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  #1  
Alt 15.04.2010, 02:17
spartaner68 spartaner68 ist offline
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Standard Drogen/Alk/Punkte: Steckbrief + Alk Teil I

Hallöchen,

Erstmal vielen Dank für die tolle Arbeit. Das Forum war mein Ausgangspunkt für die gesamte Aufarbeitung meines Falles.

Bei mir wurde eine Drogen MPU angeordnet (Haaranalyse 6 Monate). Es wurde mir nahegelegt einen 1000 Euro Kurs zu besuchen, was ich abgelehnt habe. Finanzielle Sorgen waren schließlich eine Hauptursache für mein Fehlverhalten.
Ich habe alle drei Fragebögen (Drogen, Alkohol, Punkte) ausgefüllt, da bestimmt alles irgendwie angesprochen werden wird. Bei "Punkte" habe ich noch nicht so wirklich nachgeforscht (Gründe/Aufarbeitung), sollte aber -hoffentlich- eher ein Nebenthema in der MPU sein.

Danke im Voraus für Eure Kritik
Los gehts:


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Steckbrief
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Was ist passiert?

(Führerscheinakte)
1992 MPU Alkohol 1,19 o/oo
06/2004 29 innerhalb
02/2006 32 außerhalb
04/2007 37 außerhalb
04/2007 36 außerhalb
04/2007 21 außerhalb
07/2007 Cannabis (THC: 1,5 ng/ml; THC-Carbonsäure: 26,5 ng/ml). Beim Kauf erwischt (ca. 1g Gras). Habe zugegeben mit dem Auto gekommen zu sein(Montag) und am Wochenende davor Cannabis konsumiert zu haben. -> 2 Monate Führerscheinentzug. Verfahren gegen Bußgeld eingestellt.
08/2007 37 innerhalb
10/2007 fahrlässige Trunkenheit im Verkehr in Tateinheit mit vorsätzlichem Fahrens
ohne Fahrerlaubnis ( 1,19 o/oo; Blut auf andere Drogen: negativ )
--> 11 Monate Entzug, Anordnung MPU


Konsumform (Dauer und Häufigkeit je Substanz) Cannabis
Phase 1
88 - 99 phasenweise täglich, aber auch monatelange Abstinenzzeiten
2000 - 2007 3 - 4 mal
Phase 2
so ab März 2007 steigernd von gelegentlich bis gewohnheitsmäßig, sogar täglich. Nach Cannabis Auffälligkeit 7/07 krass
abnehmend, Sylvester 08/09 das letzte Mal.
Alkohol:
selten, durchschnittlich vielleicht ein Bier pro Woche, nie mehr als 3 Hefe am geselligen Abend, bei 4 bin ich außer Gefecht.

Drogenbefund
Blutwerte
07/2007 Cannabis (THC: 1,5 ng/ml; THC-Carbonsäure: 26,5 ng/ml) (Beim Kauf)
Schnelltest: war 4 Tage danach noch positiv, weshalb ich den Autoschlüssel nicht zurück bekommen habe. Am 3. Tag habe ich auf einem weiteren Bluttest bestanden, der negativ ausgefallen ist.
10/2007 1,19 o/oo; Blut, andere Drogen: negativ

Stand des Ermittlungsverfahrens
Ist durch. Strafe stottere ich noch ab.

Führerschein
Hab ich neu beantragt. MPU am 22.4.2010

Führerscheinstelle
Braunschweig
Sonstige Verstöße oder Straftaten?
Führungszeugnis ist sauber

Konsum
Ich konsumiere nicht mehr.
letzter Konsum
Silvester 2009/10

Abstinenznachweis
Haaranalyse
6 Monate am Tag der Mpu(22.4.10). Wird in Ordnung sein. Haare sind ein, zwei Monate länger.
Urinscreen
Nein

Aufarbeitung
Denken/Reflektieren
- Buch „Psychologie des Glücks“, Bucher (Warum war ich so unglücklich? Was kann ich besser machen?)
- Drogenberatung im Internet, vorrangig auf drugcom.de, (Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung). Die Seite bietet umfangreiche Informationen und auch einen Chat mit Psychologen. (physische/psychische Abhängigkeit, Risikosituationen erkennen, Auswege kennen, Kontrollstrategien)
- MPU Forum
- Gespräche mit Freunden über meine damalige Situation
Auf Kurse habe ich aus finanziellen Gründen verzichtet, meine damalige finanzielle Misere war ein Hauptgrund für meine desaströse Situation gewesen ist.
Handeln:
- finanzielle und berufliche Probleme in den Griff bekommen, durch viel berufliches Engagement und tägl. Zeitung austragen vor der Arbeit, im Uralub Job auf dem Bau. Ergebnis: finanzielle Risiken sind fast ganz weg, auch bei evtl. Jobverlust. Durch erfolgreiche Projekte Beförderung und mehr Gehalt.
- Freundeskreis (wieder) aufgebaut, komplett ohne Drogisten
- Ursachenanalyse, was zu Rückfall in Gewohnheitskonsum geführt hat.
- Angst vor Jobverlust ist weg (->Schlüsselsituation)
- Sport: Tennispartner gefunden, Fitness
- Strategien, Werkzeuge herausgefunden, um die nächste Krise ohne Rückfall in Teufelskreislauf zu meistern

MPU
Datum
22.04.2010
Welche Stelle (MPI)
Braunschweig
Schon bezahlt? ja

Schon gehabt? Nein

Altlasten
Sind wir etwa Rückfalltäter?
1992 MPU Alkohol 1,19 o/oo

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Alkoholfragenbogen
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Teil I


Wann hatten sie den ersten Kontakt mit Alkohol?
(Allererste Erinnerung)
Mit 10 in Bayern halber Liter dunkles Bier, dann wieder so mit 17 (erste Party).


Wann haben sie das erste Mal Alkohol zu sich genommen?
s.o.
Wann haben sie mit dem regelmäßigen Trinken begonnen?
Ich habe nie regelmäßig getrunken. Ich mag eigentlich keine Alkohol. Ich hasse Schnäpse und Liköre aller Art.
Warum haben Sie getrunken?
In der Situation in der ich erwischt wurde, war es wohl als Ersatz gedacht, da ich grad Tage vorher begriffen hatte, dass das mit meinem Cannabiskonsum so nicht geht. Der tagelang ausschlagende Schnelltest hat mir zu denken gegeben, auch der Leistungsabfall auf Arbeit. Ich würde sagen, Alkohol war ein Ersatz, weil das Cannabis nicht mehr akzeptabel war, ich aber noch keine Ahnung hatte wie ich meine Probleme anders bewältigen kann.
Wie viel und wie oft haben Sie getrunken?
(Genaue Angaben in Sorte, Maß und Zeitraum)

Um die 8 Wochen lang nach dem Schnelltesterlebnis, etwa 0,5 – 1,5 l alle 2 bis 7 Tage mit abnehmender Tendenz.

