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  #11  
Alt 07.06.2018, 16:47
daniell daniell ist offline
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Zitat:
Zitat von mats Beitrag anzeigen
Hi,
das ist schon wesentlich deutlicher und lässt sich mit den Profis hier im Forum weiter entwickeln.
Du hast also damals in der Schule so wie ich das verstehe eine echte Zwickmühle erlebt.
In der Schule hast du dein echtes Können und Wissen oftmals nicht angewendet, weil du Angst hattest, als Streber mißachtet zu werden.
Damit hast Du Dir bei den gleichaltrigen eine Akzeptanz erkauft, die sich in schlechteren Zensuren rächte und Dir widerum die Kritik und die Tadel in der Familie brachte. Speziell von Deinem Vater.
Aber auch von seinen Eltern sucht man natürlich Anerkennung.
So hast Du dich wahrscheinlich in einem Teufelskreis bewegt, was zu dem schlechteren Selbstwertgefühl zumindest beigetragen hat.
Eine ähnliche Zwickmühle ergab auch meine Aufarbeitung.
In meinem Elternhaus erlebte ich regelmäßig Liebesentzug, wenn ich nicht den Erwartungen entsprach.
Diese Erfahrung hat mich bis in die spätere Beziehung alles tun lassen, nur um keinen Liebesentzug zu bekommen. Und in dem Versuch, immer alles gut zu machen, zehrten sich meine eigenen Kräfte immer mehr auf.
Der Alkohol war dann Entlastung von dem immer mehr steigenden inneren Druck.
Verstehst du, was ich meine mit innerem Motiv?
Nachdem ich das erkannt hatte, kann mich kein äußeres Motiv mehr instabil machen, weil ich jetzt eine Gegenstrategie für diese Gefühle habe.
Und das seit 4 Jahren.
Arbeite weiter mal die Kindheit auf in diese Richtung. Sehr oft liegt unser aller Alkoholproblem in der Kindheit verborgen.

Bezüglich Deiner Trinkhistorie glaube ich Dir gern.
Für den GA müßtest Du die Trinkvergangenheit etwas frisieren.
Du müßtest mehrmals durchaus eine ähnliche BAK gehabt haben und sei es, wenn Du von Feierlichkeiten, Sylvester, oder was auch immer erzählst.
Ich habe mir zu meiner MPU damals eine Grafik gemalt. Richtig schön per Hand.
Nach oben die Trinkmenge und zur Seite die Monate des Jahres.
Habe dann für die letzten 5 Jahre je eine gemalte Jahresgrafik dabei gehabt.
In der Farbe grün habe ich meine normalen Trinkmengen für die Monate markiert und mit einem roten Stift sogenannte Ausreisser markiert, an denen ich richtig zugelangt hatte und die BAK sozusagen in der Vergangenheit immer mal erreicht hab.
Hab dann von Grillfesten, Sylvester usw erzählt und konnte visuell meine Worte beim GA unterstützen, indem ich ihm das Blatt zeigte.
Vorteil war:
Die gleichen Blätter habe ich dann auch beim Arzt vorgelegt.
Sie haben mir geholfen, bei Beiden exakt das gleiche zu erzählen.
Und die handschriftliche Grafik sah richtig schön nach persönlicher individueller Vorbereitung und Aufarbeitung aus.
Du darfst nämlich Unterlagen bei der MPU dabei haben.
Also bastel mal Gelegenheiten in die Historie, bei denen Du die BAK schonmal gerissen hattest.
Das macht im Zweifel alles etwas glaubwürdiger ohne wirklich zu lügen.

VG
mats

Danke dir @mats

Deine Schlussfolgerung ist echt hilfreich und erinnert mich an meine Kindheit. Ich müsste das ausarbeiten und tiefer in mich gehen. Ich danke dir vom herzen für diese Sätze

Ich habe auch mal grob ein Diagram in Excel erstellt wo ich ungefähr die Zeiten eingetragen habe an denen Ich etwas getrunken habe und die Menge ( aber nur von einer Skala von 1-10 ( 10= Unfall 1,67%o ).

Meinst du es so in diese Richtung? Wenn ja, würde ich es ausarbeiten und markieren welche Anlässe das waren und mir genauer Gedanken machen über die Mengen.

Angehängte Grafiken
Dateityp: jpg diagram-trinkmenge.jpg (20,1 KB, 1x aufgerufen)
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  #12  
Alt 07.06.2018, 21:53
mats mats ist offline
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Ja, so meine ich das. Hilft ungemein und man kann einem GA sehr gut veranschaulichen, wann welche Trinkmengen und Trinkspitzen vorkamen. In den letzten 2 Jahren vor der Trunkenheitsfahrt sollten die Trinkspitzen öfter mal die BAK erreichen, um die Gewöhnung zu erklären. Und für diese Trinkspitzen dann Erklärungen haben.
VG
mats
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  #13  
Alt 08.06.2018, 06:43
kapomick kapomick ist offline
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Die Trinkkurve gefällt mir auch ganz gut, sie ist halt völlig konträr zu deinen Aussagen in den Fragen 9 und 10, wo du ja eisern darstellst, dass du nach starkem Beginn in der Jugend erst wenig und dann immer weniger getrunken hast und die TF so quasi eine Ausnahmeerscheinung darstellte. Mit solchen Aussagen hab ich immer so mein Problem der Glaubhaftigkeit, wie die Trinkkurve mir jetzt auch zeigt. Es wäre also gut, du gehst offen und ehrlich ran an die Sache
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  #14  
Alt 08.06.2018, 10:05
daniell daniell ist offline
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Zitat:
Zitat von kapomick Beitrag anzeigen
Die Trinkkurve gefällt mir auch ganz gut, sie ist halt völlig konträr zu deinen Aussagen in den Fragen 9 und 10, wo du ja eisern darstellst, dass du nach starkem Beginn in der Jugend erst wenig und dann immer weniger getrunken hast und die TF so quasi eine Ausnahmeerscheinung darstellte. Mit solchen Aussagen hab ich immer so mein Problem der Glaubhaftigkeit, wie die Trinkkurve mir jetzt auch zeigt. Es wäre also gut, du gehst offen und ehrlich ran an die Sache
Danke kapomick,

Das Problem ist das man erst oberflächlich an die Sache rangeht und sich selbst die Mengen schöner redet als sie tatsächlich waren.
Erst als ich das Diagram angelegt habe, habe ich rückwirkend gemerkt das es zumindest im Jahresverlauf nicht so wenig war wie in meinen Fragen geschildert.


