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  #1  
Alt 23.03.2019, 18:23
TheGreatOne TheGreatOne ist offline
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Standard MPU wegen Punkte, nur Geschwindigkeitsverstöße

Hallo liebes Forum,

ersteinmal will ich Danke sagen für die vielen Infos, die hier so großzügig bereit gestellt werden, top!
Ich habe "meine" MPU noch vor mir, ich habe mich entsprechend dem Fragebogen vorbereitet, wäre also toll wenn jemand der Profis hier nochmal einen Blick drauf werfen könnte und mir Feedback/Verbesserungsvorschläge geben würde.

Danke schonmal!

Aufgrund der Länge in 3 Teilen...
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  #2  
Alt 23.03.2019, 18:23
TheGreatOne TheGreatOne ist offline
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Standard Teil 1

Was ist passiert?
- Führerscheinentzug aufgrund erreichter 8 Punkte
- Die Fahrerlaubnis wurde mir Mitte März 2018 entzogen, aufgrund persönlicher Umstände (dazu nachhher mehr), habe ich ihn aber erst so August eingeschickt, seitdem läuft deshalb auch erst die Sperrfrist.
Wie ist der Stand des Verfahrens?
- Führerschein abgegeben, Sperrfrist Mitte Februar abgelaufen
- Neuerteilung beantragt seit ca. 4 Wochen

Akteneinsicht bei der Führerscheinstelle
- Ja, in Kopie bei mir

Hilfe

- "Punkteabbauseminar"
- MPU Vorbereitungstermin bei "Nord-Kurs" (Zeitverschwendung, den "Sprint" Kurs habe ich mal nicht gebucht)
- Habe den Testknacker und "Sicher durch die MPU" gekauft und gelesen.
Ist mir aber beides zu "Alk" lastig, das Forum hier ist hilfreicher, da ich zum Glück kein Alkoholproblem habe.

MPU
- Noch kein Datum, aber beantragt.
Schätze so in 4 Wochen (Führungszeugnis muss erst noch eintrudeln, Ämter sind langsam....)
- TüV-Nord in Bonn (Macht bis jetzt einen netten und freundlichen Eindruck)
- Nein, noch nicht bezahlt

Negative MPU
- Nein, die allererste, auch kein Rückfalltäter
(Und selbstverständlich nicht angekreuzt, das die Führerscheinstelle automatisch mein Gutachten bekommt)
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  #3  
Alt 23.03.2019, 18:24
TheGreatOne TheGreatOne ist offline
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Standard Teil 2

I Was ist passiert?

Warum sind sie hier?
- Ich möchte die Zweifel an meiner Fahreignung der Führerscheinstelle ausräumen

Wie viele Verstöße hatten sie?
- Ich habe den Führerschein 1992 gemacht, bei 1-2 Verstößen pro Fahrt bei täglichen benutzen des Autos komme ich überschlagsmässig auf:
27 Jahre, ca. 700 Verstöße im Jahr -> ca. 20000 Verstöße (Wird von der Größenordnung hinkommen)

Aktenkundig sind davon die folgenden:

- 11.6.16 19:01 Uhr
29 Km/h zu schnell außerorts bei erlaubten 50 Km/h
(Mit dem Motorrad) 1 Punkt
Der "Rausch der Geschwindigkeit, mit dem Motorrad bin ich eigentlich immer zu schnell gefahren.

- 5.7.16 9:21
21 Km/h zu schnell außerorts bei erlaubten 100 Km/h
(Auto, dienstlich) 1 Punkt
Termindruck, musste bei einem Kundentermin pünktlich sein und habe dann die Geschwindigkeitsbegrenzung ignoriert

- 3.8.16 12:31
35 Km/h zu schnell innerorts bei erlaubten 30 Km/h
(Auto, dienstlich) 2 Punkte, Fahrverbot 1 Monat
Termindruck, musste bei einem Kundentermin pünktlich sein und habe dann die Geschwindigkeitsbegrenzung ignoriert.
In der Straße ist 30, die Ampel am Ende der Straße sprang auf Grün und ich habe voll aufs Gas getreten um noch über die Ampel zu kommen.

- 13.4.17 8:03
42 Km/h zu schnell außerorts bei erlaubten 100 Km/h
(Auto, dienstlich) 2 Punkte, Fahrverbot 1 Monat
Termindruck, musste bei einem Kundentermin pünktlich sein und habe dann die Geschwindigkeitsbegrenzung ignoriert

- 10.10.17 21:45
49 Km/h zu schnell außerorts bei erlaubten 100 Km/h (Auto, privat)
2 Punkte, Fahrverbot mit Fahrerlaubnisentzug
Ich kam aus dem Urlaub, war völlig übermüdet und wollte nur noch nach Hause und habe die Geschwindigkeitsbegrenzung ignoriert.

Was hätte passieren können bei den Delikten?

- Ich habe mich und vorallem andere gefährdet, es ist reines Glück das niemand dabei zu schaden gekommen ist.

Was ist ihrer Meinung nach im Straßenverkehr besonders wichtig?
- Die Sicherheit und Unversehrtheit der Verkehrsteilnehmer


Warum ist es passiert?

Wie konnten so viele Verstöße zusammenkommen?

