Zurück   MPU Forum > MPU Diskussion > Alkohol MPU

Antwort
 
Themen-Optionen Ansicht
  #1  
Alt 03.01.2018, 18:04
Amira Amira ist offline
Stammpersonal
 
Registriert seit: 14.12.2017
Beiträge: 406
Beitrag Bitte um Hilfe für meinen ausgefüllten Fragebogen

Hallo alle zusammen,

erst mal alles Gute im neuen Jahr. Mögen uns in 2018 die positiven Gutachten nur so um die Ohren fliegen

Danke allen die hier so grossartige Arbeit leisten und dann noch in ihrer Freizeit

Ich gedenke, Anfang Februar meinen Antrag zur Neuerteilung der FE zu stellen und Ende März/Anfang April in die MPU zu gehen.

Also habe ich den ganzen Januar noch Zeit, meinen Entwurf zu überarbeiten.

Mit der Struktur bin ich noch nicht zufrieden. Möchte mich auch für die Wiederholungen entschuldigen.

Auch reiche ich die beschriebenen Trinkmengen per Tabelle nach, wollte aber erst mal Euer Statement dazu hören, um das nicht 2 mal zu verbessern.
Ja, ich weiß, sehr lang. Liegt am Alter, je älter die Leute, desto länger die Geschichten.
Aber habt ihr gewusst, auf alten Bildern sieht man meist jünger aus

Danke schon mal vorab für die Unterstützung. Würde mich sehr freuen, wenn auch nur Abschnittsweise, jemand kommentieren könnte. Das würde mir schon weiter helfen.
__________________
Gruss Amira
Mit Zitat antworten
  #2  
Alt 03.01.2018, 18:05
Amira Amira ist offline
Stammpersonal
 
Registriert seit: 14.12.2017
Beiträge: 406
Standard Teil 1

Zur Person
Geschlecht: weiblich
Größe: 1.65m
Gewicht: 53kg
Alter: 56 Jahre

Rheinland Pfalz
Was ist passiert?
Datum der Auffälligkeit: 22.04.2017
BAK: 2,01
Trinkbeginn: ca.15.00 (vorher nachweisbar im Fitnessstudio)
Trinkende: ca.16.15
Uhrzeit der Blutabnahme: 17.10
Lag nach dem Unfall auf der Intensivstation im KH – eventuell wurde ich entgiftet, weiß ich aber nicht genau, habe nicht mehr nachgefragt, wollte nach vorne schauen.
Hatte viele Schläuche am Körper. Erste Erinnerung ca.3.00 nachts. Kompletter Filmriss beim Unfall und danach.

Stand des Ermittlungsverfahrens
Strafbefehl schon bekommen: Ja – der engültige kam Ende Oktober 2017
Dauer der Sperrfrist: 03.April 1918

Führerschein
Hab ich abgegeben: 3 Tage nach Unfall zur Sicherstellung der Polizei gebracht

Führerscheinstelle keine Vorkommnisse zu verzeichnen
Konsum
Ich lebe abstinent und bleibe für immer dabei:
Anfang Juli 2017 – nachhaltiges Gespräch mit dem Hausarzt
Abstinenznachweis
Ich befinde mich in 6 monatige AB / Urinscreening Programm seit: 14.09.2017 bis 13.03.2018


Aufarbeitung
Suchtberatungsstelle : 1 ausführliches Gespräch bei Caritas im September 2017
Selbsthilfegruppe für verkehrsauffällige Autofahrer(SHG): ab Dezember 2017 regelmässig alle 14 Tage mit Nachweis.
Buch: Der Testknacker bei Führerscheinverlust und sicher durch den MPU-Test (von ehemaligem Gutachter Robert Klaus)
Internetinformationen gesammelt / In Foren mitgelesen
Aufbereitung der Trinkhistorie und Verhaltensänderungen schriftlich festgehalten.
Gespräche / Beratung durch einen guten Bekanntem der bereits 2 MPUs hinter sich gebracht hat.


MPU
Datum: voraussichtlich Anfang April 2018 (Sperrzeit bis 3. April)

Welche Stelle (MPI): ???

Schon eine MPU gehabt? Nein

Altlasten
Bereits durch Alkohol auffällig geworden Punkte oder sonstige Straftaten:
Nein – auch sonst noch nie 1 Punkt

Tathergang

1. Beschreiben Sie den Tag Ihrer Trunkenheitsfahrt aus eigener Sicht mit Datum und Uhrzeiten.
(wann, wo und mit wem getrunken / wann und wie aufgefallen / Promille)

