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  #41  
Alt 20.03.2019, 15:42
bibi123 bibi123 ist offline
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Wie hat ihr Umfeld auf ihr Verhalten reagiert?
Mein Umfeld, sei es mein jetziger Lebensgefährte, meine Familie, Freunde oder auch Arbeitskollegen haben auf mein Verhalten gar nicht reagiert, da sie es nicht wussten. Ich habe nie mit irgendwem über mich und meine Probleme geredet. Somit hat das alles keiner gewusst und somit konnte auch keiner auf irgendeine Art darauf reagieren.

Was war der konkrete Anlass für ihr Umdenken?
Nach meinem Unfall im Februar 2018 hatte ich fast schon „Depressionen“ weil ich mir selber mein Handeln nicht erklären konnte und ich vor allem sehr darunter litt, dass ich fast jemanden einen erheblichen Schaden zugefügt haben könnte. Ich konnte mit meinem Verhalten so nicht weiter machen, ich habe selber gemerkt, dass ich daran zugrunde gehen würde, wenn ich nicht endlich aufhöre, alles zu verdrängen und mir keine Hilfe suche.
Daher habe ich mich bewusst mit mir selber auseinander gesetzt und die Ursache für mein ganzes Verhalten herausgefunden. Ich habe mir Hilfe gesucht bei meinem Lebensgefährten, meiner Familie, meinen Freuden und meinen Arbeitskollegen, sowie auch meiner Hausärztin anvertraut. All diese Personen halfen mir dann, mein Problem aufzuarbeiten und an mir zu arbeiten.

Was haben sie an Änderungen unternommen?
Da ich die Ernsthaftigkeit meiner Lager erkannt habe, wurde mir auch bewusst, dass ich mich ändern muss, denn ohne Änderung würde ich wieder irgendwann in mein altes Verhalten zurück fallen. Ich wollte, dass es mir besser geht, und ohne Änderungen wäre das nicht möglich gewesen.
Die größte Änderung ist, dass ich erstmals Hilfe in Anspruch genommen, ich habe mich geöffnet und mit meinem Umfeld über mich und meine Probleme geredet. Ich habe mir Hilfe bei ihnen gesucht, weil ich allein nicht damit klar komme. In erster Linie habe ich mich meinem Lebenspartner anvertraut und ihm die ganze Geschichte mit meinem Ex-Freund erzählt, dadurch durfte ich feststellen, dass er mich nicht verurteilt, wie ich eigentlich immer der Annahme war. Im Gegenteil, er hat mir geholfen, damit ich endlich mit meinem Ex-Freund abschließen kann und somit keinerlei Angst mehr vor ihm und seinen Drohungen haben muss. Ca. 3 Wochen nach meinem Unfall ist mein Lebensgefährte mit mir zu ihm gefahren. Er und auch ich haben ihm im Beisein seiner Eltern klar gemacht, dass es nichts bringt, wenn er weiterhin auf mich einredet und mir Angst macht. Seitdem habe ich nie wieder ein Sterbenswörtchen von meinem Ex-Freund gehört. Auch als ich meiner Schwester, meinem Vater, meinen besten Freundinnen und meinen Arbeitskollegen alles erzählt habe, habe ich gemerkt, dass eigentlich jeder hinter mir steht und mich keiner dafür verurteilt und ich mich nicht dafür schämen muss.
Auch habe ich die Strategie entwickelt, dass ich mich im Allgemeinen gegenüber anderen Personen öffne, nicht nur bei schwerwiegenden Themen, sondern auch bei Kleinigkeiten. Wenn mir etwas im Kopf rumschwirrt, was nicht in Ordnung ist, rede ich mit meinem Umfeld darüber. Auch wenn es um Kleinigkeiten geht, z.B. ein stressiger Arbeitstag oder dergleichen.
