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  #31  
Alt 11.10.2017, 17:27
kreidler10 kreidler10 ist offline
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Standard Fragebogen

Zur Person:
Geschlecht:Mänlich
Größe:148
Gewicht:110 bei TF
Alter:49

eventl. Bundesland: BW

Was ist passiert?
Datum der Auffälligkeit: 03.10.2016, 00:05 Uhr
BAK: 1,96‰
Trinkbeginn: 02.10.2016, 20 Uhr
Trinkende: 03.10.2016, 00,05Uhr
Uhrzeit der Blutabnahme: 02:10 Uhr
ETG 6Monate negativ
MPU Termien 17.10.2017
SHG nein
SP nein
Tathergang

1. Beschreiben Sie den Tag Ihrer Trunkenheitsfahrt aus eigener Sicht mit Datum und Uhrzeiten.
(wann, wo und mit wem getrunken / wann und wie aufgefallen / Promille)

Am Nachmittag hatte ich eine kleine Reparatur an meiner Kreidler zu tätigen und wollte damit dann eine Probefahrt machen. Ich erhielt kurz vorher einen Anruf von einem alten, guten Freund, dass er mich besuchen wolle, worüber ich mich sehr gefreut habe (hatten uns schon lange nicht mehr gesehen). Er kam dann gegen 19 Uhr zu mir.
Wir fachsimpelten über Mopeds und tranken zusammen jeder 2 Bier (0,5l) und beschlossen dabei, bei mir zu Hause den Abend zu gestalten. Seine Frau würde ihn dann am späten Abend abholen. Da ich allerdings nichts Alkoholisches zu Hause hatte, entschieden wir uns, die Probefahrt mit dem Einkauf von Getränken an der Tankstelle zu verbinden, da Sonntag war. Ich schulterte meinen Rucksack und fuhren mit dem Moped los. Unterwegs schlug mir mein Freund vor, in seiner früheren Stammkneipe vorbeizuschauen, da er auch viele Jahre in meinem Ort wohnte. Erst verneinte ich es, da ich nicht so viel Geld ausgeben kann. Ich ließ mich dann überreden, er wolle mich einladen.
Dort trank ich vorerst Bier, Mir war bis dorthin klar, dass ich das Moped
nicht mehr fahren wollte, da ich es nicht weit bis nach Hause hatte (ca. 1 km). Der Abend gestaltete sich sehr schön, wir spielten Darts und Kicker und waren schon recht angeheitert.
Wir spielten um Getränke, erst war es Bier, später dann Schnäpse und Rotwein-Cola.
Seine Frau teilte ihm in der Zwischenzeit mit, dass sie ihn nicht abholen wird (dicke Luft). Er fragte, ob er bei mir schlafen dürfe, dieses wollte ich nicht, da meine Lebenspartnerin am Folgetag morgens aus dem Urlaub zurückkehrte und ich sie so nicht empfangen wollte.
Er besorgte sich einen anderen Schlafplatz und ich willigte in meinem Rauschzustand ein, ihn dorthin zu fahren, um der unangenehmen Situation am nächsten Tag aus dem Weg zu gehen.




2. Was und wie viel haben Sie am Tattag insgesamt getrunken?
(Genaue Angaben in Sorte, Menge, Trinkzeit)
Erst Bier, dann Rotwein-Cola und Schnaps (genaue Trinksorte nicht mehr nachvollziehbar). 10 Bier zu je 0,5l, 4 Rotwein-Cola zu je 0,5l und Schnäpse ca.10 zu je 2cl.

3. Wie viel Kilometer fuhren Sie, bis Sie aufgefallen sind und wie viel Kilometer wollten Sie insgesamt fahren?
Nach 1 km Kontrolle. Insgesamt wollte ich 20 km fahren (10 km hin und 10 km zurück).

4. Hatten Sie das Gefühl, noch sicher fahren zu können?
(Ja/Nein + Begründung)
Ich habe mir durch den überhöhten Alkoholkonsum und dem Drang ihn los zu werden keine Gedanken über meine Fahrtauglichkeit gemacht.



5. Wie haben Sie die Trunkenheitsfahrt vermeiden wollen (wenn überhaupt)?

Ich wollte das Moped vor Ort stehen lassen.