Haben Sie je andere berauschende Mittel konsumiert?
(Genaue Angaben in Sorte, Maß und Zeitraum)

Ich habe in Phase 1 meines Lebens ( 1988/89 bis 1999/2000 ) alles mögliche ausprobiert ( Pilze, Speed, Ekstasy, LSD,…). Bis auf Cannabis ist das aber alles nicht über Probier- bzw, Experimentierkonsum hinausgegangen. Nicht die ganz harten Drogen mit hohem körperlichen Abhängigkeitspotential wie Heroin. Vor Koks hatte ich auch einen riesigen Respekt, nicht wegen des Koks, sondern wegen des damit einhergehenden ungezügeltem Alkoholmißbrauch.

Wie viel und was haben Sie am Tattag getrunken?
2 x 0,3 l Pils im und nach dem Kino. Im Auto dann noch mal 2 0,7 l Flaschen tequila Bier ( ca. 6% ). 3. o.7 l angfangen.

Hatten Sie das Gefühl noch sicher Auto fahren zu können?
Am Anfang ja, am Zielort, nach 60 km Autobahnfahrt und zwei 0,7 l Flaschen später nicht mehr.

Wie oft haben Sie alkoholisiert am Straßenverkehr teilgenommen, ohne aufzufallen und was schlußfolgern Sie daraus?
Seit der MPU 1992 bin ich sehr kontrolliert gefahren, bin auch einige Male zum Pusten gebeten worden, abends auf Partykurs halt. Immer negativ. Ich folgere daraus, dass ich in der Lage bin mich zu kontrollieren, leider aber nicht mehr zureichend, wenn erhebliche Probleme finanzieller, beruflicher oder sozialer Art hinzu kommen.


Was war der Anlass, das Trinken aufzugeben, bzw. zu reduzieren?
Diesen Entschluss habe ich nie bewusst gefasst. Was mein Leben durcheinander bringen kann, sind Probleme und deren vermeintliche Beseitigung durch Cannabiskonsum. (Es gibt diesbezüglich Schlüsselsituationen und Erkenntnisse, dazu im Cannabis-Fragebogen mehr)


Wenn jetzt KT, warum nicht schon eher?
Ich habe seit meiner Auffälligkeit 1988 nur nach KT verfahren. Nach dem Muster werde ich das auch wieder machen, hat gut geklappt. Die Auffälligkeit 2007 resultiert aus dem Stop von Cannabiskonsum, an dessen Stelle in gewissem Maße Alkohol getreten ist.

Wie wirkt sich das auf Sie und Ihre Umwelt aus?
(Familie, Freundeskreis, Arbeit)

s. Cannabis-Fragebogen


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  #2  
Alt 15.04.2010, 02:24
spartaner68 spartaner68 ist offline
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Standard Drogen/Alk/Punkte: Alk Teil I + II

Was tun Sie um nicht wieder in Ihre alten Gewohnheiten zu verfallen?
Die prekäre berufliche Situation habe durch Engagement gelöst ( verbesserte berufliche Position verbunden mit höherem Gehalt). Die finanzielle Situation durch 400 Euro Jobs neben der Arbeit und im Urlaub. Ich konnte mir sogar ein kleines finanzielles Polster für unvorhergesehene Engpässe aufbauen. Ich kümmere mich vermehrt um meine sozialen Kontakte, meine Freunde und Familie. In der Aufarbeitungsphase habe ich geübt, über meinen Schatten zu springen, und mit geeigneten Freunden über meine Probleme zu reden. Ich weiß, dass im sich im Internet Selbsthilfegruppen finden lassen, die im Zweifel auch helfen können, falls ich doch lieber anonym bleiben möchte. Sehr glücklich bin ich darüber wieder einen Tennispartner gefunden zu haben und gehe von Zeit zu Zeit ins Fitnessstudio. Körperlich fit lassen anstrengende Projektendhasen leichter bestehen. Allgemein habe ich mir ein tolles soziales Umfeld aufgebaut, das eben nicht der Drogengemeinde angehört.
Die Glücksforschung hat herausgefunden, dass aktive Menschen glücklicher sind, andererseits macht Kiffen eben extrem passiv. Diesen Zusammenhang habe ich auch bei mir feststellen können. Deshalb bin allgemein aktiver geworden, gehe auch mögl. Problemsituationen schon in der Entstehungsphase planvoll an und lasse Wichtiges nicht schleifen.
Ich weiß, dass finanzielle, berufliche Notsituationen, auch Ärger mit Kollegen Risikosituationen für mich bedeuten. Deshalb versuche diese zu meiden, frühzeitig zu lösen und ansonsten sofort zum Hörer zu greifen und die Sache mit jemandem Außenstehenden durchzudiskutieren.

Wie verhalten Sie sich in Krisensituationen?
Wenn ich das Problem nicht selbst lösen kann, muss ich sofort mit jemandem darüber reden. Ich habe wider Kontakt zu einigen meiner früheren Freundinnen und habe bemerkt, dass die sich geradezu freuen, sich mit mir über Probleme zu unterhalten. Dieses „in mich reinfressen und doch nicht weiterkommen“ werde ich nicht noch mal zulassen.
Zu meinen alten Kifferkumpels habe ich nur wenig Kontakt, auch weil keiner hier in der Gegend wohnt. Die alten Freundschaften kann und will ich allerdings nicht ganz kappen, zumal die meisten sowieso schon davon weg und geradeletztere besondere Vertrauenspersonen sind. Diejenigen, die – noch – am kiffen sind, werde ich halt bis auf weiteres nur treffen wenn alle mit ihrer Familie anrücken.

Wie wollen sie in Zukunft Trinken vom Fahren trennen?
So wie früher auch. Wenn ich vorher weiß, dass viel getrunken wird, lasse ich das Auto gleich zu Hause und fahre zur Not, falls sich keine Fahrgemeinschaft findet, mit dem Taxi, auch wenn es teuer ist. Bei Anlässen beschränke ich mich auf den „Anstandssekt“ oder halt meine alte Regel: 2 0,3er Bier auf 5 Stunden Feier.
Im Übrigen verspüre ich kein Verlangen mir wieder ein Auto zu zulegen. Ich habe meinen Wohnort so gelegt (nähe Bahnhof), dass ich überall gut und einfach hinkomme. Und damit geht’s mir super.

