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  #31  
Alt 29.06.2009, 13:14
obin obin ist offline
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13. Welche Wirkung haben Sie in der Vergangenheit nach Alkoholgenuss bei sich beobachtet?
(bei wenig und bei viel Alkohol)


Bei Alkoholgenuss bis max. 4 Bier, fühle ich mich entspannter, der Alkohol wirkt enthemmend, ich bin kontaktfreudiger.
Bei viel Alkohol, konnte ich meine Probleme für einen Moment vergessen, allerdings wirkt der Alkohol bei mir dann auch zur Selbstüberschätzung und ich habe Konzentrationsschwierigkeiten.
Am nächsten Tag setzt dann die Müdigkeit ein und ich fühle mich schlapp (Kopfschmerzen)

14. Gab es kritische Hinweise Anderer auf Ihren Alkoholkonsum und wie haben Sie darauf reagiert?

Nein, es gab keine ernsten kritischen Hinweise aus meinem Umfeld. Ich war meistens mit Personen unterwegs, die ebenfalls Alkohol konsumiert haben. In den letzten 10 Jahren waren es 2 extreme Phase, die jeweils 3-4 Monate dauerten. Dies wurde von meiner Umgebung aufgrund der Ereignisse akzeptiert. Zu den extremen Phasen habe ich nicht mehr zu Hause gewohnt, sodass meine Eltern das nicht in diesem Umfang mitbekommen haben. Bei der Arbeitsstelle habe ich ein eigenes Büro und konnte meine Tagesplanung selber gestalten, sodass ich nicht auffiel, wenn ich mal in der Woche unterwegs war.

In meiner Jugend waren es die Eltern, die nicht begeistert waren, wenn ich mal am Wochenende erst morgens nach Hause kam und dann am nächsten Tag nur wenig ansprechbar war.
Es gab dann schon entsprechende Mahnreden, die ich aber als Jugendlicher nicht wirklich Ernst genommen habe. Ich habe mich in der Folge für einen gewissen Zeitraum angepasst.

In den Partnerschaften, hatte es solche Ausfälle kaum gegeben, vielleicht max. 3-4 mal. Das wurde akzeptiert.

15. Welche Auswirkungen und Folgen hatte Ihr Alkoholkonsum auf Ihr Leben und Ihr Umfeld?

In der Jugend hatte der Alkohol eher positive Auswirkungen. Ich war anerkannt beim Sportverein, auf Partys und bei den Freunden. Durch die enthemmende Wirkung war ich auch entsprechend mutig und konnte mit einigen Aktionen die Freunde begeistern.
Nach der Jugend relativierte es sich. Der Alkohol war eher Genussmittel, ich kann damit überzeugen, dass ich mich etwas mit Wein auskenne. Der Alkohol spielte aber seit dem 25. Lebensjahr keine führende Rolle mehr.
Negativ war, dass ich nach viel Alkohol am nächsten Tag kein gutes Bild in der Gesellschaft abgegeben hatte. Gerade an den Wochenenden, an denen es oft Familientage gab, war ich nur schlecht ansprechbar. Das hatte sich aber alles seit dem 25. Lebensjahr geändert. Ich war seitdem regelmäßig in Beziehungen und somit stand eher das „Gemütliche Beisammensein“ im Vordergrund. An den Wochenenden bin ich meistens mit meiner Partnerin unterwegs gewesen und habe Parks, Zoos, oder nahegelegene Städte besucht. Im Vergleich zu meiner Jugend (17-25), wo ich mehr nachts unterwegs war, finden jetzt meine Aktivitäten jetzt eher Tagsüber statt. Jetzt seit meiner TF nehme ich am Wochenende an einem Lauftreff teil und laufe so min. einmal am WE 15 KM.

16. Gab es in Ihrem bisherigen Leben frühere Zeiten, in denen sie weit mehr Alkohol als heute getrunken haben?
Wenn ja, nennen sie bitte die Lebensabschnitte und mögliche Ursachen und Umstände dafür.