6. Haben Sie bereits früher im Straßenverkehr unter Alkoholeinfluss gestanden und sind aufgefallen?
Nein

7. Wie oft haben Sie alkoholisiert am Straßenverkehr teilgenommen ohne aufzufallen und was folgern Sie daraus? (Tipp Anmerkung von Jody lesen (danke Jody) KLICK)
100te Male unter dem Einfluss von 1 – 3 Bier. Wenige Male mit mehr als 5 Bier. Auch unter Restalkohol fuhr ich. Aus heutiger Sicht ist dieses Verhalten grob fahrlässig. Ich folgere daraus, dass nur wenig TF aufgedeckt werden und mein Schutzengel für andere und mich alle Hände voll zu tun hatte, da niemand zu Schaden gekommen ist.


Exploration

8. Wann hatten Sie den ersten Kontakt mit Alkohol und wann haben Sie das erste Mal Alkohol zu sich genommen?
(Allererste Erinnerung und erster Konsum)
Mein erster Alkohol-Kontakt war mit 6 J., da meine Mutter nach dem Tod meines Vaters neben ihrer Arbeit ein Sportheim pachtete und mich zur Aufsicht immer mitnahm. Mir war es unwohl Betrunkene laute Männer zusehen die mich auf den Schoss nehmen wollten. Meinen ersten Alkohol habe ich getrunken mit ca. 14 J., bei einem Freund, dessen Vater Apfel-Most im Keller lagerte. ER war sauer und schmeckte Komisch.