- Der Verstoß mit den Motorrad ist meiner damaligen Fahrweise geschuldet, ich bin mit dem Motorrad grundsätzlich zu schnell gefahren um "den Rausch der Geschwindigkeit" zu erleben.
- Ich habe Mitte 2015 die Firma gewechstelt und eine neue Stelle angenommen, bei der ich einen großen Teil im Außendienst tätig bin.
Ich habe vorher schon die Geschwindigkeitsbegrenzung als "Empfehlung" den als "Verbindlich" behandelt, allerdings hat das, bedingt durch das geringe "Entdeckungsrisiko" nicht zu ernsteren Problemen mit Bußgeldern oder ähnlichem geführt.
Bei mir kommt dann erschwerend hinzu, das ich mich mit der neuen Position völlig übernommen habe. Plötzlich "musste" ich wesentlich mehr Auto unter Zeitdruck fahren um Kundentermine warzunehmen.
Hinzu kommt, das es der Firma finanziell sehr schlecht geht, wir mussten seit 2015 insgesamt 5 mal Leute entlassen.
Beinahe mein gesamtes Team mit dem ich damals angefangen habe ist mittlerweile entlassen worden.
Da ich Existenzängste hatte meine Arbeit zu verlieren und ich mich damals hauptsächlich über meinen beruflichen Erfolg definiert habe, habe ich mir viel zu viel Arbeit aufgehalst.
Ich wollte meinem Chef mein Leistungsvermögen zeigen und habe nie "Nein" zu einer Anfrage oder einem Termin gesagt und zusätzlich meine Hilfe angeboten, auch wenn es in der Situation garnicht notwendig gewesen wäre.
Das führte natürlich zu Situatíonen in denen es eigentlich unmöglich war, einen bestimmten Termin warzunehmen. Am Schluß habe ich jede Woche 60 Stunden gearbeitet und mir noch Arbeit mit ins Wochenende genommen.
Aus diesem Grund habe ich auf andere keine Rücksicht genommen, und die Geschwindigkeitsbegrenzungen ignoriert, um eigentlich unmögliche Termine doch noch warnehmen zu können.

Warum haben sie sich immer wieder so verhalten?

- Ich war von Existenzangst geplagt, meine einzige Sorge war es, meinen Job zu verlieren.
Ich hatte vorher einen eher langweiligen, aber sicheren Job und habe mich sowieso durch meinen beruflichen Erfolg definiert.
Ein Scheitern beim Jobwechsel wollte und konnte ich mir nicht eingestehen, deshalb habe ich alles versucht mich auf meiner neuen Arbeit zu profilieren.
Die Probleme mit den Verstößen habe ich ignoriert, bzw. hinten angestellt und mich in Ausreden geflüchtet.
(Geldschneiderei, Pech gehabt etc.)

Wie war ihre Gefühlslage bei den Delikten?

- Bei dem Delikt mit dem Motorrad war ich voller Adrenalin, im Rausch der Geschwindigkeit und habe alle Gefahren ausgeblendet
- Bei den Delikten mit dem Auto war ich gestreßt, ich war zu spät dran und wollte die fehlende Zeit durch die überhöhte Geschwindigkeit wieder reinholen.
Außer bei dem letzten, da war ich körperlich völlig am Ende, ich hätte definitiv nicht mehr ins Auto gehört und wollte einfach nur noch ins Bett.


Was haben sie als Ursache für die Verstöße herausgefunden?

- Die Ursache dafür liegt in meiner Kindheit und in meiner "Sozialisation" beim Autofahren.
Ich komme aus eher einfachen Verhältnissen (Arbeiterkind) und war meinen Eltern schon in früher Jugend geistig überlegen.
Ich bin zum Beispiel der erste der Familie, der jemals Abitur oder ein Studium abgeschlossen hat.
Meine Eltern waren liebevoll, aber konnten mir wenig Anleitung oder Richtung geben sondern waren meistens fertig wenn sie von der Arbeit nach Hause gekommen sind.
Deshalb war ich von früher Jugend an gewohnt, Dinge selbst zu bewerten und zu entscheiden. Dinge, welche ich als Richtig erachtet habe wie zum Beispiel Pünktlichkeit habe ich übernommen, anderes wiederum komplett abgelehnt.
(z.B. der Glaube an "Autoritäten", nur weil jemand einen Titel hat, hat er noch lange nicht Recht)
Das hat sich im beruflichen Umfeld als ausgeprochen nützlich erwiesen, da ich entsprechend durchsetzungsstark dadurch bin.
Außerdem halte ich mich für sehr Leistungsbereit und -fähig, dummerweise allerdings habe ich dieses Verhalten auf alle anderen Aspekte insbesondere den Straßenverkehr übertragen.
Für den Straßenverkehr und meine "Sozialisation" bedeutete es, dass ich mich als Top-Autofahrer gesehen habe, und die Geschwindigkeitsbegrenzung für "unverbindliche" Empfehlungen, die natürlich für jemanden wie mich nicht gelten.
Da mein Verhalten im Straßenverkehr nie groß negative Konsequenzen nach sich gezogen hat, hat sich meine Einstellung natürlich im Laufe der Jahre verfestigt.
Was halt auch so lange "gut" gegangen ist, bis ich meinen neuen Job angenommen hatte.


Wie schätzen sie sich für die damalige Zeit als Fahrer ein?

- Aus damaliger Sicht als toller Autofahrer, ich habe Sicherheits und Rennstreckentrainings absolviert und hielt mich für einen guten Autofahrer.
Aus heutiger Sicht, als arrogant, egoistisch und rücksichtslos, meine persönliche Belange über die Sicherheit der anderen Verkehrsteilnehmer stellen.
Es ist ein entscheidener Unterschied ob man ein Auto toll "bewegen" kann, oder ob man ein guter "Verkehrsteilnehmer" ist.

Wie haben sie auf das Verhalten der Polizei reagiert?
- Ich bin in diesem Zusammenhang nie mit der Polizei konfrontiert worden.

Wie haben sie auf die ersten Verwarngelder reagiert?
- Ich habe mich kurz geärgert, habe mich als Pechvogel gesehen oder andere Ausflüchte gesucht und die Strafe bezahlt.
Zumal mir die Verwarngelder finanziell nichts ausgemacht haben, auch einen Monat Taxifahren ist finanziel erstmal kein Problem

Was hatte sie sich vorgenommen, um keine Verkehrssünden zu begehen?

- Vorgenommen hatte ich mir das erst bei erreichen von 6 Punkten, ab dem Zeitpunkt habe ich die Gefahr ernstgenommen meinen Führerschein zu verlieren.
Konkret habe ich ab da auf die Geschwindigkeitsbegrenzungen geachtet, sie nicht mehr wissentlich ignoriert und bin möglichst immer mit Tempomat gefahren.

Warum konnten sie ihre guten Vorsätze nicht einhalten?

