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Alt 09.04.2017, 14:15
MZTobi MZTobi ist offline
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Standard (Unter Umständen) anstehende MPU

Hallo liebe Forenmitglieder.
Ich hatte vor rund 3 Wochen einen Autounfall, bei der Alkohol "im Spiel" war.
Aktuell warte ich noch auf den Strafbescheid. Das seltsame ist, dass Seitens der Polizei ein anderer Wert (1,52) geäußert wurde als im BAK herauskam (1,63). Die Blutabnahme war rund eine Stunde nach dem Unfall, das Trinkende nur wenige Minuten davor, sprich der Alkoholwert muss sich noch aufgebaut haben im laufe der Zeit. Genau dieser Umstand ist auch meinem Rechtsanwalt klar, und wir werden natürlich alles daran setzen, die MPU zu umgehen.
Meiner Meinung nach hat die MPU schon ihre Berechtigung, aber ich habe doch einige Vorbehalte ihr gegenüber, vor allem wegen der fehlenden Objektivität und der hohen Preise. mMn ist sie, so wie sie derzeit ist, schon eher Richtung "Geldmacherei" unterwegs, und wegen 4 Hundertstel Promill diese Prozedur über mich ergehen lassen zu müssen, will ich natürlich verhindern (sollte nachvollziehbar sein...)
Nichtsdestotrotz rechne ich aktuell mit dem Worst-Case MPU.

Deshalb habe ich mich hier im Forum angemeldet, um ich darauf bestmöglich vorbereiten zu können

Die zwei Fragebögen sind unten angefügt.

Zur Person
Geschlecht: Männlich
Größe: 175 cm
Gewicht: 58 Kg
Alter: 23 Jahre

eventl. Bundesland : BW

Was ist passiert? Bin von der Straße abgekommen und habe dabei ein anderes Fahrzeug beschädigt, mein eigenes KFZ ist ein Totalschaden. Keine Personenschäden.
Datum der Auffälligkeit: Mitte März
BAK: 1,52 lt. Polizei, 1,63 lt. Blutabnahme
Trinkbeginn: 22 Uhr
Trinkende: 01:45 Uhr
Uhrzeit der Blutabnahme: 03:30 Uhr

Stand des Ermittlungsverfahrens
Gerade erst passiert: Vor rund drei Wochen, Beschluss des FS-Entzuges ist bereits eingetrudelt. Rechtsanwalt ist eingeschaltet.
Strafbefehl schon bekommen: Nein
Dauer der Sperrfrist: Noch nicht bekannt.

Führerschein

Wurde mir entzogen?: Ja, allerdings ohne meine Zustimmung da ich nach dem Unfall nicht ansprechbar war. Wurde mitsamt meinem Personalausweis von der Polizei abgenommen (Ausweis rechtmäßig?!)
Noch in der Probezeit?: Nein
Habe folgende Führer"scheine": Besitze seit ich 16 bin (Anfangs Moped, dann Motorrad und Auto, BE zusätzlich).

Führerscheinstelle

Hab schon in meine Akte geschaut Ja/Nein: Nein, Rechtsanwalt hat sie beantragt
Sonstige Verstöße oder Straftaten?: Noch nie mit dem Gesetz im Konflikt gewesen, 0 Punkte in Flensburg

Konsum
Ich trinke noch Alkohol, wenn ja wie oft wieviel: Habe Gestern, drei Wochen nach dem Unfall zum ersten mal wieder ein(!) Bier getrunken.

Abstinenznachweis
Haaranalyse ja, wie viele bisher und seit wann: Nein
Nein ich befinden mich im Urinscreeningprogram seit: Nein
DIese zwei Methoden werde ich nicht durchführen, da sie mMn in meinem Fall unverhältnissmäßig sind.
Leberwerte werde ich, wenn die MPU benötigt wird, machen lassen, habe damit auch keinerlei Probleme/Bedenken, da mein Alkoholkonsum im Schnitt niedrig ist und bei Bedarf ohne Probleme auch noch weiter reduziert werden kann. Werde mich dann für die Methode "kontrolliertes Trinken" entscheiden, da dies laut meinem bisherigen Kenntnissstand in meiner Situation am angebrachtesten/Verhältnissmäßigsten ist.

Aufarbeitung
Habe mir zwei Bücher gekauft, "Der Testknacker" und "MPU (K)ein Problem" und mich im Forum angemeldet

MPU
Wie gesagt, ich rechne damit, sicher ist sie allerdings noch nicht...
Möchte mich einfach schon einmal darauf vorbereiten, da ich aktuell noch Schüler bin und daher genug Zeit dafür habe.