9. Haben Sie regelmäßig Alkohol getrunken, und wie hat sich ihr Trinkverhalten in den letzten Jahren entwickelt?
Regelmäßig trank ich früher nie. 1986 begann ich meine KFZ-Lehre. Ich lernte neue Leute kennen und es ergab sich an Wochenenden auf Partys mit den Kumpels am Baggersee, dass Bier getrunken wurde. Ab 1991 musste ich zum Zivildienst, den ich 18 Monate lang in einer Obdachloseneinrichtung abgeleistet habe und täglich mit Schweralkoholikern zu tun hatte. Da war mir klar, dass ich nie so sein oder werden möchte. Mich ärgerte es, dass ich noch nicht in meinem Beruf arbeiten durfte, da ich den Zivildienst ableisten musste und noch kein Geld verdienen konnte. Da ich zu dieser Zeit bereits schon eine eigene Wohnung und ein Auto zu verhalten hatte. 1994 heiratete ich, 1996 kam mein erster Sohn auf die Welt. 2002 machte ich mich selbstständig. Bis dahin war mit meinem Alkoholkonsum wenig bis mäßig. Dann begann die Zeit der Montage, ich war oft Wochen bis Monate von zu Hause weg, was mir sehr zu schaffen machte. Ich hatte heim weh und vermisste meine Familie (mittlerweile 2 Kinder). Dort begann ich regelmäßig Alkohol mit Arbeitskollegen nach Feierabend zu trinken. Da mich abends nur ein Hotelzimmer erwartete, zog ich es vor in Gesellschaft zu sein. Die Zeit zwischen den Montagen zu Hause betrug immer nur kurze Zeit. Wir trafen uns dann mit 2 befreundeten Ehepaaren, um unsere Freundschaft zu pflegen (wir besuchten uns gegenseitig). Da wir uns so selten sahen, war es für mich auch immer wie ein Fest. Da wurde auch getrunken.
Ab 2011 krieselte unsere Ehe, da ich kaum zu Hause war und führte im Mai 2012 zur Trennung. Ab dem Zeitpunkt fiel ich in ein wirkliches Loch. Meine Frau verließ mich von heute auf morgen (da sie einen neuen Mann kennengelernt hat) mit den Kindern und hinterließ mir unseren Berg voll Schulden, den ich alleine abgezahlt habe, um nicht in die Insolvenz zu fallen und um meine Selbstständigkeit aufrecht zu erhalten. Mit unserer Trennung zog ich mich von unseren gemeinsamen Freunden zurück, um vielen Fragen aus dem Weg zu gehen und um meiner Ex-Frau auf Treffen nicht zu begegnen. Ab da fing ich auch an alleine und viel zu trinken.
Im November 2013 zog ich mir bei einem Waldspaziergang mit meiner heutigen Lebenspartnerin eines der ersten Treffen, einen Zeckenbiss zu, der das Fass zum Überlaufen brachte. Ich erlitt eine Hirnhautentzündung (FSME). Dadurch wurde ich arbeitsunfähig und musste meine Selbstständigkeit aufgeben. Zu den persönlichen Problemen kamen körperliche Probleme, Existenz- und Zukunftsängste. Nun war ich plötzlich den ganzen Tag zu Hause und allein. Ich hatte fürchterliche Schmerzen und Lähmungen an rechten Arm und Bein. Ich benötigte sehr viele Schmerzmittel, dazu trank ich auch Alkohol, um alle Schmerzen zu bekämpfen (körperlich und psychisch) Mit meinen Hobbys wie Motorrad fahren und Bogenschießen war es auch vorbei. Nach 18 Monaten fiel ich aus der Krankenversicherung ins Hartz V. Auch zwei Rehas brachten nicht den gewünschten Erfolg. In der ganzen Zeit Unterstützte mich meine Freundin sehr. Die dann Anfang 2015 zu mir zog mit ihrem Sohn. Der Kontakt zu meinen Kindern funktionierte auch wieder besser mit der Wochenendregelung. Ich hatte auch den Trennungsschmerz verarbeitet und ich war körperlich auch soweit wieder Motorrad zu fahren, was eine große Leidenschaft von mir ist. Meine Lebensgefährtin machte mit 46 Jahren noch ihren Motorrad Führerschein um meine Leidenschaft zu teilen. Soweit war alles wieder im Lot bis auf keine Arbeit und meine Finanzen. Ich trank wieder viel weniger, aber nicht regelmäßig. Ich bemühte mich auch wieder eine Beschäftigung zu bekommen und nicht von meiner BU- Rente und Hartz V leben zu müssen was sich aber als schwer erweist. Im September 2016 machte meine Lebenspartnerin wie jedes Jahr mit ihrer besten Freundin eine Woche Urlaub. Ich war allein, mein Stiefsohn war in den Ferien bei seinem Papa und ich hatte auch kein Kinderwochenende. Am 3.10.2016 kam es dann zur oben beschriebenen TF.
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  #32  
Alt 11.10.2017, 17:30
kreidler10 kreidler10 ist offline
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10. Wie viel und wie oft haben Sie getrunken?
(Genaue Angaben in Sorte, Menge, Häufigkeit)
Dies lässt sich nicht pauschalisieren aber dennoch möchte ich Trinkmengen der Gewöhnungsphasen nennen die natürlich fließende Übergänge haben
(Genaue Angaben in Sorte, Menge, Häufigkeit)
1986-1994 1-2 in der Woche am Wochenende 2-3 Bier
1994-2002 2-3 2-4 Bier
2002-2012 2-5 4-8 Bier
2012-2016 5-8 8-10 Bier
11. Wo und mit wem haben Sie überwiegend getrunken?
Eigentlich immer in Gesellschaft mit Freunden zu Hause oder dort zu Hause mit Arbeitskollegen auf dem Zimmer im Hotel oder Hotelbar, auf Grillfesten, Weihnachtsmarkt ect. Ab 2012 auch allein.

