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  #1  
Alt 16.08.2017, 20:33
Pubär Pubär ist offline
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Standard MPU Cannabis - Abstinenznachweis

Hallo zusammen,

bin im Mai diesen Jahres unter Cannabis-Einfluss angehalten worden.

Dabei hat die Polizei auch noch etwa 4g gefunden, aber dieses Verfahren wurde schon durch die Staatsanwalt eingestellt. Puuuhhh :-)

Dann das übliche Prozedere Urin positiv dann Wache und Blutentnahme:

Zu meinem Konsum wurde ich nicht gefragt und habe deswegen auch nicht dazu gesagt:-)

Führerschein durfte ich dann wieder mitnehmen;

Drei Wochen später Post von der Fahrerlaubisbehörde:

"Wer gelegentlich Cannabis konsumiert und den Kosum und das Fahren nicht trennen kann..."
Meine Werte:
Aktiv 18ng COOH 71ng

Meinen Führerschein habe ich dann Anfang Juli "freiwillig" abgegeben, da er mir sonst kostenpflichtig entzogen wurde. Wollte mir wenigstens das Geld sparen.

Habe an dem besagt Mai tag den Konsum direkt eingestellt und seit dem auch nicht mehr geraucht. Zudem habe ich schon mit einem Abtinenznachweis begonnen und die erste Urinprobe war negativ. Also alles gut.

Bin jetzt schon mit einem Verkehrspychologen und der Drogenberatung in Kontakt getreten. Hört sich alles ganz nett an und denke die Mpu wird insgesamt auch irgendwie zu meistern sein.

Bisher habe ich noch keine Post von der Bußgeldstelle bekommen und es sind jetzt 3 Monate vergangen?
Ist das normal?

Aber meine eigentliche Frage lautet:

Wie ist das wegen der Abstinzenz? Würde natürlich gerne nur 6 Monate machen müssen...
Jeder "Fachmann" erzählt etwas anderes:-) Manche sagen 6 Monate geht bei den o.g. Werten auf keinen Fall. Andere wiederum sagen, dass könnte auch klappen.
Mir ist klar, dass es auf die gesamte Lebensgeschichte etc. ankommt, aber können die Gutachter mich bei meinen Werten grundsätzlich positiv bewerten?

Bin vorher nie erwischt worden, also keine Altlasten.

Ich denke die Frage ist sehr wichtig für mich, ob
1. ich meinen Abstinzenzvertrag verlängern muss (muss ja Lückenlos sein) und 2. wann ich mit der MPU Vorbereitung bei einem VP starten.(Macht doch wenig SInn jetzt 12 Sitzungen zu machen, wenn die MPU erst in einem Jahr sein könnte)

Ich hoffe ihr könnt mir helfen... Vielen Dank schonmal
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  #2  
Alt 16.08.2017, 21:19
Benutzerbild von Alana
Alana Alana ist offline
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Standard

Willkommen hier im Forum!

Über den fehlenden Bußgeldbescheid brauchst Du Dir keine Gedanken zu machen. 1) kommt der ganz sicher mit 500€ und einem Monat Fahrverbot und 2) hat der mit der Wiedererlangung deiner Fahrerlaubnis nichts zu tun.

Auf den ersten Blick könnten 6 Monate reichen, aber, wie Du schon selbst schreibst, sind die Infos dafür noch zu gering.

Aber noch hast Du ja noch Zeit. Dein Abstinenzprogramm kannst Du sozusagen auf den letzten Drücker verlängern. Und bevor Du Geld für einen MPU-Berater ausgibst, solltest Du dich erst einmal hier im Forum intensiv umsehen. 12 Sitzungen dürften ungefähr mit 1.500€ zu Buche schlagen. Mit intensiver Arbeit hier haben das Geld schon ganz Andere erfolgreich gespart.
__________________
Liebe Grüße
Alana
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  #3  
Alt 17.08.2017, 00:51
Spugy Spugy ist offline
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Klar ist es machbar in 6 Monate. Ist halt ne frage wie du an die Sache rangehst.
Der hier hats auch geschafft

http://www.mpu-idiotentest.com/mpu-f...t=27764&page=4
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  #4  
Alt 17.08.2017, 19:53
Pubär Pubär ist offline
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Standard

Danke erstmal für die schnellen Rückmeldungen:-)

Würde jetzt gerne auch mal den Fragebogen angehen, um meine komplette Geschichte dazustellen.