Ich versuche hier wirklich keinen auf den Arm nehmen oder etwas unter den tisch kehren. Ich danke für jeden Denkanstoß und Widerspruch den Ihr entdeckt habt, das weiss ich sehr zu schätzen und bemühe mich so gut ich kann den Bogen zu verbessern.

Ich werde die Tage einfach den Bogen nochmal neu machen/bzw verbessern und hoffe das er in eine bessere richtung geht.

Wenn irgendwelche Fragen ganz falsch beantwortet wurden, bitte bescheidsagen, dann überarbeite ich sie komplett.


DANKE bisher
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  #15  
Alt 08.06.2018, 14:57
mats mats ist offline
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Hi.
Das hast Du jetzt durch die Grafik auch prima erkannt. Man redet sich wirklich gern die Trinkmengen schön. Man fühlt sich ja eh schon beschissen durch die Tat. Und wenn man sich dann nicht ausreichend vorbereitet, rasselt man dadurch beim GA richtig schön in die Falle.
Aber der GA ist kein Richter. Das ist eh alles passiert durch Polizei und Strafbefehl. Der GA ist Psychologe und begutachtet Dich in Deinem Auftrag.
Da ist eine ehrliche Auseinandersetzung mit dem Alkohol erforderlich und zusätzlich die Entwicklung der Vermeidungsstrategie für die Zukunft. Hier im Forum bist Du sehr gut aufgehoben. Nur Mut. Sprich hier ruhig alles aus. Umso besser kann geschaut werden, ob es passt. Das wird schon.
VG
mats
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  #16  
Alt 08.06.2018, 17:12
daniell daniell ist offline
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Standard Fragebogen Version 2

Ich danke @mats @kapomick und @MrMurphy für die tollen Denkanstöße.
Ich habe den kompletten Fragebogen überarbeitet und bis auf die letzten zwei Fragen alles so ehrlich wie ich mich erinnern kann beantwortet.
Ich hoffe der Fragebogen ist es jetzt wert gelesen zu werden und mir weitere Denkanstöße zu verpassen damit ich noch tiefer in mich gehen kann.

DANKE für alles bisher


Der Fragebogen:


Zur Person

Geschlecht: männlich
Größe: 178
Gewicht: 72
Alter: 28

Was ist passiert?

Datum der Auffälligkeit: 09.08.2017
BAK: 1,67
Trinkbeginn: 18:30 Uhr
Trinkende: 01:00 Uhr
Uhrzeit der Blutabnahme: 03:50 Uhr

Stand des Ermittlungsverfahrens
Strafbefehl schon bekommen: ja
Dauer der Sperrfrist: 12 Monate gesamt. 8 Monate (ST bis SB 4 Monate) übrig.

Führerschein
Hab ich noch: nein
Hab ich abgegeben: ja
Hab ich neu beantragt: nein

Führerscheinstelle
Hab schon in meine Akte geschaut Ja/Nein: nein
Sonstige Verstöße oder Straftaten?: nein

Konsum
Ich trinke noch Alkohol, wenn ja wie oft wieviel: nein
Ich lebe abstinent seit: 01.01.2018 ( da ich an Silvester Sekt getrunken habe kann ich keine Haarprobe ageben und deshalb habe ich 01.01. als Startdatum der Abstinenz angegeben. )

Abstinenznachweis
Haaranalyse ja/nein: nein
Leberwerte ja/nein: nein
ETG-Programm ja/nein: Ja, seit Mitte Februar.


Aufarbeitung
Suchtberatungsstelle aufgesucht?: nein
Selbsthilfegruppe (SHG): nein
Psychologe/Verkehrspsychologe: habe Mitte Juni den ersten Psychologentermin
Kurs für verkehrsauffällige Autofahrer: nein
Ambulante/stationäre Therapie: nein

MPU
Datum: Noch kein Termin
Welche Stelle (MPI): TÜV SÜD
Schon bezahlt? nein

Altlasten
Bereits durch Alkohol auffällig geworden Punkte oder sonstige Straftaten: nein


Tathergang


1. Beschreiben Sie den Tag Ihrer Trunkenheitsfahrt aus eigener Sicht mit Datum und Uhrzeiten. (wann, wo und mit wem getrunken / wann und wie aufgefallen / Promille)

Am 09.08.2017 um 18:00 traf ich mich mit vielen Freunden zuhause um dann gegen 20:30 auf ein nahegelegenes Stadtfest zu gehen. 

Vorab: Ich trinke wirklich selten. ( Eventuell beim Grillen mal 1-2 Bier oder zu besonderen Anlässen. Und auch dann nur in maßen. Das schon seit Jahren. 

Viele meiner Freunde haben bis zum Aufbruch zum Statdfest vorgetrunken. Auch ich habe ca 4 (0,3) Bier und ca 2 Bacardi/Cola und 1 schnaps bis ca 20:30 getrunken. Auch hierzu muss ich sagen das ich mich hab überreden lassen von alten Freunden die ich lange nicht gesehen habe. „Ach komm trink mit mir einen…“ usw. 
Das war schon mein erster Fehler immer wieder mitzutrinken.

Ich war schon stark angetrunken als wir gingen. Auf dem Stadtfest angekommen traf ich viele alte Gesichter und habe immermal wieder ein Getränk zu mir genommen. Wahrscheinlich waren es 3-4 (0,5) Bier und 1-2 Schnaps. 
Ich habe mich um ca 01:15 von einer Freundin nachhause fahren lassen da ich sehr betrunken war und nur noch nachhause wollte.

