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Alt 22.05.2018, 10:44
Mog Mog ist offline
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Warum ist es passiert?

Welche persönlichen Hintergründe gab es für den Cannabis- Drogenkonsum?
In geselligen Runden lockerte der Konsum die Stimmung auf, es hat mich redseliger gemacht und insgesamt schien alles lustiger und bunter zu sein, es gab mir ein Gefühl von Freude und Lebendigkeit. Wenn ich alleine konsumiert habe, habe ich damit quasi das freie Wochenende eingeläutet und mir „mal etwas gegönnt“. Jedoch habe ich stets stark darauf geachtet, dass es nicht überhand nimmt, gerade aus der Angst heraus meinen Alltag nicht mehr meistern zu können und „abzurutschen“. Zudem war mir stets die Verantwortung bewusst, die ich in meinem Beruf trage, daher stand es für mich außer Frage zu konsumieren, wenn ich am nächsten Tag arbeiten musste. Flüchtigkeitsfehler wie z.B. einem Patienten die falschen Medikamente auszuhändigen hätten fatale Folgen mit sich bringen können.
An besagtem Tag nach dem Festival war es leider pure Naivität und Dummheit. Ich war der einzige unserer Gruppe der das Auto (geliehen von dem Vater einer Freundin) mit Versicherungsschutz fahren durfte. Ich redete mir ein, dass ich noch vollkommen fahrtüchtig wäre und schon nichts passieren würde. Im Nachhinein betrachtet kann ich natürlich nur über mein damaliges Verhalten den Kopf schütteln und bin teilweise sogar dankbar dafür, dass wir angehalten wurden, denn wer weiß wie die Fahrt letzten Endes verlaufen wäre und ob ich mich selbst und meine Mitfahrer nicht einem hohem Gefährdungsrisiko ausgesetzt hätte. Ein Unfall mit Verletzungs- oder gar Todesfolge hätte mich mein ganzes Leben lang begleitet...

Wie hat sich Ihr Umfeld über Ihren Drogenkonsum geäußert?
Meiner Mutter habe ich es lange verschwiegen und konnte ihr es auch erst eine ganze Weile nach dem Vorfall gestehen. Als ich es dann doch tat war sie darüber sehr aufgebracht und zeigte sich zutiefst besorgt und mahnte mich an, sofort damit aufzuhören. Ich führte den Konsum zwar fort aber wir sprachen nicht mehr über dieses Thema. Als ich ihr jedoch erzählte, dass ich ein für alle Mal damit aufhören werde, hat sie sich sehr gefreut und mir viel Unterstützung dahingehend zukommen lassen. Meinem Vater habe ich bis heute nicht davon erzählt, aus Angst über seine Reaktion in Form von Enttäuschung.
Freunde und Bekannte sahen darin keine Problematik, zumal viele selber konsumiert haben oder es von anderen gewohnt waren.

Gab es Ereignisse in Ihrem Leben, die zu verstärktem Konsum geführt haben?
Nein. Natürlich gab es Tiefs in meinem Leben wie z.B. gescheiterte Beziehungen, dies war aber nie ein Grund für mich mehr zu konsumieren, da ich wusste, dass es die „Probleme“ nur beiseite schieben würde statt sie wirklich zu verarbeiten.

Haben Sie vor der Auffälligkeit jemand um Hilfe gebeten, um den Drogenkonsum zu beenden?
Nein.

Gibt es in Ihrer Familie aktenkundige Verstöße gegen das Betäubungsmittelgesetz oder Suchtkrankheiten?
Nein.

Hatten sie Konsumpausen/spitzen?
Konsumspitzen nur auf Festivals, wo auch mal den ganzen Tag über gekifft wurde. Hier war mir aber auch bewusst, dass es sich dabei um Ausnahmesituationen handelt, die vielleicht ein bis zwei Mal im Jahr vorkommen und für mich daher legitim waren. Pausen gab es auch, jedoch mehr aus Mangel an Verfügbarkeit von Cannabis, als aus eigenem Antrieb. Gleiches galt für Fahrten in den Urlaub.

Was hat Sie daran gehindert, ohne Droge abzuschalten?
Ich konnte auch ohne Cannabis abschalten. Das Kiffen an jedem zweiten Wochenende war sozusagen mehr ein „Bonbon“ mit dem ich mich nach getaner Arbeit selbst belohnte.

Waren Sie gefährdet in eine Drogenabhängigkeit zu geraten?
Nein, da ich mir – auch aufgrund der vielen Negativbeispiele, die mir über meine Jobs bekannt waren – immer wieder vor Augen hielt, maßvoll im Umgang mit Cannabis zu sein und es mir für „besondere Momente“ aufzuheben.

Waren sie Drogenabhängig?
Nein, nie. Ich habe nie unter irgendwelchen Entzugssymptomen gelitten, noch hatte ich ein übersteigertes Bedürfnis zwingend konsumieren zu müssen.
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