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Alt 13.01.2018, 19:10
Unnoetig Unnoetig ist offline
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Standard Tüv Süd Kaiserslautern - Antwortbogen Teil 1

Zitat:
Zitat von Unnoetig Beitrag anzeigen
Folgende Fragen wurden gestellt, oder beantwortet. Die Antworten sind in den nächsten Kapiteln:
1. Beschreiben Sie den Tag Ihrer Trunkenheitsfahrt aus eigener Sicht mit Datum und Uhrzeiten.
(wann, wo und mit wem getrunken / wann und wie aufgefallen / Promille)
An dem Tag war geplant mit dem Bus und dem Pfälzer Skiclub um 15:00 Uhr in den Skiurlaub zu fahren. Treffen vor dem Bus in Kaiserslautern war 14:00 Uhr. Ich hatte hinter Frankfurt übernachtet, weil ich noch ein neues Firmemfahrzeug bekam und ich das in Hanau abholen musste. Passte ja mal wieder. Ausgerechnet an dem Tag.
Intern:Frankfurt Hanau 24 km, ca 36 min.
Bevor ich das Fahrzeug abholte, ging ich noch schnell einkaufen, ich brauchte ja noch Verpflegung für die Busfahrt. Ein paar Süßigkeiten, Picolo für die Damen, ein wenig Bier und ich kaufte THREE SIXTY, Kannte ich noch nicht. Sah gut aus von der Aufmachung, also rein in den Rucksack.
Gegen 09:00 Uhr kam ich in dem Autohaus an. Vorher hatte ich noch mein Firmenhandy gecheckt. 12 neue Mails, 4 neue Voice Nachrichten und wir müssen um 15:00 Uhr noch was ganz Wichtiges durchsprechen. Ich ignorierte alles, Es ist nur ein einziger Tag, an dem ich frei haben will. Wie viele Wochenenden hatte ich schon durchgearbeitet? Beim durchscrollen der Mails war wieder nur blöde Fragen dabei. Ich fragte mich, ob denn alle doof sind. Ich beschloß, dass die Firma einen Tag ohne mich auskommen muss. Jetzt ist Wochenende.
Privathandy – 4 neue Nachrichten von meiner Frau. Es tut Ihr leid, ich sollte doch noch mal vorbei kommen, bevor ich in den Skiurlaub fahre. Auch hier stand meine Ehe auf der Kippe und ich freute mich am Wochenende abzuschalten, Spaß zu haben und machen zu können, was ich wollte. Einfach abzuschalten, den Stress zu vergessen und alle Probleme hinter mir zu lassen.
Gegen 09:30 war die Übergabe beider Autos und die kurze Einweisung beendet und durfte dann losfahren.
Um mich mit der Bedienung vertraut zu machen, fuhr ich nur vom Hof und ca. 200-300 m weiter in eine Parklücke.
Ich studierte die Automatik und vor allen Dingen das Soundsystem. Ich hatte die neue Apres Ski Hits und die Stereo Anlage konnte man super einstellen. Subwoofer, etc. Anlage, gut, Musik super. Ich war schon in Partystimmung. Als ich nach der Bedienungsanleitung griff, die im Handschuhfach lag lachte mich das neue Getränkt aus dem Rucksack an, der im Fussraum des Beifahrersitzes lag.
Ich könnte ja mal eines testen, bevor ich das im Bus anbiete, dachte ich. THREE SIXTY. Mir war klar, dass da Alkohol drin war. Ich dachte mir, Du kannst dich ja schon mal in Stimmung bringen - dachte nicht weiter drüber nach und öffnete die Dose.
(ca.09:50) 0,5 l 10%
Getränk war super lecker. Zumindest empfand ich damals so und die Dose war relativ schnell getrunken.
Nach ca. 15 min wusste ich ungefähr, wie das Auto funktioniert und setzte die Fahrt fort in Richtung KL.
Nach kurzer Fahrt (ca. 5 km) war mir das Navi suspekt, weil ich nicht auf die Autobahn kam. Ich hielt noch mal an. Ich hatte super Laune, die CD war spitze und freute mich auf das Wochenende, das bestimmt super wird. Das Wetter soll auch bombastisch werden, somit alles perfekt. Beim Lesen im Buch konnte ich nicht wiederstehen und trank die zweite Dose (ca. 10:15)
Ok, das Navi war auf kürzeste Entfernung eingestellt, das habe ich umgestellt und setzte die Fahrt fort.
Auf der Autobahn kam ich mit diversen Assistenssystemen nicht klar. Speziell Tempomat und toter Winkel verstand ich nicht. Da ich nochmassig Zeit hatte, hielt ich noch mal auf einem Autobahnparkplatz an, um nachlesen, wie das funktioniert.
26 km von dem Autohaus entfernt
Warum ich auf dem Autobahnparkplatz die 3 Dose aufmachte (ca. 10:40), entzieht sich meiner Kenntnis. Aus heutiger Sicht war ich nicht mehr ganz bei Sinnen.
Ich war anscheinend schon richtig in Partystimmung
Als ich dann nach der dritten Dose weitergefahren bin, kippte meine Stimmung kippte schlagartig, als die Wirkung des Alkohol richtig einsetzte. Hoppla, dass das so rein haut hätte ich nicht gedacht. Nach ca. 5-10 min (weitere 10 -12 km) merkte ich, dass es viel zu viel war und steuerte den nächsten Parkplatz an (ca. 11:00)
Nach dem Parken fluchte ich, dass ich so unvernünftig war, denn mir war klar, dass alles viel schlimmer wird und die Wirkung war auch immer heftiger. An Fahren war nicht mehr zu denken, denn von Minute zu Minute wurde es schlimmer.
Ich wollte aber unbedingt zu meiner Skifreizeit. Was jetzt?
Idee war mit dem Zug zu fahren, aber wie vom Parkplatz runter laufen?
Meine Frau fiel mir ein. Die kommt aber erst um 13:00 Uhr nach Hause. Selbst wenn Sie direkt von der Arbeit mich holen würde, reicht das nicht mehr. Ich war stinke sauer auf mich, außerdem musste ich feststellen, das Denken immer schwieriger wurde. Also nutze ich die frische Luft um festzustellen, ob man durch ein Tor den Parkplatz verlassen kann. Ich wusste, dass relativ kurz hinter dem Parkplatz Kelsterbach ist dort hielt auch immer die S-Bahn, wenn ich von Mainz nach Frankfurt gefahren bin.
Die Idee war, dass ich das Auto stehen zu lassen und meine Frau das später holen kann. Ich fuhr ja alleine zum Skiurlaub.
Ich nutze die Gelegenheit um mich am Zaun zu entledigen, den Rest kennen Sie aus der Akte.