Die Freundin setzte mich ab und fuhr weiter. Vor der Haustür angekommen bemerkte ich das mein Hausschlüssel im Auto ist bei meinem Freund bei dem wir vorgetrunken haben im Nachbarort ca. 6km entfernt.
Info: Da mein Schlüsselbund größer ist, und er mich in der Tasche gestört hat, habe ich nur den Autoschlüssel abgemacht und den Bund ins Auto gelegt. Das war der Auslöser für das ganze was danach geschah. Zudem hat es geregnet. Keine Menschenseele auf den Straßen ( Wohne in einem kleineren ort). Und Handyakku leer. Also alles was schief laufen kann schiefgelaufen.

Ich bin also ca 1:30 Stunden lang zu fuß pitschnass zu meinem Auto gelaufen um den Hausschlüssel zu holen.

Am Auto angekommen habe ich mich zwar noch angetrunken gefühlt, aber durch das lange laufen im nassen habe ich mich nicht mehr wirklich betrunken gefühlt. Verzweifelt und gefühlt fahrtüchtig führ ich dann über die Autobahn nachhause weil ich nicht erneut 1:30 Stunden zu fuß beim regen zurücklaufen wollte. 

An der Ausfahrt ca 500m von zuhause, habe ich zu spät gebremst und bin in die Leitplanke ca 30km/h, nasse fahrbahn Ich wollte rechts abbiegen, bin jedoch geradeausgerutscht und frontal in eine leitplanke.
( Gott sei dank ist keinem etwas passiert. Kein anderes Fahrzeug oder Person geschädigt. Es hätte so viel passieren können, das könnt ihr mir glauben. Ich bin so dankbar dafür das es so „glimpflich“ verlaufen ist und bereue jeden meter den ich gefahren bin.)

Der Unfall ereignete sich sich gegen 03:20 Uhr und es kam auch die Polizei zeitnah.
Ich musste Pusten: 1,46 Promille
Danach zur Blutentnahme 1,57 Promille BAK
Strafbefehl: 1,67 Promille
( Verstehe das die Werte schwanken, dachte aber nicht das nach dem Brief von der Polizei ( 1,57 ) der Strafbefehl mit einem Wert von 1,67 wertet.

2. Was und wie viel haben Sie am Tattag insgesamt getrunken?
(Genaue Angaben in Sorte, Menge, Trinkzeit)


4 Flaschenbier 0.33
3-4 Bier 0.5
4 Schnaps
1 Longdrink Vodka
1 Bacardi Cola

In der Zeit von 18:30-01.00

3. Wie viel Kilometer fuhren Sie, bis Sie aufgefallen sind und wie viel Kilometer wollten Sie insgesamt fahren?

Angepeilte Fahrtstrecke ~ 6 km. Unfall bei ungefähr gefahrenen 5,5 km.

4. Hatten Sie das Gefühl, noch sicher fahren zu können?
(Ja/Nein + Begründung)

Wiederholung aus Zusammenfassung oben:
Am Auto angekommen habe ich mich zwar noch angetrunken gefühlt, aber durch das lange laufen im nassen habe ich mich nicht mehr wirklich betrunken gefühlt. Verzweifelt und gefühlt fahrtüchtig führ ich dann über die Autobahn nachhause weil ich nicht erneut 1:30 Stunden zu fuß beim regen zurücklaufen wollte.

Ergänzung:
Ich habe auf jeden Fall gemerkt das ich noch Restalkohol hatte. Habe mich aber durch das lange laufen an der frischen Luft falsch eingeschätzt.
Beim fahren auf der Schnellstraße habe ich mich relativ gut konzentrieren können ( ca 70-90 km/h ). Merkte aber durch das verspätete reagieren vom Bremsvorgang in der Ausfahrt das ich doch nicht ganz bei sinnen war. Vielleicht lag das auch an der warmen Luft im Auto.

5. Wie haben Sie die Trunkenheitsfahrt vermeiden wollen (wenn überhaupt)?
Durch den leeren Handyakku war ich nicht in der lage meine Freundin anzurufen und auch kein Taxi zu rufen. Ich wollte den nächsten Menschen den ich sehe bitten mir ein taxi zu rufen. Der weg zum Auto war jedoch ausserhalb der Stadt. Ich traf leider keinen. 
Ich habe auch überlegt im Auto zu schlafen, jedoch hatte ich angst das die Polizei das sieht und ich den Schlüssel ja einstecken habe mir den Führerschein wegnimmt.


6. Haben Sie bereits früher im Straßenverkehr unter Alkoholeinfluss gestanden und sind aufgefallen?

Nein.

7. Wie oft haben Sie alkoholisiert am Straßenverkehr teilgenommen ohne aufzufallen und was folgern Sie daraus?

Ich habe hin und wieder mal nach dem Grillen wenn ich 1-2 0.33 Biere oder Radler getrunken noch gefahren, jedoch stunden später. Bisher sind so keine Auffälligkeiten entstanden. Das passierte auch jedoch nicht oft.

Da mir die 0,5 Promille grenze bekannt war und ich mich noch wirklich klar gefühlt habe und auch Stunden nach dem Genuss erst an das Steuer gesetzt habe.


Exploration

8.Wann hatten Sie den ersten Kontakt mit Alkohol und wann haben Sie das erste Mal Alkohol zu sich genommen? (Allererste Erinnerung und erster Konsum)

Erste Erinnerung:
Das erste mal an Alkoholkonsum in meinem umfeld kann ich mich mit ca 4/5 Jahren in Russland erinnern. Dort haben meine Eltern mit Gestern zu Abend gegessen und kurze Schnapsgläser getrunken.

Erster Konsum:
Zwischen 15 und 16 Jahren. Damals hatten ich mit zwei freunden aus der clique ein Sechser-Pack Bier geteilt ( 2x 0,33 Bier Export jeder) und waren verhältnismäßig gut angetrunken, da es die erste richtige Erfahrung war mit Alkohol und ich nicht viel vertragen habe.
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  #17  
Alt 08.06.2018, 17:13
daniell daniell ist offline
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9. Haben Sie regelmäßig Alkohol getrunken, und wie hat sich ihr Trinkverhalten in den letzten Jahren entwickelt?

Im Alter von 16-19 ist der Alkoholkonsum gestiegen. Ich habe mit meiner damaligen Clique an immer mehr Wochenenden im Monat getrunken. Meist auf Geburtstagen und Privaten Parties oder zu besonderen Anlässen.