Ja, in der Jugend (17-25) hatte ich wesentlich intensivere Zeiten und eben auch in der Phase 29-30, sowie das halbe Jahr vor der TF mit 34. Die Ursachen waren in der Jugend eher Anerkennung und Gruppensog, wobei es in den beiden späteren Phasen eher um Verdrängung von Gedanken und Gefühlen ging.

17. Haben sie jemals die Kontrolle über ihre Trinkmenge verloren und bis zur Volltrunkenheit Alkohol konsumiert?

Ja, dies kam leider in Vergangenheit schon vor. Gerade in der Zeit vor der TF gab es ca. 5-6 mal in den 4 Monaten eine solche Situation, sodass ich nicht mehr Herr meiner Sinne war. Ähnlich war es auch in meiner ersten Single-Phase von 29-30.
Ansonsten, hatte ich in den letzten 10 Jahren keine Volltrunkenheit mehr. Damals als Jugendlicher, habe ich meine Grenzen versucht zu finden, da gab es schon alle 3 Monate mal eine Feier, wo ich bis zur Volltrunkenheit Alkohol konsumiert habe.

18. Haben Sie früher schon einmal oder öfter über einen längeren Zeitraum bewusst und mit Absicht völlig auf den Genuss von Alkohol verzichtet?

Nein, wirklich längere Phasen gab es eigentlich nicht. Es gab immer mal 2-3 Monate, wo ich gar kein Alkohol getrunken hatte. Dies hatte unterschiedliche Gründe, mal war es die Klausurenphase zum Abitur, oder im Studium, oder auch eine experimentelle Phase, die sich nach einer vegetarischen oder Obst-Phase anschloss.

19. In welcher Kategorie von Trinker haben sie sich früher gesehen und wie stufen Sie sich heute rückblickend ein?
(mit Begründung)


Ich habe mich damals als guter Trinker mit normalen Verhalten eingestuft, da ich in meiner Umgebung nicht negativ aufgefallen bin. Ich war allerdings immer dabei und bin bis zum Ende geblieben ist. In meinen Verdrängungsphasen, war mir bewusst, dass es unangemessen viel war, aber ich dachte, ich brauche es um nicht ständig an den Schmerz denken zu müssen. Ich fühlte mich einfach frei mit Alkohol.
Heute sehe ich, dass es in meiner Jugend übertriebener Alkoholgenuss war, weniger als die Hälfte hätte gereicht. Es gibt andere Möglichkeiten, um sich bei den Freunden zu profilieren. Auch in meiner Verdrängungsphasen, wären klärende Gespräche und mehr Offenheit gegenüber Freunde und Familie sinnvoller gewesen. Mit Alkohol lassen sich keine Probleme lösen, wenn dann nur verschieben.

20. Trinken Sie heute Alkohol? Wenn ja, was, wie viel und wie oft?
(Genaue Angaben in Sorte, Menge, Häufigkeit)


Ich habe 3 Monate nach dem TF keinen Tropfen getrunken, da der Schock schon sehr tief saß und ich dies erstmal verarbeiten musste.
Seitdem trinke ich bei besonderen Gelegenheiten ein Glas Wein (0,25) oder max. 2-3 Bier 0,3).
Ich führe einen Trinkkalender, damit mir auch immer bewusst bleibt, was ich getrunken habe.
Bis heute gab es folgende Anlässe:
Weihnachten 2008: 1 Rotwein (0,25) zum Essen
Silvester 2008: 1 Sekt (0,1) zum anstoßen, 2 Bier (0,3) 1 vor Mitternacht, eines im neuen Jahr.
Geburtstag 22.02: 1 Sekt (0,1)
Geburtstag 15.03: 2 Bier (0,3)
Essen 4.04: 2 Rotwein (0,25)
Hochzeit 17.04: 1 Sekt (0,1), 2 Bier (0,3)
Essen 9.05: 1 Rotwein (0,25)
Hochzeit 15.05: 1 Sekt (0,1), 1 Rotwein (0,25)
Geburtstag 6.6: 3 Bier (0,3)


21. Wann haben Sie zuletzt Alkohol getrunken?

Der letzte Genuss war am 6.06, dort war ich bei einem Geburtstag von einem Freund und habe 3 Bier (0,3) über den gesamten Abend bis morgen (ca. 6 Std.) getrunken.