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Teil II

Trinken sie alkoholische Getränke? Wenn ja, welche?
Zu Hause trinke ich Bier, vielleicht eins, zwei pro Woche. Bei meinen Eltern(1 x pro 2 Monate) auch Wein zum Essen.

Warum trinken Sie Alkohol/keinen Alkohol?
Am liebsten trinke ich Bier bei nem Umzug oder nach einem Handwerkertag. Dann schmeckts einfach gut.

Beschreiben sie ihr Verhalten im Straßenverkehr und ihren Fahrstil in der Vergangenheit.
Eigentlich ganz normal. Ich halte mehr Abstand als üblich. Allerdings… wenn die Bahn frei ist bin, bewusst, ich zu nahe an die Punktegrenze herangefahren, die sich ergibt wenn die Toleranz abgezogen wird. Ich bin 15 Jahre einen alten Polo gefahren. Mit dem hatte ich die Geschwindigkeitsgrenze rein akkustisch verinnerlicht. Alle Geschwindigkeitsüberschreitungen sind mit dem Dienstwagen passiert, den ich im Januar 2007 bekommen habe. Auf einmal hat die akkustische Kontrolle nicht mehr funktioniert.

Wie wollen sie sich künftig im Straßenverkehr verhalten?
Ich werde meine persönliche Geschwindigkeitshöchstgrenze runtersetzen. Sollte ich mir noch mal ein Auto zulegen, werde ich mir ein ordentliches Navi zulegen, das mir durch Warnsignale hilft, die Geschwindigkeitsbegrenzungen einzuhalten.
In Bezug auf Alkohol wie früher auch: 2 0,3er Bier auf 5 Std. Veranstaltung. Kein hochprozentiges Zeugs. Lehne ich eh ab.

Sie haben unter Alkohol ein Fahrzeug im Straßenverkehr geführt.
Wie viel Glas Alkohol haben sie getrunken?
2 0,3 l Pils und 2 0,7 l tequila flavoured Bier ( ca 6 % ), 3te 0,7 l angefangen.

Wie viel Kilometer fuhren sie, bis sie aufgefallen sind?
So zw. 70 und 90 km.

Wie viel Kilometer wollten sie bis zum Fahrtziel fahren?
Eigetlich wollt eich nur noch mal kurz um den block fahren.

Wurde die Fahrt durch einen Unfall beendet?
Nein.

Haben sie bei anderen Gelegenheiten im Straßenverkehr bereits unter Alkoholeinfluss gestanden und sind aufgefallen?
1992 MPU, und mehrere Male mit Pusten, aber immer so, dass ich weiterfahren durfte.

Wie viel müssen sie trinken, um eine Blutalkoholkonzentration von 0,5 Promille zu erreichen?
Lt. Internetberechner: in 3 Stunden: 3x0,3 l und 2x0,2l Bier.
Oder in 2 Stunden: 1x0,2l Sekt und 2x0,3l Bier
Meine Regel ist bei einer 5 stündigen Veranstaltung 2 0,3er Bier. Auf keine Fall Schnaps oder irgendwelches
Hochprozentiges.
Der Internetrechner sagt also, dass ich eigentlich viel mehr trinken darf. Juchuu!! Prost, und hoch die Tassen!

Was wollen sie tun - wenn sie nicht gänzlich und immer auf Alkohol verzichten wollen - damit sie nicht mehr in die Situation kommen, mit Alkohol ein Auto zu fahren?
Ich dank mal mein Fall liegt so, dass ich mein Leben so gestalte, nicht noch mal in eine brenzlige Lebenssituation komme. Und wenn doch, dann das Problem angehen und zerlegen, mir vor allem Hilfe, Rat und Gespräch suchen, wenn ichs allein nicht lösen kann. Ansonsten: Ich werde es bei gesellschaftlichen Anlässen einfach bei meiner alten Regel belassen 2 0,3l Bier auf 5 Stunden. Wenn ich mehr trinke, sinkt die Hemmschwelle zu weit runter.

Welche Wirkung haben sie in der Vergangenheit nach Alkoholgenuss bei sich beobachtet?
-bei wenig Alkohol: Enthemmung, sinkende Reaktionsgeschwindigkeit, Aufmerksamkeit.
-bei viel Alkohol: Gleichgewichtsstörungen und Übelkeit, Risikobereitschaft steigt, Beurteilungsvermögen fehlgeleitet.

Haben sie bereits jemals die Kontrolle über ihre Trinkmenge verloren und bis zur Volltrunkenheit Alkohol konsumiert?
In der Jugend, gleichauf der ersten Party, Blue Bols und Batida de Coco waren der Übeltäter, voll süß war das Zeug. -> die Kloschüssel weniger. 1,2 Jahre später noch mal mit Tequila, richtiges Delirium. Ich weiß nicht, was uns geritten hat. Die Flasche war innerhalb von 20 min weg und ich ne ¾ Stunde später 5 Stunden lang. Das wars aber auch mit Volltrunkenheit.

Ordnen Sie sich auf einer Scala von 0 (Abstinenzler) bist 10 (Alkoholiker) früher/heute ein.
Eher 2 als 3.

Wie hat sich ihr Umgang mit Alkohol bis zum heutigen Tag entwickelt?
Hat sich eigentlich nie groß geändert. Sehr leichte Schwankungen. Wenn ich mal handwerklich gearbeitet habe, kann es etwas mehr gewesen, oder halt diese letzte Phase, übergangsweise als ein Art Ersatz nach nach Stop von Cannabis.

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  #3  
Alt 15.04.2010, 02:27
spartaner68 spartaner68 ist offline
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Standard Drogen/Alk/Punkte: Alk Teil II + Drogen I

Trinken sie gelegentlich alkoholfreies Bier?
1,2 mal im Jahr vielleicht. Es gibt ein alkoholfreies Hefe, das ganz gut schmeckt, mit einem blauen Aufkleber. Die Marke weiß ich aber nicht.

Gab es in ihrem bisherigen Leben Zeiten, in denen sie mehr Alkohol als heute getrunken haben? Wenn ja, nennen sie bitte die Lebensabschnitte und mögliche Ursachen und Umstände dafür.
Wenn ich mal handwerklich gearbeitet habe, kann es etwas mehr gewesen, oder halt diese letzte Phase, übergangsweise als ein Art Ersatz nach nach Stop von Cannabis.