Anfangs waren es nur 1-3 0,33 Bier, da es auch gereicht hat weil man nicht so Trinkfest war. Später waren dann Alkopops populär und ich habe diese lieber getrunken als Bier weil es nicht so Bitter war.
Mit den Monaten und Jahren bis zum 19. Lebensjahr kam auch härterer Alkohol hinzu. Vodka-Orange/Energy sind dann zum Standart geworden auf Parties und beim Vorglühen. Es kam auch vor das wir uns zu zweit 1x 0,5 Liter Flasche Vodka zum Vorglühen geteilt haben. Auf der Party selbst wurden dann nur noch 1-2 Longdrings und 1-2 Bier zusätzlich getrunken auf den Abend verteilt.

Früher war das noch relativ regelmäßig und wurde zur Gewohnheit an Wochenenden zu trinken. Es gab kaum einen Monat wo man nicht 1-2 Mal auf Parties oder mit Freunden einige Gläser getrunken hatte.
Unter der Woche hatte ich nicht das Bedürfnis zu trinken.

Ab dem 20/21 Lebensjahr wurde der Alkoholkonsum weniger.
Das Arbeitsleben, eine neue Lebenspartnerin und der Führerschein wurde zunehmend wichtiger sodass man nicht mehr so häufig dazu kam viel zu trinken.
Wenn ich aber dann doch auf einen Geburtstag eingeladen war oder eine Party bevorstand, den Alkohol wie in früheren Zeiten in größeren Mengen konsumiert habe. Es waren dann schon 3-5 Vodka/Redbull und einige Bier auf den Abend verteilt.

Ab dem 21. Lebensjahr nahmen die regelmäßigen Trinkabende und die Alkoholmenge zunehmen ab. Ich hatte irgendwie genug davon und habe nur noch relativ selten ( 1-2 Mal im Monat einige Bier am Wochenende getrunken.) Es gab aber auch Abende an denen ich mich überschätzt habe durch den ungeregelten Alkoholkonsum. Deshalb passierte es auch mal das ich über mein Limit getrunken und mich übergeben habe.

Durch ein geregeltes Leben, eine 4 Jährige Beziehung, und regelmäßigen Sport von 21-25, habe ich es nicht mehr wirklich für nötig gehalten betrunken zu sein. Durch den unregelmäßigen Konsum haben mir bereits 2 Bier gereicht um „angeheitert“ zu sein, was mir meist auch gereicht hat. Durch den Leistungssport und die gesunde Ernährung und der damit verbundenen Gesunden Lebensweise hat Alkohol nicht mehr dazugepasst. Auch die Alte Clique hat sich verlaufen und man sah sich nur noch sehr selten und vereinzelt.

Es kam schonmal vor das ich mich überreden lassen habe, bzw. Selbst entschieden habe auch mal mehr zu trinken ( 1-4 mal im Jahr. zu besonderen Anlässen wie der eigene Geburtstag oder Sylvester ) Das heisst ich habe dann noch 1-3 Schnaps mitgetrunken und eventuell noch einen Longdrink. Für meine Verhältnisse war das schon ziemlich viel und ich habe da jedesmal den Tag danach bereut, da man ich nicht mehr wie in jungen Jahren den Kater gut weggesteckt habe.

Von 25-29
habe ich durch eine Verletzung Bedingt den Sport aufgeben müssen in dem ausmaß in dem ich den Betrieben habe. Darunter litt auch meine gesunde Lebensweise und ich habe langsam aber unregelmäßig wieder auch mal mehr getrunken. 
Besonders an meinem Geburtstag und der Weihnachts und Sylvesterzeit habe ich mehr Alkohol getrunken als sonst ( Mehrere 0,33 Bier, 2-4 Longdrinks und auch selten zusätzlich 1-2 Schnapsgläser mitgetrunken).
Auch in der Sommerzeit wo viele Grillfeste waren habe ich auf die Sommermonate verteilt hin und wieder mehr getrunken. Zumindest nicht so viel wie an meinem Geburtstag oder Ende des Jahres. Es waren dann eher 6-10 Bier im Monat, da ich noch gerne Radler oder Bier getrunken habe an heissen Sommertagen beim Grillen.

Alkoholexzesse die ohne Limit waren gab es nicht mehr, da ich mit den Jahren dazugelernt habe. Jedoch kam es vor das ich mich überschätzt habe mit Hartem Alkohol zusätzlich zum Bier ( das ich gut einschätzen konnte ) und ich wieder getrunken habe bis ich Koordinationsschwierigkeiten hatte und Müde wurde.
Das kam aber nur selten und für mich an ganz besonderen tagen vor ( eigener Geburtstag / Sylvester / Weihnachtszeit ).


In den Monaten vor dem Unfall hat sich durch wiederkehrende Geburtstagsfeiern und vielen Grillabenden eine gewisse Trinkfestigkeit gebildet.
Der Alkoholkonsum stieg in den Monaten von Mai-August 2017 (Unfall) langsam an. Immer wieder mal habe ich über den Monat verteilt mal mehr und weniger mitgetrunken. Von einem Bier am Grillabend, bis zu 5 Longdrinks und 2 Bier an Geburtstagen habe ich bis zum August mich langsam an den Alkohol gewöhnt.


Das ging so bis zum Unfallabend. Ich habe auf der Kerwe viele alte Leute und Freunde getroffen die immerwieder mit mir was trinken wollten. Da ich schon den Pegel des Kontrollierten Trinkens überschritten hatte und voller Euphorie war, habe ich mit jedem etwas getrunken. Mal waren es Schnapsgläser, mal war es Bier das ich ausgegeben bekommen habe. Ich habe meine Grenzen maximal überschritten und war wie in Trance. Ich dachte mir an diesem Abend, das ich wohl viel vertrage und habe mich maximal überschätzt.