Eine MPU hatte ich noch nie, sonstige Strafen/Auffälligkeiten durch Alkohol ebenfalls noch nie.
Mein einziges "Vergehen" bisher überhaupt waren 3 Punkte in Flensburg wegen zu schnellen Fahrens, dieses habe ich aber seit einigen Jahren eingestellt (wurde mir dann doch zu teuer und zu dumm ^^). Diese Punkte sind auch schon seit rund zwei Jahren Verfallen.

Der Alkoholfragebogen kommt im nächsten Post.

Ich bedanke mich schon im Vorraus für die Unterstützung

Liebe Grüße,
MZTobi
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  #2  
Alt 09.04.2017, 14:27
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Alana Alana ist offline
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Willkommen hier im Forum!

Schlechte Nachrichten: das (Unter Umständen) im Thread-Titel kannst Du leider streichen! Die Rechtslage ist ganz klar: Über 1,1 ‰ ist eine Atemalkoholmessung nicht mehr verwertbar, eine Blutmessung ist vorgeschrieben. Außerdem schlägt sowieso die BAK eine AAK. Juristisch maßgeblich, und das vielfach gerichtlich bestätigt, ist einzig die BAK. Du wirst also sowohl im Strafbefehl als auch von der FSST nach den 1,63 ‰ beurteilt. Dein RA ist entweder eine Pfeife oder nur an deinem Geld interessiert.

Die Grenze ist knapp, aber klar gerissen, die MPU gebucht.

Zitat:
Die Blutabnahme war rund eine Stunde nach dem Unfall, das Trinkende nur wenige Minuten davor, sprich der Alkoholwert muss sich noch aufgebaut haben im laufe der Zeit. Genau dieser Umstand ist auch meinem Rechtsanwalt klar, und wir werden natürlich alles daran setzen, die MPU zu umgehen.
Was ist das für ein Winkeladvokat? Der soll einfach erst einmal Gesetze lesen, bevor er Dir Rechnungen schreibt. Solche Ideen hat der Gesetzgeber schon berücksichtigt und verhindert:
Zitat:
oder eine Alkoholmenge im Körper hat, die zu einer solchen Atem- oder Blutalkoholkonzentration führt. § 24a StVG
Das war je zweifellos der Fall, Nachtrunk lag nicht vor.
__________________
Liebe Grüße
Alana

Geändert von Alana (09.04.2017 um 14:42 Uhr)
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  #3  
Alt 09.04.2017, 14:57
MZTobi MZTobi ist offline
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Tathergang

1. Beschreiben Sie den Tag Ihrer Trunkenheitsfahrt aus eigener Sicht mit Datum und Uhrzeiten.
(wann, wo und mit wem getrunken / wann und wie aufgefallen / Promille)
Habe auf einer Geburtstagsparty zusammen mit Freunden getrunken. Ca 22 Uhr - 01:45 Uhr. Danach bin ich heimgelaufen und habe mich dann dummerweise ins Auto gesetzt um noch eine Runde zu drehen (fahre nicht viel Auto, aber trotzdem gerne, da ich ein recht sportliches Vehikel besitze/besaß). An den Unfallhergang erinnere ich mich nicht wirklich, hatte eine Gehirnerschütterung. Muss wohl kurz eingeschlafen sein, ins Bankett gekommen sein und das Auto darauf „verrissen“ haben. Bin in einem anderen, geparkten KfZ zum stehen gekommen. Beide Totalschaden.
BAK lt Polizei bei Unfalluhrzeit 1,52, laut BAK über eine Stunde später 1,63.

2. Was und wie viel haben Sie am Tattag insgesamt getrunken?
(Genaue Angaben in Sorte, Menge, Trinkzeit)
Ca 1,5 Liter Bier und ein paar „Klopfer“. Genau kann ich es nicht sagen.

3. Wie viel Kilometer fuhren Sie, bis Sie aufgefallen sind und wie viel Kilometer wollten Sie insgesamt fahren?
Ca 20 Kilometer, habe kein festes Ziel gehabt.

4. Hatten Sie das Gefühl, noch sicher fahren zu können?
(Ja/Nein + Begründung)
Habe die Situation wohl aufgrund des Alkohols falsch eingeschätzt, fühlte mich zu dem Zeitpunkt doch recht sicher. War ein Trugschluss…

5. Wie haben Sie die Trunkenheitsfahrt vermeiden wollen (wenn überhaupt)?
Habe sie nicht vermeiden wollen, weil ich mir darüber in dem Moment nicht im Klaren war.