Eine weitere Änderung ist, dass ich aufgehört habe, alles alleine zu machen. Durch mein Öffnen gegenüber meinem Umfeld bin ich in der Lage, mein Umfeld um Hilfe zu bitten und diese Hilfe auch anzunehmen. Wenn ich irgendetwas nicht schaffe oder nicht kann, dann bitte ich um Hilfe. z.B. in der Arbeit, wenn ich es zeitlich nicht schaffe, oder ich es nicht kann, dann frage ich meine Arbeitskollegen um Hilfe. Das habe ich früher nie gemacht, ich wollte nicht, dass jemand denkt, dass ich es nicht schaffe oder dass ich schwach bin oder dergleichen.
Eine weitere Änderung ist, dass ich meinen Alkoholkonsum wieder an die Zeit angepasst habe, sowie es vor den beiden Jahren 2015 und 2016 war. In den beiden Jahren trank ich fast an jedem Samstag Alkohol, seit meinem Unfall trinke Alkohol ausschließlich zu besonderen Anlässen, die im vor hinein geplant und kontrolliert sind. Mit festen Regeln was Menge, Art und Zeit anbelangt. Ich habe mein Umfeld über meine Regeln in Kenntnis gesetzt, damit mich mein Umfeld auch hinsichtlich dessen unterstützen kann. Auch diese Änderung praktiziere ich seit über 1 Jahr mit Erfolg, denn ich habe sie schon 5x mit Erfolg getestet. Das was ich mir vorgenommen habe, habe ich zu 100% eingehalten. Und es hat mir keinerlei Probleme bereitet, nein zu sagen, wenn ich die Regel dadurch überschritten hätte, wenn mir z.B. jemand noch etwas zu trinken angeboten hat, obwohl ich meine geplante Menge bereits getrunken habe. Im Gegenteil, es hat mich mit Stolz erfüllt „NEIN“ zu sagen, denn ich weiß, dass es mir dadurch besser geht. Wenn ich heute in eine Situation komme, in der in früher zu Alkohol gegriffen habe, sage ich bewusst „NEIN“, denn ich weiß, dass der Alkohol die Situation oder das Problem nicht besser macht. Ich habe eine Strategie entwickelt um dem entgegen zu wirken.
Es war bereits so eine Situation: letztes Jahr Anfang Dezember habe ich durch Zufall rausgefunden, dass sich mein Lebensgefährte auf einer Sex-Seite rumgetrieben hat (ich war an seinem PC und habe das im Verlauf gesehen). Als ich diese Entdeckung machte, war ich natürlich sofort fix und fertig und hätte am liebsten mir eine Flasche Sekt aufgemacht. Da ich aber bereits zu diesem Zeitpunkt so gefestigt in meiner Strategie war, habe ich den Gedanken verworfen, meine Schwester und anschließend meine beste Freundin angerufen. Beide haben mir geraten, meinen Lebenspartner darauf anzusprechen, da es mit Sicherheit eine vernünftige Erklärung dafür gibt. Als er dann von der Arbeit nach Hause gekommen ist, habe ich das gemacht. Es stellte sich heraus, dass er auf dieser Seite war um für mich Unterwäsche zu kaufen, die er mir eigentlich auf Weihnachten schenken wollte. Das Geschenk habe ich somit an diesem Tag erhalten . Mein Partner war mir auch nicht böse deswegen, im Gegenteil, er hat das als sehr positiv empfunden, dass ich gleich meinen Mund aufgemacht habe und nicht wie früher alles in mich reingefressen habe.
Eine weitere Änderung ist mein Freundeskreis, diesen habe ich demensprechend „aussortiert“. Zu der Freundin, mit der ich in den beiden Jahren 2015 und 2016 vermehrt getrunken habe, habe ich keinen Kontakt mehr. Ich wohne 150 km entfernt von ihr und ich will mit so einer Person nichts zu tun haben, die der Meinung ist, dass Alkohol zum täglichen Leben dazu gehört. Auch die Freunde, die mich nur ausgenutzt haben, weil ich immer zu allem „JA“ gesagt habe und ihnen immer geholfen habe, habe ich den Rücken zugekehrt. Wir haben einen relativ kleinen Freundeskreis, aber auf jedenfall sind das die richtigen Freunde, die immer ein offenes Ohr für mich haben.