- Alte Gewohnheiten sind schwer abzulegen, zumal ich noch keine "Einsicht" und keine Auseinandersetzung mit den Ursachsen meinens Fehlverhaltens hatte, sondern "nur" den Vorsatz, keine Punkte mehr zu bekommen.
In der entsprechenden Situation, hier völlig übermüdet aus dem Urlaub 600 Km am Stück fahren, halten sie ihre Vorsätze dann nicht mehr ein.


Gibt es einen Zusammenhang zwischen den Delikten und Ereignissen in meinem Leben?

- Ja, neuer Job und völlige Überforderung durch meine Existenzangst. Ich denke ich habe das oben ausgeführt


Wie hat ihr Umfeld auf ihr Verhalten reagiert?

- Meine Frau war immer Fuchsteufelswild, sie hätte das Geld lieber für etwas anderes ausgeben. Ansonsten eigentlich garnicht, man geht ja nicht mit Strafzetteln hausieren.
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  #4  
Alt 23.03.2019, 18:26
TheGreatOne TheGreatOne ist offline
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Standard Teil 3

Wieso passiert es nicht wieder?

Was war der konkrete Anlaß für ihr Umdenken?

- Ein wirkliches Umdenken hat erst stattgefunden, nachdem ich meinen Sportunfall hatte.
Nachdem ich die 8 Punkte vollgemacht hatte, war mir klar, irgendwann den Führerschein abgeben zu müssen. Ich hatte die ganze Sache durch Einspruch meines Anwaltes aufgeschoben,
aber mir war schon bewusst, das ich den Führerschein werde abgeben müssen.
Ich bin dann Ende Januar nochmal zum Fliegen an die Saar gefahren, da mir klar war das die Saison ohne Auto eigentlich gelaufen sein wird.
Die Bedingungen waren bescheiden, aber da ich unbedingt nochmal fliegen wollte, habe ich mich über alle Bedenken hinweggesetzt (ich erwähnte dass mit dem durchsetzungsstark?)
Mit dem Ergebnis, das ich mir bei der Landung den linken Oberarm gebrochen habe. (Spiralfraktur mit Absplitterung)
Danach dann das volle Programm, Rettungswagen, Krankenhaus, Operation etc.
Das schlimmste war aber nicht der Bruch (obwohl der schon echt schmerzhaft war), sondern die Zeit danach.
Da einer der Nerven direkt über der Bruchstelle verläuft, konnte ich nach der OP mein Handgelenk nicht mehr bewegen.
Das ganze nennt sich bezeichnenderweise "Fallhand" oder medizinisch "Radialislähmung"
Von einem Augenblick zum nächsten war aus mir, dynamisch, erfolgreich, etc. ein Krüppel geworden, bloß weil ich mich einmal verschätzt hatte.
Es gibt einem auch kein Arzt die Garantie, dass das ganze wieder besser wird und wie lange es dauern wird.
Hätte ich einen Beruf wo ich beide Arme/Hände benötigen würde, wäre ich berufsunfähig gewesen.
Da ich natürlich jetzt noch mehr Angst um meinen Job hatte, bin ich direkt aus dem Krankenhaus wieder ins Büro.
Ich hatte den Unfall Sonntags, bin Montags operiert worden, Sonntag darauf entlassen und war dann Montag sichtlich unter Schmerzen (trotz reichlich Painkillern, und mit einem Marknagel im Oberarm bekommt man die Guten) im Büro.
Das hat mein Chef gesehen, mich zur Seite genommen und wirklich ernsthaft mit mir gesprochen.
Ich wäre völlig verückt, jeder könne sehen das ich nicht arbeitsfähig bin, die Firma würde mich brauchen aber gesund und ich solle sofort wieder nach Hause und da ersteinmal bleiben bis es mir einigermassen besser geht.
Danach würden wir darüber sprechen, wie wir weitermachen.
Naja, das habe ich dann gemacht, bin 3 Wochen zuhause geblieben und habe mir entsprechend viele Gedanken gemacht wie ich von jetzt an mein Leben organisiere, ich musste ja schlimmsterweise damit rechnen, das ich mein linkes Handgelenk nie wieder werde benutzen können.
Deshalb habe ich den Führerschein auch erst so spät abgegeben, nachdem ich erste Fortschritte gesehen habe und zumindestens die Hoffnung bestand, das ich meine Hand wieder werde benutzen können.

Was habe ich an Änderungen vorgenommen?

- Ersteinmal habe ich meine Prioritäten komplett neu geordnet. War voher mein Job, Status und meine Karriere das wichtigste in meinem Leben, so war ich jetzt gezwungen, meine Gesundheit und meine Familie als oberste Priorität zu setzen.
(Erstaunlicherweise weiß man erst zu schätzen, was man für eine tolle Frau hat, wenn man sie wirklich braucht

Ich habe dann habe angefangen, mir realistische Tages und Wochenpläne zu erstellen, immer in Absprache mit meiner Frau und meinen Ärzten.
Privat bedeutete das, Artzbesuche, Medikamente und Therapie wie Krankengymnastik oder Schwimmen haben Priorität.
Wichtiger aber war, wie ich beruflich damit umgegangen bin.
Ich hatte einige lange und intensive Gespräche mit meinem Chef, wie wir weitermachen können.
Zuersteinmal habe ich einen Homeoffice Vetrag bekommen, d.h. ich muss nur noch einmal die Woche zum Teammeeting ins Büro, ansonsten verwenden wir Skype.
Und wir habe ebenfalls Tages und Wochenpläne eingeführt, welche wir auch wöchentlich besprechen.
Ich habe dabei zum ersten mal in meinem beruflichen Leben gelernt, "Nein" zu sagen, wenn es mir zuviel wird oder ein Termin nicht mehr in den Plan passt.
Das war am Anfang sehr gewöhnungsbefürftig für mich, habe ich doch immer ja gesagt, aber ich habe sehr schnell gemerkt das mir das gut tut und mich daran gewöhnt zumal "Job" nicht mehr meine Priorität im Leben ist.
Ich habe meine Außendienstätigkeit etwas reduzieren können, wenn ich heute Außentermine habe, dann erledige ich die mit der Bahn oder dem Flugzeug.
Für den Rest der Strecke bezahlt die Firma das Taxi, was eine der Absprachen ist, die ich mit meinem Chef getroffen habe.
Das funktioniert ausgeprochen gut, zumal die Verwendung der öffentlichen Verkehrsmittel mich "zwingt", meine Plannungen durchzuhalten und nicht wieder in alte Muster zu verfallen.