Am 1.November 2016 ist meine Mutter verstorben, meine Eltern waren 64 Jahre verheiratet. Seit dieser Zeit lebt mein Vater 91 Jahre, alleine in seinem Haus 44 km entfernt von meinem Wohnort.
Die Besuche sind meist sehr anstrengend für mich, da er weder eine Putzfrau noch sonstige Hilfen in Anspruch nehmen will, obwohl dies dringend nötig wäre.
Am 22.04.2017 war ich von 11:42 Uhr – 13:16 Uhr trainieren im Fitnessstudio (siehe Nachweis). Anschließend bin ich direkt zu meinem Vater gefahren und traf gegen 14 Uhr bei ihm ein. Ich fuhr mit meinem nagelneuen Auto (11.4.17 zugelassen) und noch keine 200km gefahren.
Ich stellte einen penetranten Geruch nach Fäkalien fest. Grund: Die Klospülung war von meinem Vater seit Tagen nicht betätigt worden (Er riecht nichts mehr seit Jahren). Die Angelegenheit war ihm sehr peinlich und wir haben gemeinsam das Problem aus der Welt geschafft.
Meine Gedanken:
Wie soll denn das denn weiter gehen? Er braucht dringend jemand der jeden Tag vorbei schaut und auch putzt. Ich kann nicht mehr!!! Ich befand mich in der völligen Überforderung.
Als wir uns schließlich im Wohnzimmer ausruhten, kam das Gespräch auf einer meiner beiden Söhne. Zum wiederholten Male wollte mein Vater wissen, weshalb mein jüngster Sohn, mit seinen 24 Jahren noch immer keine Freundin habe. Eine Frage, die meinen Vater (meine Eltern) schon seit Längerem intensiv beschäftigt. Ich wollte meine Eltern bezüglich der sexuellen Ausrichtung meines Sohnes nicht unnötig belasten. Sie kommen aus einer anderen Generation. Deshalb spielte ich seit Jahren meinen Eltern etwas vor, was mein Gewissen sehr belastete.
Aber in diesem Moment platze es aus mir heraus und ich sagte ihm, dass mein Sohn schwul sei und seit längerem mit seinem Partner in einer festen Beziehung lebe.
Meinen Vater traf diese Nachricht wie ein Schlag.
Nachdem er sich etwas gefasst hatte, stand er auf und meinte: „Darauf muss ich erst mal was trinken“ und bot auch mir einen Ouzo an.
Ich trinke generell keine „harten Sachen“ und mir war diese ungeheuerliche Wirkung fremd. Ich sagte sogar erst automatisch nein – aber dann doch ganz schnell ok. Ich wollte einfach den starken psychischen Druck damit abbauen, was natürlich völlig falsch war und ich habe überhaupt nicht mehr darüber nachgedacht – weder, dass ich noch Auto fahren musste, noch dass das Problem damit überhaupt nicht gelöst waere.
So kam es, dass ich nachmittags um 15.00 Uhr 2 Gläser Ouzo trank.
Der Alkohol schlug direkt an und es kam zum Momentversagen und mein Verstand setzte vollständig aus.
Mein Vater ging dann nochmals ins Bad, Fenster vom Lüften zu machen etc. Auf dem Wohnzimmertisch stand von ihm noch ein halbvolles Glas (0,5l) Wasser (ca.0,2l). Ich nahm die Flasche Ouzo und füllte das Glas auf und trank es ganz schnell, damit mein Vater das nicht merkte. Ich trank quasi „Schorle“, wie die Wochen davor, jedoch unterschätzte ich die Wirkung von Schnaps, die ja total anders ist, wie bei Wein/Sekt, total.
Es war der schlimmste Fehler / Blackout meines ganzen Lebens mich ins Auto zu setzen. Ich erinnere mich nicht mal mehr daran.
Eigentlich wollte ich zu meinem Partner fahren und den Restsamstag und Sonntag mit ihm verbringen. Hatte fürs WE gepackt und wollte am Montag meinen 1.Arbeitstag nach dem Kreuzbandriss mit dem neuen Auto zur Firma fahren.
Am Sa-Morgen (vor dem Fitnessstudio) –hatte ich noch Apfelkuchen gebacken, für meinen Vater und für uns (mein Partner, seine kleine Tochter ,8 Jahre und für mich).Ich war nicht mehr in der Lage über meine Fahrtüchtigkeit und mein Ziel nachzudenken.
Ich fuhr Richtung xxxx (meinem Wohnsitz 44km-das wäre weiter gewesen), statt nach xxxx (zu meinem Partner 30km, macht also noch weniger Sinn), aber anscheinend automatisch mein gewohnter Nachhauseweg von meinen Eltern.
Die Wirkung des Alkohols muss sich während der Fahrt voll entwickelt haben, so dass ich jegliche Kontrolle über mein Auto verloren hatte. Es kam nach 5km zu diesem Auffahrunfall ins Stauende, um 16.30, von dem ich keinerlei Erinnerung mehr habe.
Zum Glück hatten der Geschädigte und ich einen Schutzengel im Auto und es kam zu keinem Personenschaden. Gott sei Dank!!!!
Meine ersten Erinnerungen waren dann im Krankenhaus ca 1.00 Uhr auf der Intensivstation. Dort wurde ich als 1. beschimpft, wie man denn mit 2,0 Promille noch Auto fahren kann und andere in Gefahr bringen.
Da war mir klar, da ist etwas mächtig schief gelaufen. Ich fühlte mich absolut elend und konnte immer noch keinen klaren Gedanken fassen.
Mein Vater hat mich am nächsten Tag im Krankenhaus abgeholt, die Polizei hatte ihn informiert. Mein Partner machte sich ernsthaft Sorgen, er wusste nicht warum ich nicht gekommen war.
Habe den ganzen Tag im Bett gelegen, mir war schlecht ohne Ende, ich weinte, konnte nichts essen und ich dachte an meinen 1.Arbeitstag am Montag. Mit dem Zug- wie soll das denn gehen? Es ging erstaunlich gut, weil ich in der Nähe vom Bahnhof wohne und es am Morgen 2 Direktverbindungen in die Firma XXXX gibt.
Eine ganz neue und gute Erfahrung, ohne Stau entspannt zum Arbeitsplatz zu kommen. Zeitlich kaum ein Unterschied und der morgendliche Spaziergang an der frischen Luft tut mir gut.
__________________
Gruss Amira
Mit Zitat antworten
  #3  
Alt 03.01.2018, 18:06
Amira Amira ist offline
Stammpersonal
 
Registriert seit: 14.12.2017
Beiträge: 406
Standard Teil 2

2. Was und wie viel haben Sie am Tattag insgesamt getrunken?

2 Ouzogläser 0,02l und 1 Ouzoschorle 0,5l (davon etwa die Hälfte Wasser)
Zur Rekonstruktion der Trinkmenge / Berechnung nach Widmark : 285ml.

3. Wie viel Kilometer fuhren Sie, bis Sie aufgefallen sind und wie viel Kilometer wollten Sie insgesamt fahren?

Ich hatte nicht mal mehr mein Ziel im Kopf. Falsche Richtung gefahren – 5 km bis zum Unfall, es wären 44 km zu meinem Wohnort gewesen – aber der Plan war, zu meinem Partner, 25 km in die andere Richtung fahren und bis Montag zu bleiben.

