Zurück   MPU Forum > MPU Diskussion > Alkohol MPU

Antwort
 
Themen-Optionen Ansicht
  #1  
Alt 03.08.2018, 22:34
Mickey103 Mickey103 ist offline
Mitglied
 
Registriert seit: 03.08.2018
Beiträge: 33
Standard TF 2,31 Promille, kein Unfall

Zur Person:

Geschlecht: Männlich
Größe: 201 cm
Gewicht: 112
Alter: 22
Bundesland: Berlin

Was ist passiert?

Datum der Auffälligkeit: Februar 2018
BAK: 2,31 Promille
Trinkbeginn: ca. 21:30 Uhr
Trinkende: ca. 04:30 Uhr
Uhrzeit der Blutabnahme: 05:36 Uhr

Stand des Ermittlungsverfahrens:

- ~2400€ Geldstrafe und 12 Monate Sperrfrist ab Strafbefehl verhangen
- Ende der Sperrfrist 14.03.2019

Führerschein:

- wurde in der Tatnacht entzogen
- im August 2018 wird die Neuerteilung beantragt
Noch in der Probezeit?: Ja

Führerscheinstelle:

Hab schon in meine Akte geschaut Ja/Nein: Nein
Sonstige Verstöße oder Straftaten?: 1 Punkt in Flensburg i.V.m. Aufbauseminar und Probezeitverlängerung, wegen einem Blitzer, nach Toleranzabzug 21 Km/h zu schnell

Konsum:

Ich trinke noch Alkohol, wenn ja wie oft wieviel: Nein
Ich lebe abstinent seit: 05.03.2018

Abstinenznachweis:

Haaranalyse ja, wie viele bisher und seit wann: Erste Haaranalyse am 05.07.18 gewesen und alles im grünen Bereich.

Leberwerte ja, seit 27.04.2018 monatlich
Anmerkung: keine Auffälligkeiten

Aufarbeitung:

Suchtberatungsstelle aufgesucht?: Nein
Selbsthilfegruppe (SHG): Nein
Psychologe/Verkehrspsychologe: Ja
Kurs für verkehrsauffällige Autofahrer: Nein

Ambulante/stationäre Therapie
(bitte Zeitraum von Beginn bis Ende angeben): Nein

werden derzeit Medikamente eingenommen?Antidepressiva etc: Nein

MPU:

Noch keine MPU gehabt und für die bevorstehende auch noch keinen Termin, da ich erst mal den Antrag auf Neuerteilung stellen muss.

Altlasten:

Bereits durch Alkohol auffällig geworden Punkte oder sonstige Straftaten: Bis auf den einen Punkt durch den Blitzer keine Altlasten vorhanden.


Liebe Forengemeinschaft,

es freut mich heute auf Empfehlung eines Freundes bei euch Mitglied geworden zu sein. Wie mein Fragebogen schon ersichtlich macht, geht es bei mir um eine TF mit 2,31 Promille, ohne einen Unfall.
Passiert ist das ganze in Karlsruhe. Ich war auf einem Lehrgang in Germersheim und wir sind Abends mit meinem Wagen nach Karlsruhe gefahren, um feiern zu gehen. Dort haben wir bis ca. 04:50 Uhr verweilt und uns im wahrsten Sinne des Wortes mit Jim Beam/Cola, Bier und Tequila zulaufen lassen. Wir waren zu zweit. Wir haben also gegen 04:50 Uhr den Club verlassen und sind ins Auto gestiegen. Ich habe zu diesem Zeitpunkt nicht mehr drüber nachgedacht, ob ich noch fahren kann oder nicht und bin einfach losgefahren. Ein anderer Verkehrsteilnehmer machte die Polizei auf mich aufmerksam, infolgedessen sie mich an der nächsten Ampel raus gezogen hat. Das war nicht weit vom Club entfernt, ich schätze, dass ich vielleicht 1-2 km gekommen bin. AAK 1,16 mg/l, Auto wurde abgeparkt, Blutentnahme, Führerschein eingezogen und nachhause geschickt.

Kurze Zeit später einen Anwalt informiert, der nichts gerissen hat. Gerichtsverhandlung fand auch nicht statt. Das Ende vom Lied steht oben und das verfahren ist abgeschlossen.

Seit 05.03.2018 habe ich nun eine Trinkpause eingelegt und lasse mir seit dem 27.04.2018 monatlich die Leberwerte geben. Die Trinkpause wird durch eine Haaranalyse auf ETG belegt, die erste ist positiv verlaufen und die zweite steht somit am 05.10.2018 an. Bei der DEKRA habe ich am 18.05.2018 ein verkehrspsychologisches Seminar angefangen und habe nur noch 2 Sitzungen vor mir.