Wer hat ihnen dabei geholfen?

- Meine Frau, welche ein Studium als Lehrerin hat und entsprechend pädagogisch geschult ist.
Mein damaliger Chef, welcher mich mehr unterstützt hat als ich je gedacht hätte.
Ich habe an einem Punkteabbauseminar Teilgenommen, der Teil mit der Impulskontrolle hat mir im Nachhinein sehr geholfen

Wie empfinde ich diese Änderungen?

- Als überaus positiv, insbesondere das Verhältnis zu meiner Frau ist viel besser als vorher geworden, wir sind noch mehr zusammengewachsen.
Beruflich bin ich wesentlich entspannter, war ich vorher ein sicherer Kandidat für einen Burnout, stelle ich jetzt meine Familie und meine Gesundheit in den Vordergrund.
Beruflich hat sich das ganze sogar positiv ausgewirkt. Da ich gezwungen bin, wesentlich besser zu planen und mich und andere zu organisieren, sind meine Ergebnisse auch besser als vorher.
Und Bahnfahren zu beruflichen Terminen ist super, man kommt ausgeruht an, man kann wärend der Fahrt arbeiten und nochmal vor dem Meeting die Unterlagen durchgehen oder sich mit den Kollegen absprechen.

Wie reagiert mein Umfeld auf diese Änderungen?

Überwiegend positiv, ich bin letztes Jahr sogar befördert worden und verantworte jetzt einen wesentlich grösseren Bereich.
Es gibt immer ein paar neidische Kollegen, aber mir ist meine Gesundheit da wichtiger zumal ich volle Unterstützung meines Chefs und der Firmenleitung habe.
Meine Frau hat angefangen Auto zu fahren, sie hatte zwar den Führerschein, aber trotzdem bin ich immer gefahren.
Mittlerweile macht sie das gerne und sieht auch den praktischen Nutzen, ein Auto fahren zu können, sollte es notwendig sein.


Gibt es negative Rückmeldungen?

- Nur eine, und zwar würde ich gerne meine Frau unterstützen und nicht die ganze Verantwortung des Autofahrens auf sie abwälzen.
Mein Vater hatte letztes Jahr einen Schlaganfall, wir sind jeden Tag ins Krankenhaus gefahren und das ist natürlich völlig an ihr hängengeblieben.
Da hätte ich sie schon gerne unterstützt.
Und wie gesagt, es gibt ein oder zwei Kollegen, welche auch gerne Homeoffice hätten, aber ich hätte lieber auf den "Anlass" verzichtet.

Welche Einstellung habe ich heute zur Verkehrssicherheit und was ist daran anders?

- Habe ich mir früher nie Gedanken um Verkehrssicherheit gemacht, so steht diese heute für mich an oberster Stelle.
Kein Termin, kein Anlass ist wichtig genug, sich und vor allem andere zu gefährden.
Was meine Einstellung zu Geschwindigkeitsbegrenzungen betrifft, so bin ich nicht mehr der Meinung, das besser einschätzen zu können als die Straßenverkehrsbehörde.
Es wird schon einen Sinn haben, warum es eine Begrenzung gibt, selbst wenn mir diese nicht einleuchtet ist es nicht an mir, das zu entscheiden.
Und wie ich recht schmerzhaft gelernt habe, kann eine falsche Einschätzung fatale Folgen haben, warum also ein unnötiges Risiko eingehen und es besser wissen wollen?

Was wollen sie konkret tun, um ihre Vorsätze diesmal einzuhalten?

- Zuersteinmal bin ich ja gezwungen gewesen meine "Vorsätze" seit über einem Jahr einzuhalten. Das war am Anfang nicht leicht, mittlerweile bin ich aber mit der Situation sehr zufrieden.
Insofern will ich konkret einfach so weitermachen, wie ich es das letzte Jahr über gelernt habe.
Also Plannung und Organisation in dem Rahmen, den ich bewältigen kann, immer in Absprache mit meiner Frau und meinem Team auf der Arbeit.


Was könnte ihre Vorsätze wieder zum Scheitern bringen.

- Ich kann mir das nicht vorstellen, da ich mich selbst verändert habe, was ein langwieriger (und im wahrsten Sinne) schmerzhafter Prozess war.
Meine Erfolge einfach so aufzugegeben und zurück zu meinem alten Selbst zu gehen kann ich mir nicht vorstellen, zumal ich mich heute für meinen Egoismus und meine Rücksichtslosigkeit schäme.
Ich bin nur dankbar, das ich niemanden verletzt habe durch mein Verhalten, was aber reiner Zufall war, das hätte genausogut auch anders ausgehen können.

Wie wollen sie einen beginnenden Rückfall erkennen.

- Durch meine regelmässigen Gespräche bekomme ich direkt offenes und ehrliches Feedback. Selbst wenn ich selbst einen beginnenden Rückfall nicht bemerken sollte, so würde mir meine Frau oder mein Chef mich darauf hinweisen.
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  #5  
Alt 23.03.2019, 18:26
TheGreatOne TheGreatOne ist offline
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Standard Teil 4

Was wollen sie tun, wenn sie einen Rückfall bemerken.

- Wie gesagt einen kompletten Rückfall in meine alten Verhaltensmuster kann ich mir nicht vorstellen.