12. Warum haben Sie getrunken?
(Innere + äußere Motive; Anmerkung: o.g. Link "psychologisches Gespräch" lesen)
In früheren Jahren um locker zu werden, den Spaß zu verstärken, in der Gruppe nicht als Spaßbreme zu gelten, aber alles im Rahmen und für mich positiv in meiner Gefühlswelt.
Später dann, um zu entspannen nach der Arbeit und zum Stressabbau in geselligen Runden. Ich war nun erwachsen, hatte Familie und Verantwortung. Ich fühlte mich aber auch oft überfordert durch Job und Familie, mir blieb wenig Zeit für mich selbst. Für Wünsche meinerseits war einfach keine Zeit. Ich wollte ein guter Vater sein, da ich weiß wie es ist, keinen zu haben oder keine Zeit für Kinder zu haben. 1996 als mein erster Sohn auf die Welt kam, machte meine Frau eine Ausbildung und ich machte ein Vaterjahr, das war so im Rückblick die schönste Zeit in meinem Leben. Meine Mutter hatte 3 Kinder allein großgezogen, war also nur am Arbeiten. Wir Kinder waren uns oft selbst überlassen, hatten keine äußere Kontrolle und wenig Zuwendung, z.B. waren wir nie im Urlaub. Es gibt auch nicht ein Foto von mir als Kind, wer hätte es auch machen sollen. Dieses Gefühl verstärkte sich in mir, weil ich ja auch immer weg war. Oft habe ich mich gefühlt als wäre ich nur zu Besuch. Ich habe viel versäumt, wie sich meine Kinder entwickeln, aber das Geld musste ja fließen, um meiner Familie was bieten zu können. Es war auch oft so, dass meine Ex-Frau mit den Kindern allein in den Urlaub nach Kroatien (da leben ihre Eltern) gefahren ist, weil ich nicht mitkonnte wegen meiner Arbeit. Ich habe begriffen, was selbst und ständig bedeutet. Was es bedeutet keinen bezahlten Urlaubsanspruch zu haben. Als meine Ehe zerbrach, fühlte ich mich als Versager, dass ich es nicht geschafft habe meinen Kindern eine heile Welt zu bieten. Nach Hause zu kommen und niemand ist da, machte mich echt fertig. Auch regelmäßige Besuchszeiten konnte ich durch meine Montagen nicht einhalten. Meine Einsamkeit hat mich förmlich eingeschlossen und aufgefressen. Ich konnte auch keine Freundschaften pflegen, da ich nie vor Ort war. Meine Freunde hatten alle Familie, mit der sie am Wochenende was unternahmen. Da war logischerweise auch kein Platz für mich. Ich hatte sozusagen meine Bestimmung verfehlt und fühlte mich leer und einsam. Dies versuchte ich mir oft einfach weg zu saufen. Ein betrunkener Kopf fühlt keine Schmerzen.
13. Welche Wirkung haben Sie in der Vergangenheit nach Alkoholgenuss bei sich beobachtet?
(bei wenig und bei viel Alkohol)
Bei wenig Alkohol konnte ich mich entspannen und mich in mir zurückziehen.
Bei viel Alkohol war ich eher melancholisch und traurig.

14. Gab es kritische Hinweise Anderer auf Ihren Alkoholkonsum und wie haben Sie darauf reagiert?
Ja die gab es, meine Ex-Frau sagte es ab und an zu mir, ich solle meinen Konsum überdenken. Dieses ignorierte ich oder fühlte mich sogar angegriffen, weil ich dachte zu dieser Zeit noch alles im Griff zu haben. Auf jeden Fall nicht aus Sorge um mich. Das Geld floss. Meine Arbeit erledigte ich gut, außerdem dachte ich meine Seele braucht es als Belohnung oder Trostpflaster.

15. Welche Auswirkungen und Folgen hatte Ihr Alkoholkonsum auf Ihr Leben und Ihr Umfeld?
Ich weiß heute, dass mein Konsum einen großen Anteil daran trägt, dass meine Ehe zerbrach. Weil ich mich nicht mitteilen konnte und mich verschlossen habe. Meine Probleme lieber verdrängte als besprach. Beruflich hatte ich keine Einbußen erlebt.
16. Gab es in Ihrem bisherigen Leben frühere Zeiten, in denen sie weit mehr Alkohol als heute getrunken haben?
Ja immer. Da ich heute keinen Alkohol mehr trinke. Aber in den Letzen 10 Jahren war es massiv.