Macht es für euch mehr Sinn, die komplett richtige zu hören? Denn dann sind es bestimmt 12 Monate :-)

Oder darf ich an der einen oder anderen Stelle so formulieren, wie ich es in der MPU machen würde?

Was ist besser?


Zudem würde mich eure Meinung interessieren, ob ich dem VP die komplette Wahrheit erzähle oder auch etwas verschönere?
Werde einen VP nämlich Anfang des nächsten Monats zur ersten Sitzung besuchen.
Kenne den aber schon. Ist nen cooler Typ, der mich dabei unterstützen will das ein AN von 6 Monaten reichen wird. Das hat er mir schon so durch die Blume gesagt:-)

Danke
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  #5  
Alt 22.01.2018, 18:03
Pubär Pubär ist offline
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Beiträge: 9
Standard Fragebogen gemacht

Lade jetzt gleich mal meinen Fragebogen hoch:-)
Bitte um Feedback. Ich habe nun am 14.02.2018 meine MPU beim Tüv Hessen.
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  #6  
Alt 22.01.2018, 18:04
Pubär Pubär ist offline
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Beiträge: 9
Standard Was ist passiert?

Vorgeschichte:
Wann haben Sie das allererste Mal von illegalen Drogen gehört?
Mit 14 Jahren im Schulunterricht

Wann haben Sie das erste Mal konsumiert? (Datum)

2005 nachdem ich mein Abiturzeugnis bekommen habe
Wie sah der Konsum aus? (Konsumbiografie-Wie lange habt Ihr was in welcher Menge genommen?)
2013 auf einer Uni-Party
2014 4-5x mal bei Sit-Inns von Kommilitonen
2015 4x bis März 2015 ebenfalls bei Sit-Inns mit Kommilitonen
2016 September bis Dezember 2016 jeweils 1-2x mal pro Monat
2017 Januar: 2x mal
Februar: 3x (auch zwei Tage hintereinander Fr.+sa.)
März: 3x (auch zwei Tage hintereinander Fr.+sa.)
April: 3x (über Ostern)
Mai: dann 5 Tage am Stück und am 5 Tag erwischt worden

Menge immer 2-3 Joints zu 4-5 Personen

Haben Sie Drogen zusammen mit Alkohol konsumiert?
Nein, das habe ich nie gemacht.

Wie ist der Umgang mit Alkohol gewesen?
Mit Anfang 20 habe ich ab und an zum Feiern gehen Alkohol getrunken. Irgendwann habe ich die Lust daran verloren, weil ich auch nicht mehr feiern gegangen bin. Ich habe seit etwa 10 Jahren keinen Alkohol mehr getrunken. (Habe auch zusätzlich noch beim Arzt mir über 5 Monate meine Leberwerte bescheinigen lassen, sodass es keine Suchtverlagerung gegeben hat.)

Sonstige Suchtmitteleinnahme?
Ich rauche 1-2 Kippen pro Tag

Haben Sie bei sich negative Folgen festgestellt?
Ja, ich habe bin an den Tagen nach dem kiffen motivationsloser gewesen. Ich kam zudem schwer aus dem Bett. Zudem habe ich nach und nach auch bemerkt, dass der Konsum gestiegen ist.

Haben Sie trotz negativer Folgen weiter konsumiert?
Ja, habe ich. Ich habe mir keine großen Gedanken gemacht.
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  #7  
Alt 22.01.2018, 18:06
Pubär Pubär ist offline
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Standard Auffälligkeit:

Was für Werte wurden bei Ihrer Auffälligkeit festgestellt?
Aktiv: 18 Passiv: 71

Wann und wieviel haben Sie in der Woche vor der Auffälligkeit konsumiert?

Ich habe in der Woche von Sonntag bis Donnerstag(Kontrolltag) jeden Abend mit meinen Kommilitonen zusammen konsumiert. In etwa jeden Abend 2-3 Joints zu viert bzw. zu fünft.

Wieviel und was haben Sie am Tag der Auffälligkeit Konsumiert?
An diesem Abend habe ich 2 Joints zu viert geraucht.

Gab es einen besonderen Grund für diesen Konsum?
Nein, einen besondern Grund gab es nicht. Wir haben nach dem Lernen immer konsumiert.