Trotzdem kann man natürlich auch ohne Auto beim Reisen in stressige Situation kommen. Dafür habe ich mir ein paar Strategien zur Impulskontrolle angeeignet.
Ich bin Beispielsweise vor ein paar Wochen beruflich nach Brüssel gefahren.
Dafür muss ich mit dem Nahverkehr nach Köln und dann dort den ICE nach Brüssel nehmen.
Jetzt hatte mein Nahverkerszug unglaublich viel Verspätung, und stand dann noch mindestens 15 Minuten auf der Deutzer Brücke, da er nicht in den Bahnhof einfahren konnte.
Ich war also drauf und dran, meinen Anschluss zu verpassen obwohl ich zu Fuß hätte über die Brücke laufen können.
Selbstverständlich werde ich dann ersteinmal unruhig, früher im Auto hätte ich dann versucht das ganze durch das Gaspedal zu "kompensieren"
Jetzt befolge ich ersteinmal das, was mir der Verkehrspsychologe geraten hat. Ersteinmal tief durchatmen und aus der momentanen Situation ausbrechen.
Ich habe immer noch eine kleine Stelle am Handrücken ohne Gefühl, die reibe ich als Erinnerung und atme 5 mal tief ein und aus.
Das hilft mir, meinem erstem Impuls zu wiederstehen und einen klaren Gedanken zu fassen.
Und dann mache ich mir klar, es ist nicht meine Schuld, ich habe alles nach bestem Wissen und Gewissen geplannt, sollte der Zug Verspätung haben dann ist das eben so.
Ich habe dann meinen Kollegen angerufen, das ich vermutlich später komme, und dann war die Sache damit auch erledigt.
Solche Erfahrungen bestärken einen natürlich darin, so weiterzumachen wie bisher.
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  #6  
Alt 25.03.2019, 13:12
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samuel samuel ist offline
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Wie viele Verstöße hatten sie?
- Ich habe den Führerschein 1992 gemacht, bei 1-2 Verstößen pro Fahrt bei täglichen benutzen des Autos komme ich überschlagsmässig auf:
27 Jahre, ca. 700 Verstöße im Jahr -> ca. 20000 Verstöße (Wird von der Größenordnung hinkommen)


Ich produziere ca 10 Verstöße pro Tag und habe nicht einen Punkt.

Dagegen spricht auch:

Der "Rausch der Geschwindigkeit, mit dem Motorrad bin ich eigentlich immer zu schnell gefahren.

-------------------------

Was halt auch so lange "gut" gegangen ist, bis ich meinen neuen Job angenommen hatte.

Das würde ich für eine Fehleinschätzung halten.
Du hättest auch mit dem Motorrad einen umnieten können.

Die Verknüpfung von Verhalten und äußeren Einflüssen ist gern eine Erklärungshaltung, "Nicht ich, der Job war schuld."

----------------------------

ab dem Zeitpunkt habe ich die Gefahr ernstgenommen meinen Führerschein zu verlieren.

Wie heißt das korrekt?

.........................................

Gibt es einen Zusammenhang zwischen den Delikten und Ereignissen in meinem Leben?

- Ja, neuer Job und völlige Überforderung durch meine Existenzangst. Ich denke ich habe das oben ausgeführt


im Zusammenhang mit

Deshalb war ich von früher Jugend an gewohnt, Dinge selbst zu bewerten und zu entscheiden. Dinge, welche ich als Richtig erachtet habe wie zum Beispiel Pünktlichkeit habe ich übernommen, anderes wiederum komplett abgelehnt.

mangelnder Sozialkompetenz.

Das kannst Du gar nicht oft genug erwähnen.

--------------------------

man geht ja nicht mit Strafzetteln hausieren

Wer?

--------------------------

Nachdem ich die 8 Punkte vollgemacht hatte, war mir klar, irgendwann den Führerschein abgeben zu müssen. Ich hatte die ganze Sache durch Einspruch meines Anwaltes aufgeschoben,
aber mir war schon bewusst, das ich den Führerschein werde abgeben müssen.
Ich bin dann Ende Januar nochmal zum Fliegen an die Saar gefahren, da mir klar war das die Saison ohne Auto eigentlich gelaufen sein wird.


Vom Führerschein zu erzählen ist maximal halbschlau.
Den Teil würde ich streichen.

--------------------------------------

Ich habe dann habe angefangen, mir realistische Tages und Wochenpläne zu erstellen, immer in Absprache mit meiner Frau und meinen Ärzten.
Privat bedeutete das, Artzbesuche, Medikamente und Therapie wie Krankengymnastik oder Schwimmen haben Priorität.
Wichtiger aber war, wie ich beruflich damit umgegangen bin.
Ich hatte einige lange und intensive Gespräche mit meinem Chef, wie wir weitermachen können.
Zuersteinmal habe ich einen Homeoffice Vetrag bekommen, d.h. ich muss nur noch einmal die Woche zum Teammeeting ins Büro, ansonsten verwenden wir Skype.
Und wir habe ebenfalls Tages und Wochenpläne eingeführt, welche wir auch wöchentlich besprechen.
Ich habe dabei zum ersten mal in meinem beruflichen Leben gelernt, "Nein" zu sagen, wenn es mir zuviel wird oder ein Termin nicht mehr in den Plan passt.
Das war am Anfang sehr gewöhnungsbefürftig für mich, habe ich doch immer ja gesagt, aber ich habe sehr schnell gemerkt das mir das gut tut und mich daran gewöhnt zumal "Job" nicht mehr meine Priorität im Leben ist.
Ich habe meine Außendienstätigkeit etwas reduzieren können, wenn ich heute Außentermine habe, dann erledige ich die mit der Bahn oder dem Flugzeug.
Für den Rest der Strecke bezahlt die Firma das Taxi, was eine der Absprachen ist, die ich mit meinem Chef getroffen habe.
Das funktioniert ausgeprochen gut, zumal die Verwendung der öffentlichen Verkehrsmittel mich "zwingt", meine Plannungen durchzuhalten und nicht wieder in alte Muster zu verfallen.


Das hatte sich oben schon angekündigt: "Arbeit gut, Alles gut!" ?