2. Was und wie viel haben Sie am Tattag insgesamt getrunken?
(Genaue Angaben in Sorte, Menge, Trinkzeit)
Von ca. 09:50 bis ca. 11:00 3 Energydrink 36, je 0,5 l mit 10%
Kann Restalkohl im Spiel gewesen sein?
Ich sage nein. Ich hatte am Abend davor ? Ca. 4-5 x 2,25 l Wein von 20:30/21:00 Uhr bis ca. 24:00 Uhr
Min Berechnung 4 x 0,25 = 1,15 abz. 12/13 Stunden
Max. Berechnung 5 x 0,25 = 1,4 abz. 12/13 Stunden

3. Wie viel Kilometer fuhren Sie, bis Sie aufgefallen sind und wie viel Kilometer wollten Sie insgesamt fahren?
Ca 40-45 km (32 min) . In Summe 130-140 km

4. Hatten Sie das Gefühl, noch sicher fahren zu können?
(Ja/Nein + Begründung)
Nein. Da ich gemerkt hatte, dass die Wirkung superschnell einsetzt hatte und ich nicht mehr Herr meiner Sinne war.

5. Wie haben Sie die Trunkenheitsfahrt vermeiden wollen (wenn überhaupt)?
Ursprünglich war geplant erst im Skibus was zu trinken und auf der Hinfahrt gar nix zu trinken.
Ich habe die Fahrt beendet, als ich merkte was los war.
Der erste Gedanke war, dass mich meine Frau abholt. Die wäre aber erst gegen 13:00 Uhr zu Hause gewesen, somit hätte das nicht mehr gereicht, um den Bus um 15:00 Uhr zu erwischen. Zumal ich dann wieder ne riesen Diskussion hätte.
Zweiter Gedanke war zu prüfen, ob man den Parkplatz verlassen kann. Raunheim schien nicht weit und die S- Bahn hält in Raunheim, das wusste ich, wenn ich wegen den Staus immer im der S-Bahn nach Frankfurt gefahren bin.
Auf dem Parkplatz schaute ich im Handy nach, so gut das noch ging. Über die Bahn App gab ich meinen Standort ein und als Ziel Einsiedlerhof.
Hinter dem Parkplatz liegt Raunheim. Die S-Bahn wäre ca. 30 min Fussmarsch entfernt gewesen.
Die Bahn wäre gegen 12:20 gefahren und gegen 14:45 wäre ich am Einsiedlerhof gewesen.
Also stieg ich aus, um die Lage zu prüfen.