6. Haben Sie bereits früher im Straßenverkehr unter Alkoholeinfluss gestanden und sind aufgefallen?
Aufgefallen noch nie, gefahren schon ein paar mal, allerdings maximal mit 1-2 Bier, mehr hatte ich nie.

7. Wie oft haben Sie alkoholisiert am Straßenverkehr teilgenommen ohne aufzufallen und was folgern Sie daraus? (Tip Anmerkung von Jody lesen (danke Jody) KLICK)
Siehe Frage 6.

Exploration

8. Wann hatten Sie den ersten Kontakt mit Alkohol und wann haben Sie das erste Mal Alkohol zu sich genommen?
(Allererste Erinnerung und erster Konsum)
Erstmalig mit 15 Jahren, damals habe ich mit Freunden zusammen im Verein heimlich ein Radler getrunken. Allerdings kein Rausch davongetragen, da nur ein kleines Radler das „Objekt der Begierde“ war

9. Haben Sie regelmäßig Alkohol getrunken, und wie hat sich ihr Trinkverhalten in den letzten Jahren entwickelt?
Räusche habe ich nur sehr selten, da ich nicht oft auf Partys und dergleichen gehe. Ca 7-8 mal im Jahr kommt es zu einem.
Ansonsten trinke ich gerne Abends ein „Feierabendbier“ nach getaner Arbeit. Ist allerdings eher eine Angewohnheit/Automatismus, den ich seit dem Unfall bereits erfolgreich abgestellt habe ohne negative Erfahrungen.

10. Wie viel und wie oft haben Sie getrunken?
(Genaue Angaben in Sorte, Menge, Häufigkeit)
Unter der Woche idR 4-5 Bier, je eines am Abend (0,5 Liter ist bei mir eines). Sonst 7-8 mal pro Jahr auch mehr, idR bei diesen Anlässen 4-5 Bier.

11. Wo und mit wem haben Sie überwiegend getrunken?
Unter der Woche, alleine / im Kreis der Familie, auf Partys entsprechend mit Freunden.

12. Warum haben Sie getrunken?
(Innere + äußere Motive; Anmerkung: o.g. Link "psychologisches Gespräch" lesen)
Da ich den Geschmack von Bier gerne habe und um mir den „Luxus“ des angenehmen Gefühles nach einem (!) Bier nach getaner Arbeit zu gönnen, Stichwort Feierabendbier.
Bei Partys um die allgemeine Stimmung zu heben und mit anderen Personen zusammen das Rauschgefühl „zu bekommen“.

13. Welche Wirkung haben Sie in der Vergangenheit nach Alkoholgenuss bei sich beobachtet?
(bei wenig und bei viel Alkohol)
Bei wenig keine Nebenwirkungen. Nach den Partys ging es mir am nächsten Tag meistens schlecht, da ich nicht viel Alkohol vertrage (aufgrund des allgemein niedrigen Konsumes und meiner schlanken Statur).

14. Gab es kritische Hinweise Anderer auf Ihren Alkoholkonsum und wie haben Sie darauf reagiert?
Nein.

15. Welche Auswirkungen und Folgen hatte Ihr Alkoholkonsum auf Ihr Leben und Ihr Umfeld?
Bis zu dem Unfall keine.

16. Gab es in Ihrem bisherigen Leben frühere Zeiten, in denen sie weit mehr Alkohol als heute getrunken haben?
Nein, immer das gleiche Verhalten wie in den obigen Fragen beschrieben.

17. Haben sie jemals die Kontrolle über ihre Trinkmenge verloren und bis zur Volltrunkenheit Alkohol konsumiert?
In meiner „Jugend“ wenige male, als ich noch selten Alkohol getrunken hatte. Die typische „Dummjungen“sache , ausprobieren wo die Grenzen liegen und dann leider darüber gekommen…
Danach nicht mehr.
18. Haben Sie früher schon einmal oder öfter über einen längeren Zeitraum bewusst und mit Absicht völlig auf den Genuss von Alkohol verzichtet?
Habe vor und nach einer anstehenden Operation im letzen Jahr ca 6 Wochen komplett auf Alkohol verzichtet, da ich starke Medikamente nehmen musste. War keine wirkliche Umstellung und hatte auch keine Probleme (körperliche und geistige ) während dieser Zeit.