Was ist mit:

die Geschwindigkeitsbegrenzung für "unverbindliche" Empfehlungen, die natürlich für jemanden wie mich nicht gelten.

weiten wir das ganze Mal als allgemeines Regelproblem aus, denn:

und meine Familie als oberste Priorität zu setzen.
(Erstaunlicherweise weiß man erst zu schätzen, was man für eine tolle Frau hat, wenn man sie wirklich braucht


und

Wie hat ihr Umfeld auf ihr Verhalten reagiert?

- Meine Frau war immer Fuchsteufelswild,


scheinen ein erhebliches Konfliktpotential zu beinhalten, welches in den Änderungen nicht mal angehaucht ist.

----------------------

der Teil mit der Impulskontrolle hat mir im Nachhinein sehr geholfen

Ja, das ist doch spannend, wie, mit welcher Wirkung, was kommt dabei für Dich rum?

Mach mal einen Vortrag draus.

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Was wollen sie konkret tun, um ihre Vorsätze diesmal einzuhalten?

- Zuersteinmal bin ich ja gezwungen gewesen meine "Vorsätze" seit über einem Jahr einzuhalten. Das war am Anfang nicht leicht, mittlerweile bin ich aber mit der Situation sehr zufrieden.
Insofern will ich konkret einfach so weitermachen, wie ich es das letzte Jahr über gelernt habe.
Also Plannung und Organisation in dem Rahmen, den ich bewältigen kann, immer in Absprache mit meiner Frau und meinem Team auf der Arbeit.


Dinge die Du unter Zwang verändert hast werden sich in Luft auflösen, sobald der Druck weg ist.

Um wieder fahren zu können sollten Dir die Änderungen in jeder Hinsicht ein besseres Lebensgefühl vermitteln.

Ich tue etwas, weil ich was davon habe!

------------------------

Was könnte ihre Vorsätze wieder zum Scheitern bringen.

- Ich kann mir das nicht vorstellen, da ich mich selbst verändert habe, was ein langwieriger (und im wahrsten Sinne) schmerzhafter Prozess war.
Meine Erfolge einfach so aufzugegeben und zurück zu meinem alten Selbst zu gehen kann ich mir nicht vorstellen,


Was für Erfolge?
Homeoffice?
den Neid der Kollegen?

Wer die Gefahr nicht erkennen und benennen kann, der wird blinden Auges in sie hinein laufen. Und die Gefahr ist immer vorhanden.

-------------------------
Fazit
Du verallgemeinerst viel und gern.
Du schwafelst vom Führerschein und wie gern Du wieder Auto fahren tätest.

Bei den Änderungen fehlt der Erwerb der Sozialkompetenz und über:

"Rausch der Geschwindigkeit

welcher Dir scheinbar einen wiederkehrenden, soliden Kick verschafft hat, herrscht absolute Totenstille.
__________________
Wer mich sucht, der findet mich als mpu-samuel bei eBay
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  #7  
Alt 25.03.2019, 14:44
TheGreatOne TheGreatOne ist offline
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Standard

Vielen Dank schonmal für dein Feedback.

Ein paar Dinge verstehe ich aber nicht so ganz:

Wie viele Verstöße hatten sie?
- Ich habe den Führerschein 1992 gemacht, bei 1-2 Verstößen pro Fahrt bei täglichen benutzen des Autos komme ich überschlagsmässig auf:
27 Jahre, ca. 700 Verstöße im Jahr -> ca. 20000 Verstöße (Wird von der Größenordnung hinkommen)


Ich produziere ca 10 Verstöße pro Tag und habe nicht einen Punkt.

Dagegen spricht auch:

Der "Rausch der Geschwindigkeit, mit dem Motorrad bin ich eigentlich immer zu schnell gefahren.

- ich kann da auch gerne 5 oder 10 Verstöße angeben, ich denke hier geht es eh nur um eine Abschätzung als eine wirklich genaue Angabe, oder?
Was wäre dein Vorschlag? Mit dem Motorrad sind es sicherlich mehr als 2 Verstöße, aber ich fahre ja auch nicht jeden Tag Motorrad.



Was halt auch so lange "gut" gegangen ist, bis ich meinen neuen Job angenommen hatte.

Das würde ich für eine Fehleinschätzung halten.
Du hättest auch mit dem Motorrad einen umnieten können.

Die Verknüpfung von Verhalten und äußeren Einflüssen ist gern eine Erklärungshaltung, "Nicht ich, der Job war schuld."

- Der Job war Schuld, das ich in so kurzer Zeit so viele Punkte gesammelt habe. So war das zumindestens von mir gemeint.
Ich hätte (und habe) sicherlich den einen oder anderen Punkt auch so bekommen, aber nicht 8 Punkte in 2 Jahren.
Damit wollte ich nicht meine Fahrweise mit dem Motorrad beschönigen.
Gut gegangen ist hier rein auf die Punkte bezogen, aber ich verstehe das die Formulierung problematisch ist.

Gibt es einen Zusammenhang zwischen den Delikten und Ereignissen in meinem Leben?

- Ja, neuer Job und völlige Überforderung durch meine Existenzangst. Ich denke ich habe das oben ausgeführt

im Zusammenhang mit

Deshalb war ich von früher Jugend an gewohnt, Dinge selbst zu bewerten und zu entscheiden. Dinge, welche ich als Richtig erachtet habe wie zum Beispiel Pünktlichkeit habe ich übernommen, anderes wiederum komplett abgelehnt.

mangelnder Sozialkompetenz.

Das kannst Du gar nicht oft genug erwähnen.

- Ich kann das gerne noch ausführlicher darstellen, aber ja genau so ist das gemeint

man geht ja nicht mit Strafzetteln hausieren

Wer?

Ich zumindestens nicht, du willst darauf hinaus das ich mein Verhalten nicht verallgemeinere, sondern explizit auf mich beziehe, oder?
Also "ich bin natürlich nicht mit meinen Strafzetteln hausieren gegangen"?


ab dem Zeitpunkt habe ich die Gefahr ernstgenommen meinen Führerschein zu verlieren.