6. Haben Sie bereits früher im Straßenverkehr unter Alkoholeinfluss gestanden und sind aufgefallen?
Nein bisher nicht. Bisher hatte ich in fast 30 Jahren, weder Punkt, noch andere Auffälligkeiten.

7. Wie oft haben Sie alkoholisiert am Straßenverkehr teilgenommen ohne aufzufallen und was folgern Sie daraus? (Tip Anmerkung von Jody lesen (danke Jody) KLICK)
Ich habe für mich auch immer nach der Standard Regel die Rechenbeispiele dazu geschrieben, dass ich mich nicht verzettel (Standard Regel: 0,2 Bier; 0,1 Wein/Sekt; 0,02 l Schnaps entspricht 0,1 Promille)

Ich hatte mich mit dem Thema Alkohol Konsum und Abbau nicht wirklich beschäftigt, sondern eher so die allgemeine Regel
3 Wein 0,25, 3 Bier 0,5 am Abend, 6 Radler 0,5, 2 Bier 0,5 und 2 Schnaps, am Abend sind ok. (Promille 0,75, 0,75, 0,7, 0,75/ für mich mit +0,1 Ca. 0,85)
Hinzu kam dass ich meine Trinkmenge zu meinem neuen Körper nicht angepasst habe.

Geschätzt würde ich sagen in dem Jahr 2016, in dem ich 30 kg abgenommen habe vielleicht 35-50
Diese teilen sich wie folgt auf:
Ca. 20-25 mal, nach 3-4 Weinschorle beim Wandern.

Ca. 5-8 mal bei Geburtstagen, wo ich nach Hause gefahren bin.

Was ich nicht so im Blick hatte war Restalkohol, nach ca. 5-6 Bier und 1-2 Schnaps
Ca. 10-15 mal, Beispiel Restalkohol: Wenn ich auf Feiern bis 23:00 getrunken hatte und meine Frau ist gefahren, ich musste aber wieder am nächsten Tag gegen 7:00 Uhr wieder los.


Sehe ich mir die letzten Jahre an, in denen der Alkoholkonsum mehr wurde, würde ich von ca. 120-180 Fahrten ausgehen.

Beispielberechnungen (nur für mich als Verdeutlichung)


Wandern mit 2-3 Weinschorlen
Trinkbeginn 12:00 - 13:00 Uhr, Autofahrt 17:00-18:00 Uhr
Max. Berechnung 3 x 0,35 l Wein in Weinschorle = 1,05 + 0,1 für 70 kg, = 1,15 ‰ abz. 0,4 für 4 Stunden nach Trinkbeginn = 0,75 ‰
Min. Berechnung 2 x 0,35 l Wein in Weinschorle = 0,7 + 0,1 für 70 kg, = 0,8 ‰ abz. 0,6 für 6 Stunden nach Trinkbeginn = 0,2 ‰

Restalkohol mit 5-6 Bier und 1-2 Schnaps
Trinkbeginn 18:00 - 19:00 Uhr,
Trinkende 22:00 - 23:00 Uhr
Autofahrt 07:00-08:00 Uhr

Max. Berechnung: 6 Bier 0,5 + 2 Schnaps = 1,5+0,2 + 0,1 für 70 kg, = 1,8 ‰ abz. 0,3 für 3 Stunden bis 24:00 Uhr + 7 Stunden = 0,8‰
Min. Berechnung: 5 Bier 0,5 + 1 Schnaps = 1,25 + 0,1 + 0,1 für 70 kg, = 1,45 ‰ abz. 0,4 für 4 Stunden bis 24:00 Uhr + 8 Stunden = 0,25‰

Fahrrad
Trinkbeginn 12:00 - 13:00 Uhr,
Trinkende 15:00 - 16:00 Uhr
Rückfahrt mit dem Fahrrad 16:00 -19:00 Uhr

Max. Berechnung 5x 0,35 l Wein in Weinschorle + 2 Schnaps = 1,75 + 0,3 + 0,1 für 70 kg, = 2,05 ‰ abz. 0,3 für 3 Stunden nach Trinkbeginn = 1,75 ‰
Min. Berechnung 4x 0,35 l Wein in Weinschorle + 2 Schnaps = 1,4 + +0,2+0,1 für 70 kg, = 1,7 ‰ abz. 0,4 für 4 Stunden nach Trinkbeginn = 1,3 ‰
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