4. Hatten Sie das Gefühl, noch sicher fahren zu können?
Nein.

5. Wie haben Sie die Trunkenheitsfahrt vermeiden wollen (wenn überhaupt)?

Es war Samstagnachmittag und ich hätte mich in meinem Kinderzimmer hinlegen können. Ich war nicht mehr ich selbst, das ist eine ganz erschreckende Wahrheit.
Ich trinke normalerweise keinen Alkohol bei meinen Eltern, es sei denn, es handelt sich um einen Geburtstag. Weder dieser schwere Familienkonflikt, noch die Aufnahme von Alkohol waren im Vorfeld geplant.

6. Haben Sie bereits früher im Straßenverkehr unter Alkoholeinfluss gestanden und sind aufgefallen?
Nein

7. Wie oft haben Sie alkoholisiert am Straßenverkehr teilgenommen ohne aufzufallen und was folgern Sie daraus?

In meinem Leben ca. 250 mal, wenn ich die Fahrten vor allem mit dem Fahrrad einrechne. Ich wohne in der Innenstadt kann und meine Freunde zu Fuss oder mit dem Fahrrad erreichen. 37 Jahre mal 6-7 Fahrten = ca 250Fahrten
Da ich niemanden kenne, der beim alkoholisierten Radfahren erwischt wurde, habe das nicht so eng gesehen. Jetzt natürlich schon. Beim Autofahren, Weihnachtsfeier von der Firma, Geburtstage bei meinen Eltern, da hatte ich ein schlechtes Gewissen, bin extra vorsichtig gefahren und war heilfroh, als ich zu Hause war. Heute weiß ich, dass das Leichtsinn war und ich mir was vorgemacht habe.
Exploration

8. Wann hatten Sie den ersten Kontakt mit Alkohol und wann haben Sie das erste Mal Alkohol zu sich genommen?

Allererste Erinnerung: ca mit 8 Jahren als meine Eltern Besuch hatten, habe ich aus Neugier mal am Glas Wein genippt. Schmeckte scheußlich.

9. Haben Sie regelmäßig Alkohol getrunken, und wie hat sich ihr Trinkverhalten in den letzten Jahren entwickelt?

Ich habe nicht regelmäßig getrunken, sondern temporär.

Das waren immer bestimmte Phasen, die nie über einen längeren Zeitraum gingen. Mein Sport war mir immer wichtiger und hat mich wahrscheinlich vor Schlimmerem bewahrt.

10. Wie viel und wie oft haben Sie getrunken und
11. Wo und mit wem haben Sie überwiegend getrunken?

1978
Bis zu meinem 16.Lebensjahr habe ich Leistungssport / Turnen betrieben. 3 x 3Std Training die Woche. Da habe ich noch keinen Alkohol getrunken.
Mit dem Beginn meiner Lehre August 1978 mit 16 ½ musste ich aus Zeitgründen diesen Sport aufgeben. Ebenso ging ich zur Tanzstunde und lernte dort meinen 1. „richtigen“ Freund kennen.
1979-1989 10 Jahre 1 Beziehung – 1.Ehemann
Wir gingen am Wochenende immer in die Disco zum Tanzen, Fr und Sa. Ich trank dort Cola-Bier 1-2 x 0.5 den ganzen Abend oder Cola. Mein Freund trank Bier pur. Ich war 19 Jahre/ er 21 Jahre als wir zusammen in eine Wohnung zogen. Wir waren 10 Jahre zusammen, kann mich an keine außergewöhnlichen Trinkübergriffe (außer vielleicht 1 Silvesterparty bei uns zu Hause) erinnern. Mit 23 Jahren haben wir bereits ein Haus gebaut und hatten immer viel zu tun. Wir waren glücklich. Spielten viel Tennis (Club war direkt neben unserem neuen Haus in XXXX), gingen Skifahren und joggen. Er hatte sich eher als Weinliebhaber entwickelt. Ich konnte teuren Weinen noch nie etwas abgewinnen, mein Getränk war eher Weinschorle - gegen den Durst nach dem Sport und zur Belohnung/Entspannung. Nach Feierabend und dem Tennis (2-3 Tagen die Woche incl WEs) trank ich eine Weinschorle 0,5l im Clubhaus, aber auch genug des „Guten“.Fahren musste ich ja nicht, da wir ja direkt dort wohnten. Mein Ex trank seinen guten Wein zum Essen, ich trank mit aber nicht immer und wenn, blieb es bei 1 Glas 0,2l.
In den Skiurlauben habe ich erst am letzten Abend Weinschorle oder auch Sekt getrunken. Ich fuhr sehr sportlich (mit 14Jahren in der Rennmanschaft von unserem Skiclub) und Skifahren ist immer noch meine große Leidenschaft. Bei hohen Geschwindigkeiten und Buckelpisten, brauchte ich meine volle Konzentration und Kondition. Ich wusste, Alkohol macht mich müde und schlapp.
Wenn wir auf Geburtstagen eingeladen waren, gab es Sekt am Anfang. Ich blieb dann (auch die Jahre danach) beim Sekt. 1. schmeckte er mir besser als Wein, außerdem habe ich festgestellt, dass ich die Wechselwirkung (Kopfweh am nächsten Tag) nicht vertrage. 2-3 Gläser Sekt über den Abend verteilt habe ich dann getrunken.
1989-1997 in Beziehung mit 2.Ehemann
Von meinem 1.Mann trennte ich mich sehr kurzfristig, als ich meine 2.Mann auf der Arbeit kennen lernte. Mein 1.Mann wollte keine eigenen Kinder haben, hatte das Buch Global 2000 gelesen und sagte, in die heutige Welt kann man keine Kinder mehr setzen (er wurde später mit einer anderen Frau sehr glücklicher Vater). Wir sind heute befreundet und treffen uns alle 2 Monate.
Das Haus wurde verkauft (ich kaufte ein neues) und wir zogen in seine Heimatstadt, da dies viel näher zu seiner neuen Arbeitsstelle war. Diese Stadt hat mir schon immer gut gefallen und ich habe seit dem mein Platz hier gefunden.
Mit 27 Jahren die Trennung, mit 29 Jahren war mein 1.Sohn und mit 31 Jahren mein 2.Sohn geboren. Mein 2.Mann war sehr partiarisch und verlangte von mir, nach dem 2.Erziehungsurlaub (damals 2x3 Jahre), dass ich zu Hause bleibe und kündige. Ich habe mich schweren Herzens gefügt. „Nur einer kann Karriere machen“, sagte er zu mir. Ich war unzufrieden, nur Mutter und Haushaltsmanagerin (Mädchen für alles) zu sein, fand mich aber damit ab.
Er genoss auch eher die guten Weine und wir haben zum Essen unregelmäßig zusammen eine Flasche gute Wein getrunken. Er machte sich unter der Woche eher mal ein Bier nach der Arbeit auf. Ich ging häufig ins Fitnessstudio, wenn er von der Arbeit kam. Einer musste ja immer bei den Kindern bleiben. Ich war froh, etwas für mich machen zu können.
Während der 2 Schwangerschaften / Stillzeit 1 Jahr habe ich gar nichts getrunken.
__________________
Gruss Amira