Wie heißt das korrekt?
Das verstehe ich ernsthaft nicht.
Bis zu den 6 Punkten habe ich die Situation verdrängt, danach habe ich zumindestens versucht die Geschwindigkeitsbegrenzung einzuhalten.

Nachdem ich die 8 Punkte vollgemacht hatte, war mir klar, irgendwann den Führerschein abgeben zu müssen. Ich hatte die ganze Sache durch Einspruch meines Anwaltes aufgeschoben,
aber mir war schon bewusst, das ich den Führerschein werde abgeben müssen.
Ich bin dann Ende Januar nochmal zum Fliegen an die Saar gefahren, da mir klar war das die Saison ohne Auto eigentlich gelaufen sein wird.

Vom Führerschein zu erzählen ist maximal halbschlau.
Den Teil würde ich streichen.
- ok, ich sehe da halt einen direkten Zusammenhang zu meinem Unfall, aber ich kann das auch einfach weg lassen.
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  #8  
Alt 25.03.2019, 14:58
TheGreatOne TheGreatOne ist offline
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Registriert seit: 23.03.2019
Beiträge: 17
Standard Teil 2

Ich habe dann habe angefangen, mir realistische Tages und Wochenpläne zu erstellen, immer in Absprache mit meiner Frau und meinen Ärzten.
Privat bedeutete das, Artzbesuche, Medikamente und Therapie wie Krankengymnastik oder Schwimmen haben Priorität.
Wichtiger aber war, wie ich beruflich damit umgegangen bin.
Ich hatte einige lange und intensive Gespräche mit meinem Chef, wie wir weitermachen können.
Zuersteinmal habe ich einen Homeoffice Vetrag bekommen, d.h. ich muss nur noch einmal die Woche zum Teammeeting ins Büro, ansonsten verwenden wir Skype.
Und wir habe ebenfalls Tages und Wochenpläne eingeführt, welche wir auch wöchentlich besprechen.
Ich habe dabei zum ersten mal in meinem beruflichen Leben gelernt, "Nein" zu sagen, wenn es mir zuviel wird oder ein Termin nicht mehr in den Plan passt.
Das war am Anfang sehr gewöhnungsbefürftig für mich, habe ich doch immer ja gesagt, aber ich habe sehr schnell gemerkt das mir das gut tut und mich daran gewöhnt zumal "Job" nicht mehr meine Priorität im Leben ist.
Ich habe meine Außendienstätigkeit etwas reduzieren können, wenn ich heute Außentermine habe, dann erledige ich die mit der Bahn oder dem Flugzeug.
Für den Rest der Strecke bezahlt die Firma das Taxi, was eine der Absprachen ist, die ich mit meinem Chef getroffen habe.
Das funktioniert ausgeprochen gut, zumal die Verwendung der öffentlichen Verkehrsmittel mich "zwingt", meine Plannungen durchzuhalten und nicht wieder in alte Muster zu verfallen.

Das hatte sich oben schon angekündigt: "Arbeit gut, Alles gut!" ?

Was ist mit:

die Geschwindigkeitsbegrenzung für "unverbindliche" Empfehlungen, die natürlich für jemanden wie mich nicht gelten.

weiten wir das ganze Mal als allgemeines Regelproblem aus, denn:

und meine Familie als oberste Priorität zu setzen.
(Erstaunlicherweise weiß man erst zu schätzen, was man für eine tolle Frau hat, wenn man sie wirklich braucht

und

Wie hat ihr Umfeld auf ihr Verhalten reagiert?

- Meine Frau war immer Fuchsteufelswild,

scheinen ein erhebliches Konfliktpotential zu beinhalten, welches in den Änderungen nicht mal angehaucht ist.

Auch das verstehe ich leider nicht ganz.
So wie ich das versucht habe zu erklären ist folgendermassen:
- Ich habe so viele Punkte in so kurzer Zeit, weil ich mich erstens absichtlich nicht an die Regeln gehalten habe und dann zusätzlich Streß auf der Arbeit mit meinen Terminen hatte.
Als Änderung - Planung und Vermeidung des Stresses auf der Arbeit mit den Teminen, zudem "positive" Bestärkung dadurch, das ich Zugfahren ehrlich als angenehmer empfinde als mit dem Auto zum Termin zu müssen.
Rückfallsicherung durch wöchentliche Gespräche mit meiner Frau / Chef sowie implementierung von Impulskontrollstrategien, falls ich unter akuten Stress gerate.
Zum 2. bedingt durch meinen Unfall eine völlig andere Einstellung zu Risiken und Gefahrensituationen. Ich würde mich heute schlicht nicht mehr der Gefahr eines Motorradunfalles ausetzen wollen.
Fliegen habe ich z.B. auch drangegeben, ist toll aber es nicht wert dadurch zum Krüppel zu werden.

- Zuersteinmal bin ich ja gezwungen gewesen meine "Vorsätze" seit über einem Jahr einzuhalten. Das war am Anfang nicht leicht, mittlerweile bin ich aber mit der Situation sehr zufrieden.
Insofern will ich konkret einfach so weitermachen, wie ich es das letzte Jahr über gelernt habe.
Also Plannung und Organisation in dem Rahmen, den ich bewältigen kann, immer in Absprache mit meiner Frau und meinem Team auf der Arbeit.

Dinge die Du unter Zwang verändert hast werden sich in Luft auflösen, sobald der Druck weg ist.

Um wieder fahren zu können sollten Dir die Änderungen in jeder Hinsicht ein besseres Lebensgefühl vermitteln.

Ich tue etwas, weil ich was davon habe!

- Gezwungen ist da das Falsche Wort, oder?
Ich wollte damit zum Ausdruck bringen, das ich die Änderungen ja schon implementiert habe, sie somit keine "Vorsätze" sind, sondern gelebte Realität.
Und das ich etwas davon habe - Beförderung, bessere Arbeitsergebnisse, wesentlich weniger Stress da ich Termine mit der Bahn + Taxi warnehme und das auch weiterhin vorhabe, weil angenehmer als mit dem Auto.

Du verallgemeinerst viel und gern.
Du schwafelst vom Führerschein und wie gern Du wieder Auto fahren tätest.