Den Antrag auf Neuerteilung der Fahrerlaubnis werde ich nächste Woche beim BA stellen und mit einem Schreiben der DEKRA hoffen, dass die den Antrag vor der 6 Monatsfrist annehmen und bearbeiten.
Ein Antrag auf Sperrfristverkürzung wird auch gestellt, der Anwalt steht in den Startlöchern und wartet nur auf die Bescheinigung der DEKRA.

Nun also zum Knackpunkt der ganzen Geschichte. Ich muss zur MPU und weiß auch schon was mich dort erwartet. Allerdings laufen die Meinungen, wie ich meine "Story" bei dem Psychologischen Gespräch formuliere auseinander.
Der Psychologe aus meinem Seminar möchte natürlich alles so wahrheitsgemäß wie möglich halten und hat mir nur eine 3 monatige Trinkpause empfohlen und danach kontrolliertes Trinken. Er hat auch Jahre lang als Gutachter gearbeitet und ist der Meinung, die Gutachter wollen sehen, dass ich kontrolliert trinken kann.
Mein Bekannter rät mir nun dazu, die 6 Monate Trinkpause voll zu machen und bei der MPU darauf zu setzen, dass momentan kein Bedarf nach Alkohol besteht, ich aber in Zukunft kontrolliertes Trinken nicht ausschließen würde.

Da ich bei der Bundeswehr arbeite und auf den Führerschein angewiesen bin, benötige ich ihn so schnell wie möglich zurück, deshalb auch die Sperrfristverkürzung. Es bleibt also keine Zeit nach der 6 monatigen Trinkpause noch KT zu trainieren und ich bin nicht sicher, ob die 3 Monate Trinkpause nicht zu wenig ist, wenn ich jetzt das KT trainiere.

Hat da jemand Erfahrung und kann mir helfen?

Vielen Dank im Voraus und beste Grüße
Mit Zitat antworten
  #2  
Alt 04.08.2018, 00:44
tfsilvester tfsilvester ist offline
Mitglied
 
Registriert seit: 14.02.2018
Beiträge: 26
Standard

Zitat:
Zitat von Mickey103 Beitrag anzeigen
Der Psychologe aus meinem Seminar möchte natürlich alles so wahrheitsgemäß wie möglich halten und hat mir nur eine 3 monatige Trinkpause empfohlen und danach kontrolliertes Trinken. Er hat auch Jahre lang als Gutachter gearbeitet und ist der Meinung, die Gutachter wollen sehen, dass ich kontrolliert trinken kann.
Mein Bekannter rät mir nun dazu, die 6 Monate Trinkpause voll zu machen und bei der MPU darauf zu setzen, dass momentan kein Bedarf nach Alkohol besteht, ich aber in Zukunft kontrolliertes Trinken nicht ausschließen würde.

Hi!
Ich bin hier eigentlich eher stiller Mitleser, aber soweit ich gelesen habe ist die Variante deines Bekannten mehr oder weniger ein K.O. Schlag. Das impliziert quasi, dass du die Abstinenz nur für deinen Lappen machst. Außerdem kann so nicht eingeschätzt werden, ob du K.T. aich wirklich einhalten kannst.

Außerdem sind deine Weete schon ordentlich, aber eine Einschätzung zu K.T. in diesem Fall lass ich mal den Experten.


Grundsätzlich stellt sich mir aber die Frage, wenn du eine fundierte Aussage von einem spezialisiertem Experten bekommst, warum ziehst du die Meinung deines Bekannten auch nur für eine Sekunde ernsthaft in Betracht?

Grüüe,
Mit Zitat antworten
  #3  
Alt 04.08.2018, 00:55
Mickey103 Mickey103 ist offline
Mitglied
 
Registriert seit: 03.08.2018
Beiträge: 33
Standard

Die ziehe ich in Betracht, weil er letztes Jahr zwei MPUs gemacht und sich auch hier und in Büchern zu der gesamten Thematik sehr belesen hat. Aber nicht nur deshalb, sondern hauptsächlich, weil ich die Zeit nach der 6 monatigen Trinkpause nicht lang genug finde, um das KT zu trainieren. Das war auch die Sorge des Psychologen weswegen er mir empfohlen hat, 3 Monate Trinkpause und dann KT üben, damit ich bei der MPU was vorweisen kann.

Da kommt dann wieder mein Promillewert von 2,31 hinzu, bei dem manche Gutachter mit 3 Monaten Trinkpause doch kategorisch ablehnen. Manche Institute fordern bei solchen Werten 12 Monate Abstinenznachweis. Ich habe das Gefühl, wie ich es drehe und wende, läuft es auf ein positives - negatives Gutachten hinaus in dem drin stehen wird, der Klient weist einen großen Fortschritt auf blabla und die Zweifel an der Fahreignung können bei weiterem üben des KTs bei einer erneuten Begutachtung, zum späteren Zeitpunkt ausgeräumt werden. :S
Mit Zitat antworten
  #4  
Alt 05.08.2018, 00:59
Mickey103 Mickey103 ist offline
Mitglied
 
Registriert seit: 03.08.2018
Beiträge: 33
Standard

Die MPU sollte bei mir gegen November anstehen, denke ich mal. Der Psychologe empfiehlt mir nach der zweiten Analyse das KT zu starten. Meiner Meinung nach könnte die Zeit zu kurz sein, um das vom MPU Gutachter als gefestigt anzusehen. Das ist meine Sorge. Ich würde mich über weitere Antworten und Meinungen sehr freuen.

