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  #1  
Alt 27.05.2018, 21:06
Valinor Valinor ist offline
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Standard MPU 29.5. für 1,92 auf Rad - FB als "Generalprobe"

Hallo zusammen. vor ca. 1 Jahr habe ich schonmal etwas hier reingeschrieben, da gings aber v.a. um juristische Infos (nochmal vielen Dank für eure Hilfe damals!!), außerdem war ich da, wie es viele wohl leider selbst kennen werden, nur voller Angst und Schock, und die inhaltlichen Angaben so lala. Also hoffe und denke ich, dass ein frischer Thread schon in Ordnung ist.

Ich habe in 2 Tagen meine MPU und möchte dass hier v.a. nochmal für mich zum Zusammenfassen meiner Erkenntnisse nutzen, über eure Kommentare und Tipps freue ich mich natürlich umsomehr.


Zur Person
Geschlecht m
Größe: 176
Gewicht:75
Alter: Ende 20

Was ist passiert?
Datum der Auffälligkeit: 10/2016
BAK: gepustet 0,84, BAK ca. 1 Std später 1,92
Trinkbeginn: 18.30
Trinkende: 00.15
Uhrzeit der Blutabnahme: 00.20 gepustet, 01.40 BAK

Stand des Ermittlungsverfahrens
eingestellt

Führerschein
Hab ich noch

Führerscheinstelle
Hab schon in meine Akte geschaut Ja/Nein: nein, hab aber polizeibericht etc
Sonstige Verstöße oder Straftaten?: no
Fragestellung der Fsst (falls bekannt): 1. Wird xyz wieder unter Alk ein KFZ führen (ärgert mich etwas, so stehts da, aber das wieder ist falsch!)
2. Wird xyz unter Alk ein Fahrzeug führen

Konsum
KT seit dem Vorfall = 1,5 Jahre, in der Zeit sowohl MPU-taugliches als auch angepasstes kt an meine Aufarbeitung

LW sind ok aktuell. Habe CDT 1x/mo immer unter der grenze natürlich

Aufarbeitung
Suchtberatungsstelle aufgesucht?: 1x
Selbsthilfegruppe (SHG): 1x
Psychologe/Verkehrspsychologe: 1x/mo seit 1/17

Schon eine MPU gehabt? no
Wer hat das Gutachten gesehen?:

Altlasten
Bereits durch Alkohol auffällig geworden Punkte oder sonstige Straftaten: no
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  #2  
Alt 27.05.2018, 21:32
Valinor Valinor ist offline
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Tathergang

1. Beschreiben Sie den Tag Ihrer Trunkenheitsfahrt aus eigener Sicht mit Datum und Uhrzeiten.
(wann, wo und mit wem getrunken / wann und wie aufgefallen / Promille)

Ab 18.30 beim kochen/essen mit gutem Freund 3x0,2l Wein in 3 Std. Dann mit Rad in Kneipe und 3-4 0,2l Bier pro 3,5 Std. getrunken. Kann es nicht exakt sagen, weil ich damals nicht aufgepasst habe, und kann es nicht exakt zurückrechnen, denn kurz vor Ende der Feier habe ich 3 Runden Schnaps ausgegeben bekommen (0,02). Aus der Differenz von Pusten/BAK meine ich zu ersehen, dass die quasi nach dem ich angehalten wurde erst voll rsorbiert wurden, was aber sicherlich den Kohl nicht fettmacht, weder damals noch heute. Ich habe mich damals schon mächtig betrunken gefühlt und wollte nur schnell heim ins bett, eine kurze Strecke. Und ich weiß dass es so oder so eine deutliche Trinkgewöhnung gab, auch wenn ich die nicht bezüglich des Schnaps hatte, und das rasche hintereinander trinken natürlich fatal war Der Anlass war damals generell und auch an dem Tag ausgehen/feiern, das besondere und der Teil mit den Schnaps erklärt sich über einen sehr alten guten Freund den wir unvorhergesehen in der Kneipe gegen Ende trafen.

