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  #1  
Alt 16.01.2018, 20:11
Bucky Bucky ist offline
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Standard MPU wegen THC und Amphetamine

Hallo
Ich habe einige Fragen bezüglich der MPU und wie ich diese am besten bestehen kann.
Erstmal zu mir.
Ich bin 35 Jahre alt und wurde am 20.03.2017 (Montags) auf dem Rückweg von meiner Arbeitsstelle gegen 20 Uhr von einer Zivilstreife der Polizei angehalten.
Die Begründung war "allgemeine Verkehrskontrolle" und auf späteres Nachfragen wurde mir versichert ich hätte keine Fahrauffälligkeiten gezeigt.
Der Beamte der mich kontrollierte fragte mich ob er mir in die Augen leuchten dürfe was ich bejate woraf hin ein Drogenschnelltest angeordnet wurde (begründung: zuckendes Augenlied).
Diesen konnte ich jedoch nicht machen (ich mußte nicht pinkeln) woraufhin ich zur Wache mitgenomen wurde um einen Bluttest zu machen.
Zu diesem Zeitpunkt hatte ich bereits ein umfangeiches Geständniss abgelegt.
Konkret gab ich an, dass ich früher konsumiert habe (Cannabis und Aphetamine) dies jedoch seid Geburt meiner Tochter (2003) eingestellt habe bis zum Samstag vor besagtem Montag.
Ich traf (laut meiner Aussage) 2 alte Freunde aus meiner Jugendzeit und ging mit diesen mit da man sich ja lange nicht gesehn hatte. Bei ihnen zu Hause angekommen konsumierten beide Cannabis welches ich auch angeboten bekam und auch konsumierte. Spät in der Nacht (etwa zwischen 3 und 4 Uhr) wollte ich dann nach Hause. Da ich furchtbar müde war und kein Geld für ein Taxi hatte mußte ich laufen. Mir wurde von den beiden besagten "Freunden" Speed angeboten um wach zu werden und aufgrund meiner früheren erfahrung mit Aphetamin nahm ich auch davon zwei "Nasen" von etwa 5 cm länge. Daraufhin ging ich nach Hause (etwa 8 km) und kam dort am frühen Morgen an. Den darauffolgenden Tag verbrachte ich mit einem Kater und allgemeinem Unwohlsein sowie mit dem versuch mich auszunüchtern da ich ja Montag wieder zur Arbeit fahren wollte. Montags fuhr ich also zur Arbeit und auf dem Rückweg geriet ich in die Kontrolle.
Meine Blutwerte sind wie folgt
THC - 1,5 ng/ml
11-OH-THC - 0,4 ng/ml
THC-COOH - 19 ng/ml
Amphetamine - 11 ng/ml

Bußgeld wie gehabt 500 Euro plus 2 Punkte und einen Monat Fahrverbot. Zusätzlich abgabe des FS beim Straßenverkehrsamt wegen zweifel an der Fahrtauglichkeit mit anordnung MPU.
Ich habe seid dem Vorfall nicht mehr konsumiert.
Ich war auch bereits bei einem Beratungsgespräch.
Mir wurde zu Haaranalyse geraten. Eine Therapie wurde für nicht notwendig erachtet.
Laut Beratung soll ich noch die Aussage vom Straßenverkehrsamt anfordern.
Laut Auskunft beim KBA 2 Punkte wegen besagter Drogenfahrt. Sonnst nichts.
Ich mache mir jedoch sorgen das irgendetwas in meiner Aussage (die ich bis dato noch nicht habe) zu einer negativen MPU führen könnte.

Ich versichere das ich von 2003 bis 2017 abstinent war und der einzige Konsum in dieser Zeit an besagtem Samstag stattfand.
Auch habe ich mich und mein verhalten sowie die Gründe die zum Konsum führten reflektiert und (für mich persönlich) niedergeschrieben was mir ebenfalls sehr geholfen hat.

Meine Frage daher:
Kann sich die Aussage negativ auf die MPU auswirken und muß ich diese überhaupt vorlegen?
Und was ist vorraussichtlich bei den Werten und der Vorgeschichte zu erwarten?
P.S. Bei der Beratung wurde mir gesagt das ein halbes Jahr abstinenz ausreichen würde. Ich habe daher noch keine Haarprobe machen lassen habe aber vor dies in absehbarer Zeit nachzuholen.
P.P.S. Von den Amphetaminen steht übrigens nichts in der Auskunft des KBA und auch nicht im Bußgeldbescheid. Lediglich im Brief des Straßenverkehrsamtes sind die 11 ng vermerkt.