19. In welcher Kategorie von Trinker haben sie sich früher gesehen und wie stufen Sie sich heute rückblickend ein?
Ich sehe mich als „durchschnittlichen bis leicht unterdurchschnittlichen“ Konsument, da ich aufgrund meines Umfeldes viele Vergleiche habe, was in meinem Alter im Schnitt konsumiert wird. (Schulen, Arbeit,Vereine)… Vergleiche ich dies mit meinem Konsum, komme ich auf die genannte Einschätzung.

Heute und in Zukunft

20. Trinken Sie heute Alkohol? Wenn ja, was, wie viel und wie oft?
(Genaue Angaben in Sorte, Menge, Häufigkeit)
Drei Wochen nach dem Unfall habe ich zum ersten mal wieder ein(!) Bier getrunken.
Habe allgemein vor, meinen Konsum unabhängig der MPU zu verringern, Ziel sind 1-2 Bier pro Woche langfristig. Kann aber im Bedarfsfall auch komplett darauf verzichten, wenn es äußere Umstände notwendig machen.
21. Wann haben Sie zuletzt Alkohol getrunken?
Gestern (08.04.2017), das besagte Bier nach meinem Unfall. Davor an dem Tag des Unfalles.

22. Trinken sie gelegentlich alkoholfreies Bier?
Ja. Auch zuvor wenn ich Auto fahren musste habe ich dies gelegentlich als Alternative zum normalen Bier hergezogen.

23. Warum trinken Sie heute Alkohol/keinen Alkohol?
Komplett auf den Genuss(!) von Alkohol möchte ich nicht verzichten, jedoch diesen tatsächlich nur noch als Genuss trinken, nicht mehr um damit eine Trunkenheit zu erreichen, da diese mit vielen negativen Sachen behaftet ist (siehe mein Unfall).

24. Warum haben Sie das Trinken reduziert bzw. aufgegeben und warum nicht schon eher?
Da mir bewusst geworden ist, dass eine trunkenheit im Grunde nichts bringt und der kurze Zeitraum des Spaßes in keinem Verhältniss mit den negativen Folgen steht.

25. Wie haben Sie die Änderung Ihres Trinkverhaltens erreicht und dabei die Umstellungsphase erlebt?
Habe seit dem Unfalltag ein Trinktagebuch angelegt. Die „Umstellphase“ habe ich als solche nicht wahrgenommen, habe keine negativen Gefühle/Erscheinungen beobachten können.

26. Wie wirkt sich Ihr geändertes Verhalten auf Sie, Ihr Leben und Ihr Umfeld aus?
Nicht wahrnehmbar. Alles läuft seinen gewohnten Gang. Habe lediglich ein wenig abgenommen (was aber auch am Wetter liegen kann, da ich wenn es warm ist generell weniger Appetit habe).

27. Wie stellen Sie sicher, dass Ihr neues Verhalten dauerhaft stabil bleibt?
Ich rede mit Freunden über den Vorfall und versuche mich mit dem Vorfall vernünftig auseinanderzusetzen. Desweiteren habe ich ein (mMn) starkes Selbstbewusstsein und Durchhaltevermögen, ich beweise mir gerne selber Dinge. Das langfristig geänderte Trinkverhalten gehört hier dazu.
Bin ein eher extrovertierter Mensch, ich mache Dinge gerne selbst und nicht mit fremder Unterstützung (kann in einigen Situationen hilfreich sein, in anderen eher nicht…)

28. Können Sie sich vorstellen, jemals wieder in Ihre alten Gewohnheiten zurückzufallen?
(Ja/Nein + Begründung,) ->Hintergrund der Frage ist, welche Umstände können dazu führen, dass Sie wieder
in alte Gewohnheiten zurückfallen würden, wie merken sie das und was tun sie dagegen?<-
Nein, ein solches Malheur wird mir nicht mehr passieren, da mein geliebtes Hobby abhängig davon ist, ob ich einen Führerschein habe oder nicht. Ein Verzicht auf das Motorradfahren ist für mich sehr einschneidend, auch die Abhängigkeit von anderen ist für mich fatal (wohne auf dem Land, ohne FS ist hier Essig mit Selbstständigkeit). Außerdem hat mich dieses Vergehen viel Geld gekostet, was es mir definitiv nicht mehr Wert ist!