Haben sie früher schon einmal oder des öfteren über einen längeren Zeitraum bewusst und mit Absicht völlig auf den Genuss von Alkohol verzichtet?
Während der Zivi Zeit 1988, hat sich über 1 – 2 Wochen die Situation ergeben, dass wir Zivis jeden Abend 2-3 halbe Liter Bier pro Abend getrunken haben. Da habe ich dann schon gemerkt, wie schnell ich mehr vertragen konnte und habe es dann erstmal vorsätzlich sein lassen.

Warum haben sie sich für Abstinenz und nicht für KZ entschieden (Nur für Abstinenzler)?

Fragen, die hier nicht enthalten waren, die aber sicherlich kommen werden:
Warum sind Sie im Bewusstsein der nicht vorhandenen Fahrerlaubnis trotzdem Auto gefahrene?
Nach Aufnahme einer neuen Arbeitstelle in einer neuen Stadt, hatte ich mir für den Übergang ein extrem kleines Zimmerchen genommen. Ich stand unter erheblichen beruflichen und finanziellem Druck. Ich denke, ich bin hauptsächlich ins Auto gestiegen, weil ich einfach nicht mehr in dieses beengte Zimmerchen zurück konnte, weil ich mich da eingesperrt gefühlt habe. Nach dem Kino wollte ich einfach noch ein bisschen Musikhören im Auto. Leider war ich schon angetrunken und wohl etwas enthemmt. Evtl. habe ich mir auch unterbewusst gewünscht, dass mir der Führerschein entzogen wird, damit ich einen Grund habe, nicht mehr die Kosten für den Dienstwagen zu schultern.



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Drogenfragebogen
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Was ist passiert?


Vorgeschichte:

Wann haben Sie das allererste Mal von illegalen Drogen gehört?

Puh… vielleicht mit 10 oder 12? In der Schule hatten wir das Thema in der 7. Klasse. An den Teufelskreis kann ich mich noch erinnern und auch, dass ich mir das nicht vorstellen konnte, dass man da schwer wieder raus kommt.

Wann haben Sie das erste Mal konsumiert? (Datum)

1987. Sommerurlaub in Frankreich.

Wie sah der Konsum aus? (Konsumbiografie-Wie lange habt Ihr was in welcher Menge genommen?)
Ich teile meine Cannabiskarriere in zwei Phasen ein.

Phase 1: von 1988/89 bis 1999 abwechselnde monatelanger Phasen der Abstinenz mit Phasen gelegentlichem bis gewohnheitsmäßigem Konsum.
Phase 2: ab März/2007 gelegentlich, schnell gesteigert bis gewohnheitsmäßig. Nach der Cannabisauffälligkeit, also so 07/2007 krass abfallend. Das letzte Mal Sylvester 08/09.

Haben Sie Drogen zusammen mit Alkohol konsumiert?

Nein. Höchstens mal ein vereinzeltes Bier dazu.

Wie ist der Umgang mit Alkohol gewesen?

Gering. Ich mag eigentlich keinen Alk.

Sonstige Suchtmitteleinnahme?

Alles mal ausprobiert, bis auf die harten Klamotten mit hohem physischen Abhängigkeitspotential (Heroin, auch kein Koks)

Wie schätzen Sie Ihren Drogenkonsum ein?
Probieren - Gelegentlich - Mißbrauch – Sucht

Gar nicht mehr.
Phase 1: Cannabis: abstinent bis Missbrauch. Andere „weiche Drogen“: Probieren. Alkohol: gelegentlich.
Phase 2: gesteigert bis missbräuchlich.


Haben Sie bei sich negative Folgen festgestellt?

Nur Cannabis: aber da zu Hauf. Vor allem im Nachhinein. Passivität, Leistungsabfall, traumlose Nächte, Schlafstörungen, erhöhtes Schwitzen, Potentierung schon vorhandener Probleme infolge Dosissteigerung(Teufelskreis), Angststörungen.

Haben Sie trotz negativer Folgen weiter konsumiert?

Bis zu einem gewissen Grad: ja.


Auffälligkeit:

Was für Werte wurden bei Ihrer Auffälligkeit festgestellt?

Cannabis: 1,5 ng THC, 26,5 ng THC-Carbonsäure

Wann und wieviel haben Sie in der Woche vor der Auffälligkeit konsumiert?
Die Woche davor weiß ich nicht mehr genau. In Erinnerung an die Zeit damals weiß ich nur, dass ich gelgentlich auch Abends innerhalb der Woche cannabis konsumiert habe. Am Wochenende davor habe ich durchgeraucht. 2-3 Gramm waren es bestimmt.


Wieviel und was haben Sie am Tag der Auffälligkeit Konsumiert?
Nichts.


Wie sind Sie auffällig geworden?
Kurz nach Erwerb zu Fuß. Habe aber zugegeben mit dem Auto gekommen zu sein, da ich nicht erwartet hatte, dass noch was nach zu weisen ist.


Nur für die, die im Straßenverkehr ermittelt wurden(auch Parkplatz):
Was war der Zweck der Fahrt?

Cannabis kaufen
Wie weit wollten/sind Sie (ge)fahren?

Tja… bin ja schon morgens in dem Zustand zur Arbeit 30 km hin und noch mal 30 zurück.

Wie oft waren sie bereits unter Drogeneinfluß im Straßenverkehr unterwegs?
Oft. Das muss ich im Nachhinein gestehen. Ich habe vor allem in Phase 1 oft abends Cannabis konsumiert und bin nächsten morgen Auto gefahren. Mir war nicht bewusst, dass es solange nachwirkt. Die Einführung der Drogenschnelltests ist auch an mir vorbeigegangen. Als ich mit Cannabis aufgehört habe, so um die Jahrtausendwende, gab es auch noch keine Schnelltests oder Grenzwerte(Gibt es für den Straßenverkehr auch heute noch nicht, ich weiß). Ich dachte eigentlich es würde sich so abbauen wie Alkohol und dementsprechend habe ich mich verhalten. Heute ist mir bewusst, dass vor allem gewohnheitsmäßiger Cannabiskonsum über Tage, auch spürbare, Nachwirkungen haben kann.


Wie haben Sie den Konflikt zwischen dem Drogenkonsum und dem Führen eines Kraftfahrzeuges gelöst?

Ich konsumiere kein Cannabis mehr und will auch nicht mehr damit anfangen.