2. Was und wie viel haben Sie am Tattag insgesamt getrunken?
(Genaue Angaben in Sorte, nge, Trinkzeit)
s.o.

3. Wie viel Kilometer fuhren Sie, bis Sie aufgefallen sind und wie viel Kilometer wollten Sie insgesamt fahren?
800m/2,5km

4. Hatten Sie das Gefühl, noch sicher fahren zu können?
(Ja/Nein + Begründung)
nein, habe mächtig geschwankt und vermeintlich "vorsichtig" fahren wollen (wie fies das klingt heute nach der zeit und dem ganzen leid )

5. Wie haben Sie die Trunkenheitsfahrt vermeiden wollen (wenn überhaupt)?
leider garnich, war damals meine (und unserer aller) angewohnheit, wenn ich ein rad dabei hatte, und keine Öffentl. Verkehrsmittel da waren

6. Haben Sie bereits früher im Straßenverkehr unter Alkoholeinfluss gestanden und sind aufgefallen?

s. frage 5, rad ja, ganz grob 1x /mo. deutlich betrunken, aber zumeist etwas weniger als so sehr wie an dem tag, wegen der schnäpse, was das aber nicht beschönigen soll und sich ja nur auf mein persönliches empfinden stützt, nicht auf messwerte. und sicherlich noch 2-3/mo. mit 0,5-1 prom.

KFZ wirklich absolut nie, und das ist mir sehr wichtig jetzt 1x deutlich zu betonen, danach erteile ich ja gerne und detailliert auskunft zur alk-thematik, und was ich daran für mich geändert habe zum glück etc. und mir ist klar, warum Sie (=ihr) das fragt, und dass absolut richtig ist, das detailliert zu kläre.
aber - bzgl meines kfz-fs muss ich es 1x betonen, ich hoffe das verstehen Sie (tun dass GA / darf ich das so formulieren beim Termin? - ich habe niemals auch nur unter geringstem alk einfluss ein auto geführt. das war familiär und im ganzen Freundeskreis immer völlig klar und out of order, unvorstellbar quasi. wenn ich wein verkostet habe im laden, bin ich 1 Tag mit Rad hin, hab verkostet, und am nächsten tag mit auto oder bahn hin und habe entsprechend gekauft.

7. Wie oft haben Sie alkoholisiert am Straßenverkehr teilgenommen ohne aufzufallen und was folgern Sie daraus?
s.o., ups fällt mir jetzt erst auf, eigtl vertauscht. aufgefallen nein.
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  #3  
Alt 27.05.2018, 21:33
Valinor Valinor ist offline
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Exploration

8. Wann hatten Sie den ersten Kontakt mit Alkohol und wann haben Sie das erste Mal Alkohol zu sich genommen?
(Allererste Erinnerung und erster Konsum)

9. Haben Sie regelmäßig Alkohol getrunken, und wie hat sich ihr Trinkverhalten in den letzten Jahren entwickelt?

10. Wie viel und wie oft haben Sie getrunken?
(Genaue Angaben in Sorte, Menge, Häufigkeit)

11. Wo und mit wem haben Sie überwiegend getrunken?

12. Warum haben Sie getrunken?
(Innere + äußere Motive; Anmerkung: o.g. Link "psychologisches Gespräch" lesen)

13. Welche Wirkung haben Sie in der Vergangenheit nach Alkoholgenuss bei sich beobachtet?
(bei wenig und bei viel Alkohol)

14. Gab es kritische Hinweise Anderer auf Ihren Alkoholkonsum und wie haben Sie darauf reagiert?

15. Welche Auswirkungen und Folgen hatte Ihr Alkoholkonsum auf Ihr Leben und Ihr Umfeld?

16. Gab es in Ihrem bisherigen Leben frühere Zeiten, in denen sie weit mehr Alkohol als heute getrunken haben?
Wenn ja, nennen sie bitte die Lebensabschnitte und mögliche Ursachen und Umstände dafür.