Geändert von Amira (03.01.2018 um 18:30 Uhr)
Mit Zitat antworten
  #4  
Alt 03.01.2018, 18:07
Amira Amira ist offline
Stammpersonal
 
Registriert seit: 14.12.2017
Beiträge: 406
Standard Teil 3

Mit 35 Jahren verließ er mich sehr plötzlich wegen einer anderen Frau. Er ging auf unser großes Volksfest in XXXX und lernte an einem Freitagabend, während ich zu Hause war und Babysitting für unsere Kinder (4 und 6 Jahre) machte, seine neue Frau kennen und hat sich verliebt. Freitagabend ist in XXXX der Tag an dem die XXXXler auf das Fest gehen. Ich ließ ihn gerne gehen, es ist seine Heimatstadt und er traf dann viele Leute, die er von der Schule etc kannte. Er und sie haben sich von ihren Partnern im August getrennt und sind im September in eine gemeinsame Wohnung gezogen.

8.1997-11.1997
Das war der 1.Tiefpunkt in meinem Leben.
Ich war ohnmächtig.

Der 2.Tiefpunkt die TF. Mir zog es den Boden unter den Füssen weg. Konnte es nicht fassen. Im Juni hatten wir noch einen schönen Familienurlaub in der Bretagne (er ist Franzose) verbracht. Die Kinder waren 4 und 6 Jahre alt und spielten schön zusammen. Ich dachte jetzt geht es aufwärts, das Gegenteil war der Fall.
(Ich habe sofort in meiner Firma angerufen und wurde zum 1.Dezember 1997 (ja, es sind genau 20 Jahre zwischen dem 1. und dem 2. Tiefpunkt meines Lebens) wieder eingestellt. Gott sei Dank. Ab da ging es aufwärts!!!!)
Mein Leben war aus den Fugen geraten. Wir waren keine Familie mehr – fand ich ganz lange sehr schrecklich, meinen Kindern das nicht geben zu können. Alleinerziehend, das wollte ich nie sein.

Ja, hier erkenne ich ein Muster.

Konnte am Abend nicht mehr trainieren gehen und er saß bei seiner neuen Flamme.
Rückblickend sage ich, dass ab da der Missbrauch von Alkohol seine Wurzeln hatte.
Bin dann tagsüber (Kindergarten/Schule) joggen gegangen, aber auch nicht täglich. Da hatte ich so ne Phase, in der ich vermehrt Schorle am Abend trank . 1-2 Schorle (0,5l - 0,75l), habe ich getrunken. Es bekam mir aber nicht. War ständig gereizt, unzufrieden und hatte noch keinen Plan in der Tasche. Mit Beginn meiner Arbeit, dann schon. Das machte mir gleich wieder sehr viel Spaß und ich war sehr motiviert und dankbar, dass mein alter Chef mich wieder eingestellt hatte. Ich wollte ihn nicht enttäuschen. Ab Dezember stellte ich das Trinken im Alltag ganz ein.
Die Herausforderung den Job gut zu machen (musste auch viel lernen in dieser Zeit), stand im Vordergrund – ebenso der Sport, den ich nie vernachlässigte. Am Wochenende trank ich, nicht regelmäßig mit Freundinnen, wenn sie zu Besuch oder ich bei Ihnen waren (2-4 0,2l )Sekt.
Der Ex ist erst mal nach USA Karriere machen….Fand ich sehr ungerecht, bin aber gerade deswegen auch meinen Weg gegangen. War sehr froh wieder zu arbeiten – eine ganz andere Welt lag mir zu Füssen.
Wenn ich von der Arbeit (ca.15.00) kam, habe ich die Kinder bei der Tagesmutter abgeholt und bin mit ihnen nach XXXX (2km) zum Abenteuerspielplatz am Wald, gefahren.
Dort waren immer Bekannte oder Freundinnen, die ich aus den Krabbelgruppen und vom Kindergarten her kannte. Diese sind auch heute noch „Seelenschwestern“, auf die ich jederzeit zurückgreifen kann. Pflegte zu jeder Zeit meine sozialen Kontakte.
Es gibt dort ein Joggingpfad von 2,5km und ich konnte meine 2 Runden drehen, meinen Arbeitstag nochmals durch den Kopf gehen lassen und mich auf den Abend mit den Kindern einstellen. Die Kinder haben sich dann erst mal ausgetobt und unser Abend verlief dann recht harmonisch. Hausaufgaben nachschauen, abhören für bevorstehende Arbeiten am nächsten Tag, gemeinsam Essen, baden/duschen und die Kinder ins Bett bringen.
Morgens 2 Kinder fertig machen und dann noch 35Km zur Arbeit fahren, da musste ich fit sein.