Wieso ist es verboten unter Drogeneinfluß ein KFZ zu führen?
(Beschreibung bitte für die zutreffende Substanz)

Reaktionsvermögen sinkt, Verkehrssituationen können nicht mehr korrekt beurteilt werden, enthemmtes, unsicherer Fahrstil.

Wie lange stehen Sie nach dem Konsum von Drogen unter deren Einfluß?

Das ist eine gute Frage. Es kommt auf die Häufigkeit und Menge an.
2 bis 4 Stunden nach Konsum ist der Einfluß, für jeden leicht spürbar, vorhanden.
Bei gelegentlichem, sehr leichten Konsum kann man Tags darauf wieder frei sein.
Bei gewohnheitsmäßigem Konsum dauert es bis zu 3 Tagen oder mehr, dass direkte körperliche Einflüsse spürbar sind. Schlafstörungen, Schwitzen, …
Die psycho-sozialen Einflüsse können Monate und Jahre des Lebens beeinflussen. Insbesondere nach länger anhaltendem gewohnheitsmäßigem oder gar abhängigem Konsum muss sich das persönliche Umfeld neu strukturieren. So was dauert halt. Auch die neu gewonnen, ablehnende, innere Einstellung ggü. Cannabis muss in neue Verhaltensmuster umgesetzt werden. Die Reaktionen auf auslösende Faktoren muss über einen längeren Zeitraum im täglichen Leben zunächst kontrolliert werden, damit später dann reflexartig Verhalten möglich ist. Auch das braucht Zeit.

Sind sie sich darüber im Klaren, welche Folgen es bei einem täglichen Konsum gibt?
Ja. Passivität, Leistungsabfall, persönliches Umfeld, Unsicherheit im Umgang mit anderen, Angststörungen und noch mehr. Der Lebensrhythmus kann sich ganz auf den Konsum einstellen bis hin zur sozialen Zerrüttung.

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  #4  
Alt 15.04.2010, 02:32
spartaner68 spartaner68 ist offline
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Standard Drogen/Alk/Punkte: Drogen Teil II


Warum ist es passiert?


Welche persönlichen Hintergründe gab es für den Cannabis- Drogenkonsum?
Ich stand unter großem beruflichen und finanziellem Druck und habe diese Probleme durch Cannabiskonsum verdrängt.

Detaillierter:
Ich hatte ein paar Monate zuvor nach längerer Arbeitslosigkeit ( knappes halbes Jahr) eine neue Arbeitsstelle angenommen. Aus der Arbeitslosigkeit heraus und wegen teuerer Schulungen hatte ich einen Sack voll Schulden auf dem Buckel, deren Abtragungen ich mit dem Gehalt gerade so bewerkstelligen konnte. Meinen Polo hatte ich aus finanziellen Gründen schon verkauft. Das damit freiwerdende Geld wollte ich für den Schuldenabbau verwenden. Um die kleine Firma war es damals nicht gut bestellt, es fehlten Aufträge und ich stand unter starker beruflicher Belastung, immer mit der Angst sofort wieder arbeitslos zu werden, was ich damals mit einem Ende meiner Karriere gleichsetzte. Auch hatte ich im ersten Jahr ständig Probleme Deadlines einzuhalten, da das neu erworbene theoretische Wissen, von mir noch nicht flüssig eingesetzt werden konnte. Beruflich war es also ein einziger Kampf, auch fehlten mir persönliche Beziehungen in meiner Stadt. Für den Übergang hatte ich ein extrem kleines, aber günstiges Zimmer genommen, das mich im Laufe der Zeit echt fertig gemacht hat. Ich habe mich da abends eingesperrt gefühlt. Leider hatte ich zudem einen Fehler gemacht, indem ich einen Dienstwagen angenommen habe, den ich eigentlich, wegen der finanziellen Belastungen, gar nicht haben wollte. Dieser Dienstwagen wurde mir noch innerhalb der Probezeit angeboten. Der Wagen war schon in der Firma vorhanden, von einem früheren Mitarbeiter, und musste natürlich von der Firma bezahlt werden, auch wenn er nur herumstand. Mein Chef hat damals schon recht deutlich drauf hingedrängelt, dass ich diese Wagen nehmen soll. Ich habe mich dann, recht schnell, breitschlagen lassen, einerseits aus Angst, dass ich ansonsten meinen Arbeitsplatz gefährde, aber auch weil ich zu dem Zeitpunkt neben der Arbeit abends noch Schulungen besucht habe. Das Auto war da schon eine Erleichterung, obwohl ich es mir eigentlich nicht leisten konnte. Insgesamt befand ich mich in einer perspektivlosen Gefühlssituation, die ich mit meinem damaligen Mitteln nicht lösen konnte. Das Ventil war dann ein schnell steigender Cannabiskonsum.

Wie hat sich Ihr Umfeld über Ihren Drogenkonsum geäußert?

In Phase 2 hat das niemand bemerkt.
In Phase 1 gab es unter meinen Kifferkumpels und Kumpelinen zwei unterschiedliche Typen. Die einen, die trotz Konsums, Negatives gesehen haben und diejenigen, die das nicht konnten. Es gab sogar einen, der je nach seiner momentanen Situation die Seiten gewechselt hat. Sehr bemerkenswert. Mir und den meisten meiner Freunde war es schon bewusst, dass es substantiell nicht voranbringt.
Bei den wenigen Nicht Konsumenten, die das mitbekommen haben, gab es eigentlich nur die gängigen Hinweise, die nicht über die bloße, meist hysterisch anmutende, Bemerkung hinausgingen, dass das eine verbotene Drogen ist. Ich kann nicht sagen, dass Nichtkonsumenten verwertbare Hinweise zur Erkenntnislage geliefert hätten, was konkret die Wirkungen von Cannabiskonsum sein können, geschweige denn bezogen auf meine persönliche Situation. Insofern konnte ich das Gerede aus Sicht der Nichtkonsumente nicht besonders Ernst nehmen. Als ich damit angefangen habe, gab es auch eine viel dünnere Erkenntnislage zu den Folgen von Cannabiskonsum. Die Gefahren wurden, so denke ich, viele Jahre lang unterschätzt, nicht nur von mir, auch von der Wissenschaft.