17. Haben sie jemals die Kontrolle über ihre Trinkmenge verloren und bis zur Volltrunkenheit Alkohol konsumiert?

18. Haben Sie früher schon einmal oder öfter über einen längeren Zeitraum bewusst und mit Absicht völlig auf den Genuss von Alkohol verzichtet?

19. In welcher Kategorie von Trinker haben sie sich früher gesehen und wie stufen Sie sich heute rückblickend ein?
(mit Begründung)

Heute und in Zukunft

20. Trinken Sie heute Alkohol? Wenn ja, was, wie viel und wie oft?
(Genaue Angaben in Sorte, Menge, Häufigkeit)

21. Wann haben Sie zuletzt Alkohol getrunken?

22. Trinken sie gelegentlich alkoholfreies Bier?

23. Warum trinken Sie heute Alkohol/keinen Alkohol?

24. Warum haben Sie das Trinken reduziert bzw. aufgegeben und warum nicht schon eher?

25. Wie haben Sie die Änderung Ihres Trinkverhaltens erreicht und dabei die Umstellungsphase erlebt?

26. Wie wirkt sich Ihr geändertes Verhalten auf Sie, Ihr Leben und Ihr Umfeld aus?

27. Wie stellen Sie sicher, dass Ihr neues Verhalten dauerhaft stabil bleibt?

28. Können Sie sich vorstellen, jemals wieder in Ihre alten Gewohnheiten zurückzufallen?
(Ja/Nein + Begründung,) ->Hintergrund der Frage ist, welche Umstände können dazu führen, dass Sie wieder
in alte Gewohnheiten zurückfallen würden, wie merken sie das und was tun sie dagegen?<-

29. Wie wollen sie in Zukunft das Trinken vom Fahren trennen?

30. Haben Sie zum Abschluss noch etwas hinzuzufügen?
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  #4  
Alt 27.05.2018, 22:28
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Hier gehört aber noch Speck rein.
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  #5  
Alt 27.05.2018, 22:59
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ja klar, braucht aber echt was zeit, sorry. ud sorry für d. doppel-post!



Exploration

8. Wann hatten Sie den ersten Kontakt mit Alkohol und wann haben Sie das erste Mal Alkohol zu sich genommen?
(Allererste Erinnerung und erster Konsum)
allererste Erinnung ist leider wirklich schwierig, ich kann nur vermuten zuhause beim essen. eine frühe erinnerung (10-12J?) ist jedenfalls, das ich weihnachten abends meinen eltern etwas gutes tun wollte, und vom guten, nur zu weihnachten gekauften whiskey nachgeschüttet habe, aber deutlich zuviel, sodass meine eltern versucht haben das zurückzufüllen iwie.
zu mir genommen auch bei meinen eltern beim essen. kann mich leider auch nicht mehr wirklich erinnern, wie es ganz am anfang war und wann, schätze ca. 14-15.

9. Haben Sie regelmäßig Alkohol getrunken, und wie hat sich ihr Trinkverhalten in den letzten Jahren entwickelt?
Hab mehrfach graphen gemalt, kann das auch, aber bringt mir nicht viel und will ich auch nich machen eigtl. Eher als Tabelle sowie hier:
ab ca. 16 - 19 - 1x Mo. Feiern im Durchschnitt, mal 2x, mal keinmal (privat oder Clubs) mit viel Alk und im selben Monat noch ca. 1x/Woche 2-4 TE zum Essen zuhause/Restaurant.
20-25 (Studium) Mehr Feiern, ca. 1x/wo, wieder natürlich mit deutl. Schwankungen, plus 1-2x/Wo 2-4 TE zum Essen, wobei sich das auch mal kombiniert hat
26-27 (Praktika/Examen/Freiwilligenarbeit) Deutl. weniger häufig gefeiert, aber wenn dann weiter mit viel Alk. wieder ca. 1x/mo. Dabei aber häufiger zuhause (essen/fernsehen etc) und tendenziell auch mal mehr, also vll. 1-2/wo 2-4 TE plus 1-2/wo 4-7 TE.