Wenn ja, nennen sie bitte die Lebensabschnitte und mögliche Ursachen und Umstände dafür.
Ich glaube das steht schon alles bei Frage 12 oder verstehe ich da was nicht richtig???
17. Haben sie jemals die Kontrolle über ihre Trinkmenge verloren und bis zur Volltrunkenheit Alkohol konsumiert?
Ja 2-3mal
18. Haben Sie früher schon einmal oder öfter über einen längeren Zeitraum bewusst und mit Absicht völlig auf den Genuss von Alkohol verzichtet?
Nein
19. In welcher Kategorie von Trinker haben sie sich früher gesehen und wie stufen Sie sich heute rückblickend ein?
Früher in der Jugend war ich Geselligkeitstrinker später Gelegenheitstrinker danach dann eher Frusttrinker.
Heute sehe ich auf meine Geschichte und weiß, dass es besser ist für mich nicht zu trinken, sich seinen Sorgen und Nöten zu stellen und auch Hilfe anzunehmen. Deswegen Abstinenz.
Heute und in Zukunft
Heute Lebe ich AB und in Zukunft versuche ich das, was mir heute klar ist, umzusetzen und zu leben. Zitat:“ Das leben wird vorwärts gelebt aber rückwärts verstanden.“
20. Trinken Sie heute Alkohol? Wenn ja, was, wie viel und wie oft?
Nein
21. Wann haben Sie zuletzt Alkohol getrunken?
03.10.2016
22. Trinken sie gelegentlich alkoholfreies Bier?
Nein
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  #33  
Alt 11.10.2017, 17:31
kreidler10 kreidler10 ist offline
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23. Warum trinken Sie heute Alkohol/keinen Alkohol?
Weil ich mich für diesen Weg entschlossen habe abstinent zu leben. Ich aus meiner Vergangenheit gelernt habe und weiß wie es nicht funktioniert.

24. Warum haben Sie das Trinken reduziert bzw. aufgegeben und warum nicht schon eher?
Ich habe es nie so wirklich realisiert und wahr haben wollen, dass ich ein Problem habe. Erst bei der Trunkenheitsfahrt und dem Führerschein-Entzug traf es mich wie eine Keule. Jetzt war es klar sonst hätte ich ja noch einen Führerschein. Alkohol hat mir nichts gebracht oder gegeben, sondern nur gelogen und genommen. Am Anfang meiner neuen Beziehung habe ich gar nicht gesehen was für ein wunderbarer Mensch in mein Leben gekommen ist. Dass ich mich mitteilen kann, wieder Vertrauen schöpfen und leben kann, über Gefühle sprechen darf und muss. Erst nach dem großen Knall Stunde null realisierte ich, dass sie mich nicht fallen lässt. Keine Kritik übt und Vorwürfe austeilt, sondern stützt und mir Sicherheit gibt, die Hand nach mir ausstreckt und festhält. Auch meine von mir vernachlässigten Freunde, denen ich den Rücken gekehrt hatte nach der Trennung, waren wieder da für mich als ich sie suchte.


25. Wie haben Sie die Änderung Ihres Trinkverhaltens erreicht und dabei die Umstellungsphase erlebt.

Ab der Stunde null war mir klar, dass ich was ändern muss. Meine LAG, die als Krankenschwester in der Psychiatrie arbeitet und viel mit Alkohol- und Drogenabhängigen zu tun hat, unterstützt mich sehr, mich wieder zu finden und zu öffnen, einzusehen und zu reflektieren was eigentlich die letzten Jahre mit mir im Argen lag. Sie ist vom Fach. Hat mich anfangs auch mit Akupunktur unterstützt, dies gab mir auch innere Kraft und Entspannung. Sie ist für mich eingestanden und hat mich nicht fallen lassen, was ein Gefühl war, welches ich schon lange nicht mehr hatte. Auch finanziell hilft sie mir, ich hätte die Strafe und die ganzen Kosten der MPU alleine nicht stemmen können mit meiner BU-Rente. Das zeugt von Vertrauen in mich, das ich auf keinen Fall enttäuschen oder missbrauchen will. Ich hoffe, dass ich das alles mal zurückgeben kann. Deswegen Abstinenz. Ich hatte jetzt ein Jahr Zeit über mich nachzudenken. Diese Chance habe ich genutzt.