1999-2007
Nach 2 Jahren Alleinsein, bin ich eine Vernunftbeziehung zu einem zuverlässigen, 7 Jahre älteren Mann eingegangen und er zog auch nach 4 Monaten zu uns ins Haus. Er trank auch zum Essen Wein, auch er war ein Weinliebhaber, aber nie in großen Mengen. Ich hatte meinen Alltag (Mo-Fr) im Kopf (gut funktionieren / Verantwortungsgefühl) und habe konsequent nichts getrunken. Habe fast täglich Sport gemacht – joggen oder Studio am Abend.
Er war studierter Musiker und hatte fast immer an den Samstagen Auftritte. Ich weiß, es klingt gemein, aber ich war immer erleichtert, wenn er weg war. Dann machte ich mir einen „gemütlichen“ Abend und bin auf Sekt umgestiegen. 1 Flasche Sekt über den Abend waren da keine Seltenheit. Ich trank aus Erleichterung, dass er weg war und ich keine „Pflichten“ ihm gegenüber hatte. Der Alkohol entspannte mich und ich schlief dabei oft vorm Fernseher ein. Nach Jahren 8 beendete ich diese Beziehung (viel zu spät) und mir fiel ein Stein vom Herzen, als er auszog.
2007–2015 (ohne feste Beziehung, berufliches Weiterkommen)
Danach habe ich erst mal meine Freiheit genossen. Die Kinder waren dann bereits 14 und 16 Jahre alt. Meine älterer Sohn ist mit 15 Jahren zu seinem Vater gezogen, kam aber regelmäßig vorbei (wohnen 1,5km auseinander). Der Jüngere war wirklich unkompliziert und in seiner Freizeit mit Judo beschäftigt. Schaffte es zum Südwestdeutschen Meister mit 14 und war eine zeitlang Trainer von den ganz kleinen 6-Jährigen dort. Hatte keine großen Sorgen mit meinen Jungs.
Ich ging dann wieder öfters mit Freundinnen am WE in XXXX aus und wir tranken 1 Aperolspritz und 1-2 Weinschorle über den ganzen Abend verteilt. Fühlte mich dann betrunken, fand das aber schön. Lernte auch Männer kennen, aber es ergab sich nichts „Festes“. Von „Vernunftbeziehung“ hatte ich die Nase voll. Hatte meine Freundinnen, mein Fitnessstudio und machte ganz tolle organisierte Sportreisen Wandern , MTB und Skifahren .
Beruflich ging es ab 2007 aufwärts. Ich wechselte die Abteilung und wurde von der Techn. Zeichnerin zur Assistentin von Ingenieuren. Eine sehr erfüllende , sehr abwechslungsreiche, anspruchsvolle Tätigkeit und dankbare Abnehmer. Auch im Punkt elektronische Ablage habe ich meine Erfahrungen gesammelt.

2011 Verantwortung für ein Grossprojekt der Fa.XXXX im Bereich Dokumenten-und Korrespondenzmanagement - Vollzeit

Die Fa.XXXX hatte dazu Kontraktoren, die für uns arbeiten. Es ging um ein Mega-Projekt mit 11 Unteranlagen, die zum Teil in XXXX(600 Leute arbeiteten dort für uns) .Wurde sehr schnell zur Teamleiterin von 9 Personen (FF-Mitarbeiter, die den ganzen Tag nichts anders machten, wie Excellisten zu füllen, um die Korrepondenz zu registrieren, damit man sie bei einem Rechtsstreit wieder findet! (Heute haben wir dafür ein It-Tool).
Ich flog 14 mal nach Amsterdam, eine sehr aufregende Zeit. Meist waren wir am Abend mit unseren „Counterparts“ zu Essen. Man lud sich gegenseitig in die feinsten Restaurants ein.
Es gab 1 Aperitif (0,2 l Sekt), 1 x 0,2l Wein zur Vorspeise, ein anderer (1 -2x0,2l) Wein zur Hauptspeise. Beim Schnaps habe ich aber konsequent nein gesagt, ansonsten habe ich mich angepasst. Wir wurden dann mit dem Taxi ins Hotel gebracht. Klar, förderte das die Kommunikation unter den Geschäftspartnern. Ich trank dann nicht selten noch ein Piccolo aus der Minibar im Hotel. Uff, geschafft – am nächsten Tag standen die nächsten Verhandlungen an . Das Projekt verlief generell nicht erfolgreich. Ich war meinem „Personal“ nicht gewachsen, wollte, dass sie mich gut leiden können. Das wurde sehr ausgenutzt. Ich habe die Teamleitung abgegeben und mich von dem Projekt entfernt.
Motiv: wieder Überforderung. Habe jedoch rechtzeitig die Kurve bekommen und hatte gleich wieder etwas anders innerhalb der Firma.
2013-2015 wieder Stelle als Techn.Assistentin von Ingenieuren – ruhigeres Leben / keine anstrengenden Geschäftsreisen / keine Personalverantwortung – kein Stress auf der Arbeit und keine Überstunden, wenig Alkohol.