Auch beinhaltet meine Änderung, dass ich aufgehört habe, immer alles perfekt zu machen. Heute kann ich auch mal über einen nicht abgeräumten Tisch oder ein nicht geputztes Haus hinwegsehen. Ich muss nicht nach 14 Stunden, wenn ich von der Arbeit nach Hause komme, noch putzen und aufräumen, sowas konnte ich früher nicht, denn ich wollte, dass es immer sauber und ordentlich ist, dass niemand der Meinung ist, dass ich es nicht schaffen würde.
Eine weitere Änderung ist, dass ich seit meinem Führerscheinentzug mit dem Zug von P*** nach M*** zur Arbeit fahre, es ist zwar zeitlich gesehen das doppelte an Zeit, aber dafür wesentlich entspannter, angenehmer und stressfreier. Hinzu kommt noch, dass das Zugfahren auch etwas kostengünstiger ist als mit dem Auto zu fahren. Dieses werde ich auch in Zukunft beibehalten, denn für mich ist es angenehmer im Zug die Augen zu zu machen oder ein Buch zu lesen anstatt mich 2x täglich für 160 km mit dem Auto auf der Autobahn rumzuplagen.
Seit meinem Unfall habe ich viele Änderungen vorgenommen und diese seither erfolgreich praktiziert. Allumfassend kann ich sagen, dass ich es am wichtigsten finde, dass ich meine Einstellung, dass ich alles alleine machen muss, geändert habe bzw. abgelegt habe und der Entschluss, mir helfen zu lassen. Diese Änderung bzw. dieser Entschluss bezieht sich dann auf alle weiteren Änderungen.
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  #42  
Alt 20.03.2019, 15:43
bibi123 bibi123 ist offline
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Wer hat ihnen dabei geholfen?
Nach meiner Einsicht und meiner Aufarbeitung habe ich mich in erster Linie meinem Lebensgefährten anvertraut. Er hat mir dann geholfen, die weiteren Schritte zu gehen. Ich habe mich mit meiner Familie auseinander gesetzt, dann mit meinen engen Freunden gesprochen, anschließend mit meinen Arbeitskollegen, die ich ebenfalls zu meinen engen Freundeskreis zähle, und mit meinem weiteren Umfeld.
Ich habe keinen Hehl mehr daraus gemacht und habe jedem offen und ehrlich meine Probleme und erzählt.
Meine Hausärztin war von Anfang an meiner Seite gestanden, ich habe nach meinem Unfall 1x die Woche zur Kontrolle gemusst und während dieser Zeit habe ich mich auch ihr anvertraut, sie hat mir oftmals eine Stunde lang zugehört und mir Ratschläge gegeben.
All diese Personen halfen mir bei meinen Änderungen, sie haben mich alle unterstützt.
Im Januar und Februar dieses Jahres habe ich eine MPU-Vorbereitung in Form von Einzelstunden bei einer Psychologin gemacht. Frau U*** hat mir zwar in erster Linie nicht dabei geholfen aber sie bestätigte mir, dass ich meine Aufarbeitung und die daraus resultierenden Änderungen bereits voll und ganz abgeschlossen habe und sie meiner Entwicklung sehr positiv entgegen sieht.

Wie empfinden sie diese Änderungen?
Ich empfinde diese Änderungen als sehr befreiend, ich kann nun endlich mal behaupten, dass ich glücklich und zufrieden bin.
Auch vor der Zeit meines Ex-Freundes hatte ich damit zu kämpfen, dass ich der Erwartungshaltung die ich mir selber auferlegt habe, gerecht werde. Diese Erwartungshaltung hat mich dann in der Zeit mit meinem damaligen Freund in die Knie gezwungen. Denn hätte ich dieses Denken nicht gehabt, wäre ich dazu in der Lage gewesen, mir Hilfe zu holen.