26. Wie wirkt sich Ihr geändertes Verhalten auf Sie, Ihr Leben und Ihr Umfeld aus?
Mein Leben verläuft in ganz anderen Bahnen, mein Selbstbewusstsein ist wieder da, welches mich weiter bringt mein Leben zu ordnen und nach vorn zu schauen, Probleme beim Namen zu nennen, das Positive an mir zu sehen und nicht aufzugeben. Jeder alkoholfreie Tag macht mich stärker und freier. Ich pflege meine Hobbys intensiver, mein Garten der verwildert war, ist wieder schön. In der Moped Szene habe ich mir einen Namen gemacht durch meine Restaurationen, ich bekomme schon reichlich Nachfragen. Ich hoffe, dass ich dies einmal beruflich machen kann. Gesundheitlich geht es mir besser. Ich gehe wieder regelmäßig ins Schützenhaus zum Bogenschießen und habe keine Angst am Stammtisch zu versumpfen. Kurzum ich bin zufriedener und ausgeglichener als mit Alkohol. Ich habe das Gefühl meine Kinder kommen wieder lieber und öfter zu mir. In der Partnerschaft fühle ich mich geborgen und ich kann auch wieder Geborgenheit geben.
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  #34  
Alt 11.10.2017, 17:36
kreidler10 kreidler10 ist offline
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27. Wie stellen Sie sicher, dass Ihr neues Verhalten dauerhaft stabil bleibt?
Ich schaue immer wieder rückblickend auf mein gesamtes Leben mit Alkohol. Wie viel Zeit ich nicht bei klarem Verstand war und nichts auf die Reihe brachte. Habe viele Sachen angefangen, dann nie fertiggemacht oder es hat dann ewig lange gedauert.
Heute bleibe ich dran und bin erstaunt, wie viel man an einem Tag schaffen kann, z.B. Moped restaurieren oder Garten richten.
Weiterhin höre ich immer wieder Rückmeldungen von Freunden, dass ich ohne Alkohol ein ganz anderer, sehr angenehmer Mensch bin. Das macht mich dann wieder sehr stolz, diesen Schritt gegangen zu sein. Ich weiß heute auch was es für ein Privileg es ist einen Führerschein sein Eigen zu nennen und wie ich mich geschämt habe ihn verloren zu haben. Meiner 83 jährigen Mutter sagen zu müssen ich kann dir nicht einkaufen, den Gartenschnitt wegfahren weil..
Meinem Sohn sagen zu müssen ich kann dich nicht in unser gemeinsames Wochenende abholen weil… Man kann auf die Nase fallen muss aber wieder aufstehen Ich möchte für meine Söhne ein Lehre und wieder ein Vorbild sein, und für meine Mutter ein verlässlicher Sohn..

Ich führe diese Rückblicke als meinen Notfallkoffer in mir mit, weiterhin habe ich Freunde, die mich bei meiner Abstinenz unterstützen, sie kann ich jederzeit anrufen und sind für Gespräche da. Es gibt viele Dinge, die mich stabil bleiben lassen, ich kann wieder intensiver am Leben teilnehmen, sei es, dass ich Gerüche wieder wahrnehme, ich schmecke die Gemüsesorten aus unserem Garten wieder besser, kann mich am Wachstum derer erfreuen, ich erlebe meine Gefühlswelt ganz neu.
Ich will stabil bleiben. Ich möchte dieses alte Leben nicht mehr. Ab 03.10.2016 hat für mich ein neuer Lebensabschnitt angefangen, den ich fortführen möchte. Es gibt viel zu tun und es wird ein ständiger Kampf bleiben Nein zu sagen aber ich stelle mich dieser Herausforderung.


28. Können Sie sich vorstellen, jemals wieder in Ihre alten Gewohnheiten zurückzufallen?
Ich will es mir nicht vorstellen aber ich kann es, Alkohol hat mir und meinem Umfeld nur geschadet ich kann nicht mit Alkohol umgehen und dass weiß ich. Und weil ich es weiß kann ich darüber mit mir vertrauten Personen sprechen. Egal was das leben noch für mich bereit hält ich besitze jetzt so viel Selbstvertrauen und Stärke um mir Hilfe zu holen egal ob Partnerschaft, Beruf, Gesundheit. Ich habe einen Notfallkoffer tief in mir den ich zu nutzen weiß und ein Stück Lebenserfahrung mehr. Ich bin den Polizisten dankbar die mich angehalten haben, sie haben mir letztlich ein neues Leben geschenkt mit dem ich verantwortungsvoll umgehen werde.
29. Wie wollen sie in Zukunft das Trinken vom Fahren trennen?

Da ich vor habe weiterhin abstinent zu leben, steht dies außer Frage!