Grüße
Mit Zitat antworten
  #5  
Alt 05.08.2018, 07:48
Kai R. Kai R. ist offline
MPU Profi
 
Registriert seit: 07.02.2008
Beiträge: 3.168
Standard

Man muss kT nicht trainieren. Niemand zwingt Dich, Trinkanlässe zu haben.
Mit Zitat antworten
  #6  
Alt 05.08.2018, 09:03
Benutzerbild von Alana
Alana Alana ist offline
MPU Profi
 
Registriert seit: 06.08.2011
Beiträge: 11.495
Standard

Zitat:
Zitat von Kai R. Beitrag anzeigen
Man muss kT nicht trainieren.
Nun, so ganz nur mit einer Absichtserklärung wird es nicht gehen:
Zitat:
Das Alkoholtrinkverhalten wurde ausreichend geändert. Das ist der Fall, wenn Alkohol nur noch kontrolliert getrunken wird, so dass Trinken und Fahren zuverlässig getrennt werden können, […] Die Änderung ist nach genügend langer Erprobung und der Erfahrensbildung (in der Regel ein Jahr, mindestens jedoch 6 Monate) bereits in das Gesamtverhalten integriert. Die mit der Verhaltensänderung
__________________
Liebe Grüße
Alana
Mit Zitat antworten
  #7  
Alt 05.08.2018, 12:58
Mickey103 Mickey103 ist offline
Mitglied
 
Registriert seit: 03.08.2018
Beiträge: 33
Standard

Zitat:
Das Alkoholtrinkverhalten wurde ausreichend geändert. Das ist der Fall, wenn Alkohol nur noch kontrolliert getrunken wird, so dass Trinken und Fahren zuverlässig getrennt werden können, […] Die Änderung ist nach genügend langer Erprobung und der Erfahrensbildung (in der Regel ein Jahr, mindestens jedoch 6 Monate) bereits in das Gesamtverhalten integriert. Die mit der Verhaltensänderung
Genau das ist ja hier der Punkt. Meine Trinkpause endet am 05.10.18. Sagen wir mal ich kriege im November einen Termin zur MPU, dann reichen 4 Wochen nicht aus um das KT als gefestigt darzulegen. Der Psychologe hat mir erzählt, 4 Wochen KT ist besser als gar kein KT.
Mit Zitat antworten
  #8  
Alt 05.08.2018, 16:48
Benutzerbild von Alana
Alana Alana ist offline
MPU Profi
 
Registriert seit: 06.08.2011
Beiträge: 11.495
Standard

Das sehe ich eher wie der erste Psychologe:
Zitat:
Der Psychologe aus meinem Seminar möchte natürlich alles so wahrheitsgemäß wie möglich halten und hat mir nur eine 3 monatige Trinkpause empfohlen und danach kontrolliertes Trinken. Er hat auch Jahre lang als Gutachter gearbeitet und ist der Meinung, die Gutachter wollen sehen, dass ich kontrolliert trinken kann.
__________________
Liebe Grüße
Alana
Mit Zitat antworten
  #9  
Alt 07.08.2018, 00:05
Mickey103 Mickey103 ist offline
Mitglied
 
Registriert seit: 03.08.2018
Beiträge: 33
Standard

Okay... Ich denke ich werde auch auf KT gehen und das so in der MPU vertreten.
Mit Zitat antworten
  #10  
Alt 09.08.2018, 13:32
prinseneiland prinseneiland ist offline
Mitglied
 
Registriert seit: 20.04.2016
Beiträge: 11
Standard Sperrfristverkürzung

Verstehe nicht ganz die angesprochene Sperrzeitverkürzung. Wie ist das geplant denn?
Mit Zitat antworten
Antwort

Lesezeichen

Themen-Optionen
Ansicht

Forumregeln
Es ist Ihnen nicht erlaubt, neue Themen zu verfassen.
Es ist Ihnen nicht erlaubt, auf Beiträge zu antworten.
Es ist Ihnen nicht erlaubt, Anhänge hochzuladen.
Es ist Ihnen nicht erlaubt, Ihre Beiträge zu bearbeiten.

BB-Code ist an.
Smileys sind an.
[IMG] Code ist an.
HTML-Code ist aus.

Gehe zu


Alle Zeitangaben in WEZ +2. Es ist jetzt 05:44 Uhr.