10. Wie viel und wie oft haben Sie getrunken? (Genaue Angaben in Sorte, Menge, Häufigkeit)

Von 16-19 Jahren:
4 Flaschen 0,33 Bier. So jedes 1-3 Wochenenden im Monat.
Später kamen 1-3 Alkopops statt Bier oder zusätzlich zum Bier.
Manchmal auch 1-2 Schnaps zusätzlich.
Es gab Abende 3-6 Mal im Jahr, als ich noch nicht so trinkfest war, wo ich mich überschätzt habe und es mehr wurde. Mehr bedeutet das ich mit einem Freund 1x 0,5 Flasche Vodka geteilt habe zum vorglühen. Und auf der Partie selbst noch 1-2 Longdrings und 1-2 Bier zusätzlich zu der Vodka getrunken habe.

Von 20-21
Der Alkoholkonsum wurde unregelmäßiger. Jedoch habe ich an besonderen Anlässen wie Geburtstagen und Weihnachten/Sylvester eine Menge von bis zu 5 Vodka/Redbull und einige Bier am Abend getrunken.
Jedoch nicht regelmäßig. Es gab Wochenenden da habe ich 1-2 Bier mehr getrunken habe, aber auch ganze Monate wo ich komplett nicht getrunken habe. Habe damals angefangen Sport zu treiben.

Von 21-25
Nicht regelmäßig aber so 1 Mal im Monat bis zu 3 Bier getrunken.
Es waren vielleicht 1-3 Bier, je nach Dauer des Abends. Eventuell auch mal ein Cocktail wenn man in einer Strandbar war.
Manchmal auch beim Grillen einen Radler oder 1 Bier. Jedoch auch nicht immer.
Es gab aber viele Monate an denen ich gänzlich verzichtet habe, da ich zu dieser Zeit immer mehr Sport getrieben habe und auch meine Ernährung bewusster gestaltet habe.

An meinem Geburtstag oder Weihnachten habe ich mich meist unkontrolierter Betrunken. D.h an so einem Abend ( 1-2x im Jahr ) hatte ich 1-2 Bier, 1-3 Schnapsgläser und eventuell nich eine Mischung Vodka/Redbull getrunken.

Danach und davor meist wieder Monatelang nichts.

Von 25-29
Besonders an meinem Geburtstag und der Weihnachts und Sylvesterzeit habe ich mehr Alkohol getrunken als sonst ( Mehrere 0,33 Bier, 2-4 Longdrinks und auch selten zusätzlich 1-2 Schnapsgläser mitgetrunken). 
Auch in der Sommerzeit wo viele Grillfeste waren habe ich auf die Sommermonate verteilt hin und wieder mehr getrunken. Zumindest nicht so viel wie an meinem Geburtstag oder Ende des Jahres. Es waren dann eher 6-10 Bier im Monat, da ich noch gerne Radler oder Bier getrunken habe an heissen Sommertagen beim Grillen.

Der Alkoholkonsum stieg in den Monaten von Mai-August 2017 (Unfall) langsam an. Immer wieder mal habe ich über den Monat verteilt mal mehr und weniger mitgetrunken. Von einem Bier am Grillabend, bis zu 5 Longdrinks und 2 Bier an Geburtstagen habe ich bis zum August mich langsam an den Alkohol gewöhnt.


11. Wo und mit wem haben Sie überwiegend getrunken?

Hauptsächlich in Bars, Diskotheken und Geburtstagen von Freunden.
Zu besonderen Anlässen wie Weihnachten/Sylvester.
Selten auch bei Freunden zum Vorglühen vor einer Party.
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  #18  
Alt 08.06.2018, 17:14
daniell daniell ist offline
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12. Warum haben Sie getrunken? (Innere + äußere Motive)


Anfangs wollte ich dazugehören. In der damaligen Clique war es "cool" Alkohol zu trinken.
Ich wollte nicht der Aussenseiter sein der dagegen ist. Der Alkoholrausch hat mir damals auch spaß gemacht weil ich so aus mir rauskam und mich zugehörig gefühlt habe. Da ich in meiner Kindheit ein eher introvertierter Mensch war, hat es mir geholfen mich zu öffnen und mutiger zu sein.
Ich habe es auch nicht hinterfragt ob die Mengen die man zu sich genommen hat in Ordnung sind. Ich habe eher meine Grenzen ausgekostet und einfach die Abende mit meinen freunden genossen.

Die Hauptgründe waren eher weil es Hemmungsbefreiend war und das Mittrinken aus Gruppenzwang, um sich nicht auszugrenzen.

Innere Motive:
Es hat mir damals Spaß gemacht berauscht und benebelt zu sein.
Ich habe das Gefühl gemocht nicht mehr die volle Kontrolle haben zu müssen und mal loslassen zu können und ungehindert Spaß zu haben ohne mir gedanken machen zu müssen ob mein Auftreten bei den anderen ankam.

Ich konnte mich mit Alkohol entspannen und einfach loslassen weil ich in meinen Jungen Jahren mich nicht stark mit mir selbst befasst habe und auch nicht wusste wie man sonst aus sich rauskommt und wie man überhaupt ohne Alkohol spaß haben kann auf Parties wenn alle um einen Betrunken sind und Spaß haben. Ich wollte in diesem Moment einfach nur sein wie die anderen.


Zudem hatte Probleme in der Schule weil ich meist zu den schlechteren Schülern auf einem Gymnasium gezählt habe. Nicht weil ich zu blöd war, sondern weil ich nicht zu den Strebern gehören wollte, sondern einer von den coolen lässigen Jungs sein wollte. In meiner CLique war damals niemand auf einem Gymnasium und das hat sich auch bemerkbar gemacht.

In der 7. Klasse bin ich sitzengeblieben durch meine schlechten Leistungen. Jedoch war mir Schule damals egal und ich habe nur das nötigste gemacht und bin jedes Jahr irgendwie durchgekommen. 

Dadurch entstand ein Teufelskreis.
Durch die Angst als Streber zu gelten, habe ich die Schule schleifen lassen um zu den coolen zu gehören.
Das wiederum führte zu Tadel zuhause und immer wieder Ärger mit meinem Vater. Da mein Vater mich nie Lobte, sondern nur tadelte wenn ich die Erwartungen nicht erfüllte, entstand somit immer mehr ein geringeres Selbstwertgefühl. 
Bei meinen Freunden habe ich mich geborgen und verstanden gefühlt und habe mich immer mehr an Sie angepasst, da ich durch das ständige „mittrinken“ dazugehören konnte.

