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  #11  
Alt 11.10.2018, 21:28
sand sand ist offline
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Genau, der "erhobene Zeigefinger", war noch nie ein guter Lehrer.
Ich habe 2 MPU´s auf Anhieb ohne viele Worte bestanden, es war zwar anstrengend, aber irgend wie zu schaffen.

Ich war froh, dass es die Abstinenznachweise gab, weshalb miene Aussagen nicht bezweifelt werden konnten / durften. Und ich habe nach meiner 2. MPU FEST DARAN GEGLAUBT, dass ich es für immer und ohne Probleme ohne Alkohol aushalte. Die Ga war von Allem überzeugt, ich galt als gefestigt und somit war nicht zu erwarten, dass ich wieder alkoholisiert Auto fahre.

Jahre später: Der Alltag, das Vergessen der Problematik, das Rückfälligwerden...dann das wiederholte Rückfälligwerden, dann die erneut längeren Zeiträume der Rückfälligkeit.

Wieso haben das die beiden Ga´s meiner ersten und meiner zweiten MPU nicht gesehen, sondern mir stattdessen die Unbedenklichkeitsbescheinigung für die FSST unterschrieben?

Ich bin dafür, dass es feste Richtlinien dafür geben sollte, wann jemand (und das immer im individuellen, exakt analysiertem Fall) Jemand wieder auf die Fahrbahn darf und wann nicht.
Rückfallprophylaxen sind allerdings viel zu individuell, um diese je vereinheitlichen zu können. Dem Einen erscheint es hilfreich, Gitarre zu spielen, der Nächste wird rückfällig, wenn er wieder Gitarre spielt.

Gerade beide an einen "unmusikalischen GA", werden sie beide nicht genügend Argumente für eine gefestigte Lebensumkehr nachweisen können.

Und somit kommt es zustanden, dass, wie im Bericht mal in Göttingen, mal in Kassel oder mal in Berlin plötzlich mehr die MPU bestehen, als vielleicht in Hamburg, Frankfurt oder Dreseden.

Um das zu verhindern, gilt das Instrument: "einheitliche Beurteilungskriterien für alle", unabhängig der Vorgeschichte, unabhängig der sozialen Herkunft, usw.

Erst dann kann eine MPU nicht mehr als "Idiotentest oder Schreckgespenst aller Autofahrer" angesehen werden. Denn, so lange die Durchführung keiner stabilen Transparenz unterliegt, so lange ist sie völlig willkürlich und somit, zumindestens von bisheriger Art der Verfahrensweise im Explorationsgespräch nicht geeignet, um eine Frage der Fahreignung zu beantworten.

Eine dauerhaft, abstinente Lebensweise, sollte viel mehr dadurch Begründung finden, indem den Führerscheininhaber die Möglichkeit geboten wird, den Führerschein unter der Bedingung / Beauflagung eines mind. 10 jährigen, nachzuweisendem Abstinenzprogamms vorbehaltlich weiter zu erteilen.

Jeder Wette, es gäbe viel weniger Rückfalltäter, wie mich. Denn somit könnte jederzeit überprüft werden, ob sich dieser Mensch noch daran hält. Man wäre immer damit konfrontiert, den Schein wieder zu verlieren, obwohl man gerade fahren darf.

Somit wären weder Existenz, och andere, sich außerhalb des Führerscheines, explizit im Einzelfall ergebende Problematiken vom Tisch und den Probanden würde eine "echte Chance" gewährt werden.