Wie sind Sie auffällig geworden?
Es war eine allgemeine Verkehrskontrolle abends um 23 Uhr.

Nur für die, die im Straßenverkehr ermittelt wurden(auch Parkplatz):
Was war der Zweck der Fahrt?
Wie weit wollten/sind Sie (ge)fahren?
Ich wollte einen weiteren Kommilitonen von zu Hause abholen. Die gesamte Fahrt hate eine Wegstrecke von 10 km. Nah 3km wurde ich alleine (Hinfahrt) angehalten.

Wie oft waren sie bereits unter Drogeneinfluß im Straßenverkehr unterwegs?

Nach heutigen Wissensstand über die Droge (etwa bis zu 72 Nachwirkungen) bin ich jedes Mal, wenn ich mit dem Auto bei der Lerngruppe war, gefahren. Das sind in etwa 16 Tage unter direkten Einfluss. Wenn man die Tage danach dazurechnet, liegen wir bei etwa 50 Tagen.

Wie haben Sie den Konflikt zwischen dem Drogenkonsum und dem Führen eines Kraftfahrzeuges gelöst?
Ich Prinzip überhaupt nicht. Ich habe mir immer gesagt, dass ich mich ja gut fühle und nicht denke, dass ich Ausfallerscheinungen habe und mir eingeredet, dass ich deshalb ohne weiters fahren könnte.

Wieso ist es verboten unter Drogeneinfluß ein KFZ zu führen?
(Beschreibung bitte für die zutreffende Substanz)

Eine Fahrt unter Cannabis-Einfluss birgt eine Menge von Risiken. Nicht nur das ich das Leben meiner Mitmenschen und von mir aufs Spiel setzte, sondern auch die gesundheitlichen Folgenschäden, die ich mir selber antue. Unter Cannabis Einfluss verringert sich die Reaktionszeit deutlich, die Wahrnehmung ist erheblich getrübt, die Lichtempfindlichkeit ist gestört, die Konzentrationsfähigkeit nimmt ab und auch die Geschwindigkeits- und Entfernungseinschätzung leidet stark.

Wie lange stehen Sie nach dem Konsum von Drogen unter deren Einfluß?

In etwa 72 Stunden, teilweise aber auch länger.

Sind sie sich darüber im Klaren, welche Folgen es bei einem täglichen Konsum gibt?

Nach der Aufarbeitung schon. Mir ist nun klar, dass die Konzentrationsfähigkeit stark leiden kann. Zudem können akute Gedächtnisprobleme auftreten. Eine weitere Gefahr ist es in eine Abhängigkeit zu geraten. Auch psychische Krankheiten, wie beispielsweise Psychosen, können durch den Konsum von Cannabis auftreten.
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  #8  
Alt 22.01.2018, 18:07
Pubär Pubär ist offline
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Standard Warum ist es passiert?

Welche persönlichen Hintergründe gab es für den Cannabis- Drogenkonsum?

Mit dem Start des Studium habe ich mich schwer getan Anschluss zu finden (war in Regel 5 Jahre älter als meine Kommilitonen+ generell bin ich etwas zurückhaltender) und wollte einfach zu den „coolen und jungen“ Studenten gehören. Dann habe ich auf der Studi-Start Party eine Gruppe aus meinem Studiengang gesehen, welche konsumierten und mich denen angeschlossen. Diese fanden das klasse, dass ich mitrauche und dadurch wurde ich in deren „Kreis“ irgendwie aufgenommen. Um weiterhin zu diesem Kreis zu hören, habe ich ab und an mit denen nach Lerneinheiten (haben wirklich gelernt) wieder und wieder mitgeraucht. Das führte schließlich zu gelegentlichen Konsum, welcher mir nach und nach mehr und mehr zusagte. Das Gefühl der Lockerheit und „Blödsinnsredens“ machte mir auch zum Ende hin auch persönlich sehr Spaß. Ich will aber ganz deutlich sagen, dass ich immer eine Chance hatte NEIN zu sagen. Habe natürlich freiwillig geraucht, weil mir das Gefühl gefallen hat.

Wie hat sich Ihr Umfeld über Ihren Drogenkonsum geäußert?