Heute kann ich behaupten, dass ich mehr als je zuvor mit mir selbst zufrieden bin, auch wenn ich nicht alles alleine schaffe, auch wenn ich Hilfe brauche. Aber genau das ist es, worauf es ankommt, es ist immer ein Miteinander und kein Gegeneinander und wenn jemand das anders sieht, hat er das Spiel nicht verstanden. Sei es im Leben sowie auch im Straßenverkehr.
Ich empfinde es als sehr positiv wenn ich zurück sehe und das Damals und heute vergleiche. Damals war ich unzufrieden, hab mich Tag für Tag abgekämpft um meiner Erwartungshaltung gerecht zu werden. Heute bin ich in allen Belangen entspannter und kann jeden einzelnen Tag genießen, denn es gibt nichts auf der Welt, dass man nicht lösen kann. Ich brauche keine Angst zu haben, ich brauche mich nicht zu schämen und ich weiß, dass ich nicht alleine bin und dass ich mir Hilfe holen kann. Mir geht es besser mit meiner jetzigen Einstellung und mit den Änderungen die ich vollzogen habe.
Die Änderung zu meiner damaligen Einstellung, dass ich alles alleine machen muss und ich keine Hilfe brauche zieht sich durch mein ganzes Verhalten.
Ich kann mich nun endlich wieder auf das konzentrieren was wichtig ist und ich habe wieder Spaß dabei. Früher empfand ich es teilweise als anstrengend wenn ich mit meinem Sohn eine Unternehmung geplant habe, denn mir wurde jedes Mal die Zeit zu wenig um mich um die Dinge zu kümmern, die ich früher als wichtiger empfunden habe. Heute ist das Gegenteil der Fall, ich genieße jeden Augenblick mit meinem Sohn, er ist mittlerweile 16 Jahre alt und ist seit September 2018 in seiner Ausbildung zum Groß- und Außenhandelskaufmann.
Auch empfand ich es immer als Belastung, wenn ich mich mit Freunden getroffen habe, denn jedes Mal hat mich jeder mit seinen Problemen vollgelabert und von mir Hilfe erwartet. Heute ist das nicht mehr so, es ist ein Geben und Nehmen von allen Beteiligten. Und durch das „aussortieren“ der Freunde, die mich ausgenutzt haben, brauche ich keinen mehr zu helfen, die meine Hilfe so und so nicht zu schätzen gewusst haben.
Auch die Arbeit empfand ich nicht mehr als schön, denn ich habe früher nie „NEIN“ sagen können, ich habe mir zu viel aufgehalst und war somit unter Dauerstress. Heute kann ich „NEIN“ sagen, ich kann um Hilfe bitten und mir wird diese Hilfe auch gerne entgegengebracht. Auch hier ist es ein Geben und ein Nehmen.
Auch was das Thema Alkohol anbelangt empfinde ich meine Änderung als sehr positiv, denn mir geht es dadurch wesentlich besser. In der Zeit als ich zu viel Alkohol getrunken hatte, war es meist so, dass es mir am Tag darauf schlecht ging und ich somit mein Freizeitleben total vernachlässigt habe. Heute ist das nicht mehr so, denn durch meine Regeln bezüglich Alkohol komme ich nicht mehr in die Lage, mehr als 2 Gläser Alkohol zu trinken und somit geht es mir auch nicht schlecht am nächsten Tag.
Die Änderungen die sich in meiner Partnerschaft wieder spiegeln sind empfinde ich ebenfalls durchweg positiv, denn erst seit meiner Änderung kann ich mich meinem Partner voll und ganz öffnen und somit ist die Partnerschaft auf ein Niveau gestiegen, wie es eigentlich auch sein soll. Ein Partner soll für den anderen da sein und ihm zu Seite stehen, in guten wie in schlechten Zeiten.