Ist aber nur meine Meinung.
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  #12  
Alt 11.10.2018, 21:37
kapomick kapomick ist offline
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Du hast allerdings nicht weniger richtig erkannt als die Tatsache, dass sich bei einer Pauschalisierung die Ausgangsvoraussetzungen MASSIV verschlechtern würden und man noch viel länger mit dem Makel leben müsste, ein Alkoholstraftäter zu sein. Wenn jemand noch 10 Jahre AB-Nachweise liefern MUSS, dann überlege mal, was das noch kostet. Ich gebe dir recht, der hat noch mehr Druck und wird sich wohl eher dran halten. Aber wir leben in noch in einem freiheitlichen Staat, der dir nach eine MPU einfach auch mal wieder glaubt und das Vertrauen hat, DU wirst schon die richtigen Konsequenzen ziehen. Dass ein GA nach einer Stunde niemals eine dauerhaft verbindliche Empfehlung geben kann, das ist allen klar. Aber das ist noch der Rest an Vertrauen. Wenn du noch mehr Kontrolle willst, dann zeigst du klar an: ohne Druck geht nix! Willst du das wirklich, @sand? Oder meinst du nicht selbst: ein bisschen hab ich mein Leben doch in meiner Hand. Das solltest du mal bei deiner eigenen Aufarbeitung mitüberlegen.
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  #13  
Alt 11.10.2018, 21:44
rüdscher rüdscher ist offline
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Zum MPU-Tourismus sei noch ergänzt dass die GA selbst „Touristen „ sind und einem in den verschiedensten Instituten begegnen können.
Folglich kann es kaum unterschiedliche Standards geben.
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  #14  
Alt 12.10.2018, 05:33
sand sand ist offline
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Man könnte es so halten, dass die 10 Jahre als eine Art Bewährung dann nur durch regelmäßige, ärztliche Befunde belegt werden müssten. Das kostet nix. Einfach (wie früher) Leberwerte (unvorhersehbare Stichprobentermine) usw.
So bleibt die Sache immer aktuell, statt nach und nach in Vergessenheit zu geraten, wenn der Alltag einen wieder einholt.
Dadurch glaube ich, dass es viel weniger Rückfalltäter geben würde und somit die Gefahren weitaus mehr kontrollierbar wären, als durch die Einschätzung einer / eines GA.
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  #15  
Alt 12.10.2018, 05:38
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marianee marianee ist gerade online
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Am besten ist natürlich, nicht betrunken zu fahren. Da sieht man diese "Touristen" nicht. Das ist kein erhobener Zeigefinger, nur ein Hinweis. Einfach das Auto stehen lassen. Das sage ich als Wiederholungstäter. Karre stehen lassen. Anders geht es nicht.
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  #16  
Alt 12.10.2018, 05:50
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Da die wissen, dass man in der Regel auf den FS angwiesen ist, werden die weiter an der Schraube drehen. Also Auto ja, wennn Alkohol im Spiel ist, nein.
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  #17  
Alt 13.10.2018, 08:31
beinhart beinhart ist offline
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@sand: Natürlich gibt es berechtigte Kritik an der MPU. Deine Überlegungen sind aber wirklich Quatsch.
Sei doch einfach zunächst einmal dankbar, dass dir die Gesellschaft über eine MPU die Möglichkeit gibt nachzuweisen, dass du ein verantwortungsvoller Kraftfahrer sein kannst. In deinem Fall sogar schon zum dritten Mal. Und auch bei einem vierten Mal wird dir diese Chance gewährt werden. In anderen Ländern sitzt du bei deinen Vergehen sogar im Knast.
Und nun willst du ernsthaft, dass die Gesellschaft einen ungeeigneten Fahrer auch noch erzieht und jahrelang überwacht, während er die Straßen unsicher macht?
Mal ganz ehrlich: Jemand, der zehn Jahre lang Bewährung braucht und Abstinenzkontrollen, der ist offensichtlich ungeeignet zum Führen von Fahrzeugen und sollte überhaupt keine Fahrerlaubnis haben.
Mir scheint, dir ist noch nicht in den Kopf reingegangen, dass die Fahrerlaubnis ein Privileg ist. Die Gesellschaft geht zunächst einmal davon aus, dass jeder zum Fahren geeignet ist, der die Führerscheinprüfung schafft. Deswegen gibt es bei der Ersterteilung auch keine verpflichtende MPU, obwohl man sich diese manchmal wünschen würde.
Und erst wenn du bewiesen hast, dass du eine Gefahr für andere bist, dann kommt die MPU-Keule. Und wenn bestimmten Fahrern auch nach dem zweiten oder dritten Mal nicht klar geworden ist, dass sie selbst sich ändern müssen, dann wäre nicht eine längeres Abstinenzprogramm sondern eine lebenslange Fahrerlaubnissperre eher das richtige Mittel.
Also nochmal: Sei lieber dankbar, dass man hierzulande davon ausgeht, dass Menschen sich ändern können und dass man dir eine dritte Chance gibt, dies auch zu beweisen. Dass bei dir der Druck der möglichen Verlust der Existenz nicht ausgereicht hat, die notwendigen Vorkehrungen gegen eine erneute Auffälligkeit zu schaffen, hast du bewiesen. Also was soll noch mehr Druck bringen? Der Schlüssel zur Verhaltensänderung ist die Einsicht in das eigene Fehlverhalten und diese fehlt dir.
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  #18  
Alt 13.10.2018, 20:40
Amira Amira ist offline
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Selbstverantwortung nennt man das.
Wenn man die nicht übernehmen kann, dann muss man im Hilfe bitten.
(Habe gut reden, ich weiss....Das ist schon oberkacke bei Sand).