Mein gewohntes Umfeld (Frau, Familie und Freunde) haben davon nichts mitbekommen. Ich habe ausschließlich abends bei den Kommilitonen geraucht. Wenn ich nach Hause gekommen bin, hat meine Frau schon immer geschlafen und ich bin dann im Wohnzimmer pennen gegangen  Hatte auch noch nie Cannabis zu Hause oder habe alleine konsumiert. Die Kommilitonen habe dazu nichts gesagt. Negativen Einfluss der Droge wurde nie thematisiert.

Gab es Ereignisse in Ihrem Leben, die zu verstärktem Konsum geführt haben?

Nein, ich habe jedes Mal in der selber Konstellation mit meinen Kommilitonen konsumiert. Da haben keine Lebensereignisse eine Rolle gespielt.

Haben Sie vor der Auffälligkeit jemand um Hilfe gebeten, um den Drogenkonsum zu beenden?
(Warum, wann, wer, mit welchem Erfolg?)
Nein, weil ich in dem Konsum kein Problem gesehen habe. Ich dachte, wenn ich ab und an mal rauche, wird das schon ok sein. Heute weiß ich, dass es schnell zu einem großen Problem werden kann. Gerade in meinem Fall ist die Häufigkeit des Konsums gestiegen und die Hemmschwelle (Fahren unter Cannabis) gesunken ist.

Gibt es in Ihrer Familie aktenkundige Verstöße gegen das Betäubungsmittelgesetz oder Suchtkrankheiten?
Nein, da ist mir nichts bekannt.

Hatten sie Konsumpausen/spitzen?
Warum? Wann?
Ja, ich habe von März 2015 bis September 2016 überhaupt nicht geraucht.
Gründe: Zeugnisphase der Tochter, Schwangerschaft meiner Frau( wollte sie abends nicht alleine lassen und immer fot sein, falls etwas passieren sollte), Geburt der Tochter und die Umstellung der neuen Situation zu dritt.
Konkrete Konsumspitzen gab es nicht. Jedoch wurden die Konsumtage ab Sep. 2016 deutlich mehr, sodass es auch mal Wochenenden gab, an denen ich sowohl Freitag als auch Samstag abends konsumiert habe. Damit bin ich gefühlt in einen „Kurzurlaub gegangen“, einfach mal keine Verantwortung tragen und einfach nur für mich sein.

Was hat Sie daran gehindert, ohne Droge abzuschalten?
Ich konnte auch ohne Droge abschalten. Sonst hätte ich wohl jeden Tag rauchen müssen. Ich konsumierte ja ausschließlich um abzuschalten, sondern auch aus einer gewissen Gruppendynamik heraus. Gegen Ende hin hat mich natürlich der oben beschriebene „Kurzurlaub“ mehr und mehr zugesagt.
Waren Sie gefährdet in eine Drogenabhängigkeit zu geraten?
Das ist wohl jeder, der Drogen nimmt, egal in welchem Umfang. Ich habe das ja auch gemerkt, dass es schnell gehen kann, da die Konsumhäufigkeit bis zur Kontrolle zugenommen hat.

Waren sie Drogenabhängig?
Nein, das kann ich ausschließen, gerade wenn ich mir die Kriterien der ICD-10 anschaue.
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  #9  
Alt 22.01.2018, 18:09
Pubär Pubär ist offline
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Beiträge: 9
Standard Wieso passiert das nicht wieder?

Hätten sie, rückblickend, eine Drogenkarriere verhindern können?

Ja, natürlich. Ich hätte einfach selbstbewusster sein müssen. Ich hätte bestimmt auch anderen Lerngruppen gefunden, die nicht konsumieren. Zudem hätte ich auch einfach mehr Verantwortung abgeben müssen. Das habe ich jetzt durch die Gespräche mit meiner Frau und meinen Eltern gemacht. Ich muss mich nicht um alles kümmern. Auch mein enger familiärer Kreis kann Dinge für mich erledigen und dann klappt das auch alles. Dieses Gefühl hat mich damals sehr stark beherrscht und ich kann mittlerweile viel besser mit diesen Situationen umgehen.