28-29 (=nach dem Vorfall bis heute) direkt nach der TF einige Wo. garnix. Danach mit KT angefangen und va mit der beschäftigung was da eigtl passiert, welche muster ich hab, was ich für neue erfahrungen mache, wies mir damit geht etc. hab bzgl der Trinkanlässe insbesondere sehr genau überlegt wann ich möchte, wann es nicht so "wichtig"/schön ist, und auf die zahl geachtet. Dann mich bewusst entschieden zu den dez-feiertagen zum essen "2 extra tage zu erlauben". wichtig ist dabei zu betonen, dass ich nicht wusste ob ich eine mpu machen muss. und das v.a. für mich richtig machen wollte. dh ich hab zwar zu dem zeitpunkt noch zuviel TA gehabt, aber das schon geplant und beim trinken auch keine ausrutscher gehabt.
Frage 1: ich kann dazu stehen und finde es richtig und verständlich. soll ich es trotzdem in der mpu verheimlichen?
Frage 2: ich hatte silvester 2017 einen halb-ausrutscher mit 10 TE über den langen abend, geplant hatte ich 4. Habe das so im excel-trinkkalender auch vermerkt: "Hintenraus unachtsam, als wäre es dann nicht mehr schlimm/gefährlich, dadurch zuviel und unnötig, und Wirkung gespürt, dann erst gestoppt. Nochmal erschrocken über die Gefährlichkeit" - sollte ich das erwähnen oder lieber nicht? ist wie gesagt ne excel-tab, kann ich leicht ändern für die mpu. Genauso den weiter unten?!?

Im Jan und Feb noch je 4 TA mit jeweils einigen Wo pause, ab märz 1-2 TA/Mo mit 1-2 TE bis Anfang diesen Jahres, da habe ich bewusst versuchen wollen, wie es ist, wenn ich etwas "locker lasse". Wieder berücksichtigen, ich ging nicht von einer MPU aus, und wollte es v.a. für mich genau rausbekommen". Der Psych. hat mich dabei unterstützt, und gesagt, eine gedankenlose Regelmäßigkeit ist sehr gefährlich, und ein insgesamt hoher Konsum kann durch die Gewöhnung gefährlich sein, das war mir klar und habe ich versucht nie aufkommen zu lassen. Dh. ich habe weiter TA geplant, und dabei auch ca. 1x/Wo 2 TE zum Essen zugelassen, wenn es nicht in Summe der TA 4/Mo überschritten hat, oder sie eng aufeinander waren. Ausrutscher gabs in der Zeit 2 im Februar, 1 davon ärgert mich persönlich etwas, weils bei 6 TE landete. Dabei gabs zwar nicht den Wunsch noch weiterzusaufen, oder 1 greifbares Problem, aber man weiß es ja selbst, wenn man etwas nicht richtig gemacht hat. Ich habe wirklich an dem Abend im alten muster gedacht, s. unten bei Motivation. Der 2. Ausrutscher war 1 TE ungeplant, aber nicht unkontrolliert (einen Wein verkostet fast 0,1l).
Frage 3: Diese Änderung zum aktuellen Stand verschweigen oder nicht?

10. Wie viel und wie oft haben Sie getrunken?
(Genaue Angaben in Sorte, Menge, Häufigkeit)
Menge und Zahl s. oben. Beim Feiern vermutlich nach Gefühl und Rechner abgeschätzt ca. 10-20 TE, mal so mal so. Ist hoffentlich nicht unglaubwürdig zu sagen aber bei der TF war ich wirklich knülle. Sicher hatte ich das immermal wieder, aber schon als obergrenze - meine ich... Beim Feiern bier und in der jugend etwas longdrinks, selten schnaps wie bei der TF. Essen/zuhause quasi nur wein oder sekt.