22. Trinken sie gelegentlich alkoholfreies Bier?

Nein

23. Warum trinken Sie heute Alkohol/keinen Alkohol?

Ich trinke Alkohol, da ich auf den ergänzenden Geschmack zu einem guten Essen nicht verzichten möchte. Zudem möchte ich auch gerne bei besonderen Anlässen mit einem Bier anstoßen.

24. Warum haben Sie das Trinken reduziert bzw. aufgegeben und warum nicht schon eher?

Die TF war der große Weckruf, sie hat mir die Augen geöffnet. Seitdem weiß ich, was mir wichtig (Familie, Freunde, einfach die Welt wahrnehmen) ist und ich nicht abhängig von einer Beziehung sein muss. Ich bin glücklich noch am Leben zu sein und dieses möchte ich in Zukunft auch genießen. Ich werde keine übertriebenen Mengen an Alkohol trinken, weil ich jetzt weiß, dass Alkohol keine Probleme löst und ich alle meine Gedanken am besten durch Gespräche mit meiner Familie und Freunden verarbeiten kann. Ich fühle mich jetzt wesentlich gefestigter und weiß, dass ich von allen Seiten Unterstützung bekomme und es hilft mir, meine Probleme offen anzusprechen.
Meine Familie und meine Freunde haben einen sehr großen Anteil waren die initialisierenden Faktoren, da sie mir sehr wichtig sind. Aber gerade die Veränderung meiner ganzen Lebenseinstellung und die Erkenntnis ohne Alkohol mit Freunden Spaß zu haben, hat einen relevanten Anteil. Ich hätte nie gedacht, dass ich jemals z.B. einen Junggesellenabschied nüchtern beiwohnen könnte. Ich habe es jetzt bereits 2mal gemacht und es hat wirklich seinen Reiz. Jeder konnte sich auf mich verlassen z.B. hatte ich die Kasse und ich nun auch die schönsten Fotos.
Zusätzlich nimmt meine Fitness eine positive Entwicklung und ich habe einen besseren Schlaf. Ich bin zwar auch schon mal gelaufen, aber nun schaffe ich es regelmäßiger und meine Regenerationszeit hat sich merklich verbessert.

Ja, wieso ich noch nicht früher darauf gekommen bin, ist wirklich schwer zu beantworten. In den Phasen, wo ich in einer Beziehung geborgen war, brauchte ich dieses enthemmende Gefühl nicht. Ich war immer glücklich und auch bei Feiern, bei denen ich alleine war, wollte ich es nicht übertreiben, da ich meistens am nächsten Tag Unternehmungen mit meiner Partnerin geplant hatte, diese sollten nicht gefährdet werden.
Um jetzt auch ohne Beziehung aus diesem Sog herauszukommen, brauchte ich leider diesen Schlag. So bitter es auch ist, aber es war einfach notwendig, um mir klar zu machen, wie mein Leben sich entwickelt hatte und dass es so nicht mehr weiter gehen konnte.
Das Leben ist viel zu wichtig und es gibt so viele positive Erlebnisse, als dass ich es durch übermäßigen Alkoholgenuss verschwenden will. Wie viel Zeit ich alleine damit verbracht habe, um nach dem Alkohol wieder aufzustehen und mal nach draußen zu gehen, möchte ich gar nicht ausrechnen. Ich habe dort sicher viele schöne Tage verloren.
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  #32  
Alt 29.06.2009, 13:15
obin obin ist offline
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25. Wie haben Sie die Änderung Ihres Trinkverhaltens erreicht und dabei die Umstellungsphase erlebt?