Wieso haben Sie sich für eine Abstinenz entschieden?
Ich bin ein Typ der das Motto hat, ganz oder gar nicht. Ich habe selbst gemerkt, dass der Konsum häufiger wurde und deswegen gibt es für mich nicht die Möglichkeit von gelegentlichen Konsum. Dieser würde sich bestimmt wieder kontinuierlich steigern und ich wäre dann wieder im selben Teufelkreis. Somit will ich unbedingt abstinent leben. Ich möchte nüchtern durchs Leben gehen und einglückliches drogenfreies Leben führen. Die Nachteile des Konsums überwiegen deutlich und zudem habe ich in den letzten 9 Monaten gesehen, dass es auch andere Möglichkeiten gibt mit der Verantwortung umzugehen. Gerade die Gespräche mit der Familie und dann Abgeben von Verantwortung haben mit dieses deutlich gezeigt.

Beschreiben Sie den Punkt, an dem Sie sich für ein abstinentes Leben entschieden haben (Knackpunkt)

Der Knackpunkt war der Tag der Verkehrskontrolle. In den folgenden Wochen und Monaten hatte ich genug Zeit über mein Fehlverhalten nachzudenken. Mir ist bewusst geworden, wo meine Probleme lagen und wie ich diese ändern kann. Gerade die Gespräche mit meiner Familie, der Drogenberatung und mit meinem Verkehrspsychologen haben mir dabei sehr geholfen.

Wieso kommt für Sie nur Abstinenz und nicht für gelegentlicher Konsum in Betracht?

Weil ich gemerkt habe wie es aus gelegentlichem Konsum schnell mehr und mehr werden kann, ohne das es einem selbst bewusst wird. Daher besteht diese Möglichkeit für mich nicht. Ich möchte einfach drogenfrei durchs Leben gehen und mein Leben und meinen Alttag durch Cannabis nicht mehr einschränken.

Wie haben Sie die Umstellung zur Abstinenz erlebt?

Ich habe nur positive Erfahrungen gemacht. Körperliche Veränderungen habe ich nicht feststellen können. Jedoch habe ich mentale gemerkt, dass ich auch immer die Möglichkeit habe ohne Cannabis das Leben angenehm zu meistern. Ich kann Verantwortung nun besser abgeben. Beispielsweise kann ich mittlerweile auch mal meine Tochter bei einen Eltern lassen, was ich früher nie konnte. Zudem kann ich wichtige Angelegenheiten nun besser mit meiner Frau besprechen und Sie diese erledigen lassen. Damit lade ich nicht alles auf mich ab und belaste mich damit zu stark. Das gefällt vor allem meiner Familie, weil Sie nun sehen, dass ich mir auch mal kleine Auszeiten im Leben nehme und nicht immer alles alleine bewältigen will.

Wer hat Ihnen dabei wie geholfen?

Geholfen haben mit vor allem meine Frau und meine Familie. Diese Gespräche und Lösungsansätze taten mir sehr gut und lassen mich durchweg positiv in die Zukunft blicken. Zudem haben mir die Drogenberatung und die Sitzungen beim Verkehrspsychologen sehr geholfen. Auch das Austauschen von Erfahrungen in Internetforen hat mir gezeigt, dass es viele Menschen mit ähnlichen Problemen gibt und diese es auch geschafft haben komplett abstinent zu leben.

Wie reagiert Ihr Umfeld auf diese Umstellung?

Meine Frau und meine Familie haben die Umstellung meiner Lebenseinstellung durchweg positiv aufgenommen. Sie finden es super, dass ich nun mehr Verantwortung abgeben kann und mir somit auch meine eine persönliche Auszeit nehme, um Kraft zu tanken und für mich zu sein. Auch meine „alten“ Freunde finden es super, dass ich wieder mehr Zeit mit Ihnen verbringe.

Haben Sie nach der Auffälligkeit weiterhin Kontakt zu Ihren Drogenbekannten gehabt?

Ich habe mich diesen geöffnet und Ihnen gesagt, dass ich mit Ihnen keine Zeit mehr verbringen kann, da es mir nicht gut tut. Diese haben wiedererwartend positiv reagiert und konnten das verstehen. Somit hat sich nur noch ein „Hallo“ und „Tschüss“ zwischen denen und mir eingependelt. Zudem bin ich jetzt im Master-Studium welches auch weniger Präsenz in der Uni mit sich bringt. Somit habe ich quasi kein Kontakt mehr zu meinen ehemaligen Drogenbekannten.