29. Wie wollen sie in Zukunft das Trinken vom Fahren trennen?
Alternativlos 0,0 Promille wenn ich selber fahre, ansonsten zuvor (!!) eine sichere Mitfahrgelegenheit organisieren oder das Taxi benutzen. Im Zweifel die Party/Veranstaltung meiden und mich meinem Hobby zuwenden (Motorräder restaurieren), was daheim passiert

30. Haben Sie zum Abschluss noch etwas hinzuzufügen?
Im Moment nicht.

Ich freue mich über eure Einschätzungen, Tipps und Anregungen!

Liebe Grüße,
MZTobi


@Alana: Danke für deine Einschätung. Den Anwalt bezahle nicht ich, sondern die Versicherung. Es ist einer der besten in meiner Umgebung, er hat mir dieses nicht versprochen, sondern lediglich gesagt, dass es hin und wieder Schreibfehler in den vorläufigen Beschlüssen gibt (war in meinem Fall auch so, das Datum stimmte nicht, war wohl ein schlampiger Sachbearbeiter), deswegen fordert er nun die Akte an und schaut, ob man etwas übersehen hat/falsch abgeschrieben hat usw... Besser als nichts, ich denke dass mir der Anwalt auf jeden Fall helfen kann, und wenn es nur die Verkürzung des FE-Entzuges um einen Monat ist... Dass er nicht das unmögliche möglich machen kann, ist mir schon klar.
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  #4  
Alt 09.04.2017, 19:38
MZTobi MZTobi ist offline
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Sorry, muss mich korrigieren, bei Frage 27 liegt ein Schreibfehler vor, sollte natürlich introvertiert heißen
Gibts denn keine Bearbeiten-Funktion, oder habe ich diese übersehen?! Das Doppelposting ist nicht beabsichtigt

LG.
MZTobi
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  #5  
Alt 09.04.2017, 19:42
minilee minilee ist offline
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Zitat:
Gibts denn keine Bearbeiten-Funktion, oder habe ich diese übersehen?!
Doch, die gibt es, das funktioniert allerdings nur 30 Min. ...
__________________
Das Leben wird vorwärts gelebt, aber nur rückwärts verstanden...
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  #6  
Alt 12.04.2017, 15:46
Benutzerbild von tyler_durden
tyler_durden tyler_durden ist offline
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Du wolltest unbedingt ein paar Rückmeldungen:

Zitat:
2. Was und wie viel haben Sie am Tattag insgesamt getrunken?
(Genaue Angaben in Sorte, Menge, Trinkzeit)
Ca 1,5 Liter Bier und ein paar „Klopfer“. Genau kann ich es nicht sagen.
Haut definitiv nicht hin. - Und den letzten Satz solltest Du für die MPU komplett aus Deinem Vokabular streichen.

Zitat:
9. Haben Sie regelmäßig Alkohol getrunken, und wie hat sich ihr Trinkverhalten in den letzten Jahren entwickelt?
Räusche habe ich nur sehr selten, da ich nicht oft auf Partys und dergleichen gehe. Ca 7-8 mal im Jahr kommt es zu einem.
Ansonsten trinke ich gerne Abends ein „Feierabendbier“ nach getaner Arbeit. Ist allerdings eher eine Angewohnheit/Automatismus, den ich seit dem Unfall bereits erfolgreich abgestellt habe ohne negative Erfahrungen.

10. Wie viel und wie oft haben Sie getrunken?
(Genaue Angaben in Sorte, Menge, Häufigkeit)
Unter der Woche idR 4-5 Bier, je eines am Abend (0,5 Liter ist bei mir eines). Sonst 7-8 mal pro Jahr auch mehr, idR bei diesen Anlässen 4-5 Bier.
Diese Trinkmengen passen hinten und vorne nicht zur festgestellten BAK - Du verharmlost und bagatellisiert Deinen früheren Konsum nicht unerheblich.

Zitat:
12. Warum haben Sie getrunken?
(Innere + äußere Motive; Anmerkung: o.g. Link "psychologisches Gespräch" lesen)
Da ich den Geschmack von Bier gerne habe und um mir den „Luxus“ des angenehmen Gefühles nach einem (!) Bier nach getaner Arbeit zu gönnen, Stichwort Feierabendbier.
Bei Partys um die allgemeine Stimmung zu heben und mit anderen Personen zusammen das Rauschgefühl „zu bekommen“.
Ziemlich oberflächlich und nichtssagend.
Warum war Dir das wichtig, die allgemeine Stimmung zu heben?
Warum wolltest Du mit den anderen zusammen das Rauschgefühl haben?
Was ist der individuelle Bezug?