Das war auch der Grund wieso ich immer mehr Alkohol getrunken habe, um die Ängste und Sorgen über meine zukunft, die mein Vater mir versucht hat klarzumachen, zu reduzieren. 

Mit Alkohol konnte ich einfach abschalten und das Wochenende genießen.
Es hat mir zudem auch Spaß gemacht betrunken mit Freunden Abende zu verbringen, da ich mich wie zuvor erwähnt öffnen konnte.

Zur direkten Problembewältigung habe ich Alkohol aus der damaligen Sicht nicht jedoch nicht getrunken, da ich die Schule damals nicht als Problem gesehen habe. Aus der heutigen Sicht weiss ich aber dass das auch eine große Rolle gespielt hat.

Ein weiterer Grund der dazu führte das ich in meiner Jugend sehr viel getrunken habe, war mein gemindertes Selbstwertgefühl.
Ich wollte im Freundeskreis immer der coole sein und habe stets das gemacht was meine Freunde taten um mitzuhalten und mich zu beweisen.
Wir haben Unfug getrieben, Alkohol getrunken und waren die "coolsten" in unserer Gegend.

Meine Introvertiertheit schließe ich auf die Erziehung meines Vaters. Seine Erziehung war streng und eher auf Tadel ausgelegt als auf Lob. Somit wurde ich nie gelobt, sondern nur getadelt wen ich was falsch gemacht habe. Deshalb habe ich eine Grundangst gehabt "etwas falsch zu machen", aus der sich meine verschlossene Art geprägt hat. Alkohol war da der ausweg in meiner Jugend. Ich konnte das Gefühl loslassen "etwas falsch zu machen" und konnte der sein der ich bin und sein wollte.

13. Welche Wirkung haben Sie in der Vergangenheit nach Alkoholgenuss bei sich beobachtet?
(bei wenig und bei viel Alkohol)


Wenig Alkohol wirkte häufig stressbefreiend und lösend, vor allem nach einer anstrengenden Woche.
Ich wurde lockerer und konnte schneller und einfacher das Gespräch mit fremden suchen.
Mein Selbstbewusstsein stieg auch durch den Alkoholkonsum.

Bei zu viel Alkohol habe ich meine Motorischen Fähigkeiten mehr und mehr verloren. Orientierungslosigkeit und leichte Reizbarkeit bei unpassenden Situationen waren auch vorhanden. Ab einem bestimmten Pegel wurde ich einfach nur Schläfrig und Müde und wollte immer nur noch in das Bett. Im Bett hat sich dann alles gedreht, was dazu führte das ich mich manchmal übergeben musste.

Auch der Tag danach bei zu viel Alkohol war sehr schlimm, da man Verkatert war und sogesehen zu nichts zu gebrauchen war.

Übelkeit am nächsten Tag, Lustlosigkeit und Körperliche schwäche waren nach einem stark Alkoholisierten Abend unangenehm und ich habe es stets bereut.

14. Gab es kritische Hinweise Anderer auf Ihren Alkoholkonsum und wie haben Sie darauf reagiert?

Wenn ich dann mal im Rausch war, bzw übermäßig getrunken habe, fiel ich bei nüchternen Leuten durch mein Auftreten auf. Dies machte sich bemerkbar durch Lallen und auch Koordinationsschwächen. Auch verbale Grenzüberschreitungen sind vorgekommen, wofür ich mich dann am nächsten tag sehr geschämt habe.


15. Welche Auswirkungen und Folgen hatte Ihr Alkoholkonsum auf Ihr Leben und Ihr Umfeld?

Ich kam zwar den Pflichten unter der Woche stets nach, jedoch nach langen Parties und viel Alkohol an Wochenenden war ich am nächsten tag nicht zu gebrauchen. Ich habe mich dann eher zurückgezogen und viel geschlafen.

Auch meine Eltern hatten in meiner Jugend mich belehrt damit ich langsam anfangen soll mich in den Griff zu bekommen.

Anfangs habe ich nicht auf Sie gehört, als die Pflichten und Aufgaben mit dem Alter wuchsen, verstand auch ich das man langsam anfangen soll weniger zu trinken.

Da ich unter der Woche nahezu nie getrunken habe, ausser es gab einen Anlass ( Geburtstagsparty in den ferien), hat sich das nur am Wochenende bemerkbar gemacht.


16. Gab es in Ihrem bisherigen Leben frühere Zeiten, in denen sie weit mehr Alkohol als heute getrunken haben?
Wenn ja, nennen sie bitte die Lebensabschnitte und mögliche Ursachen und Umstände dafür.


Mein Alkoholkonsum wurde mit dem Beginn des 16.Lebensjahres regelmäßig, da ich noch unreif war und es auf die leichte Schulter genommen habe. In der Zeit habe ich meine Grenzen gelernt und meine Erfahrungen mit dem „betrunken sein“ gesammelt. Ich wollte dazugehören und auch einer von den "coolen" jungs sein die viel Alkohol vertragen und mithalten können.
Auch der Schulstress und der daraus resultierende Familiäre Stress trugen dazu bei das man am Wochenende die "stressige" Woche mit einem Rausch beendet hat.

Im Laufe der letzten Jahre bis zum 29. Lebensjahr reduzierte sich der Alkoholkonsum dafür mehr und mehr. Durch bewusstere Ernährung, Sport, wechsel der Clique und eine Glückliche Beziehung hat sich der regelmäßige Alkoholkonsum nach und nach minimiert. Zwar nicht gänzlich, da ich angefangen habe Kontrolliert zu trinken und aus meinen Jugendfehlern gelernt habe. Aber es gab auch Rückfälle in denen Ich mich zwar nicht mehr so häufig (1-2x im Jahr ) nicht mehr gänzlich unter Kontrolle hatte.
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  #19  
Alt 08.06.2018, 17:14
daniell daniell ist offline
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17. Haben sie jemals die Kontrolle über ihre Trinkmenge verloren und bis zur Volltrunkenheit Alkohol konsumiert?