Das ging aufgrund der Ereignisse von jetzt auf gleich. Ich war durch den Unfall bei meiner TF recht lange in einem Schockzustand. Es ist zum Glück nicht viel passiert, aber da war so viel Glück dabei und es hätte ganz anders ausgehen können. Das wurde mir sehr schnell bewusst. Ich habe durch übermäßigen Alkoholgenuss andere Personen gefährdet, das darf nicht wieder vorkommen. Der Schlag war so intensiv, dass ich bis heute nicht einmal auch nur ansatzweise in der Nähe war, wieder mehr als 2-3 Bier zu trinken.
Somit hatte ich bei der Umstellung ehrlich gesagt keine Probleme. Ich glaube, dass ich meinen Körper ganz gut kontrollieren kann. Ich faste auch regelmäßig und kann dann von einen auf den anderen Tag 10 Tage lang nichts Essen…
Sicher gab und gibt es jetzt auch noch Momente, wo ich kurzzeitig denke, hm jetzt 2-3 Bier in der Sonne, am Wasser, toll… Aber wenn ich dann eine kalte Bionade getrunken habe, ist es genauso erfrischend…
Die Auseinandersetzung fand und findet zum größten Teil in mir selbst statt. Ich führe mir vor Augen, was da passiert ist, wie ich andere Personen in Gefahr gebracht habe und wie viel Glück alle hatten. Dieses Glück muss jetzt auch verdient werden. Ich habe viel mit meinen Eltern gesprochen und auch einmal mit einer Psychologin, zudem habe ich viel hier im Forum gelesen. Das beste Hilfsmittel sind aber einfach die Erinnerungen und Bilder des Unfalls, die ich ständig vor Augen habe.

26. Wie wirkt sich Ihr geändertes Verhalten auf Sie, Ihr Leben und Ihr Umfeld aus?

Ich habe viel durch die TF gelernt. Das wichtigste war, dass ich mich nicht mehr so Abhängig von Beziehungen machen darf. Ich war sehr glücklich meine Eltern nach der TF wieder in den Arm schließen zu dürfen und habe seitdem ein viel engeres Verhältnis zu meinen Eltern. Wir reden über viel mehr Probleme, als früher.
Ich habe in den letzten Monaten schon viel gelernt und lerne immer noch weiter, meine Freizeit ohne Alkohol zu gestalten. Es ist gibt mir so viel mehr Zeit, wenn ich am Wochenende schon morgens um 9.00 Uhr aufstehe und eine Runde Joggen geh, anstatt bis Mittag in den Seilen zu hängen.
Zudem ist meine Wohnung wesentlich ordentlicher, Geschirr wird jetzt regelmäßig abgewaschen, es wird geputzt und ich habe sogar schon 2 Regale in den letzten Monaten selber gebaut und angestrichen. Es ist einfach mehr Zeit am Wochenende für andere Dinge vorhanden.
Ich habe bereits einige meiner Freunde soweit, dass sie Ihr Trinkverhalten eingeschränkt haben. Diese fahren heute auch nicht mal mehr mit 2 Bier Auto, alle kennen meine Bilder…
Somit hatte ich auch keine Schwierigkeiten, die Veränderung meines Trinkverhaltens unter meinen Freunden durchzusetzen. Anstatt zusammenzusitzen und stumpf Alkohol zu trinken, gehen wir eher gemütlich Essen, ins Kino oder Billard spielen und anschließend tanzen.