Haben Sie nach Ihrer Auffälligkeit miterlebt, wie Ihre Bekannten Drogen konsumiert haben?

Nein, habe diese privat nicht mehr getroffen und somit auch kein Drogenkonsum mehr miterlebt. Außerdem kenne ich sonst auch keine Leute, die Drogen konsumieren.

Wie haben Sie in Zukunft vor mit Cannabis/dem Konsum umzugehen?

Ich habe mich bewusst für ein drogenfreies Leben entschieden. Somit habe ich mich auch gegen Menschen entschieden, die Drogen konsumieren. Ich werde solchen Menschen direkt aus dem Weg gehen und keinen Kontakt zu diesen aufbauen.

Haben Sie zu Hause Cannabis?
Nein, habe ich ich nicht und hatte ich auch noch nie.

Wie wollen Sie es gegebenen Falls in Zukunft verhindern, nochmals unter Drogeneinfluß ein KFZ zu führen?

Da ich keine Drogen mehr nehmen werde, besteht diesbezüglich auch keine Konfliktsituation. Ich habe mich bewusst entscheiden, keine Drogen mehr zu nehmen und deswegen werde ich auch nie mehr unter Einfluss von Drogen am Straßenverkehr teilnehmen.

Wie wollen Sie einen beginnenden Rückfall erkennen?

Wenn ich merken würde, dass ich Kontakt zu Leuten habe, die Drogen konsumieren. Dann würde ich das reflektieren und mich von denen direkt wieder distanzieren. In der Wissenschaft gibt es 5 intrinsische und 3 extrinsische Gründe wieder Rückfällig zu werden. Bei mir könnten zwei von den „gefährlich“ werden. Ein intrinsischer Grund wäre zu denken, es kontrollieren zu können. Da würde ich mir sofort wieder sagen, dass ich nicht der Typ bin, der das kann und es ganz schnell wieder mehr werden würde. Zusätzlich würde ich dann darüber mit meiner Familie und der Drogenberatung sprechen, um das neue Verhaltensmuster wieder zu verstärken. Der extrinsische Grund wäre der das Gefühl auf einer Party einfach mal wieder mitkonsumieren zu wollen. Hier würde ich sofort den Raum verlassen/ die Party für eine gewisse Zeit verlassen. Suchtdruck hält in etwa 5-16 Minuten an und danach ist dieser wieder weg. Somit würde ich den Ort, an dem konsumiert wird, für etwa eine halbe Stunde oder ganz verlassen, um nicht in Versuchung zu kommen.

Wie ist derzeit der Konsum von Alkohol bei Ihnen?
Ich trinke so gut wieder keinen Alkohol, da es mir einfach nicht schmeckt. Vielleicht mal ein Glas Sekt um irgendwo mit der Gesellschaft anzustoßen (Sylvester)
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  #10  
Alt 22.01.2018, 21:25
Jack3d Jack3d ist offline
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Registriert seit: 20.11.2017
Beiträge: 14
Standard

Moin

Zuerst ein mal möchte ich loswerden, dass unsere Geschichten erschreckend viele Parallelen aufweisen. Das ist wirklich zu großen Teilen dem was ich meinem Gutachter erzählt habe sehr, sehr ähnlich.
Ich hatte meine MPU heute vor einer Woche...laut Gutachter und Ärztin wird es wohl positiv werden...so als kleine Motivation für dich

Zitat:
Zitat von Pubär Beitrag anzeigen
Welche persönlichen Hintergründe gab es für den Cannabis- Drogenkonsum?