11. Wo und mit wem haben Sie überwiegend getrunken?
S.o. Freunde und Lebensgefährtin, die TE zuhause aber auch allein beim essen
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  #6  
Alt 28.05.2018, 00:08
kapomick kapomick ist offline
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Jetzt mal ernsthaft: du erwartest 2 Tage vor deiner MPU ne Rückmeldung und bist nicht mal in der Lage, einen vollständigen FB zu posten. Ohne Frage 12 beantworte ich gar nix. Meinst du, wir sind hier zum Spaß da? Das ärgert mich wirklich! Wir helfen gern, aber deine Hausaufgaben musst du verdammt noch mal selbst machen. Und da gibts nur Löcher. So geht das nicht!
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  #7  
Alt 28.05.2018, 00:13
Valinor Valinor ist offline
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12. Warum haben Sie getrunken?
Ich sehe da 2 große komponenten, die ineinandergreifen und zusammen das gefährliche problem bilden/gebildet haben:
1. es war ein schleichender und beinahe völlig unbemerkter, zumindest leider un-reflektierter gewöhnungs und lernprozess. Feiern und alle dabei gemachten positiven erfahrungen waren mit alk verbunden. auch zum alltag, gerade lecker essen (zu anlässen, auch um es sich gutgehen zu lassen, sich etwas schönes zu gönnen) gehörte alk dazu. natürlich wusste ich iwo kognitiv, dass das ein potentiell gefährlicher stoff ist, nicht gesund etc. aber mir war emotional und in meinem tgl. leben das nicht präsent. meine gesunden, lieben, erfolgreichen eltern trinken beinahe tgl. ihre 1-4 TE. so gut wie alle freunde etc. betranken sich ab und an. ein kater war zwar mal unangenehm, aber kavaliersdelikt und keine große gefahr. so habe ich das kennengelernt und mitgemacht, hatte auch kein grund zur sorge etc. jetzt weiß ich natürlich, das genau das die große gewöhnung erzeugt hat, die die grundlage ist für die gefahren wie kontrollverlust, fehleinschätzungen, etc.
2. die inneren gründe nach denen wir alle suchen... das hat sich etwas gewandelt denk ich. Soweit ich mich an die ja leider in dem punkt recht un-reflektierte zeit um die 20 erinnere, war es schon unsicherheit mit mir selbst, dem tanzen, frauen etc. wenn man "besoffen" war konnte man sich etwas rausnehmen, sprich ich mich ausprobieren ohne viel scham etc. dazu passt natürlich die stoff-wirkung auch. am anfang hatte ich auch schlicht wenig andere strategien/verhaltensmuster auf lager... In den letzten jahren, und das sieht man letztlich auch beim trinkmuster, hat sich der fokus vom feiern verschoben, und der grund war neben der unveränderte konditionierung (s. Pkt. 1.) v.a. der wunsch sich etwas zu gönnen und locker zu lassen. Im Fall des Rausch-trinkens kam dass dann in form von "über die stränge schlagen" bzw. mal sich nicht-disziplinieren, nicht-vernünftig-seins vor. das vor dem hintergrund eines hohen drucks im studium und der familie und dem persönlichen wunsch, allem gerecht zu werden für die (vermeintlich erst damit zu erreichende) liebe und anerkennung.

13. Welche Wirkung haben Sie in der Vergangenheit nach Alkoholgenuss bei sich beobachtet?
(bei wenig und bei viel Alkohol)
Kann ich schlichtweg nur bekannte dinge wiederholen: entspannung, enthemmung, gute laune, aufgedrehtsein. Danach natürlich auch tollpatschigkeit, eine gewisse rücksichtslosigkeit, müdigkeit, verpeiltheit.

14. Gab es kritische Hinweise Anderer auf Ihren Alkoholkonsum und wie haben Sie darauf reagiert?
vor der TF sehr wenig. Wenn dann mal richtung kater und nicht fit sein für geplante unternehmungen. Da hab ich mich entschuldigt, aber persönlich kein großes problem mit gehabt, das wurde unter persönliche entspannungszeit verbucht (so absurd, oder... aber wahr!). Hab aber auch seltenst bis nie wichtige dinge deshalb verpasst.
nach der TF hab ich mit meiner freundin viel gesprochen und danach hat sie gesagt, dass sie es schon viel fand, aber da ja nix passiert sei gedacht habe lass ihn doch. selbst da, so gefährlich leicht zu unterschätzen, tja, unsere gesellschaft...