2015-2017
Mit 53 Jahren lernte ich meine große Liebe kennen.
Die äußeren Umstände sprachen dagegen – 70km weiter auf dem Land weg und eine 5-jährige Tochter.
Aber, er ist es nun einmal….und mit Liebe kam man fast alles bewältigen und ist zu Vielem bereit.
Er macht schon ewig Karate, trainiert die Jugend. Der Umgang mit Alkohol war sehr locker. Mal gar nix, dann mal wieder ne Flasche Wein zusammen und wenn wir endlich mal frei hatten (alle 14 Tage am WE) haben wir auch mehr getrunken. Er wiegt aber 30kg mehr als ich, bei ihm schlug der Alkohol nicht so an, wie bei mir. Ist mir jetzt auch erst im Nachhinein klar geworden.
__________________
Gruss Amira

Geändert von Amira (03.01.2018 um 18:32 Uhr)
Mit Zitat antworten
  #5  
Alt 03.01.2018, 18:07
Amira Amira ist offline
Stammpersonal
 
Registriert seit: 14.12.2017
Beiträge: 406
Standard Teil 4

12. Warum haben Sie getrunken?

Nach dem Tennis so eine Schorle , 0,5l – die Hälfte ist Sprudel und gleicht den Wasserverlust vom Sport gut aus, brachte dann so eine wohlige Entspanntheit und ich konnte sehr zufrieden schlafen. Wenn ich nach dem Tennis noch zum Beispiel bügeln wollte, habe ich nichts getrunken, das war dann auch kein Problem.
Geburtstagen/ Silvester / Weihnachtsfeiern, weil es völlig normal war und mich locker machte.
Pflichtbewusstsein und damit verbundene Anerkennung bekommen / Stressbewältigung - um den temporären beruflichen massiven Druck, der permanent mit meinen Aufgaben, die zwar „karriereversprechend“ waren, mich für kurze Zeit zu entziehen. Während den Geschäftsessen, Anpassung und auch Stolz „dabei sein“ zu dürfen.
Verdrängung / Überdecken von negativen Gefühlen - Enttäuschung, Wut, Trauer
Meine Erziehung: Pflichtbewusstsein und Streben nach Anerkennung und Lob:
In meiner Kindheit wurden Konflikte nicht sichtbar ausgetragen, schon gar nicht drang Negatives nach Außen durch. Es war wichtig nach Außen hin gut auszusehen. Es galt für mich gute Noten nach Hause zu bringen, „ordentlich“ auszusehen und mich zu benehmen.
Mein Leistungsturnen / Rennmanschaft Skiclub machten meine Eltern sehr stolz. Nur die guten Sachen wurden immer mit Stolz erzählt. In Mathe hatte ich fast immer eine 1 – das erzählte mein Vater auch gerne – das Kind ist super sportlich und kann gut rechnen. Allgemeinbildung war nicht so wichtig, Diskussionen nicht erwünscht.
Die Berufswahl hat mein Vater für meine Schwester und mich entschieden. Wir wurden beide Techn. Zeichnerin statt Krankenschwester / Schneiderin - er selbst ist Maschinenbauingenieur. Seid ihr unter lauter Männern, da geht es euch gut. So war das damals tatsächlich und er hatte im Nachhinein Recht. Wollte Abitur machen, war aber nur ein Mädchen, das später mal heiratet. Diskussionen gab es bei uns nicht oder wurden im Keim erstickt.
Fehler wurden nicht als notwendig im Lernprozess des Lebens gesehen, sondern als Fehltritt, der hätte nicht passieren dürfen und man sich sehr schämen musste und vor anderen verheimlichen.
Ich habe mich an Menschen orientiert, die „besser“ waren als ich und als Messlatte für meine Ziele gesehen. Heute weiß ich, das ist Blödsinn. Es reicht, wenn ich mit mir zufrieden bin, aber rückblickend ist das leicht gesagt.
Ein Streben nach Perfektionismus: alles immer richtig und keine Probleme machen, klappte auch sehr erfolgreich:
Leistungsturnen, Abschluss-Prüfung mit Anerkennung der IHK, mit 23 Jahren Haus gebaut, erfolgreich Tennis gespielt, Anerkennung in der Skigruppe ….. Keine Frustration, keine Verdrängung nötig.