Meine ganzen Freizeitaktivitäten und Hobbies wie Unternehmungen mit Familie und Freunde, Lesen, Radtouren machen, Haus- und Gartengestaltung machen wir nun wieder Spaß und ich habe durch meine Änderung auch genügend Zeit um das alles zu machen. Ich hatte das gänzlich aus den Augen verloren. Und wenn ich früher dann doch mal meinen Hobbies nachgegangen bin, war ich angespannt und unter Zeitdruck. Mit Spaß hatte das rein gar nichts mehr zu tun. Heute ist anders, ich habe wiegesagt genügend Zeit und somit auch wieder Freunde an all diesen Dingen.
Also wiegesagt, ich empfinde das alles durchweg positiv und es tut verdammt gut wenn ich zurückblicke und meine Entwicklung zum Guten sehe.

Wie reagiert ihr Umfeld auf diese Änderung?
Mein Umfeld empfindet das überwiegend als positiv.
Angefangen mit meinem zukünftigen Ehemann (wir heiraten im August diesen Jahres), er sagt mir immer wieder wie schön es ist, wenn man eine Partnerschaft auf Augenhöhe hat, denn dadurch ist das Vertrauen zu 100% gegeben, wenn man sich seinem Partner voll und ganz anvertrauen kann.
Mein Sohn empfindet diese Änderungen ebenfalls als positiv, denn war es früher so, dass ich eher weniger Zeit für ihn hatte, weil ich mein Augenmerk auf Dinge gerichtet habe, die mir damals wichtiger erschienen, ist es heute so, dass ich jede Sekunde mit ihm genieße und so viel Zeit wie möglich mit ihm verbringe. Natürlich kommt auch ab und an mal die Aussage von ihm, dass er kein Kleinkind mehr ist, da ich es eventuell mal übertreibe mit meiner Fürsorglichkeit gegenüber ihm 
Auch mein Vater und meine Schwester bringen mir nach wie vor Aussagen entgegen, dass sie froh sind, dass ich endlich erkannt habe, dass ich mit meiner früheren Denkweise nicht glücklich werden kann.
Von meinen beiden besten Freundinnen, meine zukünftige Schwiegermutter, meinen Arbeitskollegen und auch von weiteren Freunden wird mir nur positives entgegen gebracht. Sie sind alle der Meinung dass ich nun endlich auch glücklich wirke, nicht so wie früher. Früher hab ich nur so getan als ob ich glücklich bin, heute sieht man es mir an, sagen sie.
Ein paar ehemalige Freunde und auch meine andere Schwester empfinden diese Änderungen nicht als positiv, denn seit meiner Änderung bin ich nicht mehr dazu bereit, dass ich mich für sie aufopfere, denn ich habe mein eigenes Leben und erst dann kommt alles andere. Aufgrund dessen sehen sie diese Änderung als negativ, was sie natürlich nicht zugeben. Sie sind der Meinung, dass das Ganze schon alles übertrieben ist und ich solle mich dadurch nicht ändern. Sie reden das Ganze schön. Diesen Leuten habe ich den Rücken zugekehrt, denn für mich ist es heute nicht normal, dass ich gegen die Verkehrsvorschriften verstoße, da es doch jeder macht.
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  #43  
Alt 20.03.2019, 15:44
bibi123 bibi123 ist offline
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Welche Einstellung zur Verkehrssicherheit haben sie heute und was ist daran neu?
Meine Einstellung zur Verkehrssicherheit hat sich grundlegend geändert.
Früher hielt ich es für angebracht wenn ich ab und an mal gegen die Verkehrsregeln verstoße, denn es macht ja zum 1. jeder und zum 2. hatte ich mein Unrechtbewusstsein nicht erkannt. Mir war nicht klar, was ich hätte alles anrichten können mit meinem Verhalten, das ich damals an den Tag gelegt habe.