15. Welche Auswirkungen und Folgen hatte Ihr Alkoholkonsum auf Ihr Leben und Ihr Umfeld?
wenn ich ehrlich bin fallen mir nicht viele nach aussen sichtbare, harte folgen ein. lief soweit eigtl alles ganz gut. wenn ich das für mich selbst genauer hinterfrage, zurückblickend, sehe ich viele verpasste chancen bzw. abende die mit weniger alk bestimmt noch schöner gewesen wären. und einige abende bei denen schlimme dinge hätten passieren können, nur das ich halt immer glück hatte. darunter fallen dann natürlich auch alle TF mit Rad.

16. Gab es in Ihrem bisherigen Leben frühere Zeiten, in denen sie weit mehr Alkohol als heute getrunken haben?
Wenn ja, nennen sie bitte die Lebensabschnitte und mögliche Ursachen und Umstände dafür.
s.o.

17. Haben sie jemals die Kontrolle über ihre Trinkmenge verloren und bis zur Volltrunkenheit Alkohol konsumiert?
Trotz aller Beschäftigung mit dem Thema tu ich mich immernoch super schwer damit:
Ich war ja sehr sehr betrunken an dem Abend der TF, und wie oben angegeben auch immer wieder zuvor in ähnlichem Ausmaß. noch betrunkener war ich selten bis nie, wüsste auch nicht wie das geht. Sprich, ich habe immer iwann gemerkt jetzt kann ich nicht mehr und will heim, und bin dann auch heimgekommen. Insofern gabs ja eine kontrolle und ein stop, also nein, oder? Gab allerdings schon immer mal abende /zeiten wo ich vor hatte nur 2 std zu bleiben und 5-10 TE zu trinken und dann hat sich iwas ergeben und ich hab party gemacht. aber das ist nicht gemeint oder?

18. Haben Sie früher schon einmal oder öfter über einen längeren Zeitraum bewusst und mit Absicht völlig auf den Genuss von Alkohol verzichtet?
Ja, bin gläubig, hab immer gefastet, davon ca. die hälfte u.a. alk, teils mit nicht-materiellen sachen, und aus sportlichen anlässen immer mal paar wo.

19. In welcher Kategorie von Trinker haben sie sich früher gesehen und wie stufen Sie sich heute rückblickend ein?
(mit Begründung)
wenn damit jellinek gemeint ist, Gelegenheitstrinker.

Heute und in Zukunft

20. Trinken Sie heute Alkohol? Wenn ja, was, wie viel und wie oft?
(Genaue Angaben in Sorte, Menge, Häufigkeit)
s.o., KT in abgewandelter Form, max 4 TA/Mo, nicht hintereinader, geplant, reflektiert, gewollt und dabei bewusst wahrgenommen, max. 2 TE.

21. Wann haben Sie zuletzt Alkohol getrunken?
1 TE Sa. Abend zum Anstossen auf ein berufl. Erfolg. Davor gut 3 Wo. nicht, hab den kal. gerade nicht hier.

22. Trinken sie gelegentlich alkoholfreies Bier?
Häufig. Schmeckt einfach nicht süß, deshalb.

23. Warum trinken Sie heute Alkohol/keinen Alkohol?
Geschmack. Ich bemerke natürlich auch eine gewisse wirkung, weil ich bewusst darauf achtgebe, wenn ich heute trinke. aber die empfinde ich garnicht als angenehm, ihr werdet das kennen denke ich, manchmal ist das ja mehr, manchmal weniger. Frage mich auch, ob ich das früher mit training einfach nicht hatte, oder nur nie drauf achtgegeben habe und dann schon mehr intus hatte. wenn ich nach 0,1l wein das deutlich merke höre ich heute auf, selbst wenn ich mir 0,2l erlaubt hätte /geplant hätte (sprich zb eine 2. flasche oderso), einfach weil ich es fies finde.