Aber alle ueber einen Kamm scheren und 10Jahre ueberpruefen,
ist wohl nicht jeder Manns Sache bzw noetig. Klar, weniger Wiederholungstaeter gebe es da schon. Der Aufwand aber brutal gross.

Wieso man aber so mir nichts, dir nichts seine FE bekommt, wenn man 15 Jahre wartet, das ist doch ein Witz. Hat man dann nach dieser Zeit kein Alkproblem mehr? Oder vielleicht erst recht...

Oder mein Papa, 92Jahre, hoert nix mehr und sieht sehr schlecht.
Reaktionszeit / Belastbarkeit ist das nicht auch ein Thema ab einem gewissen Alter?
Bei dem Verkehr? Die Autobahnen sind immer voller, die Leute fahren agressiv von Stau zu Stau - bei uns jedenfalls ist das so.
Es hat mich jetzt 1 1\2 Jahre Ueberzeugungarbeit gekostet, seit letzter Woche hat er die FE zwar immer noch, aber der Enkel das Auto.
Da sollte man mal generell was aendern, finde ich.
__________________
Gruss Amira
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  #19  
Alt 14.10.2018, 09:54
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darksoul darksoul ist offline
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Zitat:
Aber alle ueber einen Kamm scheren und 10Jahre ueberpruefen,
ist wohl nicht jeder Manns Sache bzw noetig. Klar, weniger Wiederholungstaeter gebe es da schon. Der Aufwand aber brutal gross.
Aufwand und vor allem natürlich die Kosten. Und wenn man jetzt überlegt, was eine MPU schon kostet aufgrund der "freien" Preise. Dann für alle, die jemals eine MPU hatten da auch noch einmal (sichere) Folgekosten, das wäre zu krass.

Insofern sehe ich das so wie @beinhart:

Zitat:
Sei lieber dankbar, dass man hierzulande davon ausgeht, dass Menschen sich ändern können und dass man dir eine dritte Chance gibt, dies auch zu beweisen.
Und der Gesetzgeber vertraut ja auch dann darauf, dass es läuft und es fallen eben keine Wiederholungsprüfungen an.

Zitat:
Wieso man aber so mir nichts, dir nichts seine FE bekommt, wenn man 15 Jahre wartet, das ist doch ein Witz. Hat man dann nach dieser Zeit kein Alkproblem mehr? Oder vielleicht erst recht...
Das habe ich in der Tat auch nie verstanden. Denkt der Gesetzgeber, nach 15 Jahre hat man genug Erfahrungen gesammelt und sich ohnehin (zum positiven) geändert?

Zitat:
Oder mein Papa, 92Jahre, hoert nix mehr und sieht sehr schlecht.
Reaktionszeit / Belastbarkeit ist das nicht auch ein Thema ab einem gewissen Alter?
Bei dem Verkehr? Die Autobahnen sind immer voller, die Leute fahren agressiv von Stau zu Stau - bei uns jedenfalls ist das so.
Es hat mich jetzt 1 1\2 Jahre Ueberzeugungarbeit gekostet, seit letzter Woche hat er die FE zwar immer noch, aber der Enkel das Auto.
Da sollte man mal generell was aendern, finde ich.
Sehe ich grundsätzlich auch so. Regelmäßig Überprüfungen ab einem bestimmten Alter wären sicherlich nicht schädlich.

Aber eins sollten man bedenken, wir sind jetzt in der Position das mit unseren "jungen" Jahren zu fordern.

Wenn ich mich dann in eine ältere Person hineinversetzen würde - womöglich ein Leben lang unfallfrei gefahren und dementsprechend Fahrpraxis und Erfahrung - ich würde den Schein ungern abgeben und die Mobilität verlieren.
Aber das driftet doch etwas vom Thema ab...
__________________
Liebe Grüße, darksoul
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  #20  
Alt Heute, 14:28
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Solala Solala ist offline
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Fun Fact:

Der Fernsehbeitrag kam auch in meiner MPU zur Sprache!

(Wir kamen darauf über "Umgang mit meiner TF", "Auswirkung", etc...

Die GA erwähnte den Spot und ich sagte. ich hätte den auch gesehen.

Sie auch gefragt, was ich von den Aussagen der gezeigten Dame halte. Hab natürlich die Absicht hinter der Frage erkannt und genau das gesagt, was ich von der Frau halte. Dass sie sich gar nicht mit ihrer Trinkvergangenheit auseinandersetzt (typisches "Ich hab noch nie so viel sonst getrunken", trotzig ist, etc).

Dieses kurze Thema hat das Gespräch sehr gelockert. Die GA sind ja auch Menschen, die gucken auch mal Fernsehen
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