27. Wie stellen Sie sicher, dass Ihr neues Verhalten dauerhaft stabil bleibt?


Das Ereignis hat bei mir tiefe Spuren hinterlassen. Ich war erschrocken über mich selbst, dass ich andere Personen so leichtsinnig gefährdet habe. Ich muss verhindern, dass ich jemals wieder meine Beherrschung verliere. Um diese Entwicklung dauerhaft überprüfen zu können, werde ich auch in Zukunft einen Trinkkalender führen.
Ich habe jetzt festgestellt, dass ich das Thema Alkohol immer sehr leichtfertig behandelt habe. Nach meiner TF gehe ich damit ganz anders um, es hat mir die Augen geöffnet. Davon profitieren nun auch viele meiner Freunde, die durch meine Erzählung der TF und unterstützenden Bilder das Thema Fahren mit Alkohol auch anders handhaben.
Ich habe durch meine neue Offenheit gegenüber meiner Familie und meinen Freunden eine viel stärkere Position, sodass ich mit meinen Problemen ganz anders umgehen kann.
Ich brauche jetzt keinen Alkohol um mit einem Schmerz fertig zu werden oder meine Gefühle zu verdrängen. Ich habe durch den Unfall gelernt, ein wesentlich offeneres Verhältnis zu meiner Familie und zu meinen Freunden zu führen. Selbst wenn in schwierigen Phasen keiner zu erreichen ist, gehe ich nun einfach raus und laufe, laufe, laufe. Mit entsprechender Musik, gibt es mir eine gewisse Freiheit und Ruhe.
Ich bin sehr glücklich, dass ich bei meiner TF so viele Glücksengel hatte und ich jetzt jeden Tag genießen kann.

28. Können Sie sich vorstellen, jemals wieder in Ihre alten Gewohnheiten zurückzufallen?
(Ja/Nein + Begründung
)

Ja, ich stelle es mir täglich vor, es ist ständig in meiner Erinnerung, ich sehe die Bilder des Unfalls. Ich arbeite weiter daran, dass es nicht wieder vorkommt. Ich möchte nie wieder meine Kontrolle verlieren und dadurch andere Personen in Gefahr bringen.

29. Wie wollen sie in Zukunft das Trinken vom Fahren trennen?

Ich werde nicht mit dem Auto zu einer Feier fahren, auch bei Genuss von einem Bier werde ich mich nicht hinter das Steuer setzen. Es gibt genügend andere Alternativen, indem ich mich hinbringen und abholen lasse oder auf öffentliche Verkehrsmittel umsteige. Mir ist bewusst geworden, wie viel Glück ich hatte, dass meinem Unfallgegner und mir durch meine TF nicht mehr passiert ist und wir beide unser Leben weiter genießen können.

30. Haben Sie zum Abschluss noch etwas hinzuzufügen?


Nein, ich habe meine Entwicklung bereits in den oben genannten Fragen verdeutlicht.
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  #33  
Alt 29.06.2009, 20:55
Nancy Nancy ist offline
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Hallo obin, erstmal muss ich dir sagen, dass ich es Spitze finde, wie du Ratschläge annimmst und umsetzt
Dein FB macht jetzt einen ganz anderen Eindruck auf mich. Da ist viel mehr Sicherheit und Zielstrebigkeit drin. Wirklich super!!!
Ein paar Anmerkungen habe ich aber doch noch (wär ja auch sonst zu einfach).



5. Wie haben Sie die Trunkenheitsfahrt vermeiden wollen (wenn überhaupt)?

Ich wollte bei meinem Freund übernachten. Das wäre auch so gekommen, wenn ich nicht diesen Anruf erhalten hätte. In einem solchen Zustand bin ich bisher noch nie gefahren.

Den letzten Satz lass weg. Wenn du vorher nicht in einem solchen Zustand mind. 3-4 Mal gefahren wärst, hättest du es keine 80 km weit geschafft.


9. Haben Sie regelmäßig Alkohol getrunken, und wie hat sich ihr Trinkverhalten in den letzten Jahren entwickelt?

Als ich mit 16 Jahren begann in einem Dorfverein Fußball zu spielen, begann es mit Bier trinken. An den Wochenenden, gab es nach dem Spiel meistens Bier.