24. Warum haben Sie das Trinken reduziert bzw. aufgegeben und warum nicht schon eher?
die TF hat mich wachgerüttelt. erst der riesen-schock und die FS -angst, dann die erkenntnis in welcher großen gefahr ich da schwebe mit dem alk und dem unkritischen umgang. ist mir iwie etwas peinlich bzw. ärgerlich, bin sonst sehr reflektiert und helle eigtl. aber da bin ich vorher einfach blind gewesen.

25. Wie haben Sie die Änderung Ihres Trinkverhaltens erreicht und dabei die Umstellungsphase erlebt?
mit der hilfe vom psych, dem forum (Danke!), lesen etc. eigtl war es ziemlich schnell ziemlich gut und leicht. einzelne rückschläge und anpassungen, und gedankengänge, die einem dabei auffallen, wenn man gewohnheiten bemerkt, oder dinge und situationen neubewertet (gehe einfach auf viele feiern nicht mehr, weils nie spass gemacht hat und ich mir das höchstens halbwegs-ok-getrunken hab) kommen mit der zeit, aber ich meine das war alles sinnvoll und halt auch gut eingebettet in einen prozess. feiern und auch loslassen und über die stränge schlagen kann ich gut, eigtl sogar besser ohne alkohol.

26. Wie wirkt sich Ihr geändertes Verhalten auf Sie, Ihr Leben und Ihr Umfeld aus?
bin fitter und ausgeglichener, weil ich nicht nur mein alk-verhalten geändert habe, sondern auch den umgang mit gewissen anforderungen an mich, mehr und anderen sport treibe, und meditiere.

27. Wie stellen Sie sicher, dass Ihr neues Verhalten dauerhaft stabil bleibt?
habe viel rückhalt durch kollegen und familie, und denke/empfinde das neue verhalten nicht mehr als neu, sondern als sehr passend.

28. Können Sie sich vorstellen, jemals wieder in Ihre alten Gewohnheiten zurückzufallen?
Sag niemals nie, gell. Aber ich halte es für sehr unwahrscheinlich. mir ist die gefahr jetzt bewusst, v.a. auch wie leicht sich der alk stück-für-stück einschleicht, ohne das was passiert, bis der große knall da ist. und ich weiß, das gerade ich mit der vorgeschichte da nie nachlassen darf in meiner achtsamkeit. aber ich habe viel zu viel zu verlieren und überhaupt keinen grund, das aufs spiel zu setzen.

29. Wie wollen sie in Zukunft das Trinken vom Fahren trennen?
nochmal, ganz wichtig: KFZ und alk steht garnicht zur debatte! einfach indiskutabel. Und ganz ehrlich, nach dem terror nach der TF und der sorge um den FS v.a. in den ersten monaten, und den beruflichen ängsten die ich mal hier nicht näher ausführe - für nix auf der welt würde ich mich je wieder auf ein rad setzen.
wenns ums konkrete wie geht: bahn oder taxi oder zu fuss.