1 Tiefpunkt (1997) in meinem Leben:
Ab 35Jahre jedoch änderte sich mein Leben von heute auf morgen, als mein Mann die Kinder und mich sehr plötzlich verließ. Völlig neue Lebenssituation mit den verbundenen Zukunftsängsten.
Ich war auf mich alleine gestellt. Angst, Unsicherheit und Minderwertigkeit waren das Resultat daraus. Die Verantwortung für alles war schon enorm.
Ich hatte das Gefühl: Ich will weg laufen und das habe ich mit Alkohol kompensiert. Die Kinder waren im Bett und ich konnte durch den Rausch endlich mal weinen und traurig sein. Die Kinder sollten das ja auf keinen Fall mitbekommen. Auch half mir der Alkohol, in dieser Zeit Pläne zu schmieden.
Nach 3 Monaten, bin ich aus der „Nicht wahr haben Situation“ durch Wiedereinstellung in meiner Fa am 1.Dez 1997 heraus gekommen.
Endlich hatte ich wieder eine stabile Struktur in meinem Leben und war relativ glücklich.
Die Arbeit machte mir sehr viel Spaß, nach meiner „Zwangspause“ von 6 Jahren. Wir hatten eine sehr nette Tagemutter direkt in der Nachbarschaft, die uns 10Jahre lang unterstützte.
Ebenso haben uns meine Eltern oft entlastet. Vater bastelte an meinem Haus, Mama kochte und betreute die Kinder auch mal das ganze Wochenende.
2 Tiefpunkt (2016-2017) in meinem Leben:
2016 Am 1.11.2016 verstarb meine Mutter nach längerer schwerer Krankheit.
Mitte 2016 trank ich bereits vermehrt, als ich vom Krankenhaus kam und meine Mutter so sehen musste. Total abgemagert, hilflos und mit 88 Jahren hat man auch nicht mehr so viel Hoffnung. Die nötige Herzop wurde wegen der Schwäche meiner Mutter nicht durchgeführt.
An den Tagen (2-3) , an denen ich es zeitlich nicht mehr ins Studio schaffte, weil ich zuvor im Krankenhaus war, trank ich 1,5l Weinschorle (1 Flasche 0,75l Wein) und ging ins Bett. Abschalten, ausschalten, keine weiteren Gefühle und Traurigkeit zulassen. Am nächsten Tag rief die Arbeit, die mich ablenkte und trotz allem, Spaß machte. Wir haben ein gutes Betriebsklima.
Mein Vater 90 Jahre war ab diesem Zeitpunkt nach 64 Jahren Ehe, alleine in seinem Haus auf dem Land. Ich versuchte die Verantwortung zu übernehmen und organisierte alles Mögliche, war nach außen hin stark. Innerlich jedoch versteinert, konnte nur weinen, wenn ich getrunken habe und alleine war.
Mein Partner wohnt 70km weiter weg und er ist auch Nonstop beschäftigt und hat davon nicht viel mitbekommen.
Im Januar 2017 war ich mit meinem Schatz über meinen Geburtstag am Feldberg zum Skifahren und wurde am Lift zusammen gefahren. Ich hatte zwar Schmerzen, fuhr aber den ganzen Tag weiter. Am Abend ging dann gar nichts mehr, Bein ganz dick etc. , ich heulte und wie brachen diesen schönen Kurzurlaub ab. Diagnose 2 Wochen später: Kreuzbandriss und OP.
Eine Welt brach in mir zusammen. Hatte ich doch 2 Freundinnen, die ich nach einer Kreuzbandop begleitet habe und wusste, wie langwierig und nervig dieser Genesungsprozess sein kann. Kein Sport- wochenlang an Krücken etc.
Bin dann zur Arbeit gefahren und habe meinen Rechner geholt, um Home-Office zu machen. Wollte meine Kollegin nicht hängen lassen, sie hat 2 kleine Kinder und da kann man keine Überstunden machen, weiß ich ja nur zu gut. Natürlich tat ich das auch aus Pflichtbewusstsein und wollte trotz dieser massiven körperlichen Einschränkung, nützlich zu sein. Es lenkte mich ach ab.
Die Zeit nach der OP war dann echt furchtbar. Ich habe die Schmerzmittel nicht vertragen, hatte keinen Appetit (keine Bewegung) und hing nur am Geschäftsrechner, mein Tor zur Welt in dieser Phase. Meine sehr nette Kollegin und ich chatteten und telefonierten auch ständig. Das war ein großer Fehler. Ich bin nicht für meine Kollegin verantwortlich, sondern mein Chef.
Meine Skigruppe, mit der ich seit Jahren im März zum Skilaufen nach Trois Vallees ging, schicke mir dann per Whats App die tollsten Bilder und schrieben, dass Sie mich sehr vermissten. Sonne, Schnee, lachende Gesichter – Skifahren ist mit Abstand meine größte Leidenschaft. Das brach mir zusätzlich das Herz und die Sorgen, ob mein Knie wieder und vor allem wann gesund wird, belastete mich zusätzlich.
Von der Firma kam Anerkennung – supertoller Blumenstrauß und gute Besserungskarte, vom ganzen Team unterschrieben. Das tat natürlich gut und motivierte mich noch mehr. Ich machte sogar Abrechnung auf die Projekte. Mein Chef wollte das so, obwohl ich krankgeschrieben war und die Leistung eigentlich „kostenlos“ war. Er schrieb mir per Mail, bei uns ist gar nichts kostenlos.
Mein Vater kam öfter zu Besuch und machte mir das Leben dadurch nicht leichter. Ich war so was von genervt.
Kaum hatte ich den Rechner runter gefahren, machte ich mir eine Flasche Wein auf und trank 1 Schorle. Ich kam schnell runter und fühlte mich besser. Die Gesamtanspannung war weg, das Bewegungsdefizit (kein Sport), waren ausgeschaltet. Mir wurde alles bissel egal und ja, dann trank ich solange, bis die Flasche (0,75-1l Riesling) leer war und ging sofort schlafen. 2.Flasche blieb zu, im Hinblick auf die Arbeit im Home Office am nächsten Tag. Ohne Alkohol konnte ich nicht mal mehr einschlafen, die Gedanken/ Sorgen kreisten ständig in meinem Kopf. Außerdem hatte ich lange, lange noch Schmerzen im Bein. Hätte meinen Hausarzt kontaktieren sollen, der mir Schlaf-und Schmerzmittel gibt. Brauchte ich ja nicht, hatte ja Alkohol- mannomann!!!!!
In der Zeit habe mein altes Auto meinem Sohn geschenkt und mir einen Jahreswagen gekauft. Mit diesem Auto fuhr ich dann (2.Fahrt mit neuem Auto!!!), am Ende meiner Krankmeldung , am Samstag den 22.4.2017 (TF) zu meinem Vater. Am Montag den 24.4.2017 fuhr ich 5.33 zu meinem Arbeitgeber mit dem Zug und nahm meine Arbeit wieder auf. Ich stellte sofort den Alkoholkonsum ein. Ich lag im Krankenhaus auf der Intensivstation und ich denke, ich wurde entgiftet.
__________________
Gruss Amira
Mit Zitat antworten
  #6  
Alt 03.01.2018, 18:10
Amira Amira ist offline
Stammpersonal
 
Registriert seit: 14.12.2017
Beiträge: 406
Standard Teil 5

13. Welche Wirkung haben Sie in der Vergangenheit nach Alkoholgenuss bei sich beobachtet?

Bei wenig, war ich lustig, sehr gesprächig und redewendig, tolle Ideen (die am nächsten Tag dann doch nicht sooo toll waren). Bei mehr Alkohol– müde, unkonzentriert, zu keinem nachhaltigen Gespräch mehr bereit, lust- und antriebslos. Freute mich aufs Bett, um schlafen zu können/dürfen – abschalten.

14. Gab es kritische Hinweise Anderer auf Ihren Alkoholkonsum und wie haben Sie darauf reagiert?

Erst jetzt im nach hinein, als der Führerschein weg war. Eine sehr gute Freundin sagte, dass ich auf meinen Geburtstagen manchmal schon ein Glas zu viel hatte. Bis ich mit allen mit Sekt angestoßen (keine Entschuldigung-ich wollte das ja) und immer wieder die Gläser gefüllt hatte, da könnten es schon 5-7 Gläser Sekt (0,1) gewesen sein. Da musste ich aber nicht fahren, das hatte ich bei anderen Veranstaltungen immer im Kopf.