Gab es Ereignisse in Ihrem Leben, die zu verstärktem Konsum geführt haben?
Die persönlichen Hintergründe für Phase 2 habe ich ja schon beschrieben. In Phase 1, ja schon Beziehungsproblem, als meine damalige Freundin einfach nach Australien abgehauen ist. Ansonsten ist der steigende Konsum eigentlich immer ein Selbstläufer in der Teufelsspirale gewesen. Durch Konsum bleibt manches unerledigt, seien es nun Hausaufgabe im Abendgymnasium gewesen, oder lernen für die Uni, finanzielle Engpässe, der elendige Briefpapierkram, oder später auch einfach weil ich mich nie so richtig entscheiden konnte meinem Leben eine Richtung zu geben.


Haben Sie sich an Jemand um Hilfe gewandt, um den Drogenkonsum zu beenden?
(Warum, wann, wer?)

Aus Phase eins heraus nicht. Das war eher eine Folge des Verlangens ins Berufsleben zu starten.
In Phase zwei, anfangs eigentlich auch nicht. Dann habe ich den Chat mit Psychologen auf der Seite Drugcom.de gefunden und hier noch mal abschließend Hilfestellung bekommen. Allerdings erst nachdem ich weitgehend mit mir selbst im Reinen war.

Gibt es in Ihrer Familie aktenkundige Verstöße gegen das Betäubungsmittelgesetz oder Suchtkrankheiten?

Nein.

Hatten sie Konsumpausen/spitzen?
Warum? Wann?

In Phase 1 haben sich monatelange Phasen der Abstinenz mit Phasen gewohnheitsmäßigem Konsum abgewechselt.
Die Spitzen waren halt meist das Ergebnis des Kreislaufs, in den ich manchmal über Gelegenheiten reingeraten bin. Dann hatte ich meist einfach das Bedürfnis mal wieder richtig klar im Schädel zu werden und habe es wieder gelassen für Wochen oder Monate. Erhöhten Konsum gabs auch dann immer wenn meine Freundin auch Cannabis genommen hat.
In Phase 2 war die Spitze halt erreicht als ich beim Erwerb erwischt worden bin.

Was hat Sie daran gehindert, ohne Droge abzuschalten?

Es war einfacher, als die Probleme strukturiert anzugehen, mit jemandem darüber zu reden oder konkret Hilfe zu suchen. Ich bin halt so gestrickt, Aufgaben alleine lösen zu wollen. Bei Problemen, die starke psychische Belastungen darstellen sind persönliche Gespräche mit Vertrauten oder Freunden aber viel hilfreicher. Das habe ich eigentlich erst jetzt gelernt und es ist einfacher als dachte.

Waren Sie gefährdet in eine Drogenabhängigkeit zu geraten?

Jein. Tatsächlich habe ich es nie soweit kommen lassen. Missbrauch war aber vorhanden und auch erhöhter Gewohnheitskonsum. Insofern könnte ich genauso gut ja sagen.

Waren sie Drogenabhängig?
Nein

Wieso passiert das nicht wieder?

Hätten sie rückblickend, eine Drogenkarriere verhindern können?

Ja.

Wieso haben Sie sich für eine Abstinenz entschieden?

Ich mag die Kontrolle über mein Leben und meine Gefühle. Die aktive Lebensgestaltung macht Laune. Die Angst, die ich damals um meinen Job hatte und die durch den Cannabiskonsum nur verstärkt wurde, möchte ich nicht noch mal erleben.


Beschreiben Sie den Punkt, an dem Sie sich für ein abstinentes Leben entschieden haben (Knackpunkt)

Der wichtigste Schritt war wohl, dass ich eines Tages die Gewissheit hatte, mich nicht mehr vor der Angst um Jobverlust vor mir selbst hertreiben zu lassen. Das würde ich als Wendepunkt beschreiben. Wichtig war auch, als ich gelesen hatte, dass Glück mit aktiver Lebensführung zunimmt, was ich aus zahlreichen Erfahrungen bestätigen kann. Es war mir nur nicht so bewusst, als dass ich danach hätte handeln können.
Ansonsten kam die Einsicht eher schleichend, schrittweise: Einerseits durch die fortschreitende Stabilisierung meiner finanziellen Situation, andererseits durch Erfolge im Beruf und der sich daraus ergebende berufliche Aufstieg incl. höherem Gehalt. Wichtig war auch der (Wieder)Aufbau eines Freundeskreises, die Gespräche mit meinen verflossenen Freundinnen, mein Tenniskumpel. All das wäre mit Cannabiskonsum nicht möglich gewesen.

Wieso kommt für Sie nur Abstinenz und nicht für gelegentlicher Konsum in betracht?
Die Gefahr, das gelegentlicher Konsum wieder einen Teufelskreis in Gang setzt ist bei mir einfach zu hoch.


Wie haben Sie die Umstellung zur Abstinenz erlebt?
Das war super, hat mir richtig gehend Spaß gemacht.


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Alt 15.04.2010, 02:36
spartaner68 spartaner68 ist offline
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Standard Drogen/Alk/Punkte: Drogen Teil III

Wer hat Ihnen dabei wie geholfen?
Auch wenn Sie es vielleicht nicht hören wollen, am meisten habe ich mir selbst geholfen. Aber die Gespräche mit zwei meiner älteren Freunde, die auch schon lange aufgehört habe und der Kontakt zu zwei meiner Ex Freundinnen war auch wichtig. Wenn auch nur dafür, dass ich eingesehen habe wie hilfreich es ist sich offen mit jemandem vertrauten zu unterhalten.

Wie reagiert Ihr Umfeld auf diese Umstellung?
gar nicht, da mein direktes Umfeld meinen Rückfall in 2007 nicht mitbekommen hat.


Haben Sie nach der Auffälligkeit weiterhin Kontakt zu Ihren Drogenbekannten gehabt?
Das Drogenumfeld habe ich schon nach Phase 1 hinter mir gelassen, das war 2007 überhaupt nicht vorhanden, sonst hätte ich mir Cannabis auch nicht auf der Straße kaufen müssen.

Haben Sie nach Ihrer Auffälligkeit miterlebt, wie Ihre Bekannten Drogen konsumiert haben?

Nein.

Wie haben Sie in Zukunft vor mit Cannabis/dem Konsum umzugehen?
Gar nicht mehr.


Haben Sie zu Hause Cannabis?

Nein

Wie wollen Sie es gegebenen Falls in Zukunft verhindern, nochmals unter Drogeneinfluß ein KFZ zu führen?