30. Haben Sie zum Abschluss noch etwas hinzuzufügen?
danke fürs lesen
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  #8  
Alt 28.05.2018, 00:18
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nochmals sorry, ist mir schon klar dass ihr alles braucht. habe jetzt 3 std. ca. überlegt und getippt, und da das eh mehr als 10.000 zeichen sind, das halt so gepostet. wollte niemanden verärgern, wie gesagt, erhebe ja auch garkeine forderung nach kommentaren unbedingt. so wie es euch passt LG und schlaft gut!
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  #9  
Alt 28.05.2018, 13:40
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Zitat:
12. Warum haben Sie getrunken?
Ich sehe da 2 große komponenten, die ineinandergreifen und zusammen das gefährliche problem bilden/gebildet haben:
1. es war ein schleichender und beinahe völlig unbemerkter, zumindest leider un-reflektierter gewöhnungs und lernprozess. Feiern und alle dabei gemachten positiven erfahrungen waren mit alk verbunden. auch zum alltag, gerade lecker essen (zu anlässen, auch um es sich gutgehen zu lassen, sich etwas schönes zu gönnen) gehörte alk dazu. natürlich wusste ich iwo kognitiv, dass das ein potentiell gefährlicher stoff ist, nicht gesund etc. aber mir war emotional und in meinem tgl. leben das nicht präsent. meine gesunden, lieben, erfolgreichen eltern trinken beinahe tgl. ihre 1-4 TE. so gut wie alle freunde etc. betranken sich ab und an. ein kater war zwar mal unangenehm, aber kavaliersdelikt und keine große gefahr. so habe ich das kennengelernt und mitgemacht, hatte auch kein grund zur sorge etc. jetzt weiß ich natürlich, das genau das die große gewöhnung erzeugt hat, die die grundlage ist für die gefahren wie kontrollverlust, fehleinschätzungen, etc.
2. die inneren gründe nach denen wir alle suchen... das hat sich etwas gewandelt denk ich. Soweit ich mich an die ja leider in dem punkt recht un-reflektierte zeit um die 20 erinnere, war es schon unsicherheit mit mir selbst, dem tanzen, frauen etc. wenn man "besoffen" war konnte man sich etwas rausnehmen, sprich ich mich ausprobieren ohne viel scham etc. dazu passt natürlich die stoff-wirkung auch. am anfang hatte ich auch schlicht wenig andere strategien/verhaltensmuster auf lager... In den letzten jahren, und das sieht man letztlich auch beim trinkmuster, hat sich der fokus vom feiern verschoben, und der grund war neben der unveränderte konditionierung (s. Pkt. 1.) v.a. der wunsch sich etwas zu gönnen und locker zu lassen. Im Fall des Rausch-trinkens kam dass dann in form von "über die stränge schlagen" bzw. mal sich nicht-disziplinieren, nicht-vernünftig-seins vor. das vor dem hintergrund eines hohen drucks im studium und der familie und dem persönlichen wunsch, allem gerecht zu werden für die (vermeintlich erst damit zu erreichende) liebe und anerkennung.
Diesen Druck haben/hatten wir doch alle. Aber er kann doch nicht als Alibi für dein Trinken gelten.
Da kann doch jeder, der z. B. ein Familienmitglied, seinen Job, seine Frau/Mann, oder sonstwas verliert, sagen: "Jetzt kann ich mir aber mal richtig die Kante geben."
Wir hatten auch Druck während des Studiums und es gab auch gute Feten.
Auch mal Undiszipliniertheiten. Aber das als Grundaussage zu nutzen, sehe ich falsch.
Ist jedenfalls meine Antwort.
Da müsste ja fast die gesamte Bevölkerung besoffen rumlaufen.
Die einen haben finanzielle Probleme, die anderen auf Arbeit, die nächsten in der Beziehung.
Also, das würde ich als GA sehr stark hinterfragen.
Denk nochmal drüber nach!
Kann sein, dass du damit durchkommst. Aber da würde ich diese Entscheidung anzweifeln, weil aus meiner Sicht, genau das das neue Alibi wäre.
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  #10  
Alt 28.05.2018, 13:55
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Mein Bruder hat sich totgesoffen in seinem Mitleid. Weil sein Frau verstorben war. Nach nem Jahr hab ich gesagt, es gibt noch 1000 andere. Bewegt dich doch mal. Da hat er mir die Ohren vollgeheult, was er für ein armer Kerl ist.
Ich hab ihm gesagt: "Ja, weil du hier hängen bleibst."
Er meinte: "Du kannst gut reden, hast ja die Fleppen zurück."
Und so weiter. Da war ich schon im Forum hier und hab ihm den Hinweis darauf gegeben. Hab gesagt: "Es gibt Hilfe."
Er nur: "Verschwinde, ich habe noch meinen Hund. Er ist so treu.."
Zum Schluss hat er sich nichtmal mehr um seinen Hund gekümmert.
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