Der erste hochprozentige Alkohol kam dann mit 17 Jahren und den Ausflügen in Diskotheken. Dort kam es dann auch mal vor, dass man so viel getrunken hatte, dass man nicht mehr Herr seiner Sinne war.
Diese Phase dauerte ca. bis zu meinem 25. Lebensjahr. Je nachdem, ob ich in einer Beziehung war oder nicht, gab es entsprechende Schwankungen. In Beziehung ist die gesamte Freizeitgestaltung bei mir anders. Ich bin dann nicht ewig unterwegs und habe eine gewisse Verantwortung gegenüber meiner Partnerin, weil ich mit dieser einen schönen Abend und auch nächsten Tag verbringen will.

Mit 25 hatte ich eine erste lange Beziehung und die Partys wurde weniger und somit auch das Trinkverhalten. Während der wichtigen Phasen des Studiums gab es dann auch regelmäßig Monate, wo ich gar kein Alkohol getrunken hatte.

Mit 29-30 gab es dann wieder ein Jahr, wo ich etwas mehr konsumiert hatte. Dies lag teilweise am beruflichen Stress und dem fehlenden Halt einer Beziehung.

Mit 30 begann dann die Beziehung zu meiner Ex-Verlobten, wo der Alkohol keine besondere Rolle mehr spielte und nur noch Genussmittel in der Gesellschaft oder bei besonderen Essen war.

Nachdem ich mich im Feb. 2008 mit meiner Freundin verlobt hatte, trennte sie sich im Mai 2008 nach 4 Jahren Partnerschaft von mir, weil es anscheinend einen geeigneteren Partner geben sollte. So begann ein sehr negativer Abschnitt in meinem Leben.
Zum Glück haben sich alle meine Freunde viel um mich gekümmert. So kam es, dass ich eigentlich ständig unterwegs war, teilweise auch während der Woche. Ich habe in der Zeit sehr viel und regelmäßig getrunken. Es gab schon mal eine Black-out-Situation. Es hatte sich zu einer Gewohnheit entwickelt, um die Gedanken und Gefühle zu vertreiben.

Diese zwei Wörter bitte weglassen, du hast viel getrunken -Punkt-
Niemals von Regelmäßigkeit sprechen.


Nach der TF habe ich bisher keinen hochprozentigen Alkohol getrunken. Ich hatte 3 Monate komplett auf Alkohol verzichtet und danach nur max. 2-3 Bier oder einen Wein zu ganz besonderen Anlässen getrunken.



12. Warum haben Sie getrunken?
(Innere + äußere Motive)


In der Jugend war es irgendwie ein Gruppenzwang, ich habe Fußball gespielt, war viel unterwegs, da gehört der Alkohol immer zur Gesellschaft dazu.
Ich wurde lockerer im Umgang mit anderen Personen. Ich bin auch ohne Alkohol schon ein recht offener und mutiger Typ, der gerne im Mittelpunkt steht. Mit Alkohol sind die Barrieren dann noch weiter unten und mit bestimmten Aktionen (Ansprache Frauen, Zeche prellen, etc.) stand ich dann noch leichter im Vordergrund. Das hatte ich sehr genossen
Ich habe dies allerdings auch nie vermisst als ich mit 25 meinen Konsum heruntergeschraubt habe. Ich hatte in den Beziehungen gelernt, wie entspannt und auch romantisch es ist, einfach bei Kerzenschein, ein bis zwei Gläser Wein zu trinken und den Abend zu genießen. In meinen Beziehungsphasen, hatte die Gemeinsamkeit immer Vorrang.
Es wurde dann wieder mehr, als ich wieder alleine war, Halt suchte und mit Freunden regelmäßig unterwegs war. Ich wollte meine negativen Gedanken (Einsamkeit, wieso konnte ich meine Partnerin nicht glücklich machen?) unterdrücken, zudem kam dann auch wieder die Gruppendynamik dazu.
Dies wiederholte sich dann nach meiner letzten Beziehung, dort war es dann allerdings noch extremer, da es eine sehr intensive Trennung war.
Ich wollte schließlich im letzten Jahr heiraten und war sehr glücklich. Ich konnte nicht verstehen, wieso sich die Beziehung so entwickelt hatte.
Bis zur TF bin ich in ein sehr tiefes Loch gefallen und dachte, dass ich mit Alkohol besser damit zu Recht komme. Das hat nicht funktioniert.