Cannabis ist abgesagt. Für evtl. zukünftige schwierige Problemsituationen bin ich heute besser gewappnet.
Zunächst mal stehe viel solider da als damals. Die Finanzen habe ich in den Griff bekommen, beruflich ging es schön bergauf mit erfolgreichen Projekten, und Gehaltssteigerung. Ich freue mich jeden Tag in einer so schönen geräumigen Wohnung zu wohnen. Das allein macht schon viel aus an Lebensqualität und Wohlbefinden. Zudem habe ich inzwischen wieder Freunde und Bekannte, die allesamt nichts mit Cannabis am Hut hatten, ich habe alte Freunde/innen wieder gewonnen. Angst vor Jobverlust habe ich auch aufgegeben. Der Job ist zwar wichtig, aber halt nicht das Leben. Ich treibe regelmäßig Sport, ein Tennispartner hat sich auch wieder eingefunden und ich achte allgemein darauf aktiv zu bleiben und keine Langeweile aufkommen zu lassen.
Die vereinzelten früheren Freunde, die noch konsumieren, werde ich halt nur dann treffen, wenn der Anlaß im familiären Rahmen stattfindet, so dass ich möglichst nicht in Versuchung komme. Falls doch, kenne ich nun Wege, um auch das zu überstehen: Ein deutliches „Nein“ direkt in die Augen des Fragenden, ist besser als: „ach Nö, im Moment nicht“. Gleich anschließend am besten das Thema wechseln.
Ich rechne damit, dass früher oder später wieder eine schwierige Lebensphase kommen wird. Bei diesem nächsten Mal weiß ich, dass es wichtig ist, sich hinzusetzen und das Problem strukturiert zu lösen. Wenn ich das Gefühl habe es alleine nicht zu schaffen, kann ich für private, zwischenmenschliche Problem gut mit meinen alten Freundinnen reden. Die helfen sogar gern. Für berufliches hat ein alter Freund oder ein ehemaliger Kollege immer ein offenes Ohr für mich. Ansonsten helfen Drogenberatungen auch präventiv oder eine Selbsthilfegruppe im Internet. Ich habe während der Zeit, als ich mich von Cannabis gelöst habe, geübt, offen über meine Probleme zu reden und weiß jetzt, dass das sehr erleichtern kann.

Wie ist derzeit der Konsum von Alkohol bei Ihnen?
Gering. Mal ein Bierchen halt. Vielleicht einmal pro Woche. Zu gesellschaftlichen Anlässen auch mehr.

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  #6  
Alt 15.04.2010, 02:36
spartaner68 spartaner68 ist offline
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Standard Drogen/Alk/Punkte: Punkte



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Punktefragenbogen
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Was ist passiert?

Warum sind Sie hier?
Eigentlich wegen Drogen MPU, Fahrens ohne Fahrerlaubnis, diverse Geschwindigkeitsüberschreitungen.

Wie viele Verstöße hatten sie? (Alle, nicht nur die amtlichen)
Verstöße pro Fahrt x Fahrten pro Jahr x Führerscheinjahre = xxxxxxx
* Warum denn die amtlichen? Die weiß ich nicht mehr*
1 x 06/2004
1 x 02/2006
4 x 2007. (3 im April, 1 August)

Was waren das für Verstöße?
(möglichst Datum und zu welcher Tageszeit-je genauer, desto besser)
06/2004 29 innerhalb ( Nachts nach 0 Uhr. Ich habe etwas gesucht und war in Zeitnot)
02/2006 32 außerhalb (war früher meine Hausstrecke, Geschwindigkeitsbegrenzung hatte sich geändert auf dem Stück)
08.04.2007 37 außerhalb Abends Autobahn A10, 3 spurige (pro Fahrtrichtung) Baustelle mit 60
20.04.2007 36 außerhalb ???
27.04.2007 21 außerhalb Tagsüber dienstlich Hildesheim – Peine oder Braunschweig
19.08.2007 37 innerhalb Nachts um 2 Uhr Blitzer nach Ortseingangsschild. Praktisch mitten im Wald.

Was hätte passieren können bei den jeweiligen Delikten?
Alles mögliche, besonders auf Bundesstrassen und innerorts, kann immer mal irgendwo jemand plötzlich auf der Fahrbahn erscheinen.

Was ist ihrer Meinung nach im Straßenverkehr besonders wichtig?
Defensive Fahrweise


Warum ist es passiert?

Wie konnten so viele Verstöße zusammenkommen?
Ich bin 15 Jahr lang davor einen alten Polo gefahren. Hier konnte ich schon rein akustisch die Geschwindigkeit regulieren. Alle Verstöße bis auf den ersten in 06/2004(Auto meiner Eltern) sind mit Dienstwagen passiert. Den in 2006 hatte ich nur einen Tag, weil der Flieger weg war. 01/2006 habe ich in neuer Firma einen Dienstwagen bekommen. 1 Jahr altes Auto, weit über 100 PS. Ich bin einfach mit der gefühlten Geschwindigkeitseinschätzung nicht mehr zurecht gekommen, insbesondere wenn die Straße komplett frei war.

Warum haben sie sich (immer wieder) so verhalten?
Ich bin einfach nach Gehör gefahren, wie früher mit dem Polo.

Wie war Ihre Gefühlslage , während Sie diese Delikte verübt haben? (bitte jedes Delikt einzeln bewerten)
06/2004 ich war genervt und habe spät in der Nacht in einem Dorf eine Adresse gesucht und nicht gefunden.
02/2006 Ganz normal. Hatte nur nicht damit gerechnet, dass auf dem Teilstück neue Geschw. Gilt.
08.04.2007 Ich war grade heilfroh, dass die Drängelei auf der A2 aufgehört hatte.
20.04.2007 Kann mich nicht mehr erinnern
27.04.2007 auch ganz normal, war nicht in Eile
19.08.2007 auch ganz normal, war nicht in Eile

Was haben Sie als Ursache für die Verstöße herausgefunden, hatten Sie dabei Hilfe?
Nein, keine Hilfe. Ich habe herausgefunden, dass abendlicher Cannabiskonsum auch zu Aufmerksamkeitseinbußen führen kann. Das kann für die Verstöße in 2007, neben dem neuen Fahrgefühl, eine Ursache wird gewesen sein, dass ich, nicht genug auf die Geschwindigkeit geachtet oder ein Schild(Ortseingang, 60 km/h in Baustelle) übersehen habe. Auch habe ich eine zu hohe Obergrenze auf dem Tacho gehabt. Ich habe mich damals außerorts immer daran orientiert, ab welcher Geschwindigkeit punkte verteilt werden. Bei Tempo 70 also, Tacho 85, Autobahn bei Tempo 100, so 125. Das ist zu hoch. Ging aber auch andererseits Jahre gut.