Im Alter von 16 Jahren hatte ich meinen ersten Vollrausch. Im Rahmen einer Teenie-Party nahm trank ich zu meinem Bierkonsum einige Schnapsgläser und ein Mischgetränk. Da ich bis dato Erfahrungen nur mit Bier gesammelt habe, hatte ich danach einen Filmriss und kam 1-2 Stunden später in meinem Bett zuhause wieder zu Bewusstsein.

Auch im Alter von 17 Jahren gab es einen Moment an dem ich einen Filmriss hatte durch eine größere Menge an Alkopops.

Im Alter von 16-18 kam es 1-4 mal im Jahr vor wo ich so viel getrunken habe bis ich mich übergeben musste., da ich meine Grenzen mit Hartem Alkohol nicht kannte.

Später, im Alter von ca. 21 Jahren, habe ich ebenfalls spät am Abend nach dem Konsum von 4 (0,5l) Bier zusätzlich eine mir unklare Menge Schnaps getrunken über den Abend verteilt. Der Abend endete ebenfalls mit einem Filmriss.


18. Haben Sie früher schon einmal oder öfter über einen längeren Zeitraum bewusst und mit Absicht völlig auf den Genuss von Alkohol verzichtet?

Ja, ich hielt zum Teil abstinente Phasen von bis zu 10 Monaten ein, um mir selbst zu beweisen, dass ich auch ohne Alkohol kann, da ich Phasen hatte in denen ich mich ausschließlich gesund ernährt habe und 6 tage die Woche Sport getrieben habe. Allerdings habe ich keine lebenslange Abstinenz Entscheidung getroffen, weswegen ich nach dieser Phasen wenig Alkohol konsumiert habe.

Die Phasen erstreckten sich im Alter von 23-25 Jahren. Mal waren es 10 Monate, dann 1-2 mal etwas getrunken, dann wieder mehrere Monate komplett Abstinent.


19. In welcher Kategorie von Trinker haben sie sich früher gesehen und wie stufen Sie sich heute rückblickend ein?
(mit Begründung)


Früher habe ich meinen Konsum stets heruntergespielt und aufkommende Negativ-Entwicklungen bagatellisiert. Ich fühlte mich in Beisein meiner Trinkfreunde normal, Alkoholkonsum wurde stets als Selbstverständlichkeit angesehen. Bei pflichtbewusster Einhaltung beruflicher und Schulischen Pflichten ( in der Schulzeit zumindest das nötigste um durch das Jahr zu kommen, Im Beruf stets viel Mühe gegeben) habe ich meinen Konsum immer als moderat betrachtet da ich mich an meinem umfeld orientiert habe.

Jedoch sehe ich das Trinkverhalten im meinen jungen Jahren aus der heutigen Perspektive ganz anders. Ich war im Alter bis zum 19. Lebensjahr ein Gewohnheitstrinker.

Es war oft dann doch zu viel, jedoch war es im Damaligen Freundeskreis normal über sein Limit zu trinken. Man kam sich normal vor.

Mit den Jahren habe ich dazugelernt und meist nur Bier getrunken weil ich damit am Kontrolliertesten trinken konnte. Ich habe auch nur noch an besonderen Anlässen getrunken.

Jedoch an dem Unfallabend verfiel ich in alte Muster und der Alkohol floss in höheren Mengen als die Jahre davor. Das schlimme dabei war, das ich es nicht so sehr gemerkt habe und es lag am Schnapskonsum und deren verzögerte Wirkung, die mich dann letztendlich so betrunken gemacht hat um auf solch einen hohen Promillewert zu kommen.


20. Trinken Sie heute Alkohol? Wenn ja, was, wie viel und wie oft?
(Genaue Angaben in Sorte, Menge, Häufigkeit)


Nach dem Unfall habe ich entschlossen nur noch Kontrolliert zu trinken und habe mir an meinem Geburtstag, Weihnachten und Sylvester eine klare Grenze gesetzt nicht mehr als 2 Trinkeinheiten zu trinken. Diese habe ich auch eingehalten.

Im Januar sagte mein Verkehrspsychologe ich solle eine 6 Monatige Abstinenz nachweisen bis zur MPU. Diese habe ich dann direkt im Februar begonnen als ich genug geld hatte diese zu Bezahlen.
Seitdem habe ich keine Alkoholischen Lebensmittel und Getränke zu mir genommen.

Ich hatte leider im Oktober ( mein Geburtstag ) 1 Bier und 1 Radler getrunken und an Sylvester 1 Glas Sekt und 1 Bier. Was dazu führte das ich meine Haare zur Analyse nicht abgeben konnte als ich erfuhr das es besser wäre einen Abstinenznachweis zu belegen und diesen mit Haaren Rückwirkend belegen kann.


21. Wann haben Sie zuletzt Alkohol getrunken?

Am 01. Januar 2018
( Beginn Abstinenznachweis war Mitte Februar aufgrund der damit verbundenen Kosten. Als Student musste ich erst die Strafe und das Auto zahlen, was eine immense menge Geld war. )

22. Trinken sie gelegentlich alkoholfreies Bier?

Trinke sehr selten bis garnicht Alkoholfreies bier. Da es nicht wie echtes Bier schmeckt und ich auch nach keinem Ersatz suche. Vielleicht 1 mal im Jahr. Aber auch nicht seit meiner Abstinenz.


23. Warum trinken Sie heute Alkohol/keinen Alkohol?

Ich habe durch Reflexion meines Lebens ab meinem ersten Schluck Alkohol bis zum Unfall für mich herausgefunden das Alkohol für mich nichts gutes ist.
Zumindest nicht in den Mengen die ich konsumiert habe.

Ich habe gemerkt das es mir am besten ohne Alkohol zu der Zeit in der ich viel Sport gemacht habe ging.
Ich war selbstbewusster als betrunken und auch glücklicher. Alkohol hat mich dann eher zu einem Menschen gemacht der ich nicht sein wollte.