Na, na, na, soviel Ehrlichkeit muss nun auch nicht sein.....
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  #34  
Alt 29.06.2009, 21:09
Nancy Nancy ist offline
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15. Welche Auswirkungen und Folgen hatte Ihr Alkoholkonsum auf Ihr Leben und Ihr Umfeld?

In der Jugend hatte der Alkohol eher positive Auswirkungen. Ich war anerkannt beim Sportverein, auf Partys und bei den Freunden. Durch die enthemmende Wirkung war ich auch entsprechend mutig und konnte mit einigen Aktionen die Freunde begeistern.
Nach der Jugend relativierte es sich. Der Alkohol war eher Genussmittel, ich kann damit überzeugen, dass ich mich etwas mit Wein auskenne. Der Alkohol spielte aber seit dem 25. Lebensjahr keine führende Rolle mehr.
Negativ war, dass ich nach viel Alkohol am nächsten Tag kein gutes Bild in der Gesellschaft abgegeben hatte. Gerade an den Wochenenden, an denen es oft Familientage gab, war ich nur schlecht ansprechbar. Das hatte sich aber alles seit dem 25. Lebensjahr geändert. Ich war seitdem regelmäßig in Beziehungen und somit stand eher das „Gemütliche Beisammensein“ im Vordergrund. An den Wochenenden bin ich meistens mit meiner Partnerin unterwegs gewesen und habe Parks, Zoos, oder nahegelegene Städte besucht. Im Vergleich zu meiner Jugend (17-25), wo ich mehr nachts unterwegs war, finden jetzt meine Aktivitäten jetzt eher Tagsüber statt. Jetzt seit meiner TF nehme ich am Wochenende an einem Lauftreff teil und laufe so min. einmal am WE 15 KM.

Dieser Teil der Antwort gehört jetzt nicht wirklich zu der Frage, sondern zur 24



23. Warum trinken Sie heute Alkohol/keinen Alkohol?

Ich trinke Alkohol, da ich auf den ergänzenden Geschmack zu einem guten Essen nicht verzichten möchte. Zudem möchte ich auch gerne bei besonderen Anlässen mit einem Bier anstoßen.


Hier vllt. 1-2 Sätze mehr.Du siehst Alk. heute nur noch als Genussmittel....
und dass mit dem guten Essen, hatten wir ja schon, definiere es genauer.




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  #35  
Alt 29.06.2009, 21:24
Nancy Nancy ist offline
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27. Wie stellen Sie sicher, dass Ihr neues Verhalten dauerhaft stabil bleibt?