Zitat:
13. Welche Wirkung haben Sie in der Vergangenheit nach Alkoholgenuss bei sich beobachtet?
(bei wenig und bei viel Alkohol)
Bei wenig keine Nebenwirkungen. Nach den Partys ging es mir am nächsten Tag meistens schlecht, da ich nicht viel Alkohol vertrage (aufgrund des allgemein niedrigen Konsumes und meiner schlanken Statur).
Hallo!? - Du hattest 1,52 Promille!

Zitat:
19. In welcher Kategorie von Trinker haben sie sich früher gesehen und wie stufen Sie sich heute rückblickend ein?
Ich sehe mich als „durchschnittlichen bis leicht unterdurchschnittlichen“ Konsument, da ich aufgrund meines Umfeldes viele Vergleiche habe, was in meinem Alter im Schnitt konsumiert wird. (Schulen, Arbeit,Vereine)… Vergleiche ich dies mit meinem Konsum, komme ich auf die genannte Einschätzung.
Durchschnitt sind 35 - 40 g Alkohol / Tag - damit erreichst Du max. 0,5 bis 0,6 Promille.
Merkste selber ... neeee?

Zitat:
20. Trinken Sie heute Alkohol? Wenn ja, was, wie viel und wie oft?
(Genaue Angaben in Sorte, Menge, Häufigkeit)
Drei Wochen nach dem Unfall habe ich zum ersten mal wieder ein(!) Bier getrunken.
Habe allgemein vor, meinen Konsum unabhängig der MPU zu verringern, Ziel sind 1-2 Bier pro Woche langfristig. Kann aber im Bedarfsfall auch komplett darauf verzichten, wenn es äußere Umstände notwendig machen.
Ein vernünftiges Konzept für kontrolliertes Trinken sieht anders aus.
Außerdem geht es darum, was Du notfalls bereit wärst zu tun, sondern wie Du es für die Zukunft aus freiem Entschluss handhaben willst.

Zitat:
28. Können Sie sich vorstellen, jemals wieder in Ihre alten Gewohnheiten zurückzufallen?
(Ja/Nein + Begründung,) ->Hintergrund der Frage ist, welche Umstände können dazu führen, dass Sie wieder
in alte Gewohnheiten zurückfallen würden, wie merken sie das und was tun sie dagegen?<-
Nein, ein solches Malheur wird mir nicht mehr passieren, da mein geliebtes Hobby abhängig davon ist, ob ich einen Führerschein habe oder nicht. Ein Verzicht auf das Motorradfahren ist für mich sehr einschneidend, auch die Abhängigkeit von anderen ist für mich fatal (wohne auf dem Land, ohne FS ist hier Essig mit Selbstständigkeit). Außerdem hat mich dieses Vergehen viel Geld gekostet, was es mir definitiv nicht mehr Wert ist!
0% Rückfallwahrscheinlichkeit? - Absolut unrealistisch, glaubt kein Mensch.

Zitat:
29. Wie wollen sie in Zukunft das Trinken vom Fahren trennen?
Alternativlos 0,0 Promille wenn ich selber fahre, ansonsten zuvor (!!) eine sichere Mitfahrgelegenheit organisieren oder das Taxi benutzen. Im Zweifel die Party/Veranstaltung meiden und mich meinem Hobby zuwenden (Motorräder restaurieren), was daheim passiert
Auch hier: Kontrolliertes Trinken ist was anderes ...

Summa Summarum: Da gibt es noch jede Menge zu tun.
__________________
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"Erst nachdem wir alles verloren haben, haben wir die Freiheit, alles zu tun."

"Unsere Väter waren unser Bild von Gott. Unsere Väter haben sich verpisst. Was sagt uns das über Gott?"
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  #7  
Alt 12.04.2017, 19:25
MZTobi MZTobi ist offline
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Hmm, danke erstmal für deine Einschätzung.
Ich denke ich habe die ganze Geschichte etwas überstürtzt angegangen. Ich denke ich muss die ganze Angelegenheit erstmal richtig "verdauen", wirklich stichfeste Aussagen kann man wohl erst nach einiger Zeit machen...

Was mich nun aber doch aufgefallen ist wenn ich mir die Beiträge in diesem Forum genauer durchlese ist, dass einige Leute anderen doch mMn allzu schnell ein totales Alkoholproblem unterstellen wollen. Zwischen Fahren und trinken nicht auseinanderhalten können (in meinem Fall, gebe ich klar zu) und generell seinen Alkoholkonsum nicht im Griff zu haben besteht meiner Ansicht nach schon ein Unterschied.
Aber gut, als gesund denkender Mensch darf man wohl nicht in den Raum der MPU-Untersuchung treten...

