei mal auf meinen Alkoholkonsum angesprochen. Ansonsten gab es in meinem Freundeskreis nur Anerkennung für viel trinken. Manche aus der Schule haben sich über so ein Verhalten aufgeregt und das kritisiert, dies wurde aber von keinem ernst genommen
Wenn du jede Woche voll warst, hat deine Mutter nur 1-2x was gesagt?

Und auch hier kommt im 2. Teil der Antwort eine Tendenz raus, die ich zumindest so lese: man kann den Eindruck gewinnen, als ob du das damals alles gut und richtig fandest. Da ist noch keine Einsicht erkennbar, dass die anderen vielleicht nicht ganz unrecht hatten. Schon bei deinem "Fazit" in Frage 12 hatte ich dieses Gefühl. Es klingt so, als ob du das für richtig gehalten hast. Kein Wort, dass deine Empfindungen nur "vermeintlich" waren, dass die Freunde vielleicht doch nicht die allerbesten waren. Du solltest schon einen klaren Schnitt zur Vergangenheit gemacht haben.
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alkohol, kontrolliertes trinken, mpu

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