30. Haben Sie zum Abschluss noch etwas hinzuzufügen?
Nein
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  #35  
Alt 13.10.2017, 14:23
kapomick kapomick ist gerade online
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Hallo kreidler,

ich weiß nicht, ob ich es schaffe, deinen FB noch mal genau durchzuarbeiten, aber ein paar Anmerkungen möchte ich mal machen.
Womit ich bei dir ein Problem habe, sind deine Daten. Im Profilbogen vom 4.10.16 hast du 125kg gewogen, jetzt sind´s "nur" noch 110kg. Das macht sich in der Berechnung schon bemerkbar! Dass du doch etwas größer als 148cm bist, hab ich den 1. Bögen erschlossen.
Deine Trinkmenge am Tag der TF ist zu hoch! Ich weiß ja nicht, wie viel Alkohol in so einem Glas Rotwein-Cola (allein bei dem Gedanken schüttelt es mich!) ist, aber ich hab mal halbe halbe angenommen und käme dann bei der Gesamtberechnung auf über 2,5‰, 110kg, Körpergewicht angenommen. Übertreiben musst du auch nicht.
Überhaupt die Trinkmengen: du sagst, dass du zuletzt 5-8 pro Woche 8-10 Bier getrunken hast. Bei mir hat die Woche aber nur 7 Tage. Hast du durchgesoffen oder wie ist das zu verstehen? Das wäre nämlich sehr bedenklich, dass du dich nicht selbst in den Bereich Abhängigkeit stellst.
Was bei den Trinkangaben aber auch nicht passt: in Frage 10 seh ich nur was von Bier, in Frage 2 gab es aber dieses komische Rotwein-Cola und Schnaps. Hast du das sonst nie getrunken? Wenn ja, warum dann an diesem Tag?

Worüber du dir noch Gedanken machen solltest: du hast paar interessante Ansätze für Trinkmotive in Frage 12, der letzte Teil von Frage 9 gehört da auch hin, aber mal ernsthaft: warum hast du dich am Tag der TF zugeschüttet? Da ist von Problemen, Einsamkeit und mangelnden Freundschaften ja nix zu spüren.

Es sieht aber schon mal gar nicht so schlecht aus.
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  #36  
Alt 13.10.2017, 16:10
kreidler10 kreidler10 ist offline
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Hallo und danke für die Antwort
Ja 148 cm wäre klein und rund
Die Mengenangabe bezieht sich 5-8 Bier unter der Woche 8-10 am Wochenende insgesamt und das auch nicht immer und nicht regelmäßig.
ich sehe bei mir ein Alkohol Problem keine Abhänigkeit
Frage : ich möchte auf Ab machen weil ich mich noch nicht stark genug fühle für KT wie bring ich das am besten rüber??
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  #37  
Alt 13.10.2017, 16:18
kapomick kapomick ist gerade online
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Möchtest du aus tiefster Überzeugung AB machen oder für die MPU?
Wenn du von AB überzeugt bist, dann ist es doch gar nicht schwer, Argumente zu finden. Alkohol ist ein Nervengift, du hast es lang genug konsumiert, du hast gesehen, dass es dir nicht gut tut, du brauchst es nicht, du fühlst dich wohler ohne... Niemand ist verpflichtet, Alkohol zu trinken.
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  #38  
Alt 13.10.2017, 16:22
kreidler10 kreidler10 ist offline
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warum hast du dich am Tag der TF zugeschüttet? Da ist von Problemen, Einsamkeit und mangelnden Freundschaften ja nix zu spüren.

ich Hatte Sturmfei und hab mich so gefreut Über den Besuch. Ich hatte meinen Konsum auch schon Unter Kontrolle wobei es ja ohne Zweifel auch zu viel war1,96 haben mich selbst geschockt
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  #39  
Alt 13.10.2017, 16:24
kapomick kapomick ist gerade online
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Zitat:
Zitat von kreidler10 Beitrag anzeigen
Ich hatte meinen Konsum auch schon Unter Kontrolle wobei es ja ohne Zweifel auch zu viel war1,96 haben mich selbst geschockt
Meinst du den Satz wirklich ernst? Gemäß deinen Angaben hast du bei deiner TF so viel getrunken wie noch nie, wenn ich auf deine Frage 10 schaue. Denn da ist die Höchstmenge bei 10 Bier und hier kommen noch Schnaps und Wein dazu. Du solltest deine Angaben schon etwas präzisieren, dass sie auch verifizierbar sind.
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  #40  
Alt 13.10.2017, 16:25
kreidler10 kreidler10 ist offline
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Eigentich Tinke ich Bier Soll ich die anderen sachen weg lassen?
eine erkärung hab ich nicht wirklich
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