Wenn z.B. als bedenklicher Alkoholkonsum beispielsweise schon mehr als 4 Bier pro Monat zählen, dann müssten fast alle Menschen in Deutschland Alkoholiker sein und "unter der Brücke leben". Diese Definition ist in meinen Augen schon sehr an der Realität vorbei.

Aber dies bestätigt mich persönlich in der Annahme, dass der ganze MPU-Apparat doch schon sehr in Richtung Geldmacherei geht, und eher weniger mit Sicherheit am Hut hat... Deutschland halt. Hinten rechts tuts am meisten weh, da wird am liebsten bestraft
Heißt im Endeffekt wohl das gleiche wie in der Schule, das was der Lehrer hören will wird gesagt, dafür gibts gute Noten. Traurig, aber meist wahr...

Ich kenne ein paar wirklich Alkoholabhängige Menschen, die deswegen auch schon auf Entziehung waren, das ist dann doch nochmal was anderes. Deren Probleme sind auch eher weniger die Fahrerlaubniss als vielmehr ihre Gesundheit, Familienleben etc...


Aber nichts für Ungut, bis zu einer (wenn es dazu kommt) MPU dauert es in meinem Falle eh noch einige Monate, bis dahin werde ich mir nochmal alles genauer durch den Kopf gehen lassen und mich vielleicht noch einmal melden.

Allen anderen wünsche ich weiterhin viel "Erfolg"beim Bestehen Ihrer Hintertürstrafe

PS: Widmarkformel: Menge in Gramm des getrunkenen Alkohols : (Körpergewicht in KG * 0,7 für Männer)
1500ml Bier = 60 Gramm Alkohol + 5 Kurze a 0,02 Liter und 20 % =16 Gramm ALkohol = 76 Gramm Alkohol.
76/(58 Kg*0,7) = 1,9 Promill - (3 Stunden *0,1 Promill abbau pro Stunde) = 1,6 Promill.
An die GENAUE Menge kann ich mich, genauso wie an den Unfall, wegen des erlitenen Schleudertraumas nicht mehr erinnern. Habe daraufhin meine Freunde gefragt und mit Ihnen zusammen die besagten 1,5 Liter Bier und "paar" kurze, werden wohl so 5 Stück gewesen sein, rekonstruiert. Lt. Widmarkformel recht genau bis auf 1-2 Zehntel an den gemessenen BAK Wert rangekommen, So falsch kann es nicht sein
Hast du dir den Fall denn durchgelesen? Ich hatte einen Unfall mit dem Auto, konnte es nicht mehr sicher bewegen bei ~1,5 Promill. Wenn ich ein regelmäßiger starker Trinker wäre, hätte ich das Auto wohl nicht rausgelegt wegen der, in diesem Falle, hohe Gewöhnung an Alkohol... Ein Arbeitskollege wurde mit über 2 Promill in einer allgemeinen Verkehrskontrolle angehalten, ohne Verdacht auf Konsum, da er "normal" gefahren ist. Dieser besagte Kollege ist Alkoholiker....

Geändert von MZTobi (12.04.2017 um 19:37 Uhr)
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  #8  
Alt 12.04.2017, 19:39
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Alana Alana ist offline
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Zitat:
Zitat von MZTobi Beitrag anzeigen
Was mich nun aber doch aufgefallen ist wenn ich mir die Beiträge in diesem Forum genauer durchlese ist, dass einige Leute anderen doch mMn allzu schnell ein totales Alkoholproblem unterstellen wollen. Zwischen Fahren und trinken nicht auseinanderhalten können (in meinem Fall, gebe ich klar zu) und generell seinen Alkoholkonsum nicht im Griff zu haben besteht meiner Ansicht nach schon ein Unterschied.
Das erfinden nicht "einige Leute" hier, sondern das ist eine Feststellung aus den hochoffiziellen "Begutachtungsleitlinien zur Kraftfahreignung":
Zitat:
Werden Werte um oder über 1,5 %o bei Kraftfahrern im Straßenverkehr angetroffen, so ist die Annahme eines chronischen Alkoholkonsums mit besonderer Gewöhnung und Verlust der kritischen Einschätzung des Verkehrsrisikos anzunehmen. Bei solchen Menschen pflegt in der Regel ein Alkoholproblem vorzuliegen, das die Gefahr weiterer Alkoholauffälligkeit im Straßenverkehr in sich birgt.
__________________
Liebe Grüße
Alana
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  #9  
Alt 12.04.2017, 19:40
Benutzerbild von tyler_durden
tyler_durden tyler_durden ist offline
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Zitat:
Ich denke ich muss die ganze Angelegenheit erstmal richtig "verdauen", wirklich stichfeste Aussagen kann man wohl erst nach einiger Zeit machen...
Einsicht und Weisheit kommen nicht über Nacht ... sagen Gung und Konfuze