Bei den Änderungen fehlt der Erwerb der Sozialkompetenz und über:

"Rausch der Geschwindigkeit

welcher Dir scheinbar einen wiederkehrenden, soliden Kick verschafft hat, herrscht absolute Totenstille.

Eigentlich wollte ich das mit meinen Ausführungen darstellen, neue Prioritäten, kein Egotrip mehr mit Erfolg auf der Arbeit sondern Familie, Gesundheit und "Work&Life" Balance stehen im Vordergrund.
Wie sollte ich das besser formulieren?

Zu der Gefahr der ich mich damit ausgesetzt habe, habe ich ja weiter oben schon etwas geschrieben, ich bin tatsächlich heute der Meinung das es das ganze nicht Wert ist, für einen kurzzeitigen Kick seine (oder die von anderen) zu gefärden.


...und ja, ich schwafel gerne
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  #9  
Alt 25.03.2019, 15:24
Benutzerbild von samuel
samuel samuel ist offline
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Der Job war Schuld, das ich in so kurzer Zeit so viele Punkte gesammelt habe

Dann ist Dein Job also das Auto gefahren?

-----------------------

ab dem Zeitpunkt habe ich die Gefahr ernstgenommen meinen Führerschein zu verlieren.

Wie heißt das korrekt?
Das verstehe ich ernsthaft nicht.
Bis zu den 6 Punkten habe ich die Situation verdrängt, danach habe ich zumindestens versucht die Geschwindigkeitsbegrenzung einzuhalten.


Wenn Du Deinen Führerschein verlierst, dann holst Du Dir halt einen neuen.
Ist ja nur ein Stück Plastik.
Dir jedoch wurde die Fahreignung aberkannt, weil Dein Verhalten als zu asozial eingestuft wurde, als dass man Dich am Straßenverkehr teilnehmen lassen kann.

Du erkennst den Unterschied?

-------------------------------

War der Kick geil?
Vermisst Du das gelegentlich?

Du wirst begutachtet ob Du in Zukunft wieder eine Gefahr für Deine Umwelt darstellen wirst. Damit sind nicht die nächsten 14 Tage gemeint.

Wenn Du etwas aus Deinem Leben streichst, etwas was Dir Freude bereitet hat, vom ausgestoßenen Adrenalin gar nicht zu reden, nur weil Du gerade aus Vernunftsgründen darauf verzichten willst, was glaubst Du wird in ein paar Jahren passieren, wenn sich das Neue eingeschliffen hat und der Nervenkitzel fehlt und Dir der Buckel juckt?

Wie stellst Du sicher, dass Du einen benötigten Reiz erhältst, ohne Deine Umwelt in Gefahr zu bringen?
__________________
Wer mich sucht, der findet mich als mpu-samuel bei eBay
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  #10  
Alt 25.03.2019, 16:03
TheGreatOne TheGreatOne ist offline
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Der Job war Schuld, das ich in so kurzer Zeit so viele Punkte gesammelt habe

Dann ist Dein Job also das Auto gefahren?

Nein, ich bekam nur viel mehr Gelegenheit, die Regeln zu übertreten.
Hatte ich die vorher schon nicht wirklich ernst genommen, so hatte ich jetzt einen Grund, nämlich zu enge Termine, die Regeln erst richtig und häufig zu brechen.

Ich dachte, das sei die Annahme des GAs, etwas läuft völlig aus der Bahn, hier mein Job und die damit verbundenen Existenzängste und dadurch enstehen dann die Probleme mit dem Führerschein.
Soll ich das weniger ausführen?

ab dem Zeitpunkt habe ich die Gefahr ernstgenommen meinen Führerschein zu verlieren.

Wie heißt das korrekt?
Das verstehe ich ernsthaft nicht.
Bis zu den 6 Punkten habe ich die Situation verdrängt, danach habe ich zumindestens versucht die Geschwindigkeitsbegrenzung einzuhalten.

Wenn Du Deinen Führerschein verlierst, dann holst Du Dir halt einen neuen.
Ist ja nur ein Stück Plastik.
Dir jedoch wurde die Fahreignung aberkannt, weil Dein Verhalten als zu asozial eingestuft wurde, als dass man Dich am Straßenverkehr teilnehmen lassen kann.

Du erkennst den Unterschied?
Nein, sorry, da stehe ich etwas auf dem Schlauch?
Bis zu den 6 Punkten war ich tatsächlich mit anderen Dingen beschäftigt, das mit dem Verdrängen war völlig ernst gemeint von mir.
Das man mich für zu asozial hält um am Straßenverkehr teilzunehmen, ist mir völlig klar, ich verstehe nur nicht auf was du da konkret hinauswillst.

War der Kick geil?
Vermisst Du das gelegentlich?

Du wirst begutachtet ob Du in Zukunft wieder eine Gefahr für Deine Umwelt darstellen wirst. Damit sind nicht die nächsten 14 Tage gemeint.

Wenn Du etwas aus Deinem Leben streichst, etwas was Dir Freude bereitet hat, vom ausgestoßenen Adrenalin gar nicht zu reden, nur weil Du gerade aus Vernunftsgründen darauf verzichten willst, was glaubst Du wird in ein paar Jahren passieren, wenn sich das Neue eingeschliffen hat und der Nervenkitzel fehlt und Dir der Buckel juckt?

Wie stellst Du sicher, dass Du einen benötigten Reiz erhältst, ohne Deine Umwelt in Gefahr zu bringen?

Hm, verstehe.
In dem Fall ja, selbstverständlich war der Kick geil, natürlich vermisse ich den, ich habe jetzt aber tatsächlich Angst, weil ich erfahren habe was passieren kann. Vorher habe ich das nicht warnehmen wollen.
- Ich sollte etwas gefunden haben, was den "Kick" beim Motorradfahren/Fliegen ersetzt, so das ich den nicht vermisse, oder?
Ich habe Segeln als neues Hobby, wäre das eine Antwort die der GA in dem Fall aktzeptieren würde?
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