Ich habe gelernt, dass es mir nichts bringt, wenn ich mich nicht an die Straßenverkehrsordnung halte. Sei es bei meinen Geschwindigkeitsverstößen oder bei meinen Alkoholfahrten.
Fahre ich zu schnell hole ich mir zeitlich gesehen keinerlei Vorteil raus und was noch viel Schlimmer ist, ist die Gegebenheit, dass ich andere Verkehrsteilnehmer sehr durch mein Verhalten in Gefahr gebracht habe. Wenn ich bedenke, was alles hätte passieren können, dann benenne ich mich selbst zur damaligen Zeit als extrem rücksichtslos und verantwortungslos. Dieses Verhalten habe ich gänzlich abgelegt.
Ich halte es für das allerwichtigste das ich mich an die vorgegebenen Verkehrsregeln halte. Alkohol und Autofahren gehören für mich strikt getrennt, nur bei 0,0 Promille werde ich ins Auto steigen.
Verantwortungsvoll mit sich selbst und anderen Verkehrsteilnehmer umgehen, gehört nun zu meinem obersten Gebot.

Was wollen sie konkret tun, damit sie ihre Vorsätze diesmal einhalten können?
Ich halte mir immer wieder vor Augen, was die Vergangenheit und mein damaliges Verhalten für mich bedeutet haben und was die Gegenwart für mich bedeutet. Die Gegenwart ist für mich eindeutig die bessere und erstrebenswertere Variante und somit werde ich alles daran setzen, dass mein Leben so bleibt wie es jetzt ist.
Ich besinne mich immer wieder auf mein erlerntes und stabilisiertes Verhalten, somit bin ich auch in Extremsituationen in der Lage, richtig zu handeln. Meine nun fest verankerte Einstellung, dass ich nicht mehr alles alleine machen muss und dass ich mir egal wann und egal zu welchem Thema Hilfe holen kann bzw. mit Personen darüber reden kann, gewährleistet, dass ich nicht mehr in so ein Verhalten zurück fallen werde. Das funktioniert seit 1 Jahr einwandfrei und daher weiß ich auch, dass es der richtige Weg ist.
Ich werde nach wie vor meine Regeln, die ich für mich aufgestellt habe einhalten. Sei es mein Trinkverhalten, mein Zeitmanagement oder mein offener Umgang mit meinen Problemen. All diese Regeln haben oberstes Gebot für mich und werden es auch immer haben, denn ich will nicht wieder zurück in mein altes Leben, ich will mein Leben genießen und glücklich sein, so wie ich es jetzt bin.
Meine damalige fälschliche Denkweise „ich bin perfekt und muss alles alleine schaffen“ habe ich gänzlich abgelegt, dadurch kann ich versichern, dass ich meine Vorsätze nun in vollem Umfang einhalten kann.

Wie wollen sie einen beginnenden Rückfall erkennen?
Ich würde einen beginnenden Rückfall bemerken, indem ich feststelle, dass ich in alte Verhaltensmuster zurück falle, was im genaueren heißt, dass ich mich wieder verschließen würde und nicht mehr offen mit allem umgehen würde.
Meine selbstkritische Haltung macht es mir möglich, einen Rückfall zu bemerken. Falls ich vom Weg abkommen sollte, bin ich unverzüglich in der Lage mir Hilfe zu holen.
Mir ist bewusst, dass ein Rückfall in alte Muster eine Gefahr für mein jetziges Leben wäre, dass ich mir erarbeitet habe und indem ich sehr glücklich bin. Da ich mich und mein heutiges Leben ständig gedanklich überprüfe habe ich eine Möglichkeit zur Kontrolle meiner Verhaltensweisen. Ich kenne dass „damals“ und ich kenne das „heute“ und wenn ich nur kurz beide Seiten gedanklich gegenüber stelle, braucht es nur ein paar Sekunden um zu erkennen, dass ein Rückfall in alte Verhaltensmuster auf keinen Fall in Betracht zu ziehen ist. Das heutige Leben ist für mich erstrebenswert, nicht aber die Vergangenheit. Also halte ich an dem fest war mir gut tut, und das ist mein Verhalten in der Gegenwart. Somit weiß ich, dass ich zum ersten einen beginnenden Rückfall erkennen würde und umgehend entgegen wirken könnte.