Geändert von Bucky (16.01.2018 um 20:33 Uhr)
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  #2  
Alt 16.01.2018, 21:10
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Alana Alana ist offline
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Zitat:
Kann sich die Aussage negativ auf die MPU auswirken und muß ich diese überhaupt vorlegen?
Vorlegen mußt Du die nicht. Weil sie sich mit hoher Wahrscheinlichkeit sowieso in der Akte befindet, die der Gutachter vorliegen hat. Klingt so als wenn Du die neue Fahrerlaubnis noch nicht beantragt hast. Wenn dies geschehen ist, solltest Du dringend Akteneinsicht nehmen. Wenn sich dieses Protokoll und deine Angaben während der MPU decken, dann ist das unproblematisch. Negativ wird das nur, wenn sich da Widersprüche ergeben, die Du dem GA nicht glaubhaft erklären kannst.
Zitat:
Und was ist vorraussichtlich bei den Werten und der Vorgeschichte zu erwarten?
Die Forderung nach Abstinenznachweisen über 12 Monate und die nach einer schlüssigen und überzeugenden Aufarbeitung, die einen erneuten Konsum unwahrscheinlich macht. Das sechs Monate in deinem Fall reichen bezweifle ich, da Du Mischkonsum betrieben und länger zurückliegenden Konsum zugegeben hast. Und der ist bekannt, wie schon geschrieben, die Akte für den Gutachter stellt das Straßenverkehrsamt zusammen.
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  #3  
Alt 16.01.2018, 21:30
Bucky Bucky ist offline
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Erstmal danke für die schnelle Antwort.

Meine Beraterin meinte dazu unter berücksichtigung der niedrigen Werte und da das Amphetamin im Bußgeldbescheid nicht aufgeführt ist sowie aufgrund des Sachverhaltes das ich vorher rund 13 Jahre nicht konsumiert habe könnten 6 Monate noch hinkommen.
Aber gut das mit dem Mischkonsum hab ich mir fast schon gedacht das mir das diesbezüglich das Genick brechen wird. Ebenso mit der Aussage bei der Polizei.

Wenn ich das jetzt richtig verstanden habe erstmal Neuerteilung beantragen und Akteneinsicht nehmen und abwarten was von mir verlangt wird?

Kann ich da gegebenfalls im vorfeld noch einfluss drauf nehmen das es doch 6 Monate AN werden (die könnte ich ja nun nachweisen)?

Was mich halt wundert ist das bis auf die Werte von der Blutuntersuchung und die Ausage der Polizei (vermutlich, da nicht vorliegend) nirgends von Amphetaminen gesprochen wird.

Dann hät ich noch eine weitere Frage bezüglich der Haaranalyse. Meine Freundin nimmt zur Zeit ziemlich starke Psychopharmaka ein (was sich durch Rezepte und ärztliche Gutachten belegen ließe). Nun hab ich mich gefragt ob es durch sexuellen Kontakt in irgendeiner Form zur kontamination der Haarprobe mit besagten Medikamenten gekommen sein könnte. Bis jetzt konnte mir da keiner wirklich eine Antwort drauf geben und im zweifel werd ich das wohl erst bei der Haaranalyse erfahren. Sollte dem so sein gilt es als Schutzbehauptung wenn ich auf den Sachverhalt hinweise und gegebenfalls Atteste vorlege die das bestätigen?
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  #4  
Alt 16.01.2018, 21:52
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Zitat:
Zitat von Bucky Beitrag anzeigen
Meine Beraterin meinte dazu unter berücksichtigung der niedrigen Werte und da das Amphetamin im Bußgeldbescheid nicht aufgeführt ist sowie aufgrund des Sachverhaltes das ich vorher rund 13 Jahre nicht konsumiert habe könnten 6 Monate noch hinkommen.
Das Amphetamin ist zu Recht nicht im Bußgeldbescheid aufgeführt, zum einen, weil Du den Grenzwert nicht überschritten hast, zum anderen, weil es sowieso beim selben Bußgeld geblieben wäre. Das ist die strafrechtliche Seite, jetzt hast Du es mit der verwaltungsrechtlichen Seite zu tun, die können durchaus unterschiedlich sein. Beispiel: wärst Du nur mit dem Amphetaminwert aus dem Verkehr gezogen worden, hätte es gar kein Bußgeld gegeben, zur MPU hättest Du dennoch gemußt. In der Akte der FSST, die für den GA entscheidend ist, ist der Mischkonsum aber durch die Werte und das Polizeiprotokoll dokumentiert. Und eben auch, daß Du auch früher schon Mischkonsum betrieben hast.