Rückblickend mag ich das Betrunken sein nicht, ich mag den Anblick von Menschen im Vollrausch nicht und finde es eher abwertend den Kontrollverlust den man durch Alkohol erleidet. Ich habe für mich gelernt das Alkohol nicht zu meinem Typ Mensch passt und würde auch gerne in Zukunft nur noch Kontrolliert maximal 1-2 Bier trinken und auch nur zu wirklich besonderen Anlässen. die KT Phase seit dem Unfall und die Abstinente Phase seit Februar, haben mir die Augen geöffnet. Zudem Meditiere ich seit 100 tagen Täglich bis zu 20 Minuten und das hat mich auch innerlich verändert. Ich fühle mich selbstbewusster, offener und habe gelernt mit einem Klaren Geist durch die Welt zu gehen. Diesen klaren geist möchte ich nicht durch Alkohol betrüben.


24. Warum haben Sie das Trinken reduziert bzw. aufgegeben und warum nicht schon eher?

Ich habe mir nie so ausgiebig über den Alkoholkonsum Gedanken gemacht, wie nach dem Unfall bis heute. Rückblickend weiss ich das es zu viel war, auch wenn es nicht regelmäßig war in den letzten Jahren. Ich habe eingesehen das ich ein problem mit Alkohol hatte und es runtergespielt habe. Dadurch das Alkohol allgegenwärtig in unserer Gesellschaft ist, habe ich es nicht hinterfragt und mich einfach angeschlossen. Heute bin ich schlauer und weiss das ich es nicht auf die leichte Schulter nehmen kann.


25. Wie haben Sie die Änderung Ihres Trinkverhaltens erreicht und dabei die Umstellungsphase erlebt?

Nach einer Reflexion über künftige Erwartungen und Entwicklungen bzgl. meines weiteren Lebens habe ich mich entschlossen, so gut wie keinen Alkohol mehr zu trinken. Und wenn ich dann jemals Alkohol trinke, dann kontrolliert und mit einer Grenze von 1-2 Bier.

Es fiel mir nicht schwer, keinen Alkohol mehr zu trinken da ich durch die vielen Gedanken die ich darüber verloren habe, gemerkt habe das es auch ohne geht. Und bin sogar froh drum nüchtern auf Parties und Geburtstagen zu sein und zu wissen das ich am nächsten tag mit einem Klaren Verstand und einem Fitten Körper in den tag starten werde.

Es gab Tage an denen ich gerne bei einem heissen Grillabend ein Radler getrunken hätte, jedoch löste ich mich schnell von dem Gedanken und konnte problemlos darauf verzichten.

26. Wie wirkt sich Ihr geändertes Verhalten auf Sie, Ihr Leben und Ihr Umfeld aus?

Ich bin ein fröhlicherer und glücklicherer Mensch geworden. Ich habe wieder angefangen regelmäßig Sport zu machen und dadurch Stress zu mindern und nicht durch Alkohol. Ich geniese lange spaziergänge mit meiner Freundin und tiefgründige Gespräche. Ich habe das Meditieren wieder für mich entdeckt ( habe es unregelmäßig über Jahre gemacht) und meditiere bis zum heutigen tag 100 Tage in Folge bis zu 20 Minuten am Tag. ( Bis zur MPu sind es dann 150 tage ca. )

Ich habe auch gemerkt das ich komplett nüchtern positiver auf parties auffalle als ich es damals betrunken getan habe. Man fühlt sich sogar besonders als einer der wenigen Nüchternen auf einer Party. Das Gefühl gefällt mir.


27. Wie stellen Sie sicher, dass Ihr neues Verhalten dauerhaft stabil bleibt?


Indem ich Stress durch Sport und Meditation abbaue, habe ich nichtmehr das Bedürfnis den Stress durch Alkohol abzubauen.
Auch mein Selbstwertgefühl hat sich stark verändert im laufe der Jahre und besonders in der zeit bis heute seit dem Unfall.
Durch den Rückhalt von meiner großartigen Freundin und der Familie bin ich nicht mehr gezwungen wie im frühen Alter nach annerkennung zu suchen.
Das Verhältnis zu meinem Vater hat sich stark gebessert und er ist stolz auf mich und meine Arbeit und das Leben das ich als Selbstständiger führe.
Ich muss keinem mehr was beweisen und mein Leben läuft besser dennje.


28. Können Sie sich vorstellen, jemals wieder in Ihre alten Gewohnheiten zurückzufallen?
(Ja/Nein + Begründung)


Es kann keine Garantie sowie Vorhersagen für zukünftiges Geschehen geben. Jedoch versuche ich stets mich selbst zu reflektieren und mit einem Erwachsenen Verstand an die Sache ranzugehen.
Ich habe letztmalig meine Alkoholkonsum Grenze durch den Vorfall gezeigt bekommen und werde bestmöglich versuchen soetwas zu vermeiden.
Durch Meditation und Persönlichkeitsentwicklung die ich derzeit sehr gerne und täglich betreibe, fühle ich mich sicher nicht mehr Rückfällig zu werden.
Durch Kontrolliertes trinken und vorgegebene Grenzen an die ich mich stets halten werde, lasse es garnichtmehr zu solch einer Situation kommen.
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  #20  
Alt 08.06.2018, 17:24
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marianee marianee ist offline
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Zitat:
Es kann keine Garantie sowie Vorhersagen für zukünftiges Geschehen geben. Jedoch versuche ich stets mich selbst zu reflektieren und mit einem Erwachsenen Verstand an die Sache ranzugehen.
Ich habe letztmalig meine Alkoholkonsum Grenze durch den Vorfall gezeigt bekommen und werde bestmöglich versuchen soetwas zu vermeiden.
Durch Meditation und Persönlichkeitsentwicklung die ich derzeit sehr gerne und täglich betreibe, fühle ich mich sicher nicht mehr Rückfällig zu werden.
Durch Kontrolliertes trinken und vorgegebene Grenzen an die ich mich stets halten werde, lasse es garnichtmehr zu solch einer Situation kommen.
Ich bin nach wie vor der Meinung, dass KT nicht funktionieren kann. Als ich nach der 2. TF nach Hause kam und dachte ich kann KT, hatte ich 10 leere Bierkisten dastehen. Und wußte nichts mehr davon.
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