15. Welche Auswirkungen und Folgen hatte Ihr Alkoholkonsum auf Ihr Leben und Ihr Umfeld?

Meine sozialen Kontakte pflegte ich zu jederzeit. Ich bin nach der Arbeit fast täglich im Studio gewesen und komme dann erst spät nach Hause. Während der Phasen des erhöhten Alkoholkonsums, hatte ich häufig am nächsten Tag Kopfschmerzen, war schlecht gelaunt, unkonzentriert, Magenschmerzen und hatte keinen Appetit. Bei viel zu viel (max 2 Flaschen Wein und am nächsten Tag nicht arbeiten) musste ich mich übergeben. Dies hatte ich dann immer auf dem Radar. An solchen Tagen ging ich meist gegen Abend joggen, danach wars wieder gut.
__________________
Gruss Amira
Mit Zitat antworten
  #7  
Alt 10.07.2018, 17:16
Amira Amira ist offline
Stammpersonal
 
Registriert seit: 14.12.2017
Beiträge: 406
Standard

Hi,hi,

mir ging es genauso. Nachdem das GA seit Wochen nicht freigeschaltet wurde, habe ich es selbst dann wieder geloescht.

Aber, ich habe das GA damals auf die Schnelle geschwärzt und es standen noch an einigen Stellen mein Name - also Schlamperei meinerseits- sorry
Unglaublich , wieviele Male der darin auftaucht.
Statt dass PIMA einfach mal "Sie hat" geschrieben haette.
Soll ich es nochmals versuchen? Wer hat denn die Zeit, dies zu analysieren?
Die wenigen, supertollen !!! Profis haben schon hier so zuviel zu tun.

Bin zur Zeit in Urlaub und nochmals in mich gegangen.
Mit 12 Monaten AB muss ich meine Geschichte (Strategie) auch anders aufbauen. Ich trete auf der Stelle..... und bitte um Unterstützung.

Nochmals meine unbeantworteten Fragen:

Muss ich die negative MPU im 4/ 2018 verschweigen?
Habe dadurch eine Lücke von 5 Wochen in meiner AB Zeit. Wie soll ich die denn sonst begruenden?

Im Krankenhaus haben die ebenso restlos überforderten Aertze bzw die Schwester die mich versorgt hat, meine Akte aus dem Archiv geholt. Auf meinem AB hatte ich die Nachricht kurz vorm Urlaub, dass dies geschehen sei, aber sie nicht wissen, was sie mir schreiben sollen.
Habe noch nicht geantwortet. Dachte an sowas vielleicht: "Wurde bei uns auf die Intensivstation gebracht - mit schweren Ausfallerscheinungen."
Irgendwie erscheint mir das laecherlich, auch wenn es der Wahrheit entspricht.
Hat jemand eine bessere Idee?

Freue mich wirklich ueber jedes Kommentar. Manchmal sind es doch die kleinen Dinge, die den Bock fett machen.

Am Termin zum Nachgespraech mit PIMA bin immer noch dran. Schriftlich reagieren die leider nicht. Muss ich halt nochmal diese "superkompetente " Assistentin anrufen. Die hat mir auf meine Frage wie lange die Pause sein darf, nach vielen E-Mails und Bitten geantwortet : 4 Monate......
Da wollte ich dann den Bericht von der Intensivstation mitbringen.
Wenig Hoffnung, dass das was bringt. Könnte aber meine Angaben meiner Trinkmengen, die die als Verharmlosung abgetan haben, vielleicht glaubwürdiger erscheinen lassen.

Meine AB-Zeit laeuft parallel natürlich noch weiter. MPU und 2 Anlauf ist im Nov. geplant.

Sorry, dass ich nicht in meinem Thead schreibe. Sollte eigentlich mal wieder nicht so lang werden......
__________________
Gruss Amira
Mit Zitat antworten
  #8  
Alt 10.07.2018, 17:43
Kai R. Kai R. ist offline
MPU Profi
 
Registriert seit: 07.02.2008
Beiträge: 3.125
Standard

Zitat:
Zitat von Amira Beitrag anzeigen
Sorry, dass ich nicht in meinem Thead schreibe. Sollte eigentlich mal wieder nicht so lang werden......
antworte Dir da
Mit Zitat antworten
  #9  
Alt 11.07.2018, 08:40
Amira Amira ist offline
Stammpersonal
 
Registriert seit: 14.12.2017
Beiträge: 406
Standard

Vielen Dank fuer das feedback.

Im GA steht ausdrücklich drin, ich soll 12 Monate AB zusammenhängend bringen soll, nicht noch weitere 6 Monate.
__________________
Gruss Amira
Mit Zitat antworten
  #10  
Alt 11.07.2018, 13:41
Kai R. Kai R. ist offline
MPU Profi
 
Registriert seit: 07.02.2008
Beiträge: 3.125
Standard

Zitat:
Zitat von Amira Beitrag anzeigen
Im GA steht ausdrücklich drin, ich soll 12 Monate AB zusammenhängend bringen soll, nicht noch weitere 6 Monate.
so päpstlich wird das wohl eher nicht gesehen.
Mit Zitat antworten
Antwort

Lesezeichen

Themen-Optionen
Ansicht

Forumregeln
Es ist Ihnen nicht erlaubt, neue Themen zu verfassen.
Es ist Ihnen nicht erlaubt, auf Beiträge zu antworten.
Es ist Ihnen nicht erlaubt, Anhänge hochzuladen.
Es ist Ihnen nicht erlaubt, Ihre Beiträge zu bearbeiten.

BB-Code ist an.
Smileys sind an.
[IMG] Code ist an.
HTML-Code ist aus.

Gehe zu


Alle Zeitangaben in WEZ +2. Es ist jetzt 11:26 Uhr.