Außerdem würde mein Umfeld sofort bemerken, wenn ich mich wieder in alte Verhaltensweisen begeben würde. Sie würden mich unverzüglich darauf ansprechen und somit wäre ich auch dadurch in der Lage einen Rückfall zu bemerken.

Was wollen sie unternehmen, wenn sie einen Rückfall bemerken?
Ich würde mir unverzüglich Hilfe holen. Dieses Verhalten hat sich seit ca. 1 Jahr sehr gut bewährt und ich weiß, dass es richtig und wichtig ist, sich Hilfe zu holen wenn man ein Problem hat. Sei es auch manchmal nur das Reden mit einer Person, die einem zuhört und seine neutrale Meinung dazu sagt. Hier ist eine gute Ansprechmöglichkeit in erster Linie mein zukünftiger Ehemann, aber auch meine Schwester, mein Vater, meine beiden besten Freundinnen und meine Arbeitskollegen. Diesen Personen kann ich alles erzählen, denn ich weiß, keiner von denen urteilt über mich. Diese geliebten Personen sind auf mein Wohl bedacht, daher vertraue ich ihnen zu 100%. Natürlich auch weiterhin für mich als wichtiger Ansprechpartner ist meine Hausärztin, die mich eigentlich schon mein ganzes Leben begleitet. In meiner Vorbereitung zur MPU habe ich vollstes Vertrauen zur zuständigen Psychologin aufgebaut und ich weiß, dass ich auch jederzeit bei ihr um Hilfe und um Rat fragen kann.
Ich finde es wichtig, nicht vor Problemen davon zu laufen, nicht zu verdrängen und auch nichts schön zu reden, sondern sich ihnen zu stellen und nach sinnvollen Lösungen zu suchen.
Am allerwichtigsten finde ich, dass man, egal welches Problem man hat, sich immer wieder vor Augen führt, dass man nicht allein ist. Es gibt genügend Personen, die einem zur Seite stehen und keiner von denen verlangt oder will, dass man „perfekt“ ist.
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  #44  
Alt 20.03.2019, 15:46
bibi123 bibi123 ist offline
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So, nun habe ich meinen Fragebogen nochmal überarbeitet und alles an Kritik angenommen und verbessert. Ich hoffe, ich nähere mich meinem Ziel damit ich nächste Woche Donnerstag meine MPU schaffe.
Vielleicht könnt ihr nochmal kurz drüber schauen und mir kurzes Feedback geben.
Vielen Dank im Voraus.
Gruß bibi123
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  #45  
Alt 20.03.2019, 20:45
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samuel samuel ist offline
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Das sollte reichen.
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  #46  
Alt 28.03.2019, 14:22
bibi123 bibi123 ist offline
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Standard MPU höchstwahrscheinlich heute bestanden

Hey, ich hatte heute meine MPU und die Aussage der Psychologin lautet: es sieht nicht schlecht aus.
Ich denke, das ist gut, oder?
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  #47  
Alt 28.03.2019, 14:56
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samuel samuel ist offline
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Jetzt kommt der wirklich schlimme Teil, das Warten.
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  #48  
Alt 15.04.2019, 15:22
bibi123 bibi123 ist offline
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Standard MPU im 1. Anlauf am 28. März bestanden

Hey, habe mein positives Gutachten erhalten.
Am 20. Mai endet meine Speerfrist und dann darf ich wieder fahren
Ich möchte mich hiermit bei euch bedanken, vor allem bei Samuel.
Ohne euch hätte ich das nicht geschafft.
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  #49  
Alt 15.04.2019, 15:23
Tine89 Tine89 ist offline
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Super.
Herzlichen Glückwunsch!!!!!
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