Wie schätzen Sie sich für die damalige Zeit als Fahrer ein?
Seit ich weiß, dass Cannabis so lange nachwirken kann, bin ich –unabsichtlich- in 2007 nicht Aufmerksam genug gewesen. Meine persönliche Tachogrenze lag zu hoch. Meine allgemeine Gefühlslage lasse ich nicht auf dem Gaspedal stehen, ich fahre auch nicht drängelnd, weil ich selbst auch nicht gern von hinten bedrängelt werde.

Wie haben Sie auf das Verhalten der Polizei reagiert nachdem sie gestoppt oder gelasert wurden?
Bin kurz danach keinem Polizisten begegnet. Gefühlsmäßig konnte ichs in 2004 dann echt schon nicht mehr fassen, dass ich wieder geblitzt worden bin. Das war schon niederschmetternd.

Wie haben sie auf die ersten Verwarn- bzw. Bußgelder reagiert?
Na ärgerlich auf mich selbst. Geld war knapp damals.

Was hatten Sie sich vorgenommen, um keine Vekehrssünden zu begehen?
Nach den ersten Verstößen natürlich besser auf meine Geschwindigkeit zu achten. Hat aber nicht geklappt.

Warum konnten sie ihre guten Vorsätze nicht einhalten?
Ich war zu lange an den Polo gewohnt, das Cannabis hat bestimmt auch Einfluss gehabt.

Gibt es ein Zusammenhang zwischen dem Punktesammeln und bestimmten Ereignissen in ihrem Leben?
Es gibt einen Zusammenhang zwischen meiner damaligen desaströsen finanziellen/beruflichen Situation und Cannabiskonsum. Es kann einen Zusammenhang zwischen Gewohnheitskonsum und Herabsenken der Aufmerksamkeit im Straßenverkehr geben, auch wenn eine Nacht dazwischen liegt. Ich halte es für möglich, dass diese Zusammenhangkette in 2007 bei mir zum tragen gekommen ist.

Wie hat Ihr Umfeld auf Ihr Verhalten reagiert?
Das war allerdings arg peinlich, weil ja die Scheine immer in der Firma aufgeflogen sind. Ein Kollege fand das gar nicht lustig, die anderen haben ihre Scherze darüber gemacht.


Wieso passiert es nicht wieder?

Was war der konkrete Anlaß für Ihr Umdenken?
Der Führerscheinentzug?

Was haben Sie an Änderungen unternommen?
Noch keine. Ich fahre ja momentan nicht. Den Cannabiskonsum habe ich gestoppt. Falls ich wieder mal ein Auto haben sollte, was ich aber nicht vorhabe, werde ich auf jeden Fall meine persönlich Geschwindigkeitsgrenze heruntersetzen und mir ein Mordnavi kaufen, das alle möglichen Warnsignale sendet, wenn ich meine Geschwindigkeit aus den Augen verliere.

Wer hat Ihnen dabei wie geholfen?
Cannabis: Alte Freunde, die schon lange aufgehört haben. Psychologin auf drugcom.de

Wie empfinden sie diese Änderungen?
Sehr positiv.

Wie reagiert Ihr Umfeld auf diese Änderungen?
Mein Umfeld hat das nicht mitgeschnitten.

Gibt es negative Rückmeldungen zu Ihrem jetzigen Leben?
Nein.

Welche Einstellung zur Verkehrssicherheit haben sie heute und was ist daran neu?
Ich denke, dass ich meine vorherige Einstellung, vor 2007, zurückgewonnen habe.

Was wollen sie konkret tun, damit sie ihre Vorsätze diesmal einhalten können?
Siehe Cannabisfragebogen. Betreffs der Geschwindigkeitsüberschreitungen: Navi mit Warnung, herabsetzen der persönlichen Geschwindigkeitsgrenze.

Was könnte ihre guten Vorsätze wieder zum scheitern bringen?
Erneuter Cannabiskonsum

Was wollen Sie unternehmen, wenn Sie einen Rückfall bemerken?
Siehe Cannabisfragebogen
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  #7  
Alt 18.04.2010, 22:50
spartaner68 spartaner68 ist offline
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Huhu,
Habe mich bei "letzter Konsum" verschrieben, richtig ist Sylvester 08/09. Hehe... War schon spät....
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  #8  
Alt 18.04.2010, 23:33
spartaner68 spartaner68 ist offline
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Huhu!!!! Ich wär echt froh, wenn jemand mal das Schweigen brechen könnte?
Hab ich irgendwas angestellt? Werde ich geschnitten? Warum?
Ich habe soeben bemerkt, dass ich einige fett gedruckte Fragen als Überschrift fehlinterpretiert habe, also keine Antwort hinterlassen habe. Das sollte aber auch aus anderen Antworten hervorgehen. Das Datum "letzter Konsum" habe ich schon in vorheriger Nachricht richtiggestellt. Muss heissen Sylvester 08/09.
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  #9  
Alt 19.04.2010, 00:43
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SmileNowCryLater SmileNowCryLater ist offline
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Hi,

ich galub dich will keiner "schneiden" aber die Jungs und Mädels machen das ja in ihrer Freizeit und schauen sich ganze ja auch immer genau an und bei ner Dreifachen Fragestellung is das glaub ich net unkompliziert,

Einschätzung kann ich keine abgeben da gibts ja die Profis für ,aber was ich dir schonmal sagen kann ist,dass du ca. 36std nach CannabisKonsum noch unter dem Einfluss stehst und das mit "Konflikt beim Fahren und Cannabis gemeint ist wie du das früher gehandelt hast

greetz
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  #10  
Alt 19.04.2010, 20:03
spartaner68 spartaner68 ist offline
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Na, is jut. Dank dir für die Antwort. Ich fühlt mich auch so relativ sicher. Mir ist aufgefallen, dass Antworten auf Fragen zum Verhalten im Straßenverkehr beim Alkfragebogen und bei den Punkten nicht übereinstimmen. Die Antorten beim Alkfragebogen hätten auch schon den Hinweis auf die lange Wirkungsdauer von Cannabis und damit verbundene Aufmerksamkeitstörung enthalten müssen. Werde das in den Prüfung bedenken. Von dem "vielleicht" rücke ich ab und stelle es als erkannte Ursache für die Geschwindigkeitsüberschreitungen dar.
Ist auch OK, wenn keiner was anmerkt. Das Forum hat mir so schon genug geholfen.
So long...
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