Zitat:
Zwischen Fahren und trinken nicht auseinanderhalten können (in meinem Fall, gebe ich klar zu) und generell seinen Alkoholkonsum nicht im Griff zu haben besteht meiner Ansicht nach schon ein Unterschied.
Beides sind Formen von Alkoholmissbrauch - in MPU-Termini: Mit oder ohne Abstinenznotwendigkeit.

Zitat:
Aber gut, als gesund denkender Mensch darf man wohl nicht in den Raum der MPU-Untersuchung treten...
Der gesund denkende Mensch sieht leider öfter mal nur Schwarz-Weiss, wo eigentlich jede Menge Graustufen sind.

Zitat:
Wenn z.B. als bedenklicher Alkoholkonsum beispielsweise schon mehr als 4 Bier pro Monat zählen, dann müssten fast alle Menschen in Deutschland Alkoholiker sein und "unter der Brücke leben". Diese Definition ist in meinen Augen schon sehr an der Realität vorbei.
Ich weiss nicht, wo diese komische Zahl herkommt, aber die WHO definiert riskanten Konsum bei Männer zwischen 20 und 30 g Alkohol pro Tag.

Zitat:
Aber dies bestätigt mich persönlich in der Annahme, dass der ganze MPU-Apparat doch schon sehr in Richtung Geldmacherei geht, und eher weniger mit Sicherheit am Hut hat...
Das gängige Killer-Argument, um sich vor wirklicher Auseinandersetzung und Veränderung zu drücken. Auch Gutachter freuen sich immer wieder, es zu hören.

Zitat:
Hinten rechts tuts am meisten weh, da wird am liebsten bestraft
Wenn Du immer noch nicht verstanden hast, dass die MPU rein gar nichts mit Strafe zu tun hat ... gehe zurück auf Los, begib Dich direkt dorthin, ziehe nicht 4000 Euro ein.

Zitat:
Heißt im Endeffekt wohl das gleiche wie in der Schule, das was der Lehrer hören will wird gesagt, dafür gibts gute Noten. Traurig, aber meist wahr...
Der zweite Teil des obigen Killer-Arguments ... Irgendwo müssen fast 50% Rückfallquote ja herkommen.

Zitat:
Ich kenne ein paar wirklich Alkoholabhängige Menschen, die deswegen auch schon auf Entziehung waren, das ist dann doch nochmal was anderes. Deren Probleme sind auch eher weniger die Fahrerlaubniss als vielmehr ihre Gesundheit, Familienleben etc...
Gerne nochmal: Die Welt ist nicht Schwarz-Weiß, sondern Grau und Du bist mitten drin im Grau.

Zitat:
Aber nichts für Ungut, bis zu einer (wenn es dazu kommt) MPU dauert es in meinem Falle eh noch einige Monate, bis dahin werde ich mir nochmal alles genauer durch den Kopf gehen lassen und mich vielleicht noch einmal melden.
Warum sollte es nicht dazu kommen? Bei einer BAK von 1,63 Promille ist auch nach brandaktueller Rechtssprechung die MPU gebucht - das hat Dir Alana bereits geschrieben. Daran wird auch Dein Anwalt nix mehr ändern können.
__________________
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"Erst nachdem wir alles verloren haben, haben wir die Freiheit, alles zu tun."

"Unsere Väter waren unser Bild von Gott. Unsere Väter haben sich verpisst. Was sagt uns das über Gott?"
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  #10  
Alt 12.04.2017, 20:13
Brikett Brikett ist offline
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Beiträge: 83
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Über 70.000 Alkoholtote in Deutschland jährlich....die haben sicher nicht alle unter der Brücke gehaust. Das anscheinend immer noch gängige Bild eines Alkoholabhängigen sollte inzwischen eigentlich der Vergangenheit angehören. Wo der Missbrauch aufhört und die Krankheit beginnt, lässt sich eigentlich erst erkennen, wenn es bereits zu spät ist.
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