Mit dem Start des Studium habe ich mich schwer getan Anschluss zu finden (war in Regel 5 Jahre älter als meine Kommilitonen+ generell bin ich etwas zurückhaltender) und wollte einfach zu den „coolen und jungen“ Studenten gehören. Dann habe ich auf der Studi-Start Party eine Gruppe aus meinem Studiengang gesehen, welche konsumierten und mich denen angeschlossen. Diese fanden das klasse, dass ich mitrauche und dadurch wurde ich in deren „Kreis“ irgendwie aufgenommen. Um weiterhin zu diesem Kreis zu hören, habe ich ab und an mit denen nach Lerneinheiten (haben wirklich gelernt) wieder und wieder mitgeraucht. Das führte schließlich zu gelegentlichen Konsum, welcher mir nach und nach mehr und mehr zusagte. Das Gefühl der Lockerheit und „Blödsinnsredens“ machte mir auch zum Ende hin auch persönlich sehr Spaß. Ich will aber ganz deutlich sagen, dass ich immer eine Chance hatte NEIN zu sagen. Habe natürlich freiwillig geraucht, weil mir das Gefühl gefallen hat.
Hier würde ich noch versuchen auf das WARUM einzugehen. Klar, man wollte dazugehören etc. Aber WIESO hast du dich mal eben so zum Konsum von Drogen entschieden?
Ich bin hier z.B. darauf eingegangen, dass Cannabis gesellschaftlich schon fast geduldet wird und man fälschlicherweise quasi von Anfang an vermittelt bekommt, dass es eine "harmlose" Substanz ist....nur mal so als Denkansatz.


Zitat:
Zitat von Pubär Beitrag anzeigen
Wie haben Sie in Zukunft vor mit Cannabis/dem Konsum umzugehen?

Ich habe mich bewusst für ein drogenfreies Leben entschieden. Somit habe ich mich auch gegen Menschen entschieden, die Drogen konsumieren. Ich werde solchen Menschen direkt aus dem Weg gehen und keinen Kontakt zu diesen aufbauen.

[...]

Wie wollen Sie es gegebenen Falls in Zukunft verhindern, nochmals unter Drogeneinfluß ein KFZ zu führen?

Da ich keine Drogen mehr nehmen werde, besteht diesbezüglich auch keine Konfliktsituation. Ich habe mich bewusst entscheiden, keine Drogen mehr zu nehmen und deswegen werde ich auch nie mehr unter Einfluss von Drogen am Straßenverkehr teilnehmen.
Diese beiden Punkte kann man sehr schön verbinden. Hier möchte der Gutachter auf jeden Fall hören, dass man Strategien hat um seiner Abstinenz treu zu bleiben.
Ich bin hier darauf eingegangen, dass der Konsum von Cannabis absolut keine Vorteile bietet.
Ich habe mir z.B. in den Wochen/Monaten vor der MPU eine Pro- und Contra Liste zum Thema Kiffen gemacht, welche ich dem Gutachter vorgetragen habe. Sowas kommt gut, da es zeigt, dass man sich wirklich damit beschäftigt hat.


Zitat:
Zitat von Pubär Beitrag anzeigen
Wie wollen Sie einen beginnenden Rückfall erkennen?

Wenn ich merken würde, dass ich Kontakt zu Leuten habe, die Drogen konsumieren. Dann würde ich das reflektieren und mich von denen direkt wieder distanzieren. In der Wissenschaft gibt es 5 intrinsische und 3 extrinsische Gründe wieder Rückfällig zu werden. Bei mir könnten zwei von den „gefährlich“ werden. Ein intrinsischer Grund wäre zu denken, es kontrollieren zu können. Da würde ich mir sofort wieder sagen, dass ich nicht der Typ bin, der das kann und es ganz schnell wieder mehr werden würde. Zusätzlich würde ich dann darüber mit meiner Familie und der Drogenberatung sprechen, um das neue Verhaltensmuster wieder zu verstärken. Der extrinsische Grund wäre der das Gefühl auf einer Party einfach mal wieder mitkonsumieren zu wollen. Hier würde ich sofort den Raum verlassen/ die Party für eine gewisse Zeit verlassen. Suchtdruck hält in etwa 5-16 Minuten an und danach ist dieser wieder weg. Somit würde ich den Ort, an dem konsumiert wird, für etwa eine halbe Stunde oder ganz verlassen, um nicht in Versuchung zu kommen.
Ich nehme an du studierst etwas aus dem Bereich Sozialwissenschaften?
Dieser Punkt klingt vom Ding her gut. Allerdings würde ich nicht unbedingt mit wissenschaftlichen Fakten und Termini um mich werfen.
Auch wenn du kurz vor dem Abschluss deines Masters stehst, sieht sich der Gutachter in diesem Gespräch als den Fachmann.
Das sollte/darf wohl keinen Einfluss auf die Begutachtung haben, jedoch würde ich dem Gutachter nicht auf den Schlips treten wollen...einfach um das Gespräch möglichst angenehm zu gestalten.

Ansonsten hört sich das für mich alles sehr stimmig an!
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