Zitat:
Wenn ich das jetzt richtig verstanden habe erstmal Neuerteilung beantragen und Akteneinsicht nehmen und abwarten was von mir verlangt wird?
Erster Teil stimmt. Aber zweiter nicht, da wird Dir nur gesagt werden, daß von Dir eine MPU verlangt wird. Ob 6 Monate reichen oder 12 Monate erforderlich sind, wird erst der GA während der MPU entscheiden. Der FSST ist das egal, die lassen dich auch ganz ohne Nachweise zur MPU gehen. Ich weiß, dies ist unbefriedigend, aber es ist so.

Zitat:
Was mich halt wundert ist das bis auf die Werte von der Blutuntersuchung und die Ausage der Polizei (vermutlich, da nicht vorliegend) nirgends von Amphetaminen gesprochen wird.
Habe ich gerade zu erklären versucht.

Zitat:
Meine Freundin nimmt zur Zeit ziemlich starke Psychopharmaka ein (was sich durch Rezepte und ärztliche Gutachten belegen ließe). Nun hab ich mich gefragt ob es durch sexuellen Kontakt in irgendeiner Form zur kontamination der Haarprobe mit besagten Medikamenten gekommen sein könnte.
Nein.

Zitat:
Sollte dem so sein gilt es als Schutzbehauptung wenn ich auf den Sachverhalt hinweise und gegebenfalls Atteste vorlege die das bestätigen?
Ja. Mal ehrlich: dann müßte Du ja nach jedem GV high sein - von den Psychopharmaka deiner Freundin.
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  #5  
Alt 16.01.2018, 22:18
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Und noch ein Tipp. (Ich weiß nicht, was das für eine Beraterin war, aber wenn sie vom Fach war, hätte sie ihn Dir auch geben müssen.)

Du schreibst, Du hättest seit vielen Jahren kein THC konsumiert, somit wärst Du, was die aktuellen Werte betrifft, ja quasi nicht vorbelastet. Nun soll es nur am Sonnabend Abend zum Konsum gekommen sein, die Kontrolle war aber erst Montag früh. D.h., dazwischen liegen im günstigen Fall für Dich, also so knapp wie möglich gerechnet, 26 oder 27 Stunden. Dann ist ein 11-OH-THC-Wert von 0,4 ng/ml aber völlig unrealistisch. Der wäre da längst nicht mehr vorhanden. Weiß auch ein GA. Oder war der Abend mit den Freunden nicht doch eher am Sonntag?
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  #6  
Alt 16.01.2018, 22:19
Bucky Bucky ist offline
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Ok danke.

Das schafft schonmal klarheit.

Und mit dem high nach dem GV ... habs mich nur gefragt weil ich vermehrt Kopfschmerzen und Katererscheinungen am nächsten Tag hatte. Da stellt man sich schon mal so Fragen bevor es nachher vieleicht zu spät ist

Nun gut dann werd ich wohl im Februar neuerteilung beantragen (nen bischen müssen die Haare noch wachsen).
Was den aktuellen Konsum angeht meinte meine Beraterin das das soweit schon ganz schlüssig wäre und ich das auch gut reflektiert hätte allerdings solle ich noch mal eine reflexion über meinen damaligen Konsum vornehmen was ich auch schon erledigt habe. Naja sollte ich diesbezüglich noch Fragen haben weiß ich ja jetzt an wen ich mich wenden kann.

Und danke nochmal für die schnellen Antworten.
P.S. danke für den Tip ich werde das berücksichtigen.
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  #7  
Alt 16.01.2018, 22:46
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Alana Alana ist offline
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Zitat:
Zitat von Bucky Beitrag anzeigen
Und mit dem high nach dem GV ... habs mich nur gefragt weil ich vermehrt Kopfschmerzen und Katererscheinungen am nächsten Tag hatte. Da stellt man sich schon mal so Fragen bevor es nachher vieleicht zu spät ist
Wir werden alle nicht jünger. Aber deshalb muß man nicht zur MPU.

Und mal ehrlich: war es nun Sa oder So?
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  #8  
Alt 17.01.2018, 06:13
Bucky Bucky ist offline
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Laut Aussage nur Samstag. Sonntag fand jedoch ebenfalls Konsum von Cannabis statt. Unter anderen Umständen zwar (allein bei mir um schlafen zu können) aber das ändert nichts daran das er stattfand.

Was mir jetzt schon zeigt was hätte schief gehen können bei der MPU. Ist wohl doch besser wenn ich 12 Monate AN erbringe und mich nochmal ausführlich mit dem Thema beschäftige.

Geändert von Bucky (17.01.2018 um 06:42 Uhr)
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  #9  
Alt 17.01.2018, 16:03
Kai R. Kai R. ist offline
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Zitat:
Zitat von Bucky Beitrag anzeigen
Ist wohl doch besser wenn ich 12 Monate AN erbringe und mich nochmal ausführlich mit dem Thema beschäftige.
volle Zustimmung, vor allem zum zweiten Teil
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