Das Ereignis hat bei mir tiefe Spuren hinterlassen. Ich war erschrocken über mich selbst, dass ich andere Personen so leichtsinnig gefährdet habe. Ich muss verhindern, dass ich jemals wieder meine Beherrschung verliere. Um diese Entwicklung dauerhaft überprüfen zu können, werde ich auch in Zukunft einen Trinkkalender führen.
Ich habe jetzt festgestellt, dass ich das Thema Alkohol immer sehr leichtfertig behandelt habe. Nach meiner TF gehe ich damit ganz anders um, es hat mir die Augen geöffnet. Davon profitieren nun auch viele meiner Freunde, die durch meine Erzählung der TF und unterstützenden Bilder das Thema Fahren mit Alkohol auch anders handhaben.
Ich habe durch meine neue Offenheit gegenüber meiner Familie und meinen Freunden eine viel stärkere Position, sodass ich mit meinen Problemen ganz anders umgehen kann.
Ich brauche jetzt keinen Alkohol um mit einem Schmerz fertig zu werden oder meine Gefühle zu verdrängen. Ich habe durch den Unfall gelernt, ein wesentlich offeneres Verhältnis zu meiner Familie und zu meinen Freunden zu führen. Selbst wenn in schwierigen Phasen keiner zu erreichen ist, gehe ich nun einfach raus und laufe, laufe, laufe. Mit entsprechender Musik, gibt es mir eine gewisse Freiheit und Ruhe.
Ich bin sehr glücklich, dass ich bei meiner TF so viele Glücksengel hatte und ich jetzt jeden Tag genießen kann.


Hier solltest du noch ein wenig in die Tiefe gehen, warum das so ist. Vllt. durch besseres Selbstwertgefühl??? Überleg bitte nochmal, was dir dazu einfällt.


Ansonsten, wie schon geschrieben, ist der FB für mich schon sehr rund und schlüssig.
Warten wir mal ab, was die Profis noch dazu sagen werden.

Viele Grüße

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  #36  
Alt 30.06.2009, 21:21
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Hi Nancy,

vielen Dank wieder für Deine schnelle Reaktion.
Ich habe bei Dir gelesen, dass es bei Dir jetzt auch bald soweit ist. Ich drücke Dir auf jeden Fall die Daumen.

Hatte jetzt auch meine Neuerteilung beantragt und hoffe auf einen termin Mitte-Ende August. Wollte eigentlich so wie Du jetzt auch noch einmal zu einem Psychologen um mir Sicherheit zu holen. Aber ab morgen gilt ja das neue Gesetz und die Begutachtungsstellen dürfen keine Stunden mehr anbieten.
Jetzt muss ich mal sehen, wo ich hier kurzfristig einen Freien finde.

Ich bin gespannt, was die anderen (Profis) zu meinem FB sagen.

Vielen Dank nochmals, ich werde weiter an der Optimierung arbeiten...
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  #37  
Alt 30.06.2009, 22:24
Nancy Nancy ist offline
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Zitat:
Zitat von obin Beitrag anzeigen
Hi Nancy,

vielen Dank wieder für Deine schnelle Reaktion.
Ich habe bei Dir gelesen, dass es bei Dir jetzt auch bald soweit ist. Ich drücke Dir auf jeden Fall die Daumen.

Ja, vielen Dank

Hatte jetzt auch meine Neuerteilung beantragt und hoffe auf einen termin Mitte-Ende August. Wollte eigentlich so wie Du jetzt auch noch einmal zu einem Psychologen um mir Sicherheit zu holen. Aber ab morgen gilt ja das neue Gesetz und die Begutachtungsstellen dürfen keine Stunden mehr anbieten.

Im Moment weiß da wohl niemand etwas genaues. Es wird wohl unterschiedlich von den MPI's gehandhabt. Vllt. solltest du bei deiner Begutachtungsstelle mal anrufen und nachfragen.
Ich gehe übrigens zu einer unabhängigen VP, die mir -auf Anfrage- von meiner FSSt. empfohlen wurde.


Jetzt muss ich mal sehen, wo ich hier kurzfristig einen Freien finde.

Ist jetzt vllt. etwas kurzfristig, aber du kannst ja bei deiner FSSt. auch mal nachfragen. Es muss ein/e VP mit "Delegationszulassung für die MPU" sein.
Aber das wissen die auf der FSSt. sicher....


Ich bin gespannt, was die anderen (Profis) zu meinem FB sagen.

Vielen Dank nochmals, ich werde weiter an der Optimierung arbeiten...

Das ist gut
Viele Grüße
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